Tibet-Demo nein, aber Nazi-Konzert ja?

Die hätten sich auch diskret treffen können, wie diese Nazis in der Ostschweiz.

Die hätten sich auch diskret treffen können, wie diese Nazis in der Ostschweiz.

Heute verlassen wir mal die Grossstadt Zürich und begeben uns nach Bern, ins politische Herz unseres Landes, in den Hort unserer freiheitlichen Werte, wie es so schön heisst.

Dort wollten einige Tibeter mit ein paar Freunden gegen die Besetzung Tibets demonstrieren. Sie hätten gerne vom Recht auf Versammlungs- und Meinungsäusserungsfreiheit Gebrauch gemacht. Hätten. Konnten aber nicht. Weil sie mit ihrer Meinung das chinesische Staatsoberhaupt gestört hätten, das gerade zu Besuch ist.

Und ehrlich, das wollen wir doch nicht. Wir machen so viele Geschäfte mit den Chinesen, wir können da zu Sklavenbedingungen produzieren, billigst einkaufen und können den neureichen Chinesen auch gleich noch unseren Luxusplunder steuerfrei andrehen. Allein alt Bundesrat Blocher soll (wie er auf seiner Homepage sagt) 117 Fabriken in China haben, seine Tochter schwärmt von den Vorzügen der Einheitspartei.

Das sind BEZIEHUNGEN, die man pflegen muss. Höchst sensible Angelegenheiten, Ehrewort! Da wollen wir doch nicht Dinge wie Menschenrechte, Tibet oder freiheitliche Werte so offen zur Sprache bringen. Da könnte der Chinese sich doch unwohl fühlen.

Nein, das wollen wir sicher nicht. Sonst könnten unsere Prinzipien uns noch Geld kosten. Und da hört also diese sogenannte Freiheit auf! Für Demokratie stehen wir ja schon ein! Aber es darf uns nichts kosten, das ist doch klar. Oder?

Ausserdem: Was sind unsere tiefst demokratischen Werte schon wert? Damit kann man keinen Gewinn machen, die kann ich nicht teuer exportieren. Wir sind schliesslich neutral! Wir haben keine Meinung zu Meinungsfreiheit und Unterdrückung woanders. Schon gar nicht, wenn wir damit Geld verdienen.

Alles war so schön auf das Treffen vorbereitet, mit Röteli und Kirsch! So richtig gmüetlich schweizerisch. Und da kommen diese unhöflichen Tibeter und ihre Freunde (einer wollte sich sogar anzünden, pfui bäh) und wollen uns unanständigerweise mit Plakaten auf Ungerechtigkeiten hinweisen. Das geht doch nicht! Die hätten doch in Zürich demonstrieren können, die Banken da können gut mit solchen Sachen leben.

Dabei sind wir doch eigentlich auf ihrer Seite! Wir gehen als geschlossene politische Gruppe zu Fototerminen mit dem Dalai Lama! Und dann posten wir das auf Twitter und Facebook! Wir haben wirklich Mitgefühl mit den Tibetern und all diesen Leuten. Ehrlich.

Und natürlich dürfen sie demonstrieren und sich versammeln. Aber doch nicht da, wo es wirtschaftlich weh tun könnte! Um Himmels willen, haben die denn kein Gespür für unsere Realitäten?

Diese Tibeter sollen sich ein Vorbild an den Neonazis nehmen! Die haben sich auch irgendwo in Hinteroberpfupfikon versammelt. Da haben sie auch niemanden gestört. Und wir können stolz sagen, dass unsere Meinungsäusserungsfreiheit auch den Hitlergruss, das Hakenkreuz und Nazi-Uniformen schützt!

Also, wenn diese Tibeter auch so anständig wären wie diese Nazis, dann hätte es auch keinen so grossen Polizeieinsatz gegeben! Und alles wäre friedlich und ruhig über die Bühne gegangen, wie es sich hierzulande gehört.

