Replik: Schutz der Prostituierten

SP will Prostituierte in erster Linie schützen.

SP will Prostituierte in erster Linie schützen.

Dieser Beitrag ist eine Replik auf «Heuchelei & Prostitution»; Stadtblog vom 25. April 2016 von Christine Seidler, Alan David Sangines, Jean-Daniel Strub (GemeinderätInnen SP)

Was für ein Zerrbild der SP-Prostitutionspolitik dieser Tage, das der Stadtblog bemüht, um die Forderung nach einem Bordell in einer städtischen Liegenschaft zu zerzausen. Hätte der Stadtblog nachgefragt, wir hätten ihm gerne das ganze Bild gezeigt.

Fakt ist: Die SP hat die Regelung der Prostitution in der Stadt Zürich, von denen die angeprangerte Prostitutionsgewerbeverordnung und die Einrichtung des Strichplatzes nur zwei Elemente sind, unterstützt, weil ihr oberstes Ziel der Schutz der Prostituierten und ihrer Arbeitsbedingungen ist, und sie dabei auch zur Bekämpfung des Menschenhandels beiträgt.

Würdige Arbeitsbedingungen und der Schutz der Prostituierten stehen für uns auch im Zentrum, wenn es jetzt darum geht, die mit der neuen Regelung gemachten Erfahrungen auszuwerten. Aus Sicht der SP sind in der Tat einige Korrekturen zwingend nötig:

1. Die schon lange bestehende zonenrechtliche Bestimmung, deren vermehrte Durchsetzung zu einer Verdrängung und einem Verlust von Kleinstsalons führt, muss nach Meinung der SP aufgehoben werden. Denn es sind just diese Kleinstsalons, die es Prostituierten in vielen Fällen ermöglichen, ihrer Arbeit selbstbestimmt nachzugehen, ohne in Grossbordellen horrende Mieten zu zahlen oder der Zuhälterei ausgeliefert zu sein. Um die Bestimmung aufzuheben, braucht es eine Änderung der Bau- und Zonenordnung (BZO), die wir im Rahmen der baldigen Debatte zur BZO-Revision durchsetzen wollen.

2. Auch die Gebühr für die Nutzung des öffentlichen Grundes ist aufzuheben. Es handelt sich dabei um eine nutzlose Schikane. Das sah ein grosser Teil der SP-Fraktion schon beim Erlass der Prostitutionsgewerbeverordnung (PGVO) so, und es wurde nun bereits eine Motion von AL und SP eingereicht, die eine Streichung der Nutzungsgebühr und damit die Abschaffung der Ticketautomaten verlangt.

3. Die SP verlangt eine Neubeurteilung der Strassenstrichzonen und hat deshalb einen Vorstoss eingereicht, der verlangt, dass die Strassenprostitution im Langstrassengebiet explizit wieder erlaubt wird. Die Behauptung, die SP wolle Prostitution aus dem Stadtzentrum vertreiben, ist also nachweislich falsch.

4. Und natürlich ist die SP-Fraktion auch gegen die vermehrte Kontrolle der Prostituierten durch die Polizei. Diese Kontrollen dienen nicht dem Schutz der Prostituierten und ihrer Arbeitsbedingungen. Vielmehr schmälern sie ihre Verdienstmöglichkeiten, erhöhen damit ihre Abhängigkeiten und stehen einer Entstigmatisierung ihrer Tätigkeit entgegen.

Nichts von alledem hat mit der Aufwertung von Quartieren zu tun – dass diese allzu oft der Gentrifzierung Vorschub leistet, ist selbstredend auch der SP ein Dorn im Auge. Aber der SP zu unterstellen, sie betreibe eine Prostitutionspolitik als Vertreibungspolitik, um die «Liegenschaftenpreise zu schützen», ist haltlose Polemik in einem dafür wahrlich ungeeigneten thematischen Zusammenhang.

