Wie Impfgegner als Stadtarzt

Fremdenfeindin als Chefbeamtin der Sozialbehörde. Stadthaus Dübendorf

Fremdenfeindin als Chefbeamtin der Sozialbehörde. Stadthaus Dübendorf

Würden Sie einer Verkäuferin, die ihre Kunden hasst, einen Job im Detailhandel geben? Womöglich als Vorgesetzte? Oder würden Sie einen Impfgegner als Stadtarzt einstellen?  Oder einen Pyromanen als Feuerwehrkommandanten? Ich auch nicht. Da würde mir der gesunde Menschenverstand sagen, dass diese Person beruflich ungeeignet ist.

In Dübendorf ist eine Frau Chefbeamtin der Sozialhilfe, die ihre Klientel – vorallem die ausländische – verachtet und grundsätzlich der Faulheit und der Unehrlichkeit verdächtigt. Sie postet Inhalte der rechtsextremen deutschen Partei NPD, verbreitet Unwahrheiten über Flüchtlingsfinanzierung und bezieht klar fremdenfeindliche Positionen.

Natürlich werden mir geneigte Leser vorwerfen, ich agiere hier wieder mal gegen Rechts, mache «Gesinnungsbashing». Solange die Dame ihren Job anständig mache, sei ihre politische Einstellung Privatsache. Und ich muss zugeben, dass ich das wohl machen würde, wenns notwendig wär. Ist es hier aber nicht.

Es geht um Professionalität. Ich würde auch keinen Kommunisten als Chef bei der Bank wollen, auf der ich mein Geld habe. Weil sich gewisse Einstellungen mit der professionellen Ausübung einer Aufgabe einfach nicht vereinbar sind. Im vorliegenden Fall kann ich ganz auf politische Angriffe verzichten. Die Dame macht nämlich ihren Job einfach nicht anständig.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Dübendorfer Sozialhilfe in die Negativschlagzeilen gerät. Die NZZ berichtete im August 2014 über prekäre Zustände bei der Unterbringung von Sozialhilfebezügern. Von schimmligen Liegenschaften im Besitz der Agglomerationsgemeinde war die Rede, für die das ­Sozialamt Dübendorf verhältnismässig hohe Mietkosten im Budget der Sozialhilfebezüger verrechne. Profitnahme mit abbruchreifen Liegenschaften und auf Kosten der Sozialhilfebezüger, lautete der Vorwurf.

Ich bin in Dübendorf aufgewachsen, ich nehm solche Schlagzeilen etwas persönlich. Und natürlich hab ich noch die eine oder andere Verbindung in die Gemeinde. Unter anderem meldete sich eine alleinerziehende Mutter bei mir, die folgende Aussage machte:

«Man muss ums Geld betteln. Man wird behandelt, als ob man um Almosen bitte. Dabei haben wir uns doch nicht ausgesucht, in diese Situation zu kommen. Es ist entwürdigend.»

Die Missstände sind nicht etwa Einzelfälle. Es hat System hinter der Verachtung für die Sozialhilfe-Empfänger. Die Grünen-Politikerin Sutter über die Verhältnisse in ihrer Gemeinde:

«Wer unfreundlich oder abschätzig behandelt wird, kommt noch gut weg.» Immer wieder würden Personen diskriminiert, manchmal werde ihnen aus unverständlichen Gründen die Nothilfe verwehrt. Das laufe schon seit Jahren so. Negativ betroffen seien vor allem Ausländer, aber auch Schweizer. «Dafür schäme ich mich als Dübendorferin», sagt Flavia Sutter, Gemeinderätin der Grünen.

Innerhalb der Gemeinde ist die Führung des Sozialdepartements umstritten. Im Dübendorfer Stadtparlament ist es auch Anfang September zu einer Sozialdebatte gekommen. EVP-Gemeinderätin Tanja Boesch und ihr Ratskollege Hans Baumann (SP) warfen dem Stadtrat vor, er vertreibe gezielt Sozialfälle, weil die Mietvergütungen in Dübendorf so tief seien, dass sich Bedürftige keinen Wohnraum mehr leisten könnten.

Der politische Ansatz ist also nicht, dass die Chefbeamtin der Dübendorfer Sozialhilfe Inhalte rechtsextremer deutscher Parteien (die NPD steht immer knapp vor einem Verbot in Deutschland) verbreitet, sondern dass dies nur ein Hinweis darauf ist, wieso die Sozialbehörden in Dübendorf so krass versagen.

