Gras: Kalifornier dürfen, Zürcher nicht

In Kalifornien ist seit gestern Cannabis legal. Und in Zürich nuckeln die Kiffer noch an ihren CBD-Stengeln wie an alkoholfreiem Bier.
Verboten? Erlaubt?

Verboten? Erlaubt?

In Kalifornien wurde am 1. Januar Cannabis legal. Während hier in der Stadt die Leute noch völlig über CBD-Gras (das alkoholfreie Bier unter den Cannabisprodukten) abflippen, bewegt sich die Welt, selbst in total rückständigen Gegenden wie den USA, vorwärts.

Zürich, einst die Vorzeigestadt einer funktionierenden, liberalen Drogenpolitik, hinkt hier ein Jahrzehnt hinterher. Polizisten, die eigentlich genug andere Aufgaben hätten, müssen heute Kiffer büssen (was sie manchmal auch mit sinnloser Härte tun), müssen jetzt Gras auf den THC-Gehalt testen und wägen. Ist der THC-Gehalt und das Gewicht zu hoch, gibts eine Busse, die nicht mal den Arbeitsaufwand des Polizisten deckt.

Und natürlich ist die Handhabe völlig willkürlich. Während einige Beamte sich einfach nicht dafür interessieren, ob gerade jemand eine Tüte raucht, sehen andere in jedem Joint ihren persönlichen Feind im War on Drugs und verteilen Bussen, als ob sie damit ein mexikanisches Drogenkartell vernichten würden.

Schwachsinnig ist auch die Gesetzgebung: Ich darf 10 Gramm Gras herumtragen, sozusagen für den Eigengebrauch, ohne eine Busse fürchten zu müssen. Zünde ich mir aber einen Graslolly mit 0.5 Gramm an, mach ich mich strafbar. Besitz ist straffrei, Konsum nicht. Also nochmals, zum Mitdenken: Besitz für den Eigengebrauch ist legal. Der Eigengebrauch aber nicht. Da fragt man sich schon, was die Gesetzgeber geraucht hatten, als sie zu dieser Regelung kamen.

Die Willkür setzt sich fort: In der Stadt wird eigentlich überall gekifft. An den Silvesterparties wurden wohl mehr Joints angezündet als Raketen und Feuerwerk. Die Rauchschwaden über dem Seebecken wabberten psychedelisch zur Lichtshow des Feuerwerks. Ausserhalb der Stadt und in der Agglo kanns aber durchaus sein, dass du wegen eines Joints noch gefilzt und auf den Posten gebracht wirst.

Es wird Zeit, dass wir mit der kantonalen Drogenpolitik im 21. Jahrhundert ankommen. Und damit meine ich keine halbpatzigen Lösungen wie Forschungsprogramme und Studien. Damit meine ich eine klare Weisung an die Polizeibeamten, sich doch um die wichtigen Sachen zu kümmern und die Kiffer in Ruhe zu lassen.

Jaja, die Ewiggestrigen lamentieren beduselt von Bier und Schnaps über die Gefahren der Drogen, und reaktionäre Law&Order-Typen wollen die Haschjunkies gleich ins Loch werfen.

Die Realität ist nun aber, dass viele Leute kiffen. Und dass sie damit nicht mal einen Bruchteil des gesellschaftlichen Schadens anrichten, den die Säufer in Gesellschaft, Familie, Verkehr und Beruf verursachen.

Wenn wir uns diesen Fakten stellen, gibts eigentlich nur eine Lösung: Legalisieren, regulieren, besteuern und gut ist.

Alles andere ist einfach ziemlich dumm und heuchlerisch.

PS: Ich kiffe nicht.

47 Kommentare zu «Gras: Kalifornier dürfen, Zürcher nicht»

  • Flückiger Ueli sagt:

    Holpriges Deutsch, aber richtige Aussage. Legalisierung und Regulierung wie in Kalifornien, Aufhebung der Repression und Kosteneinsparung (Polizei, Justiz), Gleichbehandlung wie Alkohol – ich warte zeitlebens darauf, bin jetzt 67. Vielleicht erlebe ich es noch …

  • David Bühlmann sagt:

    Noch eine kleine Korrektur: Cannabis ist in California seit dem 10.11.2016 legal, just seit die Californier darüber abgestimmt haben. Cannabis kann man fürs Rekreative aber erst seit dem 1.1.2018 erstehen. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Dann kommen noch ein paar weitere Wermutstropfen dazu: du kannst maximal 28 g Cannabis aufs Mal kaufen. Du darfst auch nicht mehr auf Dich tragen. Du darfst nur 6 Pflanzen züchten. Alles andere ist immer noch strafbar. Aber wieso eigentlich wenn die Substanz nun doch legal ist? Und noch was sehr schwachsinniges: Auf Staatenebene haben wir diese ich nenne sie mal „Mini-Legalität“. Auf Bundesebene ist Cannabis noch immer eine illegale Substanz. Und die Menschen akzeptieren diesen unglaublichen Schwachsinn, diese Diskrepanz, dieses Schizophrene.

    • Réda El Arbi sagt:

      Bekifft würd ich dieses Gesetzeschaos auch nicht durchblicken 😀

      • Sibylle Hartmann sagt:

        Reda Philippe El Arbi schreibt:“legal in sogar total rueckstaendigen Gegenden wie der USA“.
        Ich wohne schon 35 Jahre in Kalifornien. Kalifornien ist nicht wie der Rest der USA und rueckstaendig schon gar nicht. Als ich kuerzlich die Schweiz fuer ein Jahr lang besuchte, merkte ich wie die Schweiz in manchen Dingen immer noch ziemlich rueckstaendig ist. Kalifornien ist der progressivste Staat der USA, meiner Meinung ist er an der Spitze der Progressivitaet der Welt, und zwar nicht nur mit dem Gras. Man muss zuerst einmal in Kalifornien eine zeitlang wohnen, bevor man urteilen kann.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ich hab wirklich lange gewartet, bis jemand auf diesen Satz reagiert 🙂 War nur ne kleine Provokation.

        • Sepp sagt:

          Kalifornien gehört trotzdem den Indianern… auch wenn das Gras dort gut ist…

          • Sibylle Hartmann sagt:

            Kalifornien gehoert nicht nur den Indianern sondern auch den Mexikanern, weil sie sowieso bald in der Mehrzahl sind. Zudem schlage ich den Film: „A Day Without A Mexican“ vor.
            Zahlreiche Technologie wurde und wird in Kalifornien erfunden, (Hippie Steve Jobs mit syrischem bio Vater ist nur ein Beispiel) Hellooo Immigranten Gegner! Sehr wahrscheinlich wird auch in Zukunft die Schweiz von den Innovationen aus Kalifornien profitieren.

          • Sibylle Hartmann sagt:

            Winona La Duke (Native American) for President in 2020!
            (Das Wort Indianer wird hier schon lange nicht mehr gebraucht, sondern Native American)
            Oder
            Oprah Winfrey for President in 2020!

  • Peach sagt:

    Was mich extrem stört sind die Argumente der Gegner, dass ein Glas Wein Genuss sei während der Joint nur dazu da sei High zu werden. Dies ist einfach ein Irrglaube oder ein Schönreden der eigenen Droge der Wahl. Es gibt Cannabis Produkte mit einer extremen breite an Geschmacksnuancen, welche denen von Wein in nichts nachstehen.

  • Adnan sagt:

    CBD hat andere Qualitäten. Immer das herablassende zu CBD geht einem langsam auf den Wecker. CBD- und THC-haltiges Cannabis sind völlig verschiedene Dinge und haben wirklich aber wirklich nichts mit irgendeiner Light-Version oder alkoholfreies Bier zu tun. CBD ist für den Körper, THC für den Geist. ugauga.ch

  • Hans Minder sagt:

    Das Cannabisverbot bleibt auch im liberalen Oregon bis zum 21 Lebensjahr bestehen. Leider kommen die Jugendlichen heute super ans Gras dran, weil ihre Eltern/älteren Geschwister ihr Gras überall legal kaufen und zu Hause aufbewahren können. Jugendliche bis zum 21 Lebensjahr sind nun EINER WEITER REICHENDEN VERSUCHUNG und DERSELBEN STRAFVERFOLGUNG wie früher ausgesetzt. Oder sollte Canabis bereits für Kinder ab der Geburt freigegeben werden, damit es für die Cannabis-Beführworter stimmt? Und der ewige Vergleich mit dem Alkohol hinkt auch gewaltig. Alkohol ist nicht grundsätzlich da, um einen Rausch oder halt ein „High“ zu erzeugen. Bei der Einfahrt nach Eugene hängt jedoch ein Plakat „HIGH Eugene!“ Stünde „VOLLBESOFFENES Eugene!“ auf dem Plakat, wären Normaldenkende auch entsetzt

    • Réda El Arbi sagt:

      Sie sind nicht derselben Strafverfolgung ausgesetzt. Und in der Schweiz wären sie es auch nicht.

