Fundis auf dem Vormarsch

Abwertende Äusserungen, «Schwulenheiler», Psychoterror - fundamentalistische Christen sind gerade wieder im Kommen. Unser Autor wehrt sich gegen Heuchelei und Irreführung.
Was würde Jesus tun? Sicher würde er den Fundis in den Hintern treten.

Was würde Jesus tun? Sicher würde er den Fundis in den Hintern treten.

Nachdem ich letzte Woche einen absolut unkritischen Schwulst über ein unheimlich glückliches Paar im ICF habe lesen müssen (ob der Autor bei der immer wiederkehrenden Werbetrommel für den ICF Interessensbindungen hat?), kürzlich ein freikirchlicher Gemeinderat meinte, Schwule begehen Selbstmord, weil sie zuviel Analsex hätten und der Luzerner CVP-Politiker (Parteileitung) Christian Ineichen biologisch gegen die gesetzliche Gleichstellung (Ehe für Alle/Adoptionsrecht) von gleichgeschlechtlichen Paaren argumentierte, war dieses Wochenende ein freikirchlicher Schwulenheiler im Chesselhuus in Pfäffiken zu Gast. Das ist gerade ein wenig viel.

Um es vorweg zu nehmen: Ich hab nichts gegen religiöse Menschen. Ich zähle einige Pfarrer, deren Engagement ich sehr schätze, zu meinem Bekanntenkreis und hab selbst letztes Jahr als Atheist die Auffahrtspredigt in einer Aargauer Kirche halten dürfen.

Aber.

Es ist Zeit, dass jemand, selbst ein Atheist, wieder mal echte christliche Werte von Abwertung, Heuchelei und Mindfuck trennt.

Ich hab einige Erfahrung im Umgang mit christlichen Freikirchen in der Schweiz, ob als Journalist oder als Ansprechperson für Leute, die sich aus diesen Netzwerken lösen wollten. Natürlich sind nicht alle Freikirchen gleich. Es gibt selbst bei den freien Evangelikalen ganz vernünftige Leute. Aber eben nicht nur.

Beispiel ICF: Das erste Problem bei der Struktur des ICF ist, dass viele Exponenten «gar nicht Mitglied beim ICF» sind, sie leugnen den direkten Bezug. Sie nehmen nur an deren Veranstaltungen teil, organisieren mit und beteiligen sich an den Jesus-Bootcamps, den «Small Groups». In diesen werden neue Mitglieder von erfahrenen ICFlern in der rechten Lehre unterrichtet. Aber gerade beim ICF steckt unter dem poppigen Auftreten und dem lockeren Umgang sehr viel Abwertung, Ausgrenzung, extremer Gruppendruck und manchmal sogar Psychoterror. In diesen Kleingruppen wird nicht nur die reine Lehre vermittelt, sie dienen auch als Instrument zur Konditionierung und zur Einflussnahme.

Ist man zum Beispiel mit einem nichtgläubigen Partner zusammen, wird das nicht etwa angeprangert oder verurteilt. Nein, die Vorgehensweise ist viel perfider. Die Partner werden bemitleidet, man betet für die, die Christus noch nicht angenommen haben. Man macht dem Gruppenmitglied klar, dass die geliebte Person auf ewig verloren ist und in der Hölle schmort, wenn er/sie Christus nicht als Erlöser annimmt. Dem Druck, der dadurch aufgebaut wird, kann der oder die Betroffene nicht mal was entgegensetzen, weil er in der Maske der Fürsorge ankommt. Aber es besteht kein Zweifel: Ein Leben ohne die Gemeinschaft ist ein schlechtes Leben. Und das wird zur Hauptbotschaft. Der Druck wächst über Zeit, den Partner entweder in die Gemeinschaft zu holen, oder sich vor diesem gottlosen Leben zu schützen.

Gehts um Homosexualität, haben die Fundi-Christen dazugelernt. «Wir lehnen Homosexuelle nicht ab. Das ist eine Lüge», ist eines der Statements, die man hört, wenn man nachfragt. Mit dem könnte man sich zufriedengeben. Fragt man aber weiter, kommen Aussagen wie «Wir hassen nicht den Sünder, wir hassen die Sünde.»

Hm, was soll das denn genau heissen? Kurz: Nichtpraktizierende, bereuende Homosexuelle haben eine Chance, in den Himmel zu kommen. Schwule und Lesben, die ihre Liebe leben, sind Sünder, die noch nicht «gerettet» wurden und werden keinen Zugang zum Himmel erhalten. Wer sich nicht zu einem «nichtschwulen» Leben bekehren lässt, ist verloren. Sie dürfen nach ihrem Tod nicht neben Jesus am Tisch Platz nehmen, weil sie nicht sauber sind. Da fragt man sich doch, was Jesus dazu sagen würde.