Warum bleiben all diese – eindeutigen – Positionsbezüge im Stadtblog unerwähnt? Womöglich deshalb, weil klar würde, dass unsere Forderung nach einem Bordell in einer städtischen Liegenschaft weder eine Form von Ablasshandel, noch heuchlerisch ist – weil sie eben mitnichten so isoliert im Meer politischer Ideen treibt, wie sie jetzt dargestellt wird. Denn natürlich ist die Forderung nur eine von mehreren wichtigen Massnahmen, um schnellstmöglich die notwendigen Korrekturen an der geltenden Regelung der Prostitution in der Stadt Zürich vorzunehmen. Damit diese auch tatsächlich dem Ziel zu dienen kann, das aus linker Sicht zuoberst stehen muss: dem Schutz der Prostituierten und ihrer Arbeitsbedingungen. Entsprechend ist die Bordell-Motion, wie viele andere Vorstösse zuvor, auch mit den Frauenorganisationen, welche tagtäglich für die Rechte der Sexarbeiterinnen kämpfen, besprochen worden und wird von diesen unterstützt.

Den Frauen, die in Zürichs Salons und auf Zürichs Strassen als Prostituierte arbeiten und mit negativen Entwicklungen aufgrund der geltenden Regeln konfrontiert sind, schulden wir es, dass möglichst rasch, aber auch sachlich und lösungsorientiert Korrekturen und Verbesserungen umgesetzt werden. Ein Bordell in einer städtischen Liegenschaft ist nur eines von mehreren Elementen in diesem Bestreben – die SP-Forderung unterstreicht aber, worin wir mit dem Stadtblog einer Meinung sind: Dass Prostitution als normales Gewerbe anzuerkennen und zu respektieren ist, dass ihre Begleiterscheinungen aber derart gravierend sein können, dass die Sexarbeiterinnen dort beschützt und unterstützt werden müssen, wo dies nötig ist.

40 Kommentare zu «Replik: Schutz der Prostituierten»

  • Seidler Christine sagt:

    Warum bleiben all diese – eindeutigen – Positionsbezüge im Stadtblog unerwähnt? Womöglich deshalb, weil klar würde, dass unsere Forderung nach einem Bordell in einer städtischen Liegenschaft weder eine Form von Ablasshandel, noch heuchlerisch ist – weil sie eben mitnichten so isoliert im Meer politischer Ideen treibt, wie sie jetzt dargestellt wird. Denn natürlich ist die Forderung nur eine von mehreren wichtigen Massnahmen, um schnellstmöglich die notwendigen Korrekturen an der geltenden Regelung der Prostitution in der Stadt Zürich vorzunehmen. Damit diese auch tatsächlich dem Ziel zu dienen kann, das aus linker Sicht zuoberst stehen muss: dem Schutz der Prostituierten und ihrer…

    • Réda El Arbi sagt:

      Natürlich istr nicht der GEschäftablauf und der Respekt der Motor. Natürlich ist „der Schutz der Prostituierten“ der Motor. Weil die ja Opfer sind. Offenabr wird nicht zwischen Menschenhandel und Prostitution unterschieden, was überhaupt erst den Ausschlag für meinen Post gab.
      Wie schon weiter unten erwähnt, interessieren mich nicht die Lippenbekenntnisse, sondern die reale Situation in einer rotgrün regierten Stadt. Das heisst, die Vertreibung der Prostituierten (wo blieb das klare Statement gegen die Tierställe am Stadtrand?), die verstärkte Repression (wer hat das Polizeikorps?) und die allgemeine Verachtung.

      • Jean-Daniel Strub sagt:

        Es ist doch beides legitim und muss sich nicht ausschliessen. Es geht um den „Schutz der Prostituierten UND ihrer Arbeitsbedingungen“. Deshalb muss die BZO geändert werden (damit Kleinstalons möglich bleiben), soll an der Langstrasse eine Strichzone bestehen, sollen die Nutzungsgebühr abgeschafft und die Kontrollen vermindert werden – und eine städtische Liegenschaft für ein Bordell zur Verfügung gestellt werden. Das alles ist meines Erachtens sowohl Ausdruck von Respekt gegenüber dem Gewerbe und seiner Geschäftsabläufe (vgl. z.B. Punkt 4 oben) als auch im Dienste des Schutzes und der Unterstützung der Sexarbeiterinnen, wo dies nötig ist. Aber klar: Am Schluss entscheidet die Umsetzung.