      Und wem lügen Sie was vor? Alkohol hat eine berauschende Wirkung, egal, aus welchem Grund sie ihn trinken. Schon ein halbes Bier hat berauschende Wirkung. Das ist keine Frage der Intention, sondern eine der Chemie. Der Unterschied ist, dass der Umgang mit Alkohol verlogen sein MUSS, um nicht über ein Verbot zu diskutieren.

      Apropos, wann haben Sie zum ersten Mal Alkohol getrunken? In welchem Alter? Und bitte, beschönigen Sie nicht.

      • Hans Minder sagt:

        Sie haben offensichtlich keine Ahnung der Gesetze (unten ein Fall nach Legalisierung:)

        Last week, a prosecutor in rural Asotin County charged three teenagers for possession of marijuana. Where this would typically be classified as a misdemeanor, with a maximum sentence of three months in jail, county prosecutor Ben Nichols charged them with a Class C felony, which holds a maximum sentence of five years.

        Beim Alkohol verschweigen Sie folgendes:
        Bier und Wein wie auch Schnaps können in geringen Dosen bei Gesunden eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben (Wein enthält Vitamine, Bier hat Mineralien, Schnaps hilft bei der Verdauung). Gras hat bei Gesunden keine positive Wirkung und schadet lediglich dem Organismus. Zudem kommt beim moderaten Alkoholkonsum der Faktor „Zeit“ dazu.

        • Réda El Arbi sagt:

          ja, die US-Gesetze kenn ich nicht. Sind mir eigentlich auch eher egal.

          Bei Cannabis sind Ihnen offenbar die medizinischen Wirkungen unbekannt, auch bei Gesunden.

          Sagen Sie’s doch einfach: Saufen ist in Ordnung, weil Sie es gut finden. Kiffen nicht, weil Sie es schlecht finden. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass Alkohol nun mal schädlicher ist als Gras. Und was den Faktor Zeit angeht: Bei den Alkoholsüchtigen ist meist genau das das Problem. Nicht der übermässige Konsum, sondern der regelmässige. Alkohol baut sich auch bei kleinen Mengen in den Stoffwechsel ein.

          • Hans Minder sagt:

            Nein, Saufen ist nicht in Ordnung. Deshalb ist Alkoholkonsum hier auch für unter 21 jährige verboten. Dies macht zudem Sinn, da mit 16 Auto gefahren werden darf. Nur ist Alkohol überall erhältlich, was die illegale Beschaffung erleichtert. Dies ist nun auch mit Gras so geschehen.
            Bitte klären Sie mich über die medizinischen Vorteile von Cannabis bei Gesunden auf, ohne dass damit mindestens die gleichen oder grösseren Nachteile entstehen (vor allem beim Rauchen).
            Schweizer Gesetze: Gemäss meiner Rechnung wurden Sie als 15 Jähriger wegen Cannabis Besitz vom Unterricht suspendiert . Würde der Besitz nun legal ab dem 18. Jahr, würde ein 15j. Jugendlicher nicht genau dasselbe wie Sie in der CH erfahren? Bezüglich USA: Es ist sinnvoll, von den Fehlern/Gewinnen der progressiven USA zu lernen.

            • Réda El Arbi sagt:

              Da ist mal der Stressabbau, tiefere Cholesterolwerte, Herzinfarkt-Prävention, niedrigere Wahrscheinlichkeit, an gewissen Krebsarten zu erkranken.

              Und ja, die Legalisierung würde nichts an der Situation eines 15-Jährigen verändern. Sie würde sie zum Beispiel nicht verschlechtern.

