Hundekot, #NoBillag & Gemeinsinn

Unsere spiessige Bünzligkeit beschützt uns vor einer entsolidarisierten, egoistischen und libertären Gesellschaft. Und das ist gut so.
Viele Hunde, wenig Hundekot. Ein Zeichen einer solidarischen Gesellschaft.

Viele Hunde, wenig Hundekot: Ein Zeichen einer solidarischen Gesellschaft.

«Ihr habt jede Menge Hunde, aber man sieht kaum Hundekacke auf den Gehsteigen», staunte eine Bekannte aus einer deutschen Grossstadt neulich in Zürich. «Man wird gebüsst, wenn man die Häufchen nicht entfernt», gab ich zur Antwort. «Bei uns auch. Nur interessierts kein Schwein», meinte sie.

Das brachte mich zum Nachdenken. Natürlich wird man als Hundehalter gebüsst, wenn man den Dreck nicht wegmacht. Aber das ist nicht der Grund dafür, dass er weggemacht wird. Der Grund setzt sich vielmehr aus Scham und Gemeinsinn zusammen. Man schämt sich, wenn man mit dem Hundekot der Gemeinschaft zur Last fällt. Sogar in einer grösseren, eher anonymen Stadt wie Zürich. Man will nicht als Belastung für die Allgemeinheit wahrgenommen werden.

Der Begriff «Gemeinsinn» ist etwas urschweizerisches. Man nimmt sich als Teil der Gemeinschaft wahr und fühlt sich auch dafür verantwortlich. In Südostasien, wo ich eine Weile unterwegs war, sieht das ganz anders aus. Man besitzt vielleicht ein Grundstück, und genau bis zum Gartenhag trägt man Verantwortung. Innerhalb herrscht Ordnung, aber ausserhalb können Leute verhungern oder im Dreck ersticken, ohne dass es den Besitzer in irgendeiner Weise irgendwie stört. Ein libertäres Paradies quasi, in dem jeder nur noch für sich alleine zuständig ist. Und vielleicht noch für den eigenen Klan. Hier in der Schweiz wischt man den Gehweg vor dem Haus gleich mit, wenn man schon mal dabei ist.

Natürlich treibt der Gemeinsinn auch sonderbare Blüten. Wenn Nachbarn böse angeguckt werden, weil sie ihren Rasen nicht ordentlich mähen – oder aber das Mähen an einem Sonntagnachmittag erledigen. Wir halten uns zwar mit direkter Einmischung zurück, aber Schweizer haben 1001 höfliche Arten, jemandem zu verstehen zu geben, dass er sich nicht an die gemeinschaftlichen Standards hält. Das kann man beklagen, aber ehrlich, das  ist ein kleiner Preis für eine solidarische Gesellschaft.

Gemeinsinn zeigt sich übrigens auch in der Flüchtlingspolitik. So meinte einer meiner Bekannten, ein SVP-Lokalpolitiker, neulich: «Das sind unsere Flüchtlinge, wir können die doch nicht vergammeln lassen. Wir schauen, dass die anständig angezogen sind und in ihrer Freizeit im Turnverein mitmachen und nicht am Bahnhof rumhängen.»  Die Schweizer lassen vielleicht nicht so gerne Leute in ihre Gemeinschaft. Sind sie aber mal da, gehören sie zum eigenen Verantwortungsbereich. Ihr seht, urschweizerisch.

Und plötzlich war mir auch klar, dass ich mir über die #NoBillag-Initiative niemals hätte Sorgen machen müssen. Wir Schweizer schauen zwar aufs Geld, aber niemals würden wir uns als Geizhälse outen. Wir bezahlen lieber eine solidarische Gebühr für andere Regionen, als dass wir die Gemeinschaft im Stich lassen.

Das funktioniert im Kleinen genauso wie im Grossen. Bei Steuern genauso wie bei Billag-Gebühren oder beim nationalen Finanzausgleich.

Natürlich gibts auch bei uns Menschen, die nicht über ihre persönlichen Bedürfnisse hinaus denken und primär egoistisch handeln. Aber sie sind nicht die Mehrheit. Und sie werden immer in der Minderheit bleiben.

