Dreck, Konsum & Rock’n’roll

Nach mir die Sintflut: Was sind das für Menschen, die so mit der Welt umgehen?

Zu Weltverbesserungs-Hymnen mitweinen und dann alles so hinterlassen. (Thurgauer Zeitung)

Dieses Jahr gehe ich nicht an Openairs. Ich werde, ausser in diesem Post hier, auch nicht darüber schreiben. Nicht etwa, weil ich zu alt für das wilde Leben in Sumpf, Hitze und Zelt bin. Ich will einfach nicht mit Menschen zusammen feiern, die zur Weltverbesserungs-Hymne irgendeiner Alternativ-Rockband mit Tränen in den Augen das gleiche Feuerzeug hochhalten, mit dem sie am Ende des Anlasses ihr Zelt anzünden.

Die Grossanlässe wie das Frauenfelder Openair machen nicht mehr mit ihren coolen Acts und LineUps Schlagzeilen, sondern mit der Menge Müll, die am Schluss zurückbleibt. Und damit meine ich nicht die leeren Flaschen, sondern die «Nach mir die Sintflut»-Mentalität, die sichtbar wird, wenn die Leute am Ende des Openairs  ihre Zelte, Rucksäcke, grundsätzlich einfach alles, zurücklassen. Sie zerstören ihre Hinterlassenschaft auch noch, zertrümmern Zelte und zünden ihren Müll an. Was sagt das über einen Anlass aus, an dessen Ende die Leute so drauf sind? Und es sind nicht «Einzelfälle», wie man oben im Bild klar erkennen kann. Es ist schiere, unglaubliche, kaputte Dekadenz.

Aber das ist ja nicht das Einzige. Ein Freund meinte, die Veranstalter würden ihnen den Müll ja erst verkaufen, bevor die Besucher ihn liegen lassen. Und das ist neben dem Müll die zweite Plage an Openairs: Das Gelände ist ein grosses Sektenareal der Sponsoren. Man kriegt nur die überteuerten Getränke des Sponsors, nur die Zigaretten der Sponsoren, jeder Quadratzentimeter ist mit hirnwaschender Werbung zugepflastert. Um sich als Zielscheibe für den Konsumterror ausbeuten zu lassen, bezahlt man auch noch eine Unmenge. Eigene Getränke darf man nicht mitbringen, «aus Müllvermeidungsgründen». Jaja, my a**.

Ich hab diese Grossanlässe satt. Egal ob Openair oder Street Parade. Egal unter was für herzerwärmenden Mottos sie stattfinden, egal welch engagierte Bands spielen. Die Anlässe sind Mästanlagen. Man treibt die Besucher wie Schafe in ein Areal, stopft ihnen oben Dinge rein, und unten kommt Geld heraus, und als Nebenprodukt ein Gelände, das sich nicht von den Mülldeponien in Mexico City unterscheidet.

Versteht mich nicht falsch: Ich denke durchaus, dass man mit Musik auch Geld verdienen soll, auch die Veranstalter sollten ihren Schnitt machen. Wenn aber der Event nur noch darauf ausgerichtet ist, mich zu melken und die Acts nur noch dazu da sind, um mich davon abzulenken, dann hat das nichts mit mehr mit meinem Verständnis von «Festival» zu tun. Ich müsste schon eine Unmenge Drogen nehmen, um zu verdrängen, dass ich ausgenommen, manipuliert und verarscht werde.

Wenn ich also in Zukunft die Selfies von solchen Anlässen im Web sehe, werde ich mich fragen, ob der Person bewusst ist, dass sie der Festivalindustrie als Mastsau  dient. Und ich frage mich, ob das nun eine dieser Personen ist, die das Gelände so wie auf dem Bild hinterlässt. Und ehrlich, mit solchen Leuten will ich nichts zu tun haben. Und «Spass» sieht für mich persönlich irgendwie anders aus.

82 Kommentare zu «Dreck, Konsum & Rock’n’roll»

  • Andreas_B. sagt:

    Es ist wohl Zeit für eine richtig grosse Wirtschaftskrise, damit sich manche Leute mal ein paar Gedanken über den Wert von Dingen und Rohstoffen machen, über die Auswirkungen ihres Konsumverhaltens auf die Umwelt, andere Menschen im In- und Ausland und nicht zuletzt auch auf sich selbst. Ausser etwas überflächlichem Spass nichts gewesen… bis zum nächsten oberflächlichen Spassanlass. Wahrscheinlich bedenkt auch keiner, dass die Müllbeseitigung natürlich die Ticketpreise entsprechend nach oben treibt; ein Veranstalter wird kaum so dämlich sein, diesen Posten nicht grosszügig einzuberechnen.
    Ich bleibe solchen Massenveranstaltungen schon lange fern; ich fände das bloss endlos stumpf, öde und oberflächlich.

  • Ron sagt:

    Ich vermute dass die Spezies Mensch mit ihren eigenen Schatten nicht klar kommt. Parfümiert, angezogen und aufrecht gehend halten wir uns für die Spitze der Evolution……doch in Tat und Wahrheit sind wir einfach auch skrupellose Schweine geblieben.
    So sage ich, Gott behüte uns vor der Wahrheit, denn wir ertragen sie einfach nicht. Der Mensch ist gut aber auch abgrundtief schlecht. An dieser Wahrheit versucht uns die Komsumindustrie elegant vorbeizuführen und als Herdentier merken die Meisten von uns Schweinen es nicht einmal. Hand aufs Herz…dieser Openairplatz is ein Schweinestall, da gibt es einfach nichts schön zu reden. Und nun kommts…. wir sind nicht nur Schweine sondern auch noch Verantwortungslos gegenüber anderem. Diese Massenverschmutzung findet ja nur statt, weil es jedem egal ist. Zu Hause sieht es dann wieder schön chic aus. Mensch = auch Schwein. Daran führt kein anderes Wort, Gedanke und Gefühl vorbei.

  • MK sagt:

    Die Appellierung an ein anständiges Benehmen führt nirgendwohin. Wenn man ein griffiges Abfallkonzept einführen will, führt dies nur über hohe Depotgebühren. Dies stösst jedoch bei den Festivalbesuchern auf Widerstand. Übrig bleibt dann nur, dass nach dem Festival ein paar Güselmänner den Dreck in die Container werfen.

