Kein Bock auf Hochprozentiges

Teuer und weniger Absatz: Drinks im Ausgang.

Teuer und weniger Absatz: Drinks im Ausgang.

In der Spirituosenindustrie macht sich wegen der rapide sinkenden Absatzzahlen im Nachtleben panische Kopflosigkeit breit. Stellen werden gestrichen und im Akkord strategische Neuausrichtungen umgesetzt, nur um diese ein paar Monate später wieder über den Haufen zu werfen. Auch in einigen Clubbing-Segmenten herrscht Ratlosigkeit wegen zurückgehender Barumsätze, Clubs die in den Jahren zuvor auf stetig wachsende Einnahmen bauen konnten, sehen sich 2015 mit Umsatzrückgängen von bis zu 10% konfrontiert. Welches sind die Gründe für diese Entwicklung, warum werden immer weniger Longdrinks und Cocktails über die Tresen gereicht?

Fragt man bei den Betreffenden und Betroffenen nach, ist für viele erst einmal das Internet schuld. Wegen der sozialen Medien wie Facebook und Dating-Plattformen wie Tinder müssten junge Leute heute weder eine Bar noch einen Club aufsuchen um ihr Sozialleben zu pflegen: Das nächste Abenteuer ist nur ein Mausklick entfernt. Andere wiederum machen als Ursache ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein bei Jugendlichen aus. Man müsse doch nur einmal am Freitagabend in ein Fitnessstudio: Die seien voll von Zwanzigjährigen, die nach dem Training noch einen Vitaminsaft runterspülen und dann ins Bett gehen, um am Samstag wieder zeitig auf dem Laufband stehen zu können.

Wiederum Andere sind der Meinung, das Problem sei hausgemacht. Zum einen seien die Preise in den Clubs und Bars schlicht zu hoch, sodass sich ein Zwanzigjähriger diese gar nicht mehr leisten könne. Andererseits seien Menschen unter 21 Jahren vom Nachtleben ausgeschlossen, würden nicht in die Clubs gelassen und damit auch nicht früh genug ins Nachtleben eingeführt. Wenn sie dann endlich alt genug seien um Clubs zu besuchen, hätten sie ihre Prioritäten längst anderweitig gesetzt. Diesen Funktionalitäten stehen Clubbetreiber und Veranstalter etwas hilflos gegenüber, da die Clubber nach immer noch teureren DJs verlangen (die ja irgendwie bezahlt werden müssen). Und weil sich erwachsene Gäste die Tanzfläche nicht mit Teenagern teilen mögen, sind die Clubs genötigt ein hohes Mindestalter zu führen.

Dies sind nur ein paar der angeführten Gründe für die sinkenden Absatzzahlen bei den Spirituosen in Bars und Clubs, die generelle Veränderung beim Ausgehverhalten  – zuhause «vorglühen» und erst auf zwei Uhr nachts tanzen gehen – ist ein weiterer.

Trotzdem ist Panik unangebracht. Nicht erst seit gestern, sondern seit Jahrhunderten frönt die Jugend dem geselligen Feiern und kein Chatroom dieser Welt kann auf Dauer die nette Runde mit Freunden ersetzen. Und vielleicht hat diese Entwicklung gar etwas Gutes: Reine Tränken mit 08/15-Beschallung haben ausgedient. Clubs und Bars sind gezwungen die Gastfreundschaft zu kultivieren und ihren Gästen das Besondere zu bieten, seien dies nun gute Konzerte, exklusive DJ-Sets oder andere Anreize mit denen man sich einen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern verschafft.

Aus der Goldgrube Nachtleben ist endgültig ein «survival of the creative» geworden. Und daran ist eigentlich nichts auszusetzen.

Alex-Flach2Alex Flach ist Kolumnist beim Tages Anzeiger und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Hinterhof, Nordstern Basel, Rondel Bern, Hiltl Club und Zukunft.

