«Oversexed and underfucked»

Porny Days: Kunst will mit Pornografie ins Bett - aber Pornogrfie hat grad Migraine. (Bild: Porny Days)

Porny Days: Kunst will mit Pornografie ins Bett – aber Pornografie hat grad Migräne. (Bild: Porny Days)

Wahrscheinlich ist der Anlass gar nicht so schlecht: einige Tage zum Thema Erotik und Sexualität in Kunst und Film. Aber der erste Gedanke, der mir beim Anblick der Medienmittleilung der «Porny Days» in meinem Mailfach durch den Kopf ging, war «Oversexed and underfucked».

Nein, keine Angst, es handelte sich nicht um Pornspam, sondern um eine «kulturell wertvolle» Veranstaltung, die nichts, aber auch gar nichts mit «Porn» zu tun hat. Ein paar Künstler und Schöngeister zeigen anhand von Kunst und Film ihre Sicht auf Erotik (ist super), Prostitution (ist wäkwäk) und reiben sich dabei etwas am schäbigen Image der Pornografie. Und das, nachdem sogar der Playboy sich von nackter Haut verabschiedet hat, weil das Magazin sich der Banalität von fotografierten Genitalien als Verkaufsargument bewusst wurde.

Porno scheint für ehemalige Kunstischüler im zwinglianischen Zürich noch immer eine Faszination zu haben. Also nicht der Konsum, sondern  der Gedanke an den Konsum. Nicht die funktionalen Zweckmässigkeit und Hemmungslosigkeit scheint zu erregen, sondern die Vorstellung eines Tabus, das es nicht mehr gibt. Nicht, dass sich einer oder eine der Beteiligten mal alleine in ein Pornokino getrauen würde, um dort mit den alten Männern abzuhängen, deren Libido und technischen Fähigkeiten vom Internet überfordert sind. Ich glaube auch nicht, dass die Veranstalter besonders erfreut wären, würde man bei ihren Filmen in der ersten Reihe ein Kleenex rausgrübeln und sich Erleichterung verschaffen. Es geht eben nicht um Porno, sondern um den Flirt mit dem Abgründigen.

Kurz: Pornos sind da, um zu masturbieren. Das ist ihr Zweck. Es ist kein reflektierter Umgang mit Sexualität. Kein tieferer Sinn, keine Botschaft, keine Philosophie. Die Handlung in solchen Filmen beschränkt sich im besten Falle auf eine Frau, die dem Handwerker die Tür öffnet und sich dann bückt, um irgendwas aufzuheben. Der Rest ist ein Kaleidoskop aus Grossaufnahmen von Genitalien und aufgesetztem Stöhnen. Bei wertigeren, längeren Produktionen findet man noch Dialoge, die über ein «Ah, jajaja» hinausgehen. Die werden dann im Schnellvorlauf übersprungen.

Die «Porny Days» sind wohl irgendwie die «50 Shades of Grey» für kreative Schöngeister. Man spielt mit dem Prickeln, Sexualität gemeinsam in der Öffentlichkeit anzuschauen. Man tut so, als würde man Pornos nicht «Pfui bäh» finden, vermeidet aber, wirklich welche anzuschauen oder zu zeigen.  Dabei kommt man sich dann weltoffen und aufgeschlossen vor. Das mag behütete Ex-Gymnasiasten, die der eigenen, linksbürgerlichen Langeweile entfliehen möchten, einen gewissen Thrill verschaffen.

Es funktioniert nicht für eine Generation, die Pornos im Schulklo auf den Handys schaut und so viele «Vice»-Reportagen vom Pornodreh gelesen hat, dass sie froh sind, wenn sie mal gemeinsam einen Film wie die «Minions» schauen können – mit Garantie, dass sich niemand auszieht.

Aber wenigstens finden die «Porny Days» dieses Jahr in adäquater Umgebung, im Kino Riffraff, statt. Letztes Jahr vertrieben die Veranstalter noch echte Pornokonsumenten für zwei Tage aus einem echten Pornokino. Jetzt ist man wieder unter sich mit dem Kulturzeugs.

Liebe Künstlerfreunde und zwinglianische Avantgarde,

euer Anlass ist sicher kulturell wertvoll. Macht es nicht kaputt, indem ihr euch verruchter gebt, als ihr seid. Oder legitimiert den Namen «Porny Days» mit einer veröffentlichten Liste der zehn Lieblings-Youporn-Clips der Veranstalter. Wenn sie denn welche haben.