Die Logik der Errettung durch Jesus geht in vielen Gemeinschaften, auch bei einzelnen Vertretern des ICF, soweit, dass niemand, der Jesus nicht als seinen Erretter annimmt, in ihren Himmel kommt. Also kambodschanische Kinder, die als kleine Buddhisten sterben – Zack. Hölle. Zugegebenermassen denken nicht viele der Freikirchler über die Konsequenzen ihres Glaubens nach. Die eigene Glückseligkeit und die Missionierung bzw. «Errettung» von Ungläubigen sind die wichtigsten Themen, über die man nachdenkt. Wenn überhaupt.

Aber wir wollen die Katholiken nicht zu kurz kommen lassen. Die haben in den letzten Jahrzehnten gelernt, dass es sich schmerzhaft in den Sonntagsgottesdiensten zeigt, wenn man sich allzu offensichtlich gegen die Entwicklung einer Gesellschaft stellt. Insofern argumentieren die wirklich reaktionären katholischpolitischen Kräfte nicht mehr mit Gott und dem Himmel, sondern mit «christlicher Leitkultur». So ist die antidemokratische Vorstellung, dass Menschen vor dem Gesetz nicht unabhängig von Religion, Geschlecht, sexueller Identität, sexueller Ausrichtung, Hautfarbe oder Herkunft gleich sind, der «Kultur» geschuldet.

Kurz: Heterosexuelle, weisse, christliche Männer waren hier schon immer bevorzugt. Das sollen sie auch in Zukunft bleiben, weil das ist normal! Einige versteigen sich sogar dazu, Wissenschaft für ihre kruden Ansichten zu bemühen. Wären wir früher dem wertkonservativen Weltbild dieser Frömmler gefolgt, wir hätten weder Frauenstimmrecht, Abtreibungsrecht oder eine Trennung von Kirche und Staat.

Also, nochmals:  Ich hab nichts gegen religiöse Menschen. Ich hab was gegen Abwertung, gegen Heuchelei, gegen psychischen Machtmissbrauch und gegen antidemokratische Tendenzen.

Glauben darf jeder, und vielen gibt der Glaube Trost, Kraft und Hoffnung. Aber mit der Religion ist es wie mit den eigenen Genitalien: Es ist privat, man drängt es nicht anderen Leuten auf und man zwingt Kinder nicht, sich damit anzufreunden.

Und alle Christen, die jetzt hier anmerken wollen, dass nicht alle so sind: Das weiss ich. Wenn Sie anerkennen, dass vor dem Gesetz (und vor ihrem Gott) alle Menschen mit allen Rechten gleichwertig sind, wenn sie akzeptieren, dass Religion nichts im Staat zu suchen hat, und wenn Sie sich damit abfinden, dass ihre Religion nur einer von vielen – vor dem Gesetz gleichwertigen – spirituellen Wegen zum Guten des Menschen ist, sind Sie nicht gemeint.

52 Kommentare zu «Fundis auf dem Vormarsch»

  • Hannes Schmid sagt:

    Gratulation zu diesem treffenden Text! Sie sprechen mir aus meinem (christlichen) Herzen…

  • Manuel Stalder sagt:

    Guter Text, und das sage ich selbst als gläubiger Mensch, der regelmässig in ICF-Gottesdienste geht. Nur die Pauschalisierung zu den „Smallgroups“ finde ich etwas schwach – denn der Autor war offensichtlich noch nie in einer solchen, verwendet Fakten „vom Hören sagen“. Zu den Smallgroups ist zu sagen: Es gibt eine riesige Vielfalt, in einigen scheint es so zu sein, wie Sie beschreiben. In meiner Smallgroup zumindest werden wir weder von ICF kontrolliert noch gibt es diesen Druck, den Sie beschreiben. Dass man sich mit Gleichgesinnten trifft unter der Woche um über den Alltag auszutauschen, für einander zu beten, einander zu ermutigen – das kennen viele Freikirchen. Und mir persönlich gibt es Kraft, solch enge Freunde zu haben, denen ich vertrauen kann.