              • Hans Minder sagt:

                Danke für obige Aufklärung. Eine Frage noch: Als ich mich hier über die Auswirkungen von Cannabis schlau machen wollte kam ich nur bis zu folgender Aussage….“Da Cannabis-Konsum in den meisten Staaten bisher nicht legal war, existieren keine verlässlichen Langzeit-Daten zu dessen Einwirkungen auf den menschlichen Organismus.“ Mit andern Worten: Offizielle Stellen konnten Cannabis Benutzer nicht statistisch erfassen, da es sich um einen kriminellen Akt handelte. Das hiesse, dass niemand sagen kann, ob Cannabis wirklich gewisse Krebsarten unterbinden kann, ebenso wie die Prävention von Herzinfarkt. Tiefere Cholesterolwerte sind zwar messbar aber oft kurzzeitig und können auch mit „Härdöpfler“ erreicht werden, wie dies mein Vater oft gemacht hat um den Arzt zu necken….

            • Réda El Arbi sagt:

              Man kann in einer Gesellschaft versuchen, die Gemeinschaft vor dem Einzelnen zu schützen und den Einzelnen vor der Gemeinschaft. Wenn man aber zu stark versucht, den Einzelnen vor sich selbst zu schützen, also alles verbietet (nutzlos, grösstenteils), was schlecht ist für das Individuum, wären wir bald im Polizeistaat.

              Die persönliche Freiheit beinhaltet auch, sich völlig idiotisch zu benehmen, wenn man damit nicht Dritten schadet.

              Zur Zeit schadet die Prohibition von Cannabis rein finanziell der Gesellschaft mehr, als der eigentliche Konsum.

              • Hans Minder sagt:

                Zur Zeit schadet die Prohibition von Cannabis rein finanziell der Gesellschaft mehr, als der eigentliche Konsum….Solche pauschalen Aussagen sind gefährlich. Ein Bsp: Der Vater meines Stiefsohns hat Gras zu seiner Religion erklärt und permanent zu Hause geraucht. Nicht nur hat das Rauchen sein bescheidene Einkommen als Teilzeitprofessor an der Uni enorm strapaziert, sonder auch sein Kind von Geburt auf dem Passiv-Rauchen ausgesetzt. Mein Stiefsohn enorme Lern-/Konzentrationsschwierigkeiten und kommt in der Schule nicht mit. Inwiefern dies auf Passiv-Rauchen von Cannabis zurückzuführen ist, weiss ich nicht. Sein Vater ist seit 2 Jahren obdachlos, bezieht staatliche Hilfe, zahlt keine Alimente und schläft bei irgendwelchen Cannabis-Kollegen auf dem Sofa….ist dies in Ihrer Rechnung drinn?

                • Hans Minder sagt:

                  PS: Wir haben noch 2 weitere Buben, die keine der Symptome des Stiefsohns aufweisen. Beide haben in der Schule kein Problem und auch keine Konzentrationsstörungen. Wie ich ganz am Anfang geschrieben habe: Die Legalisierung von Cannabis scheint ein riesiges Experiment zu sein. In 50 Jahren werden wir wahrscheinlich wissen, ob es richtig oder falsch war. Allerdings werden zwischenzeitlich viele unnötigen Risiken eingegangen. Und ehrlich gesagt: Mir ist lieber, wenn ein Unbelehrbarer trotz öffentlicher Verbote wegen illegalem Konsum straflich verfolgt wird, als dass z.B. Kinder durch Passiv-Rauchen oder Jugendliche durch Aktiv-Rauchen unnötigen Risiken ausgesetzt werden. Dies ist jedoch mein persönlicher Standpunkt, für den ich hier einstehe.

                  • Réda El Arbi sagt:

                    Also alles verbieten, was gefährlich sein könnte? Hm, nehmen wir dann Eltern, die ihre Kinder falsch ernähren, das Sorgerecht weg? Wo ist die Grenze?

                • Réda El Arbi sagt:

                  Sie bringen immer wieder Einzelbeispiele, die ihr Bauchgefühl bestärken. Die Kosten für Strafverfolgung und Administration sind aber faktisch höher als die Schäden durch Cannabiskonsum.

                  • Hans Minder sagt:

                    Die Einzelbeispiele in meinem Umfeld sollen bloss aufzeigen, dass die Schadenerfassung bezüglich Cannabis-Konsum eine äusserst komplexe Angelegenheit sein kann. Auf welcher Basis beruht Ihre Schadenberechnung durch Cannabiskonsum? Sind Lungenkrebs, Erwerbsausfall von Abhängigen (die sich aufs Rauchen beschränken und nicht arbeiten), Unter-/Fehlernährung von Kindern durch Fehlinvestition in Cannabis anstelle gesunden Essens, Autounfälle durch Canabiskonsum (gemäss meiner Recherche kann bis heute der Canabisgehalt im Körper zum Zeitpunkt des Unfalls mit keiner Methode zuverlässig nachgewiesen werden), Bildungsrückstand durch illegal konsumiernde Jugendlichen (die im „High“ die Schule schwänzen) etc. berücksichtigt? Hier in Eugene ist obiges an der Tagesordnung.