Veranstaltung Porny Days, 27. – 29. November Riffraff

59 Kommentare zu ««Oversexed and underfucked»»

  • Jorge sagt:

    Hab ich das richtig verstanden, dass der Autor an dieser Veranstaltung gar nicht zugegen war? o_O

    • Réda El Arbi sagt:

      Nein, sie hat zu dem Zeitpunkt ja gar noch nicht stattgefunden. Was nichts am Titel ändert. Aber zu meiner ENtschuldigung: ich hab letztes Jahr mit einem der Typen gequatscht, der an diesem Wochenende nicht in sein Pornokino konnte, weil da die Kunstfuzzis sich selbst feierten.

  • Maiko Laugun ★Der mit der Missionarsstellung★ sagt:

    „Kurz: Pornos sind da, um zu masturbieren.“

    Zusätzlich auch noch als Anregung für den geistigen Ehebruch beim Vollzug des Aktes mit der Ehefrau und/oder – abhängig vom Aussehen dieser – zur Erfüllung der ehelichen Pflichten.

  • ivan casale sagt:

    Bin kein Freund irgendeiner Kunstszene, noch mag ich Filme, die die Geschlechtsumwandlung von Mami zu Papi thematisieren (aus der Sicht eines Mädchens oder ähnliches).

    Aber es ist doch toll wenn Leute irgendwas auf die Beine stellen, wo A) Leute Jobs finden (in irgendeiner Form), B) Leute Ihr Schaffen einem Publikum zeigen C) Nerds, jeglicher Färbung, sich über irgendwas austauschen können. Ist doch nur ein kleines Festival, ohne den Anspruch die Deutungshoheit über irgendetwas zu besitzen.

    Ich finde diesen Schlag aufgrund des „Porny“ doch ein bisschen gemein, irgendwie.

  • gregor sagt:

    Oversexed and underfucked…..

  • tststs sagt:

    Für das, dass es alle so überflüssig und harmlos halten, geht hier ganz schön die Kommentatoren-Post ab… 😉

    Ich möchte mich aber herzlichst für die zahlreichen Wortschöpfungen und die daraus entstandenen Lacher bedanken:
    a) porny = Diminutiv?!? Das wäre dann in Dt. immer noch porni; ich glaube eher, da wollte jemand ganz kreativ sein und – unnötigerweise – ein Adverb erfinden…
    2) Presche?!? Ist das eine pornöse Bresche?
    3) sich einen runter zu holen… Was denn? Den Orgasmus aus dem Regal?
    4) „feministisch gendergemainstreamed“?!? Als ob eine Feministin der Sorte „hardcore – alle Männer sind des Teufels“ Gender in ihrer Welt zulassen würde…

    • Marcel Zufferey sagt:

      Hm, wenn Ihnen ’sich einen runter holen‘ tatsächlich nicht geläufig ist, muss es aber schon lange her sein, seit Sie mit einem Mann im herkömmlichen Sinne das letzte Mal intim verkehrt haben, gute Frau! Das ist eine- zumindest unter uns Männern- völlig normale Formel für eine vergleichsweise profane Handlung, an deren Ende i.d.R. ein Kleenex zum Einsatz kommt.

      • tststs sagt:

        Herr Zuffrey: die profane Handlung, die Sie meinen heisst „sich einen runterholen“ (resp. sich einen runterzuholen)… aber ja, der „Witz“ ist nur was für Leute, die sich intensiver mit der deutschen Sprache auseinandersetzen 😉 (Stichwort: Zusammen-/Auseinanderschreibung, wortwörtliche/übertragene Bedeutung)

        Und nein: mein Partner muss keine mündliche Prüfung ablegen, bevor wir oral intim werden krchkrchkrch 😉

    • Maiko Laugun ★Der mit der Missionarsstellung★ sagt:

      Eine Frau ist eine lebendige Gebärmaschine. Finden Sie sich damit ab. Männlein und Weiblein erfüllen die natürliche Vorgabe der Fortpflanzung. Pornografie – selbst wenn sie zur Kunst erhoben wird – dient ebenfalls nur diesem Zwecke.

