Sexistische Bubis

Die Herausgeber der Studentenzeitung «RePHlex» müssen Hochbegabte sein. Wie sonst könnte man erklären, dass jemand mit dem Humor eines 12-Jährigen bereits studiert?
Da haben ein paar Buben mit Mamis Laptop gruusigi Bildli zusammengeflickt.

Da haben ein paar Buben mit Mamis Laptop unanständige Bildli zusammengeflickt.

Die Redaktoren des Magazins «RefPHlex» der Pädagogischen Hochschule weisen seit einiger Zeit eine sexistische Tendenz auf. Zuletzt bei ihrer Werbung für neue Autoren (siehe Bild). Der Sexismus des Bildlis ist aber eigentlich nicht das Problem. In diesem Bereich gibts wohl echte Probleme, die man angehen kann, wie der Hashtag #MeToo zeigt.

Was mich irritiert ist, dass die angehenden Lehrer nicht mehr Reife aufweisen als die Kids, die sie eigentlich unterrichten sollen. Aber vielleicht ist für diese Typen genau das der Grund für die Berufswahl: Sie wollen zurück auf den Pausenplatz, um mit ihren Kollegen Tittenbildli auf den Handys zu tauschen. Es sind offenbar Bubis, die jedesmal kichern müssen, wenn irgendwo das Wort «Sex» fällt. Irgendwo unreif, unsicher und verklemmt, wie man es halt in der Pubertät ist.

Es sei eine satirische Form der Provokation, die eine Debatte anstossen soll, äussert sich einer der Beteiligten. Hm. Natürlich! Genau so wie der Dreijährige, der am Esstisch laut «Kacka» ruft und kichert, etwas zur Debatte über das Essen beiträgt.

Satire hat ein definiertes Ziel, das über die reine Provokation hinausgeht, und, wenn möglich, eine elegante Dynamik. Sie darf durchaus derb und grenzüberschreitend sein. Aber sie sollte eine Aussage haben, die mehr als «Kacka» beinhaltet. Das andere, das ist nicht wirklich Satire. Das ist Pennälerhumor.

Es lohnt sich nicht, sich über die politische oder sexistische Tendenz der Autoren aufzuregen, dazu ist es einfach zu banal. Hingegen müsste man sich darüber Gedanken machen, ob man solchen Typen wirklich in Zukunft die Kinder anvertrauen soll. Sie haben sich nicht als freie Autoren disqualifiziert, sondern als Lehrpersonen. Zum Beispiel in einem Leitartikel, in dem der Autor Genderwissenschaften mit einer biologischen Argumentationskette angreift, ohne den Unterschied zwischen «Gleichheit» und «Gleichwertigkeit» erkannt zu haben. Solche Bockschüsse sollten einem angehenden Pädagogen eigentlich nicht passieren.

Der gleiche Autor ist übrigens im Vorstand einer SVP-Stadtpartei. Also der Partei, die sich für Einsparungen bei der Bildung stark macht. Naja, ich wüsste, wessen Stelle ich einsparen würde.

3 Kommentare zu «Sexistische Bubis»

  • Matthias Denzler sagt:

    Wo ist eigentlich der Parkuhren-Beitrag geblieben?

  • geezer sagt:

    „Hingegen müsste man sich darüber Gedanken machen, ob man solchen Typen wirklich in Zukunft die Kinder anvertrauen soll.“ indeed!

    das gleiche kann man sich konsequenterweise auch bei anderen berufsgruppen fragen, egal wer ihre zukünftigen ‚kunden‘ sein werden…..sozialwesen, psychologen, ärzte, ökonomen, etc….einfach alle gruppen, die später mal eine etwas grössere verantwortung haben werden, als beispielsweise ein kv-abgänger……

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