Netzfreiheit oder Tod!

Das sonst politisch so geeinte linksgrüne Kuschelbiotop ist sich beim Geldspielgesetz und Netzsperren uneins wie nie.
Das Web ist kein rechtsfreier Raum.

Das Web ist kein rechtsfreier Raum.

Ein Streit tobt im linksgrünen Zürich. Überzeugungen prallen mit Schlachtgeklirre aufeinander. Es geht um das Referendum zum Geldspielgesetz. Dieses soll mit Netzsperren unterbinden, dass die ausländische Pokermafia Onlinespiele in der Schweiz anbieten kann. Netzsperren sind technische Eingriffe, die verhindern, dass  diese Seiten aus der Schweiz erreichbar sind. Befürworter des Gesetzes sind in erster Linie die inländischen Glückspielabzocker und die Casinolobby.

«Du als Blogger und onlineaffiner Dauer-User müsstest doch gegen Netzsperren sein. Das ist doch Zensur!», meinen die Netzaktivisten unter meinen Bekannten.

Nun, nein. Ich bin für das Gesetz.

Nicht, weil ich Sympathien für die inländische Glückspiellobby hätte. Ich halte es grundsätzlich für ein Drecksgeschäft, wenn man die Hoffnungen der Menschen auspresst und daraus Profit zieht. Egal, ob beim Lotto oder bei anderen Glücksspielen. Aber die Schweizer Glücksspielanbieter sind wenigstens an der Kandare. Sie bezahlen den Schaden, den sie an der Gesellschaft anrichten, mit. Ein Teil der Gewinne fliesst in die AHV, ein Teil in den Lottofonds, von dem über Sport bis zu Kultur gemeinnützige Projekte finanziert werden. Sie müssen sich an Präventionsprojekten beteiligen und dürfen keine Süchtigen spielen lassen. Und natürlich zahlen sie Steuern.

Die ausländischen Spielbanken machen nichts dergleichen. Sie ziehen jährlich 250 000 000 – eine Viertelmilliarde! – Franken aus dem Land ab und hinterlassen kaputte Familien, verschuldete Familienväter, Frauen, Jugendliche und vor allem Süchtige. Und das, ohne einen Rappen Steuern zu zahlen oder sich sonstwie für die Gemeinschaft einzusetzen, aus der sie ihre Gewinne abziehen.

«Aber die Netzsperren nutzen nichts gegen Sucht! Die lassen sich durch ein paar Klicks umgehen!», werfen da meine Free-Webby-Freunde ein.

Hm.

Erstens: Entweder sind die Netzsperren böse, böse Zensur, machen das freie Internet kaputt und führen uns in eine finstere, digitale Diktatur – oder aber sie sind durch ein paar Klicks zu umgehen. Beides zusammen geht irgendwie nicht.

Zweitens: Neueinsteigern wird es etwas schwerer gemacht, ihren Lohn zu verzocken. Was Süchtige angeht, da wirkt die Sperre als Impulsbremse und Rückfallschwelle. Jeder Schritt, der mich weiter von meiner Sucht trennt, beinhaltet die Möglichkeit zur Besinnung. Jede Schwelle, die überwunden werden muss, um einen Rückfall zu bauen, kann Auslöser für ein Umdenken sein. In der Schweiz werden übrigens ungefähr 70 000 Menschen mit Spielproblemen geschätzt. Dazu kommen deren Familien.

«Aber die ausländischen Anbieter sind bereit, sich selbst zu regulieren!», kommt da als Argument.

Nun ja, wer ist denn genau bereit, sich selbst zu regulieren? Fünf oder sechs Anbieter? Und die anderen? Und was hätte man für eine Handhabe gegen einen Anbieter, der sein Geschäft aus dem Ausland betreibt? Keine. Jeder könnte von überall seine Spiele in der Schweiz anbieten, ohne dass das zu verhindern wär. Solange keine globale Regeln greifen, müssen sich die jeweiligen Gesellschaften selbst schützen.

«Das ist nur der erste Schritt, danach wollen alle Netzsperren, um zu zensieren oder ihre Geschäftsinteressen zu schützen! Ein Dammbruch!», führen dann besorgte Netzbürger an.

Glückspiele sind keine Meinung, sondern ein Geschäft mit einem serotoninausschüttenden Wohlfühlimpuls – also mit einer Droge. Sie fallen so nicht unter «Zensur», sondern unter Regulierung. Wie beim Alkohol. Viele haben Spass daran, trotzdem gelten Regeln, die die schlimmsten Auswüchse eindämmen.

