Was wurde aus… der Club-Lobby?

Die Party Partei und der Nachtstadtrat zeigten zu Beginn viel Engagement mit spärlichen Resultaten. Nur die BCK lobbyiert effizient fürs Nachtleben.

 

Dass die Geroldstrasse noch so aussieht ist nicht das Verdienst der Club-Lobby.

Vergangene Woche habe ich beanstandet, dass sich am Anfang 2016 gegründeten Verein Pro Nachtleben Zürich Jungpolitiker aller namhaften Parteien beteiligt haben, aller ausser der Juso. Doch was wurde eigentlich aus dem Verein, der sich den Einsatz für das Nachtleben auf die Fahne geschrieben hat, samt entsprechender Petition?

Nach einer gross in den Medien angekündigten Lancierung Anfang 2016 wurde es still um die clubbenden Jungpolitiker. Auf Anfrage bestätigt Gemeinderat Sven Sobernheim von den Grünliberalen diesen Eindruck: «Wir haben die Petition eingereicht und Antwort vom Stadtrat erhalten. Zugegeben: Das Ganze ist ein bisschen eingeschlafen. Wir hatten aber vor 2 Wochen eine Sitzung, an der wir das weitere Vorgehen besprochen haben und werden uns im Dezember abermals treffen. Unsere Forderungen werden auch künftig eher im Hintergrund wirken und die Öffentlichkeit wird nur bei Bedarf gesucht.»

Noch viel weiter im Hintergrund «wirkt» eine andere Institution, die bei Gründung auf die Medienpauke geschlagen hat: Die Party Partei. Schon bald nach der Gründung im Jahr 2012 war von ihr nur noch eine Facebookseite für Partypromo übrig.

Linda Landolt, die Gründerin der Party Partei, hat sich dort seit Jahren nicht mehr blicken lassen. Philipp Meier, einer ihrer Party Partei-Mitstreiter, engagiert sich seit 2015 im NachtStadtrat Zürich. Der NachtStadtrat vermochte die Realität bisher nicht an seinen selbstbewussten Slogan «Wir regieren, wenn der Stadtrat schläft» anzunähern. Aber auch wenn der NachtStadtrat bisher nicht viel Zählbares zu verkünden hatte (es fehle eine wirkungsvolle Anbindung an die Politik), so scheint man doch am Ball zu bleiben. An den regelmässig stattfindenden Sitzungen nehmen jedenfalls auch Leute aus dem Departement Richard Wolff teil und steter Höck-Tropfen höhlt den Politik-Stein vielleicht ja doch noch.

Die vierte Nightlife-Institution, die Bar- und Clubkommission BCK, ist die präsenteste. Die BCK arbeitet derzeit an der Einführung des Projektes «ist Luisa da», intensiviert gerade die Kooperation mit der Clubcommission Berlin, Schulungen werden angeboten, man arbeitet eng mit der Wirtschaftspolizei, ihre Exponenten nehmen am Round Table Nightlife teil, sie beraten laufend Mitglieder und treiben weitere Projekte voran.

Die BCK betreibt politische Lobby-Arbeit und mit Aktionen wie dem «Tag der offenen Bar und Club Tür» kommt auch die Öffentlichkeitsarbeit nicht zu kurz. Mit Alex Bücheli hat die BCK ein stets ansprechbares Gesicht gefunden, das der Organisation gegen aussen Kompaktheit und den Eindruck von Lebendigkeit zu verleihen vermag. Die BCK handelt keineswegs uneigennützig (sie ist ein Zusammenschluss der Zürcher Bars und Clubs).

Aber ist das verwerflich? Eigennutz war schon immer der beste Effort-Treibstoff für den Lobbymotor, er hält ihn unter Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke. Betankt man ihn hingegen mit nichts als hehren Absichten, wie beispielsweise die Party Partei, dann stottert er meist schon bald und bleibt kurz darauf endgültig liegen.

2 Kommentare zu «Was wurde aus… der Club-Lobby?»

  • Samuel Alami sagt:

    „Dass die Geroldstrasse noch so aussieht ist nicht das Verdienst der Club-Lobby.“ Steht da unter dem Bild. Danach folgt der Artikel. da Steht, „eingeschlafen“, „nicht viel Zählbares“ . nur BCK ist aktiv (Tag der offenen Tür, Louisa ).
    Und was hat das mit der Geroldstrasse zu tun? Was bewirkt das effiziente Lobbieren, was sind die themen der club- bzw Party-Lobby?
    viel Text, keine Infos.
    Wie Samstags im Club, ein bischen glitter, und juhui, und am nächsten Tag merkst Du, da war nix, was man verpasst hätte.

  • david mercier sagt:

    danke für den artikel…… habe manchmal das gefühl das gerade z.b. der erwähnte ph.m. sich vor allem bei der szene in szene setzen möchte, aber sonst nich soviel los ist

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