53 Kommentare zu «Kein Bock auf Hochprozentiges»

  • Tom Traum sagt:

    Ich glaube die Gründe wurden hier alle schon mehrmals genannt. Zum Punkt „gestiegenes Gesundheitsbewusstsein“. Ich finde es eigentlich keine schlechte Entwicklung wenn auch die Jungen schon etwas mehr darauf achten, was sie zu sich nehmen und lieber Sport machen als sinnlos zu saufen. Seien wir mal ehrlich, Alkohol trinken macht eigentlich nicht viel Sinn. Es ist Gift für unseren Körper und man wirft das Geld zum Fenster hinaus. Ich selber gönne mir zwar auch gerne mal einen Drink aber eigentlich, wenn man es sich abstrakt vor Augen hält, ist es (genau wie Rauchen) eine total dämlicher Brauch, den wir Menschen uns da angeeignet haben. Und ich finde es manchmal etwas bedenklich, wenn ich sehe, dass Menschen nicht mehr irgendwo in einer Gruppe zusammen sein können ohne dabei Alkohol zu trinken. Das gilt nicht nur für Bars und Clubs sondern ist auch tagsüber z.B am See so.

  • martin sagt:

    Ich glaube das liegt unter anderem daran, dass das niveau von den drinks in vielen bars und allgemein der bars selbst enorm gestiegen ist. Früher war man wohl eher noch zufrieden mit einem gordons/schwepps gin & tonic mit zwei eiswürfel und ohne zitronenschnitz für 18.-
    Aber inzwischen sind sich die leute besseres gewohnt. Ich finde vor allem die clubs müssen sich da ein bisschen an der nase nehmen und im rahmen ihrer möglichkeiten, die qualität zumindest ein bisschen verbessern. Weil wenn die drinks zum speien sind, ist klar dass die leute bier trinken.

  • Sarah sagt:

    Die Leute sollen nicht immer so geizig sein, man verdient ja auch mehr als in Sibirien, wo das Eis für den Cocktail gratis wäre. Schweiz ist nun mal teuer, sonst könnten die Menschen auch nicht teuer bezahlt werden. Wer zu geizig ist, muss zu Hause bleiben und seine eigene Kellerparty mit Hund und Katze feiern.

    • KMS a PR sagt:

      …haben sie eine ahnung….meine „kellerparties….“ sind äh-le-gen-där. gerade hatte ich eine mit dem motto „hunde wollt ihr ewig leben.“ katzen kamen en masse. und billig ist das auch nicht. die gebäudereinigung danach kostet ein schwei-ne-geld.

    • Zeller Peter sagt:

      Naja, 21.- für einen Jacky Cola, der dann noch auf genau 4cl abgemessen wird, hat nichts mehr mit Geiz oder kein Geiz zu tun, das ist reine Abzocke. Nettowert des Getränks liegt bei knapp 1.50. Da geht es mir dann echt ums Prinzip, nicht dass ich es mir nicht leisten könnte.

      • tststs sagt:

        Aber auch hier, noch einmal: Wer ingottesnamen bezahlt denn 21 Stutz?!? Bitte nicht falsch verstehen, ich bin gerne bereit für die qualitativ hochstehende Spirituose meiner Wahl tiiiiief in die Tasche zu greifen… aber sicher nicht für Jacky, Bacardi und Sierra Tequilla…
        Aber wer für Plörre 21 Stei bezahlt, hat es nicht anders verdient… 😉

      • Sarah sagt:

        Man geht ja auch nicht nur zum billigen Saufen in diese Läden, sondern weil man eine Illusion der Nacht sucht, die der Club einem bietet. Diese zu finanzieren ist aber nicht billig, nicht zuletzt zählt auch ein Image dazu. Wer will schon mit knauserigen Räpplifuchsern zusammen feiern? In dem Zusammenhang wirkt etwa der Getränkepreis auch als Klientelfilter, was ich aber nicht bedingungslos begrüße. Gerade die günstigen, kleinen und noch nicht etablierten Clubs und Bars mit spannendem frischem Konzept finde ich interessant, aber das ist ja hier nicht Thema. Die großen Inclubs und -bars kosten nun mal.

