Der Städter und der Wolf

Dieser Wolf starg stellvertretend für einen Städter.

Dieser Wolf starb stellvertretend für einen Städter.

«Ihr Städter habt ein romantisches Bild vom Wolf!», kommt der Vorwurf aus dem Wallis und dem Bündnerland, wenns um den Schutz dieser Art geht.

Nun ja, wenn «romantisch» heisst, dass wir nicht alles umbringen und abknallen, was unser Leben vielleicht etwas komplizierter macht, haben sie recht. Schliesslich schiessen wir auch nicht auf all die ausserkantonalen Autofahrer, die sich zwei Mal im Jahr in den Dschungel der Mittelgrossstadt verfahren. Und die richten in Zahlen und Blut mehr Schaden an als alle Wölfe in unseren Bergen gemeinsam.

Natürlich gibts die Kitschtanten, die samtene Poster von Wölfen, die den Mond anheulen, an ihren WC-Türen hängen haben. Aber das sind nicht die Leute, die sich nachhaltig  für den Wolf einsetzen. Und wer dem WWF oder anderen Arten- und Tierschutzgruppen ein romantisiertes Bild unserer Fauna vorwirft, hat nichts begriffen.

Die Wölfe werden nicht abgeschossen, um die Schafe zu schützen. Die Schäfer sehen die Wölfe nämlich nicht. Und sie kämen auch nie auf die Idee, die Alpen planieren zu lassen, weil ihnen das Vielfache an Schafen durch Abstürze stirbt, als durch den Wolf gerissen wird. Von 208 974 gesömmerten Schafen im Jahr 2014 starben 4221 hauptsächlich durch Krankheiten oder besondere Ereignisse wie Blitz- oder Steinschlag. Demgegenüber stehen lediglich 294 Tiere (7%), die schweizweit von Grossraubtieren wie Wolf und Bär gerissen wurden. Hätte man konsequent Herdenschutz betrieben, wäre diese Zahl annähernd Null gewesen. (Ehrlich, wir bezahlen diese 300 Tiere gern aus der Portokasse der Stadt.)

Man begegnet dem Wolf nicht einfach so. Man muss den Wolf jagen, um ihn zu schiessen. Oder, wenn man schon ein wenig fett um die Hüften ist, und nicht mehr so durchs Dickicht walzen mag, muss man ihn mit Ködern anlocken, um ihn – oft unsachgemäss mit Schrot für Füchse – zu massakrieren. Diese absolut nutzlose Wolfsabschlachterei im Wallis und im Graubünden hat direkt mit den Städtern zu tun. Der Wolf stirbt stellvertretend für den Städter. Wenn CVP-Politiker aus den Bergkantonen wie  alt-Ständerat René Imoberdorf der gefährdeten Art den Schutz absprechen wollen, gehts nicht um den Wolf als Tier, sondern um den Wolf als Symbol für die Faust im Sack gegen die Übermacht der Städter. Eine trotzige Rebellion auf Kosten einer aussterbenden Art.

Die Bergkantone müssen sich von den urbanen Kantonen vorschreiben lassen, wann sie auf wen ihre Flinte richten dürfen. Das untergräbt natürlich das archaische Selbstbild des trutzigen Mannes von den Bergen. Wenn man dann noch die nationalen Ausgleichszahlungen dazu nimmt, ohne die sich diese Männer ihre Lebensart gar nicht mehr leisten könnten, kann man verstehen, dass sie sich manchmal wie eine ausgehaltene Geliebte fühlen – die nur am Wochenende und in den Ferien besucht wird  – und die dafür während der Woche das Lieblingshaustier des Geldgebers quält.

Gibts überall auf der Welt: Männer die für Selbstwert Tiere töten.

Gibts überall auf der Welt: Männer, die für ihren Selbstwert Tiere töten.

Wenn man also jemandem ein «romantisiertes» Weltbild vorwerfen könnte, dann den alten, weissen Männern, die ihre Freiheit und ihre Männlichkeit darüber definieren, was sie vor ihrer Haustür totmachen dürfen. Mit dem Schutz von irgendwas ausser dem archaischen, männlichen Selbstbild hat das überhaupt nichts zu tun. Es ist der reine Trotz einer aussterbenden Art. Es ist die hilflose Rache an den Städtern.

