Das Zürcher Szene-Ghetto

Isoliert und lokalromantisch wie ein archaischer Bergstamm sitzen gewisse Stadtzürcher in ihren Quartieren und rümpfen die Nase über die Agglo - aus der sie meist stammen.
Identität aus romantisch verklärter Wohnadresse: Langstrasse.

Identität aus romantisch verklärter Wohnadresse: Langstrasse.

Himalaya, zu Fuss? Kein Problem. Costa Rica? Sowieso. Berlin, London, Shanghai? Sooofort! Sogar in die Berge, zum Wandern mit Freunden geht man, sofern es gute Bilder für Insta gibt oder eine Party mit einem DJ aus Island stattfindet.

Aber Dagmersellen? Rüeschlikon? Uster? Spinnst du? Gehts noch? Da geht man nicht hin. Die Zürcher, allen voran die aus den Kreisen 3, 4, 5 und 6, gehen nicht in die Agglo. Die meisten haben sich aus ihrem Herkunfsort in der Agglo (Bülach, Dübendorf, Dietlikon, Adliswil) so hart durchbeissen, ihre Herkunft so lange verleugnen müssen, dass sie ihr angestammtes Quartier, ihre Blase, kaum noch verlassen.

Es war ein harter Kampf, bis sie endlich in den erlauchten Kreis der Stadtzürcher gehörten, bis jemand sie in einem Club mit Namen begrüsste und sie in den Parks und auf der Rentenwiese nicht mehr isoliert auf ihren Tüechlis sitzen mussten. Sie beziehen einen Grossteil ihrer Identität aus der Glorifizierung ihrer gewählten  Wohnadresse und aus der Herablassung gegenüber Leuten, die keine 800X Postleitzahl vorweisen können.

Sie akzeptieren gerade noch knapp, dass man in Bern leben kann, oder in Genf und Basel. Sie können sich aber nicht vorstellen, dass man seinen Lebensmittelpunkt an einem Ort findet, der keine coole, urbane Szene hat, an Orten, in denen es keine Clubs gibt, dafür noch eine alte Leuchtreklame für ein «Dancing» aus den 70ern, unter dem jetzt ein Provinzpub das Bier ausschenkt. Orte, an denen Sachen authentisch sind und nicht nur so wirken sollen. Ganz ohne vegan und unique, dafür mit Aromat und Maggi im Tischset der Beizen. Mit klebrigen Nussgipfeln unter Plastikfliegenschutz anstatt mit Walnuss-Cupcakes aus Andalusien.

Man ist zwar offen für alle Kulturen, hilft bei der Integration, ist mit Menschen aus aller Welt befreundet, isst Gerichte, die ihren Ursprung 3000 Kilometer entfernt haben. Kommen aber Menschen aus einer Entfernung von 30 Kilometern, rümpft man die Nase. Die will man nicht hier, da will man nicht hin.

Mit 25 ist das ja noch irgendwie nachvollziehbar. Aber wenn man mit 45 noch immer seinen Selbstwert wie ein archaischer Bergbewohner aus der Zugehörigkeit zu einem lokalen Clan bezieht, scheint mir etwas schiefgelaufen.

Zieht man mit Dreissig oder Vierzig aus Zürich weg, vielleicht wegen kommenden Kindern oder aus beruflichen Gründen, sieht man sich plötzlich von seinen Freunden abgeschnitten. Man muss sich immer selbst nach Zürich bewegen, wenn man sie sehen will. Sucht man ihnen die beste Zugverbindung heraus, wird ihr Blick glasig und sie meinen «Jaja, sicher. Bald.», um in der nächsten Sekunde die Existenz eines Universums ausserhalb der eigenen drei Strassenzüge gleich wieder zu vergessen.

Alles, was nicht direkt mit dem Velo, der VBZ, dem Intercity oder dem Flugzeug erreichbar ist, bildet auf der Weltkarte der Stadtzürcher Ghettobewohner weisse Flecken. Bereiche, in denen noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist, nachdem er es traumatisiert hinter sich gelassen hat.

Hat man wie ich selbst einige Jahre innerhalb dieser Blase gelebt und ist dann aufs Land gezogen, erlebt man eine wunderbare Überraschung: Das Leben ist vielfältiger, als man es sich im Zürcher Clanleben vorstellen könnte.