    • Dara sagt:

      Danke fuer die Ausfuehrungen, Frau Seidler. Darf ich als Massage-Unternehmerin (siehe unten) an dieser Stelle fragen, welche Vorschlaege Sie fuer mich und die anderen paar tausend haben? Die PGVO ist nicht erfuellbar fuer mindestens 90 Prozent!
      Desweiteren haette ich gern die Frage geklaert, wovor Sie mich ’schuetzen‘ moechten, da wir, uebrigens im besten feministischen Sinne, unabhaengige Frauen sind und unser eigenes Business haben. Die einzige konkrete Bedrohung, die wir derzeit sehen, ist der Stadtrat und die PGVO-Durchsetzer StaPo, die uns die Arbeit schwer bis unmoeglich macht! Die gleiche Frage gilt im Hinblick auf die Bevoelkerung: inwiefern muss die vor uns ‚geschuetzt‘ werden?

  • Adrian Gerber sagt:

    Die „Replik“ der beiden Damen zeigt grosse Selbstzufriedenheit (wiederum à la Bien-Pensant „The Guardian“ oder „Tagi“). Sie heucheln von „würdigen“ Arbeitsbedingungen und haben in Altstetten die Boxen aufstellen lassen. Die Sozialisten wollen doch nur immer zwei Sachen: Mehr Steuern und mehr Kontrolle. Deshalb der Vorschlag für Bordelle, welche von der Stadt zur Verfügung gestellt werden sollen. So können die Schlümpfe kontrollieren, ob die Prostituierten auch so akribisch Steuern bezahlen wie der in einer Baugenossenschaft wohnende Oberschlumpf. Soll doch die Stapo endlich einmal die zwei Zuhälter, mit denen ich die Schlümpfe regelmässig plaudern sehe, aus dem Verkehr ziehen.

  • Jorge sagt:

    Die SP Zürich sollte kürzere Sätze schreiben.

    Das ist ja grausam.

  • Karl Eigenmann sagt:

    Wie lächerlich schulmeisterlich diese Replik daherkommt – zu dritt unterschreiben die SP-Gemeinderäte dieses Schreiben – eine(r) alleine hätte es wohl nicht gekonnt. Sie wehren sich: 1., 2., 3. und sogar 4. und trotzdem kommt nur blah, blah, blah und blah!! Schutz von Prostituierten (was angeblich ihr oberstes Ziel sein soll) bedeutet sie anzuerkennen(!) und nicht, sie in die Anonymität der Agglo zu vertreiben, wo sie schutzlos irgendwelchen Zuhältern/Vermietern ausgeliefert sind!! Es ist nicht die Absicht die zählt liebe SP, sondern die aus der effektiven Handlung resultierenden Ergebnisse – und die sind in diesem Fall MISERABEL!

  • Dani sagt:

    Ich würde auch gerne mal eine Replik auf einen Blog von El Arbi im Stadtblog schreiben. Wo muss ich mich melden?

    • Réda El Arbi sagt:

      Wenn du für die Öffentlichkeit relevant bist und mit vollem Namen und Gesicht für deine Aussagen hinstehst, melde dich bei mir.

  • Bruno Pfeuti sagt:

    Zerrbild der SP-Prostitutionspolitik – dass ich nicht lache! Seit wann haben wir eine rot-grüne Regierung und wer bedrängte die Kleinsalons, hat die Ticketautomaten erfunden, liess die Polizei aufmarschieren im Langstrassenquartier? Der liebe Gott etwa? Réda El Arbi brachte es auf den Punkt (Man vertreibt sie, um danach mit einem kleinen Vorzeigebordell auf weltoffen zu machen) und die drei SP-Politiker rudern zurück. Der Strassenstrich am Sihlquai hätte auch ohne erbärmliche Drive-in-Verschläge (Strichplatz) geschlossen werden können. Wer hätte denn dagegen rekurriert? Ein Roma-Zuhälter etwa, oder ein Stammkunde? Das Ziel war effektiv, die Prostituierten in ein Ghetto wegzusperren.

  • adam gretener sagt:

    So Réda, für einmal Grundregel #1 des Journalismus missachtet – nämlich um eine Stellungnahme zu bitten. Und prompt in den Hammer gelaufen.

    Aber es gehört auch Grösse dazu, diese hier so zu publizieren.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nope. Um meine Meinung als Blogger zu äussern, muss ich nicht journalistisch vorgehen. Ich hätte nicht mal diese Replik übernehmen müssen.

