«Bitches für alle!»

«Bachelor» ist so erfolgreich, dass es in der Stadt seit Jahren Public Viewings gibt. Was sagt uns das über einen allfälligen Erfolg der NoBillag-Initiative?
Emotionsporno für Stadt und Land: «Bachelor» auf 3+

Emotionsporno für Stadt und Land: «Bachelor» auf 3+

Heute morgen war mein Internet voll von «Bachelor»-Meldungen. «Celine will den Bachelor für sich» oder «Der Bachelor offenbart seine dunkle Vergangenheit!» waren die Schlagzeilen. Die Artikel wurden auf Facebook geteilt, zum Teil von genau den Leuten, die mit der NoBillag-Initiative dem Leutschenbach und dem Radiostudio den Saft abdrehen wollen.

Für Leute, die «Bachelor» nicht kennen: Das ist ein Gefühlsporno, bei dem fremdschämgeile Zuschauer in Grossaufnahme mitverfolgen dürfen, wie sich einige junge Frauen für 15 Minuten Ruhm an einen sixbepäckten Mann prostituieren, der dann wie auf dem Sklavenmarkt das beste Stück Fleisch auswählt. Tränen und Softsexszenen in CloseUps inklusive. Seit einiger Zeit gibts in der Stadt sogar Public Viewings für diese Art der Unterhaltung.

Der produzierende Sender 3+ ist neben  SRF der einzige schweizweit ausgestrahlte TV-Kanal. Ein anderes erfolgreiches Produkt aus dem Haus ist «Bauer sucht Frau», indem ein weniger sixgepäckter Seppentony zwischen seinen Kühen eine begattbare Sie sucht. Die Zuschauer sehen auch hier gebannt zu, wie Menschen, die sich offenbar nicht schützen können, öffentlich gedemütigt werden.

Ich mach dem Sender 3+ sein Sendeangebot nicht zum Vorwurf, schliesslich müssen die auf dem Markt bestehen. Und darum müssen sie mit wenig Investition möglichst viele Zuschauer generieren. Dass man in der Schweiz mit Sex und Demütigung am meisten Leute erreicht, ist nicht deren Schuld. «Billige Bitches für alle!» ist aber deren Lösungsansatz für einen werbefinanzierten Sender.

Zurück zur NoBillag: Einige der SRF-Gegner sind überzeugt, dass das SRF alleine mit Werbeeinnahmen überleben und ein qualitativ gutes Angebot produzieren kann. Nun, da ist die Frage, was Qualität ausmacht.

Misst man Qualität an den Zuschauerzahlen, könnte man sich ja am Internet orientieren: Da sind die Pornoseiten immer noch der meistangesehene Content …

Also stellen wir uns mal eine Schweizer Fernsehlandschaft ohne SRF vor: Emotionspornos, ältere Hollywoodfilme, die man billig einkaufen konnte, Serien, die man auf Netflix bereits gesehen hat und Nachrichten von Tele Züri/Bern/Basel. Alles mit 20 Minuten Werbeunterbrechung pro Stunde.

Nun, wir leben in einer direkten Demokratie, wir stimmen über jedes bisschen ab. Und egal, welcher politischen Richtung Sie angehören, Sie wollen ganz bestimmt nicht, dass Menschen, deren Kopf nur mit solchem Mist vollgestopft ist, mit Ihnen gemeinsam an die Urne gehen und dort die Schweiz mitgestalten.

«Aber es gibt ja noch andere Medien!», hör ich da. Natürlich. Zum Beispiel das Medienhaus, bei dem ich diesen Blog veröffentlichen kann. Wir haben bald gemeinsam mit Bern eine Mantelredaktion. Alle News aus einer Redaktion. Die BAZ und die Südostschweiz teilen sich auch bald ein einziges Team für Informationen. Blocher hat gerade die Reichweite von 700 000 Lesern dazugekauft. Soviel zur Medienvielfalt. Und die Gratiszeitungen haben ähnliche Bedingungen wie die Privatsender. Sie bringen, was möglichst viele Leute erreicht: Bitches, Blut & Smartphonetests.

Naja, Sie sind erwachsen. Entscheiden Sie selbst, in was für einer Medienwelt Sie leben wollen. Es liegt in Ihrer Hand.

111 Kommentare zu ««Bitches für alle!»»

  • Christian Weiss sagt:

    Billag-Gegner sind alle ein bisschen doof und gucken Bachelor.
    Ist das jetzt die neueste Saite in der Kampagne der Anhänger der Zwangsabgabe?
    Zuvor ging wahlweise die Schweiz, die Demokratie oder die – besonders originell angesichts des quasistaatlichen Monopolsenders – Medienvielfalt unter.

    Auf die Idee gekommen, dass die Billag-Gegner andere Informationskanäle und Medien nutzen als 20 Minuten Bildli bei der Tagesschau angucken, ist der Autor nicht?
    Wer im 21. Jahrhundert immer noch das Gefühl hat, das Fernsehen sei ein Informationsmedium, der ist möglicherweise nicht mehr ganz auf dem Laufenden.
    Sogar ein zunehmend boulvardeskes Blatt wie der „Tagi“ übertrifft ja trotz bisweilen reichlich dümmlicher „Zuspitzungen“ die SRG bezüglich informativer Tiefgründigkeit um Lichtjahre.

    • Réda El Arbi sagt:

      Naja, offenbar sind Sie ein SRG-Kenner. Die über 100 Formate sind Ihnen nicht fremd. Von Sternstunde Philosophie bis hin zu Reporter und Echo der Zeit. Und natürlich kennen Sie auch die italienischen und französischen Angebote. /Ironie off

      Was ich übrigens aufzeige, ist nicht, was NoBillag-Gegner schauen (die meisten haben den Schweiz-Match gestern geguckt), sondern, was einem Sender in der Schweiz bleibt, wenn er mit Werbung existieren muss.

  • Fabian Frei sagt:

    Gut gebrüllt. Einzig: Landfrauenküche, Donnstigsjass, Potzmusik unterwegs und andere SF by de lüt Formate sind mir noch gleichgültiger als ein Bachelor-Format. Als würde SRF nur Bildungs-TV und Sport zeigen. Es ist eben auch jede Menge Müll dabei der – im Gegensatz zum Bachelor – mehrheitlich von Zwangsabgaben finanziere wird

    • Réda El Arbi sagt:

      Naja, die Formate, die sie erwähnt haben, mögen Sie nicht interessieren, mögen in ihren Augen Müll sein. Ich schau auch keines davon. Nur: Landfrauenküche setzt sich mit regionaler Schweizer Kultur auseinander, die Jasssendungen übrigens auch. Und natürlich die Musiksendungen, von SRF3 bis Potzmusig zeigen Schweizer Kukturschaffen.

      Das ist eine der Kernaufgaben der SRG. Und wenn die es nicht mehr machen, kennt niemand mehr unsere kulturellen Wurzeln und das zeitgenössische Schaffen.

  • Hans Müller sagt:

    Die SRG soll sich auf die Produktion von neutralen (fakten- und nicht etwa meinungsorientierten) Nachrichten und hochwertigen Dokumentationen beschränken. Ein TV und ein Radio pro Sprachraum. Fertig. Das geht mit dem halben Budget. Den ganzen restlichen Schrott braucht niemand oder lässt sich auch privatwirtschaftlich finanziert erbringen. Ein Land, das die links-„liberalen“ Exekutivpolitiker und Medienschaffenden am liebsten abschaffen würden (Stichwort EU-Beitritt, offene Grenzen, Favorisierung von Parlamentsdemokratie über Direktdemokratie, Kritik an „Mehrheitsdikaktur“, etc.), braucht ja eigentlich auch kein TV zur Schaffung von „nationalem Zusammenhalt“.

    • Réda El Arbi sagt:

      Vielleicht verwechseln Sie ja Demokratie mit der Diktatir der Mehrheit. ich nicht. Zu einer Demokratie gehört, dass man sich auch um Minderheiten und deren Bedürfnisse kümmert. Dass man Kultur, Kunst und Zusammenhalt in der Bevölkerung unterstützt.

      Und der Rest darüber, was Linksliberale am Liebsten tun ist eigentlich nur Blablabnla auf dem Niveau von 20Min-Kommentarspalten, sorry.

      • Hans Müller sagt:

        Mach Dir mal keine Sorgen um meine staatspolitische Bildung. Ich passe mich Deinem Niveau an, damit Du’s verstehst, lieber EB Zürich Dozent und Kommunikationsexperte mit Fettschriftsplean. Wenn dieses Deiner Meinung nach auf 20 Minuten Niveau liegt, kann ich nix dafür.