Direkte Demokratie bringt mit sich, dass Hinz und Kunz sich überall einmischen wollen, können, sollen und dürfen. Es bringt aber auch mit sich, dass sich jeder für alle verantwortlich fühlt. Viele fürchten sich vor einer entsolidarisierten Gesellschaft. Keine Angst. Das wäre extrem unschweizerisch.

38 Kommentare zu «Hundekot, #NoBillag & Gemeinsinn»

  • Thomas Baumann sagt:

    Vor einem Monat war ein Bus in Hongkong verspätet unterwegs. Einige Passagiere tadelten den Fahrer deswegen. Die Konsequenz: Der Fahrer drückte auf’s Gaspedal, der Bus überschlug sich in einer Kurve und 23 Passagiere starben.
    Es führt selten zu etwas Gutem, wenn man seine Mitmenschen tadelt. Viele tolerante Menschen, welche den Fahrer nicht tadelten, mussten sterben wegen dem Egoismus einiger weniger, welche es nicht lassen konnten, besserwisserisch aufzutreten.

    • Réda El Arbi sagt:

      In einer Gesellschaft, in denen jeder einfach hinnimmt, was geschieht, passieren Sache wie im 3. Reich.

      • Thomas Baumann sagt:

        Ja, wenn man keine Argumente mehr hat, bringt man noch das 3. Reich. Das nächste Mal dann einfach nichts zum Thema „Verharmlosung des Holocaust“ schreiben, gell! Trotzdem Merci für die Replik.
        Das Interessante ist ja, dass man sich in der Sozialforschung zum 3. Reich von Beginn an vor allem auf den sogenannten „autoritären Charakter“ konzentrierte. Man ging davon aus, dass Hitlers Erstwähler quasi der frustrierte Hauswart war. Und noch heute hört man von unverbesserlichen Nostalgikern, dass Hitler „wenigstens für Ordnung gesorgt“ oder „aufgeräumt“ habe. Jetzt kommen Sie und stellen 60 Jahre Forschung über die Möglichkeit des NS auf den Kopf und loben hier den autoritäten Charakter (=Person, die „zum Rechten schaut“) als Bollwerk gegen den Faschismus. Interessant!

        • Thomas Baumann sagt:

          Ihr Kommentar ist für mich sehr aufschlussreich. War der autoritäre Charakter bisher vor allem eine Domäne von Rechtsnationalen, so höre ich hier eine Verteidigung des autoritären Charakters von einem Linksalternativen.
          Marx sagte, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt. Lässt sich somit aus Ihrer ökonomischen Situation diese (neue) Sympathie für den autoritären Charakter erklären? Ich glaube ja. In unseren jungen Erwachsenenjahren war es notwendig und ein Dienst an der Gesellschaft, zu arbeiten. Fast jeder konnte und sollte einer nützlichen Tätigkeit nachgehen. Das ist heute nicht mehr so. Durch die Automatisierung ist grob geschätzt, die Hälfte der Jobs überflüssig geworden. Was tun? Die Alternativen sind: Bedingungsloses Grundeinkommen oder staatlich generierte Jobs.

          • Thomas Baumann sagt:

            Die Schweiz hat, offensichtlich, den zweiten Weg gewählt. Das geht zum Beispiel so: Die Politik identifiziert ein Problem. Verwaltungsstellen werden geschaffen, Gesetze erlassen, die Complianceabteilungen der Unternehmen ausgebaut, die Verwaltung ein zweites Mal aufgestockt, um die Einhaltung zu kontrollieren. Vermutlich funktioniert es nicht, dann wird nicht das Gesetz abgeschafft, sondern ein zweites erlassen und das Spiel beginnt von vorne.
            Viele Menschen erhalten heutzutage ihre Einkommen aus dieser Art von Problembewirtschaftung. So werden heute die überflüssigen Resourcen absorbiert. Auch Sie beziehen als Campaigner Ihr Einkommen aus diesem Umfeld. Sie verteidigen hier somit nur Ihre eigene Lebensgrundlage, die auf der aktiven Rolle des Staates als Organ der Gemeinschaft beruht.