52 Kommentare zu «Tibet-Demo nein, aber Nazi-Konzert ja?»

  • Hefti sagt:

    Das ist doch klar: Bern richtet sich immer nach den politisch Mächtigen. Der Bundesrat nennt das internationales Recht, REchtsstaat und andere Vulgärausdrücke, für das, was er tut. In Folterstaaten ausschaffen, ist für Bern völlig normal, seien esnun Sri Lanka, China, Russland, die Staaten Afrikas, Israel, der arabischen Liga, Asien, Südamerika, da weiss doch jedes Kind: Foltern ist ganz normal, sei es durch die Polizei direkt, sei es durch Duldung derselben durch andere Häfltinge.

  • Franziska Oliver sagt:

    Ganz einverstanden, Reda el Arbi! Die Schweiz ist ein opportunistisches Land – schon immer. Nun weht aber ein Geldgeist, der so erdrückend auf unsere Freiheit wirkt, dass es einen graust. Kaum war Trump gewählt, ging als erstes die Sorge um die Zukunft der Schweizer Wirtschaft um. Über Politik, Ethik und Moral war kein Wörtchen zu lesen und zu hören. Die Schweiz ist wie eine Edelnutte. Sie hält ihren hübschen Hintern immer dahin, wo das Pfund, der Dollar, der Rubel oder der Yuan rollt. Dabei leistet sich die Schweiz die Unverschämtheit sich als Modelldemokratie hinzustellen. Ich schäme mich.

  • Franziska Oliver sagt:

    Ganz einverstanden, Reda el Arbi! Die Schweiz ist ein opportunistisches Land – schon immer. Nun weht aber ein Geldgeist, der so erdrückend auf unsere Freiheit wirkt, dass es einen graust. Kaum war Trump gewählt, ging als erstes die Sorge um die Zukunft der Schweizer Wirtschaft um. Über Politik, Ethik und Moral war kein Wörtchen zu lesen und zu hören. Die Schweiz ist eine wie eine Edelhure. Sie hält ihren hübschen Hintern immer dahin, wo das Pfund, der Dollar, der Rubel oder der Yuan rollt. Dabei leistet sich die Schweiz die Unverschämtheit sich als Modelldemokratie hinzustellen. Ich schäme mich.

  • tststs sagt:

    Ähm, ich glaube, der Unterschied zwischen den Tibet-Aktivisten und den Neonazi-Truppe ist einzig, dass die NNT sich ein Katz und Maus-Spiel mit der Polizei lieferten, während die TA sich öffentlich bekannten und der Polizei entgegenstellten.

    Und mit der Zusatzinfo, dass sich jemand selber entzünden wollte, bin ich ehrlich gesagt, sogar ein wenig froh ob dieser Überreaktion! 1. Konnte so ein Menschenleben gerettet werden und 2. muss ich zugeben, dass mein Verständnis da aber hart an seine Grenzen gekommen wäre!

    • Réda El Arbi sagt:

      Sicher freundlicher zu Nazis als zu diesen Aktivisten. Empirisch bewiesen.

      • tststs sagt:

        Also jetzt bin ich nicht mehr ganz sicher auf welches Nazitreffen Sie ansprechen? Dasjenige, das durchgeführt wurde (und dann ist ja wohl klar, weshalb 20 Polizisten gegen eine Handvoll Demonstranten anders vorgehen können als gegen 3000 Nazis) oder dasjenige, das eben im Katz und Maus-Spiel endete (dann würde die Empirie aber dagegen sprechen)…?

  • Franziska Oliver sagt:

    Ganz einverstanden, Reda el Arbi! Die Schweiz ist ein opportunistisches Land – schon immer. Nun weht aber ein Geldgeist, der so erdrückend auf unsere Freiheit wirkt, dass es einen graust. Kaum war Trump gewählt, ging als erstes die Sorge um die Zukunft der Schweizer Wirtschaft um. Über Politik, Ethik und Moral war kein Wörtchen zu lesen und zu hören. Die Schweiz ist eine Hure. Sie hält ihren hübschen Hintern immer dahin, wo das Pfund, der Dollar, der Rubel oder der Yuan rollt. Dabei leistet sich die Schweiz die Unverschämtheit sich als Modelldemokratie hinzustellen. Ich schäme mich.