  • Bebbi Fässler sagt:

    Pardon, wenn ein Sektenführer 12 Männer ums sich sammelt, inkl. dem Jünger den er Liebte, muss man sich Fragen stellen.
    .
    Fragen stellen muss man sich, warum die verheirateten Männer ihre Ehefrauen wegen eines Mannes verliessen.
    .
    Sarkasmus off

    • Matthias D. sagt:

      „Gehe hin und sammle 12 Jünger um dich.“ „Mach ich.“ Und schon am nächsten Tag hatte er seinen Auftrag erfüllt: „Hier sind die 12 – darf ich vorstellen: Sabine, Elsbeth, Karin, Yvonne, Erna, Susi, Mäuschen…“ Aber die Stimme sprach: „Ich meinte Jünger…“ „Was, noch jünger!“ (von Otto Waalkes)

  • Werner Guntli sagt:

    Obwohl ich in der Sache vermutlich zu etwa 95% die gleichen Ansichten habe wir Herr El Arbi, habe ich Mühe mit dem Tonfall, den Hr. El Arbi anschlägt. Ich würde das mal so formulieren: Rechthaberei kommt sogar dann unsympathisch rüber, wenn der Rechthaber recht hat. Warum beginnt man eine Diskussion, wenn man dann auf Einwände mit „gähn“ reagiert oder moniert, dass jemand seinen Namen falsch geschrieben hat. Wie kleinkariert ist denn so was? Mainstream zu vertreten ist ja nicht gerade eine Heldentat. Hinterfragen Sie mal Ihren rhetorischen Gestus, Hr. El Arbi. Sie können dabei nur gewinnen.

    • Réda El Arbi sagt:

      He! Ich hab jahrelang an meinem herablassenden rhetorischen Gestus gefeilt! Sowas kommt nicht von nix!

      Aber grundsätzlich ist mir ein direkter Angriff lieber, mit Flucheb, als subtile passiv-aggressive Kritik. Darauf reagiere ich dann eben mit Herablassung. PS: Den Namen des Angesprochenen sollte man richtig schreiben. Andere Tippfehler sind hingegen unwichtig.

  • SrdjanM sagt:

    Einverstanden, sehe ich eigentlich genauso.
    Jetzt meine Frage: wozu die Aufregungen und die Mühe?
    Wem soll dieser Text was bringen?
    Klar, sich mal klar und deutlich zu einem umstrittenen Thema äussern, das kann auch etwas Befreiendes sein.
    Aber die Erwähnten aus dem ersten Absatz wird dieser Artikel nicht erreichen. Sowieso, sehr wenige Menschen reagieren auf konfrontativ angebrachte Kritik. Wenn, dann auch wieder unversöhnlich und uneinsichtig.
    In der Kommentaren landen nur eigene Bekenntnisse und gegenseitige Vorwürfe (die Klassiker: „Sie Verstehen es nicht“ und „Sie/die Anderen aber auch“).
    Ich meinerseits, ziehe T. Roosevelts Taktik vor: „Speak softly and carry a big stick; you will go far“, ungefragt und ohne persönlichen Anlass äussere ich mich nicht zu solchen Themen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Irrtum. Ich kann die christlichen Fundis sowieso nicht erreichen. Egal mit was für Mitteln. Aber ich kann all die erreichen, die gerade mit ihnen zu tun bekommen, alle die, die die eigentlich ganz in Ordnung finden, ohne sich mehr mit ihnen auseinandergesetzt zu haben. Ich kann das Bild, dass so Artikel wie der aus der NZZ zeichnen, korrigieren.

      Mein Ziel ist es nicht, die Fundis zu erreichen oder zu ändern. Das ist bei Fundis per Definition nicht möglich. Aber ich kann alle erreichen, die durch sie in ihrer Freiheit oder in ihrer Integrität gefährdet sind.

  • Simon Bader sagt:

    ich habe anale Gelüste bei Weiblein und Männlein und lebe das auch ohne schlechtes Gewissen aus. Gleichzeitig glaube ich an Gott und an die ewige und immerwährende Liebe welche Jesus lehrt. Mit meinen Kindern bete ich jeden Abend und freue mich aber auf ihre kritischen Gedanken und Zweifel, hervorgerufen durch ihre Beobachtungen und Erfahrungen beim Heranwachsen.
    Liebe deinen Nächsten wie dich selbst und Vergib uns unsere Schuld wie wir unseren Schuldigern vergeben. Das ist mein Kredo.

  • Tom Maier sagt:

    Religion ist immer eine von Menschen organisierte Form des Glaubens, egal welche Konfesion oder Sekte.
    Und bislang habe ich keine Religion kennen gelernt in der die Führer dieser Gemeinschaft nicht die Macht die sie durch ihre Position und dem Glauben der Schäfchen bekommen aus- oder benutzten.

