«Der Neger ist der Täter»

Kontrolle aufgrund von Racial Profiling: Mohamed Wa Baile wirft Polizisten vor, sie hätten ihn nur aufgrund seiner Hautfarbe angehalten. Bild: Reto Oeschger

Kontrolle aufgrund von Racial Profiling: Mohamed Wa Baile wirft Polizisten vor, sie hätten ihn nur aufgrund seiner Hautfarbe angehalten. Bild: Reto Oeschger

Natürlich haben wir in der Schweiz keine amerikanischen Verhältnisse. Es werden keine schwarzen Mitbürger oder ethnische Minderheiten auf der Strasse erschossen. Aber bei den Kontrollen der Stadt- und Kantonspolizei (Hauptbahnhof und Flughafen), ist Racial Profiling etwas alltägliches, wie ich aus eigener Erfahrung weiss.

Wieder einmal verpasste es ein Richter, dieses Verhalten der Polizei exemplarisch zu beurteilen. Im Falle des 42-jährigen Mohamed Wa Baile entschied sich der Einzelrichter, den Hintergrund der misslungenen Kontrolle zu ignorieren.

«Racial Profiling» heisst nicht, dass alle Polizisten Rassisten sind. Nicht mal denjenigen, die unbewusst Menschen nach ihrer Herkunft auswählen und kontrollieren, müssen etwas gegen fremde oder dunkelhäutige Menschen haben. Es ist aber so, dass sie diese Menschen nicht nach deren Verhalten, sondern eben unbewusst oder bewusst nach deren ethnischen Zugehörigkeit beurteilen.

Verantwortliche führen an, dass gewisse Kriminalitätsmuster eher von einer bestimmten Ethnie begangen werden, was Kontrollen nach Hautfarbe wohl rechtfertigen soll:

Max Hofmann vom Verband der Schweizer Polizeibeamten sieht keinen Handlungsbedarf: «Die Polizei bekämpft kriminelle Phänomene, und wenn wir wissen, dass die Dunkelhäutigen beispielsweise den Kokainhandel in den Händen haben, dann kann es nicht angehen, dass wir noch zehn Weisse kontrollieren, nur weil es politisch korrekt ist.»

Dass der Kokainhandel an der Langstrasse in der Hand von Schwarzen ist, mag stimmen. Das berechtigt aber nicht zum Umkehrschluss der Idioten: «Diese Drogendealer sind schwarz, also sind alle Schwarzen Drogendealer». Das ist eben genau das, was «Racial Profiling» ausmacht: Wenn die ethnische Zugehörigkeit zu einem Anfangsverdacht ausreicht. Statistisch mag das im Falle der Kokaindelikte hinkommen. Aber die Polizei hat in erster Linie die Aufgabe, die Rechte des Einzelnen zu schützen. Und dieser «Einzelne» ist nun mal auch der dunkelhäutige Mitbürger. Er kann nicht in Sippenhaft für Verbrechen anderer Leute mit gleicher Hautfarbe genommen werden. Das führt unseren Rechtsstaat ad absurdum.

Das wäre das Gleiche, wie wenn in Thailand und Kambodscha jeder Europäer erst mal als kranker, pädophiler Sextourist kontrolliert würde, da 99 Prozent der verurteilten Pädophilen in Südostasien weisse Europäer sind. Ihr seht, das «Racial Profiling» lässt sich auch umkehren.

Aber zurück in die Stadt: Es gibt keine Zahlen der Stapo oder der Kapo, wie oft sie mit Kontrollen von dunkelhäutigen Mitbürgern falsch lagen. Soweit ich weiss, gibts nicht mal Zahlen, wie oft überhaupt Menschen kontrolliert und ohne Befund weitergeschickt wurden.

Was ich aber sagen kann, ist, dass alle meine dunkelhäutigen Bekannten die Erfahrung einer ungerechtfertigten Kontrolle gemacht haben. Von meinen weissen Bekannten kennt das kaum einer.

Vielleicht sollten unsere Polizisten etwas besser geschult werden. Nicht in Kriminalistik, aber in Psychologie. Damit würden sie vielleicht nicht unbedingt besser Verbrecher erkennen. Aber vielleicht könnten sie die eigenen unterschwelligen Einschränkungen besser verstehen und ihnen nicht einfach folgen.