Die Schweizer Bürger sind zudem keine Idioten. Sie können durchaus zwischen verschiedenen Sachgeschäften unterscheiden. Darum stimmen wir ja auch nicht über Netzsperren allgemein ab, sondern über eine ganz bestimmte Sachlage. Bei einer anderen Sachlage wären Netzsperren wahrscheinlich nicht angebracht. Aber darüber stimmen wir nicht ab.

Kurz: Das Web ist kein rechtsfreier Raum. Wer sich da bewegt, unterliegt gemeinschaftlichen Regeln. Netzsperren gehören zur Staatsgewalt wie andere technische Mittel, um unsere Gesetze durchzusetzen. Auch im Internet.

Und die vielbesungene Freiheit? Nun ja, die Freiheit des Einzelnen geht nur so weit, bis sie die Freiheit aller anderen verletzt. Sorry, Jungs.

PS: Die ausländische Spielemafia liess sich das Zustandekommen eines SCHWEIZER Referendums zudem nachweislich mindestens eine halbe Million kosten.  Und ich hasse es, wenn ausländische Firmen versuchen, unsere Demokratie zu kaufen.

33 Kommentare zu «Netzfreiheit oder Tod!»

  • Jennifer sagt:

    Hallo, Herr El Arbi, was ist los? Ich hab erst gedacht, wer schreibt denn da im Tagi, oder guck ich richtig, wie ich da vom „linksgrünen Kuschelbiotop“ las… Das ist nicht lustig.
    Jedenfalls finde ich die zunehmende Verbreitung von Casinos und Glücksspiel unsinnig und für gar nichts gut. Ich hege dafür überhaupt keine besonderen Sympathien, habe das nie interessant gefunden, auch nicht in Monte Carlo, und bin dafür, es einzuschränken und gesetzlich zu regeln. Glückspiel ist einfach ein lukrativer, sehr spezieller Wirtschaftszweig mit besonderer Klientel. Nicht empfehlenswert. All das Geld, was da verzockt wird, könnte woanders nützlich sein. Man spendet besser für streunende Katzen. Doch anscheinend bestehen manche darauf, jede Krankheit möglichst „frei“ ausleben zu dürfen.

  • Julian Hoegger sagt:

    Es geht letztlich um die Verhältnismässigkeit der Regulierung: Rechtfertigt der angestrebte Zweck, dass erstmals in der Schweiz providerseitig die Infrastuktur für Netzsperren geschaffen werden? Sie erkennen offensichtlich in einem freien Internet keine Wert an sich. Das sehe ich komplett anders. Sind die technischen Voraussetzungen für Zensur einmal geschaffen, werden die Begehrlichkeiten, diese für diverse Zwecke einzusetzen, enorm zunehmen. An Begründungen und interessierten Lobbyorganisationen (wie hier den Schweizer Casinos) wird es nicht mangeln. Und in den nächsten Fällen werden wir nicht mehr darüber abstimmen können, weil es auf Gesetzes- oder gar Verordnungsstufe geschehen wird. Die einmalige Chance, ein zensurfreies Internet zu bewahren sollte unbedingt wahrgenommen werden!

    • Réda El Arbi sagt:

      Die technischen Voraussetzungen für Netzsperren bestehen schon seit 10 Jahren. Und wir leben in einer Demokratie, wie man am Referendum über den Einsatz einer Netzsperre in einem ganz bestimmten Zusammenhang erkennen könnte.

      Und bitte, das freie Netz ist kein rechtsfreier Raum.

      • Julian Hoegger sagt:

        1. Die Internet-Provider in der Schweiz sind heute nicht verpflichtet, gewisse Internetseiten zu sperren. Mit dem Geldspielgesetz wird erstmal eine solche Sperrliste eingeführt. Die Provider werden dies umsetzen müssen, womit ab diesem Zeitpunkt erstmals die Infrastruktur für Netzsperren vorhanden sein wird.
        2. Ist der Präzedenzfall erstmal geschaffen, wird die Argumentation in Zukunft folgendermassen lauten: „Für Online-Casinos haben wir Netzsperren, warum nicht für (x-beliebiges Anliegen), wo das ja noch viel wichtiger wäre.“ Es wird künftig nicht in jedem Fall ein Referendum zustande kommen. Hinzu kommt ein Gewöhnungseffekt. Ausserdem ist es absehbar, dass künftig Gesetze die Kompetenz für Internetsperren an den Bundesrat delegieren werden, wo kein Referendum mehr möglich sein wird.

