«Wir reformieren kurz, Bischof Huonder!»

Bischof Huonder will Gott erklären, dass er bei der Erschaffung von Homosexuellen einen Fehler machte.

Bischof Huonder will Gott erklären, dass er bei der Erschaffung von Homosexuellen einen Fehler machte.

Jetzt reichts. Diesmal ging der Hirte des Bistums Chur, Bischof Huonder, eindeutig zu weit. Ich bin eigentlich Katholik. Ja, das würde man bei meinem Namen nicht denken. Aber es ist nun mal so, auch wenn ich den Glauben gegen eine anständige, humanistische Bildung und etwas Lifestyle-Buddhismus eingetauscht habe, gehöre ich wohl durch meine Taufe noch immer irgendwie in den Schoss der alleinseligmachenden, römisch-katholischen Kirche. Ich war schliesslich mal Ministrant.

Bis jetzt. Jetzt ist es an der Zeit, eine neue Reformation auszurufen, ein neues Kirchenschisma voranzutreiben. Keine Angst, liebe Katholiken! Ich will die paar Gläubigen nicht vom Papst wegführen. Ich will nur Zürich vom Bistum Chur befreien. Also eigentlich nur vom Bischof.

Bischof Huonder von Chur hat sich entblödet, an einer Tagung auf die von der Bibel geforderte Todesstrafe für Homosexuelle zu verweisen. Nicht, dass er das eigenhändig machen will. Auch nicht, dass er irgendwen dazu auffordert. Aber dass es nach seinem Glaubensverständnis eigentlich richtig wäre. Daraus zieht er seine Morallehre und seine Kirchenpolitik.

Nun, das wars. Ich hab mich vorbereitet, meine 100 Thesen zum Bischof aufzustellen und sie an einem Sonntagmorgen vor der Messe mutig an das Brett vor Bischof Huonders Kopf zu nageln. Leider sind trotz aller Meinungsfreiheit nur drei dieser Thesen jugendfrei und hier wiederholbar:

These 1: Was läuft bei dir, Mann? XXXXX!

These 46: Nächstenliebe ist nicht nur heuchlerisches Gefasel.

These 73: Religion ist keine Entschuldigung für homophobe Hetze, oder Hetze irgendeiner Art.

Also muss ich darauf vertrauen, dass die Katholiken, die ich kenne (allesamt weltoffene, aufgeschlossene Menschen, die «Nächstenliebe» als oberstes Gebot verstehen), sich auch ohne meine expliziten Thesen von ihrem Hirten abwenden.

Ich dachte mir das so: Wir unterstellen die Katholiken im Bistum Chur direkt dem Papst. Um den Bischof für den Verlust zu trösten, schenken wir ihm das ICF und die anderen evangelikalen Freikirchen, die von ihrer Sexualmoral und ihrem Bibelverständnis her nahe beim Bischof sind. Er kriegt die Eventhalle Sihlcity, wir kriegen das Kloster Einsiedeln mit seinen weltoffenen und aufgeschlossenen Mönchen.

Sollte er sich mit dem nicht einverstanden erklären, bleibt wirklich nur der Austritt oder eine neue Reformation. Obwohl ich denke, der Austritt würde bei der katholischen Kirche mehr bewirken.

Wenn nämlich Hounders Chefs mal wieder ihre Schäfchen zählen, und feststellen, dass in den Alpen unglaublich viele verschwunden sind, muss der Hirte des Herrn wohl ein paar unangenehme Fragen beantworten. Abwesende Schäfchen zahlen nämlich nichts. Unzufriedene schon.

BTW: Offenbar hat Gott, als er gerade an der Evolution herumbastelte, durchaus homosexuelle Konzepte eingearbeitet. Wie sonst wäre bei nachweislich über 1500 Tierarten homosexuelles Verhalten dokumentiert? Aber vielleicht weiss Gott ja nicht, dass er sich an die Bibel hätte halten müssen. Bischof Huonder wird ihm seinen Fehler schon klar machen.

78 Kommentare zu ««Wir reformieren kurz, Bischof Huonder!»»

  • Sepp Naef sagt:

    Wer glaubt was andere sagen, ist zu faul um zu denken.

  • Clara sagt:

    Ein schönes Kleid hat der Bischof da an. Die modischen orangen Knöpfe, die feine goldene Kette und violette Mütze sind sehr männlich.

    • Ben sagt:

      Ich glaube ja kaum, dass Gott wollte, dass seine selbsternannten Anhänger so extravagant rumlaufen. Sein eigener Sohn trug ja ein schlichtes leinenes Jesusgewand und Jesuslatschen. Da kann er wohl kaum gewollt haben, dass sich die Befolger seiner Religion weit extrovertierter gerieren, vom Lebensstil ganz abgesehen.

  • Gottfried Brand sagt:

    Dauer-Problem: früher Bischof Haas, heute Bischof Huonder, morgen …
    Dauerhafte Problem-Lösung: Kirchenfinanzierung via Spenden (Systemwechsel zum weltweiten Standard)
    Anleitung:
    1. Aus der Kirche austreten. Kostenlose Musterbriefe im Internet. Vorteil: Kirchensteuerzwang (im Schweizer Durchschnitt CHF 700.- jährlich) entfällt.
    2. Die eingesparte Kirchensteuer je nach Sympathie spenden. Bsp. Spendenverteilung:
    20-40% der eigenen Kirchgemeinde, mit
    0% bischöfliche Entgleisungen abstrafen und mit
    60%-80% religiöse und säkulare gemeinnützige Organisationen unterstützen. Vorteil: Reinheit mit seinem Gewissen.
    3. Sich die Spenden schriftlich bestätigen lassen und in der Steuererklärung vom steuerbaren Einkommen abziehen. Vorteil: zusätzliche Steuerersparnis.
    Nächstenliebe statt Homo-Hetze

  • Bea sagt:

    In der Praxis sind oft die größten Schlawiner auch die größten hardliner, um von ihren eigenen Vorlieben oder Handlungen abzulenken und sich nach Aussen zu distanzieren. Ob das hier der Fall ist, weiss ich natürlich nicht.