    • adam gretener sagt:

      KMS spätestens um 21:30 auf dem Sofa eingeschlafen, Schnurrbart aufgemalt, Partyhut schräg auf und der Meute schnarchend seine Stockzähne zeigen, Kopf gepflegt im Nacken 🙂

    • Ayosha sagt:

      Treffend und wahr, jedoch denke ich das „survival of the creative“ ist nunmal damit verbunden den leuten für die preise auch etwas zu bieten, etwas „spezielles“ (weitläufiger begriff aber ja). Und diese „spezielle“ seien wir mal gaaanz ehrlich, findet in sehr wenigen bis gar keinen orten mehr seine bedeutung. bin mal gespannt was die clubs sich so alles für den winter einfallen lassen bis auf klingende partynamen und maues partyfeeling.

  • Michael sagt:

    Ab Ü30 (also die, die das Geld haben) ist es doch nicht mehr relevant, ob jetzt der DJ X auflegt, der im DC10 war oder was auch immer. Und: Soll mich niemand sagen, dass ich ab 0200 noch einen Unterschied zwischen einem Star mit 5stelligem Honorar oder einem engagierten Newcomer höre. Es sei den, ich trinke alleine in der Ecke ein Sirup. Das alles sind nette aber nicht wertschöpfende Verkaufsargumente, der Kernnutzen eines Ausgangs bleibt derselbe: Ich möchte mich an einem schönen Ort wohlfühlen. Alles andere ist nett aber nicht wirklich wichtig. Und sonst mal das Konzept Hiltl anschauen: vernünftige Preise, nett eingerichtet, professionelles, gut bezahltes (!!) Personal: Bingo: Laden läuft wie geschmiert.

    • Alex Flach sagt:

      Da muss ich widersprechen: Die elektronische Musik ist mittlerweile allgegenwärtig und es haben sich unzählige Subgenres herausgebildet. Und da es auch Menschen über 30 gibt die sich für Musik interessieren, gibt es auch da noch sehr viele die wegen eines bestimmten Acts irgendwo hingehen. Ich habe einige Freunde die extra wegen Fritz Kalkbrenner nach Basel fahren. Die Ursuppe der elektronischen Innovationskraft sind nun mal die Clubs (nebst den Produktionen selbst natürlich); will man da up to date bleiben, muss man sich informieren und sich die Acts auch anhören gehen. Klar… für Menschen die sich nicht so sehr für den Sound interessieren sind die anderen Clubbing-Anreize wichtiger. Aber da sollte man nicht alle in einen Topf werfen.

  • Jodok sagt:

    ENTLICH! Wird dies zumm Thema.
    Wenn ein Club 17.– bis 20.– / Trink einkassiert diese aber nur 2 cl Alk reinschütten und der Rest aus Eis und Cola besteht, so liegt es auf der Hand, dass man zuerst mal 3 – 4 Trink zu sich nehmen muss bis man überhaupt ein „Flash“ hat.
    Somit machen sich die Jungen mehr Gedanken über die Wirtschaft im nächtlichen Leben.
    Somit entsteht der Hype, dass man vor dem Ausgang eher in den 4. Akt geht wo man für 20.– auch was dafür kriegt.
    Die Clubs schauen ja immer, dass sie mind. den Faktor 3 auf Getränke Kassieren wie sie selber bezahlen müssen.
    Es ist an der Zeit, dass man in den Clubs über die Bücher geht was die Preise an der Bar angeht und den Eintritt.

    Rechnung:
    1 Liter Vodka im Einkauf = ca. 25.–
    1 Liter = 50 Trinks a 2 cl = 850 .– / Flasche Vodka was im Einkauf ca. 25.– entspriche.
    OK, das Cola oder Redbull kommt noch dazu, dann sind wir ca. bei 800.– was einen Reingewinn von ca. 750.– ist.
    Dies ist wenn ich korrekt Rechne über 3000 % Gewinn.
    Wenn das nicht abzocke ist… deshalb nochmals: Es wird höchste Zeit, dass man hier die Preise senkt.

    • tststs sagt:

      Also wer 17.- für ein 2cl Drink bezahlt, ist selber schuld, wenn er über den Tisch gezogen wird.
      Aber item, egal welche Einkaufs- und Verkaufspreise man nimmt, von „Reingewinn“ kann da noch keine Rede sein. Da muss noch einiges abgezogen werden. Und Sie vergessen, dass für eine Bar dies die einzige Einnahmequelle ist!