  • Alexander sagt:

    Lieber Herr Stübi, Sie verwenden so wenig von dem Potenzial, das Gott Ihnen in Ihrem Oberstübli geschenkt hat, dass er wahrscheinlich recht enttäuscht ist von Ihnen. Ich war als Kind und Teenager selbst ein Opfer der Fundis, Mindfuck par excellence. Wie froh bin ich, dass ich durch einen neuen Freundenkreis und ein Universitätsstudium den Mut und die Fähigkeit erlangt habe, meine bisherigen Überzeugungen in Frage zu stellen und meinen eigenen Glauben zu finden. Bei den Fundis sind allzu kritische Fragen tabu. Man ist nicht nur wissenschaftskritisch, man verteufelt Wissenschaft. Der Theologie-Student an der Uni folgt der Einladung Satans und bleibt nur im Glauben, wenn er stark genug ist. Nicht wahr, Herr Stübi? Ihnen würde ein solches Studium guttun. Stark genug scheinen Sie ja allemal.

  • Zufferey Marcel sagt:

    In unserer fragmentierten Gesellschaft tauchen längst tot geglaubte Geister plötzlich (?) wieder wie aus dem Nichts auf und verbreiten Unmut, Hass und Verdruss: Darunter fallen religiöse Kleriker aller Couleur, Rassisten, Nazis, Militaristen, Chauvinisten, etc. Identität, vor allem verstanden als Abgrenzung gegenüber „dem Anderen“ ist heute wieder hip. Ich ordne diese Entwicklungen u. a. als Gegenreaktion auf die z. T. genau so fanatisch daher kommenden Modernisten ein, die am Liebsten alles, was auch nur schon im Entferntesten nach Identität riecht, in einem postmodernen Säurebad auflösen würden. In letzter Zeit hat sich so eine Art von Gleichgewicht des Schreckens entwickelt und alle haben natürlich gleichermassen Recht. Das ist ein optimaler Nährboden für Fanatismus…

  • Tom Müller sagt:

    Bei einem Link (https://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/2017/12/19/hassprediger-ohne-bart/#comments) in diesem Beitrag habe ich folgenden Text des Schreibers gefunden: „Liebe Leser,ich schliesse hier die Kommentarfunktion, um gewissen fundamentalistischen Kommentatoren keine weitere Bühne zu geben.“ Da frage ich mich natürlich wie er das meint mit „offene, humanistische, empathische und soziale Gesellschaft“ für die Hr. El Arbi einsteht. Andersdenkenden einfach den Hahn zudrehen ist nicht demokratisch, dafür steht Hr. Al Arbi laut eigenen Angaben ebenfalls ein, sondern steht eher für eine diktatorische Form des Miteinander umgehen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ja, Sie vergessen zu erwähnen, dass dies nach zahlreicher, sichtbarer Wortwmeldung der Fundis war. Sie konnten sich über Gebühr äussern und dann war halt irgenwann fertig.

      BTW. Dies ist ein privatwirtsvhaftliches Medium. Ich muss weder Nazis noch anderen Extremisten, auch nicht religiösen, eine Plattform bieten.

      BTW: Sie schaffens ja nicht mal, meinen Namen zu buchstabieren.

      • juerg stuebi sagt:

        Ich finde es nicht nett jemanden anzugreifen der einen Namen 1x falsch geschrieben hat.

        Ich weiss es ist eklig anderen Leute Ihre eigene Fehler vorzuhalten, trotzdem schreibe ich hier etwas über Sie, Réda El Arbi.
        Wieso verhalten Sie sich nicht so wie Sie sich selbst oben beschrieben haben?
        Sie schreiben, Sie haben was gegen Leute die andere Abwerten, verhalten Sie sich nicht genau so?
        Ist das nicht auch Heuchelei, etwas was Sie laut Ihren Angaben auch verabscheuen? Es kommt dabei nicht auf die Menge an sondern, dass man es gemacht hat.

        Wer ist also Besser?
        Wo ist also der Unterschied, der von Ihnen beschriebenen Fundis zu Ihnen selbst?

        • Réda El Arbi sagt:

          Nun, ich beurteile Menschen nach ihrem Verhalten. Das heisst, jemand wählt sich selbst aus, fundamentalistischer Christ zu sein. Hingegen wählt sich der Mensch seine sexuelle Orientierung nicht aus. Das eine liegt in der eigenen Verantwortung, und man muss dafür geradestehen, das andere ist wie Haufarbe oder Geschlecht, nicht selbst gewählt.

          Dann: Auf Toleranz haben nur jene Gruppen Anspruch, die selbst diesen Ansatz wählen. Intolerante und Antidemokraten haben keinen Anspruch auf Toleranz, weil sie die Gemeinschaft als Ganzes in Gefahr bringen.
          Netter Versuch. Nochmals, diesmal mit Wirkung?

