Keine Preise fürs Nachtleben

In diesem Jahr findet keine Swiss-Nightlife-Awards-Verleihung statt. Dafür aber in Kürze der siebte und von der BCK organisierte Tag der offenen Bar- & Clubtür.

In diesem Jahr gibts keine Award-Gewinner zu bejubeln (Foto: swissnightlifeaward.com)

Was schon seit einiger Zeit als Gerücht durchs Nachtleben geistert, ist nun Gewissheit: Dieses Jahr finden keine Swiss Nightlife Awards statt. Radio Energy Schweiz, seit etwas mehr als zwei Jahren verantwortlich für den Anlass, hat den Sponsoringpartnern mitgeteilt, dass zumindest 2019 auf eine Ausrichtung verzichtet wird. Nachtleben-Macher und -Interessierte zu informieren, wurde offensichtlich für unnötig befunden.

Das Mitteilungsbedürfnis der Bar- & Clubkommission Zürich (BCK) ist um ein Vielfaches ausgeprägter. Auf ihren Kanälen kann man sich schon seit Wochen über den anstehenden Tag der offenen Bar- & Clubtür vom 2. Februar informieren. Dieses Mal nimmt man sich das Nachtleben an der Geroldstrasse in Zürich-West zur Brust. Man wolle den Fokus auf das Jetzt und die Zukunft richten, ohne dabei die bewegte Vergangenheit zu vergessen. Das wäre auch schade, hat doch die Geroldstrasse mit ehemaligen Skandal-Clubs wie dem Spidergalaxy, das 2005 im Zuge einer Razzia geschlossen wurde, sowie erinnerungswürdigen ehemaligen Clubs wie dem UG, dem Cabaret, der Garage oder der Katakombe unzählige Anekdoten zu bieten. Wenn es immer nach den Stadtplanern gegangen wäre, würde es diesen lebendigen Ort gar nicht mehr geben: Vor ein paar Jahren war hier ein neues Kongresshaus geplant, das nur am Verkaufsunwillen eines Landbesitzers gescheitert ist. Gut so! Zürich-West wäre sonst seiner letzten quirligen Ecke beraubt worden.

Der siebte Tag der offenen Bar- & Clubtür bietet Clubführungen, thematische Rundgänge, Vorträge, Fondue und Wein-Tastings sowie Einblicke in den digitalen Club. Die traditionelle Diskussionsrunde dreht sich um die nächtliche Mobilität der Zukunft.

Leider krankt der Tag bisher an einem verhaltenen Publikumszuspruch. Alex Bücheli von der BCK scheint sich aber damit arrangiert zu haben: «Da ist uns Qualität lieber als Quantität. Wir hatten beispielsweise mal zwei ältere Damen aus der Nachbarschaft eines Clubs, die mit ihren Gehstöcken an einer Führung teilgenommen haben. Einfach weil sie mal sehen wollten, wie ihr Nachbar von innen aussieht. Ein anderes Mal war ein Ehepaar bei uns, das seinem Nachwuchs zeigen wollte, wo sich Mami und Papi kennen gelernt haben: Solche Momente sind uns wichtiger, als dass man uns die (offene) Tür einrennt.»

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