Der Stadtrat sieht da kein Problem: Befangenheit der Chefbeamtin bei ihrer Arbeit mit Flüchtlingen wird trotz gegenteiliger Beweise offenbar nicht befürchtet. Eine Verlegung der Leiterin Sozialhilfe in eine andere Abteilung stand nie zur Debatte. Man habe ihr eine Verwarnung zukommen lassen, damit sei der Fall erledigt. Und genau da liegt das Problem.

Wie gesagt, ich nehme das persönlich und werde an diesem Fall dran bleiben. Einfach, weil man den Grad an Zivilisation einer Gesellschaft daran misst, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Und ich will nicht, dass mein Herkunftsort in Barbarei versinkt.

76 Kommentare zu «Wie Impfgegner als Stadtarzt»

  • Christian Natiez sagt:

    Weshalb sollte eine Frau, die Bedürftige nicht leiden kann, ein Sozialamt leiten? Wirklich wichtig ist die Frage, ob es sich hier „nur“ um einen Einzelfall handelt oder ob im Sozialwesen, einschliesslich Betreuung und Pflege, ein gewisser Teil an „Illoyalen“ einfach dazu gehört, zum Beispiel weil sie das kleinere Übel als Personalmangel sind? Zwar eigentlich schwer vorstellbar. Denn in den Ausbildungsgängen der sozialen Berufe sollte, auch in der Schweiz, eigentlich ein Menschenbild vermittelt werden, das den Dienst am Menschen auf Augenhöhe ermöglicht. Das gilt leider aber nicht bei Juristen und anderen Verwaltungsabschlüssen, die oftmals Amtsleitungen besetzen. Da besteht…

    • Patrik sagt:

      warum müssen wir die UBS 6mit 60 Milliarden unterstützen? Im Ausbildungsberuf Finanzen wird einem doch ehrenwerten schaffen gepredigt?

      Sie sehen, es gibt immer und überall faules Obst.

  • paul real sagt:

    Die ist dort genau richtig um die widerlichen staatlichen Interessen an der Bevölkerung zu vollziehen und ein Kommunist ist als Chef der Bank auch genau richtig, denn im Unterschied zu den anderen Bankchefs wüsste er – bei ordentlicher Ausbildung – auch theoretisch um was es geht. Nicht so wie der Reda, der Kreditzeichen gegen Geldware ausspielen will weil er erstens keinen Begriff vom Geld hat und zweitens das Fetisch Kapitel von Marx wohl nur im Tram überflogen. Was ich nicht vereinbar finde ist der Reda und Logik, aber auch das ist nur eine persönliche Meinung und kein Argument, wie dieser ganze Artikel. So, das hast du Berufsverbotler dir verdient, schönen Tag.

  • Ivan Casale sagt:

    Nun, ich weiss nur – Es sind die schwächsten Menschen, in die Ecke gedrängt durch Ereignisse (selber oder fremd-verschuldet, das Leben, Kettenreaktionen, ist halt auch nicht immer so kontrollierbar… trotzdem).

    Auf der einen Seite kann ich mir nicht vorstellen, dass auch der Beste der Besten im Sozialamt es nicht erreicht längere Zeit keine Tränen zu schaffen (es braucht in solchen Situationen doch so wenig dazu). Auf der anderen Seite ist jeder Amtsschalter eine Interaktion Staat / Bürger, die Paragraphen und Weisungen sind nicht nett – klar und scharf müssen sie sein.

    Am Ende steht es einfach in der Verfassung, „dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen“.

  • Markus Sägesser sagt:

    Tja, wenn man auf dem linken Auge blind ist, dann kommen solche Artikel zustande. Ich will die braune Sauce in Dübendorf nicht schönreden. Ich möchte nur fragen: Was ist denn mit all den linken Kampfemanzen im Sozialdepartement der Stadt Zürich (es sind weiss Gott nicht wenige…), die ledigen und geschiedenen Vätern mit aller ihnen möglichen Verachtung den Kontakt zu ihren Kindern verweigern? Und Was mit der staatlichen Zwangsarbeit (repetitive, sinnentleerte Tätigkeiten wie das Auseinanderschrauben von Gasmasken, ganze Tage lang, wochenlang…), ohne die es keine Sozialhilfe gibt – ein klarer Verstoss gegen EMRK und BV. Aber eben – den eigenen Leuten spuckt man halt nicht in die Suppe…

  • Balint Keszthelyi sagt:

    @Matthias Denzler
    Sie können innerhalb einer Bankbilanz hin und her buchen, so lange Sie wollen, es ändert nichts an der geldschaffenden Rolle der Banken 😉
    Aktive Giralgeldschaffung ist hier der Fachbegriff.