  • chris toff sagt:

    das/der oder die einzige was mir zu kunst und porno in den sinn kommt ist sasha grey; aber sogar die hat damit aufgehört! und macht jetzt einen auf schriftstellerin, DJane und schauspielerin (neeeeeeein, nicht jetzt was SIE denken!).

  • klaus sagt:

    hab dieses interview von der kuratorin valerie thurner gefunden
    „da werden frauen fotografisch massakriert“
    http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Da-werden-Frauen-fotografisch-massakriert/story/10606437
    neben der politisch korrekten langeweile werden einen da an den porno-tagen offensichtlich noch eine prise dogmatischer feminismus und kritik an der männlichen sexualität erwarten.
    was für ein bullshit, dieser event.

    • KMS a PR sagt:

      ich sags mal so. wenn man einen solchen anlass „ehrlich“ durchführen will, ist er schmutzig. das läuft jedoch den „rühr-mich-nicht-an-du-tosteron-geschwängerter-mann-oder-vielleicht-bitte-doch-ganz-sanft-hihi“-veranstaltern/innen diametral entgegen. und folglich lässt mans lieber. wobei das ganze eigentlich eine real-satire darstellt mit dem titel „feminismus – oder wie sie sich selber unglücklich macht.“

    • Marcel Zufferey sagt:

      Anne Wizorek wird auch im Riffraff erwartet, habe ich gehört. Und die hat zu diesem Thema sicher sehr viel zu sagen…

      • geezer sagt:

        ob sie vielleicht zur krönung des events noch von der schwarzen Alice begleitet wird? dann wird’s ja ein ganz lustiges teekränzchen! da muss mann sich einen besuch gleich ernsthaft überlegen. eine dicke socke in die hose und ab ins riffraff!…:-)

      • KMS a PR sagt:

        das müssen sie mir aber jetzt bitte erklären. eine hardcore-feministin an einem gestylten „äki-bäk“-anlass. also ich glaub ich muss doch noch reinschauen?

  • Albi Funk sagt:

    Hab noch selten so ein Scheiss gelesen!

    • Réda El Arbi sagt:

      Danke für die differenzierte Einschätzung und die schlagenden Argumente!

      • Albi Funk sagt:

        Lieber Réda El Arbi, dieses Thema braucht keine differenzierte Einschätzung und keine schlagenden Argumente, es ist
        selbsterklärend.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ja, öhm, welches Thema? Pornografie? Kunst? Kunst und Pornografie? Meine Einschätzung? Der Anlass?

          Naja, die Welt scheint komplexer zu sein, als du denkst, Albi.

  • Mike sagt:

    Du sprichst mir mal wieder aus der Seele, aber eins muss ich zur Verteidigung der Zürcher „Kunstszene“ doch noch loswerden – diese entsetzliche Pseudointellektualisierung der Wichsvorlage ist momentan eher ein ziemlich globaler Trend. Der hat irgendwann mal damit angefangen, dass Sasha Grey plötzlich ernst genommen werden wollte und das alle furchtbar spannend fanden, und irgendwie ist er immer noch nicht vorbei. Aber in die Zürcher Arthouse-Kinos gehen solche Trends meistens, um endlich zu sterben, also lass uns mal die Hoffnung wahren.

  • klaus sagt:

    „die der eigenen, linksbürgerlichen Langeweile entfliehen möchten“
    bei den linksgrünbürgerlichen gilt halt porno als sexistisch, machig und frauenfeindlich.
    feministisch gendergemainstreamed erzogen reden die lieber bei einem guten glas wein über gott und die welt und erforschen ihre unterdrückten bedürfnisse krankenkassenbezahlt bei den wöchentlichen coaching (vormals: psychiater) sitzungen.

  • haha guter witz sagt:

    naja die domäne der kunst scheint ja, das sagen die ästhetischen intellektuellen, das „als-ob“. heute leben wir in der als-ob-gesellschaft. mir tun die angestrengten künstler/innen, kulturmenschen et al. irgendwie leid, sie sind marktgetriebene saturierte fleissige neo-protestanten und ein weiteres mal „nützliche idioten“, abhängig von der droge sichtbarkeit. ich denke, foucault, derrida, bourdieu et al. und der ganz grosse blick auf die zukunft darf da nicht fehlen. man würde besser demonstrieren gehen und klartext sprechen, das würde allerdings die sichtbarkeit gefährden. „hey, das ist so bitchy!“, sagte mal ein hipster.