  • Hans Müller sagt:

    Never mind the facts: Der Anteil Konfessionsloser steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich an, der Anteil Evangelikaler in der Schweiz ist tiefer als der Anteil Muslime und wächst auch nicht stärker. Schwule sind in unserer Gesellschaft so anerkannt wie nie zuvor. Es mag ja sein, dass gewisse Evangelikane subtil und perfid missionieren, aber davon geht ja kaum eine Gefahr für die Gesellschaft aus. Ist natürlich um einiges weniger riskant wieder mal über dieses Thema zu schreiben als über die wirkliche langristige Bedrohung für die Gesellschaft. Der Heilsbringer der Evangelikaner ist immerhin ein toleranter Friedensbotschafter, was die Sache für die Fundis zum Glück schwierig macht. Es gibt da andere Religionsstifter mit weniger friedliebenden Botschaften. Schreib mal darüber! Viel Glück.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nevee mind the facts: Muslime gibts in der Schweiz 400 000, die meisten davon Säkulare. Evangelikale sind die am Schnellsten wachsende religiöse Ausrichtung, inzwischen mit eigenen Schulen, in denen im Extremfall Schöpfungslehre neben Evolution unterrichtet wird.

      • juerg stuebi sagt:

        Es gibt nun mal nichts was die Evolution beweisen würde. Was wäre z.B. der 1. Schritt der Evolution? Darauf gibt es keine Antwort die einem Evolutionisten gefallen würde. Also ist es sicherlich nicht schlecht einen Notnagel zu haben. Abgesehen davon ist es nicht wichtig wer wieviel Anhänger hat und wie schnell diese anwachsen. Die Wahrheit wird nicht von der demokratischen Mehrheit bestimmt. Übrigens auch nicht von den lautesten Anhängern.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ja, sorry. Mit Kreationisten und Evolutionsberleugnern streite ich mich nicht. Meine Frau, Evolutionsbiologin bei MaxPlanck würde Sie sowas von in die Ecke stellen. Aber ich weiss, dass Wissenschaft Sie nicht erreichen wird. Und tschüss.

          • juerg stuebi sagt:

            Auch Ihre Frau kocht nur mit Wasser! Ich wäre so was von Happy, wenn Ihre Frau Beweise für Ihre Wissenschaft hätte. Nebenbei wäre Ihr der Nobelpreis auf sicher.

            • Réda El Arbi sagt:

              Die Beweise finden Sie in jedem Biologiebuch an der Uni. Aber natürlich werden diese Sie nicht erreichen.

              Es ist übrigens schon etwas Zeit vergangen zwischen Darwins Theorie und der heutigen Biologie mit ihren empirischen Wissensstand. Im Gegensatz zu Religion arbeitet Wissenschaft mit Zweifel, Überprüfung, Weiterentwicklung und stetiger Anpassung des empirischen Wissens.

              • Matthias D. sagt:

                Diskussionen zwischen religiösen Dogmatikern und Anhängern der Wissenschaft bringen meistens nicht viel. Es sind unterschiedliche Methoden, Erkenntnisse zu gewinnen. Den empirischen wissenschaftlichen Ansatz hat Réda El Arbi kurz beschrieben. Bei den religiösen Dogmatikern steht hingegen alles in alten Büchern, da besteht kein Raum für Zweifel und Überprüfung; man „weiss“ ja schon alles.

            • Christine Kistler sagt:

              „Ihre Wissenschaft“? Ich bezweifle sehr stark, dass Frau El Arbi (falls sie so heisst) eine eigene Wissenschaft kreiert hat.
              Möchten Sie damit „meine Fakten – deine Fakten spielen“? Das erinnert sehr an Flat Earther…..
              Sie glauben etwas, das ist Ihr gutes Recht. Wissenschaftler beweisen etwas, zum Beispiel dass die Erde viel älter ist als die Bibel sagt. Falls denn richtig übersetzt wurde und alle Schriften gefunden wurden.

        • Hans Müller sagt:

          Sie haben auch keinerlei Beweise für die Existenz Gottes. Und selbst wenn es einen Gott geben sollte, haben Sie das gleiche Problem wie die Darwinisten: Wer hat den ersten Schritt getan, sprich: Woher kommt Gott und was hat er getan bevor er aus einer Laune heraus die Welt erschaffen hat? Sehen Sie, die Evolutionstheorie ist wenigstens konzis und kohärent, was man vom Kreationismus nicht behaupten kann.