  • Andreas sagt:

    Die Aussagen von Bischof Huonder sind nicht nur wegen des geschürten Ressentiments schlimm, sondern auch, weil sie nicht auf der Höhe dessen ist, was Katholiken in Religionsunterricht und Studium lernen über die Art und Weise, wie die Bibel zu lesen ist. Ebenso rückständig sind die Kritiker, die mal schnell irgendwelche Widersprüche in der Bibel zitieren, um einen Kirchenaustritt zu rechtfertigen. Die biblischen “Widersprüche” lösen sich auf, wenn man die Bibel poetisch, psychologisch, allegorisch, kontextbezogen liest. Es geht in der Bibel nicht um ein schlüssiges logisches gesellschaftsfähiges System, sondern es sammeln sich dort unterschiedliche religiöse Erfahrungen. Die Botschaft der Bibel ist nicht: “So sollen wir sein”, sondern “So sind wir”. Kein Kind muss mehr in der Kirche lernen, dass Adam und Eva die ersten Menschen gewesen seien. Entsprechend werden Bibelstellen immer auch von ihrem Ursprung und Kontext und in ihrer Funktion gelesen. Und dann wird gesichtet und gewertet. Das Buch Leviticus gehört auch in der katholischen Kirche nicht zum Fundament; würde es fehlen, würde sich in der katholischen Kirche nichts ändern. Bischof Huonder müsste eigentlich vom eigenen Selbstverständnis her Stellvertreter Christi und nicht Vollzugsvollstrecker des Leviticus sein. Wer sich also nur ungefähr und ungenau mit der Bibel beschäftigt hat, soll die Bibel auch nicht verwenden, um seine Ansichten zur Gesellschaft zu untermauern. Das gilt für Bischof Huonder, das gilt aber auch für diejenigen, die mit ihrem nervigen Kirche-Austritts-Getöse genau die falschen bestrafen. Einen Bischof Huonder wird man wegen eines Austritts nicht aus dem Tritt bringen, er wird das nur als eine fällige Reinigung verstehen. Aber die Gemeinden vor Ort müssen es ausbaden, wenn man ihnen die Solidarität entzieht. In den Gemeinden engagieren sich so viele Menschen guten Willens für die Menschen in seelischer oder finanzieller Not. Bitte keine Todesstrafe für die Schwulen, bitte keine Stellvertreterstrafe für die engagierten Menschen guten Willens.

    • Réda El Arbi sagt:

      Was also von der Bibel bleibt, ist nicht Gottes Wort, sondern ein Art Moralkodex, der für eine Gesellschaft auf dem Entwicklungsstand vor 2000 jahren geschireben wurde. Nicht, dass sich darin keine Wahrheiten finden. Aber die sind auch an vielen anderen Orten, ohne Gottes Imperativ, zu finden. Und vor allem, ohne die begleitende bigotte Moral.

      Ob nun Huonder auf die Todesstrafe verweist, oder ein Freikirchler oder Katholik sagt „Wir hassen nicht die Schwulen, wir hassen die Sünde“ und damit meint, er hasse die gelebte Homosexualität, ist in meinen Augen nur rudimentär unterschiedlich in der Qualität der Abwertung.

  • Iannis sagt:

    Für all die fanatischen prister die immer bibelstellen zitieren wollen ich zitiere mal eine stelle die angeblich als fakt ist.

    Wer sind die ersten beiden kinder von adam und eva ? Das waren zwei jungs (kai undabel).
    Wie soll sie sich da die menschheit gemäss bibel entwickelt haben.?

    Wiedo gibt es in der tierwelt ebenso die homosexualität ?

    Und meine frage vorallem wieso muss die kirche st.ändig zum thema schwul/lesbich versuchen hier eas zu ändern.
    Meine erfahrung zeit die die amlautesten über die homosexualität lästern sind die die selber schwul oder lesbisch im verstecktensind aus angst man könnte sie erkennen.

    Ich habe mein kirchenaustritt gegeben weil die kirche einfach nur noch heuchlerisch ist und sich immer allesnur zu ihren gusto diezitate und argumente zurecht legt.

  • Roger sagt:

    Ich verstehe nicht: Was hat Homosexualität mit Religion zu tun?
    Ist die Bibel eine Art Fliegenklatsche in den Händen von Leuten, denen gewisse Menschen unangenehm sind oder vor denen sie aus irgend welchen Gründen Angst haben? *klatsch*
    Da kann ich nur den Kopf schütteln ob so viel Gutgläubigkeit. Eigentlich schüttelt es mich am ganzen Körper, so peinlich finde ich das alles.
    Guten Tag

  • A. Vorburger sagt:

    Wer Huonders Handeln beobachtet, kann nur zu Nietzsches Erkenntnis kommen:
    „Es gibt einen Grad von eingefleischter Verlogenheit, den nennt man ›das gute Gewissen‹.“

  • Thomas sagt:

    Wie auch immer Herr Hounder es auslegt.
    Die Bibel spricht ein ganz klares Wort was diepostpone, die gleichgeschlechtliche Liebe (Sex) angeht!
    Egal was wir heute, eine ja so aufgeklärte Gesellschaft denken und tun, Gott alleine ist Massstab aller Dinge.
    Wenn er es als falsch beurteilt ist es falsch, egal obwir dies akzeptieren oder nicht!
    Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen esganz klar, alle grossen Imperien gingen an perversion zugrunde.
    Wo stehen wir heute, an welchem Abgrund? Der Fal lwird kommen ob wir es lächerlich finden oder nicht, Gott wird diesen Frevel nicht gutheissen!