    • adam gretener sagt:

      Minus Miete, Versicherungen, Personal, DJ, Lichtanlage, Reinigung, Sicherheit und und und.

      • KMS a PR sagt:

        …wo er recht hat, hat er recht. gerade die mieten sind, an den bevorzugten plätzen der nobelclubs, horrend.
        hier mein tipp für die jungen. -> einen nett gefüllten flachmann bringt man problemlos in jeden club….

        • Alex Flach sagt:

          Na, na… KMS…. das ist jetzt etwas unwürdig. Du bringst ins Restaurant ja auch nicht einen bereits gefüllten Doggybag mit. Zudem finanzierst Du mit dem Kauf eines Getränks ja nicht nur das Getränk, sondern auch das Line Up und die Anlage.

          • KMS a PR sagt:

            ich weiss. ich bin ja auch quasi die inkarnation der unwürdigkeit. aber he – nicht alle jungen haben das nötige kleingeld und – so finde ich – doch auch einen anspruch die clubs zu besuchen. das muss man halt ein wenig findig sein, finde ich. ich findiger, ich. und. den kleinen verlust kompensiert die abendliche vip-ecke der sport-promimenz und der banquiers-söhnlein und töchterlein locker. also – underdogs – die chf 35 für den flachmann sind schon nach dem ersten club-besuch amortisiert. prost. 🙂 ps – alessio: bei uns in der besenbeiz lass ich den flachi natürlich zuhause.

          • adam gretener sagt:

            Es gibt doch diese Rucksäcke für die Flüssigkeitsversorgung von Velofahrern. Ein Baseball-Cap mit zwei Büchsen Bier oben drauf und Schlauchverlegung ist dann doch etwas auffällig

          • Alex Flach sagt:

            Mir geht diese Gratisgesellschaft etwas auf den Zeiger…. Alles muss mittlerweile gratis sein, allem voran Musik. Und dann jammern alle, wenn die Qualität nachlässt. 🙂 Kollektive Schizophrenie.

          • tststs sagt:

            Hmmmm, interessant, interessant… Natürlich bringe ich in eine Bar keinen Flachmann mit, aber in einen Club?! Für DJ und Infrastruktur bezahle ich ja quasi Eintritt… 😉

          • Alex Flach sagt:

            Ich will’s jetzt mal so sagen: Der einzige Flachmann der in einem Club was zu suchen hat… bin ich. 🙂

          • KMS a PR sagt:

            herr gretener. ja, aber damit kommt man ganz-ganz-ganz selten am türsteher vorbei. (ausser sie haben ihm vielleicht vorgängig ein solches teil geschenkt).
            herr flach. wir müssen schon aufpassen. die jugend hat sich den modernen…zeiten angepasst. das qualitäts-denken steht schon lange nicht mehr im mittelpunkt. man sieht das auch an den ganzen streaming-anbietern. ich denke, die clubszene muss sich klarer positionieren. geld verlangen kann man heute nur noch, wenn man immer wieder die den neuesten trends huldigt und innovationen bringt. der rest muss sich mit einbussen vertraut machen. ich sage aber nicht, dass ich diese entwicklung so toll finde.

          • tststs sagt:

            Aber ja, ich gehe mit Ihnen einig, Hr. Flach: Wer Qualität will, muss dafür einen entsprechenden Gegenwert aufbringen…alles andere ist wirklich schizo.
            Und könnte hier vllt auch ein Grund für die Rückläufigkeit liegen: Wenn ich schon Geld in die Hand nehme, dann will ich auch einen entsprechenden Drink (oder was auch immer); und was da z.T. ausgeschenkt wird, geht wirklich eher unter die Kategorie Plörre… da geh ich dann nicht auch noch einmal hin…

          • KMS a PR sagt:

            mann ist der flach-mann, der alex. 🙂

          • tststs sagt:

            Flaaaaaaaaachmaaaaann 😉
            Gerne bringe ich auch wieder einmal das Stichwort Wirtepatent und patente Mitarbeitende: Wenn natürlich Angstellte XY einen anderen Preis verlangt, als Angestellte ZZ verlangt, kann es mit der Seriosität nicht weit her sein…ehrlich, die Preise in gewissen Bars sind sehr…ähm…volatil… Und ich mein jetzt nicht Happyhours etc., die Aushilfen kennen schlicht die Preise nicht…