      Es ist auch nicht so, dass ich die guten Absichten der Stadt-Linken nicht kennen würde. Es ist nur so, dass in der Exekutive aus SP, Grünen und AL die Realpolitik die Gentrifizierung unterstützt, die Sexboxen als beste Lösung bejubelte und die zunehmende Repression gegen Prostituierte umsetzt.

      Ich beurteile Parteien nicht nach ihren Absichten, sondern an ihren Umsetzungen.

      • Sportpapi sagt:

        Doch, ich finde schon, auch bei einem Blogger ist es eine Frage der Redlichkeit, einigermassen korrekt zu berichten. Die selektive Darstellung (bzw. Ausblendung) der Fakten, die der eigenen Position dienen, kenne ich sonst in der Form eigentlich nur von der Weltwoche.
        In der Exekutive sitzen übrigens dann nicht die genannten Parteien, sondern namentlich gewählte Politiker. Die auch noch andere Prioritäten verfolgen (müssen) als die Grundsätze eines Parteiprogramms. Kommt dazu, dass bezüglich Umgang mit Prostitution vor allem in der SP kaum wirklich Einigkeit herrscht.

    • Adrian Gerber sagt:

      @adam gretener: Lesen Sie doch das betreffende Blog von Hrn. El-Arbi. Im Gegensatz zu den beiden selbstzufriedenen Damen der SP hat bei vielen Postings ebenfalls eine Stellungnahme abgegeben.

  • Tim Birke sagt:

    Ich finde es gut, dass die SP sich überhaupt diesem Thema annimmt. Ohne diese Partei hätten wir in Zürich den Wilden Westen.

    Wie gesagt bin ich dafür die Prostitution wie in Schweden ganz zu verbieten
    aber ich glaube das eine von der SP konzipierte und geschützte Umgebung die beste Voraussetzung dafür ist damit es möglichst fair ist, für alle.

    Aber nach wie vor verstehe ich nicht, weshalb in der Schweiz so „easy“ mit dem Thema umgegangen wird, welches hinter den Fassade oft Menschenhandel und Ausnutzung von Notlagen birgt, genauso wenig kann ich es nachvollziehen wie ein Freier diese Sachlage ausblenden kann.

    Frankreich: 3000 Euro Busse für Freier
    Schweden: verboten

    • Tim Birke sagt:

      und Frankreich ist kein Land der sexuellen Verklemmtheit, da können wir Schweizer noch viel davon lernen 😀

    • Dara sagt:

      @Birke: Ich biete Massagen an mit einem erotischen ‚Abschluss‘. Dies auf expliziten Kundenwunsch. Ich selbst habe damit auch kein Problem und freue mich, neben etwas extra Einkommen, auch darueber, die Menschen gluecklich zu machen.

      Warum also, Herr Birke, wollen Sie mir und meinen Kunden dies verbieten? Ist meine freieillige Dienstleistung ein ‚Schaden‘ an der Gesellschaft, oder eher Control-Freaks wie Sie?

      • Tim Birke sagt:

        Bitte verzeihen Sie.

        Ich rede nicht von Begleitservices, in welchen sich Studentinnen neben dem Modeln noch 5000 CHF / pro Freier einen Porsche verdienen.

        Auch rede ich nicht von Frauen (oft Schweizerinnen) welche gerne explizite Wünsche erfüllen.

        Sondern von den Prosituierten welchen aus armen Ländern unsere Kultur auf diese Art kennen lernen, in welcher Sie für 50 CHF / Freier bei Regen und Kälte auf der Strasse für Zuhälter anschaffen um nicht verprügelt zu werden oder ihre Drogen zu bekommen. Ich rede vom organisiertem Verbrechen, welches es sich zu bekämpfen lohnt.