    @Ralf Schrader
    Die Aussage, dass Marx kein überzeugter Kommunist gewesen sei, halte ich für eine leere Behauptung. Genau so gut könnte man behaupten, Hitler sei kein überzeugter Rassist gewesen oder Ford kein überzeugter Kapitalist. Das Kommunistische Manifest ist übrigens in erster Linie eine Streitschrift, Marx‘ volkswirtschaftliches Verständnis entfaltet sich so richtig im „Das Kapital“. Wobei er hier über fünf Seiten erklärt, was man heute in drei Sätzen aussagen würde.

  • M.Schneeberger sagt:

    Ein Bravo für die Sozialamtchefin von Dübendorf für ihre Zivilcourage! Das Sozialamt Dübendorf ist bestimmt nicht das einzige Sozialamt in dem Missstände herrschen – weshalb sollten diese nicht aufgedeckt und veröffentlicht werden? Es geht nicht an, dass solche Zustände herrschen und Menschen (vor allem CH), in einem solchen Moloch stecken und dort bleiben sollten bis zur Pensionierung! Generell sollten die Sozialämter stärker unter die Lupe genommen werden!

  • K.A. Barett sagt:

    Rational gesehen hat die Vorsteherin des Sozialamtes Dübendorf dafür zu sorgen, dass die einschlägigen Bestimmungen eingehalten werden. Das hat in einer Art und Weise zu geschehen, die korrekt ist. Die rhetorische Frage des Verfassers, ob man einen Pyromanen zum Feuerwehrkommandanten ernennen dürfe, ist natürlich einfach zu beantworten. Ich vertraue ja auch einen Korb voller Würste nicht einem Hund zur Bewachung an.
    Der Fall ist für einen Aussenstehenden nicht final zu beurteilen. Die Stadtregierung ist aber mit Sicherheit gefordert.

  • Bruno Pfeuti sagt:

    Ist nett, Réda, dass Du den Finger auf den korrekten Umgang mit Sozialhilfeempfängern legst. Aber man muss auch aufpassen mit Gesinnungsverboten, hüben wie drüben. Dass sich öffentlich Bedienstete wie beispielsweise auch Richter parteipolitisch orientieren, ist eine Tatsache. Gerade werden in den USA beim Wechsel von der Obama- zur Trump-Administration etwa 2500 Spitzenpositionen umbesetzt.

  • Tim Birke sagt:

    Leute, welche rechtsextreme Inhalte posten gehören nicht in verantwortungsvolle Ämter.

    Und an diese, welche glauben, dass Rechtsextremismus zum Ziel führt:
    https://www.youtube.com/watch?v=c_6Tu7GBLpg

    Sie müssen natürlich der englischen Sprache mächtig sein oder den Film auf Deutsch kaufen. Wissen Sie .. wir sind doch alle irgendwie gleich klein auf diesem Planet, unser Leben ist begrenzt, in unseren Adern fliesst das gleiche rote Blut und wissen Sie, ich brauche nicht bei einem Versagen oder Missständ jemand anderem die Schuld dafür zu geben, schon gar nicht schwächeren Leuten.

    Und ja schimpfen Sie mich Idealist

  • tststs sagt:

    Ich glaube, die beste/einleuchtenste Analogie ist:
    Würde man seine Kinder zu einem Lehrer schicken, von dem man weiss, dass er/sie Kinder nicht mag, der die Kinder auslacht, eigentlich prinzipiell der Meinung ist, dass Kinder doch selber lernen und ihn nicht nerven sollen?

    Nope!

    • Sportpapi sagt:

      Anderseits; Will man nicht, dass unsere SVP-ler mal selber Verantwortung übernehmen in den Bereichen, die sie immer anprangern? Und: Ist es vorstellbar, dass man in seiner Tätigkeit, in einem Sozialamt, als Polizist, auch als Lehrer, durchaus auch „auf die Welt“ kommt und seine Gesinnung etwas (?) ändert?
      Nicht dass ich im konkreten Fall hier einverstanden bin, aber ich verstehe schon, dass man sich auch mal ärgern kann, wenn man in so einem Job durchaus nicht nur Gutes erlebt.

      • Réda El Arbi sagt:

        Natürlich. Solange man den Job richtig erledigt und die dazu nötige Einstellung mitbringt, ist die politische Überzeugung nicht relevant.