70 Kommentare zu ««Der Neger ist der Täter»»

  • Karl Eigenmann sagt:

    Wer Mohamed heisst, eine Kufiya um den Hals trägt und sich in der CH als Opfer von Rassismus darstellt, ist in meinen Augen nicht wirklich ernst zu nehmen! Eine Kufiya war vielleicht in den 70er und 80er noch als Mode-Accessoire tolerierbar. Heute ist das ein klares antisemitisches Symbol und Statement (egal ob die Kufiya weiss, gelb oder rot ist) und wird u.A. auch von bekannten Neonazigrössen getragen… „Ich bin ein Antisemit, finde es aber eine Ungerechtigkeit, aufgrund meiner Ethnie von Polizisten durchsucht zu werden“…ähm ja… zurück zum Start… Ansonsten ja, die Polizei sollte ihre Praxis zum „Racial Profiling“ zumindest kritisch hinterfragen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Naja, dann ist H&M sicher antisemitisch. Oder der Coop. Die verkaufen das Tuch nämlich.

      • Karl Eigenmann sagt:

        Bomberjacken und Kampfstiefel kann man auch weiss ich nicht wo überall kaufen – das ist eine ziemlich müde Ausrede!!! Sicher sind nicht alle die diese Waren verkaufen Neonazis oder Antisemiten – selten so was dümliches von Dir gelesen, echt!!

        • Réda El Arbi sagt:

          Naja, Hakenkreuze und Blood & Honor-T-Shirts kämen dem schon näher. Aber Du darfst dir die Welt gerne so zusammenschustern, dass sie zu deiner Meinung passt. Wenn für dich die Hautfarbe und ein Schal als krimineller Anfangsverdacht reichen, sagt das nichts über diese Person aus. Aber viel über dein Weltbild.

  • Michael Basler sagt:

    Das Recht auf 100prozentige Gleichberechtigung gibt es nicht lieber Autor! Das Recht recht zu haben genau so wenig. Und die Rassismuskeule zeugt von Farbenblindheit. Welche Wahrheit die richtige ist, werden wir nie erfahren!

    • Réda El Arbi sagt:

      Naja, Sie sagen gerade, dass andere Rassen nicht die gleichen Rechte haben. Das macht sie per Definition zum Rassisten. Da brauch ich keine Keule.

  • Andreas Widmer sagt:

    Der Afrikaner; dem die Polizei lätzte Woche während einer Aktion die türe mit dem Rammbock öffnete; (wohnt mir gegenüber)war nach 2 Tagen wieder zurück.
    Was er macht? Weiter!

  • Sportpapi sagt:

    Im Sport spricht man von intelligenten Dopingkontrollen, wenn man nicht einfach flächendeckend oder zufällig, sondern ganz gezielt kontrolliert.
    Natürlich ist es für jeden ärgerlich, der nur wegen seines Aussehens, seiner Hautfarbe, seiner Herkunft, seinem strengen Blick übermässig häufig kontrolliert wird.
    Aber ich sehe gerade nicht, wie man das besser machen kann, wenn die Anzahl Kontrollen aus zeitlichen und finanziellen Gründen beschränkt ist.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ja, und wie spielt das mit den „Stichkontrollen“ am HB zusammen. Du machst dich wirklich für Racial Profiling stark? Dir ist schon bewusst, dass wenn man mehr Dunkelhäutige kontrolliert, auch in der Statistik mehr Dunkelhäutige auftauchen, was wiederum die Rechtferigung für die vermehrte Kontrolle ist?

      • Sportpapi sagt:

        Du glaubst also, dass mehr Dunkelhäutige in der entsprechenden Statistik auftauchen liege ausschliesslich daran, dass sie mehr kontrolliert werden. Und vermutlich dann auch nach anderem Massstab verurteilt werden?
        Ich nicht.

        • Réda El Arbi sagt:

          Nein, das glaube ich nicht. Aber ich mache auch nicht den Umkehrschluss der Idioten. Und natürlich HAT es Einfluss auf die Statistik, aus welchen Probem und nach welcher Methodik die Samples gezogen werden.

          • Sportpapi sagt:

            Vielleicht könntest du den Einfluss auf die Statistik ja mal in Zahlen ausdrücken. Was zeigt die Statistik, und was wäre deine Korrektur? Und: bis du dann einverstanden, dass man die Kontrollen dann genau diesen Statistiken entsprechend durchführt?