        • Réda El Arbi sagt:

          Es wird den Ablauf aller Gesetzgebung in der Schweiz nehmen, egal ob im virtuellen Raum oder im realen – demokratisch und rechtsstaatlich. Und genau das meine ich, wenn ich sage, das Web sei kein rechtsfreier Raum.

          Ein „freier Netz“ bedeutet nicht, dass man ohne Rücksicht auf die Gesellschaft oder auf den Schaden von Individuen alles machen kann. Freiheit bitte nicht mit Verantwortungslosigkeit verwechseln.

          Was den Rest angeht: Sie haben offenbar wirklich nicht das geringste Vertrauen in unsere Demokratie und in die Bevölkerung.

          • Julian Hoegger sagt:

            Illegale Aktivitäten im Internet werden und können verfolgt werden. Die Frage ist, ob jede Regulierung zusätzlich und präventiv mit Netzsperren durchgesetzt werden muss, wobei wir wieder beim Thema der Verhältnismässigkeit sind. Das Argument des angeblich „rechtsfreien Raums“, den man auf keinen Fall will, kann genauso gut zur Rechtfertigung einer chinesischen „Great Firewall“ und sämtlichen anderen Zensurmassnahmen herbeigezogen werden; es ist in dieser Pauschalität ein Nicht-Argument. Ihr Vertrauen in die Regierung und staatliche Institutionen scheint zudem grenzenlos zu sein. Eine für mein Dafürhalten gefährlich unkritische Haltung.

  • rudog sagt:

    Argumente betreffend Steuern sind auch immer so ein running gag. Casino Luzern AG als Beispiel bezahlt gerade mal 15 Steuern.

  • Fabian Hauser sagt:

    Danke für den Artikel. Ich sehe es ähnlich und würde noch folgende Ergänzungen anbringen: 1. Das von den Gegnern des Gesetzes jeweils angeführte „Paradebeispiel“ Dänemark verwendet im Online Bereich nichts Geringeres als Netzsperren (!!), um nicht lizenzierte Anbieter vom Markt fernzuhalten. 2.) Ich bin sehr für marktwirtschaftliche Strukturen. In einem freien Markt. Insofern wäre der Geldspielbereich völlig zu deregulieren. Das will aber glücklicherweise kein normaler Mensch. 3.) Wer hat ein Interesse am Scheitern des Gesetzes und finanziert das Referendum? Die ausländische Glückspielkonzerne. Ohne Gesetz können sie noch viele weitere Jahre am Status Quo festhalten und ohne Beitrag an die CH-Gesellschaft Profite einstreichen.

  • Jean François Tanda sagt:

    Die Schweizer Aufsichtsbehörde über Casinos – die eidgenössische Spielbankenkommission – hatte sich für ein Modell ausgesprochen, wonach sich Anbieter aus dem In- und Ausland um eine Online-Konzession bewerben dürfen sollen, nicht nur herkömmliche Schweizer Casinos. Ein Modell, wie es in Dänemark mit Erfolg gelebt wird.

    Auch eine Arbeitsgruppe des Bundesamtes für Justiz war gegen das nun gewählte Modell, weil es «sachlich nicht begründbar» neue in- und ausländische Anbieter diskriminiere.

    Doch das Parlament entschied sich gegen Marktwirtschaft und für eine komplette Abschottung des Schweizer Marktes. Das Lobbying der Casino-Branche hat sich gelohnt.

    https://www.srf.ch/news/wirtschaft/neues-geldspielgesetz-schweizer-casinos-knacken-online-jackpot

    • Réda El Arbi sagt:

      Und wie siehts mit denen aus, die keine Konzession beantragen? Die sind dann genauso zugänglich wie die, die ihren Anteil bezahlen.

      Marktwirtschaft ist so lange super, bis sie der Gesellschaft als Ganzes schadet. Und hier fliesst eine Viertel Milliarde steuerfrei aus der Schweiz ab. Ausländische Anbieter können ohne Probleme eine steuerbare Schweizer Gesellschaft gründen und von hier aus anbieten. Oder sie lassen es bleiben. Ist eigentlich egal.