        • Réda El Arbi sagt:

          Es würde «20 Minuten»-Niveau heissen. Und wir diskutieren hier über meinen Text. Also schein ich Dich erreicht und bewegt zu haben. 😉 Nun, in Deinem Kommentar hier ist kein einziges Argument enthalten. Normalerweise greifen mich die Leute zwar auch persönlich an, benutzen das aber, um ihren Standpunkt klar zu machen, nicht um Ihren Frust abzulassen. *kopfstreichel*

          • Hans Müller sagt:

            Ach Reda, immer das erste und das letzte Wort. Du bist der Kommunikationsexperte und kannst doch nie sachlich bleiben. Deine „Argumentationskette“ folgt immer dem gleichen Muster: Wenn Dir ein Kommentar nicht passt, greifst Du das „Niveau“ des Gegenübers an, dann geht’s weiter mit den üblichen „Frust“- oder „Wutbürger“-Anschuldigungen. Du wärst gerne ein Intellektueller, nur bist Du’s leider nicht. Es hat ja noch nicht mal zum Akademiker gereicht. Deal with it. Kein Wunder sind Deine Lieblingswörter in den Blogs „kotzen“ und „Scheisse“. So viel zum Thema Frust.

            • Réda El Arbi sagt:

              Ach Gott. Du liegst auf so vielen Ebenen falsch, dass ich gar nicht weiss, wo ich anfangen soll. zuerst: Versuch nicht, mir „Intellektueller“ anzuhängen. Ich schätze Intuition und Erfahrung höher als Bildung und Intellekt.

              Wer hier diskutiert, kriegt in gleicher Tonart und manchmal härter zurück. Ist es zu stark, bist du zu schwach. Dann darfst du gerne auf Plattformen ohne Widerwort kommentieren.

              Und ja, das gehört zum Konzept meiner Blogbeiträge. Man streitet. Und nein, kein Frust. Wenn ich ehrlich bin, ist mein Leben besser als je zuvor. Und weil ich weiss, wies anders sein könnte, bin ich auch wirklich jeden Tag dankbar dafür.

              Aber schön, dass dus versucht hast. Leider daneben. Aber noch ein Versuch? Fühl dich frei.

  • Mi sagt:

    Bravo! Nur ein Detail fehlt noch: Die ganze Bachelor und ‚Reality‘ TV Sause läuft zudem auch noch nach Skript ab! Erbärmlich

  • Rainer Kedner sagt:

    Die Sache ist einfach: Rechte Politiker haben schon immer gegen mehr Bildung gekämpft. Sie wollen bei den Schulen sparen und sie wollen beim Bildungsfernsehen sparen. Darum sind nur rechte Parteien im „No Billag“ Komitee.
    Warum wollen Rechte bei der Bildung sparen? Weil gebildete Menschen selten rechte Parteien wählen.
    Darum „No Billag“, weil unabhängige Berichterstattung schon immer ein Problem für die Vereinfachungen und Halbwahrheiten von rechten Politikern waren.
    Die Schwächung der 4. Gewalt ist eine Schwächung der Demokratie. Und die Schwächung der Demokratie ist somit das Endziel der Initianten. Denn sie wollen lieber naive Marionetten als gut informierte Bürger, die selber denken.

    • Christian Weiss sagt:

      Der Glaube von Halbgebildeten, die eine neusprachliche Soft-Matura gemacht haben und danach irgendein sozialwissenschaftliches Pseudofach an der Uni belegt haben, sie seien grosse Intellektuelle, hält sich nachhaltig.
      Aber wer so himmelschreienden Unsinn verzapft, wie das Rechte Politiker – also Liberale und Konservative – gegen Bildung seien, dem fehlt es möglicherweise selber massiv an Bildung.
      Ich behaupte jetzt frech das Gegenteil: Üblicherweise ist es so, dass Linke darum links sind, weil es ihnen an elementarer ökonomischer und naturwissenschaftlicher Bildung fehlt.
      Darum sind Linke gegen freie Märkte und haben teuflische Angst vor Genen, Atomen und chemischen Verbindungen, während sie gleichzeitig an die wundersamen Kräfte von Homöopathie und „Superfood“ glauben.

      • Réda El Arbi sagt:

        Nun, schauen Sie in die Parlamente, nach Luzern zum Beispiel, und sagen Sie mir, wer da zugunsten von Steuererleichterungen die Bildung demontiert.

        Wenn Sie argumentieren, wäre es super, wenn Sie dazu Fakten bringen. Die Sparwut der Rechten/Liberalen bei der Bildung ist empirisch aufzeigbar.

        PS: Was Esoterik und Impffeindlichkeit angeht, ist die neue Rechte ziemlich am aufholen.

  • Meisterhans sagt:

    Der Autor des Artikels erkennt, dass die Abschaffung der SRG auch ihn als Medienschaffenden finanziell unter Druck setzt. Denn mehr Medienschaffende suchen für ihre Selbstdarstellung, für das eigene Ego, bitte jeweils mit Foto, man will ja zu den Promis gehören, einen Platz an der Sonne. Die Preise von Kolumnen sinken also. Insoweit verstehe ich das Engagement des Verfassers für die Fernsehsteuern.
    Er ist zudem ein Subventionsvertreter: Die Deutschschweizer müssten damit die Westschweizer subventionieren. Warum eigentlich? Zudem freut sich der Verfasser an den Subventionen, welche die SRG offenbar für die „Musikszene“ leistet. Und was soll der Steuerzahler daran für ein Interesse haben? Also auch eine Steuer zulasten der Deutschchweizer, eine Steuer für die Musik und für den Sport?

    • Réda El Arbi sagt:

      Ach gähn. Ich würde ohne die SRG als Consultant für Kommunikation (mein Hauptberuf) genau gleich viel oder mehr verdienen, da die auf den Markt drängenden ausländischen Sender Fachleute bräuchten, die den inländischen Markt und die lokal unterschiedliche Mentalität kennen.

      Und was die Subventionen angeht: Durch den nationalen Finanzausgleich ist das bereits so. Das sind nicht Subventionen, das nennt man Schweizer Identität. Aber wenn Ihnen die anderen Regionen der Schweiz am Allerwertesten vorbeigehen, hat das wenig mit Subventionen und viel mit ihrem nationalen Selbstverständnis als Schweizer zu tun.

      Genaus so, wenns um Schweizer Kultur geht: Ihnen mögen Schweizer Musiker, Filmemacher und Schweizer Sportarten egal sein. Den anderen Schweizern nicht.

  • Meisterhans sagt:

    Die Frage lautet: Fernsehsteuern, brauchen wir das? Die Abgaben für die SRG sind Steuern, voraussetzungslos geschuldet, ob man einen TV hat oder nicht, ob per se fernsieht oder nicht, und vor allem, völlig unabhängig, ob man diesen Staatsbetrieb will oder nicht. Warum nennt man das Kind nicht beim Namen: Fernsehsteuer. Das ist keine blosse GEbühr oder dergleichen, das ist eine Steuer, die man nicht Steuer nennen will. Denn Steuern sind unpopulär.
    Was die Linke immer übersieht: Bei den internationalen Steuervergleichen muss man diese somit zu den Steuern dazuzählen, insbesondere auch im Unternehmensbereich.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun eben nicht. Steuern sind in der Verteilung (die dem Parlament obliegt) abhängig von den gerade herrschenden politische Mehrheiten. Würde man die SRG über Steuern finanzieren, hätte man ein staatlich kontrolliertes Medienangebot, kein staatlich finanziertes. Die Gebühren wurden eingeführt, um politische Einflussnahme auf die Programmgestaltung zu vermeiden.

      • Bela Summermatten sagt:

        Meisterhans, wärst Du glücklicher, wenn man die Abgabe Steuer nennen würde? Wahrscheinlich nicht, weil mit Semantik allein ist dem vergrämten Wutbürger nicht zu helfen.

      • Christian Weiss sagt:

        Die SRG-Gebühr wird inzwischen flächendeckend von allen Haushalten erhoben, egal, ob diese das Angebot nutzen oder nicht. Sie ist darum definitionsgemäss eben genau keine Gebühr, sondern eine Steuer.
        Dramatisch ist dabei, dass eine Steuer für die reguläre Einführung des Ständemehrs bedarf. Das genau hat die Änderung des Fernsehgesetzes aber nicht geschafft.
        Rechtsstaatlich sind die „Gebühren“ hochgradig fragwürdig.
        Da über die Höhe der „Gebühren“ eine politische Instanz entscheidet, ist die SRG sicher kein politisch unabhäniges Medium.
        Dass die SRG den Politikern nicht auf die Füsse steht und ihnen lieber etwas Präsenzzeit für die Wiederwahl zukommen lässt, kann jeder Konsument sehen, der keine Tomaten auf den Augen hat.