            • Réda El Arbi sagt:

              Naja, wir könnten auch so tun, als lebten wir 1950 und als bräuchte es keine Regeln, um immer komplexere Probleme anzugehen.

              Und natürlich leben wir nicht in einem der Länder mit dem welthöchsten Lebensstandard und der besten Rechtssicherheit (ausser die SVP lanciert wieder mal eine Initiative) für Unternehmen.

              Was mein Einkommen angeht: Jep. Ich lebe zum Teil davon, politische Lösungen und Werte in die Gesellschaft zu kommunizieren. Würde das niemand machen, könnten wir uns eben getrost in einem starren Weltbild aus der Vergangenheit betonieren. Es ist für mich ein Privileg sondergleichen, in einer direkten Demokratie an der Gestaltung unserer Gesellschaft teilnehmen und meine beruflichen Fähigkeiten einbringen zu dürfen.

        • Réda El Arbi sagt:

          Irgendwie scheinen Sie die direkte Demokratie und die Weimarer Republik nicht auseinanderhalten zu können.

          • Thomas Baumann sagt:

            Interpretiere ich Ihre Aussage so richtig: In einer stabilen (direkten) Demokratie haben autoritäre Charakterzüge positive soziale Auswirkungen, nicht jedoch in einem Umfeld wie der Weimarer Republik? Jetzt ist die Welt selten so eindeutig schwarz-weiss. Wie wäre es denn beispielsweise wenn die 28-Prozent-Partei eines Tages die absolute Mehrheit erreichen sollte (einfach einmal hypothetisch angenommen)? Dann wäre derselbe Charaktertyp auch in der Schweiz plötzlich nicht mehr ideal. Die positiven sozialen Auswirkungen sind somit situationsabhängig und können rasch ins Gegenteil kippen. Abgesehen davon, dass ich den Nutzen des autoritären Charakters ganz grundsätzlich bezweifle, ist er mir für ein Allheilmittel wegen dieser potentiellen Nebenwirkungen viel zu gefährlich.

            • Réda El Arbi sagt:

              Sie definieren den Charaktertyp völlig falsch. Der Nörgler ist niemals der Diktator.

              Man will nicht herausragen. Man will aber auch nicht, dass andere herausragen.

              • Thomas Baumann sagt:

                Der Nörgler ist der Jünger des Diktators. Wir reden ja hier von den Mitläufern, nicht von den Anführern.
                Wer aktiv auf die Einhaltung gesellschaftlicher Regeln pocht, wird üblicherweise als Sympathisant von „law and order“ definiert und eher dem rechten Politspektrum zugeordnet.
                Dass Sie von diesen Zuordnungen abweichen ist innovativ und wenn Sie es noch wissenschaftlich zu zeigen vermögen, dann werden Sie mit Sicherheit als grosser Soziologe/Politikwissenschaftler in die Geschichte eingehen.
                Wenn wir von der Vergangenheit in die Zukunft extrapolieren, besteht immerhin die Hoffnung, dass Nörgler schweizerischen Typs historisch keinen Schaden anrichten (im Gegensatz zu denjenigen anderer Länder).

  • Peter Liechti sagt:

    Es bleibt zu hoffen, dass man(n) für so eine egoistische (Hunde ?-) Kacke nicht bezahlt wird ! Nicht jede(r) hat eine so grosse Plattform (wie diese Zeitung) um seine Meinung zu verbreiten… Auch wenn sie Scheisse ist ; Oder Kacke !

    • Réda El Arbi sagt:

      Wunderbar durchdachte Argumentation, feingeistig formuliert und auf den Punkt genau. Respekt. Das nächste Mal vielleicht mit einem Argument. Das würde die Sache irgendwie abrunden. Meinen Sie nicht?

