Dann machen wir Barty!

Im heutigen Beitrag dieser städtischen Gebrauchsanleitung geht es um Liverpool, das Futur II, den Rittberger und den Ruché – vor allem aber geht es um eine neue, vegane Gratisdroge.

Diese junge Frau, hier im Einsatz an der Eiskunstlauf-EM 1975 in Kopenhagen, wo sie Zehnte wurde, hat etwas Grandioses erfunden, ohne dass sie dafür jemals anständig gewürdigt worden wäre: Ihr Name ist Karin Iten, ihre Erfindung die berühmte Biellmann-Piroutte. Foto: Keystone

Morgen gegen 17  Uhr wird fest­stehen, ob dies das geilbeste (Fall  1), das etwa sechst- oder siebtbeste (Fall  2) oder aber das allertristeste (Fall  3) Wo­chen­ende des ersten Halbjahrs 2018 geworden sein wird.

(Das war der Versuch einer Passivkonstruktion im Futur II, etwas vom Schwierigsten, was es in der deutschen Sprache gibt, eiskunstlaufmässig formuliert also ein vierfacher Rittberger, kombiniert mit doppeltem Salchow, gefolgt von einer Biellmann-Pirouette – die übrigens, was leider oft vergessen geht, gar nicht von Denise Biellmann, sondern von der eher unbekannten, 2010 verstorbenen Winterthurer Eisprinzessin Karin Iten erfunden worden ist, jedenfalls: Ich glaub, der Versuch ist misslungen, aber wir lassen das trotzdem so stehen; solange die Leserschaft rafft, um was es geht, ist alles okay.)

Das ist nicht pauschal oder sogar global gesprochen, es geht da allein um mich. Fall 1 tritt ein, wenn heute Abend der Liverpool FC gegen Real gewinnt (es müsste gar keine Demontage und nicht mal ein Eigengoal von Ramos sein, ich würde echt alles nehmen, selbst mit einem völlig unverdienten 1:0 durch ein Abseitstor von Salah könnte ich leben, nur bitte, bitte, bitte, lieber Gott, nicht nochmals ein Triumph dieser – ähm, nein, das darf glaub ich nicht hinschreiben – aus Madrid) und trotz Plastikunterlage morgen Nachmittag auch noch der FCZ gegen YB triumphiert (in dieser Partie wären mir korrekte Tore indes wichtig, YB hat nämlich meinen «maximum respect», wie sie in Jamaika zu sagen pflegen, die mag ich ganz gut leiden).

Fall  3 träte – logisch – in Kraft, wenn gleich beide «meine» Teams verlieren sollten. Fall  2 wiederum wäre die Folge der Fifty-fifty-Lösung, wobei ich jetzt grad («jetzt grad» meint die Entstehungszeit dieses Satzes gestern Freitagnachmittag um 13.53  Uhr) nicht einmal aufrichtig sagen könnte, mit welcher der beiden Niederlagen ich besser umzugehen wüsste.

Als notorischer Pessimist gehe ich aber sowieso davon aus, dass der Ruché, den ich morgen zur Bistecca Fiorentina trinken werde, den Frust lindern muss (was schade ist, da man diese rare Sorte aus dem Piemont, die erst seit den 70er-Jahren wieder intensiver kultiviert wird – auf grad mal 100 (!) Hektaren –, dezidiert zu fidelen Anlässen kredenzen sollte).

Was aber tun, wenn es gleichwohl anders endet? Dann machen wir Barty! Das sei, haben wir vernommen, ein heisser Partytrend aus Nordengland, bei dem man (oder eben: die Barty-People) im Augenblick der überschäumenden Freude nicht ausflippe, komasaufe, lostanze, wildfremde Bürger ablecke usw., sondern sich verhaltensunauffällig an einen Bartresen hocke, äusserlich regungslos und schweigsam ein Getränk konsumiere und dabei die im Innern tobenden und wogenden Emotionen zu kontrollieren versuche.

Wer dies schaffe, so der Kumpel, der davon berichtete, erlebe nach circa  15  Minuten ein Rauschgefühl, wie es auf Erden kein zweites gebe: «Eine krasse neue Droge, for free und vegan, das musst du unbedingt deinen Lesern erzählen!» Was hiermit getan wäre.

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