PS: Von mir aus sollen diese Männer ruhig den Wolf töten dürfen. Aber nur mit einem Schweizer Sackmesser bewaffnet. Um das natürliche Gleichgewicht zu halten.

40 Kommentare zu «Der Städter und der Wolf»

  • Walliser Jäger sagt:

    Fakt ist, dass der Wolf nicht mehr vom aussterben bedroht ist, und daher auch nicht mehr streng geschützt werden müsste. Die Städter haben keinen Bezug zum Wolf, wenn ich in Züri wohnen würde, würde ich den Wolf auch unterstützen, denn was stört es die in den Städten was da in den Bergen rumläuft. Für die paar Tage wo diese in den Bergkantonen sind, wäre es doch spannend mal ein Wolf zu sehen. Übrigens die Kosten für eine Kugel steht in keinem Verhältnis was für Herdenschutz und Gelder die für gerissene Tiere ausbezahlt wird. Jeder Kanton soll den Umgang mit den Raubtieren selber regulieren können. Wenn die Städer den Wolf wollen, sollen sie ihn hier abholen, wir haben genug.

    • Réda El Arbi sagt:

      Was eine bedrohte Tierart ist und was nicht, bestimmen nicht die Walliser Jäger. Sorry. Und nein, es bestimmen auch nicht die Kantone, was mit unserem Artenschutz passiert.

  • Hans Schneider sagt:

    (2) Es war arrogant, als Sie die Wolfspräsenz für die Nutztierhalter als geringfügiges Ärgernis bezeichnet haben („vielleicht etwas komplizierter macht“).
    Richtig dum (genau so!) ist es, den Wildtiere eine sich selbst verwaltende Eco-Pop-Fähigkeit anzudichten („Der Raumdruck wirkt sich übrigens auf die Rudelgrösse“). Das ist Tierrechts-Voodoo/Propaganda…ich hoffe das kam nicht von Ihrer Frau? Das wäre bedenklich…
    Und jetzt zum Thema: Wir wurden es den Ihnen passen, wenn der Rest der Schweiz die Bestimmungsrecht über die Nutzung des Flughafen Zürich hätte? Ich glaube ein Grossteil der Schweiz könnte sich für eine 7*24 Nutzung des Flughafens begeistern lassen…

    • Réda El Arbi sagt:

      Es ist Evoilutionsbiologie. ich suche ihnen morgen gerne die dazu veröffentlichen Paper raus, wenn Sie zu faul sind, selbst nachzulesen.

      Und die 7 % Nutztierschaden im Vergleich zu den restlichen 93 Prozent Ausfall sind Fakt.
      Und die Stadt WIRD 24/7 von Auswärtigen genutzt, mit Dreck, Verkehr, Besoffenen, verstopftem ÖV. Wir schiessen trotzdem nicht auf sie.

      • Hans Schneider sagt:

        Okay – machen wir es kurz: Die Reduktion der Rudelgrösse kommt nicht daher das die Wildtiere die Pille nehmen/Kondome entdeckt haben usw. Die Tiere verhungern, verrecken an Seuchen oder werden überfahren (oder die weiblichen Tiere sind schlicht und einfach zu schwach um aufzunehmen…und verrecken dann). Verstehen Sie mich richtig: das ist die Natur! Kein Problem so weit damit – ABER: ich wollte keine hungrigen, seuchenkranke, verletzte Wölfe in meiner Gegend. Sie?
        Geringer Aufwand: Gehen Sie den die 40km auf der Alpweide abschreiten? Zäune aufstellen/abbauen?
        Nein – wir reden nicht von öffentlich zugänglichen Bereichen: Sondern von der Gesetzgebung über die Nutzung des Flughafens.

        • Réda El Arbi sagt:

          Auch das ist nicht wahr. Die Würfe werden kleiner.

          Und ehrlich, Sie wollen wirklich eine gschütze Art abschlachten, weil die Schafe (7% des Ausfalls) reissen? Und ja, der Flughafen dürfte von mir aus 24 Stunden 7 Tage lang genutzt werden, ich würde deswegen trotzdem keine geschützte Tierart abmurksen. Das find ich nämlich krank.

