Heuchelei & Prostitution

Man will die Spatzen weghaben, bis auf die, die man in einem hübschen Käfig hält.

Man vertreibt sie, um danach mit einem kleinen Vorzeigebordell auf weltoffen zu machen.

Die Stadt soll ein eigenes Bordell betreiben, wird von Zürichs Linken gefordert. Naja, sie soll Prostituierten eine Liegenschaft zur Verfügung stellen. Der Gedanke an sich ist ja löblich, kommt aber jetzt, nachdem die Gegend rund um die Langstrasse gesäubert wird und die Stadt die Prostituierten nach Altstetten deportiert hat, ein wenig wie ein Ablasshandel daher.

Indem die Linke jetzt ungeheuer weltoffen eine Behausung für die Prostutierten fordert, versucht sie sich von Schuld freizukaufen. Schliesslich haben die Genossen und die Grünen sehr aktiv mitgeholfen, die unliebsamen Damen aus dem boomenden Quartier zwischen Europaallee und Zürich West zu entfernen, um die Liegenschaftspreise zu schützen.

Das Bordell der Stadt wär gar nicht notwendig, wenn man nicht versuchen würde, das Geschäft mit dem Sex abzuwürgen. Die städteplanerischen Gründe – euphemistisch «Aufwertung» genannt – sind ja schon fragwürdig genug. Richtig widerlich wirds aber in der moralischen Begründung: Aus feministischer Sicht sei Prostitution verwerflich. Alt Stadträtin Monika Stocker meinte wörtlich «Die bekannten schmuddligen Salons und Hotels sind keine Lösung. Sie sind weder hygienisch noch frauenfreundlich.». Sie würde aus «feministischer Sicht» Prostitution verbieten, wenn das real durchsetzbar wäre. Aber sind dann Edelnutten für Geschäftleute in modisch gepflegten Salons feministisch und moralisch besser als das ganz normale Working Girl, das ihren Job auf einem alten Bett ausübt? Aus feministischer Sicht sollen diese Frauen gefälligst Opfer bleiben.

Hm, ja. Das ist also der Grund, warum man die normalen Sexworkerinnen in an Tierställe erinnernde «Boxen» an den Stadtrand verbannt, wo sie dann ja zum Glück niemand sehen muss. Darum müssen sie an Automaten Nummern lösen, um ihren eh schon schweren Job auszuüben. Darum vertreibt man sie von der Strasse auf Kontaktseiten im Internet, wo sie die Freier in ihren privaten Wohnungen empfangen und so dann gar keinen Schutz  mehr geniessen. Im Gegensatz zu klar deklarierten Sexbetrieben ist eine soziale und behördliche Aufsicht und Kontrolle so inexistent. Wenn ich mir das wieder mal durch den Kopf gehen lassen, krieg ich so einen Hals. So einen Hals. So einen.

Wenn man den Prostituierten nur den geringsten Respekt als Frauen und als Berufstätige entgegenbringen würde, könnten sie ihren Job als ganz normales Gewerbe ausüben. Alle Zürcher Parteien – von rechts bis links – klopfen sich für unsere ach so weltoffene Stadt auf die Schulter. Kultur! Banken! Flughafenanbindung! Nun, wir sind  keine Weltstadt, wenn wir nicht mal einen Rotlichtbezirk aushalten. Wenn aufrechte Bürgerliche und gestandene linke Feministinnen sich gleichermassen vor den Prostituierten ekeln – die einen mit Verachtung, die anderen mit herablassendem, angwidertem Mitleid.

Natürlich soll die Stadt Prostituierten Liegenschaften vermieten. Genauso wie sie einem Schreiner oder einem Detailhändler Räumlichkeiten vermietet. Diese Frauen arbeiten, zahlen Steuern und leisten einen grösseren  Beitrag zum friedlichen Erhalt unserer Gesellschaft als jedes bei der Stadt eingemietete Hipstercafe, das seinen Angestellten kaum überlebensgarantierende Löhne zahlt. Die Clubs, die sich inzwischen zwischen  dem Limmatplatz, dem Albisriederplatz und Zürich West eingenistet haben, belasten die Anwohner um Welten mehr, als die paar Freier, die früher durchs Quartier schlichen. Aber die Prostituierten haben eben keine schicke politische Lobby mit besten Verbindungen in die Politik.

Dass dies überhaupt ein Politikum ist, zeigt die verdammte Heuchelei, die in unserer zwinglianischen Stadt herrscht. Und ein Bordell, für vielleicht zwanzig Working Girls, ist das Feigenblatt, das den Ekel mit Mitleid zudecken soll. Das ist kein Zeichen von Respekt diesen Frauen gegenüber. Das ist pure Herablassung. Man will die Spatzen weghaben, bis auf die paar, die man sich in einem hübschen Käfig hält.

PS: Die Rechte argumentiert mit dem Argument gegen das Bordell, dass die Stadt «nicht mit Steuergeldern» ein Bordell betreiben soll. Was natürlich totaler Schwachsinn ist, da die Damen ganz normal Miete bezahlen würden.

104 Kommentare zu «Heuchelei & Prostitution»

  • Balthasar Gfeller sagt:

    Für einmal bin ich mit Ihrem Blog fast zu 100% einverstanden. (Was ist auch mit mir los…?) Eine Bemerkung aber trotzdem: Wieso wohl wollen Zürichs „Linke“ – wie Sie richtig schreiben – Prostituierten Liegenschaften zur Verfügung stellen? Natürlich um sie kontrollieren zu können, um sicherzustellen, dass auch jede Dame ihr Einkommen ebenso genau versteuert wie unser Polizeivorsteher. Das ist doch absolute Heuchelei. Die Stadt als Zuhälter. Typisch Linke: Vordergründig den Gutmenschen spielen (den selbstgefälligen Bien-Pensant à la „The Guardian“ oder „Tagi“) aber im Hinterkopf mehr Kontrolle (siehe unbewilligter Einsatz der Galileo-Ueberwachungssoftware durch StaPo und KaPo Zürich)…

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun nein. Sonst wäre die Stadt ja auch bei jedem anderen Zürcher Betrieb in ihren Liegenschaften „Zuhälter“.

  • Joe Mueller sagt:

    Hallo Reda

    super Blog – stimme 100% zu.
    Bitte weiter so.

  • Henri Brunner sagt:

    Solange Sex eine Handelsware ist – und genau das ist Sex wie als alles andere auf dieser Welt, und nicht zuletzt Frauen sind die eifrigsten Sex-Händler – zwar oft nicht gegen Geld, es gibt ja noch andere Werte auf dieser Welt – solange also Sex eine rare Handelsware ist, solange wird er gehandelt.
    Wenn (vornehmlich) Frauen bzw. feministische Organisationen allen Ernstes behaupten, dass Frauen niemals freiwillig als Huren arbeiten würden, offenbaren sie damit lediglich ihre eklatante Wissenlücke – denn natürlich gibt es nicht wenige Frauen, welche freiwillig Sex gegen Leistung geben – sei es Geld, Waren, ein gesichertes Leben, was auch immer.
    Aber sie möchten das nicht in einem Loch machen sondern sie würden das wohl mehrheitlich in einer gesicherten und respektierten Umgebung machen, ohne die Gefahr, betrogen und bedrängt zu werden.
    Sicherlich muss der Staat keine Puffs bereitstellen – aber einen normalen Umgang mit normalen Frauen (mit besonderem Beruf), das sollte der Staat anstreben.
    Dass jedoch die Frauenorganisationen in der ganzen Sache mitmachen, hat eher was mit Klientel-Bewirtschaftung zu tun – solange es in die Illegalität verdrängte Prostitution gibt, solange kann man das Mantra der gequälten Frau aufrecht erhalten und damit letztlich die eigene Organisation am Leben erhalten. Job-Protection halt. Auch was Menschliches.