    • Terry Loosli sagt:

      Als ehemaliger Gastronom in der Partyszene, Bern nicht Zürich, präsentiere ich Dir meine Rechnung, inkl. etwas Warenkunde 😉

      Gute Wodkaqualität gibt es meist nur in 7dl Flaschen (ab mind. 25.-/Flasche). Für einen Longdrink, im Fachjargon heisst das Highball, nimmt man für gewöhnlich 4cl der Spirituose. Da man in einem stilvollen Club nett ist, schenkt man meist etwas über die heilige Markierung im Glas ein = 5cl der Spirituose. Ergibt pro Flasche dann ca. 14 Portionen.

      Rechnung:
      25.- CHF Fl. Spirituose = ca. 1.80 CHF pro Drink + Filler (Limo, etc. keine Billigprodukte! Kosten bis zu 4.-/L) 1.5-2dl / pro Getränk = ca. -.80 CHF. Mit Eis, Deko, Glas (Becher sind stillos, kosten aber auch!) sind wir dann zwischen 3.- bis 3.50 CHF. Mehrwertsteuer von 8% und Service noch nicht enthalten.

      Gemäss meiner Rechnung bei einem Preis von 12.- CHF pro Drink (gibts in Bern noch) hab ich dann einen Gewinn von rund 300%. Davon werden Löhne bezahlt (im Club noch mit Nachtzuschlag), der ganze Maschinenpark hinter der Bar, inkl. Wartung und Unterhalt, Miete, etc.

      Ich will damit nun nicht sagen, die Drinks wären billig. Ich wollte einfach hier eine etwas realistischere Rechnung präsentieren.Übrigens: Das farbige Wodkabilligzeug mag ich hier gar nicht erst vorrechnen und kalkulieren. Finde ich persönlich einfach gräulich und stillos.

      • KMS a PR sagt:

        ah. da kommt jemand mit einer rechnung mit hand und fuss. bravo. aber es ist schon so. mit dem realistischen bruttogewinn von rund 300%, sind die drinks in züri halt einfach teurer. und sonst…..äh…der flachmann, zuhause nett gefüllt………

      • adam gretener sagt:

        Lieber Terry, vielen Dank für die Rechnung. Solche Leute wissen auch nicht, dass die Eismaschine regelmässig gereinigt und gewartet werden muss. Zusätzlich zum Barpersonal muss meist noch ein Springer her, der den Leuten hinterher räumt, weil spätestens ab 2 Uhr alles mit Leergut vollgestellt ist, wenn es nicht schon zersplittert am Boden liegt und vom Getränkelieferanten somit verrechnet. Dann eine Stunde vorher mise-en-place und Kontrolle der Kühlschränke. Ach ja, da geht öfters einmal einer kaputt und muss ersetzt werden. Nach der Sause geht es ans Putzen, Auffüllen, Bestellungen machen, Abrechnung erstellen usw.

  • Molly sagt:

    hat meiner meinung nach auch mit dem steigenden (und bewussteren!) drogenkonsum in clubs zu tun. wer sich eine pille spickt und sich auch nur ansatzweise mit deren wirkung auskennt, weiss, dass er den alkoholkonsum dann besser sein lässt und trinkt den rest der nacht nur noch hahnenwasser oder vielleicht mal eine cola…

  • Christina sagt:

    Mir sind schlichtweg 30 Stutz zu teuer für einen Eintritt in einen Schickimicki Club mit Einheitsbrei Musik. Deshalb meide ich solche Klubs. Zudem können und wollen sich Junge Leute dies nicht leisten. Die Kubbetreiber müssten mal eine Marktforschung machen, was denn die jungen Leute heutzutage wollen und wieviel sie dafür ausgeben würden. Denn genau diese Leute sind doch das Zielpublikum. Was Zürich fehlt sind viel mehr Clubs mit einem individuellen Programm, mit verschiedenen Musikstilen. Es wird ja überall das gleich angeboten, kein Wunder läuft das Geschäft schlecht. Deshalb werdet mal ein bisschen kreativ!!!