    • Réda El Arbi sagt:

      Selbst wenn man an Gott glaubt, wird es einem sehr schwer fallen, die Bibelstelle zu zeigen, in der Gott sowas sagt. Es sind die Menschen, die die Bibeltexte gesammelt haben, die dies Art Hass säen.

      Und ja, ich glaube nicht an Gott. damit wird jedes Argument mit „Gott“ völlig irrelevant.

      • Thomas sagt:

        Das du nicht an Gott glaubst gesteht dir Gott zu, du hast von ihm den freien Willen bekommen.
        Gott wird ob wir es wollen oder nicht das letzteWort haben.

    • Ben sagt:

      Bist Du Exorzist?

    • Ephraim Education sagt:

      Ich glaube nicht, dass Gott hasst, keinen Menschen. Nur fehlgeleitete Menschen interpretieren das ihren eigenen Interessen und Fanatiken entsprechend. Das ist dann aber Missbrauch seiner Allmächtigkeit, sofern man denn gläubig ist, und wird sich wiederum rächen. Ommm!

  • Hannah sagt:

    Gehört homosexuelle Liebe in der katholischen Kirche nicht eh bereits seit Langem zur Liturgie, oder bringe ich da was durcheinander? 🙂

    • Anton Meyer sagt:

      Ja – es geht eher um Übergriffe gegenüber Jugendlichen und Kindern, die der Ausübung von Gewalt und Macht dient. Ist auf keineste Weise mit Liebe und Homosexualität gleichzusetzen.

  • Ivan Casale sagt:

    Irgendwie doch paradox, die Zivilgesellschaft war selten sicherer als Heute (IIRC); es gab in Westeuropa wohl seit sehr langem weniger Nicht-Gläubige etc; es gibt bald schon für jede Minderheit Verbrieftes die Ihnen Gleichberechtigung, Schutz etc etc bescheinigen.

    Trotzdem, jeden Tag eine Panikmache; Shitstorms, etc etc – sei es wegen einem Schwulen, einem Löwen, einer Gans, einem Juden, einem Araber, Lesben, Kühen….. es ist gefährlich, es muss unterbunden werden, Rücktritt, Einzäunen (die Kühe).

    Aus meiner engen und beschränkten Kombüse heraus – zumindest was diesen Fall hier betrifft; irrelevantes und doch wichtigtuerisches Geschwätz von allen Seiten (dem Bischof und den Gegnern); Empörungsorgien – da sind wir mittlerweile echte Weltmeister.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun ja, wenn das in irgendeinem Forum für verblendete Fundis stattgefünden hätte, würd ich dir vielleicht Recht geben. Aber ein Bischof ist für viele Gläubige eine moralische Instanz.

      Und für den Zuspätgeborenen: Wir leben in dieser Sicherheit WEIL wir uns um jeden Juden, jeden Flüchtling, jeden Menschen und hoffentlich auch bald um jedes Tier sorgen. Das nennt man Empathie und das ist eine Fähigkeit, die in unserer egozentrischen Welt schon wieder abhanden zu kommen scheint.

      Wie wärs denn, wenn du der Schwule, der Jude, der Araber oder der Löwe wärst? Das ist ein Denkansatz, der Empathie vorausgeht.

  • peter sagt:

    wegen solch weltfremden, kranken ideologien, die dieser selbstherrliche sogenannte bischoff verbreitet, bin ich aus der kirche ausgetreten. ich bin weder schwul noch asozial, weder links noch rechts, aber mein verstand, meine erziehung und auch mein denken lehnen jegliche extremen, militanten einstellungen ab, egal ob diese politisch oder religiös motiviert sind.

  • klaus müller sagt:

    watson hats bereits auf den punkt gebracht:
    http://www.watson.ch/!697684526
    Sie wollen Bibelfragen, Bischof Huonder? Sie kriegen sie: «Ich habe einen Nachbarn, der samstags arbeitet. Laut Exodus 35:2 muss er getötet werden. Muss ich ihn jetzt eigenhändig töten?»

    • Thomas sagt:

      @Klaus
      Wenn du schon die Bibel zitierst, dann wenigstens nicht aus dem Zusammenhang.
      Lies doch auch mal das neue Testament.
      Fragwürdig wie soviel Unfug vo so aufgeklärten Menschen immer wieder in den Umlauf kommt.

      • vitus sagt:

        thomas, huonder zitiert auch aus dem alten testament. wo ist das problem?
        bist du ein katholischer bezahlschreiber?

  • Hiestand Franz-Xaver sagt:

    Wenn, wie in diesem Beitrag, das alte Dilemma „entweder Austritt oder Reformation/Perestroika“ erwähnt wird und ökonomische Fragen ins Spiel gebracht werden, sind vor allem zwei Aspekte zu bedenken:
    1. Wer austritt, dessen Stimme besitzt innerhalb des Systems, das sie/er reformieren möchte, kaum mehr Gewicht. Wer hingegen dabei bleibt, auch unter Leiden dabei bleibt, wird den Respekt zumindest einiger seiner Gegnerinnen und Gegner gewinnen, auf Dauer, und sich eher die Hoffnung bewahren können, dass sich der zwanglose Zwang seiner Argumente durchsetzt.
    2. Die Vertreter der reinen Lehre (Orthodoxie) rechnen damit, dass sie genug finanzielle Ressourcen haben werden. Denn die Geschichte beweist ihnen, dass die finanzkräftigen donors (Adelige, Neureiche und andere Emporkömmlinge) in der Regel eher sie als die Dissidenten finanziell unterstützen.

  • Elisabeth sagt:

    Wer in den Giftschrank Leviticus greift und das ausgerechnet nachdem in Israel ein religiöser Fanatiker, der sich auf dieselben Stellen beruft, sechs Menschen bei einer Schwulenparade schwer verletzt hat (eines der Opfer ist inzwischen tot), muss sich ehrlich gesagt nicht wundern, wenn dann ein wahrer shitstorm über ihn hereinbricht. Da hilft auch die folgende Sophisterei mit Berufung auf den Katechismus und die darin enthaltene ach so tolerante Haltung nicht mehr viel.