  • fredi frei sagt:

    Sehr schöner Artikel.
    Obwohl ich mit körperlicher Liebe nicht viel am Hut habe, muss ich sagen: Die Prostituierten hier in Zürich sind die freundlichsten Damen die mir bisher in dieser Stadt begegnet sind. Besonders die Strassenprostituierten im Niederdorf strahlen eine derart erfrischende Selbstverständlichkeit und Offenheit aus, dass ich mich immer freue mich mit ihnen zu unterhalten. Auch bin ich beeindruckt was sie für das Wohlergehen der Gesellschaft leisten. Ihnen gebührt gesellschaftliche Achtung noch vor den meisten anderen Berufsgruppen.

  • Felix Stern sagt:

    Ha! Stimme dem Autor 100% zu! Das ist einmal eine liberale Haltung!

  • Michael sagt:

    Ungarinnen die ich seit einem Jahr ständig sehe wechseln zwischen Lambada und Dienerstrasse einfach die Wohnung.
    Die täglichen Einnahmen werden via Western Union nach Miskolc und Nyiregyhaza verschickt.Die Loverboys lassen es sich dort sehr gut gehen.Neue Audis und BMWs.Aber es gibt auch viele freiwillige Ungarinnen an der Langstrasse die auf sehr einfach Weise sehr viel Geld verdienen können..Viele alte Knacker schicken Rosen und Geld. Die Beweggründe lasse ich offen.Die Gewinner sind die Loverboys und die Liegenschaftsinhaber (150 Fr. ) pro Frau Pro Tag Mietkosten.Wozu die Sexboxen noch von den Steuern finanziert wird ist mir ein Rätsel.Der Grossteil der Ostblock Frauen sind an der…

    • Felix Stern sagt:

      Woher wissen Sie, an wen diese Frauen ihr Geld schicken? Haben Sie das Vertrauen dieser Frauen gewonnen, dass die Ihnen aufrichtig mitteilen, was sie tun?

  • Michael sagt:

    Als Mitarbeiter eines Kioskes an der Langstrasse der täglich in Kontakt mit diesen Frauen in Kontakt kommt muss ich einiges revidieren:
    Die Frauen aus Ungarn die wieder vermehrt an der Langstrasse anzutreffen sind bezahlen sicher KEINE Steuern aber die Einnahmen pro Monat bewegen sich im Bereich eines Kaders im unteren Bereich. Kurz sehr hohe Einnahmen.
    Viele Frauen aus Ungarn die schon gut seid einem Jahr ständig an der Langstrasse stehen trotz 90 Tage Gesetz.Hochburg ist die Dienerstrasse und die Liegenschaft Lambada Bar. Migrationsamt und Sittenpolizei scheinen zu schlafen.
    Zuhälter sind Loverboys ab und zu hier die verspielen die Geldern in der Spielhölle und machen Kontrolle.

    • Rolf sagt:

      Es ist seit längerer Zeit ein Aergernis wenn man durch die Langstrasse läuft auf Höhe der Bar Longstreet. Das Trottoir wird von sehr jungen Prostituierten aus dem Ostblock belegt, beim durchlaufen wird man angesprochen und zum Teil laufen die Frauen gar ein Stück weit mit obwohl man eindeutig zu erkennen gibt gar kein Interesse zu haben. Gleichzeitig fährt ein VW-T5 der Stadtpolizei mit 3 Personen besetzt in Schritttempo auf der Busspur, beobachtet die Szene, greift aber nicht ein.
      Weshalb man gerade Frauen aus dem Ostblock dort so viel Freîheiten gewährt ist und bleibt ein Rätsel.

      • Jemand sagt:

        @Rolf: Wieso soll die Polizei eingreifen? Menschen ansprechen oder Ihnen paar Schritte hinterherlaufen ist „noch“ in diesem Land keine Straftat. Wieso nicht die Strassenseite wechseln?

        „Weshalb man gerade Frauen aus dem Ostblock dort so viel Freîheiten gewährt ist und bleibt ein Rätsel: Weil jeder Mensch in unserem Land die gleichen Rechte geniesst. Es gibt keine Gesetze welche nur für Schwiezer gelten. Und es ist auch gut so!

  • Nemo sagt:

    Auch wenn die Prostitution zu unserem Gesellschaftssystem gehört und sie durchaus von beiden Seiten meistens freiwillig angeboten respektive nachgefragt wird, gibt es einen nicht ganz unwesentlichen Teil davon der auf Zwang beruht. Und die Herausforderung ist nicht erneute Idee eines „Staatsbordells“, welches seit über zwanzig Jahren in der Linken umhergeistert, sondern in der Frage des Schutzes, jener die diesen benötigen. Schutz und Sicherheit auf der einen und Anonymität als Geschäftsgrundlage auf der anderen Seite sind schwierig zu kombinieren. Der Wunsch nach Verbot und der Wunsch nach Transparenz zielen an der Realität gleichermassen vorbei.

    • Reinwald Horn sagt:

      Dieser ‚Zwang‘ ist etwas fadenscheinig: Jeder hier in unserem kapitalistischen System steht unter ‚Zwang‘, sein Auskommen zu verdienen. Ich bin glücklicherweise Rentner und bekomme meine Rente ohne Lohna-Arbeit!
      Trotzdem finde ich es auch ärgerlich: Diese Roma Jung-Huren sind nur peinlich und die Polizeikontrollen fur’d Füchs.

  • Benni Aschwanden sagt:

    Diese Frauen zahlen Steuern? Echt jetzt?

    • Reinwald Horn sagt:

      STEUERN: ich stelle mir auch ständig diese Frage. Die Gewerbepolizei kennt JEDE und bestimmt erfährt das Finanzamt NICHTS. Und wie stehts denn mit all den Hobby-Nutten – mit Schweizer verheiratet – aber daneben am Kohle scheffeln für die Familie in der ‚Heimat‘. Falls es sich dabei um ein Einkommen handeln sollte, so erwarte ich, dass Einkommenssteuer erhoben wird: und zwar mit der selben Schärfe wie bei Angestellten!

      • Felix Stern sagt:

        Richtig, sie sollten das Einkommen deklarieren und zwar wie Selbständig Erwerbende. Sie sollten sich auch bei der AHV anmelden und die übrigen Sozialabgaben leisten. Und wenn sie einen gewissen Mindestumsatz überschreiten (was sie wohl tun), sollten sie sich auch bei der Meherwertsteuer anmelden, diese Regelmässig deklarieren und bezahlen. Unterlassen sie das, verstossen sie gegen geltendes Recht, denke ich. Man darf aber befürchten, dass die Kontrolle unzulänglich ist, weil die Kunden keine Belege verlangen und es ihnen egal ist, ob die Leistung schwarz erbracht wird oder nicht. Aber unmöglich ist die Kontrolle nicht und man könnte durchaus die Einhaltung geltendes Rechtes einfordern.

        • Balthasar Gfeller sagt:

          @Felix Stern: Ach Gott Herr Stern. Sehe ich da Neid durchschimmern? Vielleicht könnte man bei den ca. 300 türkischen Coiffeursalons und den 200 Kebab-Buden, welche es in Zürich gibt, Kontrollen machen. Da würde wohl einiges mehr zum Vorschein kommen. Aber vor denen haben unsere „Schlümpfe“ halt Angst. Da chillt man lieber im Chilli’s an der Langstrasse oder plaudert mit ein paar Zuhältern. (Selber schon gesehen.)