  • Dave 5ey sagt:

    Dazu kommen noch andere Probleme, nicht jeder wohnt mehr in der Stadt sondern kommt von Ausserhalb. Da aber am Morgenfrüh nur 3 Optionen gibt (Nachtbus, Taxi oder Zug) ist die überlegung einfach. Besser nichts saufen und mit dem Auto gehn dafür viel weniger ärger und ausgaben. Vor 2-3 Jahren gab es meist 1-2mal im Monat der was besonders war. Heut ists so das Gewisse Clubs immer das gleiche Program spielen. In gewissen Städten sogar dem Konsumenten erklären wollen was IN ist in sachen Musik. Auf langer sicht rächt sich das halt….

    • Alex Flach sagt:

      Das mit „von ausserhalb“ sticht in diesem Fall aber nicht, finde ich: Das war schon immer so und früher war die Anbindung mit den ÖVs viel schlechter als heute. Das (zweite) ist so; in den 90ern kam 1x jährlich Morillo oder Morales und das war’s. Heute hast du wöchentlich zig DJs mit internationalem Ruf in vielen unterschiedlichen Clubs. Das Problem ist jedoch; wenn du im Bereich der Clubmusik davon absiehst, läufst du Gefahr, dass deine Gäste einfach zur Konkurrenz abwandern, weil die die besseren Line Ups haben.

      • Dave 5ey sagt:

        In Gewissen Städten läuft nurnoch der Einheitsbrei mit den immer gleichen Djs. (Nicht Zürich gemeint) Stimmt früher wahr die ÖV Besch… Aber irgenndwie wahr die Gefahr auch kleiner, wenn mann besoffen am Bahnhof warten musste, überfallen oder verprügelt zu werden (Selbst schon 2-3 solche Situationen erlebt). Mittlerweile hab ich die 20 lentze auch schon lang überschritten und der Kater danach dauert viel länger. In unserem Freundeskreis ist es auch mittlerweile so das die Frauen nichtmehr zu Fuss nach Hause gehn alleine, sondern entweder sie jemand fährt oder sie Begleitet. Nicht nur die Clubs und Bars haben sich verändert auch das drum herum. Sei es die Gefahr der Gewalt oder von Unvorteilhaften Bildern…

        • Marco Cadonau sagt:

          Zürich ist wohl weltweit eine der Städte mit dem grössten Nachtleben. Wenn man es vergleicht mit gleich grossen Städten von 400’000 Einwohnern sowieso! Dies nur um „aber London isch viiiel geiler“ Argumente im Keim zu ersticken.
          Klar ist Zürich sehr teuer. Aber auch die Löhne sind hier sehr hoch. Und die Preise für Drinks sind in den 10 Jahren in den Clubs kaum gestiegen. Daran kann es also nicht liegen.
          bei der Flut an Argumenten geht etwas vergessen: Es hat auch immer mehr und mehr Clubs und Bars gegeben, welche bis 04:00 offen haben am Weekend. aus jedem zweiten Loch an der Langstrasse wurde ein Trendlokal gezimmert. Kann es nicht sein dass das Angebot heute einfach zu gross ist und es zu viele Mitbewerber gibt, die am Partypublikum verdienen wollen?
          Als Partygänger kann man von dieser Entwicklung nur profitieren. denn bald heisst es anstatt „du kommst hier net rein“ „wenn ihr zu uns kommt, dann ist der Eintritt und die ersten Shots gratis“.
          Der Markt reguliert alles. Auch dieses Problem. Wenn es zu viele Clubs gibt, müssen sie sich den A*** aufreissen und die schlechteren werden schliessen.