      Aber nur mit der Netzsperre ist gewährleistet, dass sie Schweizer Gesetze einhalten. Sorry, gäll.

      • Karl sagt:

        Die grossen Anbieter, die den wesentlichem Teil ausmachen, werden eine Konzession beantragen und für Mehreinnahmen gegenüber heute sorgen (wohin diese Einnahmen genau fliessen bzw. die entsprechende Transparenz wäre ein wirklich spannendes Thema für den engagierten Investigativjournalismus). Wollen Sie z.B. ausländische Alkoholproduzenten bzw. Händler such vom Schweizer Markt susschliessen mit der genau gleichen Argumentation?

        • Réda El Arbi sagt:

          Die Zahlen SIND transparent. Und wenn die Anbieter, alle Anbieter, Steuern und Abgaben bezahlen, ist das ok.

          Das lässt sich aber bei virtuellen Angeboten nur mit Netzsperren durchsetzen, auch in Dänemark übrigens.

          PS: Alkoholschmuggler kommen in Gefängnis. Nur so.

          • Karl sagt:

            Ja, die kommen ins Gefängnis. Wenn nan sie erwischt. Sollten deshalb auch alle ausländischen Webshops gesperrt werden, weil man einige nicht erwischt beim nicht regelkonform deklarierten Versand in die Schweiz? Und dasselbe für Sneakers, Bücher und Reisebuchungen (hier gibts auch ausländische Seiten, die sich nicht an die Nicht-Weiterverrechnung von Kreditkartengebühren halten, wie dies Schweizer Anbieter tun müssen). Ihre Argumentation ist dogmatisch und ideologisch nachvollziehbar. Wenn sie in den 90er-Jahren erfolgt wäre. Wenn wir die Realität der Digitalisierung nicht erkennen und die Potenziale nicht nutzen, passiert dem Lotteriefonds dasselbe wie vor Jahren der CD-Industrie. Die Casino-Monopolisten, die den freien Markt natürlich nicht wollen, bereichern sich vorgängig noch schön.

            • Karl sagt:

              Übrigens: es geht den Gegnern des Gesetzes NICHT darum, den Markt nicht zu reglementieren. Sondern nur darum, dass der vorliegende Gesetzesvorschlag nicht erreicht, was scheinheilig als Grund vorgegaukelt wird. Deshalb muss man nochmals über die Bücher und ein Gesetz erarbeiten, welches Spieler tatsächlich schützt, den freien Markt zulässt und damjt Mehreinnahmen für AHV, Sport und Kultur ermöglicht. Aber nicht den garantierten Gewinn für privilegierte Halter beschränkter Lizenzen gesetzlich verankert.

              • Réda El Arbi sagt:

                Welche beschränkten Lizenzen?

                • Karl sagt:

                  Ihre Frage verstehe ich als ehrliche Frage und nicht als rhetorische. Sie scheinen tatsächlich nicht gut informiert. Das Gesetz sieht vor, dass nur Casinos mit einer Lizenz als physisch existierende Spielbank eine Konzession erhalten. Das bedeutet, sie sind beschränkt.
                  Ihre flammende Argumentation offenbart an mehreren Stellen Wissenslücken.. nochmals: es geht hier nicht um Gesetz oder nicht Gesetz. Es geht darum, das durch die Casinos durchgedrückte Gesetz mit protektionistischen Konsequenzen zur Überarbeitung zurückzuweisen.
                  Absatz 2 für Sie zur Lektüre:
                  https://www.bj.admin.ch/bj/de/home/wirtschaft/gesetzgebung/geldspielgesetz.html

                  • Reto Meier sagt:

                    Das physische vorhanden sein einer Spielbank zielt darauf ab, dass die Uhrheber auch physische Präsenz markieren müssen und damit einfacher zu kontrollieren sind. In dem Sinne sind die Lizenen nicht beschränkt sondern der Markt ist kontrolliert. Das ergibt Sinn und ja das ist Protektionismus, nämlich im positivem Sinne. Schutz vor Missbrauch durch die Betreiber.

                    • Karl sagt:

                      Sie bringen es auf den Punkt, genau darum geht es: Alte Welt gegen neue Welt. Aufwachen, Digitalisierung :)! Physisches Vorhandensein müssen wird in jeder Industrie zum Handicap..