  • Réda El Arbi sagt:

    Kurz:

    Kommentare, die den Umfang des Blogpostes überschreiten und nur missionarische Glaubensbotschaften enthalten, werden nicht mehr freigeschaltet.

    Glaubenseiferer jeglicher Art dürfen sich eine andere Plattform suchen.

    Die Themen des Posts sind Homophobie, Hetze und Abwertung durch religiöse Sichtweisen in der Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts.

    • Andrej Mauster sagt:

      Schon mal was von Meinungsfreiheit gehört? Offenbar möchten Sie hier nur Beiträge die Ihre Ansicht unterstützen. Ich habe hier (ausser meinen) keine Beiträge gelesen, die biblische Sicht zum Thema zeigen.

      Aber offenbar kann niemand wirklich meine Aussagen entkräften aus dem einfachen Grund, weil niemand hier die Bibel kennt und ich sie eben schon ein Leben lang studiere.

      „in der Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts…“ tss .. wenn ich das nur schon höre ..

      Wenn sie es wirklich fair wollten dann müsste man hier schreiben können ohne dass der Beitrag „freigeschaltet“ werde muss. Sorry .. ich muss doch nicht meine Meinung von Ihnen beurteilen lassen.

      • Réda El Arbi sagt:

        Nein, ich gebe einfach Leuten, die sich beitragsfremd oder fundamentalistisch äussern, keine Plattform.

        Und doch, da ich für diese Plattform verantwortlich bin, müssen sie leider mein Einverständnis für die Veröffentlichung haben.

        Meinungsfreiheit heisst, dass ich sie nicht hindere, sich IRGENDWO zu ihrem Thema zu äussern. Aber ich muss nicht jeden homophoben, rückwärtsgerichteten und menschenverachtenden Quatsch auf dieser Plattform durchgehen lassen. Genauswenig übrigens, wie man Religionen im Schulunterricht dulden muss.

  • Peter Salber sagt:

    Hochmütiger geht es nicht. Hochmut ist nach der katholischen Kirche eine Todsünde. Schauen Sie in den Spiegel, Bischoff Huonder, Sie sind nicht besser als ihre ‚Schäfchen‘. Aber Sie sollten es besser wissen.

  • Meier Pirmin sagt:

    PS. Mein obiger Text war eine Antwort auf den Beitrag von Herrn Altkantonsrat und Altengelberger Lucius Dürr weiter oben. Es gibt Dinge, die an der Stiftsschule Engelberg zwar gewusst, aber nicht unbedingt den Schülern vermittelt wurden. Ihren über dem Strich positiven Erinnerungen soll dies keinen Abbruch tun.

  • Paul Burkhalter sagt:

    Wie wäre es mit einer Klage gegen Huonder wegen Aufruf zum Mord an Homosexuellen?

  • Kurt Oertli sagt:

    Ich war der Meinung, nach christlicher Lehre habe Jesus eine neue Ordnung propagiert. „Ihr habt gehört…“, „ich aber sag euch…“. So oder so verstehe ich die Aufregung um Huonder nicht. Wer nimmt diesen Mann überhaupt noch ernst?

  • Sarah sagt:

    In der katholischen Kirche lieben doch auch viele Männer, hat er dann nicht ein Problem mit seiner Kirche und müsste konsequenterweise austreten?

    • Kurt Oertli sagt:

      Nach seinem Willen, sollten die 90% austreten, die die „reine Lehre“ der Kirche der neuen Zeit anpassen wollen. Für ihn bilden nur die 10% ultrakonservativen Katholiken die Kirche.

      • Sarah sagt:

        Dabei scheint mir Männerliebe unter Berufsgläubigen in der katholischen Kirche kein neuzeitliches Phänomen zu sein. Dann dürfte es die Kirche mit ihren Dogmen also nach ihm gar nicht geben, hätte man alle Liebenden je exkommuniziert?

  • Stefan Gisler sagt:

    Der Zürcher FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann sagt, dass Huonder sich nicht von Hasspredigern im Stile der IS unterscheide. Diese Argumentation ist nur schwer zu widerlegen, auch wenn Huonder sich danach windet und sagt, er hätte Homosexuelle nicht herabsetzen wollen und halte sich an den Katechismus. Aber selbst dieser beschreibt „homosexuelle Handlungen“ als „objektiv ungeordnet“ und daher als Sünde und die katholische Kirche erlaubt Homosexuellen keine Kirchenämter; verschiedene Bischofskonferenzen (Österreich, Lettland, USA, etc.) fordern, dass Homosexuelle keine Berufe in der Bildung ergreifen dürfen oder gar keine öffentliche Ämter antreten sollen.

  • Christian Emmenegger sagt:

    Warum zitiert Huonder diese Stelle? Er könnte ja auch jene Stelle zitieren, welche die Todesstrafe vorsieht, wenn ein Mann mit der Frau eines andern Verkehr hat… und die Todesstrafe gilt dann übrigens für diesen Mann und die Frau.

    Bevor Bischöfe über Sexualmoral predigen, sollen sie bitte zuerst eine eigene Sexualität entwickeln. Ansonsten wissen sie nicht wovon sie reden. Will man Homosexualität als unnatürlich darstellen, so ist Enthaltsamkeit kaum natürlicher.

