Partyzone Allmend?

Auf dem Land sind Partys unter freiem Himmel kein Problem. In Zürich unmöglich. Wäre die Allmend eine Lösung?
In Zürich kaum zu realisieren: Open Air Partys

In Zürich kaum zu realisieren: Open Air Partys

Am Samstag haben sich ein paar städtische Veranstalter um Phil Lutz nach Pfäffikon im Oberland aufgemacht, um eine Tagesparty unter freiem Himmel auszurichten. Die Feier wurde von den dortigen Behörden problemlos bewilligt und hat von 14 Uhr bis 4 Uhr in der Früh gedauert.

Lutz ist vor dem Anlass der Plattform zueriost.ch Red und Antwort gestanden: «Auf dem Gebiet der Stadt Zürich ist es praktisch unmöglich, einen solchen Event zu organisieren. Es ist schwierig, an eine Bewilligung zu kommen, um unter freiem Himmel eine Party durchzuführen. Ausserdem sind die schöneren Plätze, etwa am Seeufer, kaum buchbar oder bereits mit Traditionsevents belegt».

Outdoor-Partys auf städtischem Grund können weiterhin nur mit einer Jugendbewilligung veranstaltet werden. Der Antragsteller darf nicht älter als 25 Jahre alt sein und die Teilnehmendenzahl 400 Personen nicht übersteigen. Alle anderen haben die Nachtruhe um 22 Uhr (im Sommer freitags und samstags um 23 Uhr) einzuhalten. Lutz liegt also richtig, wenn er sagt, dass eine Party wie seine in Zürich nicht durchführbar sei.

Die Allmend Brunau war Jahrhunderte lang ein Waffenplatz und steht der Bevölkerung erst seit 1987 zur freien Benutzung zur Verfügung. Geballert und geböllert wird zwar nicht mehr, ein Hort zur inneren Einkehr ist die Allmend trotzdem nicht: Spätestens mit der Eröffnung des Üetlibergtunnels wird das riesige Gelände von der Autobahn dominiert.

Die ursprünglich von der Stadt Zürich formulierte Leitidee, das Areal soll der Bevölkerung als Naherholungsraum dienen, ist Wunsch geblieben: Die Züricherinnen und Zürcher haben mit dem See, den zwei Flüssen und dem Albis genügend Orte für Musse ohne freie Sicht auf den unablässig brummenden Transitverkehr. Nachts ist die Allmend menschenleer, tagsüber wird sie von verstreuen Spaziergängern, Fahrradfahrern und Joggern genutzt.

Die Allmend würde sich perfekt zur Einrichtung einzelner Eventzonen eignen. Die abwechslungsreiche Topographie bietet genügend Fläche, auf der Partys organisiert werden können. Ohne Schlafsuchende durch Lärmemissionen zu stören. Zwar besteht ein Grossteil der Allmend aus schützenswerter Natur, aber es bleibt genügend Raum übrig, um mehrere Events gleichzeitig auszurichten. Das Areal ist mit (befahrbaren) Wegen gut erschlossen, polizeiliche Kontrollen wären problemlos durchführbar.

Die Stadtverwaltung würde mit der Einrichtungen solcher Zonen auf der Allmend den illegalen Outdoor-Partys entgegenwirken. Sie würde der Bevölkerung die Möglichkeit eröffnen, ihrem Bedürfnis nach Feiern unter dem sommerlichen Sternenzelt nachzukommen. Sie würde dafür sorgen, dass die Allmend doch noch zu einem Gebiet wird, das die Städterinnen und Städter nutzen. Sie würde die Innenstadt an den Sommerwochenenden entlasten. Und nicht zuletzt: Sie könnte die ewige Diskussion um Bewilligungen für Outdoor-Partys mit einem Schlag beenden.

18 Kommentare zu «Partyzone Allmend?»

  • hercule poirot sagt:

    hoffentlich bleibt das auch so mit der Allmend! es reicht langsam, dass die städter meinen, die natur sei nur als kulisse zu ihrem vergnügen gemacht!
    das bankenviertel ist in den nächten und an den wochenende so gut wie ausgestorben, macht doch euren mais dort!
    haben sie alle, die hier dafür sind, dass auch die allmend dem götzen der neuzeit «party» geopfert wird, schon mal so einen ort nachher aufgeräumt? ich schon! überall müll, dreck, kotze, scheisse und bis zum nächsten gewitter stinken alle wiesen und waldränder nach urin! (wobei noch zu erwähnen wäre, dass menschliche ausscheidungen für tiere gefährlich sind). nicht zu reden von scherben im gras…
    kann man eigentlich mit seinem leben echt nichts mehr anderes machen, als 5 tage arbeiten und die 2 freien tage party?