        • Dara sagt:

          Sie wissen, dass meine Taetigkeit bereits unter die Zuercher ‚Prostitutionsgewerbeverordnung‘ (PGVO) faellt und ich in den Augen des Stadtrates ‚Prostituierte‘ bin, die ‚geschuetzt‘ werden muss? Auch wenn ich keinen Verkehr anbiete und nicht einmal nackt bin? Fuer Sie ist das alles vielleicht recht lustig, fuer mich sind die Auswuechse aus dem Stadtrat *existenzbedrohend*! Ich kann seit der PGVO nicht mehr offen am Telefon reden, muss extra vorsichtig sein, mir drohen massive Bussen bzw. Geschaeftsschliessung usw.. Das Arbeiten in der Stadt Zuerich ist leider unertraeglich geworden. Und deshalb, lieber Herr Birke, stehe ich Leuten wie Ihnen bzw. den SP-Damen etc. SEHR skeptisch…

    • Charles Gloor sagt:

      @Tim Birke. Die Schweiz ist immer noch eine liberale und freie Gesellschaft. Direktdemokratisch noch dazu. Wenn Sie lieber eine Gesellschaft wo der persönliche Alkoolkonsum äusserst streng reglementiert wird, wo die Freier bestraft werden, wo der Staat in den Schlafzimmern schnüffelt, wo die Dicken von den dortigen Versicherungen massgeregelt werden. Ein Land wie ein grosser Kindergarten, dann haben Sie Schweden zu verfügung. Ich wünsche Ihnen viel Spass dort!

    • Thomas Plüss sagt:

      Schweden hat kein Verbot, es werden nur die Freier bestraft. Diese Regelung ist unglaublich heuchlerisch. Die Prostituierten bleiben straffrei, zur Ausübung ihres Berufs sind sie aber davon abhängig, dass andere (die Freier) sich strafbar machen. Ein unauflösbarer Widerspruch, der meines Erachtens höchst männerfeindlich ist. Wenn, dann bitte konsequent und auch die Angebotsseite bestrafen. Noch besser aber, man anerkennt Prostitution endlich als berufliche Tätigkeit und beendet die Stigmatisierung dieser Frauen. Dann wird es auch für Zuhälter und Menschenhändler viel schwieriger.

  • Chribo sagt:

    Der Grundgedanke, dass die Prostituierte einen guten Rahmen brauchen um ihren Beruf auszuüben ist wohl richtig. Dazu braucht es allerdings keine Staatsintervention. Eine Genossenschaft oder eine ähnliche Vereinigung wäre wohl wesentlich besser geeignet. Die Sexarbeiterinnen stellen sich dann quasi selbst ein; die Stadt könnte ihnen eine Liegenschaft zu marktüblichen Gewerbekonditionen vermieten. Damit wird die Ausbeutung bekämpft, Qualitätsstandards könnten hoch gehalten werden und für die Stadt ist das ganze kostenneutral. Und vor allem die Sexworker behalten ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit und erhalten volle Mitbestimmung in Genossenschaftsangelegeiheiten.

    • Charles Gloor sagt:

      @Chribo. Eine Liegenschaft? 1 Liegenschaft? Es hat mehr als 2000 Frauen die sich in Zürich offiziell prostituieren. Und ein paar hundert Männer als Gigolos und Strichjungen noch dazu. Die widerliche Zuhälterei muss bekämpft werden und sonst gar nichts.

  • Andreas sagt:

    Die SP könnte sich dafür einsetzen, dass die Stadt Bordelle betreibt, in welchen die Sex Worker saubere und sichere Rahmenbedingungen zu fairen Preisen vorfinden. Es gilt den Abschaum der Gesellschaft (Zuhälter und Immobilienspekulanten, die Menschen ausbeuten) von ZH fern zu halten und der Prostituierten eine freie unternehmerische Tätigkeit in Würde zu ermöglichen. Weiter nichts.

    • klaus sagt:

      auch die sich nicht prostituierenden bewohner der stadt zürich sollten vor den immobilienspekulanten geschützt werden. die sp kümmert sich leider wie immer nur um einen kleinen teil der bevölkerung.

  • Merle Lohner sagt:

    Wozu hat die Stadt die unsäglichen Verrichtungsboxen eingerichtet, wenn es jetzt ein städtisches Bordell braucht? Wird dort dann nach den üblichen Öffnungszeiten der städtischen Ämter gearbeitet und bezahlt mann dort dann eine Stempelgebühr???

    • Réda El Arbi sagt:

      Die Verrichtungsboxen sind menschenverachtend. Oder halten Sie Prostituierte nicht für Menschen?