  • Lateinus Studierus sagt:

    Es freuen sich alle treuen Bürger über die weiter vorhandene kulturelle und politaktuelle Ausstaffierung ihres nationalen Wissens- und Gefühlshaushalts mittels der staatlichen Planwirtschaft, die sie sonst immer für des Teufels halten. Der Reda sogar so sehr, dass er gleich über die Verzüglichkeit der Gesamtheit seiner Nationsgenossen ins Schwärmen kommt. Immer schön wenn man eine Abstimmung gewinnt, als linksalternativer (nach eigener Auffassung) Typ wie der Reda schaut man da sonst öfters in die Röhre.

    • Réda El Arbi sagt:

      Naja, nicht nur wir Linksalternativen haben die Abstimmung gewonnen. Ausser, du gehst davon aus, dass 70 PROZENT der Schweizer linksalternativ sind. Hm, dass würde dann bedeuten, dass „linskalternativ“ das echte Schweizersein bedeutet, nicht?

      PS: Die Abstimmung haben 70 Prozent der Bevölkerung gewonnen. Die Wahlen jedoch haben die Rechtsbürgerlichen und die Liberalen verloren. Sorry, gäll.

      • Lateinus Studierus sagt:

        Tatsächlich hat mindestens die Hälfte der Rechtsbürgerlichen mit Nein gestimmt. Und der FDP-Basis wahrscheinlich auch. Mit Ja gestimmt haben sicher nur ein paar unpolitische Proleten, denen die 460 Franken tatsächlich finanziell weh tun und die vielleicht sogar nicht mal SRF schauen. Die werden von unseren Freunden der offiziellen Staatsnachrichten und Kulturpflege an der Urne locker eingemacht und weiterhin zum abzahlen der Produktionen gezwungen, die dem national gesinnten Bourgeois am Abend ein Genuss sind.

        • Réda El Arbi sagt:

          Eigentlich haben Libertäre und Egoisten Ja gestimmt. Aber ich finds immer mutig, wenn man anonym 70 Prozent des Schweizer Stimmvolks online disst. Das zeugt von ungeheurem Stil und glänzender Courage. Niemand käme auf die Idee, dass hier ein frustrierter Abstimmungsverlierer „mimimimi“ kommentiert. Respekt!

          • Lateinus Studierus sagt:

            Da ich nicht abstimme, kann ich auch nicht verlieren. Nur meine charakterlichen Defizite – die ich gar nicht beschönigen will – sind ein argumentloser Themenwechsel. Das finde ich auch ganz schön mutig angesichts dessen, dass du keine halbe Stunde zuvor noch genau dieses einen Beitrag weiter oben bemängelst.

            • Réda El Arbi sagt:

              Nu ja, ist eigentlich kein Themenwechsel, sondern Metaebene. Die Qualität eines Kommentars anhand des Absenders einzuschätzen ist in einem Diskurs durchaus zugelassen. Da hier aber der Absender anonym auftritt, ergibt sich eben Spekulation über die Motivation des Kommentars.

              Es wäre anders, wenn ich Dich einfach „anonymer Feigling“ genannt hätte. Aber das tu ich nun einfach hiermit.

              Was die Sachebene angeht: Da sind immernoch 70 Prozent des Stimmvolks. Aber da du ja nicht abstimmst, bist du eher nicht berechtigt, zu jammern. Oder findest du Demokratie grundsätzlich Scheisse?

              • Meta El Arbi sagt:

                Oho, Metaebene! Na dann.. so hoch oben komme ich Kleiner natürlich nicht mit. Ich stelle mich Dir übrigens gerne vor – wenn du mir versprichst nicht die Polizei zu rufen wenn ich mich über die Demokratie lustig mache. Dann bin ich wenigstens nicht mehr anonym (schlimm, schlimm…). Allerdings sollte dabei auch etwas für mich rausspringen..

                • Réda El Arbi sagt:

                  Ironie ist ein feines Mittel, ehrlich. Es hilft auch oft auszuweichen, wenn man nicht auf Argumente eingehen kann 🙂 Aber merci für den Kommentar. Die Leser können das ganz gut selbst einordnen.