            • Réda El Arbi sagt:

              Mir würde es eigentlich reichen, wenn die Hautfarbe nicht schon als Anfangsverdacht gelten würde. Oder bist du da anderer Meinung?

              PS: Stichproben ohne Anfangsverdacht sollten vielleicht der Population entsprechen. Ansonsten sinds keine Stichproben und der Anfangsverdacht ist die Rasse oder die Herkunft. Was ganz klar unserer Verfassung und der Rechtsgleichheit widerspricht.

          • Sportpapi sagt:

            Nein, da bin ich nicht gleicher Meinung. Wenn bei bestimmten Nationalitäten die Verbrechensquote x-fach höher ist als bei anderen, muss man sie auchx-fach häufiger kontrollieren, wenn man Ergebnisse erzielen möchte – alles andere ist Alibiarbeit. Ich gehe auch davon aus, dass jüngere Männer sehr viel häufiger kontrolliert werden als ältere Damen – wohl zu recht.
            Aber das gilt natürlich nur für eine einfache Personenkontrolle, die nach ganz kurzer Zeit vorbei ist und keinen wesentlichen Schaden bedeutet.

          • Sportpapi sagt:

            Ich hätte natürlich statt Nationalität auch Hautfarbe oder Ähnliches schreiben können. Ist jetzt eher ein Nebengleis, oder?

            • Réda El Arbi sagt:

              Nein, ist relevant. Du kannst einen Secondo aus Kamerun mit Schweizer Pass nicht von einem haitianischen Koks-Dealer unterscheiden. Die Polizei auch nicht. Wenn Rasse als Anfangsverdacht reicht, ist das per se Rassismus.

  • marc sagt:

    Sehr treffend geschrieben Danke

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    ganz generell. es ist einfach, immer auf unseren ordnungskräften herum zu hacken. ich ziehe hier vor jedem und jeder meinen hut, welche/r diesen schwierigen job professionell ausführt.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    man schaue sich doch mal die fakten an. bzw. scheue sich nicht, einen etwas tieferen blick auf beispielsweise das langstrassen-quartier zu werfen. die überwiegende mehrzahl der „kleinen“ drogendealer da dorten sind schwarze. zugegeben, bei den „grösseren“ fische dahinter, an die man sich nicht traut, schaut’s anders aus.
    die polizeipatrouillen haben u.a. die aufgabe, verdächtige und auffällige personen zu kontrollieren. und da spielen meiner erfahrung nach rasse und hautfarbe generell eine untergeordnete rolle. wir sind ja (glücklicherweise) nicht in den usa. aber es ist logisch, dass in dominierten sektoren halt die kontrolliert werden, welche den gauss darstellen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ja, ist aber auch selbsterfüllende Prophezeiung. Man kontrolliert mehr Schwarze, das führt natürlich zu mehr Schwarzen in der Statistik. Das wiederum gilt als Rechtfertigung für mehr Kontrollen an Schwarzen.

      PS: Ich habe in meiner Suchtzeit meinen Stoff hauptsächlich von Schweizern gekauft.

  • Caicedo aus ZH sagt:

    Zuerst danke für den Titel. Ich bin ebenfalls Negerin. In Cali sagen sich alle Neger, alles andere währe eine Beleidigung. Keiner ruft, he dunkelhäutiger.
    Jetzt noch zu dieser Polizeikontrolle am HB. Ein altes Sprichwort besagt, Salz ins Gehirn, wenn der gesunde Menschenverstand ausschalten will.
    Habe ich also eine ID dabei oder so, vorzeigen und Problem erledigt. Habe ich noch weisse Spuren an der Hand, dann bitte nachprüfen.
    Aber Nein, ich will ein Vorzeigeprozess bis nach Bern oder noch weiter, dann bitte bezahlen. Kooperieren ist immer besser, egal welche Pigmente oder wieviel Melatonine ich habe.