Und man beginnt zu hoffen, dass all die Freunde, wenn sie das Trauma der Agglo-Herkunft überwunden haben, vielleicht auch mal einen Blick über die Quartiergrenzen hinaus wagen und die Schönheiten und die Diversität unseres Landes wieder wahrnehmen können. Die Sommerferien wären geeignet, um sich mal rauszuwagen.

Hier, der ZVV-Fahrplan als kleines Hilfsmittel, um die Reise ins Ungewisse anzutreten: ZVV

 

59 Kommentare zu «Das Zürcher Szene-Ghetto»

  • HP sagt:

    Bin 46, Sohn eines ehemaligen Automechanikers im Kreis 4 (ja damals gab es noch Autowerkstätte im Kreis 4 und nicht wenige), bin secondo und im Vieri aufgewachsen. Heute lebe ich im Kreis 3 mit Familie, zwei Kindern usw.
    Wie sie über die Leute schreiben, die in den Kreisen 3, 4 und 5 leben, zeigt, dass sie ausser Szenenangehörigen, die es übrigens in diesen Kreisen schon immer gab, keine andere Personen kennen. Es mag sie vielleicht überraschen, aber es leben noch immer sehr sehr viele Leute in diesen Quartiere, die hier aufgewachsen sind. Man kennt sich noch aus der gemeinsamen Schulzeit. Der Kreis 4 gilt gar als Dorf. Aber egal, ich wollte nur von Ihnen wissen, warum ich diesen Teil der Stadt verlassen soll, wenn es mir hier gefällt.

  • Jo Terry sagt:

    bin vor jahren nach züri oder besser schlieren gezogen (züri geht ja bis spreitenbach). am versifften stadtrand ists einfach geiler, man hat ruhe von all den schwätzern die doch nichts gebacken kriegen.

  • Etepeteta sagt:

    Da kommt mir als Mittellandzersiedlerin und Zürimögerin (ja, gibt‘s auch) nur etwas in den Sinn:
    https://youtu.be/wGbN6YJkqFU

  • Christof Vetsch sagt:

    Zürich als notwendiges Übel, ist das nicht ein guter Kompromiss? Nein ehrlich, es hat sich gebessert die letzten dreissig Jahre.

  • Christian Weber sagt:

    I <3 8058

  • Markus Fischer sagt:

    Was ist der Unterschied zwischen el Arbi und Köppel? Die politische Haltung. Aber sonst sind sie Zwillinge. Beide ätzen ihre Sicht der Dinge in die Welt hinaus, befeuert von Wut, fehlendem Respekt und der Lust an der Polemik und Provokation, was je länger, desto mehr ein müdes Lächeln hervorruft.

  • Aila Ziegler sagt:

    Das war vor ein paar Jahrzehnten nicht anders: Ich ging nach Bern statt Zürich, nach Bochum statt Berlin, nach Birmingham und Manchester statt London. Alles igitt! Was ich dort erlebt habe war grandios und hat mein Leben sowas von bereichert.

  • Cedric sagt:

    ich lebe und liebe in 8005! Dein Artikel trifft einen wunden Punkt 🙂
    habe mich rausgewagt in das hinterste Kaff im AG (Untersiggenthal) und dort den mit Abstand besten Burger der Welt gegessen!

    Ein Hoch auf die Agglo

  • Markus sagt:

    Hm, stimmt ja alles zu einem grossen Teil, aber ich kann mich erinnern, dass der Schreiber damals ganz böse gegen den Kosmos gelästert hat, der sich getraute, einen neuen Akzent zu setzen im Quartier – und das auch noch auf kommerzieller Basis, ui! So hat wohl jeder sein Gärtchen-Denken.

  • Julian Hoegger sagt:

    Ich fühle mich ertappt.

  • Franz Treidler sagt:

    Züri isch im Fall voll Scheisse!

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    mir gehts genau umgekehrt. als – sorry-sorry-sorry! – gebürtiger stadtzürcher, (worauf ich alles andere als stolz bin….), bin ich auf’s land gezogen und motze nun über die stadt. 🙂

  • doris sagt:

    In „meinem“ Kreis 6 in Zürich-Oberstrass lebe ich in einer ruhigen Wohngegend mit Gärten. Wir grüssen uns im Quartier, leben gut mit den Nachbarn. Und wenn wir in die City gehen sagen wir: „Wir gehen in die Stadt“. Wenn ich in meinen Heimatort in AG gehe, sehe ich uniforme Blocklandschaften, EFH’s mit Hecken und Rasenmäherrobotern, Steingärten, Kreisel, zuhauf Nail-Studios und Kebab-Buden. Ich finde dort einfach nicht die Vielfalt, die mir in Zürich so gefällt.