  • Hans Müller sagt:

    Der Präsident und seine Gattin mussten ja immerhin ein Käsefondue essen. Kann man seine Meinung denn noch deutlicher (und gleichzeitig immer noch diplomatisch) zum Ausdruck bringen? War doch ein geschickter Schachzug.
    Übrigens stimmt der Anfang des Artikels nicht: Es ist faktisch falsch, dass die Tibeter „vom Recht auf Versammlungs- und Meinungsäusserungsfreiheit“ nicht Gebrauch machen konnten. Im Gegenteil, es gab ja eine bewilligte Demonstration. Diese hat in dieser Form den Tibetern einfach nicht gepasst, ok. Kann man nachvollziehen. Aber man sollte sich trotzdem an die Fakten halten und nicht suggerieren wollen, dass die Schweiz ein nazifreundlicher Staat sei. Das ist einfach…

    • Réda El Arbi sagt:

      Recht auf Versammlungfreiheit war eingeschränkt. Ohne Gefärdung Dritter oder übergeordneter Interessen.

      Und nein, nicht „nazi-freundlicher Staat“. Nur etwas unausgeglichem im Augenmass, wenn wirtschaftliche Arschkriecherei gefragt ist.

  • Ralf Schrader sagt:

    Tibet gehört seit dem 13. Jahrhundert zu China, so wie die Krim seit Mitte des 17. Jahrhunderts zu Russland gehört. Historische Tatsachen kann man nicht ständig verkürzt neu interpretieren. Der Kosovo gehört historisch zu Serbien und bei den sogenannten deutschen Ostgebieten hat der Potsdamer Vertrag entschieden und hunderttausende ‚Vertriebene‘ erzeugt, die in der BRD bis zu ihrem Aussterben gehätschelt wurden. Geschichte erzeugt immer wieder Zustände, welche man als ungerecht empfinden kann, die aber eben so sind, wie sie sind. Hätte der Kosovo nicht bestimmte Bodenschätze, hätte er bei Serbien bleiben können, Nun gehört er dem Westen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Hm, gehört dann die Schweiz zu Österreich (Habsburg)?

      Selten so einen Müll gelesen. Und das nur, um Anti-Mainstream zu sein, ohne direkt die Menschebrechte negieren zu müssen.

      Die USA und Indien sind in dem Fall auch britisch?

    • Hannes Wanner sagt:

      Ich möchte ihr Stück Brot und schlage ihnen den Schädel ein um es zu bekommen. Sie können es als ungerecht empfinden,ist historisch aber legitim.

      • Réda El Arbi sagt:

        Ja, wenn das ihre Vision der menschlichrn Zivilisation ist, hoffen Sie darauf, dass Sie nie Schutz benötigen.

      • Ralf Schrader sagt:

        So ist jedes Eigentum entstanden. Es gibt keine nicht- kriminelle Methode, in den Besitz eines Stückes Natur zu kommen. Wer begründet das Recht der Schweizer auf diesen Flecken Landes? Niemand. Jeder, der eine Grundstück besitzt, beruft sich in letzter Instanz auf einen Akt des Raubes.

    • Francesco Vecellio sagt:

      Interessante Logik. Damit wäre ich als gebürtiger Schweizer ja gar nicht Schweizer. Sondern (in historischer Reihenfolge): Römer, Ostgote, Lombarde, Franke, Bürger des heiligen römischen Reiches und Österreicher.

    • tststs sagt:

      Ich glaube, was Herr Schrader – zugegeben äusserst unglücklich – versucht zu sagen, ist, dass wir einen sehr engen Blick auf die Tibet-Frage haben.
      Dies zeigt sich auch z.B., wie verklärt der Dalai Lama bei uns wahrgenommen wird.

      • Réda El Arbi sagt:

        Naja, es gibt immer zwei Seiten. Zum Beispiel die der KZ-Wärter und die der Insassen. Nur ist man nicht „neutral“, wenn man keine Stellung gegen Menschenrechtsverletzungen bezieht. Man ist nur feige oder befürwortet die Verbrechen.

        • tststs sagt:

          Naja, wenn die Grundprämisse ist, dass man sich für eine der beiden Seiten entscheiden muss, dann haben Sie sicherlich recht. Wenn man aber zugesteht, dass eine Medaille nicht nur zwei Seiten, sondern auch Ränder hat, dann ist es eben ein wenig komplizierter.
          Und ich finde halt, da triftt die Schweiz den Kompromiss ziemlich gut: Delegation wird empfangen (und hat auch ein gewisses Recht auf einen „fairen“ Empfang), man gesteht aber auch den Aktivisten ihr Recht auf Demonstration zu. Einfach nicht gleichzeitig am selben Ort.