        • Réda El Arbi sagt:

          Natürlich finanziert man die SRG nicht über Steuern. Die Gebühren wurden mit der Überlegung eingeführt, dass nicht die Mehrheit im Parlament ins Programm eingreift. Denen obliegt die Verteilung der Steuergelder. Dann hätten wir einen staatlich kontrollierten Sender, keinen staatlich finanzierten.

          Was die Höhe der Gebühren mit der politischen Unabhängigkeit zu tun hat, haben Sie irgendwie nicht richtig aufgeführt.

          Und es ist Aufgabe der SRG in unserer Demokratie, der Bevölkerung die Menschen vorzustellen, die sich zur Wahl stellen. Aus allen Parteien. Übrigens haben meine politischen Gegner mehr Airtime in SRG-Formaten. Trotzdem unterstütze ich die SRG.

  • Hans Hegetschweiler sagt:

    Die SRG hat sehr viel Werbung, weshalb das Argument mit den 20 Minuten pro Stunde bei Tele Zürich nicht zieht.. Vielleicht hat die SRG ein bisschen weniger als Tele Züri (das ich kaum schaue), aber eben verglichen mit ARD und ZDF, die nach 20 Uhr werbefrei sind, enorm viel. Die SRG sendet Serien, wie 2 1/2 men, die nicht viel besser als der Bachelor sind (das kann ich allerdings nicht ganz beurteilen, weil ich den Bacheleor nie schauen würde). Für mich gäbe es als Lösung nur ein geführenfinanziertes werbefreies Public TV (analog zum Radio, analog zu Arte) mit je einem Sprachkanal, dessen Reichweite allerdings schrumpfen würde; so what. Deshalb weiss ich nicht, was ich bei No-Billag stimmen werde, fürs Radio zahle ich gern, für das heutige SRG-Fernsehen nicht.

    • Réda El Arbi sagt:

      Sie bezahlen ja auch nicht nur für ihr eigenes Vergnügen oder ihre Information. Sie bezahlen auch für die Viersprachigkeit. Romands und Tessiner hätten nämlich gar nichts, wenn wir die SRG nicht als gemeinschaftliche Verantwortung aller Schweizer verstehen würden.

  • heinrich fleischer sagt:

    Ich will das alte System wo ich wählen kann ob ich fürs Radiohören und/oder Fernsehsehen zahlen kann. Dann nimmt mich dann noch Wunder wem der Bund den Auftrag für die Information der Bevölkerung in Krisensituationen überträgt. Vermutlich Radio Blocher mit: „Guäts Mörgeli, schlimmi Barbarä stünd vor d’r Grenzä. Sofort Raglett und Fondü chaufä und ab in Zivicheller. und jetzt d’s Vreneli vum Herrliberg. Tschüss zämä“

  • Hans Hasler sagt:

    Jetzt fehlt mir nur noch die Begründung, wieso
    a) die reichweitenstarken Sendungen der SRG besser sein sollen
    und
    b) wieso die SRG nicht massgeblich mitbeteiligt ist daran, dass die nicht SRG Medienlandschaft am verarmen ist (JA; jetzt am verarmen ist, nicht nach einem allfälligen NoBillag Ja. Die SRG scheint da ja ganz gut mit dem Blocher – Imperium leben zu können. Die Frage wieso ein Zehnder bereit ist, sein Lebenswerk an Blocher zu verscherbeln stellt der Autor nicht einmal).

    • Réda El Arbi sagt:

      Vielleicht kurz zur Information: Die Medienlandschaft „verarmt“ nicht, weil zuwenig Geld da ist. Sie bezahlt für die fehlenden Investiotionen seit den 90er Jahren. Das Problem ist nicht die SRG, sondern das Angebot der Gratiszeitungen und der freie Zugang zu Internetinhalten.

      Insofern ist die „Medienkrise“ von den Verlagshäusern selbst produziert.

      Aber anstatt in Qualität zu investieren, versucht man mit Trash mehr Reichweite zu generieren, um bei den Werbegelder was reinzuholen. Und natürlich sollen weniger gut ausgebildete Journalisten mehr Medientitel bedienen. Dass das nicht aufgehen kann, ist ja schon rein rechnerisch klar.

      • Andy sagt:

        Das kann man insofern untermauern, indem man das Crowdfunding für die Republik anschaut, welche Qualität und Unabhängigkeit versprochen hat. Offenbar ist da eine Marktlücke für Medien welche primär Qualität und sekundär Quantität bringen.
        Für mich ist das kein Wunder, schliesslich hat man mit Internet, Fernsehen, Radio und Tageszeitungen genug an Quantität, so dass man sehr viel Zeit braucht um die Essenz der vielen eher oberflächlichen Meldungen und Berichte herauszulösen. Würde es einem Medium gelingen mit qualitativ hochwertigen Beiträgen trotzdem die wichtigsten Themen abzudecken, könnte das eine Lücke füllen.

      • Hans Hasler sagt:

        Oh doch Réda: Die Medienlandschaft verarmt durchaus weil zuwenig Geld da ist. Es ist aber nicht (nur) die SRG daran Schuld, dass zu wenig Geld da ist, sondern auch nicht funktionierende Geschäftsmodelle – vor allem im Bereich Internet.
        Die Medienkriese ist auch von den Verlagshäusern selber prodziert.

        Trotzdem verschärft die SRG die Problematik deutlich. Man kann nicht hunderte von Millionen abzügeln ohne, dass dies einen Einfluss hat auf den Markt. Den Medienhäusuer vorzuwerfen, dass sie falsch geschäften währendem einem einzelnen Medienhaus mehr oder weniger unwidersprochen bliebig Geld gezahlt werden soll ist doch eher seltsam! Und die Frage inwiefern dann dieses Medienhaus nicht selber Reichweitenbolzen mit Trash betreibt bleiben Sie mir schuldig!

        • Réda El Arbi sagt:

          Sie denken wirklich, die Billag-Gelder würden ihren Weg in den freien Medienmarkt finden? Echt jetzt? Offenbar haben Sie noch keine Marktanalyse gesehen und auch die Marktdynamik der letzten zehn Jahre verfolgt.

          Ohne Billag würde der Markt noch härter, weil die SRG dann als ganz grosses Tier die Werbegelder wie ein Magnet von den anderen abziehen würde. Trotzdem würde es nicht reichen, um den Service Public in allen Regionen und für alle Interessensgruppen aufrecht zu erhalten.

  • Adrian Jencik sagt:

    No Bilag. Nur die Unterschicht konsumiert noch TV. Will ich Filme – Apple/Amazon/HBO/Netflix. Will ich info/Dokus: Das Internet. Will ich Pornos: Das Internet.

    SRG ade.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ich hör immer „Ich! Ich! Ich!“ von den NoBillag-Fans. Dass es um ein Solidarprinzip geht, mit dem man auch Minderheiten wie Romands und TEssinern eine anständige Medieninfrastruktur zur Verfügung stellt, scheinen sie nicht begriffen zu haben.

      Dass die SRG grösster Unterstützer der Schweizer Musik- und FIlmszene ist, wohl auch nicht. Dass gewisse Sportarten ohne SRG gar nicht mehr ind er öffentlichen Wahrnehmung existieren würden, entgeht den meisten vollkommen.

      Und ehrlich: Infos/Dokus aus dem Internet? WO denn? RT oder KenFM?

      • I.Baumgartner sagt:

        „Dass gewisse Sportarten ohne SRG gar nicht mehr ind er öffentlichen Wahrnehmung existieren würden, entgeht den meisten vollkommen.“

        Von welchen Sportarten sprechen Sie? Was ausser den üblichen verdächtigen (Die ich überall schauen kann) wie Fussball, Tennis, F-1, Ski, Moto-GP etc. bringt den nun die SRG?

        • Réda El Arbi sagt:

          Suchen Sie mal Schweizer Fussballspiele auf den Privaten. Oder einen Schwinger-Anlass. Fragen Sie sich zum Beispiel, wie das Eidgenössische ohne Schweizer Fernsehen aussehen würde. Und da nehm ich Glanz & Gloria gleich mit rein.

          Schweizer Leistungen an internationalen Tournieren würden unter „ferner liefen“ auf anderen Kanälen erwähnt. Wenn überhaupt.