      • santi sagt:

        also das mit einmal im jahr morillo und morales ist jetzt auch blödsinn,
        das problem mit den teuren star dj’s war genauso wie heute, oder hast
        Du vega, kenny, terry, george, sneak, lil, frankie, tony (ich könnt jez endlos
        weitermachen, but you get it) vergessen. vielleicht sollte man die preispolitik
        doch etwas überdenken. trotz meinen 42 hab ich immer noch nicht genug vom
        ganzen parrrrdykarusell und kann nur folgende beobachtung teilen :
        gewisse läden verkaufen wirklich billig alk zu höchstpreisen, das können sich viele
        jungen nicht leisten punkt. dann gibts auch läden, da lässt man schön mit cocktails
        und immer schön 1-2 stutz trinkgeld, man will ja einen guten service belohnen, und
        wenn man dann um halb 6 den letzten schlummer cocktail beziehen will und 50 rappen
        fehlen, dann wird man angesehen als wer man der letzte penner und rum gebünzelet,
        oft sogar vom service mensch der einen die nacht durch bedient hat, das ist einfach
        schwach ! lustigerweise ist in den clubs und bars deren bar immer schön läuft, kaum personal am werk das nicht auch ein gewisses talent im umgang mit kunden hat, und das gehört eben auch dazu, nicht nur eine grosse nummer auf dem flyer. qualität vor quantität ist das motto, in den 90er gabs auch nicht soviel clubs und die waren verteilt über die ganze CH, trotzdem fuhren wir jeden freitag ins welsche (2h ein weg) und die drinks waren auch nicht günstig und kohle hatten wir auch keine, dennoch nahmen wir alles gelassen entgegen, weil wir insgesamt qualitativ dafür belohnt wurden, zum teil wurde am schluss für die letzten fränkli trotzdem noch ein drink bestellt obwohl man genau wusste das man eh nix mehr runter kriegt, doch man wusste auch das man damit einen beitrag leistete damit der club weitermachen konnte,

        give love & get love back

        house is a feeling, it’s a spiritual thing a body thing a soul thing

        das sagte schon eddie, nur wenige haben in verstanden, leider,

  • Sally Tomato sagt:

    ich dachte es sei allen klar wo wir leben – Zürich – und nicht irgendwo, wo es den CubaLitro für 3 euro gibt.
    wie viel mehr oder wie viel weniger ist dann gar nicht so relevant. vitamin bombe hin oder her… es füllen sich genug junge (und alte) ab, mit flaschen aus dem 24h-shop anstatt der bar oder dem club, wieso? wegen den teuern clubs? wo früher 2 longdrinks genügten, müssen nun 2 flaschen her damit man auf „happy“ mood kommt, klar ist dann club teuer. es ist der überfluss, die „qual der wahl“ überfordert – da man eh nie entscheiden muss, wird von der werbung usw. übernommen, und schuld sind immer die anderen – wissen viele gar nicht wie das geht. Gut drauf sein wollen alle, glücklich auch, aber wie macht man das? der club ist kein sanatorium im dem sinne. mit geld hat vielen gar nicht zu tun. jeder club hat eine gästeliste und das gejammer mit dem alter (wann hat Kaufleuten das letzte Mal eine Ausweiskontrolle an der Türe gemacht?). auch wenn kein club eintrittspreise verlangen würde und auch wenn der alkohol im club gratis wäre… es würde auch gejammert werden. ist die entwicklung der gesellschaft. alles nach draussen dokumentiert über social media etc. der kern wird vernachlässigt – sollen das die clubs machen?

  • geezer sagt:

    es gibt schlicht zu viele (schlechte) bars und barbetreiber in dieser stadt. da ist die hoffnung auf eine bereinigung durch die ‚kreativen‘ durchaus berechtigt. ich kann mir teure drinks zwar leisten, aber es geht mir per se gegen den strich, 20 stutz pro drink auszugeben. sowieso wenn ich vorher noch eintritt bezahlen musste. zudem ist das personal gerade in den typischen drinks-bars oft ziemlich lausig drauf, was kundenorientierung und freundlichkeit betrifft. mein mitleid mit klagenden bar- und clubbetreibern hält sich diesbezüglich sehr in grenzen.

    • Alex Flach sagt:

      ….es sind in letzter Zeit viele sehr gute Bars aufgegangen wie das (sehr erfolgreiche) Raygrodski beispielsweise. Ich denke aber schon, dass das auch eine Reaktion auf die im Text beschriebene Entwicklung ist…. auch dass die grossen Spiritmarken in hoher Kadenz immer noch ausgefallenere Produkte auf den Markt werfen. Ansonsten: Genau das ist es. Wer sich heute durchsetzen möchte, MUSS die Gastfreundschaft wiederentdecken. Oder halt Dumping betreiben.