  • Franz Pfister sagt:

    Treffende (Schreibtisch-) Analyse.
    Leider verpasst es der Autor einen Vorschlag zu machen was die Polizei in der realen Welt fernab von Ideologie denn tun sollte. Es wird kaum das Ziel sein, dass pro Tag nur noch x% der Anzahl Leute in der Schweiz mit bestimmten Merkmalen kontrolliert werden dürfen oder? Im Sinne von „für jeden Dunkelhäutigen müssen 4 Hellhäutige kontrolliert werden damit keine Diskriminierung gegeben sein kann“.
    Das Zauberwort heisst „Anfangsverdacht“. Solange dieser Trigger für die Kontrolle nicht bekannt ist, ist alles Gerede darüber im besten Fall Philosophie, im Schlimmsten Fall ACAB Hetze.
    PS: Frag mal einen (weissen) Fussballfan wie oft er schon „ohne Grund“…

    • Réda El Arbi sagt:

      Bei Stichproben am Hauptbahnhof finde ich das ein wenig komisch.

      • Franz Pfister sagt:

        Ich auch.
        Von „komisch“ auf RP zu schliessen ist aber unzulässig.

        Ähnliches Signalement?
        Verdächtiges Verhalten?
        Rassismus?
        Zufall?

        Ohne Fakten erlaubt man sich kein Urteil!

      • Venanz Nobel sagt:

        Der Fussballfan befindet sich bei der Kontrolle in der Regel selbstgewählt an einem «Hotspot», wohl sogar eher im Kreis des «harten Kerns» als in der Familienzone. DAS ist der Unterschied. Denn als von Racial Profiling Bedrohtem bist Du immer und überall «verdächtig», sogar wenn Du freiwillig den Polizeiposten betrittst, zB. um den Diebstahl Deines Autos oder die innerfamiliäre Gewalt Deiner weissen Nachbarn zu melden… Deshalb braucht es zB. genaue Arbeitsrapporte und Statistiken der Polizei auch über einfache «Personenüberprüfungen».

    • Peter Maier sagt:

      Der Trigger im aktuellen Fall ist bekannt:

      „Vielmehr habe der Polizist glaubhaft dargelegt, dass er den Mann kontrolliert habe, weil dieser seinen Blick abgewendet und sich dadurch auffällig verhalten habe.“

      Tja dann.

    • Pascal T. sagt:

      Vielleicht sollte die Polizei mal dem Anfangsverdacht in Läden wie dem Kaufleuten, Talacker usw. nachgehen. In schicken Läden in denen seit Jahren gedealt und konsumiert wird schaut die Polizei und Staatsanwaltschaft gezielt weg und zeigt einfach mit dem Finger auf die Schwarzen und Armen. Die kommen ja angeblich alle mit einem Sack voller Drogen über das Mittelmeer zu uns…

  • Peter Maier sagt:

    Dem gibt es wenig hinzuzufügen. Diese verdrehte Denke kennen wir ja auch von der Drogenpolitik (Gras ist eine Einstiegsdroge!), scheint eine Art weitverbreitete kognitive Störung zu sein.

    Bemerkenswert finde ich die Begründung des Urteils (gem. NZZ):

    „Gemäss der Allgemeinen Polizeiverordnung und der bundesgerichtlichen Praxis ist einer polizeilichen Anordnung selbst dann Folge zu leisten, wenn sie unrechtmässig ist. Dies gilt zum Schutz des reibungslosen Funktionierens des Rechtsstaats, wie der Bezirksrichter sein Urteil begründete.“

    Hab mich schier an meinem Gipfeli verschluckt heute morgen….und sowas schimpft sich Rechtsstaat, was für eine Groteske.

    • Sportpapi sagt:

      Scheint mir logisch. Man zeigt den Ausweis, ärgert sich, und macht im Anschluss allenfalls eine Beschwerde.

  • Simbo sagt:

    Haben Sie nicht den Artikel betreffend der Opferhaltung geschrieben? Ich krieg mich vor Lachen kaum mehr ein. Wie viele Stunden Psycholgieunterricht haben Polizisten in den ersten 1-2 Jahren der Polizischule? Was wird bei der Polizei gegen Racial Profiling unternehmen? Dieser Artikel offenbart – nicht zum ersten Mal – gravierende Unkenntnisse ihrerseits.

    • Réda El Arbi sagt:

      Naja, die Polizisten lernen offenabr in ihrer Grundausbildung, andere einzuschätzen. Bei der Selbsteinschätzung scheint es bei einigen aber noch nicht so zu funktionieren, wie das Zitat im Blogpost beweist. Die informelle Gruppe, die Cortesi angekündigt hat, zeigt noch keinen Impact, höchstens etwas guten Willen.

      Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es einen Unetrschied zwischen eingebildeter Opferhaltung und tatsächlicher zielgerichteter Diskriminierung gibt.

      Polizist: Du sprechen Deutsch?
      Ich: Jep. Damit verdien ich mein Geld.
      Polizist: Du musst nicht frech werden!
      Er hat sich dann nach kurzem Googlen meines Namens entschuldigt und gebeten, nicht beim Pressesprecher eine Stellungnahme einzuholen.

      Es sind nicht alle so, eigentlich nur ein kleiner Teil. Aber diese sind eben oft genau diejenigen, die dann auffallen.

      • Martin Gebauer sagt:

        El Arbi, ihre Erfahrungen decken sich wohl mit denen der meisten dunkelhäutigen Menschen. Die ständige Polizisten/innenhetze, in den Medien geht mir aber genau so auf den Sack. Polizisten/innen sind ständiger Aggression ausgesetzt. Klar – man könnte jetzt dagegen halten – ist halt Berufsrisiko. Journalisten müssen auch Einiges aushalten. Dabei setzen sie aber nicht ihr Leben auf’s Spiel. Kritik ist wichtig und Missstände müssen behoben werden. Die prinzipielle Verachtung der Polizei, wie sie viele Linke vor sich her tragen wie eine Fahne, ist lächerlich. Ich finde, dass die Polizei einen guten Job macht. Ausreisser nach oben und unten gibt’s überall – auch bei Journalisten.

        • Réda El Arbi sagt:

          Die Aggression, die die Polizei trifft, kommt aber meist aus dem weissen Mittelstand, nicht von Afrikanern. Die würden sich hüten, sich noch mehr Aufmerksamkeit zuzuziehen, als sie durch die Hautfarbe schon haben.

  • Theo Sprecher sagt:

    Wenn die Zürcher Drogenszene in der Hand von Schwarzen ist, dann macht es ermittlungstechnisch durchaus Sinn, Schwarze Passanten vermehrt zu kontrollieren. Dies hat mit Rassismus nichts zu tun, sondern vielmehr mit der Logik. All jene die damit ein Problem haben, sind entweder scheinheilig oder – mit Verlaub gesagt- nicht sehr klug.
    Schreit etwa jemand auf, wenn sich das Zürcher Steueramt bei der Suche nach Steuerhinterziehern auf den Zürichberg und das rechte Seeufer konzentriert, statt Einwohner im Kreis 4 zu überprüfen?
    Deshalb, bei aller politischer Korrektheit bitte nicht den gesunden Menschenverstand ausschalten.

    • Réda El Arbi sagt:

      Wie sieht das an Hauptbahnhof aus, wo der Mann kontrolliert wurde?

      Aber grundsätzlich ist der Vergleich natürlich hirnrissig, weil keine Polizisten am Züriberg auf gut Glück hin Passanten wegen Steuerhinterziehung durchsuchen.

      • Richi Marti sagt:

        Lieber Herr El Arbi, ich weiss, das Thema liegt Ihnen am Herzen. Dennoch sollten Sie einen Gang runter schalten und genauer lesen – sonst versanden Ihre Argumente und bleiben tut nur Beleidigung. Herr Sprecher hat nichts von willkürlichen Polizistenkontrollen am Zürichberg im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung geschwafelt. Sondern vom Steueramt. Dort arbeiten bekanntlich keine Polizisten. Sein Vergleich ist nicht so hirnrissig, aber Ihre falsch konstruierte Unterstellung ist es. Lesen Sie einfach sorgfältig und versuchen Sie Herrn Sprecher Argumentation gemäss Wortlaut zu verstehen. Gleicher Meinung müssen Sie selbstverständlich nicht sein.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ja, dann ist Herr Sprechers Argument also völlig off topic. Da man bei Unterlagen nach Fakten und nicht nach Hautfarbe entscheiden muss. Wo ist da der Bezug zu Racial Profiling? Ich hab versucht, wenigstens irgendeine logische Verbindung herzustellen. Sie haben gerade darauf hingewiesen, dass es die nicht gibt.