  • Küde sagt:

    Guter Kommentar.
    Aber die jungen Leute von heute schnallen das natürlich nicht, finden es sogar cool, dass sie globalen Firmen ihr Geld und der Umwelt ihren Dreck in den Hintern schieben dürfen. Kapitalismus at its best. Die Zutrittskarte kostet einen durchschnittlichen Jahreslohn der ärmsten Länder der Welt. Weltverbesserung my ass.

  • Irene feldmann sagt:

    Ob jung oder alt, das spielt keine Rolle. Müll ist eine Frage des Bewusstseins, der Verantwortung. Ob bei Konzerten, Festivals, Wanderungen. Diese leck mir am arsch Einstellung kommt vor allem vor wenns den Leuten zu gut geht. Man verliert die proportionen. Anstatt die Folks mit Geldbußen oder andern fiesen Tricks zu bestrafen gäbe es EIGENDLICH eine andere, sehr effiziente Lösung. Vor Beginn des Anlasses wird klar mitgeteilt das nach dem Anlass die Fläche sauber verlassen wird. Container und entsorgungsbehälter in Maßen bereit. Der Kick ist auch zu veröffentlichen das wenn das Gelände nicht dementsprechend aussieht, keine Festivals oder Konzerte mehr in diesem Rahmen dort stattfinden werden. Unmöglich denkt ihr hier sicher, da ja die Veranstalter Kohlegeil sind, die Musiker den geltungsdrang haben….da müsste man ansetzen, sonst ist es wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt zu umgehen und einfach eine simple Bombe im Zahn zu platzieren….da geht der Schuss auch hinten raus, nach ein paar Wochen. Es fehlt an Rückgrat und Weitsicht….

  • Svenja Sun sagt:

    Abgesehen von dem komplett asozialen Verhalten der Kulturkonsumenten finden wir hier auch mal wieder ein exzellentes Bsp. für Marktversagen. Es gibt keine Rechtfertigung, solchen umweltbelastenden Einwegdreck überhaupt zu produzieren, geschweige denn zu kaufen. Ian Schrager sagte kürzlich http://www.welt.de/icon/article143139034/Der-Erfinder-der-Tuer-scheitert-fast-am-Berghain.html zur Welt: „Es scheint, als könne ihn nur ein Thema wirklich aufregen: „Je älter ich werde, desto mehr nervt es mich, wenn etwas keine Qualität hat. Etwas zu fertigen, was nicht funktioniert, ist unsinnig. Egal, wie preiswert oder teuer es ist, egal, wie extravagant es aussieht. Ich glaube nicht, dass die Leute das weiterhin tolerieren werden.““. Leider stellt sich die Frage, ob dieses heutige billigheimernde Wegwerfvolk überhaupt noch etwas merkt. Um die Probleme der Zeit zu lösen, müsste man zur Erkenntnis mit dem Denken anfangen.

  • Volkan Aydin sagt:

    Heute gibt es in der Schweiz keine richtigen Open Airs mehr, Open Airs währen Veranstaltungen von Blues, Rock und Metalbands. Dort wurde gesoffen, geraucht, geschnupft und herumgeV**lt. Heute werden die „Grossen OpenAirs“ alle von dem selben Veranstaltern durchgeführt, was die Peinliche Musik erklärt.

    Ich habe dieses Jahr nur das Touch the Air besucht. und es war Katastrophal. Jugendliche die sich über den Schlamm beschweren. Ein Denner auf dem Gelände, Anti-Drogen Präventionen, während überall das Gras in der luft liegt. (Heuchlerisch geht es kaum).

    Während im Gelände selber noch die Grösste sucht aller Zeiten gefördert wird. Wie an der Nadel, waren die Jugendlichen in diesem Gebilde um ihre Handys aufzuladen und natürlich mit Internet und allem anderem Schwachsinn, was die richtigen Open Airs nie brauchten.
    Ich war knapp 2 Jahrzente auf jedem OpenAir, zwischen Italien und Deutschland.

    Das Problem sind nicht die Besucher, es sind die Promoter und die, die diese Unterstützen. wie all diese Radiosendern z.b.

    • Alex Kramer sagt:

      Das Problem sind eben doch die Besucher, denn diese stellen die (unreflektierte) Zielgruppe des Marktes dar. Ich war vor 30 Jahren mal an einem Pfadi-Folk-Fäscht, welches eine Woche nach dem Schlamm von St. Gallen ebenda stattgefunden hat im Sittertobel, die Überreste der Party vor einer Woche noch immer zum Denken angeregt und davon abgehalten haben, jemals wieder so einen Massen-Event mitzumachen.
      Allerdings war das noch geradezu zivilisiert, wenn man mit dem obigen Bild vergleicht.
      Es ist doch dieselbe Szene an jeder Waldfeuerstelle, wo der Abfall ganz sicher neben dem Abfallkübel landet. Hat man früher für eine Schulwanderung noch jemanden bestimmt, der den Abfallsack mitnimmt, ist die grenzen- und anstandslose Dienstleistungsgesellschaft heute der Meinung, dass dies in den Steuern mit enthalten wäre….
      An der Nase nehmen muss sich letzten Endes jeder selber, seit es gesellschaftlich verpönt ist, den Abfallsündern die Nase in den eigenen Sch….dreck zu drücken.
      Da sich die Situation Jahr für Jahr mehr zuspitzt und die Auswirkungen des Konsums immer exzessiver werden, würde ich OpenAirs nur noch alle 4 Jahre oder so zulassen, um der Entwicklung ein wenig die Spitze zu brechen.

  • Mad Mike sagt:

    Dreck, Konsum und…habe ich richtig gelesen? Rock’n’roll?

    Zunächst ist zu sagen, dass genau das open air frauenfeld DAS paradebeispiel unserer wegwerfgesellschaft ist. Woran das liegt? Ich denke das haben wir den Gästen zuzuschreiben. Sieht man sich am greenfield, gampel, st.galler und anderen open airs der schweiz um, bemerkt man, dass auf genau diesen open airs nicht derart viel müll übrig bleibt. Da kommt nun rock’n’roll ins spiel. Da das open air frauenfeld von fast ausschliesslich hip hop fans besucht wird, welche dieses verhalten nun mal seeeehr gross schreiben, ist es mir kein rätsel mehr, warum alles liegen bleibt. Zudem kommt es, dass diese, sich meiner meinung nach im unteren intelligenzrayon bewegende gesellschaft, geblendet von goldketten und „mir scheiss egal“-haltung, es noch nicht einmal auf die reihe bekommt, ihre unterkunft, geschweige denn ein pavillion aufzustellen – also warum sich die mühe machen, es wieder abzubauen? Ich war da, ich war mittendrin und habe sehr viele menschen an der benutzung des gesunden menschenverstandes scheitern gesehen.