  • Simon ZH sagt:

    Sind wir doch ehrlich. So manche Clubs sind doch eigentlich nur auf Abzocke aus. Ich denke mal, dass die kommende Generation (welche zum Teil auch ein neues Gesundheitsbewusstsein hat) dies gecheckt hat und nach neuen Wegen suchen wird. Warum sollen sich junge Menschen (bei steigender Inflation und stagnierenden Löhnen) dies noch antun? Teure Clubpreise (30 Franken), vielmals ein nicht gerade so sehr freundlicher Türsteher der eine Gruppe junger Männer nicht rein lässt und dann noch ein Bier für 8 Franken (und wenn man Trinkgeld gibt, aber beim nächsten Mal halt 2 Franken zu wenig hat, dann erlebt man, was Dankbarkeit von Seiten der Bar ist). Jede und jeder, der doch einigermassen Verstand hat, unterstützt doch sowas nicht. Und wenn schon, dann lieber Home-Partys machen, Privaträume oder eine Waldhütte mieten und eine Spendekasse aufstellen, damit die Spesen/Ausgaben gedeckt werden.

  • tststs sagt:

    Kleine Behauptung meinerseits:
    Die Marge bei nonalkoholischen Getränken ist noch viel Grösser. Ist es möglich, dass eher in diesem Getränkesegment die Umsätze eingebrochen sind? Denn mir fällt auf, dass immer weniger Nonalkoholisches konsumiert wird; anstatt Blötterliwasser wird Bier getrunken…

    • Alex Flach sagt:

      Dieser Satz hier scheint mir etwas widersprüchlich zu sein: „Denn mir fällt auf, dass immer weniger Nonalkoholisches konsumiert wird; anstatt Blötterliwasser wird Bier getrunken…“.

      …das ist jetzt ohne Gewähr; bei Bier und Wein scheint der Konsum im Nightlife viel konstanter zu sein als bei den Spirits. Ausserhalb des Nachtlebens ist insbesondere das Bier eingebrochen. Dies v.a. wegen neuer Reglemente und Gesetze (auch im Baubereich).

      • tststs sagt:

        1. Den Widerspruch sehe ich nicht ganz, aber wirklich viel Fleisch am Knochen ist da nicht… was ich meinte (sorry für die Klischeekiste): Die Mädels, die früher an einem Cola oder einem Mineral genippt haben, trinken jetzt Bier; gleiche Konsummenge, weniger Marge…
        2.“… sich 2015 mit Umsatzrückgängen von bis zu 10% konfrontiert. Welches sind die Gründe für diese Entwicklung, warum werden immer weniger Longdrinks und Cocktails über die Tresen gereicht?“ Ist denn gesichert, dass die Umsatzrückgänge auf rückläufige Cocktailverkaufszahlen zurückzuführen sind? In diesem Zusammenhang ist auch meine obige Behauptung zu verstehen…so quasi als Gegenthese…

        • Alex Flach sagt:

          Das ist schon gesichert, ja. Ein Grossteil der Spirits geht mit Cocktails und Longdrinks (nicht nur Cocktails) über die Tresen. Shots gibt’s zwar auch… Vielleicht liegt hier der Hase im Pfeffer; die Rede ist vom Umsatzrückgang bei den SPIRITUOSENVERKÄUFEN. Nicht von einem Umsatzrückgang bei den Eintritten oder so….. das ist nicht Thema des Beitrages.

  • Leuenberger Werner sagt:

    Eben gerade Sprit will ich nicht konsumieren, dies noch zu einem überrissenen Preis.

  • adam gretener sagt:

    Was kostet im Kaufleuten in Wodka-Lemon? Eben.

  • Jeanpierre sagt:

    Alex, wir müssen uns keine Sorgen machen.
    Gemäss deiner immer wieder verkündeten Doktrin wirds die unfehlbare göttliche Hand des freien Markts von selbst richten.
    Also easy. Der Artikel erübrigt sich.

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