          • Reinwald Horn sagt:

            Sorry meine Mitkommentierer: Beim Steuern zahlen hat eben die Diskussion bez. Neid ein Ende, da darf jeder mitreden (dies ist absolut nicht zynisch!). Was der andere nicht bezahlt (d.h. bescheisst) muss letztendlich ich bezahlen.

      • Sally Tomato sagt:

        was ist mit den gattinen vom see, die sich aus langeweile ein paar handtaschen dazuverdienen?züri ist nicht so weltoffen auch wenn genug kohle vohanden ist um sich jeden „(life)style“ zu kaufen.

  • Ricco Mosmeyr sagt:

    Lieber Réda El Arbi,

    auch wenn ich nicht immer mit Dir einig bin, Dein heutiger Blog-Beitrag sollte für viele Zürcher Stadt-Moralisten ein Beispiel sein, dass gelebte (… und nicht nur durchs Studium und theoretisches Wissen gewonnene) Lebenserfahrung in vieler Hinsicht den persönlichen Geist so erweitern kann, dass die Vernunft zum Tragen kommt. Du bist ein WeltReisender wie ich auch, dies wird aus Deinem Beitrag so ersichtlich, dass viele heuchlerische Züri-Weltverbesserer-Politiker vor Neid erblassen müssten … die reale Welt gehört uns Reisenden.

  • Amerigo sagt:

    Es gibt verschiedene Stufen von Freiwilligkeit im Job. Aber wenn sich eine Frau schon als Prostituierte betätigt, dann soll sie’s wie jeder Anwalt, Schreiner oder Hipstercoiffeur tun dürfen. Die Stadt soll natürlich Raum vermieten, das ist ein Gewerbe wie jedes Andere auch. Das ist so unglaublich rückständig, was wir hier diskutieren müssen.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Ah, wie erfrischend: Eine gesamtheitliche Perspektive, sogar der Pressekodex schimmert durch! Wenn alle Journalisten wieder so schreiben würden, würde ich doch glatt etwas bezahlen für Inhalte!

    P.S. Die Prostituierten sind übrigens nicht nur in den Hundeboxen verschwunden, sondern auch in zahlreichen Wohnungen, wo sie ihren Zuhältern noch viel mehr ausgeliefert sind!

  • Karl Eigenmann sagt:

    Sehr gut erkannt Réda!! Diese politische Heuchelei schreit gegen den Himmel!!! Prostitution soll endlich ein anerkannter Beruf sein, mit Ausbildung, Diplom, Weiterbildung und allem was dazugehört!! Sex als käufliche Dienstleistung wird jedoch immer noch als „uiuiui so gruusig“ angesehen (dabei ist der gesellschaftliche Nutzen enorm! aka Ventil).! Kein Wunder: Die „Verrichtungsboxen“ gehören abgeschafft, das ist unter jeglicher menschlicher Würde und das sowohl für die Huren als auch für die Freier! Feministinnen sind eben ein schräges Völkli; Selbstbestimmung für Frauen, hört bei den Feministinnen bei käuflichem Sex eben auf – Frankreich gibt ein wirklich erbärmliches Beispiel dazu ab!

    • Benni Aschwanden sagt:

      Prostitution als anerkannter Beruf? Trotz allem Goodwill eine skurrile Vorstellung. Oder was würden Sie, Herr Eigenmann dazu sagen, wenn Ihre Tochter eines Tages auf die Frage, welchen Beruf sie ausüben möchte antwortet: Papi, ich will Prostituierte in Zürich werden! Weisch, da kriegt man jetzt sogar ein Diplom und Weiterbildung, und es hat tolle Aufstiegschancen, der Lohn ist super, und zwei Mal im Jahr bekommen wir einen Bonus!
      Wäre sicher interessant zu beobachten, wie es dann um Ihr Verständnis in dieser Sache bestellt wäre…
      Übrigens machen das nicht nur Ausländerinnen. Ist Ihre Tochter eine hübsche Studentin und Sie fragen sich, woher sie trotzdem immer Geld für schicke Klamotten…

      • Sportpapi sagt:

        Ach, immer dieses Geschwätz über „Ihre Tochter“. Dabei kann man sich ja auch selber fragen. Würde man in diesem Gewerbe arbeiten wollen? Bzw. wie viel müsste man dafür bekommen?
        Das Hauptproblem für viele Schweizerinnen (für uns Männer wohl der fehlende Markt…) wäre der Ruf, das schlechte Ansehen. Und hier dreht sich die Diskussion dann eben wieder im Kreis.

        • Tina sagt:

          @Sportpapi: Stellen Sie sich doch einfach einmal vor, Sie würden sich prostituieren (das können Männer): die Beine breitmachen für jeden, Schmerzen und Demütigungen ertragen, perverseste sexuelle Wünsche erfüllen, immer in Gefahr sein, verprügelt und sogar umgebracht zu werden. Na, nicht so angenehm? Wenn Sie meinen, Frauen gingen nicht auf den Strich wegen des schlechten beruflichen Ansehens, dann sind Sie einfach nur naiv. Kein Mensch, ob Frau oder Mann, wird sich je gerne prostituieren. Und jetzt kommen Sie nicht mit all den Frauen, die behaupten, es mache ihnen nichts aus. Sie müssen das alles schönreden, sonst würden sie schlicht den Verstand verlieren.

          • Andi G sagt:

            Wenn die Prostituition wie ein normaler Beruf ausgeübt wird, kann die DienstleisterIn bestimmen, wie weit sie gehen will und was sie bereit ist mitzumachen. Alles andere ist bereits jetzt eine strafbare Nötigung durch den Kunden.
            Der Schutz ist am besten, wenn der bezahlte Sex als normale Dienstleistung gesehen wird. Dann ist auch dem Hinterletzten klar, das er die DiensleisterIn mit Respekt zu behandeln hat.
            Die Abqualifizierung und Stigmatisierung, dass niemand das freiwillig machen will und sie sich das alle nur schönreden, ist kontraproduktiv. Nur weil man sich selber keinen Sex ausserhalb von Liebe und Beziehung vorstellen kann, heisst das nicht, das es dies nicht gibt.

          • Mari M sagt:

            @TIna, schliessen Sie nicht von sich selbst auf andere. Ich war 7 Jahre lang als Prostituierte tätig. Demütigungen habe ich hauptsächlich durch „Zeitverschwender“ erlebt, der Grossteil der echten Kunden weiss sich anständig zu benehmen. Mit „perversen“ Wünschen habe ich kein Problem sofern sie nicht Gesundheitsgefährdend sind, stellen sie sich vor es gibt auch Frauen die auf „perverse“ Sexpraktiken stehen! Sie sollten wirklich mal über ihren beschränkten Tellerrand schauen wenn sie es sich nicht vorstellen können, dass es (durchaus nicht wenige) Frauen gibt die es aufregend und lukrativ finden, fremde Männer zum Sex zu treffen. Der Strich ist übrigens nur ein kleiner Teil der Branche.

    • Tina sagt:

      @Eigenmann: Klar, die Feministinnen sind schuld. Sind Sie auch der Meinung, Prostitution wäre ein Traumberuf, wenn die Feministinnen nicht wären? Also, nochmal in einfachen Worten: Nein, Prostitution ist nicht selbstbestimmt, egal ob in Boxen oder auf der Strasse. Prostitution ist zu oft ein sehr, sehr schmutziges Geschäft. 99 % der Prostituierten (weiblich und männlich) verkaufen ihren Körper, weil sie keine andere Möglichkeit haben. Nein, Prostituierte (weiblich und männlich) haben keinen Spass daran, nicht auf der Strasse und nicht in Boxen. Nein, daran werden auch keine Diplome, Ausbildungen oder Weiterbildungen was ändern.

