So wird man ein gefragter DJ

Die berühmtesten DJs der Welt sind Popstars mit allem was dazugehört. Ihre weniger bekannten Kollegen müssen derweil auf ähnliche Regeln achten wie alle Erwerbstätigen.

DJ: Ein (Traum-)Job wie jeder andere auch.

DJs sind Künstler, aber auch Erwerbstätige. Wie sehr sie als Künstler wahrgenommen werden, ist von der kompositorischen Qualität ihrer Produktionen abhängig sowie von der Kreativität ihrer Musikauswahl und erst sekundär von ihrem technischen Können: Wurden früher DJs wie Jeff Mills oder Carl Cox über ihre Fähigkeit, mit drei und mehr Decks gleichzeitig spielen zu können, definiert, ist dieses Talent in den Hintergrund gerückt – zumindest in den Genres House und Techno. Derweil die artistische Seite auf musischem Talent basiert, existieren klare Regeln, ob jemand DJ als Beruf betreiben kann.

Wichtig, um einen Fuss in die Szene zu kriegen, ist laut Andreas Ramos von Sihl Records das Veranstalten eigener Events: «Man bucht dafür DJs, die ebenfalls eigene Partys machen. So kommt man an Gegenbookings und kann sich ein Netzwerk aufbauen.» Unablässig seine Musik an Clubs zu schicken, ist hingegen kontraproduktiv. Nici Faerber (Klaus-Club) sagt: «Wenn, dann sollte man wenigstens personifizierte Mails verfassen. Im Spam-Modus Demos versenden stresst die Empfänger.»

Auch Sozialkompetenz ist gefordert. Konkurrierende DJs schmähen ist ein No-go, wie auch das illegale Downloaden von Tracks: Beides spricht sich in der Szene schnell herum, und man wird nicht mehr gebucht. Fairness ist also Pflicht, wie auch Pünktlichkeit und Respekt. Vanessa «Vanita» Spolidoro: «Man muss sich zeigen, präsent sein und dafür sorgen, dass man von den richtigen Personen gehört wird.» Steven «Darrien» Busse (Uhrwerk) findet es wichtig, schon früh vor dem Set im Club aufzutauchen und danach nicht gleich zu verschwinden.

Hat man diese Tipps verinnerlicht, sich in der Region einen Namen gemacht und möchte ins Ausland, gewinnt die artistische Seite des DJings schnell an Gewicht. Dimitri Schnider (Definition:Music): «Heute schafft man es international nur, wenn man erfolgreich eigene Musik produziert und diese zu verbreiten weiss. Man muss fähig sein, das eigene Ego zurückzustellen, Kritik als solche anzunehmen und an ihr zu wachsen.»

Selbstherrlichkeit kann man sich im DJing offenbar nur an der Spitze leisten. Für alle anderen ist Diplomatie ebenso wichtig wie Können. In diesem Punkt unterscheidet sich die DJ-Branche nicht von anderen Berufen.

3 Kommentare zu «So wird man ein gefragter DJ»

  • Headphone Commuter sagt:

    Gähn. Ziemlich flach, Herr Flach. DJs sind Plattenleger. Waren mal Plattenleger, OK. Heute sind sie Audiodateienplaybacker. Und lassen in der Regel für sich komponieren. DJs kann man nicht ernst nehmen. Künstler… naja. Heute wird vieles als Kunst verkauft, auch wenn es gar keine ist.
    Was die Herren da sagen ist so irrelevant wie die Playbacks, die DJs darbieten. Endlos langweilig. Und ja, selbst gestandene Künstler tummeln sich auf illegalen Plattformen. Ist nun einfach mal so. So what?

  • DeeJay sagt:

    Haha, herrlich 🙂 In der tollen Welt der Elektronic-DJs, wo 99% der ‚Künstler‘ technisch nicht mehr als eine simple KI-Software mit Track-Synchronisation drauf haben, sind selbstverständlich andere Fähigkeiten gefragt.

  • Dimitri Schnider sagt:

    Ich denke die Hürden für meine Definition von einem DJ liegen darin, zu wissen dass man es nicht für das Materielle macht. Zu wissen, dass es da etwas magisches gibt. Etwas das kommt, wenn man einfach ist. Und wenn man das erschaffen kann – dann denke ich, ist man ein DJ. Alles andere ist für mich Futter für’s Ego.

    Abgesehen von meiner Meinung zum DJing, würde ich sagen gibt es viele Prüfungen, welche genau diese Begeisterung testet. Wenn ich „gut“ auflege, dann ist das nicht genug. Heutzutage kommt man einen Schritt „weiter“ wenn man selber produzieren kann. Es stellt sich dann aber wieder die Frage, warum man produziert.

    Es geht für also darum: Ehrlich zu sein, zu vertrauen und sich immer mal wieder zu hinterfragen ob einem das gefällt was man macht, egal was dabei rauskommt.

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