  • Roman Günter sagt:

    In Zürich gibt es an fast jeder Ecke einen Brunnen, an jeder zweiten Ecke ein Bänkchen und immer wieder ein offenes Plätzchen. An jeder dritten Ecke kann ich gleichzeitig Durst löschen und Hunger stillen. Nur schon etwas ausserhalb der Stadt stosse ich auf die Wüste pur. Hecken, Gartenhag, geschlossene Beizen und weder Schatten- noch sonstig Ruheplätze. Man kann dort einfach und anonym verdursten und verhungern. Hab’s erst vor Kurzem wieder versucht – und bleibe glücklich in der Stadt, auch wenn sie regelmässig von den Agglos versaut wird.

    • tina sagt:

      genau. und dann diese ablehnungshaltung zürchern gegenüber. was soll ich auf dem land? ich kann ja auch nach schwammendingen oder auf den schlierenberg ;-).
      warum muss man raus hier? alle anderen wollen hier rein. sollen sie doch. aber einfach mal nicht mehr nörgeln wäre doch schön.

      • B. Müller sagt:

        Tina, Sie scheinen mir eine tolle „Zürcherin“ zu sein…. Schwamendingen schreibt man übrigens mit einem „M“, und das wissen sowohl Stadtzürcher, als auch Agglos. Aber wenn man aus dem Aargau kommt, hat man das in der Kreis 3, 4, 5- Bubble wohl noch nicht mitgekriegt. Schwamendingen war bis vor kurzem übrigens auch noch ein Stadtteil, der authentisch war. bis man auch dort begann, Wohnungen für Aargauer und Innerschweizer zu bauen…. Gute Nacht Zürich, schön war’s mit Dir…

      • tina sagt:

        ja siehst du, und ich sage: du kannst nur ein agglo sein, wenn du ein m zuviel als anlass nimmst zu jammermotznörgeln

  • adam gretener sagt:

    Ich war auch so einer, der jeweils über ein Jahr lang nicht aus seinem Kreis gegangen ist. Und wenn ich beruflich mal nach Örlikon musste, dann war das für mich wie als Jude nach Gaza zu gehen. Oder umgekehrt.

    Aber darum gleich aufs Dorf ziehen? Gott behüte. Ich war mal an einer Klassen-Zusammenkunft. Im Singsaal der Schule. Mit all den Nasen, weshalb ich mit 16 ausgebrochen bin. Haus neben den Eltern gebaut. Der 30jährige Platz in der Badi wird als Eigentum betrachtet und wehe jemand sitzt da, dann geht man gleich wieder.

    Die ehemalige Dorfschlampe gibt katholischen Unterricht. Man trifft sich in FB-Gruppen mit Namen wie „Du bisch än Schliniker wänn…“ und man hasst die Nachbargemeinde immer noch gleich stark und nach dem Grümpi geht die Hälfte mit Kreuzbandriss nach Hause.

    • Réda El Arbi sagt:

      Niemand sagt, dass du zurück musst. Aber mal raus aus dem Ghetto.

    • Sportpapi sagt:

      Immerhin gibt es Grümpis und Turnerchränzlis und alle möglichen sonstigen Hundsverlocheten. Und man kennt, wen man trifft.
      Aber ich verstehe die Leute, die es lieber anonymer haben.

    • Andy sagt:

      Warum gleich die „Schliniker“ Lehrerin für katholischen Unterricht als „ehemalige Dorfschlampe“ outen? Nicht sehr freundlich:-)

      • adam gretener sagt:

        Bin ja auch in einem Nachbardorf aufgewachsen. So blöd bin ich dann doch nicht, und die ist auch keine Lehrerin, sondern macht das freiwillig. Und das mit der Dorfschlampe war eine andere. Und welchen Jahrgang ich habe weisst Du auch nicht. Willkommen im Internet.

        • Andy sagt:

          Herr Gretener: Das glaube ich Ihnen sofort, nur dass so ein Post troztdem die „Schliniker“ Unterrichtsperson als theoretische Dorfschlampe hinstellt. Daher bleibe ich dabei, freundlich wäre anders…

      • Philipp M. Rittermann sagt:

        auch das statement von adam zeigt mir halt wieder die typische überheblichkeit gewisser stadt-zürcher auf. o.k. akzeptiert. aber man braucht sich dann halt nicht wirklich zu wundern, dass man beim „rest…“ der schweiz so nicht sonderlich gut ankommt.