          • I.Baumgartner sagt:

            Nun weder Schwingen noch Schweizer Fussball wäre in der öffentlichen Wahrnehmung inexistent.
            Wenn ich mal Sportpanorama schaue weil z.B. der Nino Schurter mal wieder gewonnen hat, dann ist dennoch der grossteil der Sendung Fussball, Tennis und oder sonst ein Sport der so oder so mit massig Sendezeit vertreten ist.
            Es gibt viele Sportarten in welchen Schweizer Athleten Weltspitze sind. Nur hört man davon so gut wie nichts. In letzter Zeit hat man sich endlich mal dazu überwunden z.B. über unsere Sportkletterer (nein nicht der Ueli Steck) zu berichten. Dabei hat unser Nationalkader seit sicher über 10 Jahren Weltklasse Athletinen am Start.
            Da frage ich mich dann schon warum ich Gebühren zahlen soll. Denn Fussball interssiert mich einen sch….dreck.

    • Thomas Huber sagt:

      Neben ihrem Egozentrismus outen sie sich gerade auch noch als nicht der Unterschicht zugehörend. Ziemlich entlarvend. Was ich davon halten soll, weiss ich gerade nicht so genau. Oder doch. Aber ich möchte mich eigentlich gar nicht weiter dazu äussern…

  • van der Waerden sagt:

    Wichtig ist Vielfalt und energische, mutige Recherche in alle Richtungen, v.a in der politischen Berichterstattung. Dazu Leser/Zuschauer mit eingeschaltetem Verstand.
    Das eine finde ich bei SRF nicht, das andere lässt sich auch mit doppelt so hohen Zwangsgebühren nicht erzwingen.
    Freie Medien (Print oder Internet) leisten heute so viel, dass das Staatsfernsehen voll entbehrlich geworden ist. Und Unterhaltungskisten braucht niemand wirklich – wer das trotzdem sucht, wird beim weltweiten Senderangebot schnell fündig, auch dafür braucht es mein Geld nicht.

  • Cybot sagt:

    Werbeunterbrechungen gibt es ja eh nicht mehr, seit man zeitversetzt fernsehen kann. Die 20 Minuten pro Stunde spult man ja längst einfach vor. Die Frage ist da eher, wie lange die Werbekunden noch bereit sind, für Werbung zu bezahlen, die niemand sieht. Und wenn das passiert, wird es für private Medienmogule noch einfacher, alle Sender aufzukaufen.

  • Max Friedli sagt:

    Ich finde es süss, wenn jemand im Jahr 2017 immer noch lineares Fernsehen verteidigt. Es geht nicht darum, ob RTL2 oder SRF besser ist — beide werden den Weg der Pferdekutsche gehen. Das Niveau auf YouTube ist höher als bei SRF (wenn man sich die Mühe macht, die richtigen Kanäle zu abonnieren, und man in der Schule hoffentlich Englisch gelernt hat). Aber man findet da auch gute Clips übers Schweizer Brauchtum (wenn man darauf steht). Ausserdem: Jedes gute Buch schlägt jede SRF Sendung. Ganz sicher bin ich mir allerdings nicht, das letzte Mal habe ich vor ca. 5 Jahren den TV eingeschaltet (ausser für Netflix, natürlich). In 10 Jahren werden die Leute über diese Abstimmung lachen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Sorry, wenn das Niveau bei Youtube für Sie höher ist, müssen wir gar nicht mehr über SRF sprechen. Dann wäre eine Diskussion über Medienkompetenz angesagt.

      • Markus Kägi sagt:

        Glaube nicht, dass es „ein“ Niveau auf Youtube gibt. Ich schaue in letzter Zeit gerne Presentationen von Nima Arkani Hamed über (absenz von) Supersymmetrie in der Teilchenphysik. Glaube nicht dass es je was gab auf SRF, dass es auch nur annährend mit der Qualität und Tiefe aufnehmen kann.
        That said, ich bin pro SRF, würde wahrscheinlich freiwillig sagen wir ~500.- für ein Echo der Zeit und Sport Abo zahlen, aber muss nicht unbedingt den Samstagsjass finanzieren. Und ebenso ist es unfair wenn jemand „mein“ Echo der Zeit mitbezahlt obwohl er es nie hört? Den Schund gibt’s sowieso, die Breite erreicht man sowieso nicht mit qualitativ hochstehenden (Hintergrund-)Sendungen.

        • Réda El Arbi sagt:

          Man nennt das Solidargesellschaft. Die Zuhörer von Echo der Zeit könnten nämlich die Produktionskosten der Sendung nicht stemmen. Aber dann stellen Sie sich doch einfach vor, dass IHRE Gebüren ganz dafür eingesetzt werden, Echo der Zeit zu finanzieren. Von ihren zukünftig 365 Franken geht kein Rappen an Smaschtigsjass oder Glanz & Gloria. ich schwör!

          Und ja, man kann sehr spannende Sachen finden auf Youtube. Vielleicht ist fortgeschrittene Teilchenphysik nicht gerade ein Breitenthema. Und die interessierte Minderheit schafft wahrscheinlich nicht mal weltweit eine Masse, die Werbeeinkommen garantieren würde.

          Aber wenigstens kann man mit Einstein mal ein grundlegendes Interesse an Wissenschaft fördern.

          • Markus Kägi sagt:

            Fair point.
            Vielleicht bin ich da zu naiv aber könnte mir vorstellen dass ein Echo der Zeit auch „privat“ überleben würde.

            Jedenfalls, wie Sie in anderen Kommentaren darlegen muss man die Rolle der staatlichen Medien diskutieren und laufend erneuern. Eine No-Billag Initiative ist da wohl zu radikal, da bin ich mit ihnen einverstanden.

  • Daniel Wigger sagt:

    Sie schreiben, dass gerade die No-Billag-Befürworter den Bachelor „geil“ finden. Das ist ja gerade eben KEIN Widerspruch. Denn sie sie sind ja dafür/ihnen ist es egal, wenn SRG-Qualitätsfernsehen („Linke Propaganda“ in No-Billag-Speak) durch seichte Unterhaltungsberieselung ersetzt wird.
    No-Billag-Follower (nicht gleich die Urheber) sind dem Typ nach eher einfache Gemüter, unpolitisch, leicht zu beeinflussen und erstaunlich emotionalsgebunden. Die ideale Manöveriermasse für politische Beeinflusser.

    • Hugo Knüsel sagt:

      @Wigger: „No-Billag-Follower (nicht gleich die Urheber) sind dem Typ nach eher einfache Gemüter, unpolitisch, leicht zu beeinflussen und erstaunlich emotionalsgebunden“. Wer selber derart pauschal argumentiert, kommt leider auch eher als „emotionalsgebundes“, einfaches Gemüt rüber. Ist das die Art differenzierten Denkens, welche Ihr Idealbild des kultivierten SRG Konsumenten auszeichnet?

  • Arturo Ricci sagt:

    public viewing – ist ein Begriff aus dem Amerikanischen Englisch
    public viewing (Amer.) Ausstellung eines aufgebahrten Leichnams
    siehe z.B. dict.leo.org
    Diese Ausdruck zirkulierte vor Jahren in unseren Medien anlässlich einer Europa Meisterschaft. Es ist nicht alles englisch was englisch tönt.
    Es ist eher un-English Adj. nicht englisch siehe auch dict.leo.org

    • Réda El Arbi sagt:

      Es ist inzwischen Umgangssprache in der Schweiz. Jep. Sprache verändert sich und nimmt und verändert Einflüsse von aussen.

  • Stefan W. sagt:

    Die spannende Frage ist: Macht SRF denn mit Gebühren mehr Qualität, als mit Werbung? Hm, wann habe ich das letzte Mal etwas ausser Tagesschau auf SRF gesehen? Die Tagesschau und Meteo würde ich vermissen. Vielleicht noch den Kassensturz. Aber sonst?
    Nicht, dass ich ‚Bachelor‘ besser fände, das kann ich nicht beurteilen, weil ich es noch nie gesehen habe. Aber: Die Zeit des Fernsehens ist eh abgelaufen. Wenn man einen unterhaltsamen Abend will, streamt man sich etwas. Wenn man tagsüber ein paar Minuten entspannen will, schaltet man nicht den Fernseher ein, sondern geht ins Internet.
    Wir finanzieren mit der SRF einen Dinosaurier, der immer müder durch eine Landschaft stampft, die er nicht mehr versteht. Die Frage, wie lange das noch sinnvoll ist, ist durchaus legitim.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    einige privatkanäle senden wirklich nur müll. der bachelor ist wohl ein paradebeispiel hierfür. scheinbar sind die einschaltquoten aber derart hoch, dass dieses format erfolg hat. das spricht nicht wirklich für die konsumenten-; hat aber rein gar nichts zu tun mit der ebenfalls mangelhaften qualität unseres teuren staats-fernsehens.
    kurz – „wer zahlt, befiehlt.“ das hat die srg nicht wirklich begriffen.

