«Einmal Gehirnwäsche, bitte!»

Wir bemerken die Gehirnwäsche nicht mehr, obwohl wir sie bezahlen.

Wir bemerken die Gehirnwäsche nicht mehr, obwohl wir sie bezahlen.

Heute morgen auf meinem Weg durch die Stadt fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen: mir wurde das unablässige Bombardement von Werbebotschaften, die ich sonst nicht wahrnehme, bewusst. Ich kam mir ein wenig vor wie Neo, als er sich in «Matrix» für die rote Pille entschied und aufwachte.

Ich fing an zu zählen, und in weniger als 20 Minuten kam ich auf über 600 Werbebotschaften – Plakate, Aufdrucke, Inserate, Einspielungen auf den Apps im Handy, Tragetaschen und (am allerschlimmsten!) Menschen, die grosse Werbeaufdrucke auf den Klamotten trugen, für die sie gutes Geld ausgegeben hatten.  Und ich hab sicher die Hälfte übersehen.

Es war unglaublich. Und nicht nur die Anzahl der Botschaften, auch deren Qualität. Nichts mit nachhaltiger Kundeninformation, sondern ein visuelles Geschrei mit neonfarbenem Bassbeat über ein optisches Megaphon : «Wir sind die Geilsten!» oder «Mit uns bist du der Geilste.» Glück in Tüten, wenn ich den Sch**** kaufe, den die Werbung anpreist.

Die Stadt ist zugepflastert mit Werbung. Und wir nehmen sie nicht mal mehr wahr. Das war nicht immer so. Ich kann mich an eine Zeit erinnern, in der Werbung zwar auch schon sehr präsent war, aber nicht in dieser unglaublichen Flut.

Ich mein, wer will das? Als «Orange» vor ein paar Wochen salzig wurde, haben die Agenturen uns diese Information mit einem Presslufthammer ins Gehirn gefräst. Nach zwei Tagen hab ich die neue Marke gehasst, und mit mir viele andere. Nicht wegen des neuen Namens, sondern wegen der Art, wie der Namenswechsel maschinengewehrartig kommuniziert wurde. Es gibt eigentlich nur ganz wenige Stücke aus der Werbeindustrie, die man wirklich sehen will. Sicher weniger als 0.1 Prozent des Ausflusses aus diesem Business. Aber normalerweise läuft das so:

Kampagnenverantwortlicher 1: «Wir haben mit 10 000 Plakaten und 1 000 000 Pageviews den Umsatz nur um 0.0001 Prozent steigern können. Was sollen wir tun? Sollen wir bessere Werbung machen? Sollen wir bessere Produkte verkaufen?»

Kampagnenverantwortlicher 2: «Nö, vergiss es. Lass uns einfach nochmals 50 000 Plakate aufhängen noch nochmals 5 000 000 Pageviews einkaufen.»

Niemand will Werbung. Oder kennt Ihr jemanden, der Werbung will? Für Waschmittel, Getränke, Mobilverträge? Dauernd und überall?  Niemand. Ausser natürlich die Werbeindustrie. Und weil die Werbeindustrie das weiss, macht sie Werbung, die man bewusst nicht mehr wahrnehmen soll. Eine Gehirnwäsche also.  Ein Freund, ein Werber, meinte mal : «Der Hirnfick zielt tief ins Unterbewusstsein. Du sollst Werbung gar nicht mehr bemerken.» Und wir lassen das zu. In unseren Städten, in unserem gemeinsamen, öffentlichen Raum, lassen wir uns das Gehirn weichklopfen und belohnen das, indem wir den Schrott, der uns garantiert glücklich machen soll, auch noch kaufen.

Ja, ich weiss, es hängen Arbeitsplätze an der Werbung. Leute, die eigentlich Kunst machen wollen, sitzen an Computern und benutzen ihre Kreativität, um uns Yoghurt anzupreisen. Andere Leute, die eigentlich Philosophie, Psychologie oder Soziologie studieren wollten, überlegen sich Strategien, wie man das Produkt noch besser mit Glückseligkeit einschmieren und uns noch tiefer ins Hirn pressen könnte.