  • Irene feldmann sagt:

    Hhhhhhhhhhhhhhh, echt Mann der Witz des Tages……..Porno…..##.wäre vielleicht doch eine gute Idee nach einem langen Tag des terrors von messerstecherei, Erschießungen und ungezähmter Gewalt……

  • Karl Eigenmann sagt:

    Ich versuche mir gerade das Gegenteil vorzustellen: „undersexed and overfucked“ – wäre es so, würden wohl alle an diese porny-Veranstaltung rennen, würden sich „anständig aufgeilen“ und es käme dann zu einer seines Gleichen suchenden Überrudelbumserei. Nur logisch würde man noch Jahrzehnte davon sprechen und alle die nicht dabei waren, würden sich bis an ihr Lebensende darüber ärgern… Zurück in der Realität ist es dann aber so, dass kein Hahn nach so einer Veranstaltung schreit – da ziehe ich mir lieber irgendwelche lustigen Katzenvideos auf YouTube rein, weil eben „oversexed“ ein Ventil braucht und nicht noch mehr Futter… Wie man auf die Idee kommen kann, „porny“ sei provokativ, kann ich mir lediglich so vorstellen, dass die Veranstalter meinen, Zürich sei ein Kloster, seine Einwohner hätten ein Keuschheitsgelübde abgelegt und müssten etwas „borderlinern“, um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Kurz: in porny ist porn enthalten, da hilft keine Ausrede mehr, anstatt Grüsel ist es ein Grüseli – heiliges Madagaskar!

  • Marcel Zufferey sagt:

    Pornos sind primär dazu da, sich einen runter zu holen- das hätte ich jetzt wirklich fast vergessen: Gut, dass einem das wieder einmal in Erinnerung gerufen wird! Und das meine ich jetzt ohne jede Ironie! Deshalb halte ich generell auch nichts von der Intellektualisierung von Porno- ob die nun porny daher kommt oder nicht.

    • geezer sagt:

      beim weintrinken erfreut man sich schlussendlich auch an der wirkung desselben und nicht an dem geschwätz von ’schweröl- und katzenpissearomen‘. insofern können sich die möchtegern-schmudelintellektuellen mit den vielen, vielen millionen möchtegern-weinkennern dieser stadt gerne zusammen in einem raum einschliessen und sich auf ‚geistiger ebene‘ einen runterholen. aber verschont uns normalos mit eurem schrott!

      • Marcel Zufferey sagt:

        Also da gab es kürzlich dieses Interview in der politisch dauer korrekten ZEIT über Sexspielzeugs in Paarhaushalten, dass wohl genau von dem Typus Mensch geführt worden ist, der an die besagten horny, porny days im Riffraff geht: Urban, akademisch, uffjeschlossen, stilbewusst und- natürlich gaaanz wichtig: sexpositiv ist, obwohl man eigentlich total emanzipatorisch (vulgo feministisch) eingestellt ist, kurz: Eine Regula Stämpfli im ersten oder zweiten Semester ihres Politologiestudiums:

        http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2015-08/sextoys-spielzeug-sexualitaet

        Befragt wurde natürlich ein Professor, was denn sonst? Auf schlüpfriges Gelände wagt man sich schliesslich nur mit fachkundiger Begleitung…

  • Valerie Thurner sagt:

    Lieber Reda el Arbi, als Programmatorin und Mediensprecherin möchte ich kurz Stellung beziehen: Du hast etwas falsch verstanden. Die Pornydays sind keine Veranstaltung, die Pornografie zelebriert, um „gemeinsam den erotischen Kick zu suchen“ und wir geben uns auch nicht „verruchter als wir sind“ und Abgründe, glaub mir, davon habe ich genug, da brauche ich kein Filmfestival auf die Beine zu stellen. Ich werde jetzt hier nicht in die Presche der Legitimation springen, soviel sei aber gesagt: Würdest du einmal unser Festival persönlich besuchen, könntest Du Dir selbst ein Bild davon machen, statt im Vorfeld über ein einen Anlass zu urteilen, dessen Programm noch nicht mal publik ist. Wir benutzen nicht „Porno“ als Aufmacher, sondern „porny“, als bewusst provokative Anspielung – wie du in deiner Überschrift ja selbst konstatierst – auf das Symptom „oversexed & underfucked“, woran unsere Welt leidet. Die Pornydays reibt sich an Paradigmen unserer Gesellschaft, nicht an der Pornografie, die ja lediglich ein Produkt dieser ist. Ein sehr grosser Unterschied, und ich hoffe sehr, dass sich das Publikum nicht von diesem Stadtblog die Neugier und Freude an unserem Festival verderben lässt. Beste Grüsse Valerie Thurner

    • Réda El Arbi sagt:

      Sorry, „Porny“ ist in etwa so provokativ wie Katzenfutter und ihr benutzt ganz klar „porn“ als Aufhänger. Wär dem nicht so, wär das Wort nicht im Titel der Veranstaltung.