  • thomas sagt:

    Wie so oft bei staatlichen Einrichtungen wird verschwenderisch mit dem Geld umgegangen. Ich bin überzogen man könnte dem SRF die Gebühren um 50% streichen und der Service Public würde genau so gut ausgeführt. Einfach mit etwas kleineren Studios, billigeren Hardware und günstigerem Personal. Die SRG hat es leider verpasst, die Stimmung im Volk genug früh zu antizipieren. Angenommen man hätte vor 5 Jahren angekündigt, das Budget um jährlich 5% zu kürzen, dann wären wir heute bei den 365 Franken. Man hätte auf die Expansion im Internet verzichtet, bei Admeira nicht mitgemacht und etwas devoter kommuniziert. Ich behaupte die No-Billag hätte null Chance. Jetzt kommt die Quittung. PS.: Teilnehmerinnen von Bachelor als Bitches zu bezeichnen ist nach der #metoo Debatte gewagt

    • Réda El Arbi sagt:

      Bei einigen Punkten gebe ich ihnen Recht.

      Nur geht beim der NoBillag nicht um eine Reduzierung des Budgets. Im Art 93 Absatz 6 will die NoBillag dem Staat ganz verbieten, Medienangebote zu unterstützen, zu betreiben oder mitzufinanzieren. Fertig Schweizer Fernsehen.

      • Hugo Knüsel sagt:

        @El Arbi: Die Mehrheit des Parlaments wollte ja gar nicht erst auf den Vorschlag, das Budget auf die Hälfte zu kürzen eingehen, obwohl die SRG ja selber zugab, dass der eigentliche Informationsauftrag nur die Hälfte des Budgets ausmacht. Wer all-in spielt, kann halt auch alles verlieren.

  • barbara_ve sagt:

    Gut geschrieben und dargelegt. Danke Reda

  • Reto Suter sagt:

    Schade, hatte zeitgemässe Argumente erwartet. Das ist leider nur die Neuauflage der „Ohne SRF läuft nur noch Big Brother“-Aussage, die Politiker so gern von sich geben. Viele dieser Mediennationalisten haben noch einen Röhrenfernseher zuhause, gaukeln uns aber rotzfrech Wissen über die heutige TV-Welt vor. Nur schon damit diese Benissimo-Vermisser schweigen, muss man die Initiative annehmen. Das SRF bringt inzwischen zu 80% Inhalte, deren Konzept von privaten Sendern stammt. Heute um 20:05 Uhr läuft das neuste Beispiel. Für 20% Originalität bzw. Eigenständigkeit den vollen Preis zu verlangen, beleidigt meine Intelligenz. In etwa so wie ein Frankenstein Monster, zusammengesetzt aus verschieden Bachelors, es tun würde.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun, Sie scheinen offenbar 80 Prozent des Angebots nicht zu kennen. Was Ihre 80/20 Rechnung etwas lächerlich aussehen lässt. Und ja, ich verdiene mein Geld als Medienprofi in den neuen Medien. Wenn Sie also hier die Klappe aufreissen wollen, sollten Sie sich vielleicht informieren, wem Sie ans Bein sei****: Sie könnten ja googeln. (Internet, kännsch?)

      • Tibor Severin sagt:

        Ein moderner Medinprofi. Sicher, das sieht man bereits am verwendeten Vokabular. Sind Journalisten denn nicht auch Taglöhner? Jedenfalls gem. Karl Kraus. Und die IT kennen Sie auch bestens, so als Werkzeug; seit wann denn? – Ausserdem, was schadet der Tamedia ein ‚Ja‘ zu No-Billag? TV wäre doch ein weiteres Betätigungsfeld, für diesen grossen Konzern.

        • Réda El Arbi sagt:

          Nun ja, ich arbeite eigentlich nur noch am Rande als Journalist. Mein Brot verdiene ich als Berater und Dozent für Social Media-Kommunikation. Meine persönliche Reichweite übersteigt laut Klout-Score die des Tages Anzeigers.

          Und nein, beim Tagi will kein Journalist den Untergang der SRG. Weil wir das Business kennen. Und wir schätzen gerade die Inhalte, die im freien markt nicht mehr produziert werden könnten, weil sie zu geringe Reichweite für Werbung generieren.

          Uns geht es um Journalismus, und da leistet das SRF Radio und Fernsehen sehr gute Arbeit, und das unabhängig von finanziellen oder politischen Interessen.

          Das ist ein demokratischer Luxus, den wir uns leisten und der Zugleich garantiert, dass wir nicht berlusconisiert oder foxnewsisiert werden.

          • Tibor Severin sagt:

            Danke für die Antwort. Darauf spiele ich mir das ‚Berlusconi-Lied‘ ab, von Extra3. Und mache auf ‚dicke Hose‘ – als Fan der 3. Programme.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Réde, das pinkeln übernimmst du selbst, mit einer Portion mimimimi dazu, wie ich lesen kann.

        Keine Angst, auch ohen Bilag wirds noch genug Kohle für den pseude-Kultursumpf geben in der Schweiz. Das ist der alte Deal. Rechts darf Armee und Landwirschaft Millarden verdampfen, Links mit Kultur und Kunst.

        Bezahlen tuns ja eh die Anderen, gell Réda …

        • Réda El Arbi sagt:

          Ok, Deal. Wir nehmen dann gerne auch 8 Milliarden für Kultur und TV. Wie Parmelin für Kampfjets.

          Aber im Ernst: Denkst du, die Linke profitiert von Volksmusik und SRF bi de Lüüt? Vom Samschtigsjass und gesponsorten Schwingerfesten? Echt jetzt?

      • Max sagt:

        SRF hat die letzten Jahre technisch wie inhaltlich geschlafen. Die Billag-Initiative ist problematisch, weil sie auf entweder-oder aufbaut, von beiden Seiten, zumal man seit längerem bessere Konzepte hätte entwickeln können, sodass es nicht um eine Entweder-oder-Entscheidung ginge. Man hätte ein Grundbedarfmodell anbieten können oder so etwas, maximal 10 CH obligatorisch, dabei abhängig vom Einkommen. Der restliche Konsum freiwillig, auch auf nichlineare Systeme auch beim Bezahlsystem angewendet. Ich konsumiere nur und dabei selten Radio DRS Spezialsendungen und würde auch punktuell bezahlen. 40 CHF obligatorisch monatlich geht gar nicht, schon gar nicht für dieses Angebot. Deswegen 1. reduzieren und 2. differenzieren.

      • Meier sagt:

        Zack und schon wird beleidigt!!! Ist das in eine Disskusion unter erwachsenen wircklich nötig?!?

        • Réda El Arbi sagt:

          Nun ja, wenn man mich angreift, und zwar auf der persönlichen Ebene, kriegt man dementsprechend Antwort.

          • Hugo Knüsel sagt:

            @El Arbi: Wo genau wurden Sie denn von Herrn Suter „auf persönlicher Ebene“ angegriffen? Ich finde da gar nichts das Ihre, pardon, herablassend pubertär-primitive Antwort gerechtfertigt hätte. Das ist halt schon ein bisschen unvereinbar mit dem ach so kultivierten Selbstbild, dass Sie hier zelebrieren. Peinlich.

            • Réda El Arbi sagt:

              Mit „Mediennationalisten“ un dem Vorwurf der fehlenden „zeitgemässen“ Argumenten stellt der Herr meine persönliche Expertise und mein Fachwissen grundsätzlich in Frage. Das nehm ich persönlich.

              Ausserdem bin ich nicht besonders kultiviert. Meine Reputation erinnert eher an einen verbalen Schläger. Sie sollten zwischen Ihren Projektionen und meiner Persönlichkeit unterscheiden

          • Hugo Knüsel sagt:

            @El Arbi: Der Herr Suter hat lediglich die Ähnlichkeit Ihrer Argumente mit denen der „Mediennationalisten“ thematisiert. Der Rest seines Beitrags bezog sich m.E. klar auf jene Gruppe. Dass Sie das sofort persönlich nehmen und gleich verbal ausfällig werden, ist Ihr Problem. Von einem „Berater und Dozent für Social Media-Kommunikation“, der über „fremdschämgeile“ Prolls ablästert und diese mit der so viel feingeistigeren Kulturleistung der SRG kontrastiert, hätte ich, wohl naiverweise, einfach einen etwas souveräneren, der Situation angemesseneren Kommunikationsstil erwartet. Daher wohl auch Ihre dauernde Sorge, dass Ihre Expertise und Ihr Fachwissen, in Frage gestellt werden könnten.

