Wechsel im Bellevue

Marco Giuliani verlässt den Club Bellevue. Für ihn kommt aber hochkarätiger Ersatz: Street Parade-Booker Robin Brühlmann gehört neu zum Team.
Das DJ- Pult wandert in die Mitte: Kleine Umstellungen im Bellevue.

Das DJ-Pult wandert in die Mitte: Kleine Umstellungen im Bellevue.

Marco Giuliani hat die Geschäftsleitung des Clubs Bellevue verlassen. Louis Bisang und sein Teilhaber Marco Ammann werden das Lokal künftig zu zweit führen. Bisang: «Giuliani und wir sind im Guten auseinandergegangen. Es ist nur so, dass ihm die Dreifachbelastung Familie, Ristorante Antiquario und Bellevue etwas viel geworden ist. Darüber hinaus ist sein Restaurant sehr stark an seine Person gebunden: Wenn er nicht vor Ort ist und als Gastgeber fungiert, spürt er das bei den Reservationen».

Das Antiquario ist seit vielen Jahren ein Familienbetrieb, Marco Giuliani hat ihn von seinem Vater übernommen.

Die besondere Stellung des Bellevue – der Club kombiniert Underground-affine, subkulturelle elektronische Musik mit Attributen des Glamourclubbings wie Tischservice und Lounges – soll dem Club trotz des Ausstiegs Giulianis erhalten bleiben.

Das Lokal wird die Brücke zwischen den beiden Zürcher Clubbingwelten bleiben: «Giuliani war immer mehr der derjenige im Team, dem die gastronomische Seite des Nachtlebens, wie der Flaschenkonsum in den Lounges, wichtig war. Ich bin der Typ für den subkulturellen Sound, House mit Schlag in den Techno. Mit der Musik von Mind Against konnte Giuliani nie so viel anfangen wie ich», stellt Bisang fest.

Auch das am 23. Dezember mit dem SpaceMonki des Terrazzza-Veranstalters Marco Diener eine Location mit ähnlicher Ausrichtung eröffnen wird, ist für ihn kein Grund zur Sorge: «Ich mag Diener und denke sein Club wird eine Bereicherung für Zürich sein. Ich freue mich jetzt schon auf die sich dadurch neu ergebenden Kooperationsmöglichkeiten».

Ein paar Anpassungen hat Bisang mit Giulianis Ausstieg aber trotzdem vorgenommen, wenn auch keine grundlegenden: Das DJ-Pult wurde von der Seite in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt. Zudem wurden die Visuals vom «Reckless Collective» auf den neuesten Stand der Technik gebracht, 3D-Animationen und Video Mapping inklusive.

An den Donnerstagen und bis Ende Jahr findet Discobelle statt, ein Abend mit Nu Disco und ähnlichen Sounds. Dieser wird von Acts wie Marcism, Muri, Mannequine, Gallo und Phil Z’Viel ausgerichtet. Die bemerkenswerteste Änderung dürfte aber sein, dass neu der Street Parade-Booker Robin Brühlmann zum Team zählt.

Bisang: «Viele der internationalen Künstler sind auf Brühlmann zurückzuführen, viele auf mich. Wir ergänzen uns als Booking Team also super und sprechen uns mehrmals in der Woche ab». Die exzellenten, internationalen Kontakte Brühlmanns dürften dem Bellevue auch helfen, die (mittlerweile überwundene) Baisse am Anfang des Jahres hinter sich zu lassen. Der Publikumszuspruch war über mehrere Monate vergleichsweise unbefriedigend, was das Gemunkel in der Stadt hat aufköcheln lassen.

Daher dürften einige den Abgang Giulianis als schlechtes Omen für den Club deuten. Der hauptberufliche Jurist Bisang ist jedoch ein erfahrener Nightlifemacher und beispielsweise auch mitverantwortlich für die Sanapa-Samstagspartys. Er verfügt über einen langen Atem, den auch nichts allzu schnell verschlägt.

4 Kommentare zu «Wechsel im Bellevue»

  • Club Bellevue sagt:

    Bellevue Beweggründe
    Manifest No.1 bis No.10:
    Zum Nachlesen, was uns antreibt und wie wir unseren schmucken Club verstehen:

    https://www.facebook.com/notes/club-bellevue/manifest-des-club-bellevue/1532975393477259/

  • Andy Mancher sagt:

    *gähn*

    Kein Wunder wurde die «Ist dieser Artikel lesenswert» bei dieser Kolumne
    ausgeschaltet. Mit nur einem Nightlife-Beitrag pro Monat liesse sich die Sache interessant halten, Herr Flach. Ein Wechsel im Team von irgendeinem Club ist nun wirklich keine Sache von Belang für die Tagi-Leserschaft.

  • Michael sagt:

    Ich glaube dass SpaceMonki könnte gut kommen. Das einzige Problem sind die „Freunde“ von Diener, die wohl das Gefühl haben, dass das Nightlife gratis ist und dass das Organisieren nichts kostet. Ich hoffe, dass sie zur Vernunft kommen und den Eintritt und die Drinks anstandslos bezahlen.
    Support your friends ist in der Schweiz leider nicht die Regel.

    Schönen Montag euch allen, und natürlich auch dem Bellevue weiterhin viel Erfolg.

  • Toni sagt:

    Situation Winter 2018: Clubs eher mässige Besucherzahlen, keine Schlangen mehr, viel Platz auf der Tanzfläche ,aber Pop Up Clubs wie zum Beispiel das Salon Libre bis zum Bersten voll. Fazit: Leute haben Lust auf Neues, auf neue Umgebungen.Mit dem Spacemonki noch ein Club, noch mehr Konkurrenz.

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