    Dont blame rock’n’roll…blame hip hop!

  • hansruedi sagt:

    Festivals in Holland sind zu empfehlen! Wesentlich günstiger, perfekt organisiert, keine Schlägereien und Locations welche optimal sind.Dazu kommt, dass was liegen bleibt eingesammelt und für gute Zwecke gespendet wird.

    • Küde sagt:

      ‚für gute Zwecke gespendet‘ – das sind die Floskeln, mit welchen versucht wird, jeglichen Dreck und Scheiss schönzureden.

  • Hans Meyer sagt:

    Dass die Veranstalter Geld verdienen wollen, ist legitim. Mir geht hingegen die uniformierte Spasskultur der heutigen Jugend auf den Geist. Im Alltag überangepasst und kriecherisch, am Open Air aun bei der An- und Abreise darf man dann mal die Sau rauslassen. Richtige Werte haben hingegen die Wenigsten.

  • Tom Traum sagt:

    Ich glaube, ein Grossteil der jungen Openair Besucher gehört ganz einfach zu einer Generation, die das Geld lieber ausgibt als zu sparen. Dementsprechend wird auch alles einfach zurückgelassen und beim nächsten Mal halt ein neues Zelt etc gekauft. Ich beobachte diese Mentalität im Moment überall. Auf gewisse Weise verstehe ich diese Einstellung sogar, allerdings ist natürlich klar, dass man so langfristig nicht weit kommt. Auf diese Erkenntnis müssen diese Leute vielleicht erst noch kommen. Dazu kommt offenbar noch die fehlende Erziehung oder die fehlende Intelligenz. Entweder es wird einem Kind beigebracht seine Platz sauber zu verlassen (egal wo) oder der Mensch muss selber intelligent genug sein um dies aus Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und der Umwelt zu tun.

  • Reisender sagt:

    Als ich vor zwei Jahren in Uyuni / Bolivien die Dakar-Ralley (ehemals Paris-Dakar) besuchte lag anschliessend auch einiges an Müll im Zielgelände, nur räumt dort niemand auf. Wie auch hier in Nepal. Wenn ich aber in der Schweiz z.B. nach der Pause den Platz vor der Gewerbeschule anschaue, dann denke ich jeweils, dass sich unser Verhalten nicht gross von dem in der Dritten Welt unterscheidet. Nur wird bei uns halt aufgeräumt – und wir hätten das Wissen.

    • Alex Kramer sagt:

      Auf einer Töff-Tour durch Marokko haben wir dasselbe erlebt. Blieb der Dakar-High-Tech Schrott stehen, wird alles liegengelassen wo es gerade ist. Nicht nur abgerissene Kunststoff-Abdeckungen, nein, ganze Werkstattausrüstungen hat man hinter sich gelassen, dem Sponsor keine Rechenschaft schuldig darüber. Ein paar junge Leute haben sich dann damit eine perfekt ausgerüstete Garage einrichten können, wo wir die Spurstange von unserem Landcruiser reparieren liessen.
      Aber:
      Gerade dieser exzessive Form des Tourismus lässt dort die Leute glauben, dass bei uns Motorräder, Geländewagen und HighTech auf den Bäumen wachsen – gepaart mit einer Vorstellung eines Schlaraffenlandes Europa, das es zu erreichen gilt. Es ist also eigentlich unvorstellbar, was wir mit unserem sog. zivilisierten Verhalten im Ueberfluss weltweit anrichten, nicht nur in den Köpfen, sondern auch in fremden Vorgärten und Vieherden.
      Ich habe anlässlich einer weiteren Wüstenreise in Tunesien miterlebt, wie ein Südeuropäer mit SUV einem Schafhirten dessen Hund überfahren hat, weil halt gerade Showtime vor der Oase angesagt war. Für den Schaden aufkommen wollte er nicht, sondern den Hirten mit ein paar Euro abspeisen. Zu hause hört man dann wieder in sog. „Benzingesprächen“, wer angeblich mit den dicksten Eiern herumfährt und ganz sicher den Längsten hat. Cazzo!
      Die Parallelen zu OpenAirs sind nur allzu gut erkennbar.

  • loulou55 sagt:

    *D*A*N*K*E*
    Vielen vielen vielen…. herzlichen Dank für deine klaren und deutlichen Worte, Reda El Arbi.
    Ich unterschreibe jedes Wort dreifach in diesem Artikel. Per Definition von Lara Kraft gehöre ich allerdings bereits zur Kategorie „Mumifizierung hat schon eingesetzt“.
    Seit 1 Jahr lebe ich auf den Philippinen, darum mein folgender Lösungvorschlag:
    Das BA für Migration erteilt während der Festivalsaison 200 armen Filipinos eine befristete Aufenthaltsbewilligung als Festivalaufräumer. Die würden in Handarbeit alles verwertbare Material feinsäuberlich sortieren, zusammenpacken und in Schiffscontainer verladen. Der Veranstalter stellt einfache Unterkünfte und Verpflegung zur Verfügung und bezahlt den Schiffstransport der Container.
    Die Aufräumer dürfen das Sammelgut dann in ihrer Heimat an Landsleute verhökern und den Erlös als Lohn behalten. Glaubt mir, es würde jede Schraube und jeder rostige Nagel mitgenommen. Die Leute wären dankbar für dieses Material, das bei euch als Müll anfällt.
    Ja ich weiss, ich bin ein alter Sozialromantiker und NEIN, früher war nicht alles besser, aber heute noch weniger…

    • laber sagt:

      So ein Blödsinn was Sie hier schreiben. Jaja, diese armen, genügsamen Drittweltmenschlein, die so nett und immer fröhlich sind!
      Ist Ihnen eigentlich klar, dass Ihr Standpunkt derjenige eines saturierten westlichen paternalistischen Exotisten ist?

      • John F. Habidie sagt:

        @ laber: Nomen est omen

      • Alex Kramer sagt:

        ….diese reichen, unersättlichen Erste-Welt-Darmausgänge, die niemals glücklich und zufrieden sind. Ausser dann vielleicht, wenn zügellos zugedröhnt und vollgetankt….
        Vor dem Abgrund noch einmal Vollgas zu geben war schon immer mit einem unausweichlichen Ende verbunden…?
        Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen, Laberi, aber ich denke eher, dass mein Statement zutreffender ist.