      • Réda El Arbi sagt:

        Tina:

        Denken Sie, ein Job als Hilfsarbeiter auf dem Bau sei eine freie Berufswahl?

        Natürlich ist es die Sexualität, um die es geht. Sie können sich einfach nicht vorstellen, dass jemand lieber Sex gegen Geld macht, als dass er/sie sich in einem Scheissjob abrackert.

        Es ist eine moralische Verurteilung von Leute, die sich Sex ohne Beziehung oder Liebe nicht vorstellen können.

        • Tina sagt:

          @Réda: Ich habe darüber nachgedacht, und nein, es gibt wirklich kaum einen „Scheissjob“, der schlimmer ist, als den eigenen Körper verkaufen zu müssen. Es ist auch ein grosser Unterschied, ob man freiwillig, gerne und ohne finanz. Interesse „Sex ohne Beziehung und Liebe“ hat oder von den Umständen her gezwungen wird, „Sex ohne Beziehung und Liebe“ zu haben, um Geld zu verdienen. Prostitution ist so alt wie die Welt und es wird sie immer geben, sie wird jedoch nicht besser, wenn Tatsachen beschönigt oder verharmlost werden. Trotzdem, es ehrt mich, dass Sie mir ein Urteil über andere zutrauen, das hat schon lange niemand mehr getan.

          • Réda El Arbi sagt:

            Ja, aber du gehst davon aus, dass es dir was ausmacht, „deinen Körper zu verkaufen“. Die Frauen verkaufen Sex als Arbeit. Und es ist der Teil der in den Bereich Menschenhandel fällt, der dazu gezwungen ist. Ich kenn Frauen, die damit ihr Studium finanziert oder ihre Kinder grossgezogen haben.

            DU wertest die Arbeit dieser Frauen ab, weil DU es widerlich findest.

          • Angelika Maus sagt:

            @Réda El Arbi. Tatsächlich ist es leider so, dass die meisten Prostiutierten körperliche wie seelische Schäden davontragen. Das ist KEIN Beruf wie jeder andere. Seltsam wie Männer sich diesen Umstand immer wieder Schönreden können. Stellen Sie sich einfach mal vor, sie müssten 5 mal hintereinander einen Mann rannlassen, der ist in den A… f… und zwar, so hart, wie er jeweils kann. Der eine ist Fett, der andere Stinkt, der nächste behandelt sie herablassend und respektlos… und jetzt stellen sie sich vor, dass sie das heute tun müssen und morgen und übermorgen… auch wenn da hinten schon alles wund ist. Zudem gibt es Geschlechtskrankheiten, die sich auch ohne Kondome übertragen lassen…

            • Réda El Arbi sagt:

              Ich könnte dir jetzt aus meiner Zeit als Heroinsüchtiger vor 25 Jahren erzählen, als ich einige Male auf diese Art des Geldverdienens zurückgreifen musste. Und ich könnte dir erzählen, dass es um Einiges besser war, als kriminell zu werden. Oder an Bekannte, die sich für diesen Beruf entschieden haben. Aber ich lass es.

              Wenn man die rechtliche Sicherheit und einen anständigen Platz hat, kann man die Bedingungen der Prostitution sicher besser selbst bestimmen, auch welche Freier man annimmt und welche nicht, als wenn man in sich in einem Tierstall am Stadtrand benutzen lassen muss.

          • Angelika Maus sagt:

            Jetzt wirds aber langsam widersprüchlich. Selber haben Sie das also auch nur in einer Situation absoluter Not gemacht. Die Drogen halfen Ihne dabei über den Tag. Freiwilligkeit und Selbstbestimmung sieht anders aus.Ob Hasenstall am Stadtrand oder Mietwohnung ist doch Einerlei – wichtiger wäre, Prostituierten beim Ausstieg zu helfen.

            • Réda El Arbi sagt:

              Sprechen Sie mal mit einer Prostituierten. Sagen Sie ihr, von ihrem hohen moralischen Ross aus, dass Sie sie gerne retten würden.

              Und nein, ich habs nicht in totaler Not gemacht, sondern weils einfacher war als einen kurzen Entzug oder einen Einbruch zu machen.

              Aber sie halten diese Frauen für Opfer, nicht für selbstbestimmte Menschen. Das lässt Ihnen die moralische Überlegenheit und hilft Ihnen, sich gut zu fühlen.

          • Angelika Maus sagt:

            Ich fühle mich weder moralisch überlegen noch besonders gut bei diesem Thema. Im übrigen verurteile ich nich die Prostituierten sondern die Freier. Ich habe letztens eine Seite besucht, auf welcher Freier Prosituierte „bewerten“ können. Etwas menschenverachtenderes habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

            • Réda El Arbi sagt:

              Mitleid ist die freundliche Form von Verachtung. Und man kann nicht von einem Freierforum auf die Realität schliessen.

              Schau dir die Männer in deinem Unfeld an. Sie sind vielleicht liebevolle Partner, gute Väter, anständige Chefs. Nur wollen sie vielleicht mehr Sex als ihre Partnerinnen, oder Abwechslung im Bett. Das macht sie nicht zu schlechten Menschen. Sie bezahlen für Sex, anstatt sich eine Geliebte zu nehmen.

          • Angelika Maus sagt:

            Warum wird eigentlich die Annahme, der Sexualtrieb eines Mannes sei um so vieles stärkes als jener einer Frau für selbstverständlich genommen? Auch Frauen sehnen sich manchmal nach etwas, das sie in ihrer Beziehung nicht bekommen. Den Männern wird ständig suggeriert: es steht dir zu, also kauf es dir! Frauen käme es nicht in den Sinn einen anderen Menschen für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu „gebrauchen“. Ich sage in vollem Ernst: einen Seitensprung meines Partners mit irgendeiner Frau könnte ich verzeihen. Einen bezahlten Akt – niemals!

            • Réda El Arbi sagt:

              So ein Quatsch. Frauen sind nicht per se moralisch überlegen. Es gibt keine entsprechendes Angebot. Ausserdem muss frau nur auf eine Kontraktplattform ala Tinder und kann sich die Sexpartner aussuchen. Für Männer ist das nicht so einfach. Sie denken, Frauen benutzen Männer nicht, nur weil sie für Sex nicht zahlen?

              Ihnen ist es also lieber, wenn mann/frau zur körperlichen Befriedigung noch eine emotionale Komponente hat, als wenn mann/frau den Sex als Dienstleistung kauft?

              Wie gesagt, das ist ihre moralische Verurteilung. Und die armen Opfer, die sich so ihren Lebensunterhalt verdienen, nicht wahr? Right. Da empfinde ich die Prostituierten weniger heuchlerisch als Sie, sorry.

          • Mari M sagt:

            @Angelika Maus: Ja, ich habe auch schon Kamillensitzbäder und Milchsäure-Zäpfchen gebraucht, nachdem ich 10 Kunden bedient hatte. Aber das empfand ich nicht als wesentlich schlimmer, als ich im Verkauf vom langen Stehen Rücken- und Beinschmerzen hatte. Und der Lohn war um einiges besser. Ich halte es schon für möglich, dass Prostituierte im Schnitt höhere Traumata als die Durchschnittsbevölkerung erleiden. Aber dies hängt doch damit zusammen, dass gewisse junge Männer von kleinauf erlernen, dass man Prostituierte und „Schlampen“ nicht respektieren muss. Bei einigen bleibt das dann hängen. Indem Sie alle Kunden pauschal schlechtmachen, tragen sie nicht gerade dazu bei, dies zu ändern.