          • Hans Schneider sagt:

            Ihre Aussage ist: Die Wölfe regulieren sich selbst wenn der Raumdruck zu gross wird? Also: Wenn es zu viele Wölfe werden die Würfe automatisch kleiner? Und die Wölfe bleiben trotz grösserem Raumdruck völlig entspannt und gesund? Keine Seuchen?
            Cool…erzählen Sie das mal unseren Füchsen ;-)…bin gespannt auf Ihre Fakten.
            „…keine geschützte Tierart abmurksen. Das find ich nämlich krank“ <- so, hier sind wir beim Pudels Kern angelangt (in Kombination mit Ihrer Aversion gegen Waffen).

            • Réda El Arbi sagt:

              Unsere Füchse sind eigentlich als Population sehr gesund. Und sie haben sich auch mit dem Menschen arrangiert. Fragen Sie die Fachleute und erzählen Sie nicht einfach irgendwas.

              Und das wäre auch in irgendeiner Weise relevant, wenn Füchse irgendwas mit Wölfen zu tun hätten. Füchse leben nicht in Rudeln, richtig?

              Das einzige, was Füchse und Wölfe zur Zeit verbindet, sind Idioten, die Wölfe mit Munition für Füchse massakrieren. Die Gattungen haben überhaupt nichts gemeinsam.

              Zudem sollten Sie, bevor Sie hier irgendwelchen biologischen Schwachsinn von sich geben, mal kurz mit einem der Wildhüter oder einem Biologen sprechen, der sich in diesen Fällen auskennt.

              Und nein, ich bin nicht gegen Jagd. Nur sollte es Leuten, die keine Scheissahnung von dem Handwerk haben und hier für ein illegales Abmurksen von einer geschützten Tierart lobbyieren, sicher nicht erlaubt sein, auf irgendwas zu schiessen.

              Und ich bin auch dafür, dass die Jadgzulassungen viel strenger gehandhabt werden, damit nicht jeder schiesswütige Idiot sich mit einer legalen Waffe illegal an geschützten Tieren befriedigen kann.

              Und wenn Sie noch was zu sagen haben, versuchen Sie es doch einmal mit Fakten, nicht mit Ihren persönlichen Schlussfolgerungen, die wissenschaftlich widerlegt sind. Und auch nicht mit Ihren Annahmen über meine Person.

              Einfach Fakten.

              PS: Dass Schrot auf einen 8 – 12 Kilo schweren Fuchs tödlich wirkt, haben Sie sicher schon ausprobiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass es auf einen Wolf mit 30 – 40 Kilo und einem viel robusteren Metabolismus unmittelbar tödlich wirkt, liegt bei unter 40 Prozent, auch auf weniger als 10 Meter. Prüfen Sie es nach, fragen Sie jemanden, der darin ausgebildet wurde, Wölfe zu schiessen.

  • Hans Schneider sagt:

    (1) Also – es war witzig als Sie über Schrotschüsse, und deren mangelnde Tötungswirkung, fabuliert haben. Sie haben offenbar noch nie einen Schrotschuss abgegeben, geschweige denn sich mit der Ballistik auseinandergesetzt…Ihre Aversion zu Waffen müssten Sie vielleicht sowieso einmal ausserhalb des Themas Wolf auf/be/ab-arbeiten.
    Es war etwas naiv, als Sie den Tierschutz-Organisationen in globo eine Deutungshoheit über unsere Fauna zugebilligt haben (neinnein…den Organisationen geht es mit absoluter Sicherheit nicht um den Spendengelder – alles Idealisten ohne Eigennutz)…

    • Réda El Arbi sagt:

      Tut mir leid. Die Förster in Schweden, die wirklich Wölfe schiessen mussten (als ich da lebte), hätten sich an den Kopf gefasst, wenn jemand ihnen gesagt hätte, sie sollen ein Tier von der Grösse und mit dem Metabolismus eines Wolfs mit Schrot töten. Füchse sterben am Schock bei Schrot. Ein Wolf verreckt an inneren Blutungen, wennn er Glück hat. Wenn er weg kommt, stirbt er an Wundbrand, Schwäche und Hunger. Das ist Tierqäulerei, die über das reine Abschlachten hinausgeht.

      Erzählen Sie ihr Jägerlatein einem Deppen, der es unbesehen glaubt. Bei mir müssten Sie mit Fakten kommen. Aber das ist ja das Problem beim Wolf und seinen Killern: Fakten nutzen da nichts. Das ist reine Folklore.