    • Alex Flach sagt:

      Ich denke nicht, dass sie in der Position sind für ALLE Städter zu sprechen und die Allmend gehört allen Städtern. Und das mit dem Müll, dem Dreck, der Kotze… lieber Meisterdetektiv… Ihre Aussage mit Unwahrheiten zu stützen schadet ihr mehr, als dass es ihr nützt. Zudem zeugt es auch von Kleingeisterei, wenn man anderen vorschreiben möchte, wie sie ihr Leben zu führen haben. Es ist ein freies Land. Wenn jemand seine Freizeit am liebsten mit Party verbringt, dann darf er das auch. Ohne dass sie auch nur das geringste Recht haben, ihn dafür zu kritisieren.

  • Claude Fontana sagt:

    Tanzen in der Hundescheisse….holla-diladio, gibt beim Raven stinkende Kreise holla-diladio.

  • Christian Scherrer sagt:

    Ach Flach, wieso können Sie eine Grünfläche nicht einfach eine Grünfläche sein lassen? Wieso muss man alles nutzen? Noch dazu kommerziell? Wissen Sie nicht, dass eine Naturfläche, auf der Partys stattfinden, nachher wüst und leblos ist? Da draussen leben Viecher, und die Allmend ist ihr Lebensraum, auch und gerade nächtens. Hey, auf der Allmend gibt’s noch echte Natur, keinen Rollrasen wie am See. Und das soll bitte so bleiben. Die Sau rauslassen soll der Mensch im Siedlungsraum. In der Bar, in der Halle. Gut isoliert, ist das kein Problem.

  • tststs sagt:

    „Es ist schwierig, an eine Bewilligung zu kommen, um unter freiem Himmel eine Party durchzuführen.“
    Bald jeder Platz hat sein eigenes Sommerfest und jedes GZ sein eigenes Open-Air. Deren Bewilligungen werden doch nicht etwa nur von u25-jährigen eingeholt?

    Bitte nicht missverstehen, selbstverständlich herrscht Regulierungswahn… aber zu behaupten, man könne keine (kaum mehr) Openair-Parties in der Stadt organisieren und durchführen ist jetzt doch Mötzlen auf sehr hohem Niveau.

    (Und ganz persönlich bin ich gar nicht so unglücklich, dass dieses Fleckchen nicht ganzjährig freigegeben wird.)

    • Alex Flach sagt:

      Klar gibt es viele Platz- und Strassenfeste. Mit Ständen, einzelnen Konzerten, etc. Das ist aber, schon alleine bezüglich Lautstärke und damit Sensibilität für Anwohner, ein ganz anderes paar Schuhe. Die Allmend ist für Partys nicht „nicht ganzjährig“ freigegeben sondern gar nie.

      • tststs sagt:

        „bezüglich Lautstärke und damit Sensibilität für Anwohner“ Dieser Punkt ist mir nicht ganz klar…
        Sprechen Sie das generelle „Problem“ an, dass es in der Züri-City keine freien Plätze (mehr) gibt, wo man bis spätnachts outdoor Party machen kann ohne irgendwelche Anwohner zu stören?

        Sorry, das mit dem „ganzjährig“ war etwas unglücklich ausgedrückt… es ging mir darum, dass ich es ganz ok finde, dass auf diesem „Platz“ keine Parties erlaubt werden (wenn dann dem überhaupt so ist), sondern dass es quasi ein „Tagesplatz“ bleibt (und in der Nacht Ruhe ist… das war mit „ganzjährig“ gemeint…)

        Aber – und das meine ich ernst! – beim Albisgüetli gingen Outdoorparties recht gut…

        • Alex Flach sagt:

          Es gibt nicht keine freien Plätze wo man bis spätnachts Outdoorparty machen kann, es gibt keine Plätze. Sie sind verboten. Um 23 Uhr ist Schluss. Das ist das Kernthema des Beitrags. Clubmusik braucht 100db mindestens. Darunter tanzen die Leute nicht. Singer/Songwriter-Konzerte brauchen viel weniger um bei ihrem Publikum anzukommen und sind zudem viel weniger basslastig. Auf der Allmend sind tatsächlich keine Partys erlaubt. Warum muss auf der Allmend Ruhe sein in der Nacht? Keine Anwohner und die Autobahn zwischen Allmend und der Stadt Es wäre der perfekte Ort für Outdoorpartys.

          • Rahel Affolter sagt:

            Vielleicht könnte da in der Nacht Ruhe sein, weil da auch Tiere leben.
            Und die sollten doch irgendwie auch noch leben können, oder?