    Was ist Sexualität? Ein animalischer Trieb zum Zwecke der Fortpflanzung? Nein. Die Sexualität des Menschen ist weitaus mehr. Sie ist Ausdruck menschlicher Zuneigung, Fürsorge und Verbundenheit. Und sie ist ein tolles Vergnügen. So lebt es die heutige Gesellschaft. Wenn man dies aus religiösem Eifer schlimm findet, dann kann man das sagen. Dann soll man aber all die Heterosexuellen angreifen, welche nicht bloss zur Fortpflanzung Sex haben und welche weitaus mehr praktizieren als nur „Blümchensex“. Aber stattdessen fokussiert man sich auf Homosexuelle, obschon diese nichts anderes machen als die allermeisten Heterosexuellen. Man prügelt lieber auf eine Minderheit ein als auf die (eigentlich betroffene) Mehrheit. Das ist das ekelhafte an Homophobie.

    • Meier Pirmin sagt:

      Dass Sexualität Ausdruck menschlicher Zuneigung sei, Fürsorge und Verbundenheit sei, lässt sich empirisch als Normalfall der Natur in keiner Weise belegen, weder aus der Vergangenheit noch aus der Gegenwart noch lässt sich das tolle Vergnügen generalisieren: Kirche und staatliche Gesetzgebung sprachen früher von ehelicher Pflicht. Bei den alten Eidgenossen war Sexualität mit Kühen (letztere waren damals kleiner als heute) nicht für alle ein tolles Vergnügen und die Verrichtungsboxen in Zürich sind Supervergnügen mit Zuneigung, Fürsorge und Verbundenheit. Nirgends wird mehr gelogen als bei der menschlichen Sexualität, so beim Fremdgehen. Gehe davon aus, dass Sie mit ihren romantischen Illusionen über die reale Sexualität fast nichts wissen, wahrscheinlich noch weniger als Bischof Huonder. Interessant das Buch „Kick, Verlangen, Leidenschaft“ des Zürcher Schwulen Adriano. Grossartige Darstellung des Alltags von Bisexuellen, hat selbstverständlich mit Fürsorge, Zuneigung, Verbundenheit fast nichts zu tun, immerhin dann und wann mit tollem aber vergänglichem Vergnügen.

      • Christian Emmenegger sagt:

        Ich finde es immer reichlich dürftig, wenn man versucht einen Kurztext aus seinem eigentlichen Zusammenhang zu nehmen und stattdessen auf einzelne Wörter reduziert, um andere auszublenden. Also: In einer Beziehung ist Sexualität ein Ausdruck von Zuneigung. Falls Sie dies nie so erleben durften, tut mir das leid. Empirisch lässt sich dies natürlich nicht belegen. Diese Übersteigerung der Empirie Ihrerseits hat nun aber wahrlich gar nichts wissenschaftliches. Es geht um Emotionalität. Lassen Sie die Empirie also aus dem Spiel. Meinen Verweis auf das reine Vergnügen, überlesen Sie – gewollt. Aber letztlich schreiben Sie an meinem Text vorbei. Natürlich ist Sexualität nicht rein romantisch bzw. teils völlig unromantisch. Andererseits kann man auch einem Quickie im Busch etwas „romantisches“ zusprechen. Das ist dann wohl Ansichtssache. Sie scheinen meinen Text gar nicht oder falsch verstanden zu haben. Das mag nun an Ihnen oder an meiner Schreibweise liegen. Ich hab Ihren Text verstanden, empfinde ihn als Antwort auf meinen Text aber als reichlich uninteressant, da ohne Bezug zu meiner eigentlichen Aussage. Insofern: Schade.

        • Meier Pirmin sagt:

          Ihr Satz über Sexualität als Ausdruck von Zuneigung, Fürsorge und Verbundenheit bleibt als These über die Natur der Sexualität unhaltbar, das ist nicht aus dem Zusammenhang gerissen. Sie schreiben richtig, dass es auf die Beziehung ankomme, also ist menschlich auf Dauer befriedigende Sexualität u.a. nach Freud auf deren Kultivierung angewiesen. Beim Quickie, das selten zum 30. Hochzeitstag erfolgt, wird es heikler, da beginnt das Lügen. Unsere sog. freie Sexualität, ob homo- oder hetero, beruht fundamental auf Lügendiplomatie. Ausleben starker sexueller Bedürfnisse besonders bei natürlicher polygamer Veranlagung, die nach Aristoteles bei leistungsstarken Männern normal ist, ferner bei Bisexualität und promiskuitiver Homosexualität ist in unserer Zivilisation mit Stress verbunden und in Beziehungen eine Charakterprobe, der viele nicht gewachsen sind. Bei Homosexualität gibt es familiär weniger Argumente, auf Promiskuität zu verzichten, was die Homo-Einehe eher zu einem Tipp für ältere Herren macht., über Damen äussere ich mich nicht.

  • maja naef sagt:

    Eltern von Homosexuellen Nachkommen können ja direkt froh sein, dass er die nicht auch noch verunglimpft hat. Seltsamerweise steht darüber auch nichts in der Bibel. Die orthodoxe Kirche in Russland verteufelt die Homosexuellen auch und da Putin Wähler braucht posaunt er in das selbe Horn. Ich denke das Herr Huonder versucht auf diesem Weg seine strenggläubigen Schäfchen zu manipulieren damit sie in seinem Sinne abstimmen werden.
    Es ist ja schon sehr, sehr schwierig zu beweisen was Jesus wirklich gesagt hat, wie soll ich dann die „Worte Gottes“ einordnen?!
    Der Katechismus hat in unserer aufgeklärten Demokratie nichts mehr verloren.

  • Julius Zedernholz sagt:

    Das Problem ist meiner Ansicht nach, dass viele Gläubige nicht recht wissen, wie sie mit der Bibel umgehen sollen. Wenn ein Bischof sagen würde, Homosexualität ist gut, dann kommen gleich die Einwände: „Aber in der Bibel steht..“ Deshalb sollte es zum modernen Religionsunterricht gehören, dass man lehrt: Die Bibel ist nicht das Wort Gottes, sondern das Gottesbild der damaligen Zeit. Doch diese Ablösung, ja Befreiung vom Befehls- und Verbotsbuch Bibel scheint auch modernen Theologen nur halbherzig zu gelingen. Deshalb hat El Arbi völlig recht, wenn er schreibt: Kurz: Wir haben Gott selbst gemacht, nach unserem Abbild und mit unserer bigotten Moral.