  • Pascal sagt:

    …Text ist super geschrieben…trotzdem ist es schade das in einem Text alle Festivals in einen Topf geworfen werden unter dem Motto: ist es bei einem so ist es überall so.

    Nichts für ungut…aber dass sind nun mal die grossen Openairs. Hier geht es seit Jahren nicht mehr um die Musik. Die Acts sind nur noch da um die Massen an die Veranstaltung zu locken um ihnen den Werbe-Scheiss der Sponsoren aufzuzwingen. Leute…hinter den grossen OpenAirs steht nun mal nicht mehr der Gründer mit seinen Pfadfinder…diese wurden von professionellen Firmen übernommen um mehr Geld zu verdienen. Damit man etwas beruhigt ist, geloben die Veranstalter bzw. die Firmen Besserung im neuen Jahr….

    Das neuste Phänomen sind ja die „Gratiskonzerte“ von z.B. Lipton oder Energy…die machen das lieber selber…

    Die privat finanzierten OpenAirs verschwinden….ich meine die, wo die PET- & Aludosen getrennt werden….und nein ich rede nicht von einem Öko-Fest…auch nicht von einem halb staatlich finanziertem Fest wie in Nyon…nee…ich red von den Hornochsen die „kleine“ Festivals auf die Beine stellen mit 1000-3000 oder ein paar Besucher mehr….je nach Wetter…von den Volldeppen die das aus Spass machen….so neben dem Beruf…

    Es genügt meiner Meinung nach schon wenn die Gratis-Openairs die kleinen bis mittlere privat finanzierte Festivals vernichten. Wieso Eintritt bezahlen, wenn man seinen Lieblings-Artist gratis hören kann?

    ….für die wenigen privaten Veranstalter also die Volldeppen und Hornochsen dieser Branche….wie ich und meine Freunde die jährlich sich den Arsch aufreissen….aus Spass…haben es nicht verdient in den gleichen Topf geworfen zu werden wie diese raffgierigen Firmen hinter den grossen OpenAirs.

    Danke dass ihr uns in den gleichen Topf werft wie dieses Beispiel. Sooo macht es auch uns keiinen Spass mehr Festivsls und Konzerte zu organisieren. Toll!

    • Peter Lustig sagt:

      Verstehe deinen Frust über diesen Text, aber nimm’s nicht schwer. Das Ineinentopfschmeissen gehört zu den Kernkompetenzen dieses Autors, egal zu welchem Thema er schreibt.

      • Réda El Arbi sagt:

        Das Motzen ohne Argumente gehört dafür in Peter Lustigs Trickkiste. Anonym natürlich. So mutig. 😀

  • Tronco Flipao sagt:

    Auch wenn ich mich hier nicht gerade beliebt mache, aber ich finde das kein Skandal und nicht so schlimm. Die Analogie mit dem Mästen trifft perfekt zu. Aber: Zum Mästen gehört auch das Entsorgen der Gülle.
    Ich verstehe die Festivalbesucher die sich sagen „Hey, ich werde hier zigfach ausgenommen und dann soll ich denen noch den ganzen Müll wegräumen der mir angedreht/verkauft/aufgezwungen wird?“

    • Réda El Arbi sagt:

      Der Begrff „Autonomie“ ist dir fremd? Niemand eird ausgenommen, der freieillig zahlt.

      Wer ein Zelt kauft und es nach einem Openair wegwirft, sollte gezwungen werden, in einem Sweatshop in Bangladesh eines zu nähen.

      • Tronco Flipao sagt:

        Selbstverständlich wird man ausgenommen, wenn man keine eigenen Getränke mitnehmen darf und für ein Bier 6 oder mehr Franken zahlen muss. Nachdem man bereits 220 Franken Eintritt gezahlt hat. Ja klar, alles Freiwillig, man kann auch gratis zu Hause bleiben.

        Ein Festival ist wie Disneyland. Da geht man hin, konsumiert und gibt sich einer Illusion hin. Nur bleibt der Abfall am Schluss auf der Wiese liegen anstatt das er fortan weggewischt wird. Das Aufräumen gehört dazu und muss von den Festivalbetreibern einkalkuliert werden. So wie es die Streetparade auch macht. Schalt einen Bünzli-Gang runter, es ist halb so wild. (Ja, der letzte Satz dient nur dazu, Dich etwas zu provozieren)

        Übrigens, das mit dem Sweatshop ist ein super Idee. Können wir auch gleich die, die ein funktionierendes Smartphone wegwerfen und durch ein neues ersetzen in ein Foxconn Werk in China schicken?

        • Benedict De Rochard sagt:

          @Flipao: Der Vergleich hinkt stark. Bei der Street Parade wird soviel Müll hinterlassen, weil es an Kübeln und Containern mangelt. Bei Festivals hingegen stehen die an jeder Ecke. Auch die Argumentation ist lausig, von wegen man hätte ein Recht, Plastikbecher und Verpackungen überall aufs Gras zu knallen, weil (buhuhu) der Eintritt so hoch und das Bier so teuer war. Auch waren Sie bestimmt noch nie in einem Disney-Ressort. Dort kommt nämlich schnell jemand angerannt, wenn Sie Dreck machen.

        • Alex Kramer sagt:

          Kannst ja zu hause bleiben und mit ein paar Nachbarn im Garten eine schöne Party feiern. Wahrscheinlich eher nicht, weil dann selber aufgeräumt werden und ab einer gewissen Uhrzeit noch auf Nachbarn Rücksicht genommen werden muss?
          Heute schon in den Spiegel geguckt?

    • Andresa Ruuska sagt:

      Hier geht es nicht um den Ticketpreis, Konsum, Abzocke etc. Hier geht es ganz alleine um die Kinderstube! Wo immer auf der Welt ich bin hab, ich meinen eigenen Abfall zu entsorgen. Ohen wenn und aber! Dies ist Erziehung und gutes Benehmen. Jeder der sein Abfall liegen lässt hatte eine schlechte Erziehung und ist ein verwöhnter Goof. Ich bin fast an jedem Festival und ich hinterlasse alles so wie ich es vorgefunden habe!!

      • Küde sagt:

        Ruuska, aber der Post von Tronco zeigt schön, wie Leute tatsächlich glauben, sie hätten Gratis-Musik zu gute und wenn sie schon viel zahlen, dann soll auch jemand anders aufräumen. Wegbleiben ist für diese Generation keine Option mehr, die ist sowas von gehirngewaschen. Viele dieser Menschen sind meiner Meinung nach auch zuwenig intelligent, um die grösseren Zusammenhänge im Land, auf der Welt etc zu verstehen. Dumm und zu reich.