      • Merle Lohner sagt:

        @ El Arbi: Welchen Teil von „unsäglichen Verrichtungsboxen“ verstehen Sie nicht?
        Das war ja auch so eine abstruse Idee aus der sozialen Ecke.

        • Réda El Arbi sagt:

          Nun, ich verstehe das sehr wohl und sage in meinem Text auch „löblich“. Realität ist aber, dass die linke Exekutive die Boxen bejubelt hat und die Polizei repressiver gegen Prostituierte vorgeht. Realität ist auch, dass ein linksgrüner Stadtrat die Gentrifizierung im Kreis 4 und 5 aktiv mitträgt.

      • Marco Bachmann sagt:

        Réda, wieso greifen Sie Merle Lohner an? Hat sie gesagt, die Boxen seien menschenfreundlich? Die Frage ist doch berechtigt: Warum jetzt noch ein städtisches Bordell? Hat man eingesehen, dass die Boxen nicht funktionieren bzw. dass dort viel weniger Frauen anschaffen als am Sihlquai? Das war doch absehbar. Kostet die Steuerzahler viel, bringt wenig bis nichts. Die Stadt versucht, Probleme zu lösen, die sie selber verursacht hat (BZO, restriktiver Strassenstrich, Langstrasse Plus). Und welche Parteien genau sind für die volle Personenfreizügigkeit? Der Zustrom von Prostituierten aus dem Osten war ebenfalls absehbar, samt Zuhältern. Das läuft nun mal so im Osten, das ist kein Streichelzoo.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ich greife die Partei an, die offenbar einen ziemlichen Graben zwischen Parlament und Exekutive hat. Ich greife an, dass man schòne Absichten formuliert, und dann ganz anders umsetzt.

  • Weiersmüller sagt:

    Die SP will ständig staatliche Aktivitäten erweitern, mit der Absicht, gut bezahlte, aber mitunter überflüssige Pöstchen für ihre Mitglieder zu schaffen. Warum gründet sie nicht ein Bordell in Eigenregie?

    • klaus sagt:

      die sp-politikerinnen engagieren sich nur dort, wos ihnen eigennützig was bringt. zum beispiel eine zeitung als propaganda-sprachrohr aufkaufen. alles was nicht rentiert, soll der staat machen. hier unterscheidet sich die haltung der sp nicht gross von der der bürgerlichen (gewinne privatisieren, verluste sozialisieren).

  • Réda El Arbi sagt:

    Da bleiben für mich noch einige Fragen offen. So zum Beispiel die Begeisterung der Stadtrates für die Sexboxen-Lösung und die Politik der Vertreibung von Seitens der Polizei. Beides in Linker Hand.

    • Hannes Wanner sagt:

      Die Sexboxen sind eine schlechte Lösung,aber ohne diese wäre eine Schliessung des Sihlquai schlicht nicht möglich gewesen. Grundsätzlich hat die Stadtregierung den grossen Boom in der Anzahl der Prostituierten ab 2006 (Personenfreizügigkeit) und vor allem 2008 (Bulgarien/Rumänien) einfach klar verpennt. Ich mag mich an eine Orientierung mit Stadtrat Waser erinnern,auf die Frage ob bei einer Ablehnung der Sexboxen ein Plan B für den Sihlquai bestehe,gab es nur ein Schulterzucken.

      • Réda El Arbi sagt:

        Die Sexboxen sind unter jeder Menschenwürde. Und das Sihlquai war vor allem ein Problem von Angebot und Nachfrage.

        • Hannes Wanner sagt:

          Der Sihlquai war zuletzt vor allem ein Zoo mit regem Gaffer Besuch,vor allem an schönen Wochenenden. Die Stadt zwang uns quasi dazu für die Boxen zu stimmen um den Sihlquai zu schliessen.

    • klaus sagt:

      vor allem sind die sexboxen absurd, weil sie ausschliesslich auf auswärtige autofahrende kunden ausgelegt sind. 2/3 der bevölkerung besitzt kein auto. die prostituierten entlang der langstrasse konnten immer auch von nichtautomobilisten besucht werden. bis sie vertrieben wurden.
      die sp betreibt ganz klar eine verdrängungs- und gentrifizierungspolitik.

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