        • Réda El Arbi sagt:

          Schauen Sie, ich hab die letzten 15 Jahre aufgrund meiner eigenen früheren Suchtgeschichte (Polytox, hauptsächlich Heroin, aber auch Alkohol und alles andere) mit der Begleitung von Suchtkranken verbracht. Die psychisch und gesundheitlich Kaputtesten waren Alkohol- und Kokainsüchtige, gefolgt von Heroin- und Medikamentabhängigen. Aber was der Alkohol dem Körper antat, hat keine andere Droge geschafft.

          • Hans Minder sagt:

            Das glaube ich Ihnen! Leute wie Sie sollten vor der Alkoholsucht warnen, anstelle Gras zu verharmlosen. Ihnen nimmt man solche Warnungen ab, da Sie wissen, wovon Sie sprechen! Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben alle Drogen verheerende Auswirkungen, wenn man den dosierten Umgang mit diesen nicht schafft. Dies ist sicher für Alkohol am sichtbarsten, da dieser am weitesten verbreitet ist. Ich wäre der erste, der ein Kontigent in Bars für die Kunden unterschreiben würde. Somit müssten Alkoholabhängige mindestens das Lokal wechseln. Im Zeitalter der elektronischen Vernetzung könnte man sogar diesen Missbrauch eindämmen. Mit dem Alkoholverkauf könnte man das gleiche tun. Dies ist zwar eine Beschneidung der persönlichen Freiheit, allerdings wäre es wahrscheinlich ein Gewinn für die Gesellschaft

      • Hans Minder sagt:

        Ich habe bereits als Kind zum ersten Mal an einem Glas Wein oder Bier genippt. Weil es mir scheusslich schmeckte, habe ich es lange nicht wieder versucht.

        Auch Rauchen habe ich bereits als Kind ausprobiert. Der selbe Effekt wie beim Alkohol.

        Auch Drogen sind mir nicht unbekannt, da ich als 25-jähriger an der Haight Street in San Francisco gewohnt habe, wo in den meisten Küchenschränken mehr illegale Drogen als Gewürze verstaut waren. Glücklicherweise war ich kein Teenager mehr und hatte bereits eine Fachhochschul-Ausbildung und Verantwortung im Beruf. Somit bin ich um diese Versuchung gut rumgekommen…..nicht auszudenken, was mit mir im Alter von 14 an der Haight Street geschehen wäre…..

  • Natalie Kuster sagt:

    Es geht nicht darum, Hanf schlimmer darzustellen, als andere bereits legale Suchtmittel. Es geht darum, dass wir bereits viel zu viele legale Substanzen (nicht nur Alkohol und Nikotin) haben und bereits mehr als genug mit Leuten zu kämpfen haben, die es einfach nicht im Griff haben. Fügen wir eine zusätzliche Substanz hinzu, nehmen unsere Probleme zu und nicht ab.

    • Réda El Arbi sagt:

      In Ihrer Welt ist dann alles verboten, das in irgendeiner Weise für einen Teil der Konsumenten gefährlich sein könnte? Zucker? Fett? Autofahren? Das bewirkt jedes Jahr Unmengen an Todesfällen. Mit einem Cannabisverbot schützen grad gar niemanden. Sie kriminalisieren nur einen ziemlich grossen Teil der Bevölkerung, der halt anders lebt als Sie.

    • Peter Schmid sagt:

      OK, noch einmal. Mit der Legalisierung von Cannabis würden wir nicht eine weitere Droge hinzufügen. Sie ist schon da !!! Unabhängig davon, ob wir sie verbieten oder nicht. Wir würden aber unseren Umgang mit der Droge verändern, den Schwarzmarkt untergraben, die Kriminalisierung abschaffen, Die Qualität besser kontrollieren können, Steuern für das Gesundheitswesen erheben können, und und und… wenn wir es verbieten haben wir alle Nachteile und keine Vorteile. Wenn wir es Legalisieren kommen neben Nachteilen eben noch Vorteile dazu. Verbieten heisst eben nicht, weniger Cannabis Konsumenten, sondern einfach mehr Kriminelle!