  • Manuel Hofer sagt:

    Es ist simpel: Das Entwickeln von Liebe und Mitgefühl gegenüber Anderen Menschen und der Natur spielt in der heutigen Erziehung keine Rolle mehr. Das ist der Outcome…

    • Ivan Casale sagt:

      Dafür gibt es heute für Alles, vom A wie Arschkriechen bis zum Z wie Zumüllen, Konzepte. Konzepte und vergessen wir nicht die Kompetenzen, und vielleicht darf man auch noch die Kreativität anfügen. Diese 3 K’s sind immer dabei; überall. Sonst geht heute gar nix mehr. Und wo nichts mehr geht, gibt’s auch keinen Kommerz…..K ist ein Scheissbuchstabe.

      Sorry, isch heiss.

  • David sagt:

    Wie tut das gut zu lesen, dass es Menschen gibt die mit der gleichen Fragestellung die Welt betrachten und sogar zum selben Schluss kommen. Und an alle die auf die Sachzwänge rund herum aufmerksam machen. Sachzwänge haben einen Bullshit noch nie wirklich besser gemacht. Die Sachzwänge sind die allestötenden Sinnkiller-Amnestien für die Hinterletzten Mitläuferinnen und Läufer. In so einer Situation kann man entweder wider besseres Wissen mitmachen, oder man sucht nach Alternativen und wenn es keine Alternativen gibt wartet man bis sie hoffentlich doch entstehen.

  • Mia Laria sagt:

    Naja, es klappt auch an grossen Festivals wie bspw. der Fusion in DE mit 30’000 Besuchern. Da hatte ich nach 4 Tagen am Sonntagabend regelrecht Mühe, meinen Müllsack vollzukriegen, um mein Pfand zurückzuerhalten! Raucher benutzen Taschenaschenbecher, mitgebracht werden darf so viel man möchte (kein Konsumzwang), sichtbare Sponsoren sucht man vergeblich auf dem Gelände. Das war echt eindrücklich für mich als jahrelange St.Gallen-Besucherin 🙂

    • Hannah sagt:

      Die Fusion hat sogar 60.000 Besucher, es gibt nur vegetarisches Essen, die Atmosphäre ist kreativ ausgelassen aber friedlich und alle sammeln am Ende ihren Müllsack voll. Das Konzept ist Feierkommunismus. Menschen können also auch intelligent leben, zumindest temporär. 🙂

      • Stefan sagt:

        Naja, bei der Fusion habe ich den Eindruck, dass in den letzten Jahren die „Müllsammeldisziplin“ auch (stark) nachgelassen hat. Ich bin immer bis Montag oder Dienstag geblieben, da sieht man gut, was zurück gelassen wird.
        Während dem Festival wird auf dem Gelände zum Glück immer gut aufgeräumt aber ist auch da bedenklich wie viele Leute ihren Müll einfach auf den Boden werfen anstatt in einen der zahlreichen vorhandenen Kübeln.

        • Hannah sagt:

          Mag vorkommen, aber die Sacksammelei zur Pfandrückerstattung sorgt am Ende doch für erstaunliche Sauberkeit nach der Feierei von 60000.

  • Heiris Marolf sagt:

    Ich stimme in den meisten Punkten zwar zu aber es ist wichtig, dass man hier die Frage nach dem Weshalb stellt. Vielleicht mag man seinen Müll nicht mehr selber wegräumen, wenn man schon 300 CHF für einen Eintritt zu einer Gewerbeausstellung hingeblättert hat. Hinzu kommt, dass die billigst produzierten Zelte und Pavillons ein solches Wochenende gar nicht überstehen und ein zweites Mal nicht benutzt werden können (wehe, es regnet!). Teures Equipment mitnehmen geht auch nicht, da die Chance zu gross ist, dass es von Dritten zerstört oder gestohlen wird.

    • Küde sagt:

      Heiris, niemand zwingt dich, 300 Stutz für eine Gewerbeausstellung hinzublättern. Bloss deine Langeweile. Also hör auf zu jammern.

  • Hannah sagt:

    Wie der Steinzeithomini überall nach Bedarf und Laune hinschiss, so lässt der im 21. Jh. noch immer unzivilisierte humus sapiens sein Zeug einfach liegen. Das einstige Affenhiirn scheint sich hier nicht wesentlich weiterentwickelt zu haben. Erste Skizzen der Täter-innen http://palaeos.com/vertebrates/primates/images/Australopithecus_afarensis_new.JPG wurden veröffentlicht.

  • hjb01 sagt:

    Einfach selber schuld. Für Musik wird nicht mehr bezahlt, nur noch gratis heruntergeladen. Konzerte werden somit für die Künstler immer wichtiger als Einnahmequellen und für die Gagen müssen die Veranstalter tiefer in die Kasse greifen. Somit werden die Events mit Werbung (teil)finanziert und es wird versucht Mehreinnahmen zu generieren mit Getränkeregelungen. Es hat alles einen logischen Zusammenhang und auch für die Entsorgung der Müllberge zahlt schlussendlich jemand.

  • Carla sagt:

    Ich hätte mein Zelt das letzte Mal sehr gerne wieder nach Hause genommen, aber da waren Idioten unterwegs die die Zelte von Fremden aufgeschnitten und demoliert haben… Dann doch lieber ein neues kaufen (und von da an jeweils am Abend wieder nach Hause, das muss man sich ja echt nicht an tun)

  • Karl Eigenmann sagt:

    Die Beiträge von Réda El Arbi gefallen mir immer besser. Obschon es vermutlich keine Ballade einer alternativen Rockband in Frauenfeld gegeben haben dürfte… Vor über 20 Jahren habe ich mich dem Paléo Festival verschrien, einmal bin ich in Bern und einmal in St. Gallen „fremd“ gegangen – das ist aber auch schon deutlich mehr als eine Dekade her und am Paléo war ich seit den 10er Jahren auch nicht mehr. Aber die zwei Mal fremdgehen hatten es in sich. Als ich in Bern/St. Gallen war, wollte ich einfach nur noch weg… schon beim Eingang am Gurten, als mir so ein bulliger Bronco die Eier streicheln musste, wollte ich am liebsten schon wieder umkehren, aber ich blieb, denn der Drang Nick Cave zu erleben, war zu gross und die im Schlafsack geschmuggelte Flasche Rotwein (extra eine im Jutesack -> keine herumliegenden Scherben produzieren) überlebte die Attacke des Broncos ja auch unbeschadet – das Konzert war dann grossartig, der Rest am Gurten, für mich als Paléo-Jünger aber kaum zu ertragen – eben die Werbung, die überteuerten Getränkepreise (das schlechte Bier), alles total kommerzialisiert – einfach übelst! St. Gallen war noch früher, da musste ich hin, um ratm nochmals sehen zu können (nach dem Supergig im Volkshaus 93) – in St. Gallen gab es für meinen Geschmack dann einfach 10’001 Hippies zu viel und ich fuhr nach dem ratm-Auftritt schnell wieder nach Hause. Mittlerweile bin ich zu bequem geworden, um mir die Woche Paléo noch zu geben – müsste danach wohl noch eine Woche Ferien nehmen, um wieder anständig runter zu kommen. Das Konzept in Nyon ist anders, da beteiligen sich viele der ortsansässigen Vereine an der Organisation – damals bekam man für 10 Stutz einen Teller mit leckerem Essen, egal an welchem Stand – der Preis war einheitlich günstig, wie auch die Getränke usw., inkl. Eintritt in die schöne Seebadi gleich neben der UEFA. Ich hoffe, dass es sich nicht gross geändert hat. Probier es mal aus, sowohl Kommerz, Instrumentalisierung und Abfallberg auf der Zeltstadt am Montag, waren in einem erträglichen Mass und die Preise eben auch. Aber: on parle français und isst Raclette im Sommer… der Wurm krümmt sich am Genfersee eben irgendwie anders…

  • Jan sagt:

    Ich hatte meine Festivalzeit Ende der 80er und Anfang der 90er. Da kriegte man ein Festivalwochenende noch für unter CHF 100.-, inklusive Zeltplatz, Auch vor der Bühne durfte man stehen ohne gleich für „Superdupercircle“ bezahlen zu müssen. Getränke und Food konnte man in der Kühlbox mitbringen, solange kein Glas war alles kein Problem. Man musste sich auch nicht durch einen Sponsoring Schilderwald durchkämpfen. Die einzigen, die etwas verteilten waren die Hare Krishnas mit Ihren Küchlein…. immer Wilkommen wenn mal die Kohle ausgegangen ist und wir Hunger hatten. Es war einfach eine gemütliche Athomsphäre. Jetzt, mit über 40 gehe ich bestimmt nicht mehr an ein Festival. Das sollen die heutigen Jungen tun, sie sollen es so tun wie es für sie stimmt, ich bin da raus. Auch wenn sie mir ein bisschen Leid tun.

  • ich bin ein konsumautomat sagt:

    letztes jahr wurde in 10 vor 10 darüber berichtet. es wurde vor allem gezeigt, wer dann den dreck wegmachen muss. das waren putzequipen, in denen es viele asylanten hatte. ich habe mir versucht vorzustellen, wie das ist, wenn man aus einem vom westen arm gehaltenen land hierherkommt und dann in der putzequipe für so ein festival arbeiten muss. das muss schon ein sehr abstrakter blick sein. naja, der westen ist ja eigentlich am ende, lange kann er so nicht mehr weitermachen.

    @el arbi: toll der kontrast im text feuerzeug larmoyante gefühle zu weltbesserungshymne -> konsequenzenlose dreck scheissende mastsau

  • lala sagt:

    Man rechne mal ein Grossfestival so pro Person:
    CHF 220.00 Eintritt.
    CHF 40.00 Parkplatz
    CHF ~400-1000 „Diverses“ (je nach finanziellen Möglichkeiten/Durst)
    +CHF 30-50 Zelt
    +CHF ~10-20 Baldachim
    +CHF10-20 Stuhl

    „Oh nein, die schrecklichen Müllberge/Entsorgungskosten“.

    Das Problem ist simpel:
    Ein grosser Teil der Zelte u.ä. welche an diesen Festivals stehen sind ganz einfach Wegwerfartikel, halten auch dementsprechend viel aus und werden auch dementsprechend behandelt.
    Das muss man nicht gut finden, sich darüber aufzuregen ist aber eher lächerlich.

    Wer übrigens bei kleinen Festivals schauen geht, wird feststellen, dass es dort durchaus weniger verschwenderisch zugeht. Es ist kein generelles Kulturphänomen und war Ende der 90er bereits ähnlich wie heute.

    • Réda El Arbi sagt:

      Vielleicht ist man einfach echon etwas stumpf, wenn man sich über diese Art mit Ressourcen umzugehen, nicht mehr aufregt. Dann lieber lächerlich.

      • Lala sagt:

        Dagegen spricht ja nichts.

        Aber sich ausgerechnet Festivals auszusuchen, welche Umwelttechnisch schon immer grober Unsinn waren, um darauf hinzuweisen wirkt das auf mich eher einfach aufmerksamkeitsgeil.

        Ich nehme mein Zelt, sofern noch halbwegs tauglich, übrigens jeweils wieder mit und stimme der Grundaussage deines Blogs durchaus zu. Ich denke einfach, dass hier ein bestehendes Problem am falschen Beispiel angegangen/besprochen wird.

        • Réda El Arbi sagt:

          es ist Festivalsaison. Das gibt den Thema die jetzige Relevanz. Wenn ich die Natur insgesamt schnell retten will, kette ich mich an einen Baum. Bis dahin zeige ich anhand aktueller Gegebenheiten dämliches Verhalten auf.

  • Matthias Schaerer sagt:

    Nach Generation X und Generation Y sind wir halt jetzt wieder bei Generation W(aste) angelangt.

    • Alex Kramer sagt:

      Ich bin für radikale Flurbereinigung. Nach solchen Bildern von solchen Veranstaltungen immer.
      Bei uns auf dem Geschäftsparkplatz stehen die protzigen Fahrzeuge (Genitalverlängerungen) der Kurierfahrer, welche nach getaner Arbeit ihre Cola-RedBull- und-was-weiss-ich Dosen und Plastiktüten einfach hinter das Auto bei der Mauer abstellen. Die reinste Müllhalde, und oben drauf thront irgend so ein unterbelichteter Depp, der zur Krone der Schöpfung dazugehören soll…?
      Dieses Verhalten ist bei denen längst in Fleisch und Blut übergegangen, und sie würden nicht mal merken, woher die Plastikberge in den Meeren und an den Stränden kommen, selbst wenn man es denen noch erklären würde.

  • Wie kann man eigentlich bloss auf die bescheuerte Idee kommen, sein Zelt nicht mitzunehmen? Diese Leute sind respektlos, gegenüber der Natur und den Leuten, die den Dreck dann wegräumen müssen. Zudem MUSS man ja kein Zelt von Sponsoren annehmen. Ausreden, nichts als Ausreden.