      • tststs sagt:

        Ich bin absolut bei Ihnen, SP, dieses „am eigenen Leib erfahren“ mit Lerneffekt wünsche ich mir auch manches Mal… nur eben, wer gibt sich (oder eben seine Kinder) schon gerne für so etwas her!

    • Nick sagt:

      Ist Ihnen bewusst, wie gefährlich Ihr Beispiel ist? Googeln Sie doch mal nach „Odenwaldschule“. Die hatten das Problem dass manche Lehrer ihre Schüler zu sehr mochten. Alles im richtigen Mass. Sonst kommt es nicht gut.

  • Balint Keszthelyi sagt:

    Da lehnt sich der Schreiberling aber weit aus dem Fenster. Schauen wir mal, ob er sich mit dieser Pamphlete nicht selbst die Finger verbrannt hat.
    Auf jeden Fall sollte sich der Tagi die weitere Zusammenarbeit gut überlegen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ich zittere.

      • Tim Birke sagt:

        @Balint da fühle ich viel angestaute Wut auf den Schreiberling und eine Drohung. Ja machen sie weiter … sie stehen auf dünnem Eis haben sie noch nicht gesagt. Woher diese Wut … Freundin weg? Zu wenig Sex? … wissen sie es gibt so kleine Pillchen die nennen sich Prozac, ein Pillchen am morgen und sie..

    • CM sagt:

      Mein lieber Mann, in welchem politischen System sind Sie den gross geworden? Falls solche redaktionelle Beiträge nicht mehr möglich sind, kündige ich mein Abonnement des Tagesanzeigers umgehend. Und ja: ich halte die Zustände im Sozialamt Dübendorf ebenfalls für skandalös.

    • Billy The Kid sagt:

      Und Sie sind?

    • Patrik sagt:

      Balint: Das alles stand sogar in der NZZ. Tja peinlich für Sie.

      • Balint Keszthelyi sagt:

        @Patrik
        Und jetzt?
        Die NZZ hat sich schon einmal mit einer ähnlichen Hetzjagd ordentlich die Finger verbrannt. Das legitimiert schon mal goar nix.

        Und da mit El Arbi schon so mancher eine (oder mehrere) Rechnungen offen hat, würden ihn einige gerne hängen sehen. Der Krug geht bekanntlich so lange zum Brunnen, bis er zerbricht.

  • Martin Frey sagt:

    Grundsätzlich pflichte ich Ihnen bei, Herr El Arbi. Man kann in Positionen wie der erwähnten (öffentlich demonstrierte) Privatmeinung und Amt nicht einfach so trennen und zur Privatsache erklären. Die Frau ist eigentlich in ihrer Position nicht mehr tragbar.
    Nur sollte diese klare Haltung auch für linksextreme Polizeivorsteher gelten. Oder für landesweit bekannte Journalisten und Moderatoren von Politsendungen im Service Public Sender SRF. Undsoweiter undsofort.
    Ab und zu vermisst man halt andernorts ein ebenso kräftiges Statement. Dies würde der Glaubwürdigkeit nicht schaden.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ich mach einen Unterschied zwischen Verwaltungsangestellten auf der einen und gewählten Politikern auf der anderen Seite.

      • Martin Frey sagt:

        Sie haben recht. Gewählte Politiker haben eine grössere Verantwortung wahrzunehmen, sie sollten ehrlich, transparent und integer sein. Verwaltungsangestelle hingegen sind eben doch nur…. Angestellte. Meinten Sie das?
        Spass beiseite, Bock zum Gärtner geht einfach nicht.

        • Sportpapi sagt:

          Hier hat Reda recht. Wenn die Bevölkerung wählt, muss sie halt mit den Leute auch leben, die sie gewählt hat. Persönlich finde ich es gut, Politiker auch mal in den Bereichen Verantwortung übernehmen müssen, die sie sonst immer kritisieren. Linksextreme bei der Polizei, unsere Rechtsextremen mal im Sozialen oder in der Bildung, usw. Nur muss man sich dann nicht wundern, wenn sie das Amt dann auch so ausführen, wie es ihrer Gesinnung entspricht – in einem gewissen Rahmen natürlich.

          • Martin Frey sagt:

            Grundsätzlich wäre ich damit einverstanden, Sportpapi, wenn nur die entsprechenden Protagonisten eben nicht unablässig beweisen würden, dass sie das Amt eben nicht so gewissenhaft und unabhängig ausführen würden wie es nötig wäre. Und dann, SP, bin ich eben der Ansicht dass diese Leute in dieser Funktion nicht mehr tragbar sind. Da habe ich einfach zu hohe Ansprüche. An Beamte, Lehrer, Aerzte, Politiker und Journalisten.