    • Julius Zedernholz sagt:

      Nachtrag: Wir dürfen nicht vergessen, dass Bücher vor der Erfindung des Buchdruckes eine sehr kostbare Sache waren. Deshalb kam einem „heiligen Buch“ eine übergrosse, ja magische Bedeutung und Macht zu, egal, was drin stand. Sich von dieser übergrossen Bedeutung zu lösen ist deshalb die Aufgabe von modernen Christen. Gott spricht jetzt und heute, und ist nicht in veralteten Büchern zu finden. Für mich ist die Bibel vor allem dafür da, von Jesus Christus zu erzählen, wobei man die Worte, die er gesprochen haben soll, auch nicht für absolut nehmen sollte.

      • Andrej Mauster sagt:

        Dann haben sie keine Basis. Die Bibel ist weder veraltet noch ein Märchen. Kein Buch hat soviel Wahrheit drin. Erst durch sie sieht man die wahre Natur der Dinge. Zudem kann man das neue Testament nicht ohne das alte verstehen. Die Aufgabe der Christen heute ist das Evangelium zu verkünden. Gott spricht in erster Linie durch sein Wort (die Bibel) zu uns und in zweiter Linie durch seinen Geist, sofern man Jesus als seinen persönlichen Retter angenommen hat. Ansonsten kann das Sprechen Gottes nicht hören. Denn die Welt hat den Geist Gottes nicht empfangen. Also hört mir bitte mit eurem humanistischen Quatsch auf.

        • Réda El Arbi sagt:

          Gott ist nach dem Ebenbild des Menschen erschaffen, um an Lagerfeuern vor 5000 Jahren der Dunkelheit des Alls etwas entgegenzusetzen. Man kann das sehr klar religionsgeschichtlich nachweisen.

          Ansonsten: Nimmt man sich als Mensch nicht wahnsinnig wichtig, wenn man von einem Gott für Menschen ausgeht? In einem Universum unvorstellbarer Grösse? Oder sind die Sterne einfach eine Täuschung Gottes?

        • Andrej Mauster sagt:

          Nachtrag: Das Sprechen Gottes durch den heiligen Geist steht NIE im Widerspruch zum geschriebenen Wort Gottes.

          • Julius Zedernholz sagt:

            Wenn Sie das alte Testament als Gotte Wort betrachten, Herr Mauster, dann sollte man sie jetzt gleich verhaften, denn dann haben sie ja den Auftrag Homosexuelle zu ermorden. Sie sind ein Mörder, wenn sie den Aufruf zum Mord gutheissen!

  • Lucius Dürr sagt:

    Wäre Bischof Huonder wirklich gläubig, würde er die Sexualität (ob hetero- oder homosexueller Art) nicht verketzern, sondern als von Gott geschaffen akzeptieren. Da bewundere ich nach wie vor die Mönche im Kloster Engelberg, in deren Gymnasium ich vor über 40 Jahren Werte wie Toleranz, Respekt, liberale Geisteshaltung, Oekumene, aber auch Lebensfreude erfahren habe. Diese prägen mich noch heute. In Anbetracht des grossen Elendes in vielen Teilen der Welt ist es unbegreiflich, dass sich ein Bischof auf das Scheinproblem Sexualität konzentriert.

    • Andrej Mauster sagt:

      Falsch. Die Sexualität ist nur innerhalb der Grenzen die Gott gegeben hat erlaubt. Ehebruch sowie alle Arten der Perversion sind nichts anderes als Folgen des Sündenfalls und der sündigen Natur des Menschen. Und darum hat Huonder recht auch wenn er persönlich von Sexualtität nichts verstehen wegen dem unbiblischen Zölibat.

    • Meier Pirmin sagt:

      Wie Sie in Engelberg gelernt haben, ist Sexualität nach Thomas v. Aquin ein „bonum divinum“, die Sünden dagegen sind die leichtesten unter den schweren Sünden. Von Forschungen über die wegen Homosexualität ausgeschlossenen Schüler, habe Quellen darüber, wollte vor 14 Jahren der damalige Rektor nichts wissen. Zur gottgeschaffenen Sexualität: Schauen Sie sich mal im Internet einen hetero- oder homosexuellen Porno an. Was Sie sehen, ist nur objektiv göttlich, wird aber subjektiv von Papst Franziskus und Bischof Vitus lehrkorrekt als schweinisch eingeschätzt, weil nicht in der Ordnung des Sakraments praktiziert und ohne Absicht der Teilhabe an der Herrlichkeit des Schöpfers. Bei Hexenprozessen in Engelberg musste Analverkehr mit dem Teufel nachgewiesen werden, ein Hinweis auf die abgelehnte Homosexualität. Der Teufel ist, wie die Pornodarsteller, ein Geschöpf Gottes, handelt aber ungeordnet. Ohne heterosexuellen Verkehr ist eine Ehe sakramental ungültig, kann annulliert werden. Kulturhistorisch wären Homosexuelle vor dem Traualtar eine Art Schwarze Messe, sage ich ohne polemische Absicht, einfach, weil ich mich für dieses Thema interessiere.

      • Anton Meyer sagt:

        … gut, aber man sollte meinen, ein heutiger Bischof hätte sich vor Bibelauslegungen, die Hexenprozessen dienten, gelöst.