          • Réda El Arbi sagt:

            Klar. Der „Rand“ bedeutet wohl, dass man die Morde, die Unterdrückung und die Umsiedlung/Internierung, welche die Tibeter den Chinesen angetan haben, gleich würdigt wie umgekehrt.

            Oh, hoppla. Die gibts ja nicht.

          • tststs sagt:

            Ja genau das meinte ich….
            Nein, ich meine, dass nicht alles und jedes an und aus China Böse und alles/jedes aus Tibet gut ist!

  • Nati sagt:

    Schliesse mich dem Kommentar von Hannes Wanner an. Schon immer war unser Land (+ ein Teil der Bevölkerung) sehr anpassungsfähig (= Wendehals) wenn es um wirtschaftliche Vorteile und/oder Menschenrechte ging. Traurig. Und was soll der Satz „brüskierendes Verhalten gegen Staatsgästen“? Als Erinnerung: Tibet wurde von den Chinesen besetzt, Tibeter wurden umgesiedelt (+ Chinesen auch), Menschenrechte werden immer noch verletzt, die Medien totalitär kontrolliert… Wollen wir auch so werden? Oder dürfen wir weiterhin (!?!) friedlich unsere Meinung kundtun auch wenn „Staatsgäste“ aus undemokratischen Länder bei uns zu „Gast“ sind (übrigens teure „Gäste“, wird von unseren Steuergelder…

  • Cedric sagt:

    Ich habe ein Video von der Auflösung dieser Demo gesehen. Als die Polizei ein paar jugendliche Mädchen vertreiben. Schon krass so was zu sehen. Ich habe mich richtig geschämmt Schweizer zu sein.

  • Hannes Wanner sagt:

    Leider sind eben grölende Nazis einem Teil der Schweizer näher, als Menschen welche gegen Unterdrückung und Folter demonstrieren.Man kann dieses Denken nur verurteilen und im Alltag konsequent gegen diese Sofa Faschisten vorgehen.

  • Steve Balsiger sagt:

    Jetzt drehen Sie mir aber auch das Wort im Munde um 🙂 Ein anderes Beispiel für Sie, ohne Staatsgäste, Tibeter, Chinesen etc.. Es gelten nämlich für alle dieselben Spielregeln: Wenn Sie z.B. das Bedürfnis verspüren sich negativ gegen mich und meine Meinung zu äussern, dann tun Sie das. Ich mache dasselbe bei ihnen. Wählen Sie als Schauplatz dafür aber ausgerechnet meine Wohnung aus, dann begleite ich persönlich Sie hinaus. Sie können dann gerne die ganze Nacht sonst wo im Quartier weitermachen. Alles klar?

    • Réda El Arbi sagt:

      Schlechtes Beispiel: Ihre Wohnung ist nicht öffentlicher Raum. Und die Arbeit unserer Regierung ist nicht privat.

      Aber eben, man muss nicht viel von unseren Grundrechten verstehen, um eine Meinung zu haben. Das hier dürfte weiterhelfen:

      In der Bundesverfassung steht: Art. 16 Meinungs- und Informationsfreiheit

      1 Die Meinungs- und Informationsfreiheit ist gewährleistet.

      2 Jede Person hat das Recht, ihre Meinung frei zu bilden und sie ungehindert zu äussern und zu verbreiten.

      und zur Einschränkung:

      Art. 36 Einschränkungen von Grundrechten

      1 Einschränkungen von Grundrechten bedürfen einer gesetzlichen Grundlage. Schwerwiegende Einschränkungen müssen im Gesetz selbst vorgesehen sein. Ausgenommen sind Fälle ernster, unmittelbarer und nicht anders abwendbarer Gefahr.

      2 Einschränkungen von Grundrechten müssen durch ein öffentliches Interesse oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter …

      • tststs sagt:

        Verstehe ich das richtig, dann stört Sie ja eigentlich, dass der Schutz von Grundrechten Dritter (Chinesische Delegation) höher gewichtet wurde als das Grundrecht der Meinungsäusserung (Demonstranten)?

