Die Ruhe nach der Fresserei

Im versteckten Saftladen Juicery 21 hat ein gutes Gewissen einen stolzen Preis.

Grüne Kur: Flüssige Mahlzeit nach der festtäglichen Völlerei. (Bild: dsa)

Bald ist es geschafft. Nicht das Jahr, sondern die Aneinanderreihung von Feierlichkeiten. Vor allem: das viele damit verbundene Essen. Vom Festtagsbraten ging es zum Fondue chinoise und von dort aus auf direktem Weg zum Restenbuffet. Und dazwischen gab es Guetsli, Lachs und ein Glas vom angefangenen Wein. Musste ja alles weg. Und einen Grappa hat man auch noch geschenkt gekriegt. Und am nächsten Tag isst man bestimmt fast gar nichts. Doch das stimmte natürlich wieder einmal nicht.

Irgendwann nach Silvester, das zeigen die Erfahrungen, beginnen aber bei vielen die guten Vorsätze zu greifen. Selbstdisziplin wird wieder zum Thema. Und Alternativen zur Schlemmerei. Und die gibt es zum Beispiel in einem Saftladen, sozusagen die Laden gewordenen guten Vorsätze. Hier ist «healthy» ganzjährlich Konsens. Es ist das Kontrastprogramm zu Weihnachten und sieht dabei auch noch aus wie eine Insta-Story.

Die Auswahl an Saftläden in der Stadt ist riesig. Man kann also wählen. Einen eher versteckten gibt es auf dem Weg zum Hallenbad City, was praktisch ist, da man nach den Feierlichkeiten für eine Weile auch Schwimmen wieder in Betracht zieht. Dieser Saftladen heisst Juicery 21, und er ist in einem kleinen Backsteingebäude untergebracht.

Die Musik hier drin ist angenehm temperiert und die Bedienung gesprächig. Hier kann man Sätze ausprobieren, die man so bisher noch nicht benutzt hat. Etwa den: «Welcher von den vielen Säften ist am meisten Detox?» Die Bedienung zuckt nicht mit der Wimper, zeigt aber auf die Tafel mit den «J 12 Raw Shakes». Dort gibt es einen mit Avocado, Spinat, Ananassaft und Mandelmilch (12 Fr.) «Ist wie eine Mahlzeit», sagt die junge Frau. Perfekt.

Die Begleitung bestellt einmal «Hot Lemon» (5.50 Fr.), eine Art Ingwer-Tee mit viel Zitrone. Dazu eine Acai Bowl (12 Fr.), eine Art Frozen Yoghurt aus einer Beere, die im Amazonas-Gebiet wächst und besonders viel Antioxidantien enthalte. Gesund, aber auch gut, wie die Bedienung sagt. Der pastellgrüne Saft schmeckt, wie er aussieht: nämlich sämig. Und die Amazonas-Beere überraschend frisch. Und so hat man sich innert Kürze ein gutes Gewissen einverleibt. Wenn auch zu einem stolzen Preis.

Juicery 21
Sihlstrasse 93
8001 Zürich
Website

6 Kommentare zu «Die Ruhe nach der Fresserei»

  • Miguel sagt:

    Wie viel zahlt dieser Saftladen für diesen Werbeblog?

  • Asta Amman sagt:

    Das Konzept, eine ganze Mahlzeit durch irgendetwas in einem einzigen Glas zu ersetzen und sich dann auch noch darüber zu freuen, hab ich nie verstanden. Das klingt nach Verzicht, wo bleibt der Genuss? Das Umgekehrte hingegen würde mir gefallen: Eine richtig gute, ausgedehnte Menufolge mit allem Drum und Dran – aber nicht „böser“ als der Inhalt eines mickrigen Glases (wovon auch immer).

  • flori antha sagt:

    Im Zweifel war die Weihnachtsschlemmerei mindestens genauso gesund wie der, nun ja, „Saft“, der erhebliche Mengen Fett und Zucker enthält, dabei aber weniger sättigt – in jeder Hinsicht.

  • Beni sagt:

    Eine Beere aus dem Amazonasgebiet geniessen und im nächsten Satz von “einem guten Gewissen einverleibt” schreiben, scheint mir sehr undifferenzierter Journalismus zu sein. Vielleicht ist das ökologische Gewissen wegen des Festtagsweins noch ein bisschen im Winterschlaf.

  • Friedrich Meier sagt:

    Es gibt keine Lebensmittel die den Körper entgiften oder auf neudeutsch „detoxen“. Das einzige was den Darm wirklich reinigt wäre ein Kübel Sauerkraut. Aber weder Avocado, noch Spinat, Ananassaft oder Mandelmilch haben irgendeine reinigende Wirkung. Stattdessen sollte man sich die Frage stellen ob der ökologische Fussabdruck einer Avocado oder einer Beere die aus irgendeinem Grund unbedingt vom Amazonas in einen Saftladen nach Zürich eingeflogen werden muss, irgendwie gerechtfertigt ist für ein kleines winziges Gläschen Saft welches unter falschen Versprechen angepriesen wird.

  • Reto Müller sagt:

    zum Glück ist noch nicht nächstes Jahr, und ich freu mich auf die Sparerips
    zu Silvester.
    Die sind auch nicht um die halbe Welt eingeflogen, sondern direkt hier gewachsen, quasi.

Kommentar

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