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: Müssten Politiker in ihren Geschäften unabhängig entscheiden, müssten unsere bürgerlichen Vertreter ja ständig in den Ausstand treten. Aber nein, wir wählen die Leute ja für das, was und wen sie vertreten. Man wundert sich zwar manchmal, aber ist nun mal so.

  • Georg sagt:

    Ist relativ einfach: Verdächtigt man einen Bediensteten der öffentlichen Hand eines Fehlverhaltens, lässt man den Vorwurf untersuchen. Verdächtigt man ihn einmal, lässt man den Vorwurf einmal untersuchen. Verdächtigt man ihn 687 mal, lässt man den Vorwurf 687 mal untersuchen. Recht bald „reicht“ es dem Beschuldigten und/oder seinem Vorgesetzten. Zeigt sich, dass man ungerechtfertigte Vorwürfe macht, kommt man selbst an die Kasse. Zeigt sich, dass sich einfach nichts beweisen lässt, wirft man weiter vor, sobald Anlass dazu ist, und recht bald „reicht“ es… siehe oben.

    • Réda El Arbi sagt:

      Für das müsste die politisch übergeordnete Instanz bereit sein.

      • Sabina sagt:

        Nein. Dafür müssen Bürger bereit sein. Wie der obige Kommentator sagt: Man kann jemanden, der gegen die Regeln handelt, mit Beschwerden eindecken, und dann MUSS die vorgesetzte Stelle handeln. Vielleicht deckt sie ihn. Vielleicht hat sie nach der, wie es oben steht, 687. Beschwerde die Nase voll und schickt ihn weg, damit Ruhe einkehrt. Aber eben: Bürger müssen handeln. Und die clientèle des Sozialamtes tut das natürlich in den meisten Fällen nicht, und einer, der ihr hilft, ist auch nicht an jeder Strassenecke zu finden. Gute Gelegenheit für Sie, aktiv zu werden.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ja, dazu muss man auch die Kraft und den Mut haben. Wenn man gerade Sozialhilfe bezieht, fühlt man sich nicht bespnders kräftig und mutig, wie ich aus eigener Erfahrung weiss. Und genau darum hab ich dies hier auch geschrieben 🙂

          • Carl sagt:

            Sabina schreibt doch: Gute Gelegenheit für Sie (Herr Arbi), aktiv zu werden! Sie beziehen keine Sozialhilfe, können sich ausdrücken, kennen die Umstände. Machen Sie Ordnung in dem Amt! Viel Erfolg!

  • graf beat sagt:

    Ein Impfgegner kann durchaus als Stadtarzt seine Aufgaben wahrnehmen. Aber Mann bzw. Frau darf nicht mehr seine eigene Meinung vertreten? Zumal sie sich ja dazu als Privatperson geäussert hat. Wenn das Denkschema den Linken nicht gefällt, ist man Rassistin. Man stelle sich vor, sie wäre noch Mitglied bei der SVP.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nein, wenn man NPD-Inhalte teilt und seinen Jon deshalb miserabel macht, ist man einfach nicht mehr tragbar. Ohne NPD-Inhalte wär der Job immer noch schlecht gemacht.

  • Gerhard Engler sagt:

    Werter Herr El Arbi. Sie unterliegen dem Missverständnis, dass die Sozialhilfechefin die Interessen der „Kundschaft“ wahrzunehmen hat. Das ist ein Irrtum. Diese Chefin vertritt in erster Linie für die Stadtverwaltung bzw. für die Gesamtbevölkerung da. Sie muss also immer abwägen, ob das Interesse der „Kunden“ oder dasjenige der Gesamtbevölkerung überwiegt.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ja, und dieses Abwägen ist nicht mehr neutral möglich, wenn die Überzeugungen der Person so stark gegen die bestehenden Reglemente steht. Und Sozialhilfeempfänger sind übrigens auch Teil der Gesamtbevölkerung. Ihre Formulierung lässt erahnen, dass Sie das nicht so sehen.

