Die Polizei kommt auch ohne Notruf

Die Polizei hat vorgestern Samstag eine illegale Party auf der Allmend Brunau aufgelöst. Der entsprechende Veranstalter wurde nicht das erste Mal von dort vertrieben.

Die Allmend bleibt Brötler- und Hündeler-Paradies. Clubber sind hier weiterhin unerwünscht. (Foto: Grillstelle.ch)

Der Sommer 2018 will nicht enden. Entsprechend hat sich auch das Zürcher Partyleben noch nicht nach drinnen verlegt. In der Stadt fanden an diesem Wochenende diverse Outdoor-Events statt. Die meisten davon im privaten Rahmen und auf privaten Grundstücken, da die Bewilligungen für öffentliche Open-Air-Anlässe nur sehr zurückhaltend vergeben werden.

Selbstverständlich gibt es auch Veranstalter, die sich nicht um eine behördliche Erlaubnis scheren, wenn sie ihre Anhängerschaft zum Tanzen bringen möchten: Das Wort «illegal» wirkt auf viele Nachtlebende nicht abschreckend, sondern verlockend.

Entsprechend werden unbewilligte Partys sehr vorsichtig kommuniziert: Die Adresse der Partylocation wird erst kurz vor Anlassbeginn via SMS durchgegeben, auf den sozialen Medien bleibt es still: Wer auf Instagram und Facebook allzu laut die Werbetrommel rührt, riskiert den Besuch der Polizei.

Das scheint noch nicht bis zu den Veranstaltern von Kibag Crew & The Gang durchgedrungen zu sein. Sie posten all ihre Events auf Facebook. Auch die illegalen – und dies jeweils mit einem Wegbeschrieb zum Austragungsort. Im Sommer ist die Allmend Brunau das bevorzugte Veranstaltungsgelände der Kibagler. Ergibt ja Sinn: Das Dröhnen der nahen Autobahn sorgt dafür, dass kein Beat seinen Weg bis in die Wohnstadt Zürich findet. Hier stört man keinen, und hier lässt es sich wunderbar unter blauem Himmel feiern.

Die Stadtpolizei scheint das ein wenig anders zu sehen und hat der Kibag-Party vom Samstag unter der Autobahnbrücke Allmend ein jähes Ende bereitet. Berichten zufolge sei bei der Aktion ein Polizist für drei Raver vor Ort gewesen – wahrscheinlich eine etwas grosszügige Schätzung.

Gleichwohl bot das Aufgebot der Stadtpolizei auf Smartphone-Fotos, die am Abend in der Stadt herumgezeigt wurden, einen imposanten Anblick. Gleich zu Beginn der Feier postete der Veranstalter ein Foto seines schön ordentlich in einem Lieferwagen verstauten Party-Equipments: Die Polizei hat alles konfisziert.

Das war nicht die erste Allmend-Party von Kibag Crew & The Gang, die von der Stapo vorzeitig beendet wurde. Die Crew und ihre Gang sollten vielleicht ihre Kommunikationsstrategie bei illegalen Festivitäten überdenken

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