  • Meier Pirmin sagt:

    Was heisst da schon neue Reformation? Wenn die Kinder kaum mehr beten, normalerweise auch das Vaterunser oder Unservater nicht mehr verinnerlicht haben, was ungefähr 1200 Jahre einen Teil ihres religiösen Grundwissens ausmachte. Ferner fehlt Grundwissen über die Ehe und über das Wesen der Homosexualität. Die katholischen Theologen, etwa in der Generation von Huonder, haben sich meist nicht mit der Geschichte der Homosexualität auseinandergesetzt, so kaum bewusst mit dem Mönchtum als z.T. eine Art geistige Sinngebung der Homosexualität. Andererseits forderten die Pioniere der Schwulenbewegung nicht die Homo-Ehe. Letztere Forderung ist klar eine Art moderner Kulturkampf, müsste konsequent ergänzt werden mit Legitimierung der Polygamie, auch der Möglichkeit, Geschwister oder eigene Kinder zu heiraten, wenn es der Glücksmöglichkeit und der Stabilisierung des Erbes oder von Bezugspersonen dient. Sonst haben wir immer nur noch mehr Diskriminierung und zu wenig „Gleichberechtigung“. Rein theoretisch und gesellschaftlich hätte der Primat der monogamen Ehe zwischen Mann u. Frau als Familiengründung eine gewisse soziale Relevanz. Ministranten: Mir ist als Religionslehrer aufgefallen, dass die wenigsten von ihnen die Messe verstehen und erklären können. Und was heisst heute schon: „Ich bin eigentlich Katholik.“ ? Viele von ihnen sind religiöse Analphabeten.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun ja, Religionsgeschichte ist ein Steckenpferd von mir. Ich liebe die zusammengeklauten Mythen im alten und im neuen Testament.

      Aber das war ja nicht das Thema. Also ist ihrer Ansicht nach die gleichgeschlechtliche Ehe Inzest gleichgestellt? Naja, ich bin froh, dass ich nicht in ihrer Weltsicht leben muss.
      Und „eigentlich Katholik“ heisst, dass ich irgendwann mal getauft wurde. Die Religion hab ich in dem Augenblick abgelegt, als ich begriff, dass das Universum zu gross und zu wunderbar ist, um mit einen hasserfüllten, rachsüchtigen Gott und seinem humanistischen Sohn erklãrt zu werden.
      Kurz: Wir haben Gott selbst gemacht, nach unserem Abbild und mit unserer bigotten Moral.

      • Meier Pirmin sagt:

        @El Arbi. Um Inzest geht es nicht, obwohl dies bei vernünftiger Geburtenregelung so wenig pervers wäre wie Homosexualität. Walter Roderer heiratete als alter Mann jenseits von Sexualität eine Adoptivtochter als Bezugsperson, um sie zu ihrer Erbin zu machen. Geschwister könnten einander auch ohne Sex heiraten, ebenfalls um ihre Beziehung wirtschaftlich zu konsolidieren. Sie wissen selber, dass heute niemand mehr heiraten muss, bloss um Sexualität zu haben. Dass Sie sichnie ernsthaft mit der heiligen Dreifaltigkeit auseinandergesetzt haben, wie sie etwa Meister Eckhart sieht oder Augustinus oder Karl Barth oder sonst ein grosser Theologe, ist Ihr Problem. Über die Geschichte der Homosexualität und Pädophilie habe ich 2 Bücher geschrieben v. je 400 Seiten; bin zahlendes Passivmitglied einer Schwulenorganisation. Weil ich 33 Jahre lang Ethiklehrer war, würde ich nie so ignorant über eine bigotte Moral mich auslassen wie Sie, es war bei uns sogar üblich, die Moral der Muslime, Hindus usw. fair darzustellen. Sogar der Katholizismus ist, würde man ihn kennen, ist humaner als seine Karikaturen; nehme an, dass Sie nicht wissen, dass vor 1870 der Kirchenstaat eine Exildestination deutscher Homosexueller war und dass Homosexualität früher in Zürich, aber nicht in Nidwalden verboten war.

        • Meier Pirmin sagt:

          PS. Die Geschichte von Walter Roderer ist komplizierter. Es gibt aber immer wieder Gründe, jemanden zur sozialen und finanziellen Stabilisierung, auch sich selber zuliebe, jenseits von Sex zu heiraten und damit etwa beim Erben bevorzugen zu können. Der beste Enkeltrick wäre, seine reiche Grossmutter zu heiraten. Wer für „Ehe für alle“ ist, muss auch dafür sein, sonst ist es nicht mehr Ehe für alle.

  • Pat Meyers sagt:

    „Wie sonst wäre bei nachweislich über 1500 Tierarten homosexuelles Verhalten dokumentiert?“ – Bei deutlich über 1500 Tierarten ist auch dokumentiert, dass sie sich gegenseitig auffressen, dass sie eigene/fremde Kinder töten oder dass sie ihren gesamten Lebensraum bis zum eigenen Untergang zerstörten. Also einfach mal ein bisschen aufpassen mit der Argumentation, El Arbi

    • Réda El Arbi sagt:

      Das machen wir doch auch. Also das Umbringen, nicht das Auffressen. Übrigens sind ihre Zahlen aus der Luft gegriffen. Und die Schöpfung bleibt ja nach christlichem Verständnis gottgemacht. All dieser Kannibalismus und Mord im Tierreich kommt von Gott. Nicht mal Luzifer hat seine Finger drin. Der hat sich erst beim Menschen eingemischt.

      Aber im Ernst, wollen sie Mord und Kannibalismus mit Homosexualität gleichsetzen? Dann tun Sie wirklich extrem leid. Vor allem, wenn es einen Gott gibt, und Sie ihm nach ihrem Tod mit Ihrer engstirnigen, menschengemachten Moral entgegentreten müssen.

      • Pat Meyers sagt:

        Nein, eigentlich wollte ich Sie bloss darauf hinweisen, dass es ein Schuss in den Ofen ist, menschliche Moral mit Beobachtungen aus dem Tierreich zu begründen. Erstaunlich, wie viel Sie da – völlig falsch – hineininterpretieren.