  • Philipp Rittermann sagt:

    tja. zeitgeist, zeitgeist. die wohlstands-degeneration lässt grüssen. da hat der idealismus einen schweren stand. wobei die gruppendynamik hier zusätzlich das ihre beisteuert, dass wenn einer beginnt – auch der nachbar – seinen müll liegen lässt. zweitens. was hänschen nicht lernt. die eltern der „müll-generation“ legen mehr wert auf die moneten, als auf die umwelt. der ökonomie solls recht sein. dieses verhalten spielt einer manipulativen elite in die hände. vielleicht sollten sich die müll-touristen einfach bloss folgende frage stellen -> „bin ich wirklich frei?“ fazit für mich. überbordender konsum, verantwortungslosigkeit und gleichgültigkeit sind eine kompensation für fehlende (richtige) werte.

  • Roman Meier sagt:

    In den USA, in der Wüste des Bundesstaates Nevada, findet jedes Jahr das Burning Man Festival statt, eine riesige Kunstaustellung und Party. Die Veranstalter sorgen dort dafür, dass am Ende (nach acht Tagen) nicht EINE Colabüchse liegen bleibt, so als wäre dort nie etwas gewesen. Es geht also!

    • Andreas Müller sagt:

      Nicht mal ein Zigistummel!
      Seit ich letztes Jahr dort war kann auch ich nicht mehr an die üblichen grossen Festivals gehen. Es gibt aber einige Ausnahmen. Grosse Festivals gehören aber abgesehen vielleicht noch von der Fusion nicht dazu. Und die kleinen verrate ich hier nicht – wer sie kennt soll sich glücklich schätzen 😉

    • Marc sagt:

      Ähm, das machen die Veranstalter vom Openair Frauenfeld auch? Würde mich mal interessieren, wie’s am Burning Man-Festival aussieht, bevor die Veranstalter die Putztruppen losschicken.

      • Stefan sagt:

        Auch während dem Burning Man Festival sieht man praktisch keinen Müll herum liegen, ist wirklich eine Freude! Falls doch mal was am Boden liegt, wird dies sofort von irgend jemandem aufgesammelt. 2012, als ich am Festival war, hab ich von einem Burner gar einen kleinen Rüffel eingefangen, als ich mit meiner Zigi auf den Boden geäschert habe…

  • Pola sagt:

    zum glück zwingt dich/mich/uns ja niemand an solchen anlässen teilzunehmen. und glücklicherweise gibt es auch festivals, die fernab von kommerz funktionieren.

  • Lara Kraft sagt:

    Réda, Du wirst langsam zu einem alten Sack. Ich erinnere mich noch an das St. Galler ende der 80er. Sah tupf genau so aus. Nur damals gab es halt keine Handys mit Photofunktion und keine 20Minuten mit Leserreportern.

    • Réda El Arbi sagt:

      Auf Woodstock, die 80er und die 90er kann ich keinen Einfluss mehr nehmen. Auf die Festivals vom nächsten Jahr schon.

      Früher war nicht alles besser, aber weniger Festivals, weniger Leute und sie waren nicht von multinationalen Firmen gekauft, um ihren Dreck an die Besucher zu verschachern

      • Lara Kraft sagt:

        Das mit den Konzernen ist natürlich schon richtig. Aber wenn ich schon von den Multi-Konzernen für viel Geld gevögelt und mit Gratis-Zelten versorgt werde, sollen die für dias Aufräumen bezahlen. Am besten sehr teuer.

        Ich persönlich würde nicht mal einen Ziggistummel einfach so wegwerfen. Aber wenn man glaubt, tausende Kilos an Wegwerf-Kunststoff in das Festival pumpen zu müssen, dann sollen diese brennen (Zürcher Jargon für zahlen)

        • Réda El Arbi sagt:

          Das tönt ja wirklich so, als ob die Konsumenten keine Eigenverantwortung haben. Was erzählen wir da unseren Enkelkindern? „Wir konnten nicht anders, die Konzerne haben uns das verkauft!“?

    • Marcel Liechti sagt:

      Was bitte hat das mit altem Sack zu tun? Entweder findet man ein solches Verhalten widerwärtig oder nicht, Das hat nicht mit dem Alter zu tun sondern mit der Erziehung und dem Charakter.

      • Lara Kraft sagt:

        Solche Leute wie Du, Marcel, welche immer auf Erziehung und Charakter plädieren, sind genau diejenigen, welche sich unglaublich aufregen, wenn man diskutiert, dass diese dünnen Raschelsäckchen verboten gehören. Da ist dann die persönliche „Freiheit“ plötzlich wichtiger als der Umweltschutz.

    • david mercier sagt:

      keine Ahnung wo du da warst „lara kraft“ aber sorry so sah es am st.g. openair in den 80igern nie aus

  • hanspeter sagt:

    naja, in den späten 80ern und dann den 90ern wars auch nicht besser, dazumal wurde immerhin der grossteil der zelte noch mitgenommen. ich habe dann später lange neben einem festivalgelände gearbeitet… es sah jedes jahr so aus. grossanlass eben. die besondere „atmosphäre“ welche scheinbar an diesen anlässen herrschen sollte hat mich genau deswegen noch nie interessiert.

    mastvieh? konsumenten eben. ein synonym.

  • Sinnstifter sagt:

    super geschrieben und absolut auf den Punkt getroffen. obwohl schon über 40ig find ich Musik, leckeres Essen, tolle Menschen, stimmungsvolles Ambiente nach wie vor etwas sehr schönes und wir sollten auch in unserer doch sehr beschäftigten Welt nicht vergessen zwischendurch auch miteinander zu feiern. doch zum Feiern richte ich es mir auch schön ein, ich will ja eine schöne Feier und ich möchte in Zukunft wieder feiern können, mit ruhigem Gewissen wieder barfuss über die Wiese laufen können oder auf den Boden sitzen…ja einfach geniessen und es schön haben.

    Zum Feiern gehe ich nicht auf eine Müllhalde und ich lasse auch keine solche zurück, einfach weil es mir wichtig ist und weil ich anderen Menschen auch dankbar bin, wenn sie einen Platz so verlassen, wie sie ihn wieder anzutreffen wünschen. Das hier, dass ist einfach schlicht und weg nur Bequemlichkeit und Ignoranz, sind wohl viele Kinder die von Kinder erzogen wurden und vielleicht zu hause im gleichen Müll leben wie sie das hier machen. Oder sie haben einfach zu viel Geld und lassen nach einer Sause die billige Putzfrau kommen, welche dann auch bei ihnen zu Hause wieder alles sauber macht.