        • adam gretener sagt:

          Wenn ich mich wieder mal auf Safari wage und einen Ausflug aufs Land mache, nicht ohne mich vorher gegen Malaria zu impfen, is‘ ja klar. Dann habe ich immer ein paar Dörrfrüchte im Sack und zeichne Eingeborene mit dem Bleistift ab der Bushaltestelle in mein Notizbuch. Und versuche Kontakt aufzunehmen. Den Roman „Gorillas in the mist“ auf meinem Schoss liegend. Grillen zirpen im Hintergrund.

  • Marc sagt:

    😉 dafür haben wir Badener immer was zur Belustigung

  • Bruno Baumann sagt:

    Im Gegenteil, lieber Herr El Arbi, ich gehe sehr gerne in die von Ihnen genannten Orte. Dies stützt dann jeweils mein Selbstverständnis als überlegener Kreis 5-Bewohner. Dabei helfen der überbordende Autoverkehr durch die Dörfer, die lustigen Kreisel-Kunstwerke, die hirnlose Zersiedelung mit Billigarchitektur, die SVP-Plakate und das Wissen um die Übermacht dieser Partei in den Gemeinderäten und in den Köpfen der Einfamilienhausbewohner. Anschliessend gehe ich jeweils zurück und zische zufrieden auf der Josefwiese ein Bierchen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

    • Réda El Arbi sagt:

      Hihi, Sie hören sich an, wie ein SVP-Wähler, der in den Ferien rausfindet, dass die Züge woanders nicht so pünktlich sind. Im Ernst: Vorurteile sind übel, so ganz allgemein.

      • Bruno Baumann sagt:

        Ja. wenn’s denn Vorurteile wären… Wohl eher eine überspitzte Darstellung der Realität, so wie auch Ihr Text 😉

      • Lichtblau sagt:

        Da wir treuen Stadtblog-Leser wissen, wo des Autors Haus wohnt: Das ist ja mitnichten Agglo, sondern ein idyllisches Städtchen am Fluss. Agglo stell ich mir eben genau so vor wie von Bruno Baumann beschrieben – grausam schon allein fürs Auge. Rüschlikon gehört eher nicht dazu.

  • Egon Egici sagt:

    und wer jetzt aus seiner blase raus aufs land gezogen ist und nun über die stadtbewohner herzieht ist dann besser? ebe.

  • Lala sagt:

    Fairerweise sollte man sagen, dass dieses Phänomen beidseitig existiert.

    Ich kenne über 3X jährige aus Muri AG die noch nie in Zürich waren und da auch nie hin wollen, weil sie „Zürich nicht mögen“.
    Das ist zwar nicht wirklich Agglo sondern ein Provinzstädtchen aber erschreckend fand ich es allemal.

    • geezer sagt:

      das kenne ich auch. als ich damals vor 25 jahren in der stifti am wochenende nach zürich in den ausgang ging, konnten es die arbeitskollegen fast nicht glauben. eine weltreise in eine andere welt war das für sie (max. 30 min fahrzeit mit dem auto)! damals habe ich schnell gemerkt, dass ich sobald wie möglich raus aus der ‚provinz‘ möchte….:-) und ich muss sagen, es gefällt mir immer noch sehr gut im schönen züri!

  • Sportpapi sagt:

    Hm. Allerdings haben wir es in der Agglo ja genau gleich. Wer will schon Städter sein, wenn er auch Landleben haben kann. Und trotzdem gleich schnell oder schneller im Stadtzentrum ist als die meisten Stadtzürcher.

  • michi sagt:

    Das ist natürlich sehr amüsant und teilweise auch zutreffend auf eine gewohnt überspitzte Art. Aber gleichzeitig gibt es in genannten Gegenden vor den Toren der Stadt auch Unmengen von Menschen, die ihre Nase rümpfen über alles was irgendwie nach Urbanität klingt. Gleichzeitig aber zum shoppen nach Dubai fliegen. Borniertheit beschränkt sich nicht unbedingt auf eine Wohngegend, alle haben aber immer das Gefühl, ihr Leben sei eben das Nonplusultra und die Anderen haben alle keine Ahnung.

  • Martin Frey sagt:

    Haha, brilliant auf den Punkt gebracht, Herr El Arbi. 😀
    Ergänzend höchstens noch, dass man dann irgendwie auch mit dem FCZ mitfiebert weil man das in den 800X Stadtkreisen so tut. Der mühsam verborgene Dialekt aus irgendwelchen Ecken der Schweiz fällt dann weniger auf…..