      • graf beat sagt:

        woher der Wind weht ist bei Ihnen auch kaum zu übersehen, Herr El Arbi. Das verteilte Geld muss aber auch zuerst erarbeiet werden… Man kann durchaus professionell eine Arbeit machen, ohne mit den Vorgaben einverstanden zu sein. Dazu gibt es ja Reglemente, die auch in Dübendorf vorhanden sind. Auch ich hatte Gelegenheit, während rund sieben Jahren mit dem Sozialdienst, nein nicht in Dübendorf, zusammen zu arbeiten. Morddrohungen, tätliche Angriffe, Fragen nach meinem Wohnort, Beschimpfungen als Rassist, Beleidigungen wie Arschschloch waren beinahe an der Tagesordnung. Zudem nicht vergessen die ermordete Mitarbeiterin vor ein paar Jahren im Säuliamt.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ja, das gibts sicher alles. Aber wer den Job nicht aushält, ohne seobst Hass zu entwickeln, sollte kündigen.

          • graf. beat sagt:

            genau, man muss die Leute lieben, die einem nach dem Leben trachten. Sorry, aber Sie haben keine Ahnung, was an solchen Arbeitsstellen teilweise abgeht.

            • Réda El Arbi sagt:

              Komisch. Die beide Eltern meines Göttibuben arbeiten in diesem Bereich. Und sie verachten und ihre KLientel nicht. Nein, man muss seine Klienten nicht lieben, aber respektieren. Wenn man das nicht kann, muss man den Job wechseln.

      • Gerhard Engler sagt:

        Soll ich jetzt antworten: „Typisch El Arbi, diese Voreingenommnheit“? Ich bin ein linker Anwalt und habe schon viele Sozialfälle gegenüber den Sozialbehörden vertreten, auch in Dietikon.

    • Patrik sagt:

      Engler: Komplett falsch. Das ist SVP-Luft. Wir haben ein Sozialgesetz darin ist alle verbindlich geregelt. Ob es einem Engler passt oder nicht.

      Ich zahle auch Jahr für Jahr ihre Arztbesuche und demnächst Ihre AHV. Ich will das auch nicht. Ich bin jung und war noch nie krank. Aber ich muss dem Engeler das jetzt via meinen Steuern bezahlen ob ich will oder nicht.

      Und wissen Sie warum? Man nennt das Solidarität. Und ja das macht Sinn.

      • toni sagt:

        Danke für diesen Beitrag, Patrik. Es ist immer wieder erstaunlich, über welch elementare Prinzipien die lautesten Lautsprecher in diesen Diskussionen nicht informiert sind.

      • Sportpapi sagt:

        Allerdings zerbricht Solidarität letztlich dann, wenn sie ausgenutzt wird. Und hier ist grundsätzlich zu trennen, ob jemand wegen seiner politischen Ansichten untragbar ist, oder wegen Gesetzesbruch.

        • toni sagt:

          Das sind ja nun zwei völlig verschiedene Aspekte. Leute, die Solidarität ausnutzen, sollen identifiziert werden; denn das „Ausnutzen“ wird ja nun schon lange „bestraft“ (bis weit dahin, dass viele, die z.B. völlig berechtigt IV-Leistungen beziehen, sich Kontrollen unterziehen müssen, die bei normalem Menschenverstand einfach nur als unwürdige Bürokratie-Auswüchse angesehen würden). Wie el Arbi aber korrekt darstellt, geht es nicht an, dass Behördenleiter betreffend der Aufgabe, für die sie zuständig sind, Extremmeinungen vertreten. Selbst wenn die „privat“ geäussert wurden, ist das schlicht unpressionell und die im Artikel angeführten Vergleiche hinken kaum!

  • geezer sagt:

    wie sagt man so ’schön‘: der fisch stinkt am kopf. das ganze tönt ziemlich verdächtig nach vetterliwirtschaft in der stadtverwaltung von Dübi. man wird sich wohl schon seit langem kennen……

    • CM sagt:

      Nun, die Sache ist wohl einfach: Der Vorgesetzte der Leiterin des Sozialamtes Dübendorf ist Stadtrat Kurt Spillmann von der SVP. Als Sozialvorstand bringt Spillmann seiner Untergebenen vermutlich viel Verständnis entgegen. Schliesslich passt deren Verhalten ja ausgezeichnet zur SVP-Rhetorik betreffend Sozialschmarotzer. Am richtigen Platz ist die Leiterin des Sozialamtes wahrscheinlich nicht. Man muss annehmen, dass sie befangen ist.

  • Thomas Burckhardt sagt:

    Warum soll nicht ein Kommunist Banker sein ? „Banking“ als Funktion der Allokation von Kapital ist systemunabhängig.