      • Hans Schneider sagt:

        Die Problematik beim Schrot ist die Distanz – zwischen 0 -20m absolut tödlich. Auch für ein Tier von der Grösse eines Wolfes genügend. Aber Sie wissen es ja sicher besser…

        Jägerlatein? Ich gehe davon aus das Sie sich auf die Bemerkung bezgl. den Tierschutz-Org. beziehen:
        Sie erwähnen nur WWF…(und ansonsten sehr faktenuntreu) „andere Arten- und Tierschutzorganisationen“:
        Schwarzbuch WWF / https://support.wwf.ch/de?gclid=CLbPnNSE0MsCFasV0wodCgwH2A&gclsrc=aw.ds
        https://www.nabu.de/spenden-und-mitmachen/spenden/wolf.html uswusf.
        …leider wird die Kohle nicht offen gelegt.

        • Réda El Arbi sagt:

          Nein, ich beziehe mich auf die AUssagen von Jäger, die einen Wolf niemals mit Schrot schiessen würden. Und es sind Jäger, die in der Wolfsjagd ausgebildet wurden, keine Freizeit-Rambos, die von ihrem Schwager eine Jagdlizenz zugeschustert bekamen.

          • Hans Schneider sagt:

            Sie können und/oder wollen es nicht verstehen: Es geht nicht darum ob Schrot die richtige Munition ist um irgend welche Tiere zu töten….aber die Munition ist in hohem Masse tödlich und endet nicht zwangsläufig in Ihrer Darstellung des Ablebens (was sie wahrscheinlich noch nie gesehen, erlebt und/oder verstanden haben).
            Sie haben schlicht und einfach keine Ahnung von der Materie und bauen sich auf Vorurteilen, Halbwissen und Hörensagen irgendwas zusammen.

      • urban, der schwede sagt:

        was, in schweden haben sie auch gelebt? gibt es irgend einen ort auf der welt oder im universum, wo sie nicht gelebt haben? allgemeiner, gibt es irgend eine erfahrung, die sie nicht gemacht haben? falls nein, heisst das, dass sie alle zukünftigen erfahrungen bereits auch schon gemacht haben?

        • Réda El Arbi sagt:

          Tut mir leid, dass ich nur über Dinge schreibe, von denen ich eine Ahnung hab. Dass ich in meinem Leben bereits herumgekommen bin, ist eher Schicksal als Planung. Und ehrlich, Sie würden mich keine Sekunde um mein Leben beneiden. Und ja, ich hab in Schweden gelebt.

          • urban, der schwede sagt:

            nehmen sies nicht persönlich, hat mich nur wunder genommen. es gibt zudem ja viele leute, die über dinge reden und schreiben, von denen sie keine ahnung haben, passiert mir ab und zu. und nun, zum abschluss meines heutigen auftritts: ich schlage dieselbe lösung für das wolfsproblem vor, welche die eu für die flüchtlinge, die auch niemand will, nach grosser anstrengung entwickelt hat: für jeden wolf, der reinkommt, muss ein anderer wolf raus. möglicherweise ist das mathematisch brilliant, aber ich habe diese lösung nicht verstanden und darum vielleicht falsch wiedergegeben.

  • Dieter Jann sagt:

    Der Réda el Abri hat schon Mut, sich immer wieder solchen Tiraden auszusetzen und das immer wieder zu kommentieren.

    • Réda El Arbi sagt:

      🙂 Das ist meine Arbeit. Der Text macht ca 60 Prozent aus. Die eigentliche Meinungsbildung findet beim Lesen der Kommentare statt. Dafür dürfen die Leute auch wirklich mit mir schimpfen – und bekommen eine Antwort 😀

  • Tim Birke sagt:

    Wenn man aus Zürich kommt kann man nur theoretisch vollziehen was im Wallis und Graubünden vorgeht.

    Meine spontane Idee wäre es die Wölf zu füttern. Es ist zwar ein wildes Tier, aber es ist schon gelungen Wölfe zu zähmen.

    Betäubungsgewehre sind auch ein Ansatz – Gruss nach Wallis und Graubünden

    • Réda El Arbi sagt:

      Das ist Quatsch. Gefütterte Wölfe sind keine Wildtiere und verlieren so ihre natürlichen Verhaltensweisen. Man könnte sie dann gleich ausstopfen.

