Polizeigewalt gegen «gefährliche» Dame

Grosi ergibt sich der Staatsgewalt und wird niedergemacht.

Dame geht mit erhobenen Händen auf Beamte zu und wird niedergemacht. (Bild: Screenshot Watson)

Dieses Wochenende hat die Stapo wieder mal jegliches Mass verloren. Sie schossen gestern bei einer Demonstration für Flüchtlinge Gummischrot aus wenigen Metern auf friedliche Demonstrierende, Tränengas auf eine ältere Dame, die erst auf dem Boden liegt und sich dann mit erhobenen Händen auf die Beamten zubewegt. Mitten ins Gesicht. Der  beschossene Demonstrationszug war mit Kindern und Familien durchsetzt .

Wer diesen Blog regelmässig liest, weiss, dass ich keine grosse Geduld mit  linken Chaoten hab, die unsere Stadt in Trümmer legen. Aber genauso wenig hab ich Verständnis für Polizisten, die Gewalt gegen Menschen einsetzen, die absolut keine Gefahr darstellen, weder für Menschen noch für Sachen.

Wir leben nicht in den USA oder in Russland. Die Polizei darf bei uns dann Gewalt einsetzen, wenns verhältnismässig ist, wenn keine andere Möglichkeit besteht, Schaden von der Gesellschaft abzuwenden. Präventive Gewalt gegenüber Bürgern, die Transparente hochhalten und die mit erhobenen Händen auf die Polizei zugehen, hat die Verhältnismässigkeit weit hinter sich gelassen.

Der Sprecher der Stapo rechtfertigt sich gegenüber «Watson»: «Soviel ich weiss, wurde die Frau mehrfach abgemahnt, bevor der Pfefferspray zum Einsatz kam. Genaueres kann ich aber noch nicht sagen.» Und: «Wissen Sie, wenn die Meute auf einen zuläuft, müssen Sie irgendwann handeln.»

Die «Meute»? Echt jetzt? Wieso nicht gleich «die marodierenden Horden»? Die «Meute» bestand nicht aus dem schwarzen Block oder betrunkenen Hooligans. Die «Meute» bestand zum grossen Teil aus Mittelstandsfamilien, die ihre Solidarität mit Flüchtlingen zum Ausdruck bringen wollten. Und einer Dame in Weiss.

Polizisten, die sich von einer friedlichen Demonstation so bedroht fühlen, dass sie sie, ohne Grund, auf kurze Distanz mit Gummischrot niederschiessen, oder mit Reizgas supergefährliche Grosis zu Boden sprayen müssen, sind keine adäquaten Beamten, um die Sicherheit der Gesellschaft zu garantieren. Man fragt sich schon, wie sie sich dann gegen eine echte Gefahr zur Wehr setzen würden. Mit Raketenwerfern?

Lieber Stadtrat Wolff,

wenn mein kleiner Göttibub seine Gummipfeile auf friedliche Passanten schiesst, nehm ich ihm die Pistole weg, klappse ihm auf die Finger und sag «Pfui!». Übertragen auf ihre Beamten wäre das in etwa, wie wenn man ihnen erst mal die Knarren wegnimmt, sie an einen Schreibtisch setzt und für ein paar Jahre Parkzettel schreiben lässt.

Ich hoffe, Sie berücksichtigen dies bei der Einsatznachbesprechung.

Nachtrag: Das Alter der Dame ist, wie sich herausstellte, 45, und ich möchte mich für das im Text verwendete „alt“ entschuldigen.

An der Sache ändert das nichts.

Hier zum Video bei den Kollegen von «Watson»