  • Reisender sagt:

    Blödsinn Herr E. A.
    In S.O.A. müssen die Menschen zusammenhalten. Allein kommen sie schwer über die Runden. Die Gemeinschaft hilft.
    In der CH hingegen wird der Egoismus immer grösser und die Rücksichtnahme anderen gegenüber immer kleiner.
    Schade, aber so erlebe ich es oft.

    • Réda El Arbi sagt:

      In den 3 Jahren, die ich da gelebt hab, hab ich als „Fremder“ mehr Unterstützung bekommen als die armen Nachbarn. Natürlich, weil ich potentiell eine Ressource war. Und dann noch die Mönche, die jeden Morgen vorbeikamen. Da investiert man aber in die Karmabalance und sicher sich ab. War übrigens sowohl in Thailand wie auch in Kambodscha so.

      • Thomas Baumann sagt:

        Sie hatten es gut in Thailand, Herr El Arbi, weil Ihnen die Thais nicht jedes Mal, wenn Sie eine Regel der guten Benehmens gebrochen haben (und Sie haben solche in Ihren drei Jahren dort – wie jeder Ausländer – hunderte oder tausende Male gebrochen), zu verstehen gegeben haben, dass Ihr Verhalten nicht der Norm entsprach – sondern mit einem Lächeln darüber hinwegsahen. Das ist für mich wirkliche zwischenmenschliche Solidarität und Toleranz. Fehler macht schliesslich jeder – und niemand wird gerne zusammengestaucht. Was du nicht willst, dass dir man tut, das tue auch keinem anderen an. Das gilt auch für’s Tadeln.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ich vergebe einem Kulturfremden auch mehr, als einem Mitglied der Gemeinschaft. Und Toleranz bedeutet nicht, dass man den Rest der Welt einfach ignoriert und aufs Maul sitzt.

          Was zwischenmenschliche Solidarität angeht: Die Bettler vor dem eigenen Garten wurden in Kambodscha mit Knüppeln weggeprügelt. Nur so.

          • Thomas Baumann sagt:

            1. Die Frage des Tadelns und des Vergebens haben nicht per se etwas miteinander zu tun.
            2. Definieren Sie sich als Bürger eines Staates oder Mitglied einer Gemeinschaft? Letzteres ist historisch eine Terminologie von Kreisen, mit denen wir beide nichts zu tun haben wollen. Gemeinschaft ist oftmals nur Camouflage für eine Ordnung, in der fundamentale rechtsstaatliche Prinzipien ausser Kraft gesetzt werden. Auch Sie plädieren hier ja quasi für den Pranger. Das ist problematisch.
            3. Passiv-Ausdrücke sind verführerisch. Und lassen sich auch leicht für demagogische Zwecke missbrauchen. Also Hände weg davon, sofern Sie sich selbst als aufgeklärten Zeitgenossen betrachten! Wer hat wen wann verprügelt? Sicher nicht alle Leute alle Bettler jederzeit!

  • Claude Fontana sagt:

    Nit Möööglich, ich bin von der Billag befreit. ich verdiene aber auch kaum was, obwohl ich nacht für nacht zum dienst antrete.

  • Elena sagt:

    bei den alleinstehenden Rentnern hört aber anscheinend die Solidarität der Linken auf. Dem 85 jährigen Mütterchen, welches sich das Essen von der AHV absparen muss, werden von den linken Parteisoldaten unter Jubel und Freuden jedes Jahr 450 Franken abgepresst. Selbst wohnt man ja in der grossen WG und kann sich die Summe locker teilen.

    • Madeleine Weibel sagt:

      Ihre Ausführungen sind so unwahr. Das ´Mütterchenˋ erhält mit den Zusatzleistungen in jeder Schweizer Gemeinde die vollen Billaggebühren erstattet, es sei denn, das ´Mütterchenˋ verfügt über Vermögen oder Pensionskassen–Auszahlungen.