          • hercule poirot sagt:

            herr flach, sie haben wirklich jeglichen bezug zu normalem leben und der tatsache, dass auch andere lebewesen – wie z.b. tiere – ein recht auf lebensraum haben, verloren. für sie scheinen party und hohe dezibel-werte schon zu einer ersatzreligion geworden zu sein.
            eine stadt ist an sich schon laut. das weiss man, wenn man in der stadt lebt, aber deswegen muss die natur nicht zur kulisse für «party» genannte massenbesäufnisse herhalten. wir menschen haben schon sehr viel natur zerstört und das da noch eine autobahn durchgeht, gibt uns nicht die legitimation, noch den verbliebenen rest zur sau zu machen. tiere können viel besser mit verkehr umgehen, als wir meinen. aber mit dem was menschen während einer party von sich geben – nicht! das ist oft genug sogar für menschen zuviel!

            • Alex Flach sagt:

              Keine Ahnung woher sie Ihre Feindseligkeit gegenüber feiernden Menschen haben… auch nicht, was am Feiern schlecht sein soll. Eine Stadt hat nun mal ihre Emissionen, sei es nun bezüglich Lärm, Geruch oder Licht. Da ist es doch gut, wenn die Leute nicht aufs Land rausfahren um DA Party zu machen sondern auf Stadtgebiet bleiben. Aber genau das tun sie aktuell weil sie in der Stadt (beispielsweise auf der Allmend) keine Möglichkeit dazu haben. Wenn ihnen das lieber ist… verbieten können sie’s ihnen nicht. Also schauen wir doch alle, dass es auf Stadtgebiet bleibt, wo die Emissionen eh schon hoch sind.

  • Peter Bollhalder sagt:

    Ich habe keine Ahnung wieso Sie schreiben, dass die Allmend nicht als Naherholungszone genutzt wird. Der Autobahnlärm nimmt man fast nicht wahr und des weiteren empfinde ich es als erholend wenn gewisse Grünflächen nicht so überloffen sind wie das Seebecken. Eine weiterere Frage stellt sich mir noch, wieso benötigt die Stadt eine Fläche für kommerziell betriebene Outdoor-Partys, welche von bekannten Clubs oder Veranstalter getragen werden?
    Die einzige mir plausibel erscheinende Antwort lautet, dass die Clubs und Veranstalter ihr Sommerloch stopfen wollen.

    • Alex Flach sagt:

      „Nicht überlaufen“ ist bei einer Anwohnerzahl von 400’000 Stadtbewohnern eine ziemliche Übertreibung. Mit dominiert meine ich nicht nur den Lärm sondern auch, dass die Autobahn die Allmend seit dem Bau des Üetlibertunnels mittendurchschneidet und von „kommerziell betriebenen Outdoorpartys von bekannten Clubs“ habe ich… moment… ich gucke nochmal… nicht mit einem Wort etwas gesagt.

  • Müller sagt:

    offensichtliches Bedürfnis der hier lebenden Stadt Zürcherinnen und Zürcher? Wie wurde diese Aussage statistisch gemessen (prozentual)? Ich denke mal einfach so, dass bei 94.5 Prozent der Stadt-Zürcherinnen und Stadt Züricher dieses Bedürfnis gar nicht vorhanden ist. Jene von auswärts sollen dies ja bei sich selber machen. Aber ja, es braucht natürlich noch mehr Events, die dann vermutlich auch wieder so organisiert werden, dass ein Eintritt 30 Franken, eine Coca Cola 7 Franken und ein Bier 10 Franken kostet. Und dreimal darf man natürlich raten, aus welcher Ecke diese „Events“ kommen werden.

    • Alex Flach sagt:

      Da die Stadt die Regeln für diese Zonen machen würde, wäre es bei ihr zu bestimmen, wer diese Partys ausrichten kann. Dass es ein Bedürfnis für einen Teil der Bevölkerung ist kann man daran ablesen, wie gross der Zulauf bei diesen Partys ist. An der Rakete auf dem Horn in Richterswil waren 6’000 Leute, an der Rakete Mythenquai über 5000, für die Horse Park-Terrazzza werden 8’000 erwartet. Und das sind nur drei von vielen Partys (illegalen auf Stadtgebiet und legalen im Umland).

    • Alex Flach sagt:

      Und Partys auf der Allmend wären zwar noch auf Stadtgebiet, aber dennoch abseits der Anwohnerschaft. Es würde das Stadtleben gar entlasten.

      • Müller sagt:

        okay, wenn wir nun die 8’000 ins Verhältnis setzen mit 200’000 (ich nehme jetzt mal einfach ein wenig von der ganzen Stadtbevölkerung mit Absicht weg, Kinder, nicht interessierte etc.) sind es somit 4 Prozent bezüglich offensichtlichem Bedürfnis 😉

        • Alex Flach sagt:

          🙂 …und damit hätten wir genau eine. Ausgehend von Deiner Berechnung würde die Street Parade, auch eine Outdoorparty, mit ihrer Million Teilnehmer dann 500% der Stadtbevölkerung abräumen.

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