            • Réda El Arbi sagt:

              Nope. Das ist einfach meine Reaktion.

              Und ehrlich, wenn ich mich darum kümmern würde, was andere von mir erwarten, wär mein Leben ziemlich eingeschränkt 😉

              PS. Wenn ich ausfällig werde, merken es die Leute. Hier bin ich nur etwas schärfer geworden. Ich schwör!

          • Hugo Knüsel sagt:

            @El Arbi: Whatever, wie Sie mit dieser eklatanten kognitiven Dissonanz zwischen Selbstbild und Fremdwahrnehmung umgehen, sei Ihnen überlassen. Einfach nicht immer gleich öffentlich flennen oder verbal übergriffig werden,wenn andere nicht auch finden Sie seien so toll und geistreich.

            • Réda El Arbi sagt:

              Naja, hier sind sich die meisten Leser bewusst, dass man nicht nur austeilen kann, sondern auch eine Antwort bekommt. Wenn Ihnen das nicht passt, kommentieren Sie doch wieder in Formaten, in denen Sie sich nicht mit einem Autor auf Augenhöhe unterhalten müssen.

          • Hugo Knüsel sagt:

            @El Arbi: Touché. Zwerge sind tatsächlich nicht so meine gewohnte Augenhöhe.

            • Réda El Arbi sagt:

              Schön, dass Sie mit Grösse argumentieren. Da steckt meist grundsätzliche Unsicherheit dahinter. Aber ehrlich, es kommt nicht auf die Grösse an, das Knowhow machts aus. Ich schwör.

          • Hugo Knüsel sagt:

            @El Arbi: Für jemanden, der behauptet, er gebe so gar nichts auf das, was andere von Ihm denken/erwarten, sind Sie aber schon etwas zu krampfhaft darauf bedacht, dass Sie Ihre „Kompetenz“ nicht in Frage gestellt wird… Aber vielleicht liegt es ja tatsächlich an mir, ich kenn mich mit Zwergen eben nicht so aus. Adieu.

            • Réda El Arbi sagt:

              Nun ja, ich werde angegriffen, ich wehre mich. Wenn Sie damit nicht karkommen, hat das vielleicht damit zu tun, dass Zwerge Ihnen eine Nummer zu gross sind.

              Wenn Sie Kommentare aus der sicheren Warte ohne Gegenwort abgeben wollen, kommentieren Sie doch lieber auf 20 Minuten oder dem Blick. Da passiert Ihnen nichts.

  • Michael Studer sagt:

    Es geht nicht um SRF, sondern um den Wandel, der sich Internet/Digitale Medien nennt. Das führt dazu, dass Infoerstellung und -verbreitung enorm günstig und global geworden ist. Entsprechend ist das Konzept, dass ein nationaler(!) Sender Infos für seine Bürger erstellt so überkommen wie eine nationale Airline. Schauen Sie doch selbst, woher diese Zeitung und SRF die Mehrheit ihrer austauschbaren News herholt – Agenturen, PR-Texte und soziale Medien.
    Die Zukunft gehört abonnierbarem Pay-TV/per-View. Wenn nicht jetzt, dann wird die Billag in 10 Jahren abgeschafft – aber sie wird verschwinden. So wie die nationale Airline Swiss…

    • Réda El Arbi sagt:

      Ja, dann wollen wir mal sehen, welche internationalen Angebote Schweizer Kultur vermitteln. Oder nur schon Schweizer Filme oder Musik spielen. Oder die kantonalen Abstimmungen abdecken.

      Wenn Ihre Medienkompetenz nicht ausreicht, um die Leistungen der SRG einzuschätzen, sollten Sie vielleicht mal das Angebot überprüfen, anstatt Ihre NEws aus den Sozialen Medien oder von ausländischen Plattformen zu beziehen.

      • Michael Studer sagt:

        Ah, stimmt. Dieses böse youtube und spoitfy verunmöglicht einem Schweizer Künstler natürlich seine Werke dem Schweizer Volk zu Verfügung zu stellen oder zu verkaufen. Nein, da geh ich doch lieber zu den selbstlosen Plattenfirmen, welche mir zusammen mit der SF-Lizenzkopie „Musicstar“ Knebelverträge anbieten.
        Kantonale Abstimmungen werden hauptsächlich von Regionalzeitungen abgedeckt und nur wenns sexy ist (sprich: Einschaltquote) vom Schweizer Fernsehen (etwas besser ist da Radio).
        Aber ich lasse Ihnen Ihr Weltbild, dass es staatliche Medien braucht, welche den Leuten sagen, wie sie denken sollen. Denn ich weiss, die Zeit ist auf meiner Seite ist…

        • Réda El Arbi sagt:

          Vielleicht sollten Sie mal den Unterschied zwischen „Staatliche Medien“ und „staatlich finanzierten Medien“ googlen.

          Und das SRF investiert mehr in CH-Kultur, Musik und Film, als es rausholt. „Musikstar“ ist übrigens ein privates Format aus dem Ausland.

          Und wenn Sie denken, dass SRF ihnen sagen will, was Sie zu denken haben, liegt das nicht am SRF, sondern an der Art, wie Sie ihre Medienkompetenz ausüben. Information und Fakten sind macnhmal eben schon sehr schwierig.

  • tststs sagt:

    Wer wissen will, wie das SRF-Programm bei einer Annahme der Initiative ungefähr ausschauen wird, muss nur SRFinfo schauen: Ein paar eigenproduzierte (Info-)Sendungen in Endlosschleife.

    • Réda El Arbi sagt:

      Sorry, nein. Das wäre so, wenn das SRF mit Minimalbudget noch einen Service Public-Auftrag hätte. Nach NoBillag hat sie den aber nicht mehr und muss einfach möglichst viel Werbung verkaufen, wenn sie überleben will. Das funzt nicht mit Info. Das funzt mit Bachelor.
      Die NoBillag ist exxplizit so formuliert, dass der Bund keinen Auftrag mehr vergibt und seine Informationspflicht per Pressemitteilungen erledigen muss. Was natürlich dann abhängig von der jeweiligen politischen Lage im Bundeshaus ist.

  • Peter Gutknecht sagt:

    Der Bundesrat ist eingeladen, dem Parlament ein Staatsfernsehen, aus Steuergeldern finanziert, vorzuschlagen. Dann würden 2 Punkte gelöst: erstens würde die Frage geklärt, was Service Public sein soll, was dazugehört und was nicht. Zweitens würde es nach Massgabe der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit finanziert.

    • Réda El Arbi sagt:

      Und natürlich wären die Gelder von der gerade herrschenden Mehrheit im Parlament abhängig. Weil die Vergabe von Stuergeldern dem Parlament obliegt. So würde das Programm je nach politischer Windlage mal unterstützt und mal nicht.

      Das wäre dann der Wechsel von einem unabhängigen, staatlich finanzierten Medienangebot zu einem staatlich KONTROLLIERTEN Medienangebot.

      Aber darum gehts in der NoBillag gar nicht. Dort wird dem Staat explizit untersagt, eigene Medienangebote anzubieten oder unabhängige zu finanzieren. Egal ob über Steuern oder per Gebühren.

      • Hans Hasler sagt:

        Sie machen Sich die Angelegenheit aber sehr einfach. Es wäre z.B. sehr wohl möglich, Bestimmungen bezüglich Ressourcenallokation/Geldverteilung aufzustellen ohne direkt in die Programminhalte selber einzugreifen. So könnte man durchaus den Anteil an Gelder, die in Spass-Sendungen gehen deckeln ohne, dass dies dann ein staatlich kontrolliertes Medianangebot darstellen würde. (ist jetzt aber nicht Teil der NoBillag…)

        • Réda El Arbi sagt:

          Die Diskussion würde da losgehen, wo das Parlament entscheidet, welche Formate man deckeln muss, weil sie nicht „notwendig“ sind. Je nach Mehrheit würde so durchaus in die Programmierung eingegriffen, wenns einer Partei nicht passt.

  • Franz Pfister sagt:

    Ja, aber: Die SRG erhält zuviel Geld. Es werden zu viele definitiv nicht „Service Public“ Formate produziert. Meiner bescheidenen Meinung nach würden für TV Arena, Tagesschau, 10vor10, Dok, ein zwei Gameshows sowie Folklore Sendungen aus Eigenproduktion völlig ausreichen. Dazu noch ein paar Filme einkaufen und gut ist.
    Würde mich überraschen wenn dafür ein Budget von über 1Mia nötig wäre!