          • Richi Marti sagt:

            Leider nein. Was sie jovial „logische Verbindung herstellen“ nennen, ist leider schlichtweg jemanden etwas in den Mund zu legen, was er nicht gesagt hat. Netter rhetorischer Trick, aber unsauber und unredlich. Das war einzig Inhalt meines Einwands. Bezüglich Logik, Sinn oder meiner Meinung zu Herrn Sprecher Argument habe ich absichtlich keine Aussage gemacht. Tut mir leid.

          • Richi Marti sagt:

            Nein, nein – nicht „rhetorisches Sändelen“, sondern nur notorisches Klugscheissen und Rechthaben – ich orientiere mich hier ganz an Ihnen (einfach ohne Fanboys und – girls). Dennoch wär es ein wenig wünschenswert, wenn Sie ein wenig genauer lesen könnten.

            • Réda El Arbi sagt:

              Ja, klugscheissen und recht haben. Einfach meilenweit weg vom eigentlichen Thema. Es ist einfacher, auf die Form zu schiessen, als eine effektive Stellung zu beziehen. Dazu bräucht es nämlich etwas mehr Mut.

              Sie mögen eigentlich meine Aussage im Text nicht, greifen mich aber in der Form und nicht im Inhalt an. Sie wollen ja nicht als einer dieser „Ich bin ja nicht fremdenfeindlich, aber …“ dastehen. Das nenn ich eben rhetorisch sändelen. Aber jänu.

      • Theo Sprecher sagt:

        @ Réda El Arbi:
        Nein, natürlich nicht, am Zürichberg werden Häuser und Vermögensverhältnisse überprüft, nicht Passanten. Der Punkt ist, die Chance eine/n Fehlbare/n zu schnappen, ist einfach grösser.
        Ein anderes Beispiel welches Sie vielleicht besser verstehen: Am Flughafen werden Passagiere, welche aus Asien oder Südamerika eintreffen, mehr auf Drogen kontrolliert, als jene, die gerade aus Skandinavien zurück kommen. Mit Rassismus hat das nichts zu tun, sondern – eben – mit Erfahrung und gesundem Menschenverstand.

        • Réda El Arbi sagt:

          Und wie erklärt das die Stichprobenkontrolle am HB? Und natürlich kontrolliert man am Flughafen Passagiere.

    • Tina sagt:

      @Theo: Ach so, alles kein Rassismus, sondern nur Logik. Also bist du wahrscheinlich nie von der Polizei grundlos kontrolliert worden. Oder am Flughafen aus einer Schlange für einen „random search“ rausgefischt worden. Wie laut würdest du „Diskriminierung“ schreien, wenn es dir tatsächlich immer und immer wieder passieren würde! Aber weil du nicht betroffen bist, ist für dich alles kein Problem und nur Einbildung, also was geht es dich an, wie es anderen Menschen geht, nicht wahr? Natürlich bist du nicht betroffen, weil du eben nicht schwarz bist, sondern ein weisser Normalo. Und weiter: Schon mal überlegt, dass nicht alles, was logisch ist, auch richtig ist?

      • Karim sagt:

        ich erzähle von meine eigene Erfahrung wieviel kontrolle erlebt habe wegen meine färbe Einmal am Samstag 4 Kontrolliert am HB und am Bellevue das ist nicht normal das absurd und wütend ohne gründe dich kontrollieren auf die Strasse wenn man fragt den Grund immer sie geben die gleiche Antwort die gelernt haben… wir haben behauptet oder wir suchen einen Personen der sieht gleich wie sie aus! das macht mir wüten!!! ich finde das ist politisch absichtlich gezielt menschen zu terrorisieren. ich erwarte von die Polizei mich respektierenden wenn ich mich korrekt verhalten und nicht mich terrorisieren und diskriminieren!

  • Reto sagt:

    Man sollte pragmatisch sein und alle Drogen legalisieren. Das löst das Problem, denn ohne Dealer gibt es auch keine Kontrollen von „scheinbaren“ Dealern mehr.

    • OlivierS sagt:

      Sehr richtig! Und warum bitte ist der Drogenhandel in schwarzen Händen? Können das die weissen nicht?