      Und die Wölfe sind keine Bedrohung. Man muss sie wirklich ziemlich lange suchen – oder per Köder anlocken – um sie zu sehen. Oder umzubringen.

      PS: Was das Theoretische angeht: Die Forschungsteams, die sich mit dem Schweizer Wolf auseinandersetzen, haben vielleicht ihre PCs an den städtischen Unis, die Feldarbeit wird aber nach wie vor vor Ort gemacht.

      Wenn der Wolf eine Gefahr für den Menschen (und nicht für 300 Schafe schweizweit) ist, und er dafür umgebracht werden muss, will ich im Gegensatz dazu eine Verbot von Privatverkehr. Da verrecken nämlich eine ganze Menge Menschen auf der Strasse, und niemand stört sich daran.

    • marco kuhn sagt:

      @ Tom, ich wohne am Calanda und ausserhalb des dorfes, bin auch viel nachts unterwegs, trotzdem habe ich den wolf noch nie gesehen

      • Tim Birke sagt:

        Ich hab auch noch nie einen Wolf gesehen, aber dafür besuchen uns in Zürich Stadt Füchse, diese machen einen Riesenlärm, dennoch ist es stets ein erhebendes Gefühl einen Fuchs zu sehen.

        Reda, kann sein das Du Recht hast. Wie gesagt habe ich von Wölfen keine Ahnung.

  • evita Eberhard sagt:

    Bravo, das ist ein treffender und witziger Blog. Wer hier von Hasstiraden redet, hat nichts verstanden. Den Bündnern und Wallisern sollte man längst die Gewehre wegnehmen, das finde ich auch. Die massakrieren ja nicht nur Wölfe. Warum können die nicht einfach Paintball spielen und sich meinetwegen gegenseitig mit Farbpistolen abknallen?

  • Rolf Rothacher sagt:

    Wolf und Bär benötigen riesige Reviere, legen an manchen Tagen 50 Kilometer und mehr zurück. In unserer dicht besiedelten Landschaft können Wolf und Bär nicht natürlich leben, stehen beständig unter Zivilisationstress, werden von Fotografen „gejagt“ und von Jägern mit Gummigeschossen verängstigt und aus Siedlungsgebieten verjagt.
    Das ist staatliche Tierquälerei. Bei Huhn, Schwein, Rind haben wir den Tierschutz. Auch beim Wild wir strenge Gesetze. Doch Bär und Wolf, denen die kleinräumige Schweiz gar keine ihrer Natur entsprechenden Reviere anbieten kann, die sind hier am falschen Ort. Italien züchtet Bären und lässt sie frei. Auch das zeigt, wie unnatürlich, ja pervers das Ganze ist.

    • Réda El Arbi sagt:

      Meine Frau, immerhin Evolutionsbiologin bei MaxPlanck mit genug Erfahrung mit Wildtieren, meint, Sie erzählen Blödsinn. Sowohl Wolf wie auch Bär können sich sehr gut an die Zivilisation anpassen. Das einzige Lebewesen, das damit nicht klar kommt, ist der Mensch. Es gibt Regeln im Zusammenleben mit den geschützten Wildtieren. Wer sie übertritt, und dafür tötet, ist einfach ein Verbrecher. Und dann gibts die, die Rechtfertigungen für dieses kriminelle Verhalten suchen.

      • Marielouise sagt:

        Lieber Herr El Arbi,
        liebe Grüsse an ihre Gemahlin bei MaxPlanck. Auch sie wird wissen, wie es sich mit artenübergreifendem Populationsdruck in Revieren verhält.
        In Regionen der Erde, in denen Mensch und Wolf/Bär zusammen auskommen, als Beispiel sei hier Kanada angeführt, haben wir einen Populationsdichte von 3.7 Menschen/km2 im Schnitt, als Provinzmaximum 14.1 Menschen/km2. In der Schweiz haben wir nach Stand 2012 188 Menschen/km2. Nun können Sie mal rechnen, wie viel dem Bär oder dem Wolf da bleibt. Oder lassen Sie sich das von ihrer Frau erklären, die arbeitet ja bei MaxPlanck,

        • Réda El Arbi sagt:

          Hab ich mir erklären lassen. Die Forschung meint, dass die Tiere sich gut an die Situation anpassen können. Das nennt man Evolution. Bei Wölfen war es schon immer so, dass es Populationen von Kulturfolgern hatte. Und die CH-Wölfe kann man noch nicht mal dazu zählen, da sie genug Rückzugsgebiete haben.