      • Hans Müller sagt:

        1970 gab es ca 30,000 oder 35,000 Evangelikaner in der Schweiz. Muslime waren es ca 17,000. Heute sind es rund 250,000 Evangelikaner und sicher über 400,000 Muslime (aus irgendeinem Grund scheint das wieder mal niemand beim Bund so genau zu wissen). Man rechne die Wachstumsrate aus und dann wissen Sie was schneller wächst. Zur Säkularität der beiden Gruppen nur so viel: Fragen Sie mal beim Nachrichtendienst des Bundes nach, in welcher Gruppe es mehr gefährliche Fundamentalisten hat. Gefährlich im Sinn von bereit, im Namen ihres Glaubens Gewalt anzuwenden. Da ist mir ein „subtiles“ Beten für den Sünder und Fehlgeleiteten allemal lieber. Ich denke, in unserer aufgeklärten und pluralistischen Gesellschaft können Homosexuelle gut damit umgehen und diese Spinnereien schlicht ignorieren.

        • Réda El Arbi sagt:

          Nur kurz: Von den 400 000 „Muslimen“ sind der grösste Teil etwas so religiös wie ich. Ihre Eltern waren Muslime und so sind sie es, wie ich „Katholik“ bin. Bei Freikirchlern findet man aber keine Säkularen. Das widerspricht sich in sich. Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Wenn Sie alle Muslime in die Rechnung nehmen, müssten Sie sie mit allen Christen vergleichen, und nicht mit einer Auswahl an Sekten.

          Die Gefährder, die sie ansprechen, sind vorhanden und müssen angegangen werden. Aber ich werde deshalb nicht einfach die heuchlerischen, verbelndeten und abwertenden Freikirchler ohne Kritik davonkommen lassen. „Die Anderen haben auch…“ ist ein Kindergartenargument.

          • Gino Ramsch sagt:

            Nur kurz: Von den 400 000 „Muslimen“ sind der grösste Teil etwas so religiös wie ich. Ihre Eltern waren Muslime und so sind sie es, wie ich „Katholik“ bin.

            Leider gibt es viele Muslime die auch nach 2-3 Generationen in der CH immer noch im Mittelalter stehen. Sie geben es nicht offensichtlich zu, aber wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt merkt man schnell was sie über Frauenrechte, Schwule etc. Denken!
            Wie viele von den 400k so sind weiss ich natürlich nicht, habe aber den verdacht dass es doch einige sind…

            • Réda El Arbi sagt:

              Bauchgefühl?

              • Gino Ramsch sagt:

                Nein Erfahrung aus (zu wenigen) Begegnungen mit Muslimen. Mich würde es wirklich sehr interessieren ob dieses Bauchgefühl der realen situation entspricht. In den Medien liest man auch von Ehrenmorde etc. Habe Eber noch nie von einem Kat. Fundi gehört der ein Familienmitglieder killte weil er nicht nach seinem Standard lebte.
                Liegt da ein bias? Auch der Atheist Réda kommt mir wie eine weisse fliege vor!
                Mich würde es sehr interessieren ob ich durch zu viele Vorurteile belastet bin oder es doch der realen Situation entspricht.

          • Bebbi Fässler sagt:

            Gimo Ramsch
            .
            Im letzten Jahrtausend gab es Zeiten da wurden Reformierte im katholischen Obwalden auch Reformierte als Exoten betrachtet. Schlimmer noch, wenn diese religiösen Exoten ihrer Religion treublieben.
            .
            In Zürich wurden Katholiken auch als mittelalterliche Zeitgenossen betrachtet. Schlimm, wenn die auch in der dritten Generation dem Bischof und dem Papst treu blieben. Tapfer und Treu stiegen die Zahlen der Katholiken in Zürich immer höher und dann bauten die sogar eigene Häuser mit Minaretten, pardon, Kirchtürmen!

          • Hans Müller sagt:

            Mich interessiert nicht „der grösste Teil“, selbst wenn das stimmt, wovon ich nicht ausgehe, sonst gäbe es in der Schweiz nicht über 250 Moscheen und zig Imame. Mich interessiert nur die Radikalität der Fundis dieser Religionen. Und da kann ich mit der fundamentalistichen Religiosität der Freikirchler (auch dort sind nicht alle etrem) allemal besser leben als mit derjenigen der anderen Gruppe. Nicht ich bin es, der Äpfel mit Birnen vergleicht, sondern Sie sind es, die aus einem Nichtproblem eins konstruiert. Die Evangelikalen sind heute schlicht ein Nichtproblem und die Wahrscheinlichkeit ist sehr gross, dass sie es nie sein werden. Bei der anderen Gruppe gibt’s ein Problem. Schreiben Sie darüber! Schreiben Sie über die wahren Probleme, wenn Sie schon relevant sein wollen.

  • Diego de campo Verde sagt:

    Ich frage mich halt schon: Wie kann ein gebildeter Mensch im 2018 immer noch an einen Gott oder an sonst irgend so einen esoterisch übersinnlichen Blödsinn glauben! Mir tun vor allem die Kinder leid die in so einem Umfeld aufwachsen müssen.