    Schöne neue Welt ist das….doch zum Glück gibt es die kleinen feinen, farbigen, fein klingenden und lecker schmeckenden Festivals und Open Airs…wo Menschen gemeinsam etwas schönes zelebrieren und zeigen, dass sie nicht diesem Konsum verfallen sind sorge tragen zu dem was da ist und gleichwohl ein wunderbares Fest feiern können.

  • daniel hofer sagt:

    Ich gehe seit 11 Jahren an’s Greenfield, parkiere mein Auto auf dem ehemaligen Interlakner Rollfeld und übernachte 4 Nächte im Zelt. Mit dem „earlybird“ – Ticket gibt’s über 40 Bands für unter CHF200.- Und zwar richtige Weltstars wie Iron Maiden, Motörhead und Rammstein. Im Gegensatz etwa zum Gurten, wo allen Ernstes die trotteligen Fanta4 headlinen. Das Greenfield – Publikum säuft, ist tätowiert, steht auf Hardrock und Metal, ist nicht velobünzlig und säuft (ich sag‘ es zweimal). Und hinterlässt fast keinen Unrat. Am Sonntagmorgen sieht es so aus als hätten die Leute schon geputzt und aufgeräumt. Mit anderen Worten oder was ich damit sagen will: jede Musik (in Frauenfeld müsste man sagen „Musik“) hat das Publikum das sie verdient.

    • geezer sagt:

      das kann ich bestätigen. dasselbe gilt für gewalt an solchen metalfestivals. null. da können auf der bühne kunstblutsaufende hobbysatanisten stehen und einen sound produzieren, dass otto normalverbraucher angst und bange wird. aber die anwesenden benehmen sich wie anständige bünzlis. respekt! das zeigt, dass es auch heute möglich ist, grossanlässe einigermassen geordnet durchzuführen.

      ganz generell zum unterschied durchschnittlicher festivalbesucher/durchschnittlicher fussballfan: man wagt sich gar nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn 50’000 fussballfans verschiedener teams 3 tage inkl. alk auf dem gleichen gelände verbringen würden. dass es tote geben würde, wäre ja klar. es bleibt nur die frage wie viele. insofern sind musikfestivals schon eine andere liga. dreck hin oder her!

  • realist sagt:

    gratulation an den autor: schön und treffend auf den punkt gebracht.
    ich will auch nicht in die leier verfallen, früher sei alles besser gewesen, aber ich bin als teenie und twen in den 80ern und 90ern regelmässig an gigs gegangen, wo man sich sowas zu hinterlassen schlicht nicht getraut hätte. wahrscheinlich, weil uns damals noch anstand und respekt beigebracht wurde. ins gleiche kapitel fallen ja auch die „ich fresse lieber gras als abfall“-plakate entlang der kuhweiden. ich kann es mir schlicht nicht anders erklären, aber es muss letztendlich damit zu tun haben, dass die kinder und jugendlichen von heute alles dürfen, was immer sie wollen. dieser ganze anti-autoritäre erziehungsschwachsinn ohne grenzen und regeln hat dazu geführt, dass die junggeneration erst gar kein bewusstsein für recht und unrecht, gehört sich und gehört sich nicht entwickeln. und wir erwachsenen wundern uns dann, warum sich die jungen noch nicht mal für ihr volldekadentes verhalten schämen. wieso sollten sie? wir haben es ihnen ja nie gesagt, weil man sonst ja als autoritärer terror-elter (!) bezeichnet und ausgegrenzt wurde.
    alles in allem gibts nur eine lösung: es muss übers portemonnaie gehen: pro mitgebrachtes zelt ein hunderter depot mit nummer, und beim rausgehen nur mit zelt und nummer gibt’s den hunni zurück.

    • skeptiker sagt:

      Einige Junge von heute werden überhaupt nicht anti-autoritär erzogen, sondern neoliberal- bürgerlich sowohl durch die Familie wie das Soziale. Konkret auf den eigenen persönlichen Vorteil mit der Botschaft „du bist der Beste“ konditioniert. Das Neoliberale Erziehungsmodell besteht nur aus diesen zwei Maximen. Dadurch wird man natürlich manipulierbar. Das nennt man Neoliberalismus, der auch in einige Familien und deren Erziehungstrukturen eingedrungen ist, das betrifft die ganze Gsellschaft.

  • geezer sagt:

    gut geschrieben! ich war auch schon länger nicht mehr an festivals (obwohl ich ein grosser fan von live musik bin), aber besuchte früher doch einige. diese „nach mir die sintflut-haltung“ muss schon zu denken geben. klar, an festivals mit zehntausenden von besuchern gibt es zwangsläufig viel müll. aber die veranstalter haben in den letzten jahren dazugelernt, und man kann diesen mittlerweile gut entsorgen. und wenn ich nach einem festival nach hause gehe, breche ich die zelte ab und überprüfe dann, wie ‚mein‘ platz aussieht. kronkorken, dosen, plastik etc. wird eingesammelt und entsorgt. simpel. aber eben…

    dass gerade ein openair wie frauenfeld es dem gast erlaubt, nur wenige eigene getränke mitzubringen, ist echt ein witz. es geht hier nur noch ums gnadenlose melken der kundschaft. genauso kann ich nicht verstehen, wie leute bei em und wm events einfach so akzeptieren, dass sie nur sponsorengetränke zu überrissenen preisen im so genannten public viewing bereich konsumieren dürfen. irgendwie ist da der gebrauch des ausdrucks ‚public viewing‘, der u. a. im englischen sprachraum auch ‚öffentliche aufbahrung von toten‘ bedeutet, passend. hirntote konsumtrottel, die einfach überall dabei sein wollen und dafür gerne bereit sind, irgend einer globalen bude in massen die kohle nur so in den rachen zu werfen. eigentlich mag ich im zusammenhang mit sogenannten grossevents banner und stände von coca cola, heineken, carlsberg etc. gar nicht mehr sehen. es törnt nur noch ab!

  • Natischer sagt:

    Früher war «If You’re Not Paying for It; You’re the Product.» Heute wird dafür auch noch üppig Eintritt genommen.
    Aber eigentlich sind wir inzwischen glaubs einfach zu alt für den Scheiss.

  • Tom Maier sagt:

    Bravo!

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