          • Mari M sagt:

            @ Angelika und Réda: Ich glaube nicht, dass Frauen “von Natur aus” weniger Sex wollen als Männer (wenn es denn so wäre, führe ich das eher auf psychische Kastration beginnend im Kindesalter zurück). Aber wir sind im Schnitt sicher viel wählerischer, wodurch sich ein Ungleichgewicht ergibt. Dieses Ungleichgewicht wird durch die Prostitution ausgeglichen. Das hat zunächst mal nichts mit Anspruchshaltung zu tun. Übrigens gibt es auch Frauen, die Sex kaufen, vor allem in Nischenbereichen wie Tantra oder BDSM. Ich bin schon mehrmals selbst angefragt worden. Es gibt auch Frauen, die meinen, ihre unbezahlten Sexpartner müssten sie bedienen, während sie selbst nichts machen wollen

          • Andi G sagt:

            @Angela Maus. Ich höre das moralische Ross wiehern: Im Restaurant oder im Fitnessclub bezahle ich für das Essen bzw die Massage und nicht für die Köchin oder den Masseur. Das ist bei bezahltem Sex nicht anders, ich bezahle für eine Dienstleistung.
            Und natürlich gibt es kein Anrecht auf Sex, aber was auf dem Markt _freiwillig_ angeboten wird, darf man oder frau auch wahrnehmen. Da für mich Sex weder Sünde noch Krönung einer Beziehung ist, sondern einfach nur Sex, sehe ich da keinen Unterschied.

          • maja sagt:

            Réda El Arbi ehrlich gesagt glaube ich einfach nicht, dass damit das Studium finanziert wird. Was ist wenn sie später im Beruf ihren Kunden begegnet oder am selben Ort arbeitet? Diese Männer die Sex kaufen werden wohl kaum die Klappe halten.

      • Tina sagt:

        @Réda: 1) Nein, ich „werte“ diese Frauen und ihre Arbeit nicht ab. Ebenso wenig wie ich die Arbeit eines Latrinenputzers, Bauarbeiters, Arztes oder Lehrers abwerte. Ich bin strikt dagegen, Prostituierte an den Stadtrand zu vertreiben, ebenso bin ich dagegen, Prostitution zu verbieten, denn das würde den Berufszweig nur kriminalisieren. Aber ich wehre mich gegen die Romantisierung dieses Berufs und die Verharmlosung, wie sie hier von einigen (männlichen) Kommentatoren betrieben wird. Meiner Erfahrung nach möchten die Meisten, vom Luxuscallgirl bis zum Strichjungen, aussteigen, wenn sie können, und tun es, sobald sich eine Chance bietet, denn der Beruf ist in jeder Hinsicht hart.

        • Tina sagt:

          @Réda: 2) Für die Studentin, die Sie erwähnen, war Prostitution ein guter Weg, sich das Studium zu finanzieren. Auch ich kenne eine ehemalige Studentin sehr gut, die das getan hat. Nur, wenn es ein Job ist wie jeder andere auch, warum dann das Studium beenden und irgendwo anders einsteigen. Vielleicht weil, was man über Jahre erlebt, doch nicht einfach so an einem abperlt?
          Musste etwas lachen, als ich las, Prostitution sei besser als kriminell werden. Sorry, und das hier ist sicherlich keine Kritik an Ihnen, doch der Satz an und für sich spiegelt für mich die Zürcher Mentalität: Man will nicht klauen, denn das ist gegen das Gesetz, aber man verkauft alles, wenn der Preis nur stimmt

          • Mari M sagt:

            Ich kenne kaum jemanden, der nach dem Studium in den Studijobs (Verkäufer, Gastro, Assistenten, Promotions usw) weiterarbeitet. Schlisslich hat man ja in Hinblick auf einen bestimmten, anderen Job studiert. Wieso sollte das bei Prostituierten anderst sein? Prostitution wird nicht verharmlost, sondern masslos verteufelt. Nur weil man irgendwann genug hat und etwas nicht für immer machen will, bedeutet es nicht, dass es ach so schlimm war. Ich habe auch nach dem Studium aufgehört, weil ich dann mit anderem beschäftigt war. Spass hat mir die Zeit als Prostituierte dennoch gemacht (im Durchschnitt- natürlich war nicht alles immer super, und das behauptet auch niemand!!)

        • Thomas Plüss sagt:

          Und weshalb steigen sie nicht aus? Weil sie auf sehr viel Einkommen und damit Luxus verzichten müssten, wenn sie einfach in einen 0815-Job wechseln würden. Spricht das jetzt für oder gegen die Arbeit als Prostituierte?

      • Felix Stern sagt:

        @Tina: Wieviele Prostituierte kennen Sie eigentlich? Mit wievielen haben Sie einmal ausführlich gesprochen, was sie tun, wieso sie es tun und was sie vorsher sonst so gemacht haben? Ich habe mit vielen Prostituierten gesprochen und noch keine getroffen, die nicht auch etwas anderes schon getan hätte, wieder hätten tun können oder zwischen verschiedenen Jobs hin und her wechseln. Ich habe auch noch keine getroffen, die gesagt hätte, das sei ihr Traumberuf. Aber ich habe einige getroffen, die den Ehrgeiz hatten, das, was sie anbieten, gut zu tun und auch stolz darauf waren, wenn sie es eben gut taten.

      • Melanie sagt:

        @Tina, @Angelika: Sie wissen aber schon, dass gemaess PGVO bereits eine einfache Massage ‚mit Abschluss‘ als ‚Prostitution‘ zaehlt? Also haben wir hier ganz normal Steuern- und AHV-zahlende Massage-Therapeutinnen (uebrigens auch viele Kosmetikerinnen, Fusspflegerinnen etc.), die sich nicht anfassen lassen, nicht mal nackt sind, die somit auch nicht ‚ihren Koerper verkaufen‘, sondern einfach eine Dienstleistung am Ende des ’normalen‘ Programms fuer einen Aufpreis, der oekonomisch Sinn macht. Die wenigsten sind davon in irgendeiner Form traumatisiert. Dennoch muessen sie Angst vor der ‚Sittenpolizei‘ haben, die ihr ohnehin schwieriges Geschaeft voellig zunichte machen kann. Was soll…

  • Joachim Kuhn sagt:

    „nachdem die Gegend rund um die Langstrasse gesäubert wird und die Stadt die Prostituierten nach Altstetten deportiert hat“ – hab beinahe gar nicht weitergelesen. Herr El Arbi mag recht haben, aber seine Wortwahl ist extrem ungünstig.

  • Mari M sagt:

    „Darum vertreibt man sie von der Strasse auf Kontaktseiten im Internet, wo sie die Freier in ihren privaten Wohnungen empfangen und so dann gar keinen Schutz mehr geniessen.“

    Ich finde es auch schlecht, wenn man Prostituierte von ihren alteingesessenen Arbeitsorten vertreibt (siehe Langstrassen-Gentrifizierung). Aber das Inserieren im Internet ist schon lange gang und gäbe, wie in anderen Branchen auch. Der Strassenstrich macht nur einen kleinen Teil der ganzen Branche aus. Ich bevorzuge es, meine Kunden besuchen zu gehen, weil ich so 100% selbständig und ohne Kostenrisiko arbeiten kann. Wichtig ist, dass die Vielfalt der Arbeitsplätze erhalten bleibt.

    • Ralf Schrader sagt:

      Liebe Mari M. Es handelt sich bei Prostitution um eine Erwerbstätigkeit, nicht um Arbeit. Arbeit ist eine wertschöpfende Tätigkeit. Aus einem Stück Holz wird ein Möbel, aus einem Kranken ein Geheilter. Nur Geld verdienen ist noch nicht Arbeit. Banker arbeiten nicht, Profisportler arbeiten nicht und Nutten auch nicht.