    • Réda El Arbi sagt:

      Im heutigen System? Träumen Sie weiter. Sogar die „sauberen“ Banken helfen mit, virtuelle Werte zu erzeugen, die eigentlich nur als digitale Ziffern existieren und sich nur aus der Anhäufung von Geld an einem Ort ergeben. Voodoo-Mehrwert.

      • Matthias Denzler sagt:

        Thomas Burckhardt hat Recht. Die Formulierung „…. virtuelle Werte zu erzeugen, die eigentlich nur als digitale Ziffern existieren und sich nur aus der Anhäufung von Geld ….“ ist Geschwurbel. Aber das gehört wohl nicht exakt zum Thema.

        • Réda El Arbi sagt:

          Hm, Zins aus Geld, das real nie gedruckt wurde, nie 2herausgegeben“ wurde, noch real im Besitz der Bank ist. Also Mehrwert aus Geld, das nicht mal virtuell existiert, sondern nur als Vorstellung einer Möglichkeit. Jänu. Wenn es nicht Leute wie dich gäbe, die daran glauben, wärs auch nichts wert. Also eben: Voodoo

          • Matthias Denzler sagt:

            Dein Lohn, der dir auf deinem Konto gutgeschrieben wird, wurde auch nie „gedruckt“. Du kannst dir trotzdem etwas davon kaufen – sogar wenn Du nicht „daran glaubst“, was immer das heissen mag. Das alles als Voodoo zu bezeichnen, ist eine etwas einfache Weltsicht.

            • Réda El Arbi sagt:

              Er ist Entgelt aus Arbeit. Nicht aus Zins aus virtuellem Geld generiert, das nicht mal durch Eigenfinanzierung gedeckt ist.

          • Roman Günter sagt:

            Herr El Arbi, bei diesem Thema versagt Ihr sonst sicherer Instinkt. Vielleicht sollten Sie sich mit dem Thema Geld nochmals eingehender beschäftigen, es wäre durchaus interessant, aber erst in der Tiefe, jenseits der Ideologenlounge.

            • Réda El Arbi sagt:

              Naja, wie gesagt, GEld ist Glaubenssache. Wenn man zu tief in der Materie steckt, verliert man die Distanz. Geld bedeutet mir nichts. ideologie ist es, an einen Wert zu glauben, der nur durch ein Agreement besteht. Nochmals: Voodoo. Und das sogar auf der Metaebene. Früher war Geld mal ein Tauschobjekt für reale Werte. Inmzwischen ist es reine, fiktive Wertschöpfung.

          • Roman Günter sagt:

            Geld ist eher die eine Hälfte eines Tauschgeschäfts, Herr el Arbi. Im Prinzip ist das Geschäft erst abgeschlossen, wenn die andere Hälfte durchgeführt ist. Das Geld dient nur als Zwischenmedium, da journalistische Tätigkeit gegen Milch, Brot und Eier eher schwierig wird. Es ist eine technische Vereinfachung. Daher auch die Zinsen für die Bereitstellung und die idealisierte Inflation von jeweils plus/minus 2 Prozent, damit die Zeitspanne zur Erfüllung etwas kontrollierbarer wird. Keine Glaubens- sondern eine Vertrauensangelegenheit und darauf gründet unser Wirtschaftssystem.

            • Réda El Arbi sagt:

              das wär schön. Der grösste Mehrwert entsteht aber nicht durch Arbeit gegen Geld, sondern durch die Amhäufung von Geld und die dadurch abgeworfenen Zinsen. Dazu durch Börsenquotierungen von Firmen, deren Wert im Milliarden steigt, wenn genug Leute an dieses Unternehmen glauben. So entsteht heute Mehrwert, nicht durch Tausch oder Arbeit.

          • Matthias Denzler sagt:

            Zum Glück gibt’s die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Zahlen für CH 2015, in Mrd. CHF. Bruttoinlandprodukt: 646, Arbeitnehmerentgelt: 385, Nettobetriebsüberschuss (entspricht etwa den Unternehmensgewinnen): 105, Abschreibungen: 137, dazu ein paar kleinere Posten. Quelle: Bundesamt für Statistik.

            • Réda El Arbi sagt:

              Lusitg ist, dass wenn man das Bruttoinlandprudukt aller Länder zusammenrechnet, einen Betrag bekommt, der die gesamte Geldmenge international im zweistelligen Bereich überschreitet 🙂

              Aber ich war ja auch bei der Privatwirtschaft, den Banken etc. Denken Sie, in einer globalisierten Wirtschaft mit internationalen Steuerkonstrukten sei das Bruttoinlandprodukt noch eine relevante Zahl?