      Um tiefschürfende Gedanken zu Sexualität und Gesellschaft auszudrücken, braucht ihr kein „Porn“ im Titel.

      • KMS a PR sagt:

        oder dann gleich „porn“. die verniedlichung ist bloss dazu da, um das „uiuiui“-volk anzulocken. nicht ehrlich, dafür 100% zeitgeistkonformes marketing.

      • Tom Braun sagt:

        Die Porny-Days-Pressemitteilung habe ich nicht gelesen. Aber nur anhand einer Medienmitteilung eine derartige Dekonstruktion eines Events zu veranstalten dünkt mich schon etwas gewagt – auch für Stadtblog-Verhältnisse. Ich selbst war da letztes Jahr und finde, das Festival hat sehr wohl mit Porno, mit Kunst und mit Provokation zu tun.

        Darf ich fragen, lieber Reda, warst du denn selbst schon an einem Porny-Day?

        • Réda El Arbi sagt:

          Ich find den Anlass nicht schlecht. Ich finds nur erbärmlich, dass der Anlass sich so verrucht geben will und mit “Porny” versucht zu provozieren. Wer Porno für provokant hält, ist in meinen Augen wirklich verklemmt.

          Was meine Qualifikation angeht: Ich ich hab zum Beispiel eine Top-Ten bei Yourporn, kenne Prostîtuierte, ohne sie zu bemitleiden oder abzuwerten und bin seit Jahren Fan von Silvia Saint. Ehrlich gesagt reicht mir das Programm der letzten Jahre und dass dem Anlass jeder Bezug zur aktuellen Pornografie fehlt, um zu „urteilen“.

          • Réda El Arbi sagt:

            @Tom Braun: Ich hab deine detaillierten und ausführlichen Beschreibungen von Pornoszenen aus dem aktuellen Angebot hier gesperrt. Nicht, weil wir zu prüde wären, sondern weil sie nichts zum Inhalt beitragen und wir ein jugendfreies Portal sind.

            Natürlich könnte ich daraus schliessen, dass sich nicht nur Kunst an Pornografie reibt, sondern dass es auch Pornokonsumenten gibt, die sich ihren Konsum mit schöngeistigen Argumenten als kulturell wertvoll schönreden. Das wäre dann aber eher im Bereich Psychologie bzw. Sozialogie als im Bereich Kunst anzusiedeln.

          • tststs sagt:

            „Wer Porno für provokant hält“…“und wir ein jugendfreies Portal sind“…
            Gelle, so unprovokativ ist Porno dann schon wieder nicht.

            Und ich muss jetzt mal ganz fies sein: Das ganze Drüberlustigmachen hier ist IMHO eben gerade ein Anzeichen von Prüderie – oder von mir aus: Unverständis.
            Hüben wie drüben meint man, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und die andere Seite belehren zu müssen…die einen einfach mit deutlicher Beule in der Hose, die anderen mit heimlichem Ständer 😉

            • Réda El Arbi sagt:

              Naja, ich weiss nicht, was 500 Zeichen zum Analwashing mit nachträglichem Trinken des Ergusses dieser Diskussion bringen sollten, ausser den Beweis, dass der Kommentator ganz krasse Fetischfilme kennt. Ich finds auch nicht besonders erregend.

              Aber im Gegensatz zu Kriegsbildern und Livefilmen von Attentaten find ichs eher harmlos.

          • tststs sagt:

            Herr El Arbi, natürlich verstehe ich Ihre Erklärung und würde es nicht anders machen. Aber die Erklärung „unnötig/nicht konstruktiv“ ist eine andere als „Jugendschutz“.
            Und ich wollte eben darauf hinweisen: Wir tun so, als wäre Porno voll Alltag, schockt nicht mehr, Prüderie überwunden, nicht mehr verrucht. Aber andererseits finden wir, es hat in den Händen/Augen von Jugendlichen nichts zu suchen, sind schockiert, wenn sich Heranwachsende einschlägige Videos hin-und herschicken etc.