          Und ihre Rechnung geht davon aus, dass jeder km2 von Menschen bewohnt ist. Biologie ist aber etwas komplexer.

          PS: Der Raumdruck wirkt sich übrigens auf die Rudelgrösse und nicht auf den Stress des einzelnen Tieres aus. Da hätten wir also schon eine natürliche Begrenzung der Wölfe.

        • marco kuhn sagt:

          die kantone graubünden und wallis gehören zu den am wenigsten dicht besiedelten gebieten der schweiz. keinesfalls leben da 188 personen pro km2

    • Ralf Schrader sagt:

      Sie haben völlig recht, in der Schweiz hat es nur Platz für Reservate von Kredithaien und Abzockwölfen. Aber dafür bekommen die nicht nur gute, sondern Idealbedingungen.

  • Thomas Wolfer sagt:

    Ich mag Wölfe!
    Trotz allem ist dies einer der schlechtesten Artikel der mir seit langem untergekommen ist. Polemik und Hasstiraden sind nicht das Niveau mit dem man argumentieren sollte. Solche Berichterstattung spaltet doch mehr als Sie etwas nützt. Zudem glaube ich nicht, dass die illegale Jagd auf Wölfe in Graubünden eine Mehrheit an Befürwortern finden würde.

    PS: Was soll an dieser Stelle ein Foto von einem Redneck Ami?

    • Réda El Arbi sagt:

      1. Das ist kein Artikel, das ist ein Blogpost in einem Meinungsblog.
      2. Da ist kein Hass, nur etwas bissiger Spott.
      3. Ich hätte auch das Bild eines afrikanischen Elefantenwilderers oder eines Trophyjägers mit seiner geschützten Beute reinhängen können. Aber die töten beide nicht aus regionalem, trotzigem Stammesbewusstsein. Also erschien mir der Redneck passender. Gerade wenn man die Beziehung zu Waffen berücksichtigt.
      4. Wenn Sie keine Wölfe abschlachten – und das auch nicht gut finden – dann müssen Sie sich auch nicht betroffen fühlen.

      PS: Die meisten finden die illegale Jagd auf Wölfe nicht gut. Deshalb will auch eine Mehrheit der Bündner und Walliser (laut Umfragen) die Jagd auf den Wolf und den Bären wieder legalisieren und ihnen den Schutz absprechen.

    • Poppy sagt:

      Herr Wolfer, legen Sie doch bitte den tierischen Ernst ab! Es wird doch keiner auf die Üsserschwyzer schiessen, wenn sie an lokalen Feiertagen statt in der Kirche in die urbanen Einkaufszentren einfallen.
      In der Furcht vor dem Wolf leben archaische Ängste auf, die den weinseligen, direktzahlungsverwöhnten, an Hüfte und Bauch etwas drall gewordenen „Bergbauern“, der sich nur noch im 4×4 und Traktor fortbewegt und schweisstreibende Arbeit an steilen Hängen nicht mehr gewöhnt ist, daran erinnern mögen, dass eigentlich der Mensch des Menschen Wolf ist.
      Der schiesswütige Redneck lebt geistig in einer Zeit, als die Erde noch von grossen, blutrünstigen Tieren bevölkert war…

    • Ralf Schrader sagt:

      Woran liegt es nur, dass hierzulande ironisch- distanziert vorgetragene Kritik so gar nicht verstanden wird und als Folge auf die mit unpassenden Begriffen wie z.B. ‚jammern‘ oder ‚Hass‘ hantiert wird?