        • Réda El Arbi sagt:

          Welcher Schutz? Welche Grundrechte der Chinesen waren gefährdet?

          • tststs sagt:

            Also natürlich nicht nur die Chin. Delegation sondern alle anderen Anwesenden haben das Recht auf Schutz/körperliche und geistige Unversehrtheit.

          • tststs sagt:

            Dafür kann ich zu wenig in die Psyche der Einzelnen (Chinesen) blicken.

            Und ich führe noch einmal die geplante Selbstverbrennung ins Feld! Und auch wenn ich nicht das Mass aller Dinge bin: Dieser Anblick hätte mir schwer zu schaffen gemacht

    • Mir gehört alles sagt:

      Manchmal, oft des Nachts, entdecke ich mich selber, wie ich mich den kühnsten Gedanken* hingebe: Dass die ganze Welt, sogar das Universum, genau meine Wohnung ist.

      * Bildung stört da nur

  • Jens van Harten sagt:

    Gesetzesbrecher:

    In der Bundesverfassung steht: Art. 16 Meinungs- und Informationsfreiheit

    1 Die Meinungs- und Informationsfreiheit ist gewährleistet.

    2 Jede Person hat das Recht, ihre Meinung frei zu bilden und sie ungehindert zu äussern und zu verbreiten.

    und zur Einschränkung:

    Art. 36 Einschränkungen von Grundrechten

    1 Einschränkungen von Grundrechten bedürfen einer gesetzlichen Grundlage. Schwerwiegende Einschränkungen müssen im Gesetz selbst vorgesehen sein. Ausgenommen sind Fälle ernster, unmittelbarer und nicht anders abwendbarer Gefahr.

    2 Einschränkungen von Grundrechten müssen durch ein öffentliches Interesse oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter…

    • Réda El Arbi sagt:

      Das Rückenkraulen der chinesischen Regierung gilt dann wohl als „öffentliches Interesse“. Hm, vielleicht sollte man mal die Öffentlichkeit dazu befragen.

      • Markus Meier sagt:

        Definitiv ja. Und was die Öffentlichkeit dazu meint, kann man dann am JA bei der USTR III-Abstimmung ablesen.
        Geld regiert. Leider schon lange…

      • tststs sagt:

        Dass die Schweizer Öffentlichkeit (die Chinesen interessieren mich hier nicht einmal) davor geschützt wird, mitanzusehen wie sich jemand selber anzündet, finde ich also durchaus ok.

        Bitte nicht falsch verstehen, ich finde China wirklich auch alles andere als toll, aber in diesem Fall gleich den nazifreundlichen Polizeistaat Schweiz sehen zu wollen, finde ich gar hart…

  • geezer sagt:

    sehr gute analyse zum thema hier: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/der-kotau-von-bern/story/22531809.

    viel mehr gibt’s dazu nicht zu sagen….leider…..als ottonormalverbraucher braucht man schon langsam viel fantasie, um das vorgehen der polizei – vor allem aber deren befehlgeber – nachvollziehen zu können. in zürich schaut man zuerstörungswütigen saubannerzügen gelassen zu und in bern werden menschenrechtsdemonstranten übertrieben hart angegangen……

  • Steve Balsiger sagt:

    Bin mit dem Autor absolut einverstanden, ach ja, und übrigens besitze ich nicht die Fähigkeit Ironie ausfindig zu machen. Besten Dank für den Artikel. Wie der Autor es bereits erwähnt, würden sich die Exiltibeter an die Regeln halten, könnten auch Sie ihre Veranstaltung problemlos über die Bühne bringen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nein, dürfen Sie nicht. Oder nur da, wo es den Chinesen nicht stört.