  • Thomas Baumann sagt:

    In der Schweiz, genauso wie in Südostasien wird schon mancher, der auf der Strasse liegt, liegengelassen. Es gibt genügend Beispiele dafür. Umgekehrt wird auch in Südostasien geholfen. Der einzige Unterschied: Bei uns werden Leute, die auf der Strasse liegen eher selten ausgeplündert.
    Der Gemeinschaft zur Last fallen: Ich weiss ja nicht. Ich habe beim Staat gearbeitet. Viele Ideen, wie man mit WENIGER Mitteln MEHR produzieren könnte. Nun ja, meine ehemaligen Arbeitskollegen stellen am liebsten möglichst viele Leute ein und arbeiten möglichst wenig. Für mich fallen solche Leute der Allgemeinheit erheblich zur Last und sollten sich ernstlich was schämen. Nicht bloss Sozialhilfe-Bezüger fallen der Allgemeinheit zur Last. Lasche Beamte, beispielsweise, genauso.

  • Thomas Baumann sagt:

    So scheint es zu sein. Schweizer und Schweizerinnen diskutieren gerne mit und mischen sich gerne ein. Darum auch die Freude an der direkten Demokratie hierzulande.
    In der Zukunft erwartet uns eine wichtige Weichenstellung: Da wir für unsere Bedürfnisse immer weniger arbeiten müssen – führen wir ein bedingungsloses Grundeinkommen ein oder diskutieren und beschliessen wir so viele neue Aufgaben, um die Menschen auch weiterhin kollektiv beschäftigt zu halten? Man soll sich nicht täuschen: Ein BGI (das ich befürworte) ist eigentlich die unsolidarische Lösung. Allerdings auch die „ökonomisch effiziente“. Die Alternative ist eben, demokratisch neue Aufgaben zu beschliessen und die Menschen so zu beschäftigen.
    Die SRG ist insofern durchaus ein sinnvolles Beschäftigungsprogramm.

  • Stefan Meier sagt:

    Genau meine Meinung. Zum Glück sind wir so!

  • Verena Germann sagt:

    Seine eigene Sch***** aufheben ist also bünzlig. Aha, heute schon wieder was gelernt. Wenn nur die ganze Welt so bünzlig wäre.

  • Maiko Laugun sagt:

    @Réda: „«Gemeinsinn» ist etwas urschweizerisches…….Kambodscha …. und genau bis zum Gartenhag trägt man Verantwortung.“

    Ist bei mir in China genau gleich. Nur die eigenen (symbolisch auch für andere Dinge) vier Wände zählen.

    Trotzdem ist die Konklusion etwas zu einfach: Gerade in China wird das eigene Verhalten trotzdem als „Gemeinsinn“ verstanden. Das hat nur bedingt etwas mit Indoktrination zu tun.

    Die helvetische Interpretation des „Gemeinsinn“ dürfte trotzdem höher zu werten sein, als Folge einer aus demokratischen Prozessen erfolgter moderner Zivilisation. Diese beinhaltet aber auch die Gefahr der Dekadenz – und als Folge davon der Niedergang des vermeintlichen Fortschrittes. Just my 2 Cents.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ja, nur zählt hier eben Gemeinsinn, der sich wirklich um die Gemeinschaft bemüht. Das kann kippen. Aber es kippt nicht so leicht, wenn man es immer mal wieder vor Augen führt.

      • Maiko Laugun sagt:

        Ich halte ein Individuum (Einzelmensch) nur insofern für relevant, dass es sich in der Gemeinschaft („Gemeinsinn“) im Sinne einer Schwarm-Intelligenz durchsetzt. Dies bedeutet nicht automatisch, dass der „Gemeinsinn“ auch immer richtig ist. Again, just my 2 Cents.

  • Peter sagt:

    Wer ist der Hund? Denke kackt ihn an dass er gerade beim Kacken fotografiert wird. Hätte ich zumindest auch nicht gern.

    Was die Billag betrifft: Jetzt kann man wiedereinmal beweisen, dass dies stimmt was Sie schreiben: Gebühren den Einkommen anpassen, alles andere ist nicht solidarisch.

  • Hans Peter Graf sagt:

    Härzig. Und so waaaar! (Würde Grock jetzt sagen.)

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