    • juerg stuebi sagt:

      Das Problem in einem, laut Ihrem Gusto wohl, gebildetem Umfeld ist die Interpretation. Die Fakten sind überall dieselben, wenn man den die Fakten unverändert lässt. Die Interpretation ist meistens menschlich verändert. So hat Schliemann Troja entdeckt, weil er einfach dort gegraben hat wie es beschrieben ist. Jerichos Trümmer liegen so wie es beschrieben wurde und der Teich Bethesda mit seinen 5 Säulenhallen existierte und wurde gefunden obwohl die Gebildeten sagte Bethesda sei nur ein Sinnbild für irgendwas. Genauso wird weiter falsch interpretiert und verleugnet, obwohl die Fakten sich mit den biblischen Quellen decken. Wenn einer Ihrer Gebildeten, vielleicht Sie selbst, sich einen Fehler eingestehen würde, wäre die Welt vielleicht nicht mehr dieselbe.

      • Réda El Arbi sagt:

        Ach gähn. Ich bezweifle ja nicht mal die historische Existenz des Zimmermannes, ich zweifle auch nicht seine spirituelle Wirkkraft an.

        Ich zweifle nur das Gottesbild einer 6000 Jahre alten Kultur an. Und ich glaub nicht an ein anthropozentrsches Universum mit einer bösartigen, zynischen Gottesfigur.

        • juerg stuebi sagt:

          Grüezi Réda El Arbi, Ich habe eigentlich Diego de campo Verde geantwortet. Aber kann es sein dass Sie und Diego de campo Verde die genau gleichen eigenen Ansichten haben? Es ist Ihnen frei nur dass zu Glauben was Ihnen passt. Ich frage mich nur wer Ihnen was von bösartig & zynisch erzählt hat. Das ist vermutlich genau dass was ich mit Fakten & eigene Interpretation beschrieben habe.

          • Réda El Arbi sagt:

            Naja, ich hab halt das alte Testament gelesen, auf dem die Sittenlehre der Freikitchler beruht, auch wenn sie sich öffentlich meist auf das neue Testament berufen Und da auch nur auf die Stellen, die ihnen gerade passen.

            Man bringt einen Freikirchler übrigens immer in arge Verlegenheit, wenn man ihn fragt, auf welche biblische Schriftensammlung, auf welche Übersetzung bzw Deutung er sich beruft. Und warum diese « wahrer » ist als andere … Oder wenn man ihn fragt, ob der alttestamentarische Gott vor 2000 Jahren plötzlich eine Persönlichkeitsberänderung durchgemacht hat.

            • Andi sagt:

              Da wird aber sehr unbedarft über dogmatische und religionsgeschichtliche Themen schwadroniert. Die alttestamentliche „Sittenlehre“ ist eine Frage der Kultur. Es gibt keine Lehre und keine satzhafte Wahrheit im Christentum, man könnte sagen, ‚die Wahrheit ist eine Person‘. Das alte Testament ist narrativ und erzählt die progressive Offenbarung eines Gottes mit den Menschen, also eine Geschichte. Diese ändert sich schon innerhalb des alten Testaments gewaltig, da sich die Kultur, in der sich die Offenbarung Gottes manifestiert, laufend ändert. Die Übersetzungsfrage ändert übrigens relativ wenig am Inhalt.

              • Réda El Arbi sagt:

                Die Sittenlehre im Alten Testament ist nicht narrativ, sie ist auch nicht die OFfenbarung. Sie wurde von christlichen Gruppierungen durch alle Zeit immer repressiv ausgelegt und durchgesetzt.

                Die Übersetzungsfrage ist schon bei der ersten Übersetzung extrem relevant. Zum Beispiel ob Homosexualität eine eher leichte Abweichung – etwa wie Schalentiere essen – oder aber eine verdammungswürdige Sünde ist, ist von der Übersetzung abhängig.

                Dann haben wir noch die Selektion der Schriften, die ins Alte und Neue Testament Eingang gefunden haben. Wer aus welchen Gründen entschieden hat, welche Worte Gottes Wort sind und welche nicht.

      • Diego de campo Verde sagt:

        Ach Stuebi
        Ich kenne Euch mit eurer „Logik“ und „Interpretation“ sehr gut. Mein Mitlehrling seinerzeit war in einer Freikirche. Mind. einmal pro Woche sagte er zu mir ich sei vom Teufel besessen 🙂
        Seine Mutter hat sich im Religiösen Wahn erhängt, und seine Schwester ging vermtl. den gleichen Weg.
        Mit euch zu diskutieren hat absolut KEINEN Sinn! Als ich ihm z.Bsp. klarmachen wollte das die Erde leider älter als 6000 Jahre ist (Radiokarbonmethode), sagte er trocken zu mir: „Schau, es ist ganz einfach. Wenn du recht hättest, hätten wir unrecht, und das kann nicht sein!“
        Bäng! DAS ist eure Logik! Wie gesagt. Es ist verlorene Zeit mit euch zu Reden.