      Ich liebe Prostituierte wegen ihrer Tätigkeit. Jede fortgeschrittene Gesellschaft braucht Prostitution, um innersoziale Spannungen auszugleichen, welche auf Sexualität beruhen. Meinetwegen ist Prostitution politische Tätigkeit, aber auch die ist keine Arbeit.

      • Karl Eigenmann sagt:

        Welcher Amtsschimmel hat denn Ihnen ins Ohr gewiehert Herr Schrader? Der Duden sollte es wohl wissen…:

        Synonyme für Arbeit u.a.:

        Anstellung, Arbeitsplatz, Arbeitsstelle, Arbeitsverhältnis, Beruf, Berufsausübung, Berufstätigkeit, Beschäftigung, Broterwerb, Erwerbstätigkeit, Posten, Stelle, Stellung;

        Lässt den Schluss zu:

        Arbeit = Erwerbstätigkeit

        Nähme mich aber Wunder, woher das kommt, dass eine Arbeit nur dann eine Arbeit ist, wenn sie wertschöpfenden Charakter hat… irgendein BWL-Lehrbuch der HSG? Wohl kaum, dann würden Banken sicher arbeiten und nicht nur „erwerben“… bitte um Aufklärung!

      • Thomas Plüss sagt:

        „aus einem Kranken wird ein Geheilter…“. Aus einem Unbefriedigten wird ein Befriedigter… Merken Sie was?

      • Carlo Sabatini sagt:

        @ Ralf Schrader: Den Wertbegriff hätte ich gerne mal erläutert.

        • Ral Schrader sagt:

          Wert besteht in der Zunahme an Struktur in der Umgebung des Wertschöpfenden und damit mit der Abnahme an Entropie. Z.B. eine Kreditvergabe erzeugt keine Zunahme and Struktur, aber häufig eine Zunahme an Entropie, Bankgeschäfte oder Profisport sind das genaue Gegenteil von Arbeit. Sie zerstören Struktur um des wertlosen Geldes willen.

          • Felix Stern sagt:

            Ihr Wertbegriff ist zu eingeschränkt um den Begriff „Arbeit“ sinnvoll zu analysieren. Lassen Sie die Thermodynamik kurz bei Seite und verwenden Sie die Begriffe der Volkswirtschaftslehre. Fangen Sie zum Beispiel damit an, dass Menschen Bedürfnisse haben und es verschiedene Möglichkeiten git, diese zu befriediegen und einen Nutzen zu stiften. Gehen Sie jetzt einen Schritt weiter und stellen Sie sich vor, dass eine Massnahme oder Tätiogkeit, die jemandem einen Nutzen stiftet, eine Wertschöpfung darstellt. Von hier aus reimt sich der Rest alleine zusammen.

  • Peter Fricker sagt:

    Hmm, schwieriges Thema. Ich kenne die Szene durch Freunde ebenfalls. Ich kenne auch die Osteuropa-Connection, die besonders brutal vorgeht. Frauen ohne Hirn werden natürlich ausgenutzt. Es gibt aber auch ziemlich erfolgreiche selbständige Prostituierte, die das Vielfache eines Managers verdienen. Sie sind aber ziemlich schlau und nicht auf den Kopf gefallen, haben anständigen Umgang. Die jungen Osteuropa Babies werden natürlich schamlos ausgenutzt und das wird so bleiben. Die Schlauen herrschen über die Dummen. Ist eigentlich überall so. Warum tut man nichts dagegen, weil Politiker, ich kenne ein paar persönlich, zu deren Kunden gehören. Es ist sogar in den Parteien bekannt, wer es ist.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun, mit anständigen gesetzlichen Regelungen und einer gesellschaftlichen Akzeptanz würden die Verhältnisse für die Frauen sicher besser.

      Aber „Wir könnens nicht verbieten, also schaffen wirs uns aus den Augen.“ ist nichts gelöst. Sexuelle Dienstleistungen sollten den gleichen Stellenwert wie therapeutische Dienstleistungen bekommen.

      • Ralf Schrader sagt:

        Nun muss man nur noch das Wort ‚Dienstleistung‘ eliminieren, dann wäre es geschafft.

      • maja sagt:

        Warum gibt es nicht mehr Männer, die Sex verkaufen? Was würden die Männer denken wenn ihre Ehefrauen ab und zu diese Dienstleistung beanspruchen würden?

  • geezer sagt:

    „Aber die Prostituierten haben eben keine schicke politische Lobby mit besten Verbindungen in die Politik.“ stimmt. eine lobby haben sie keine, aber beste verbindungen zu politikern bestimmt!..:-)

    und ja: die argumentation für ein städtisches puff ist brutal an den haaren herbeigezogen. das älteste gewerbe der welt wird werder durch verbote noch durch solch läppische ideen ’sauber‘. es wird immer ein unfaires, lausiges und teilweise kriminelles business bleiben. das ist es seit tausenden von jahren schon….

    • Réda El Arbi sagt:

      Kriminell und unfair ist es in erster Linie, weil die Ächtung es in den Schatten treibt. Lausig ist es aus christlich-moralischer Sicht. All die linken Hipster, die Yoga und das Kamasutra als Bereicherung für ihr Sexleben empfinden, aber keine Ahnung haben, dass das Kamasutra von prostituierten entwickelt wurde, um Männer in Sex zu unterrichten, damit sie ihren Partnerinnen gerecht werden können.

      Schlussendlich macht die Heuchelei aus der Prostitution ein Eldorado für Menschenhandel. Wäre es ein gesellschaftlich akzeptiertes Gewerbe, würde es nicht in die unkontrollierbaren Löcher vertrieben.

      • geezer sagt:

        das mag so stimmen. nur glaube ich nicht, dass sich die umstände, resp. das umfeld in diesem business je grundlegend ändern werden. auch wenn prostitution gesellschaftlich akzeptiert würde, wäre z. b. das problem von zwang/gewalt durch zuhälter im hintergrund etc. nicht gelöst. es würde einfach noch versteckter geschehen, als es das jetzt schon tut.

        ich habe meine zweifel, ob z. b. roma zuhälter solche CH-regeln die prostitution betreffend, befolgen würden. habe da mal eine doku gesehen. das frauenbild in dem dort porträtierten kulturumfeld ist, gelinde gesagt, unter aller sau.

        • Réda El Arbi sagt:

          Nun, wenn gewerbliche Aufsicht besteht, würden die Arbeitsverhältnisse sich genauso bessern, wie in allen anderen Berufsparten. Zudem würden wohl die Roma-Zuhälter aus dem GEschäft gedrängt, wenn die Freier sich nicht mehr heimlich zu Prostituierten schleichen müssten. Wenn die Dienstleistung einer Prostituierten ähnlich geachtet würde wie eine medizinische Massage, wenn die verdammte Doppelmoral, die bei uns mit Sex einhergeht, nicht mehr greifen würde, hätten wir das Problem mit Menschenhandel nicht mehr. Das Frauenbild in diesem „Umfeld“ ist so, weil Prostituierte am Rande der Gesellschaft Schutz von Zuhältern in Anspruch nehmen.

          Wenn das GEschäft mit ganz normalem Sex nicht mehr versteckt würde, könnte jede Prostituierte auch ihre eigene Chefin sein. Zuhälterei würde von alleine verschwinden.

          Wie gesagt, bei Edelprostituierten für Banker und Wirtschaftsführer geht das ja schon.