  • Martin Frey sagt:

    Den Fall sehe ich etwas anderes, respektive Sie, lieber Herr El Arbi, unterschlagen etwas ganz wesentliches. Denn wenn ich richtig gelesen habe, kam der Fall nicht vor Gericht wegen racial profiling, sondern weil sich der Beschuldigte den Anordnungen der Polizei widersetzte. Dass er dann vor Gericht racial profiling als Entschuldigungsgrund geltend machte, kann aus Sicht der Rechtsordnung einfach kein Argument sein.
    Zuwiderhandlungen gegen polizeiliche Anordnungen werden in keinem Land der Welt akzeptiert, und haben in aller Regel bedeutend gravierendere Folgen als eine Busse.
    Man kann jederzeit gerne über racial profiling diskutieren. Dieser Fall aber scheint mir ungeeignet.

    • Réda El Arbi sagt:

      Wenn Sie richtig gelesen hätten, wär Ihnen aufgefallen, dass sich der Mann geweigert hatte, seinen Ausweis zu zeigen, WEIL er den Beamten Racial Profiling vorwirft.

      • Martin Frey sagt:

        Das ist natürlich nie ein gutes, und vor Gericht schon gar kein valables Argument, Hr. El Arbi. Denn auch jeder reale Drogendealer würde dasselbe behaupten. Genauso wie Raser über Polizeischikanen sich aufregen wenn sie geblitzt werden. Aber auch die müssen sich ausweisen.

        • Réda El Arbi sagt:

          Dieses Beispiel wäre vergleichbar, wenn man jeden, der ein Auto mit einer gewissen PS-Leistung besitzt, grundsätzlich mal verdächtigt, ein Raser zu sein.

        • Martin Frey sagt:

          Autos werden übrigens auch einem profiling unterzogen, aber dies nur nebenbei.
          Aber wenn Sie in mit einem Fahrzeug in eine Kontrolle kommen, und Ausweise zeigen, Reifen usw. kontrollieren lassen müssen, dann können Sie dies auch nicht verweigern mit dem Argument, dabei handle es sich um Willkür/Rassismus/Autofeindlichkeit o.ä. Und es ist in dem Moment irrelevant, ob sie bereits ein paar Stunden zuvor schon kontrolliert wurden. Das interessiert zurecht niemanden.
          Nochmals, auch wenn Sie dies heute nicht hören wollen: Polizeilichen Anweisungen nicht Folge zu leisten geht gar nicht, das wird in keinem Land der Welt toleriert. Es gibt Länder, da werden Sie dafür erschossen.

  • Sportpapi sagt:

    Aufgrund des Medienberichtes wüsste ich nicht, wie die Richter hätten anders urteilen können. Widerstand gegen eine Polizeikontrolle geht nicht. Beschwerde ist andernorts einzulegen.

  • Wangoi Ruth Nganga sagt:

    Hy Reda

    Endlich getraut sich jemand die nackte Wahrheit zu schreiben, du bist gnadenlos ehrlich. Danke,
    Pass auf dich auf. Meine Erfahrung, sei nicht immer ehrlich.

  • tststs sagt:

    Nicht zu hart ins Gericht gehen mit dem Gerichtsurteil. Schwierig, aber verständlich, weshalb Baile schuldig gesprochen wurde. Interessant wäre es, wenn er zum Kläger werden würde. Dies wäre dann das wegweisende Urteil.

    Ausserdem möchte ich darauf hinweisen, dass dies auch Weissen (meist junge Männer) passiert. Mit grossem Mitgefühl erinnere ich mich an einen Schüler, der mit 17 halt schon 1.85 gross und kräftig gebaut war. Und raten Sie mal, was man ihm noch ansah: die Balkan-Herkunft. Dieser wurde mehrmals – grundlos – von der Polizei kontrolliert.
    Irgendwann fällt es dann tatsächlich schwer, Sprüche wie „die machen nur ihren Job“ glaubwürdig rüberzubringen.

  • Urs sagt:

    Die Richterschelte ist nicht angebracht, der hatte ja nur die Busse zu beurteilen und nicht den Hintergrund dazu. Ich finde die Idee, dass die Polizei bei Personenkontrollen Quittungen ausstellen muss, gar nicht so schlecht. Ist zwar vielleicht bürokratisch, aber könnte eben solche Fälle aufzeigen. Und wer dann in einem Monat mehr als eine Quittung bekommt, hat wohl eine bessere Chance, zu klagen.