      Polemik natürlich gehört zum Alltagswerkzeug jedes Publizisten und Kritik soll schliesslich etwas bewirken und dazu muss die u.a. Unruhe schaffen und nicht Behaglichkeit münden. Am Tag 3 einer völlig unangemessenen Kunst- Kritik (da gibt man einem Durchschnittler eine Bühne, die 100x zu gross ist und verbeisst sich in Belanglosigkeit, statt die Sache mit einem Satz aus der Welt zu schaffen) wieder ein markantes Beispiel der Unfähigkeit, mit Kritik auch nur an der Oberfläche umgehen zu…

    • Christoph sagt:

      Doch, der Artikel hat schon etwas für sich. Er ist sogar noch sehr nett geschrieben, vielleicht auch deshalb, damit die von Selbstzweifeln geplagten Jäger nicht plötzlich doch vom Tier auf den Menschen als Jagdwild umlenken. Das kann nämlich passieren, wenn psychisch labile Menschen mit Waffen herumlaufen dürfen.
      Jäger in unserer Zivilisation haben mit Jägern aus Naturgesellschaften auch nichts gemeinsam. Letztere töten nur um zu überleben, bei uns ist es die Jagd nach Trophäe und Anerkennung. Kain erschlug Abel auch nur weil er sich ungeliebt fühlte. Das ursprünglich Böse ist im Abschuss der Wölfe eindeutig zu erkennen.
      Es dürfte nur Jäger werden, der es eigentlich nicht will.

  • Joe Weiss sagt:

    Was mir (als Teil-Walliser) z.B. im Wallis oft auffällt, ist, dass beim Thema «Wolf» sich Blicke verfinstern, Köpfe erröten, Adern schwellen und die Sprache giftig wird. Es scheint, als ob sich ein Vorhang senkt. Als ob sich eine Art geistige Hexenjagd anbahnt. Die Erklärung dafür habe ich bis anhin nicht gefunden. Es kann sich nicht um die paar Schafe halten, die (insbesondere bei unbeaufsichtigter Herdenhaltung im Gebirge und Alp-Land) jedes Jahr vom Wolf gerissen werden. Vielmehr scheint mir eine kollektive Wut zu brodeln, gegen irgend einen Dämon, der sich im Wolf zu materialisieren scheint und den man bis zum Kadaver bekämpfen muss. Mit «Stadt/Land» hat das wenig zu tun. Aber: mit was?

    • geezer sagt:

      @Joe Weiss: ohne ihnen persönlich nahe treten zu wollen: das fragt sich die ganze schweiz schon seit jeher über die walliser!..:-)

      ungehemmte‘ cvp-vorherrschaft scheint nicht gerade für fortschrittliches denken zu stehen. irgendwie muss bei denen mit der DNA etwas anders sein (vorzeigebeispiele Blatter/Constantin). das theater, dass dieses kantönli und seine paar einwohner jeweils zu diversen themen veranstalten, ist doch nur noch lächerlich. als sozioökonomisches experiment würde ich vorschlagen, dass bundesbern denen mal sämtliche subventionskanäle kappen würde. beim thema wolf scheinen aber fast alle bergler in diesem land einen unerklärbaren denkschaden zu haben….

    • Peter sagt:

      Ich verstehe eigentlich gar nichts von Wölfen. Aber um Ihre Frage zu beantworten zu versuchen: Angenommen, ich würde im Wallis in den Bergen leben etwas ausserhalb, hätte vielleicht einen Bauernbetrieb dort wo sich Wölfe aufhalten können und hätte ich eine Familie mit kleinen Kindern, dann hätte ich möglicherweise Angst um die Kinder. Aber ich bin nicht Biologe und weiss nicht, ob Wölfe Kinder angreifen würden, wenn sie beispielsweise unbeaufsichtigt im Garten spielen. Ein Wolf ist ein anderes Kaliber als ein Fuchs, ein Bär auch. Aber ich bin nicht Biologe.

  • Ulrich Heimberg sagt:

    Warum eigentlich melden sich hier die Wolfshasser nicht, wenn einmal in einem Bericht Zahlen und Fakten zu getöteten Schafen aufgezeigt werden ? Mit Polemik, Unwahrheiten und Hasstiraden kann halt hier kein Staat gemacht werden !

  • Angelina Brigante sagt:

    leider sind es die menschen,die bestien.menschen die ein tier so quälen,ohne einen grund,nenne ich eine schwache person.wir sind in der lage, mit wölfen zu leben,ja wir profitieren sogar von ihnen.ein wolf bleibt natürlich ein raubtier geht aber seinen eigenen weg.schafe und nutztiere müssen wir schützen mit herdenschutz oder stall,das ist unsere pflicht.ich wünsche den wölfen in der schweiz ein langes leben.

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