          • geezer sagt:

            na ja; ganz so einfach würde es wohl schon nicht sein. der ‚interessante‘ finanzielle aspekt – und damit die ausbeutung einer frau durch einen zuhälter aus reinem selbstbereicherungszweck – würde im oben beschriebenen umfeld wohl immer noch starke anziehungskraft ausüben. auch mit staatlicher und gesellschaftlicher anerkennung und regelung, könnte der zuhälter in seinem heimatland seine ‚geldquelle‘ grün und blau vermöbeln (oder auf andere art ‚willig‘ machen), sie entsprechend einschüchtern (familie, kinder, etc.) und sie dann zur arbeit in den kontrollierten CH-salon senden und die verdiente kohle einstreichen. solange die frau den behörden aus angst nichts sagt…….

  • sugus sagt:

    Réda El Arbi, Du bist so etwas von weit weg der Realität, dass es schon fast weht tut. Man hat das Gefühl, Du weisst nicht, wovon Du schreibst.

    • Réda El Arbi sagt:

      Sugus, hast du Prostituierte in deinem persönlichen Umfeld? Berufliche Beziehungen zählen nicht. Hast du eine Kollegin oder eine Freundin, die so ihr Geld verdient? Nein? Ich schon.

    • Ralf Schrader sagt:

      Und nun noch das Argument dafür, sugus.

  • Diana Stark sagt:

    Am Modell Schweden, das Prostitution ganz verbietet, zeigt sich, dass ein solches Verbot überhaupt nicht funktioniert. Erst wenn alle Frauen dieser Erde ein angemessenes Einkommen hätten, ihre Kindern ernähren, kleiden und ihnen Bildung ermöglichen könnten, wäre ein solches Verbot überhaupt denkbar. Dies ist eine Utopie, deshalb muss akzeptiert werden, dass sich notleidende Frauen prostituieren. Ebenso ist zu akzeptieren, dass es Menschen gibt wird, die dank ihrer Attraktivität oder ihren Talenten lieber als Prostituierte arbeiten, als für einen Hungerlohn tätig zu sein. Insofern ist es zwingend notwendig, dass humane und sozial verträgliche Zustände für Prostituierte geschaffen werden.

    • Ralf Schrader sagt:

      Prostitution gibt es, seit es Erwerbstätigkeit gibt (deshalb das älteste Gewerbe der Welt) und Prostitution verschwindet, wenn Erwerbsarbeit verschwindet

      Schweden hört immer mehr auf, Vorbild für einen Sozialstaat zu sein, weil die PC- Mechaniker den ursprünglichen Gedanken immer mehr pervertieren.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    diesmal, herr el arbi, gebe ich ihnen auf der ganzen linie recht. ohne wenn und aber.

  • Tim Birke sagt:

    In diesem Thema bin ich Hardliner:

    Ich bin dafür, dass man die Prostitution ganz verbietet.

    Bei all der Ausnutzung, Menschenhandel und Profit aus Notsituationen. Ich verstehe, dass die SP wenigsten ein kotrolliertes Umfeld schaffen will.
    Was ich nicht verstehe sind Argumente gegen die Abschaffung.
    Argument 1: Ältestes Gewerbe der Welt -> die Gesellschaft wandelt sich, wir leben auch nicht mehr in Höhlen wo wir uns mit Steinen die Rübe einschlagen.
    Argument 2: Dann gäbe es mehr Vergewaltigungen -> wenn dieser Umstand einen Menschen zum Vergewaltiger macht, dann will ich auch keiner Prostituierten zumuten.
    Argument 3: Der Druck und so … -> jeder kann Liebe mit sich selbt machen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Du verwechselst Menschenhandel mit Prostitution. Und du bist dir offenbar nicht bewusst, dass Sex auch in ganz „normalen“ Beziehungen ein Handelsgut ist. Wenn wir Prostituierte wie Opfer behandeln, bedeutet das nicht, dass sie Opfer sind. Es bedeutet nur, dass wir ihnen die freie Wahl absprechen und sie wie unmündige Vollidioten behandeln. Natürlich nur, solange es die freie Wahl ist.

      • Tim Birke sagt:

        Reda, vielleicht bin ich ein Romantiker aber mit dem Satz „dass Sex auch in ganz “normalen” Beziehungen ein Handelsgut ist“ bin ich nicht einverstanden. So lebe ich das nicht.

        Weshalb schwitze ich jeden zweiten Tag im Krafttraining? Damit eine Frau mich gerne vögelt 😀
        natürlich weiss ich, dass gewisse Beziehung auf dem: „er ist reich, sie tut ihre eheliche Pflicht“ Prinzip beruhen.

        Aber das ist ein altes Modell.

        • Patrik Peter sagt:

          Ach Tim, ein 4’000’000’000.- (4 Mrd) Geschäft verbieten. Kolleg… Das ist in etwa so überlegt, wie Du möchtest, dass es ab morgen keine Swiss, Rolex oder Axpo mehr geben darf.

          Als ob Du, lieber Tim, noch nie einen Porno gekuckt hast (was ist das anders als Prostitution: Sex gegen Geld)

          Bleiben wir realistisch. Und lassen wir Dich und Deine Fantasien (Krafttraining) beiseite. Die Lösung ist die, wie von Réda beschrieben: Dazu stehen, dass es dieses Gewerbe gibt und normale Rahmenbedingungen dafür bereitstellen. Fertig.

          • Tim Birke sagt:

            Leute, welche nach Ihrer Argumentation „Fertig“ sagen glauben das mit Ihrer Meinung die Diskussion fertig ist. Schweden hat auch für diese die Prostitution verboten. Was das mit Rolex zu tun hat entzieht sich meiner Fantasie.

        • Laurent sagt:

          „Weshalb schwitze ich jeden zweiten Tag im Krafttraining? Damit eine Frau mich gerne vögelt “
          Echt jetzt, Birke? Das war jetzt der Lacher des Tages. Offensichtlich müssen Sie sich Ihre tägliche Ration Sex auch verdienen. Da bestätigen Sie El Arbi ja gerade. Und überhaupt, Ihr Menschenbild ist ja dasselbe wie: „“er ist reich, sie tut ihre eheliche Pflicht”“, für Sie: Er ist kräftig, sie tut ihre biologische Pflicht. Buah!

          • Tim Birke sagt:

            Nein.

            Es ist gelebte Gleichberechtigung.

            Ja es ist nicht Science Fiction sondern findet ebenfalls in Zürich statt. Männer bilden sich, Männer besuchen Salsakurse, Männer besuchen Kochkurse.

            Männer halten sich auch fit und sind vielseitig interessiert. In diesem interessanten Leben lernen sie Frauen kennen, welche moderne Werte schätzen.

      • Anna sagt:

        „Dass Sex auch in ganz „normalen“ Beziehungen ein Handelsgut ist“ – im Ernst?! Jesses. Ich weiss ja nicht in welcher Art Beziehung du dich gerade befindest llieber Reda, aber ich hoffe ganz fest dass du( und deinE PartnerIn) dann Sex hast wenn du Lust dazu verspürst, und nicht aus strategischen Gründen. Das wünsch ich jedem.
        Prostitution mit Menschenhandel zu verwechseln liegt überhaupt nicht fern, leider ist es bittere Realität dass (auch hier in Zürich) ein Teil der Prostituierten blosse „eingeführte Ware“ sind, Opfer von Menschenhandel.
        Auch ich befürworte einen beaufsichtigten Betrieb in besagtem Gewerbe, aber es treibt mich auf die Palme wenn jemand von Prostituierten schreibt,…

        • Anna sagt:

          …als wären sie alle total selbstbestimmt und hätten bewusst über ihre Karriere entschieden.