    • Réda El Arbi sagt:

      Dazu zwei Sachen: Die Trash-Formate finanzieren due seriösen Angebote mit. Das SRF bestreitet ihr Programm nur mit 3/4 Gebühren.

      Und ja, man muss über das Busget streiten. Das kann man aber nur, wenn es ein gebührenfinanziertes Budget gibt.

      Die NoBillag will das SRF nicht verbessern. Sie will es vernichten.

      • Thomas sagt:

        Aber genau hier liegt mein Problem. Diese Diskussion wird ja nicht erst seit heute geführt. Betreffend der Definition von Service Public und der Höhe der Rundfunk-Gebühren gab es schon seit einigen Jahren immer wieder Vorstösse. Aber von Seiten der SRG und deren Befürwortern kam nie wirklich eine Kompromissbereitschaft oder wenigsten Eingeständnissen zu einer möglichen Abspeckung der massiven Produktions- und Sendekosten von fragwürdigen Sendungen und Kanälen. Man beharrte auf den hohen Gebühren und mittels De Weck wurde sogar die Monopolstellung befestigt. Das finde ich ein arrogantes Verhalten.

        Was mich dann definitiv staubig gemacht hat, ist die Arroganz im Parlament, es nicht mal für nötig zu halten, mit einem Gegenvorschlag zu kommen. Deshalb mein ‚Ja.‘ im Feb. 2018.

      • Hans Hasler sagt:

        Das Argument, dass die Trash-Formate das seriöse Angebot finanzieren ist nicht valide. Dies wäre dann der Fall, wenn der Trash weniger als 1/4 der SRG – Gelder verschlingen würde. Es scheint aber doch mehr als das zu sein (etwas abhängig davon was man als Trash bezeichnet. Sind da z.B. Fussballspiele enthalten oder nicht..). Damit würde der SRG MEHR Geld zur Verfügung stehen, wenn sie auf die Ausstrahlung des Trash verzichten würde und damit auch auf die Werbeeinnahmen. Da die zusätzlichen Werbeeinnahmen die Kosten des Trash prodzieren/einkaufen gar nicht deckt.
        Zugegeben, hat nichts mit der Initative zu tun. Da geht es um SRG ja oder nein. Aber Ihr Einwand hat ja auch nichts mit der Initative zu tun.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ich weiss ja nicht, welche von den mehr als 100 Sendeformaten bei SRG Sie wirklich kennen …

          • Hans Hasler sagt:

            So gut wie keine. Es interessiert mich nicht. Aber das macht mein Argument ja nicht weniger Valide. Wenn die Kosten fürs Reichweitenbolzen höher sind als die Einnahmen aus dieser Reichweite, so kann keine Querfinanzierung stattfinden. Simple Logik, die nicht davon abhängt ob man Sendungen anschaut oder nicht. Und dass die Kosten die Einnahmen übersteigen kann aus den diversen Rapports über und von der SRG abgelesen werden.

            • Réda El Arbi sagt:

              Natürlich übersteigen die Kosten die Einnahmen. Deshalb wird es ha staatlich finanziert. Damit es Angebote machen kann, die sonst niemand machen würde, weil sie nur für kleinere Gruppen (Romands, tessiner, Räterromanen zB) relevant sind, aber trotzdem zur Grundversorgung gehören.

              Die Werbegelder, die mit einigen reichweitenstarken Sendungen wirklich generiert werden, sorgen dafür, dass es nicht noch mehr kostet.

              Aber um diese Prinzip zu erfassen, müsste man sich zu einer Schweiz als Solidargesellschaft abseits vom „Ich, ich, ich!“ bekennen.

  • Dani sagt:

    Mich stört nicht die Billag-Gebühr, sondern die Werbung auf SRFx zu jeder Tages- und Nacht-Zeit. Da bekommen sie üppig Gebühren und machen zusätzlich noch Werbung zwischen Spielfilm, und Tagesschau und, und, und …

    Man könnte sich da ein Beispiel an ARD und ZDF nehmen und aber einer bestimmten Zeit keine Werbung mehr ausstrahlen.

    Zu 3+: entspricht in etwa RTL2

  • Thomas sagt:

    Ja, ist klar, werden nun Sendungen von Privatfernsehen für Wahlkampf missbraucht. Diese Woche habe ich erstmals eine Folge des «Bachelors» gesehen. Nun ja, sehr seichte, von vorne bis hinten durchgescriptete Fremdschäm-Parade. Ich könnte mich jetzt über die Art und/oder Qualität der Sendung erbosen, wie «Für so einen Seich zahle ich Jährlich Gebühren?» – tue ich aber nicht, weil diese Sendung nicht durch eine Zwangsgebühr aufrecht erhalten wird.

    Ganz anders sieht es hierbei aus bei zB. «Top Secret» oder Jassen mit Kilschperger etc. Diese Sendungen sind meineserachtens an Qualität oder Nötigkeit kein bisschen besser. Aber sie werden umsverrecken mit Zwangsgebühren aufrecht erhalten. Keine Kompremissbereitschaft seitens SRG und deren Dunstkreis. DAS ist das Problem. 451.– sind zuviel.

    • Max sagt:

      “ Keine Kompremissbereitschaft seitens SRG und deren Dunstkreis. DAS ist das Problem. 451.– sind zuviel.“
      Das ist neben inhaltlichen und technischen Kritiken auch mein Problem in moralischer Hinsicht. Warum sollte man sich jemandem gegenüber solidarisch zeigen wenn sich dieser selber nicht solidarisch zeigt, und sich dabei noch von oben herab gibt? Von aggressiven Billageintreibern in die Schuldenfalle getrieben werden, um dann vor der Mattscheibe von rechtslinksnationalen Heimetli-Medienmenschen inklusive Politiker- und Wirtschaftstross sauber weggelächelt zu werden., obwohl man dieses Medienangebot gar nicht braucht und konsumiert?

  • Peter Meier sagt:

    Die SRG ist selber schuld, falls sie am Schluss aus ihrer Arroganz deweckt wird.

  • Martin Frey sagt:

    Ja,ja, alles soweit richtig. Bin zwar ein grosser Kritiker der SRG, bzw. einzelner Sendungen und Moderatoren (zb. Brotz) und schaue es nur noch selten, meiner Magenschleimhaut zuliebe. Aber allein die Vorstellung auf ein Informationsmonopol à la 3+ (notabene, haben Sie mal „Liebesglück im Osten“ gesehen?) löst das kalte Grauen aus. Auch bei mir. Meist vermisst man ja etwas erst, wenn man es nicht mehr hat.
    Trotzdem, die SRG hat sich selber in diese Situation manövriert. Auch das darf eine Zeile wert sein. Und die Gefahr besteht schon, dass die SRG nach gewonnener Abstimmung (wovon ich ausgehe) genau gleich weiterfahren wird wie bisher.

    • Réda El Arbi sagt:

      Die SRG wirds nach gewonnener Abstimmung nicht mehr geben. Ein privater TV-Sender darf „Schweizer“ nicht im Namen führen.

      • Martin Frey sagt:

        Sie gehen wirklich davon aus, dass die No-Billag Vorlage durchkommt, Herr El Arbi?
        Für meinen Teil bin ich überzeugt davon, dass die Vorlage letztendlich abgelehnt wird, nicht zuletzt auch aus Gründen wie den von Ihnen genannten.

    • geezer sagt:

      sehe ich ähnlich. eine gewisse selbstgefälligkeit und ist der geschützten werkstatt am leutschenbach sicher nicht abzusprechen. es wäre schon vernünftig, wenn einige sendegefässe ganz aus dem programm gekippt würden. das steuergeld könnte definitiv für sinnvolleres eingesetzt werden; resp. könnte das gebiet ‚trash‘ komplett den privaten überlassen werden.

      • Martin Frey sagt:

        Dafür müsste es einen breiten, echten Diskurs geben, bei dem man endlich Ziel, Qualität und Aufgaben eines nationalen Fernsehens zum Thema machen würde. Und zwar auf Augenhöhe, und ganz ohne selbstgefällige Worthülsen aus Leutschenbach.
        In der Tat ist es ja so, dass die Meinungen der Kritiker sehr weit auseinander liegen, WAS sie genau an der SRG stört. Die einen wollen den „Trash“ (aka Unterhaltung) nicht, dafür eine Gesundschrumpfung auf die Kernaufgaben Information, ggf. noch Kultur. Die anderen, meist von links der Mitte, wollen keine Werbung, sehen aber im Quasimonopol kein Problem.
        Da dieser Diskurs auf Augenhöhe bis dato verweigert wurde, hat sich über die Jahre halt so einiges an mutmasslichen Proteststimmen zusammengebraut. Was die SRG wiederum sträflich unterschätzt hat.