  • tomster sagt:

    …bin hin- und hergerissen bezüglich dieser durchsetzung eines schweizer gesetzes mittels zensur (ja, für mich ist das zensur!) und ja, ich würde auch heroin und andere drogen leichter zugänglich machen und legalisieren (und nicht wie gemäss aktueller gesetzeslage bereits den alleinigen konsum zur straftat zu erklären!)…und ich werde den verdacht nicht los, dass weniger der schutz von spielsüchtigen, als vielmehr der schutz der heimischen casino-wirtschaft im vordergrund steht…und ob der zweck die mittel heiligt und somit sogar „unheilige allianzen“ rechtfertigt, bleibe dahingestellt…

  • rudog sagt:

    Auszug aus den Abstimmungsunterlagen für den 10. Juni 2018:

    Eine Studie, welche die Universität Bern im Auftrag
    des Bundesamtes für Justiz erstellt hat, schätzt das
    Ertragsvolumen des illegalen Online‑Geldspielmarkts in der
    Schweiz auf jährlich über 250 Mio….Die Neuerungen des Geldspielgesetzes machen Mehreinnahmen für solche Zwecke möglich, nach Schätzungen von Swisslos, dem grössten Anbieter im Schweizer Geldspielmarkt, mittelfristig jährlich bis zu 300 Mio.

    Dh. diese Abstimmung fördert das Geldspiel in der Schweiz zu einem Ertragsvolumen von ca. 600 Mio. Also 350 Mio mehr als heute. Dies ist aktive Förderung zum Geldspiel und potentieller Sucht. Und das alles weil sie keinen Plan haben wie die Löcher in der AHV/IV zu stopfen. Versuchts mal bei den Arbeitgebern. Klares NEIN

    • Réda El Arbi sagt:

      Ihre Rechnung vergisst, dass dieses Geld jetzt verspielt wird, einfach auf ausländosche Onlineseiten. Sorry.

      • rudog sagt:

        nö, es geht darum, dass das Ertragsvolumen sich verdoppeln wird mit der Gesetzesänderung. 250Mio = Ertragsvolumen heute an ausländische Anbieter = keine Mehreinnahmen für AHV, gemeinn. Organisationen etc; 600Mio = Ertragvolumen gem. Gesetzesänderung an schweizerische Anbieter = 300Mio Mehreinnahmen für AHV, gemeinn. Organisationen etc.
        Diese Gesetzesänderung könnte auch von Trump sein 🙂

        • Réda El Arbi sagt:

          Jep. Genau. Weil Trump seinen Protektionismus ja zugunsten der Sozialversicherungen macht. Lies noch einmal Zeitung. PS: Trump hat internationale Verträge ausgehebelt. Im Web GIBTS keine internationale Regelung. Es gibt gar keine Regeln. Und bevor wir global etwas geregelt kriegen, müssen wir halt lokal schauen. Sorry. aber die Argumentation greift nicht.

          • rudog sagt:

            Aber meine Rechnung stimmt trotzdem. Das Argument bzgl. Zeitung lesen – ist halt so eine Sache, ist von Journalisten geschrieben. Bzgl. Trump: Unterstellen sie dem Herrn jetzt Wohltätigkeit? Aber ich will nicht weiter auf Trump eingehen, das hat kein Sinn. Schreiben sie sich selber Wohltätigkeit auf die Schultern, weil sie eine Gesetzesänderung befürworten, dass mehr Geld in die Sozialvers. spühlt? Das aber daraus unter Umständen mehr Spielsüchtige resultiert? Wäre es dann nicht ehrlicher, dass Geldspiel generell zu verbieten?
            Betreffend den ausl. Geldern: Es haben 60K Schweizer das Referendum unterschrieben. Was auch nie in einer Statistik der Befürworter erscheint: Heute gibt es einige Pokerspieler welche ihre Gewinne sauber in der Schweiz versteuern. Wird es nicht mehr geben.

  • Sigi sagt:

    Statt einer konstruktiven, nachhaltigen Lösung (Dänemark!) – wo die Süchtigen tatsächlich auch geschützt werden – setzt man auf Abschottung und Zensur. Ob es wohl etwas damit zu tun haben könnte, dass das Gesetz von der Schweizer Casinolobby gekauft wurde?

    • Réda El Arbi sagt:

      Und wie siehts mit denen aus, die keine Konzession beantragen? Die sind dann genauso zugänglich wie die, die ihren Anteil bezahlen.