    • tststs sagt:

      Bin absolut bei Ihnen. Ausserdem entsteht null zusätzlicher Aufwand, da die Polizei eh ein Schriftstück ausstellt.
      Man könnte es aber z.B. grün einfärben. Bei einer weiteren Kontrolle können dann die „grünen Scheine“ gezogen und die Kontrolle dementsprechend abgebrochen werden. Und evtl. einem Polizisten ein „Sorry“ entlocken…

    • geezer sagt:

      tönt nach einer guten idee! ich kann Baile gut verstehen; ewig nur aufgrund der hautfarbe kontrolliert zu werden ist nicht nur erniedrigend, sondern auch zeitaufwändig. auf der anderen seite kann man der polizei nicht per se nicht rassismus etc. vorwerfen. jeder, der schon mit stadtzürcher polizisten gesprochen und aus deren alltag berichte gehört hat, weiss, dass es durchaus gründe gibt, an bestimmten orten in der stadt genauer hinzuschauen….

  • Andreas_Inderbitzin sagt:

    Gem. EDA ist die demokratische Republik Kongo nicht für Aufenthalte von Ausländern zu empfehlen da im Land gefährliche Zustände herrschen.
    „Unternehmen Sie unumgängliche Überlandfahrten in Gruppen von mehreren Fahrzeugen und ausschliesslich tagsüber.“
    „Nach Einbruch der Dunkelheit sollten Sie nicht zu Fuss unterwegs sein.“
    Zuhause müsste also Mohamed Wa Baile sehr vorsichtig sein um nicht einem Gewaltdelikt zum Opfer zu fallen.
    Kaum in der Schweiz beklagt sich dieser Mann über harmlose Polizeikontrollen und prozessiert sogar dagegen.
    Es kann gut sein, dass Mohamed Wa Baile in der Schweiz lebt weil es sicherer ist als im Kongo. Also was soll dieses Theaterstück ?

    • Réda El Arbi sagt:

      Ja, klar. Er hat als Kind die Weltkarte angesehen und sich gedacht: Ich will mein Leben in der Schweiz verbringen.

      Der Mann lebt seit Kindheit in der Schweiz.

      Und wie oft wurdest du wegen deiner Hautfarbe schon kontrolliert? Ich würde dich gerne mal erleben, wenn du zum 3. oder 4. Mal kontrolliert wurdest, nur weil du weiss bist.

      Ach was. Wieso reg ich mich überhaupt über solchen rassistischen Müll auf. Unbelehrbar. Menschen haben die gleichen Rechte, egal welche Hautfarbe sie haben. Wer das nicht anerkennt, ist ein rassistischer Idiot.

      • tststs sagt:

        „Ich würde dich gerne mal erleben, wenn du zum 3. oder 4. Mal kontrolliert wurdest, nur weil du weiss bist.“ Muhaha, man denke nur an das Gezeter und Mordio bei jedem neuen Blechpolizisten… und die „kontrollieren“ ja tatsächlich nur, wenn wirklich eine Gesetzesübertretung stattfand…

      • beat graf sagt:

        hätte ja den Ausweis zeigen können…. Ein bisschen Querulant schon, gell.

    • jonathan sagt:

      Wie kommen sie überhaupt auf die demokratische Republik Kongo? Ich glaube das ist nicht korrekt, gibt noch andere Länder in Afrika.

      Und weil es in einem anderen Land schlechter ist muss man sich mit Ungerechtigkeit zufrieden geben?
      Wenn ich aus einem Kriegsland komme kann ich froh sein wenn ich hier nur verprügelt werde?

      • Maria Stahel sagt:

        jawoll, nur verprügelt und nur mit 100.- busse beglückt, zum das niveau noch etwas tiefer zu schubsen! wenn das vorgehen der polizei überhaupt zielführend wäre, warum laufen dann immer noch drogendealer aller couleur an der langstrasse rum? sorry für meinen zynismus

  • BL sagt:

    Hey Reda
    Die rassistisch motivierter Ungerechtigkeiten in den USA ist viel schlimmer als ich es mir vorstellen konnte. Im Oktober wurde die Dokumentation der 13te über das US-Gefängnissystem und die rassistisch motivierte Ungerechtigkeiten auf Netflix veröffentlicht.
    IMDB: http://www.imdb.com/title/tt5895028/
    Netflix: https://www.netflix.com/ch-de/title/80091741
    Artikel zum Film: http://derstandard.at/2000045559232/Netflix-Dokumentation-13th-Zur-Sklaverei-verurteilt

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