Stapo, die Söhne Tells

Mehr Übung an der Waffe für die Stapo.

Mehr Übung an der Waffe für die Stapo. Oder sonst nur Chäpsli.

Dreizehn Schüsse benötigten zwei Beamte der Stadtpolizei, um einen Angreifer mit einem Messer zu stoppen. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass die Polizisten nicht von Godzilla oder Superman angegriffen wurden – und weiss, dass der Angreifer nicht mit Kugeln gespickt ist und überlebte – könnte man daraus schliessen, dass unsere Helden in Uniform ihre Knarren nicht wirklich im Griff haben.

Selbst wenn man zwei Warnschüsse in die Luft (wo wohl die Kugeln niedergingen?) oder noch grosszügiger, zwei Warnschüsse pro Person, abzählt, bleiben da noch immer neun Kugeln, von denen vielleicht zwei trafen. Ehrlich, nur böse Sturmtruppler in Star Wars schiessen noch schlechter, bevor sie von den Rebellen mit einem in brausender Fahrt vom Rücken eines Speederbikes abgegebenen Schusses getroffen werden.

Vielleicht sind die beiden Beamten ja überzeugte Pazifisten und wollten dem Angreifer nicht weh tun. Das wäre löblich. Doch in diesem Falle wünschte ich mir in Kampfsport professionell  ausgebildete Einsatzkräfte, die einen Angreifer mit einem grossen Messer auch waffenlos oder mit dem Schlagstock ausser Gefecht setzen können.

Was ich mir sicher nicht wünsche, sind Polizisten, die einen Kugelsturm durch die Stadt regnen lassen, ohne ihr Ziel zu treffen.

Vielleicht ist es positiv zu werten, dass unsere Gesetzeshüter nicht so oft solchen Situationen ausgesetzt sind, um genügend Übung in adrenalinintensiven Situationen zu haben. Offenbar machen sie ihren Job oft so gut, dass sie nicht auf Schusswaffengebrauch angewiesen sind. Was sich dann in fehlender Praxis auswirkt.

Deshalb wünsche ich mir für 2016 für unsere Stapo-Beamten mehr Stunden auf dem Schiessstand.  Vielleicht wäre es gut, wenn sie nur dann tödliche Waffen ausgehändigt bekommen, wenn sie bewiesen haben, dass sie damit keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen.

Sagen wir, wenn von 13 abgegebenen Kugeln mindestens 9 Treffer sind. Nicht umgekehrt.

Sollte sich herausstellen, dass es wirklich 13 Kugeln brauchte, um den Angreifer zu stoppen, werde ich mich bei der Stapo entschuldigen. Auch, wenn sich herausstellt, dass es doch Godzilla war, der sie angriff.