      Marktwirtschaft ist so lange super, bis sie der Gesellschaft als Ganzes schadet. Und hier fliesst eine Viertel Milliarde steuerfrei aus der Schweiz ab. Ausländische Anbieter können ohne Probleme eine steuerbare Schweizer Gesellschaft gründen und von hier aus anbieten. Oder sie lassen es bleiben. Ist eigentlich egal.

      Aber nur mit der Netzsperre ist gewährleistet, dass sie Schweizer Gesetze einhalten. Sorry, gäll.

  • Maiko Laugun sagt:

    Ooops, seit wann will denn der Réda – in SVP-Manier – keine fremden Richter? 🙂

  • Claude Fontana sagt:

    Hmmh, als Professioneller Spieler. Kann ich dann übermässige Kapitalgewinne auch als dividenden verbuchen? 🙂
    Ich würde ausländische Onlinespielerseiten einfach genauso an die Kandarre nehmen, wie Spielcasinos, oder inländische Spielseiten. Mitsamt Offenlegung des Betreibers, und seiner Geschäftsadresse/Bankverbindung und/oder eintrag im Handelsregister oder ähnlichem.

  • Jakob Nielsen sagt:

    Wer in der Schweiz nicht stimmberechtigt ist, hat in der Schweizer Politik nichts zu sagen. Das nennt man Nationale Souveränität. Ohne Souveränität keine Demokratie. Wer in der Schweiz nicht abstimmen darf, und sich nicht wählen lassen darf, darf selbstverständlich auch keine Kampagnen finanzieren. Das Schweizer Lotteriegesetz garantiert, dass ein angemessener Teil des Gewinns in die AHV und in den Lotteriefond fliesst. Wenn wir die Grenzen für Abzocke öffnen, könnten wir genau so gut überhaupt unsere Souveränität aufgeben.

  • Baba sagt:

    Vorweg: Dämlichste Artikelbild ever! Zudem sei erwähnt, dass nicht alle, z.B. die die Online-Poker spielen, Spielsüchtige sind. Ich z.B. spiele gerne Online-Poker. Poker ist auch kein Glücksspiel, sonst gäbe es keine Profispieler (die hätten ja sonst übermenschlich viel Glück). Auch wird man den Verdacht nicht los, dass hier die Glücksspiel-Lobby Schweiz im Hintergrund tatkräftig mitmischt (Präsident CH Casino Verband Beat Vonlanthen, Ständerat). Es scheint so, als ginge es in erster Linie um einen Gefallen, nämlich wieder die innländischen Casinos zu füllen. Soviel zum Thema Prävention. Des weiteren ist Zensur immer auch Bevormundung und ein Eingriff in die Selbstbestimmung. Wieder ein schönes Bsp, wie man in Bern versucht den Fortschritt mit Repression zu verhindern.

    • Réda El Arbi sagt:

      Schön, dass Sie Freude am Spielen haben. Da gibts viele. Aber das negiert die 70 000 Casinosperren, die in der Schweiz bisher für Menschen mit Spielproblem ausgesprochen wurden, nicht. Die Sperren gehören zur Prävention. Sie sind eine Tatsache.

      Was die Bevormundung angeht: Würden Sie unreguliert Alkohol an Minderjährige, Heroin am Kiosk und andere Suchtmittel frei zugänglich machen? Denken Sie doch einmal ein bisschen über ihre persönlichen Bedürfnisse hinaus. Und Zensur ist eine Eingrenzung der Meinunsgfreiheit. Nicht eine Regulierung eines Abzockersystems. Wirklich, Sie können es googeln.

      • Hernani Marques sagt:

        Was man vor allem „googlen“ kann, ist, dass Zensur als Informationskontrolle definiert wird: das steht auf Wikipedia, also ganz oben in den Ergebnissen.

        Wenn der Staat anordnet, gefälschte Webseiten auszuliefern, ist das Informationskontrolle, ergo Zensur.

        Das ist rein logisch und es gibt nichts schönzureden.

        Das Web in der Schweiz sieht dann anders aus als im Ausland: es ist ein Swissnet, kein Internet. Damit ist die Netzneutralität verletzt.

        Das Internet ist ein Medium wie Strassen auch.

        Man sperrt auch keine Strassen oder Unterführungen ab, weil man dort Heroin oder Alkohol mit Jugendlichen handeln kann.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    ich bin ebenfalls für das geldspielgesetz. und auch aus der selben motivation wie sie -einigkeit herrscht! 🙂

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.