      • Klaus Stoller sagt:

        Ich hoffe Steve Balsiger hat die Fähigkeit seine Zeilen zu relativieren. Denn in meinen Augen scheint die Aussage dahinter etwas kurzsichtig und zeigt wenig Mitgefühl.
        Um meiner Absicht etwas Nachdruck zu verleihen, möchte ich einen Punkt des Berichts aufgreifen:
        Die Umstände der Wirtschaftsbeziehung(en) sind nicht über alle Zweifel erhaben.
        Der folgende Beitrag spricht beispielhaft für sich:
        http://www.srf.ch/news/international/krebserregendes-benzol-in-der-handy-produktion

      • Steve Balsiger sagt:

        Wenn Sie mit „nur da, wo es den Chinesen nicht stört“ einen Tag von insgesamt 365 verfügbaren meinen, innerhalb Radius 100m von insgesamt 41’000qm2 verfügbarer Fläche…dann ja, dort dürfen sie effektiv nicht! Wenn wir ehrlich sind, wissen auch Sie ganz genau, dass es hier einzig und alleine darum ging, eine andere Veranstaltung zu missbrauchen und zu sabotieren. Mittels der Provokation wird versucht Aufmerksamkeit für das eigene Anliegen zu erwecken, da man es anderwärtig leider nicht schafft. Ich kann dies verstehen, es legitimiert aber nicht ein brüskierendes Verhalten gegenüber irgendwelchen Staatsgästen und wurde daher richtigerweise von der Polizei unterbunden.

        • Réda El Arbi sagt:

          Sie bestätigen meinen ganzen Text. Man darf sich nur da frei äussern, wos die Staatsgäste nicht stört. Weil wir denen aus wirtschaftlichen Gründen in den Arsch kriechen und dabei unsere urschweizerischen Werte verraten. Daran wollen weder unsere noch deren Regierung erinnert werden.

          Aber danke, dass Sie das so schlüssig ausformuliert haben.

          • tststs sagt:

            Natürlich erhält man man einer Demo an diesem Tag und diesem Ort viel mehr Aufmerksamkeit; aber man muss sich dann halt auch gefallen lassen, dass die Leute fragen, wieso nicht an den anderen 364 Tagen demonstriert wird und ob es doch nicht mehr darum ging, eine andere Sache zu stören (als für die eigene zu demonstrieren).
            Und das klingt jetzt wieder so, als hätte ich das Gefühl, die Pro-Tibet-Gemeinde ist sonst vooooll inaktiv…

            Dasselbe frage ich mich übrigens jeweils auch, wenn die 1.Mai-Reden gestört werden…

            Und noch einmal, typisch Schweizer Wert ist eben der Kompromiss: Sicherheit für die Einen, Meinungsfreiheit für die Anderen; geht nicht simultan, aber zeit- und…

            • Réda El Arbi sagt:

              Man kann auch völlig ignorieren, dass der Adressat des Protestes der chinesische Staatschef war. Er war der GRUND für die Demo.

          • tststs sagt:

            Ähm ja, das würde aber dann ja dafür sprechen, dass man die Demo vor seiner Haustüre macht, oder?

            Und ich möchte es noch einmal betont haben: Die Polizei (resp. das Kommando) ist über das Ziel hinausgeschossen. Aber das könnte man in diesem Fall auch Ihnen unterstellen… 😉

            • Réda El Arbi sagt:

              Es geht nicht um die Verhältnismässigkeit des Einsatzes, sondern um das Verbit der Demo, damit der Gast nicht mit Kritik konfontiert wird.

              Kritik ist keine Gefährdung.

          • tststs sagt:

            Ah Sorry, da war ich irgendwie falsch informiert. Ich dachte, es hätte eine offizielle, erlaubte Demo gegeben (am Vormittag)…
            Und auch dann muss ich doch sagen, das ist Realpolitik und nicht irgend ein Realityformat, wo man Leute mit der Absicht einlädt, sie dann blosszustellen… (und entweder wir halten uns an unsere Werte und Regeln, auch gegenüber derjenigen, die es unserer MEinung nach nicht verdient haben, oder wir lassen es gleich bleiben…)

            • Réda El Arbi sagt:

              Es gab eine Demo, erlaubt, weil der Staatschef noch nicht da war.

              Wenn zwei Leute am selben Ort sein wollen, wessen Interessen werden geschützt? Diejenigen des wirtschaftlich Stärkeren.

              Die Demo war an den chinesischen Staatschef adressiert. Man kann natürlich so tun, als wär das egal. Aber die Demo wurde verboten, damit der Chinese eine Scheissfassade sieht und nicht beleidigt ist.

              Das hat dieselben Qualitäten wie Pressezensur.

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