        • Réda El Arbi sagt:

          Auf der einen Seite wär dann das SRF. Und auf der anderen Seite? Die Fans der Jasssendungen? Die Fans von Glanz & Gloria? Die Zuschauer von Sternstunde Philosophie? Die Leute, die bei der Tagesschau aufs Klo gehen, oder die, die sitzenbleiben?

          Das Problem ist, dass jeder das Gefühl hat, alles bei SRF müsste ihm entsprechen. Dem ist nicht so. SRF macht TV für alle. Das heisst nicht, dass alles allen gefallen muss. Es heisst, dass jeder etwas an Unterhaltung, Kultur oder Information finden soll, das ihm zusagt.

          Natürlich ist man unzufrieden mit dem SRF, wenn man ein a la Carte-Menu erwartet, das ganz nach dem persönlichen Gusto angeboten wird.

          • geezer sagt:

            dem ist sicher so. es wäre aber schon höchste zeit, dass wieder mal eine echte diskussion stattfinden würde, für welche sendegefässe der staat überhaupt gelder sprechen soll. ich schaue z. b. gerne sport am fernsehen und fände eine diskussion darüber, ob beispielsweise jeder grottenkick der einheimischen liga staatlich finanziert übertragen werden soll, durchaus berechtigt. ebenso bei ‚zweifelhaften‘ formaten wie z. b. ‚glanz & gloria‘, etc. die sofort und ohne ‚qualitätsverlust‘ von einem privaten übernommen werden könnten. m. e. ist das sfr programm aktuell überladen mit formaten, die private ebensogut produzieren könnten und welche für den bürger weder in der politischen meinungs- oder allgemeinbildung von nutzen sind.

            • Réda El Arbi sagt:

              Unterhaltung und Kultur sind mit besonderem Augenmerk auf inländische Veranstaltungen Auftrag des Service Public. Internationaler Sport kann noch besser von Privaten gezeigt werden. Hingegen sind lokale Ereignisse für lokale Bevölkerung relevant.

              Zitat aus einem anderen Post von mir:

              Service Public bei SRF funktioniert ein wenig wie Meinungsfreiheit: Grundsätzlich muss ich nicht mögen, was du schaust oder was du hörst. Als überzeugter Demokrat muss ich mich aber dafür einsetzen, dass auch deine Interessen in der Medienvielfalt vertreten sind. Das Ziel ist Ausgewogenheit. Extreme Positionen ausgenommen. Natürlich denkt jeder, der es nicht schafft, sein persönliches Bias zu überwinden, er werde dabei ungerecht behandelt.

        • Martin Frey sagt:

          „Das Problem ist, dass jeder das Gefühl hat, alles bei SRF müsste ihm entsprechen.“
          Das ist genau der Punkt. Und hier liegen nun mal Welten auseinander. Aber ich denke trotzdem, dass ein solcher Diskurs angesichts des uferlosen Wachstums der SRG über die letzten Jahre geführt werden muss, letztendlich im Sinne auch einer Aufgabenüberprüfung. Nicht alles was machbar ist, ist vielleicht auch wünschenswert. Insbesondere dann, wenn man bei jeder Kritik sofort das Wort ‚Service Public‘ bemühen will.
          Mein Anspruch ist nicht, dass die SRG mir zu gefallen hat. Aber gewisse journalistische Mindeststandards sollten erfüllt sein, wenn man vorgibt, ein Fernsehen für die ganze Schweiz zu machen. Und daran hapert es m. E. zu oft. Auch im Vergleich zu früheren Jahren.
          Oder sehen Sie das anders?

          • Réda El Arbi sagt:

            Für die ganze Schweiz heisst, auch für die Leute, die ihren Unterhaltungsgeschmack in der untersten Schublade aufbewahren. Erstaunlicherweise werden mit den Trash-Formaten hohe Einschaltquoten erreicht, die dann per Werbung Sendungen mit hoher Qualität und kleiner Reichweite mitfinanzieren.

            Ich denke auch, dass man das Progamm diskutieren muss. Immer wieder. Das geht aber nur, wenn da ein Programm ist, das wir diskutieren können. Nach NoBillag ist da weder ein Programm noch ein Mitspracherecht.

          • Martin Frey sagt:

            Ich kann ja nur von mir reden, aber persönlich habe ich nicht unbedingt ein Problem mit Trash-Formaten. Ich muss das ja selber nicht schauen, obwohl ich das ab und an durchaus tue. Und ich muss auch nicht irgendwelche Randsportarten verfolgen, obwohl ich gut finde, dass die auch eine Plattform bekommen.
            Mich stören mehr die Sendungen, die für sich höhere journalistische Ansprüche geltend machen, diesen Ansprüchen m. E. aber oft nicht gerecht werden. Die früher echt gute Sendungen waren, und heute teils zu Spielwiesen für Narzissten verkommen. Dabei wären die ernsthaften Sendungen zweifelsohne ein Kernelement des Service Public, und verdienten deshalb mehr journalistische Sorgfalt als zb. G & G. Zudem gibt es offensichtlich keine funktionierenden Kontrollorgane, so mein Eindruck.

          • Philippe sagt:

            Schauen Sie mal einen Monat lang „glanz & gloria“ und machen Sie sich danach ein Urteil. Wie kommen Sie darauf, es sei ein zweifelhaftes Format? CH-Schriftsteller-Portrait, Zirkuspremieren, Benefiz-Veranstaltungen, Kinder-Theater, jung-Kochtalente, -Künstler oder -Filmemacher, Portraits über Schweizer Volkstümliche Sänger, Komiker, Modedesigner, Nachwuchssportlern, jungschauspieler oder Berichterstattung von regionalen Kulturveranstaltungen, Comedyprogramm- oder Filmpremieren, usw
            Über all dies würde weder ein werbefinanziertes Privatfernsehen berichten, noch ein anderes Gefäss auf SRF. 250‘000 Zuschauer täglich aber wollen es sehen. Einfach, dass dies auch mal gesagt ist.

  • N. Kuster sagt:

    Ich finde Ihre Kritik stossend elitär. Sie werfen Zuschauern vom Bachelor unterschwellig vor, blöd zu sein. Dabei gab es erst kürzlich Studien dazu, dass besonders hoch gebildete die Sendung schätzen. Ausserdem verkennen Sie, dass es auch Unterhaltung geben darf die nicht „bildet“. Wissen Sie, für normale Menschen, die einfach mal den Kopf abschalten wollen. Das bedeutet noch lange nicht, dass diese Leute generell kopflos durchs Leben gehen, nur „Müll“ konsumieren oder gar politisch unmündig sind, wie Sie behaupten.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nein, ich werfe den Zuschauern von Bachelor vor, fremdschämgeil zu sein. Und zur Zeit haben sie ja noch andere Formate, die sie schauen können. Nach der NoBillag gibts das für die Schweiz nicht mehr. Und ich behaupte auch nicht, dass sie politisch unmündig sind. Ich denke nur, dass Entscheidungsfähigkeit in einer Demokratie unabdingbar mit der Qualität der Information zusammenhängt.

      Lesen Sie doch bitte, was ich schreibe. Nicht, was Sie denken, hätte ich geschrieben.

      • H.G. Hildebrandt sagt:

        Lieber Herr Kuster, wo sehen Sie elitäres Gedankengut in dem Text? Gebildete Leute, die den Bätscheler und andere Denunziationsformate gucken, sind einfach mühsame gebildete Leute mit wenig Herzensbildung. Es gibt in allen Schichten solche Leute, und die sehen ebenfalls zu. Nur mit gebildeten Trash-Gourmets käme die Station nicht auf nennenswerte Quoten. Fair enough, alles in Ordnung. Aber Gelegenheit zum «Abschalten» in Ihrem Sinn gibt es in der TV-Welt genug; die Schweiz benötigt meinungsneutrale Info-Programme für alle Sprachregionen plus ein halbwegs attraktives Umfeld dafür, weil sonst die Quoten ganz wegsterben. Aber sicher kein Wettrennen um das tiefstmögliche Niveau, was die Abschaffung der SRG in ihrer heutigen Form zweifellos auslösen würde. Deswegen bitte yesrg und nonobillag.

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