      • Andrej Mauster sagt:

        Der Mensch ist aber kein Tier. Der Mensch hat einen Geist ein Tier nicht. Ein Tier hat eine Seele, aber keinen Geist und darum kein Ich-Bewusstsein. Darum kann man Tiere nie mit Menschen vergleichen. Die Schöpfung ist zwar von Gott gemacht, aber nicht die Sünde. Der Sündenfall ist schuld des Menschen mit all ihren Folgen .. Homosexualtität, Mord, Diebstahl, Egoismsus etc.

        • lala sagt:

          Soweit ich weiss ist mittlerweile nachgewiesen, dass Diverse Tierarten durchaus ein Ich-Bewusstsein haben.
          In 30-40 Jahren wird dass dann wohl auch bei den guten Christen angekommen sein.

  • Danke für den Beistand. Wirklich. Ich krieg nen Afterkrampf echt. Für einen Homo ist das nicht lustig. 🙂 Der Andere von Sitten, sein Kollege machte vor ein paar Monaten das gleiche. Erst stempelt er uns für krank ab, dann sagt er, es wäre nicht so gemeint. Das hat System, das ist taktisch. Die Jungs sind richtig böse, fies. Wenn ich schon sterben muss, dann möchte ich erst die 400 Pädo-Priester sehen, die Benedikt entlassen hat. Die kriegen nach der Bibel nämlich einen Mühlstein um den Hals und sollen ins Meer geworfen werden. Für vertuschende Bischöfe steht glaub ich nichts in der Bibel. Egal. Dann kann der Bischdof Huonder mich entsorgen.

  • Tronco Flipao sagt:

    Erstaunlich, dass sich ein Bischof im Jahr 2015 noch auf das Leviticus beruft, um seine Homophobie zu rechtfertigen.

    • Andrej Mauster sagt:

      Das hat nichts mit Homophobie zu tun, eher mit Sündophobie. Homosexualität ist nichts anderes als eine Sünde. Eine von vielen. Und damit hat Huonder recht. Zudem ist sie auch im NT eine Sünde. Lies Paulus.

      • Réda El Arbi sagt:

        Tja, mit einem Buch (mehr ist es nicht, sogar ziemlich willkürlich zusammengestückelt, laut Bibelforschung), das Liebe als Sünde ansieht, wollen immer weniger Menschen etwas zu tun haben. Und einen Gott, der eine Armee von Männern braucht (Klerus), um seinen Willen zu verkünden, auch nicht.

      • Lieselotte sagt:

        Ich versteh immer noch nicht, warum Huonder sich zwar an die im Leviticus (3. Mose) göttlich verordnete Todesstrafe für Homosexualität halten will, aber die anderen Anordnungen, die benachbart stehen, nicht auch einhalten will: Todesstrafe für ungehorsame Kinder, für Gotteslästerer, für EhebrecherInnen und für Beischlaf mit einer menstruierenden Frau. Nicht zuvergessen, die ganzen Todesstrafen für Beischlaf mit Mutter, Schwägerin etc. Zudem die Steinigung für die Verfluchung Gottes (durch Nicht-Gott/Jahwe-Gläubige), wobei im selben Aufwasche gerade noch die Gemeindemitglieder mitgesteionigt werden sollen, die die Verfluchung nicht verhindert haben. Steht alles auch im Leviticus. Da ergäben sich doch für einen aufrechten Katholiken noch viele Möglichkeiten…. Mal ernsthaft: Zum Glück hat man in unseren Breitengraden aufgehört, sich an solche göttlichen Weisungen zu halten – weshalb sollte man dann genau eine einzige aufrecht erhalten? Übrigens gilt für Paulus das Gleiche: Der (diese wahre Geissel des Neuen Testaments) fordert auch noch so Einiges, woran sich niemand mehr hält … Übrigens steht im Leviticus auch, dass sich die Priester nicht rasieren dürfen. Huonder mit Bart – das wär doch gottgefällig.

  • Gudrun Ernstbrunner sagt:

    Wir können nur bedauern, dass Huonder damals Gott nicht als Berater zur Seite gestanden hat – dann wären Gott wohl so unsägliche Fehler wie Homosexualität nicht passiert [Ironie aus]

    Es gibt ja leider viele, die Huonders Standpunkt teilen, Hölle allen predigen, denen der Katechismus weniger wichtig ist als die Lehre Jesu.

    Und herzlichen Dank für diesen Artikel!

    • Andrej Mauster sagt:

      Tja .. da muss ich sie enttäuschen. Wenn Sie die Bibel gelesen hätten wüssten Sie dass Jesus mehr über die Hölle gepredigt hat als über den Himmel. Der Punkt ist doch ganz einfach .. die Menschen haben einfach ein Problem sich einzugestehen dass sie in Gottes Augen Sünder sind. Und zwar alle, ohne Ausnahme. Nur durch seinen Sohn können wir vor Gott bestehen. Klar .. jeder denkt von sich .. ach .. ich bin doch ganz ok. Tja .. falsch gedacht.

      • Réda El Arbi sagt:

        Nein, die Menschen haben ein Problem damit, einer über 2000 Jahre alten Morallehre zu folgen, die für eine Gesellschaft entworfen wurde, die noch Tieropfern huldigte.
        Und viele haben Mühe, in einem unglaublichen Universum, dessen Entstehung wir immer mehr verstehen, einer antropozentrischen Weltsicht einer areligion zu folgen, die das Wunder in einen personalisierten Gott gestopft hat, weil sie es anders nicht fassen konnte.

      • -Esther Müller sagt:

        Und Sie haben das Problem dass Sie sich nicht eingestehen können dass nur Sie selbst für sich und Ihr Gluck zuständig sind. So hart es klingen mag… auch wenn es einen Gott gibt (könnte ja tatsächlich sein), der schert sich nicht um ihr einzlenes kleines dasein… für das sind sie als einzelner schlichtweg unwichtig.

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