  • Hans Minder sagt:

    Oregon USA hat als einer der ersten Staaten Marihuana legalisiert. Heute gibt es in Eugene (160 000 Einwohner) 30+ Grasläden. Oregon hat eine der tiefsten Highschool-Abschlussraten. Ein 14-Jähriger wurde letztes Jahr von der Schule meiner Kinder wegen Marihuana-Dealing suspendiert (klaute Gras von den Eltern) . Bisher gibt es für die Polizei keine verlässliche und prompte Möglichkeit, einen Fahrzeuglenker auf seinen THC-Gehalt zu kontrollieren. Zudem gibt es keine aussagekräftigen Langzeitstudien, die Auswirkungen von THC auf die Entwicklung des Gehirns von Jugendlichen dokumentieren. Jugendliche den Risiken einer flächendeckenden Legalisierung auszusetzen, ist fahrlässig. Bei verantwortungsvollen Erwachsenen könnte eine Legalisierung O.K. sein. Man muss sehr sorgfältig Differenzieren.

    • Réda El Arbi sagt:

      Echt jetzt? „Ein 14-Jähriger wurde letztes Jahr von der Schule meiner Kinder wegen Marihuana-Dealing suspendiert“? ICH wurde persönlich 1984 vom Unterricht dispensiert, weil ich Gras mitbrachte. Weit und breit keine Legalisierung.

      Niemand will Gras an Kinder verteilen. Genauso wenig, wie jemand Schnaps an Kinder verteilen will.

      Was die Ladendichte angeht: In Zürich kommen jedes Wochenende rund 50 000 Menschen in den Ausgang. Die meisten davon trinken Alkohol. Es gibt an jeder Ecke, über den Daumen gepeilt pro 500 Einwohner, eine Beiz, in der Alkohol das Hauptgeschäft ist.

      Alkohol generiert eine körperliche Abhängigkeit, eher vergleichbar mit Heroin. Cannabis hat sicher auch gesundheitliche Folgen, verglichen mit Alkohol fallen die aber auf die Bevölkerung gerechnet minim aus.

      • Hans Minder sagt:

        Ja, Alkohol ist gefährlich. Obwohl in den USA erst ab 21 legal, haben viele lange vor dem 20-zigsten Lebensjahr Alkoholvergiftungen erlebt. Alkohol ist hier für Jugendliche überall erhältlich, auch wenn dies illegal ist. Allerdings sind viele dieser „Jungen Trinker“ später zur Vernunft gekommen und haben ausser vielleicht körperlichen Problemen wenig von ihren Jugendsünden abgekriegt. Die Frage bleibt, wie sich THC auf die Entwicklung des jugendlichen Gehirns auswirkt. Ich kenne viele Gras-Abhängige, die kaum Empathie zeigen, im Normalzustand enorm gereizt sind und kaum Eigeninitiative verspühren. Ob dies mit ihrem jugendlichen Gras-Rauchen zusammenhängt, das wird erst mittels Langzeitstudien ersichtlich. Ein sich entwicklendes Gehirn laufend zu betäuben könnte Gefahren mit sich bringen.

        • Réda El Arbi sagt:

          So, es ist also ihr Gefühl. ich persönlich kenne wohl mehr Menschen, die seit Jahren Cannabis zu sich nehmen, auch schon als jugendliche, und die jetzt verantwortungsvolle Jobs in Unternehmen, als Ärzte oder in der Justiz ausüben.

          Sie verwechseln Kauslaität mit Korrelation. Es gibt Leute mit psychischen Problemen, die kiffen. Das bedeutet nicht, dass Kiffer psychische Probleme haben. Es bedeutet nur, dass Kiffen psychische Probleme verstärken kann.

      • verstehenicht sagt:

        Wenn wir uns schon darin einig sind, wie gefährlich die Abhängigkeit zu Alkohol sein kann – und ist, wieso wird dann diese Tatsache immer wieder herangezogen, um etwas zu verharmlosen, was die Gesellschaft nachweislich weiter kaputtmachen wird?

        • Réda El Arbi sagt:

          Nun, vertrauen Sie mir. Ich verstehe wirklich etwas davon.