          • Matthias Denzler sagt:

            Es gibt keinen 1-zu-1 Zusammenhang zwischen Geldmenge und Produktion (also Geldmenge muss nicht gleich Produktion sein), nur schon weil das BIP eine Flussgrösse (pro Zeiteinheit), die Geldmenge aber eine Bestandesgrösse ist. Zudem gibt es verschiedene Geldmengen-Definitionen, von Papiergeld zu verschiedenen breiter gefassten Definitionen.

          • Matthias Denzler sagt:

            Doch zu Ihrer Frage: Natürlich ist das BIP wichtig. Es ist der Wert der in einem Land produzierten Güter und Dienstleistungen (enthält z.B. den Wert dieser Kolumnen). Daraus werden beispielsweise die Löhne bezahlt. Ein Teil geht an den Staat, via Steuern. Geld erleichtert diesen Prozess, wie Roman Günter oben erklärt hat. In einer globalisierten Wirtschaft ist die Messung sicher komplizierter, und es gibt Abgrenzungsprobleme. Aber gerade für die Erhebung von Steuern ist es für das Finanzamt wichtig, verlässliche Statistiken zu haben, um beispielsweise abschätzen zu können, ob Steuern hinterzogen werden (wobei ich da kein Experte bin, weder für die BIP-Messung, noch für Steuerschätzungen).

        • Benjamin M. Baer sagt:

          Naja, so ziemlich gleich haben das auch schon Wirtschafts Nobelpreis Träger beschrieben.

          Nur schon das Kreditwesen der Bank, also das sog. saubere Geschäft, besteht darin Geld herbei zu reden.

          Sagen wir mal die Bank hat 100$. Jetzt kann sie dir einen Kredit für 100$ geben und zur gleichen Zeit noch 4 anderen. Zurück bekommen tut sie also 400$ und das noch ohne Zinsen.

          Und das ist noch nichts im Vergleich zum anderen Finanzvoodo den die Banken betreiben.

          • Matthias Denzler sagt:

            Vieleicht mal eine Bankbilanz anschauen? Wenn auf der Aktivseite 400$ an Krediten stehen (z.B. Hypotheken), braucht die Bank auch 400$ an Einlagen (z.B. Sparkonten), oder Eigenkapital. Im Moment, wo die Bank einen Kredit (z.B. Hypothek) gewährt, wird das Geld dem Kreditnehmer auf einem Konto gutgeschrieben. Der lässt es aber i.a. nicht lange dort stehen (sonst bräuchte er ja keinen Kredit), sondern bezahlt z.B. die Baufirma damit.

    • Ralf Schrader sagt:

      Kommunisten können weder Banker noch Journalist werden, weil es bis jetzt noch keinen Kommunisten gibt und das weltweit und noch auf lange Zeit. Manchmal ist es hilfreich, in einem Wörterbuch das Wort ‚Kommunismus‘ nachzuschlagen, es muss ja nicht das gesamte ‚Kommunistische Manifest‘ von Marx/ Engels sein. Aber dann weiss man, dass auch die beiden keine Kommunisten waren.

      • Réda El Arbi sagt:

        „Kommunist“ als Überzeugung. Aber wenn du behauptest, dass Marx und Engels keine Kommunisten waren, und du, bzw. dein Wörterbuch besser wissen, was das sei, dann bist du einfach ein Troll, der sich wieder mal wichtig machen will. Sorry. Sonst schätze ich ja deine Beiträge, aber hier schwafelst du, damit geschwafelt ist.

        • Ralf Schrader sagt:

          Wir schätzen uns wohl gegenseitig, sonst würde ich in Deinem Blog keinen Buchstaben hinterlassen. Gerade deshalb sind Korrektive angesagt. Der Kommunismus ist den Sozialisten das, was den Christen und den Moslems das Himmelreich ist. Eine asymptotische Projektion.

          Deshalb nur zu Deiner Fortbildung. Engels war ein Sozialist, Marx sein Mietschreiber, der den Impetus hatte, ein genialer Volkswirt zu sein und das mit Engels Geld auch erreicht hat. Deshalb verehrte selbst Milton Friedman den Marx, was er nicht getan hätte, wäre der Kommunist gewesen. Marx hat das Kommunistische Manifest wie Markus das erste Evangelium und Luther seine Thesen geschrieben hat. Als Autor, nicht als Überzeugter.

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