    • Lichtblau sagt:

      Der Dialekt fällt dann auf, wenn einem die „Auswärtigen“ spontan eine Nachricht in Dialekt zukommen lassen – da wird dann i zu e und u zu o. Das hat aber auch etwas Rührendes, Heimeliges. Selbst als immer schon in Zürich Wohnende finde ich die typische Zürischnurre unsympathisch.

      • Martin Frey sagt:

        „Selbst als immer schon in Zürich Wohnende finde ich die typische Zürischnurre unsympathisch.“
        Ich auch, obwohl ich selber ebenfalls lange in Zürich wohnte. Die klassische Zürischnurre ist nachgerade ein soziales Statement und wohl der hässlichste Dialekt der Schweiz.

        • Sportpapi sagt:

          Das ist schweizerdeutsch. Alles andere ist Dialekt…

        • tina sagt:

          mag sein, aber wenigstens klingt es nicht so arrogant wie baseltüütsch.
          ja, züri ist hässlich. zürcher sind hässlich. zürischnurre ist hässlich. und trotzdem sind sie alle hier, obwohl sie sich in die hässlichen öv zwängen müssen und hässliche gerüche einatmen dabei, täglich.

          • Lichtblau sagt:

            Züri ist ohne Frage wunderschön, gutaussehende Zürcher gibt‘s en masse – aber die typische Zürischnurre ist schrill und ordinär. Die gute Nachricht: Längst nicht jeder hier geborene Zürcher spricht so. Züridüütsch wird doch mehrheitlich in einer gemässigten Version gschnurret.

        • tina sagt:

          da kommen all die jammermotznörgler täglich hier her um über zürcher zu jammermotznörgeln und dann gehen sie heim, und denken, all die griesgrämigen jammermotzgesichter, all die unfreundlichen da, das seien zürcher. dabei sinds auch agglos und leiden nur so sehr, dass sie hier sein müssen.
          sie könnten einem ja alle leid tun, wenn sie nur nicht so dauerjammermotznörgerlig wären, dass einem die lust vergeht. und irgendwie seid ihr ja alle selberschuld.

          • Philipp M. Rittermann sagt:

            tja. tina. erkenntnis „wäre..“ der erste schritt zur besserung. ihr seid aber somit nicht nur überheblich, sondern auch noch stur. ich bezeichne züri ja mal gerne und gewollt widersprüchlich als „weltoffen-bünzlig.“

        • Sportpapi sagt:

          Das schönste Lied von Zürich hat ja sowieso ein Bündner gesungen: Zarli Carigiet. Aus dem gleichen Stück: https://www.youtube.com/watch?v=kMrvOFsGG4A

        • Martin Frey sagt:

          Ich liebe es nachgerade, wenn Leute mit jeder Faser ihres Körpers, mit jedem Wort die Klischees bestätigen helfen, die sie so tunlichst vermeiden möchten. Weil man einfach nicht aus der eigenen Haut kann.
          All die Abgrenzungspseudozürcher sind sowas das Gegenteil von dem, was sie doch so gerne wären. Irgendwie ein bisschen wie die grossen Paris/London/NYC: so urban, weltoffen, liberal, und grossstädtisch.
          Dabei geben sie sich doch so grosse Mühe, bis dahin, jeden Griesgram im Tram reflexartig als „Auswärtiger“, Aargauer, Jammermotznörgeler oder wasauchimmer abzuqualifizieren, ohne den Spiegel vor der eigenen Nase auch nur ansatzweise zu erkennen.
          Zürich als reinstes Seldwyla. Köstlich.

          • tina sagt:

            herr frey, da ich ja in dieser stadt wohne und darum auch leute kenne hier, kann ich sagen: die zürcher sind nicht so wie krampfhaft unterstellt wird. aber ich kenne ja auch die pendler. und die motzen nunmal über das fürchterliche züri und die langen gesichter im tram, ziehen aber selber die langen gesichter.
            zürcher verkaufen sich doch gar nicht als urban, im gegenteil.
            ja, ich finds auch amüsant: erst auf die zürcher zeigen und jammern, und wenn man dann belustigt darauf reagiert, wird behauptet, man würde das klischee untermauern. tja, jammert eben weiter, uns hier kanns imfall sowas von egal sein. und wenn das für dich ein beweis für arroganz ist: bisschen schizo mein guter. viel spass beim jammern weiterhin

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