          1. Alkoholsucht ist eben nicht mit einem übermässigen Konsum an Cannabis zu vergleichen. Nur schon wegen der gesundheitlichen Schäden und der Enthemmung, bzw. der Gewalt durch Alkohol.

          2. Wir gehen darin einig, dass der Grossteil der Menschen, die Alkohol trinken, nicht süchtig sind. Genauso ist es bei Cannabiskonsumenten. Prohibition hingegen führt automatisch zur Kriminalisierung, was viele Leben zerstört.

          3. Sobald wir perfekte Menschen sind, würde wohl kein Rausch mehr nötig sein. Bis dahin können wir nicht für alle verbieten, was für einige gefährlich sein kann. Sonst gäbs auch kein Fett und kein Zucker mehr.

          • Réda El Arbi sagt:

            Ich lebe voll abstinent, kein Alkohol, keine Drogen. Ich war 15 Jahre heroinsüchtig, ich weiss, was Sucht anstellen kann. Und ich weiss, wie wenig Kriminalisierunng hilft.

  • Shekina Niko sagt:

    Was mich neben der unsinnigen Gängelung an der Prohibition total stört ist, dass der illegale Handel das organisierte Verbrechen unterstützt und somit auch die Gefahr, an gefährliche weil gestreckte Ware zu gelangen.

    • tststs sagt:

      Was mich als Kifferin ausserdem stört, ist die Bevormundung durch den Staat.
      Was mich als Bürgerin ebendieses Staates stört, sind die Mio Steuergelder, die uns durch die Lappen gehen.

      • tina sagt:

        nunja. andererseits, wenns legal wäre, würde eben ein grosskonzern das zeug möglichst rentabel herstellen. er hätte das monopol und würde seine angestellten schlecht bezahlen. man müsste es schick verpackt kaufen und auch für die verpackung zahlen. kleindealer hätten kein einkommen mehr.
        tsts: der staat würde dich auch dann bevormunden.
        irgendwie finde ich es sowieso krank, dass der staat mit alkohol und zigaretten die kassen füllt, um ehrlich zu sein

  • Maiko Laugun sagt:

    @Réda: Ich bin für Legalisierung, als Nicht-Kiffer.

    Trotzdem: Polizisten sollen das Gesetz anwenden, auch wenn dieses noch so absurd ist. Oder sollen die bei sexuellen Belästigungen auch nach eigenem Gutdünken wegschauen, nur weil viele Männer dies als normal ansehen?

    Und Ja, der Gesetzgeber war in diesem Falle offensichtlich besoffen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ich denke, die Polizei soll da genauestens arbeiten, wos um den Schutz der Bevölkerung geht. Aber sie sollten Augenmass halten, wo effektiv niemand geschädigt wird. Übrigens ist das eine eine Übertretung, das andere eine Straftat.

      • Maiko Laugun sagt:

        Nun Ja, was im kleinen anfängt, endet im grossen. Am Schluss tun die dann was sie wollen.

      • Claude Fontana sagt:

        Naja, bekifft etwas tun, wie Maschinen bedienen, oder Autofahren , kann auch gefährlich sein. Aber Kiffen an sich, sollte der Eigenverantwortung unterstehen.Der konsum illegaler oder Legaler Drogen sollte auch explizit im Arbeitsvertrag geregelt werden. Wenn ein Lastwagenfahrer in seiner Pause kifft, und sich danach wieder für 8-12 h ans steuer setzt, gefährdet Leben. wer in der freizeit besoffen ist, fällt zwar auch auf, aber solange er/sie niemanden stört,ist es ja okay, ich seh das beim Kiffen genauso.

    • Janis Vidal sagt:

      Absolut richtig, Polizisten sollten das Gesetz anwenden und durchsetzen. Doch leider macht man auch immer wieder Erfahrungen mit beamten die ihre Meinung mit dem Gesetz verwechseln. Als das mit dem CBD Gras angefangen hat, dachten ein Freund und ich uns, dass wir das mal ausprobieren und haben uns mit dem Zeug in St. Gallen auf eine Bank gesetzt. Wurden prompt kontrolliert und trotz vorweisen der Quittung vom Shop umgehend des Areals verwiesen. Das Gras wurde beschlagnahmt und man hat uns mit einer Busse gedroht. Habens dann gut sein lassen und sind gegangen um Ärger zu vermeiden.

  • Antonio Di Nauta sagt:

    Danke für den super geschriebenen Artikel!

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.