FDPurban und das sagenhafte Geheimnis der Stadt

Die FDP stellt eine Expedition zusammen, um das sagenhafte Land innerhalb der Stadtgrenzen zu erforschen. Unter dem Banner «FDPurban» wollen sie den Eingeborenen ihre Geheimnisse entreisssen.
Ein Freisinniger versucht sich über die Gemüsebrücke zum Stadthaus vorzukämpfen.

Ein Freisinniger versucht sich über die Gemüsebrücke zum Stadthaus vorzukämpfen.

Es müssen rätselhafte Kreaturen sein, die da innerhalb der magischen Stadtgrenzen leben. Sagenhafte Reichtümer sollen sich da befinden, bewacht von einer bösen Stammesältesten, die Gold und Steuern mit strenger Hand von den Untertanen einfordert.

Aber so genau weiss man das nicht bei der FDP. Denn jedes Mal wenn man einen gutvorbereiteten Stosstrupp in dieses geheimnisvolle Gebiet entsendet, werden die tapferen Mannen und Frauen in einem barbarischen Stammesritual, das man «Wahlen» nennt, abgeschlachtet. Zwar hat man einige Kundschafter in diesem Gebiet, aber die scheinen nie in die Nähe der Königin zu kommen und sie verstehen die Sprache der Eingeborenen nicht.

Nur der legendäre Filippo, der jetzt an der Seite der Stammesältesten regiert,  hat Einsicht in die geheimen Geheimnisse der Stadt. Aber der scheint von seiner Nähe zu den Städtern verändert worden zu sein: Er hat den heiligen vier Rädern abgeschworen und huldigt dem Zweirad.

Nun, das soll alles ein Ende haben. Die FDP hat ihre formidablesten Ritter und ihre weisesten Weisen versammelt, um dem Geheimnis der Städte und ihren Bewohnern auf die Schliche zu kommen. Sie reiten unter dem Banner «FDPurban» und arbeiten Tag und Nacht an einem Plan, wie man einen Brückenkopf im magischen urbanen Gebiet errichten kann.

Die Weisen studieren die Sprache und die Gebräuche der Eingeborenen, versuchen dem Fluch des Gemeinsinns und der Verschwendung von Steuern auf die Spur zu kommen. Sie sind nahe daran, das Geheimnis der Gleichgültigkeit gegenüber Parkplätzen und der Feindseligkeit gegenüber Verbrennungsmotoren zu lösen. Die Soziologen gehen davon aus, dass es mit einem schamanistischen Naturverständnis und dem rätselhaften Konzept namens «ÖV» zu tun hat.

Die Eingeborenen scheinen auf eine primitive Art mit der Natur verbunden zu sein, da sie in ihre Ältestenräte immer eine Gruppe von Naturanbetern, «Grüne», wählen. Und obwohl ihnen Eigentum bekannt und auch wichtig ist, scheinen sie nicht unter der strengen Fuchtel der Steuereintreiber zu leiden, sondern sich darüber zu freuen, wenn ihr Geld für Schulen und Infrastruktur für alle eingesetzt wird. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man meinen, dass persönlicher Reichtum nicht der höchste ihrer Werte ist. Aber das kann ja nicht sein, das wäre nicht zivilisiert!

Doch  bald werden auch diese Stadtmauern fallen und ihre Geheimnisse ein für alle Mal preisgeben – und die Helden der FDPurban werden die Fahne der Zivilisation, der Privatisierung und des freien Marktes auf dem Stadthaus hissen.

Die Eingeborenen scheinen ahnungslos von der bevorstehenden Invasion. Aber das hat man schon einige Male gedacht, und dann haben sie in ihrem barbarischen Wahlritual die Bürgerlichen massakriert.

6 Kommentare zu «FDPurban und das sagenhafte Geheimnis der Stadt»

  • Claude Fontana sagt:

    Kann kein Bürgerlicher sein… Hasst Nazis.

  • marsel sagt:

    Für die Eroberung der verlorenen Stadt wäre Quatermain besser qualifiziert als Indi. Der macht lieber Nazis nieder, und die findet man selten in der Stadt.

  • Dominique Zygmont sagt:

    Lieber Réda, Du hast da durch Dein ritterliches Visier etwas nicht richtig erfasst: FDP Urban ist keine Expedition von aussen, sondern gehört schon heute zum zweitgrössten Tribe der Stadt. Die Frage ist deshalb nicht, woher wir kommen – sondern, wohin wir gehen. Eure Vögte scheinen dahingehend nur noch lust- und ideenlos am Lagerfeuer zu hocken. Irgendwie erzählen sie sich auch seit fast 30 Jahren die immer selben Geschichten. So spannend finden wir das nicht. Deshalb läuft bei uns etwas! Auch wir haben es gerne ab und an gemütlich in unserer blauen Hütte, aber eigentlich stehen wir lieber auf eigenen Beinen und schaffen etwas Neues für unsere Stadt. Das macht auch viel mehr Spass, als immer nur staatliche Regentänze aufzuführen. Du solltest mal vorbei kommen! Grüsse, Dominique

    • Réda El Arbi sagt:

      Naja, bis jetzt habt ihr ausser Deregulierung und Autos keine Themen bringen können. Alles, was Städter interessiert, ist vernünftige Infrastrktur und vernünftige Mieten.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    äh. nur eine kleine anmerkung. der mensch auf dem bild kann nie und nimmer ein fdp’ler sein. die sind schmalbrüstig, haben kurze ärmchen und eine beule am gesäss rechts… 😉 letzteres ist ihr haupterkennungs-merkmal.

    • Philipp M. Rittermann sagt:

      ou. ich vergass noch deren (inoffizielles) motto – „legal – illegal – sch****-egal – wir sind schliesslich liberal!“
      ….schlimmer als die sozis…leider.

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