    • Bebbi Fässler sagt:

      Diego de campo Verde!
      .
      Wie können Menschen an den Sieg der eigenen Nationalmannschaft während einer WM glauben?
      .
      Schon Julius Cäsar, Kaiser der Preussen, pflegte zu sagen:
      .
      „Jeder soll nach seiner Facon selig werden!“
      .
      Er hiess nicht Julius, sondern Fritz oder Friedrich!

      • Diego de campo Verde sagt:

        Beim Fussball? Das frage ich mich bei unserer tatsächlich auch!
        Beim richtigen Sport, also Eishockey, dürfen wir uns wenigstens berechtigte Hoffnungen machen.
        🙂

        • Bebbi Fässler sagt:

          Ich glaube erst an den Sieg unserer Mannschaften nach dem Abpfiff in der Finalrunde.
          .
          Nein, für den Sieg unserer Mannschaft bete ich nicht, aber ich Fluche bei einer unnötigen Niederlage!

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    Ich habe fundamentalistische christliche Familien in der Nachbarschaft. Gemeinsam ist ihnen die Skrupellosigkeit beim Erringen persönlicher Vorteile.
    Sonntag die Hand im Gebetbuch, Wochentags die Hand auf dem Acker des Nachbarn.

    • juerg stuebi sagt:

      Wenn Sie das Verhalten dieser Nachbarn ärgert und das Verhalten nicht richtig ist, sollten Sie mal mit diese darüber sprechen.

  • Andy Mancher sagt:

    Religion ist es wie mit den eigenen Genitalien:
    Es ist privat, man drängt es nicht anderen Leuten auf

    Das Durchhalten hat sich gelohnt: Herr El Arbi is back!

    Danke!

  • Matthias sagt:

    Deine Frage, was Jesus dazu sagen würde, hat John Niven im grossartigen Buch «Second Coming» (deutsch: «Gott bewahre») ausführlich beantwortet: God loves fags!, und sein Sohn tut es auch.

  • Ralf Schrader sagt:

    Der religiöse Fundamentalismus ist nichts Religiöses oder Privates, es ist etwas Politisches. Der katholische Fundamentalismus begann mit dem Sieg der bürgerlichen Revolution über die feudalen Herrschaftsverhältnisse, welche u.a. den Papst als mächtigen Regierungschef aushebelte. Der Vatikan reagierte darauf mit dem 1. Konzil, dem Beginn des römischen Fundamentalismus.

    Das Evangelikale entstand zur gleichen Zeit in den USA, als die industrialisierten Städte die protestantische Landbevölkerung abhängte und die im Trotz einen Schritt rückwärts machten, genau wie der trotzige Papst in Rom.

    Immer wenn die Gesellschaft massiv im Umbau ist, werden fundamentale Gegenstrategien entworfen. So auch heute und nicht nur in den Kirchen.

    • Markus Saxer sagt:

      Nun ähm Herr Schrader, dass wäre eine, sagen wir sozialgeschichtliche Erklärung für die evangelikale Prägung des Christentums. Nur stimmt sie wohl so nicht. Theologiegeschichtlich ist der Fundamentalismus (evangelikal und Fundamentalist ist ursprünglich nicht dasselbe und die US Evangelicals kann man auch nur bedingt mit Evangelikalen in der Schweiz vergleichen) eine Reaktion auf die „moderne Theologie“ die auch schon wieder um die 120 Jahre als ist) und die v. a. von Rudolf Bultmann als Begründer und wohl bedeutendsten Vertreter entwickelt wurde. Vor allem wurde die Entmythologisierung vorangetrieben also die radikalen Infragestellung der Wunder und Auferstehungsgeschichten der Bibel.

    • Markus Saxer sagt:

      Teil 2
      Der Begriff Fundamentalismus geht auf eine Schriftenreihe „Fundamentals of the Truth“ also etwa „Fundamente oder Grundlage der Wahrheit“ zurück. Später
      kam in den 20er Jahren die „Chicago Erklärung“ zur Unfehlbarkeit der Schrift“ dazu. Also zunächst einmal eine theologische Auseinandersetzung. Es war natürlich auch nicht, wie Sie behaupten eine Bewegung abgehängter Landbewohner, sondern die evangelikale Bewegung entwickelte sich zunächst in akademischer urbaner Umgebung.

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