            • Réda El Arbi sagt:

              Nein, ich denke, dass Pronografie, wie Alkohol und Drogen, in die Hände von Menschen gehört, deren Persönlichkeit, in diesem Falle deren Sexualität, bereits gefestigt ist. Andernfalls kann es wirklich schädlich sein. Das hat nichts mit Moral zu tun, sondern mit der Entwicklung der eigenen Sexualität, die Schaden nehmen kann und dadurch die Freude am Sex nachhaltig stören kann.

    • KMS a PR sagt:

      …das ist nicht „provokativ“ sondern zeitgeistig-schöngefärbt-langweilig. „uiuiui..“-für die kommerzialisierte masse eben. und. frau thurner. sind wir doch ehrlich. es geht rein ums geschäft mit den äh-„neugierigen“. sex sells, auch schlechter….aber zumindest liegen sie im zeitgeist. die sexualität als solche ist in der heutigen zeit re-stigmatisiert, sozusagen. der allgegenwärtige vorwurf des „sexismus“ schafft ein merkwürdiges paradigma.

    • klaus sagt:

      haha, dieser schönredungsversuch von valerie thurner bestätigt doch genau das, was réda darüber geschrieben hat.
      porny oder porno. wtf.
      mein lieblingssatz aus diesem feministischen kuratorinnengeschwurbel: „Die Pornydays reibt sich an Paradigmen unserer Gesellschaft, nicht an der Pornografie, die ja lediglich ein Produkt dieser ist.“

  • KMS a PR sagt:

    ich sags noch plakativer. das resultat kommerzialisierten und/oder „vergeistigten“ umgangs mit diesem thema, ist u.v.a. eine müde, lustlose, nichtssagende und für die allgemeinheit schöngebügelte unterwürfigkeits-komödie a la „fifty shades of grey“. wahrscheinlich wird das bei den „porny days“ nicht anders sein. hochstilisierte sexualität für verklemmte-; passend zur zunehmenden feminisierung der gesellschaft. „man möchte schon, darf aber nicht“. i tell you the truth ->je schmutziger und ungehemmter der sex, desto besser und befriedigender. für alle. das gilt im übrigen auch für pornos. ich halte es hier mit david coverdale ->
    „All of you woman better
    Lift up your skirts an‘ run,
    ‚Cos I aim to shoot my pistol
    An‘ fire like a Gatlin gun

    ‚Cos I’m looking for love,
    Believe me when I say
    I’m looking for love,
    In the worst kind of way
    I’m looking for love right now
    An‘ I’m rough an‘ ready“.

    • Tom Braun sagt:

      „wahrscheinlich wird das bei den “porny days” nicht anders sein“. Auch hier augenscheinlich einer, der urteilt, ohne jemals da gewesen zu sein. Das Festival scheint sich gut als Dampfablasser zu eignen… Oder ist es am Schluss doch nur das Thema, das diesen Prüderie-Reflex auslöst?

      • KMS a PR sagt:

        grundsätzlich haben sie recht. ich aber auch. 80% meiner vorurteile bestätigen sich jeweils. 😉 und diese hier, will ich gar nicht revidieren.

    • An i-mal sagt:

      Dass der Sex desto besser sein soll je schmutziger und ungehemmter er ist, riecht doch etwas streng nach dem Kick der aus dem Ausbruch aus der Verklemmtheit erwächst. Nichts gegen eine gut gepflegte Animalität und das Schiessenlassen der Zügel, aber mir scheint, dass guter Sex vor allem durch die Verschmelzung zweier oder von mir aus auch mehrerer Menschen auf verschiedenen Ebenen entsteht, aber das sieht von aussen vermutlich nicht so spektakulär aus, wie das in Filmen dargestellt wird. Deren Konsum mag die Fantasie anregen, ich glaube aber nicht, dass eine umfassende Befriedigung möglich ist durch das Nachspielen des Gesehenen. Insofern mögen Porny Days eine gute Gelegenheit sein Gleichgesinnte zu treffen und sich Lust auf Härteres zu machen. Kritische Fragen sind berechtigt, aber man sollte das Ganze nicht so ernst nehmen.

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