          • Réda El Arbi sagt:

            Ach, du behandelst also alle Prostituierten als Opfer. Das hilft, die eigene moralische Überlegenheit zu behalten.

            Sie sind übrigens so selbstbestimmt und frei wie die meisten Menschen, die sich ihren Job nicht aussuchen konnten. Nun ja, eigentlich sind sie wahrscheinlech freier.

            Aber geh los, sprich mit einer, rette sie vor ihrem Schicksal. Ich würde gerne sehen, wie sie dich zum Teufel jagt.

        • Réda El Arbi sagt:

          Oh, Sex ist also nur aus Liebe und Zuneigung in Ordnung? Darf nicht als Gefälligkeit, oder als Tauschobjekt (Status gegen Sex, Sicherheit gegen Sex) ausgeübt werden?

          Nun ja. Ich bin froh, dass du so hohe moralische Anforderungen an Sex stellst.

          Sicher sind auch alle, die zum Spass herumvögeln, böse.

          • Frieder Max sagt:

            Ich bin normalerweise nicht der Meinung von Herrn El Arbi, da mir seine Bericht zu oft ideologisch (links) eingefärbt sind. In diesem Fall gebe ich ihm aber vollkommen recht, er fasst hier die Realiät vollkommen richtig zusammen. Viele Damen aus dem horizontalen Gewerbe sind freiwillig hier, weil sie in ihrem Heimatland nur eine sehr schlechte Alternative zum Geldverdienen hätten oder sogar gar keine. Hier bei uns kann man aber durch die freiwillig ausgeübte Berufstätigkeit (weil ist das ist es nämlich) sehr schnell viel Geld verdienen. Damit kauft man sich in der Heimat ein eigenes Haus und ermöglicht dem Nachwuchs eine gute Ausbildung etc. Fragt doch mal im Milieu nach.

    • Christian sagt:

      Prostitution ist extrem schwierig zu verbieten weil es sich um eine Tat handelt wo alle Beteiligten auf der gleichen Seite stehen. Im Gegensatz zu „Rübe einschlagen“ gibt es kein Opfer das willig gegenüber der Polizei aussagen will, so verhält sich die Prostitution eher wie der Drogenhandel oder die Abtreibung in Ländern wo diese verboten ist.

      Und natürlich kennt die Polizei Mittel um diese Kollusion zu bekämpfen aber die sind nun mal leider rechtsstaatlich ziemlich bedenklich. In Zeiten wo wir nun endlich feststellen dass der Kampf gegen den Drogenhandel mehr Schaden anrichtet als der Handel selber würde ich es schade finden nun das gleiche Theater mit der Prostitution zu beginnen.

    • Ralf Schrader sagt:

      Spätestens wenn jemand Sexualität mit Liebe in Zusammenhang bringt, offenbart derjenige, nichts von Sexualität zu verstehen. Die Schmalspurvariante in einer Partnerschaft ist lediglich der Zugangscode zu Sexualität, die aber erst danach so richtig beginnt.

      Prostitution gibt es, seitdem es Erwerbsarbeit gibt. Auf Langfristigkeit angelegte politische Systeme haben legale Prostitution immer gefördert, zumindest nicht behindert, weil die der öffentlichen Hygiene förderlich ist. Es hält Geschlechtskrankheiten besser kontrollierbar, weil die Frauen bekannt sind und amtsärztlich betreut werden können (heute 1x Woche AIDS-Test). Es leitet männliche Aggressivität in überschaubare Pfade.

      • Ralf Schrader sagt:

        Wir leben in der Mode der Nazivergleiche: Ab dem Russlandfeldzug hatte die Wehrmacht Probleme. Anfangs war den Soldaten der Geschlechtsverkehr mit slawischen Frauen verboten. Aber Soldaten, die nicht vergewaltigen oder wenigstens in das Truppenbordell gehen können, kämpfen nicht so richtig. Also hat man das Verbot aufgehoben und die Militärpuffs auch mit den einzig zur Verfügung stehenden nichtarischen Frauen bestückt.

        Ohne Prostitution kann man nicht mal einen Krieg gewinnen. Vielleicht ist das der Grund, warum die grösste Militärmacht jeden Krieg verliert, sei es gegen Reisbauern oder Kameltreiber.

    • Mari M sagt:

      Das Argument gegen die Abschaffung ist, dass jeder Mensch verdammt nochmal einvernehmlichen Sex haben darf wie er/sie will, und zu den Bedingungen die er/sie für angemessen erachtet. Niemand hat das Recht, in diesen höchstpersönlichen Bereich einzugreifen. Neben der Tatsache, dass „Abschaffen“ offensichtlich nicht funktioniert. Selbst in Ländern, wo Prostitution mit dem Tod bestraft wird, gibt es sie immer noch. Die Zustände in den USA wo es auch verboten ist sind katastrophal (Vergewaltigung von Prostituierten durch Polizisten ist die Norm, nicht die Ausnahme). Bei so viel Ignoranz kriege ich als Betroffene dafür SO einen Hals…

      • Mari M sagt:

        @TIm Birke, es geht nicht darum wie SIE gerne Sex haben. Es nimmt Ihnen nichts weg, wenn jemand Sex für Geld anbietet, sie dürfen ruhig weiter ins Fitnessstudio und mit ihrer Partnerin nicht-transaktonellen Sex haben. Wieso haben so viele Menschen das Gefühl, dass sie ihre eigenen Vorlieben anderen aufdrücken müssen?

        • A. Graf sagt:

          Nun, der Tim hat noch nicht mitbekommen, dass auch er bezahlt. Mit dem Krafttraining für die Attraktivität. Mit Aufmerksamkeit, um die Frau herumzukriegen. Man kann nicht nur mit Geld bezahlen. Aber offenbar gefällt es ihm, klar zu machen, dass er nicht nötig hat, Geld zu bezahlen.

          • Tim Birke sagt:

            Da ist schon ein Unterschied 😀 merken sie ihn nicht?

            @alle
            Schweden hat die Prostitution verboten. Viele guten Dinge kommen aus Schweden.

          • A. Graf sagt:

            @Tim: wenn ich zahle, ist das einfacher und ehrlicher, als einen Abend mit Ihr herumzubalzen und den Traumprinzen vorzupudeln, obwohl ich nur das eine will.

            Und nein, aus Schweden kommen nicht einmal mehr gute Autos und schon gar keine nachahmenswerte Ideen.

    • Thomas Plüss sagt:

      Sie haben das wichtigste Argument vergessen. Das Recht auf (sexuelle) Selbstbestimmung sowie die Wirtschaftsfreiheit. Dazu gehört nun mal auch das Recht, eine sexuelle Dienstleistung gegen Entgelt anzubieten.

    • Beet sagt:

      Gegenargument: Durch ein Verbot würde die Prostitution voll und ganz in den Untergrund abgeschoben. Dass dies für die Betroffenen eine Katastrophe wäre kann man sich doch denken.

    • Felix Stern sagt:

      Zum Glück leben wir in einer liberalen Gesellschaft, wo wir die Hardliner in die Schranken weisen können. Das Argument für die Legalisierung ist die Emanzipation. Wir sind mündige Bürger und dürfen unsere Sexualität so ausleben, wie wir wollen und nicht so, wie es irgendwelchen Hardlinern passt – ob diese Hardliner von der Inquisition kommen oder vom modernen Feminismus spielt dabei keine Rolle.

  • Désirée sagt:

    etwas hat du noch vergessen 😀
    die parkscheine die sie im nieder- und oberdorf ziehen müssen, damit dort anschaffen würfen

    • Peter Schlauer sagt:

      „Darum müssen sie an Automaten Nummern lösen, um ihren eh schon schweren Job auszuüben.“

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