Und ja, ich weiss, ohne Werbung hätte auch ich keinen Job. Journalismus lebt davon, den Leuten ein Müsli aus in Werbung eingeweichten Informationsflocken vorzusetzen.

Aber das ist keine Entschuldigung. Wenn man die Leute nur noch informieren kann, wenn man ihnen gleichzeitig irgendwelchen Schrott andreht, ist das höchstens ein Zeichen, dass bei uns etwas gewaltig schief läuft.

Vielleicht hilft das hier:

98 Kommentare zu ««Einmal Gehirnwäsche, bitte!»»

  • G. Nardone sagt:

    WErbung funktioniert nach diesem Muster: Ein Verlangen nach einer Emotion zu wecken und das befriedigende Gefühl mit dem Kauf oder dem Besitz des beworbenen Produkts oder Dienstleistung zu assoziieren.
    Aber die Frage ist, kann man ein Verlangen wecken das gar nicht existiert? Oder ist es eben Manipulation, im Sinne, dass ein Verlangen in einem Menschen sozusagen künstlich ‚eingepflanzt‘ wird? Und selbst wenn Werbung nur noch sachliche & technische Informationen beinhalten würde, kaufen wir was auch immer tatsächlich aus rein rationalen Gründen oder doch eher um eine Befriedigung, eine Emotion, die wir mit dem bestimmten Produkt selbst verknüpfen, aber wir die Entscheidung dessen dann ‚rationalisieren‘?
    Aber bevor das ‚Opfer‘ einer Werbung dann in einen Laden spaziert um das Produkt zu kaufen, kann er da nicht jederzeit innehalten um darüber nachzudenken, ob der Kauf der beworbenen Sache ihn auch wirklich befriedigen würde? Schlafwandelt man ab dem Zeitpunkt der gespritzten Werbe-Dosis bis zur Herausgabe seines Geldes für das beworbene Gut? Wer wird mir schon die Behauptgung abnehmen, ich wäre zum Kauf z. B. meines neuen Cayenne ‚manipuliert‘ worden? Gibt es überhaupt einen objektiven Beweis für ‚Manipulation‘ im Generellen? Wenn ja, wo sind denn in diesem Zusammenhang die Sammelklagen?
    Dennoch kritisiere ich hie und da Werbung auch, aber eigentlich nur dann, wenn ihr Unterhaltungswert für mich unbefriediegend ist.

  • ra koch sagt:


    Man muss es dann so einrichten, dass einer der PR nicht begegnen muss. Nicht mal Kirchenglocken gibt es hier im Dorf, kein Plakat (aber der echte Storch auf seiner Stange klappert für die Belange der Natur).
    Weil Werbung ist solange legitim, wie man nicht Gegenbeweisen kann, dass sie gesundheitsschädlich ist;
    nur daß sie hilft, ein Burnout auszulösen:
    Lärm, Reflexe, Schrille, Lichtfarben; rundum ist es genug!

  • Aaron sagt:

    Mensch! Wirst du eigentlich nie erwachsen? „Werbeflut“, product placement, page views und Rage Against the Machine? Ist ja so was von Neunziger! Na und? Machst doch eigentlich selbst nichts ausser PR und Werbung, oder? Und wolltest wahrscheinlich auch mal Kunst machen oder irgend ein Phil. I-Studium abschliessen. Wie fast alle Schreiberlinge.

    • Réda El Arbi sagt:

      Wenn ich mir ernsthaft drüber Sorgen machen würde, was 90er, 80er oder 00er ist, wenns um Werte geht, wärs an der Zeit, mich mit meiner original 1873er Hipsterpistole zu erschiessen.

    • max sagt:

      Heutzutage sind wir alle Künstler und alles ist Geist

  • KMS a PR sagt:

    werbung ist dazu da, den bürger „systemkonform“ zu machen. sie ist genau so manipulativ wie die politik – nur effizienter und schöner verpackt. und alle fallen wir darauf rein. je gesättigter, desto unkritischer.

  • küde sagt:

    es gibt städte, die lassen werbung bewusst verbieten.
    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Wenn-die-Werbung-weg-ist/story/20548953
    bei uns ist halt eine grosse mehrheit für werbung.
    so einfach ists.

    • Clara sagt:

      Aus dem link: „Im Gegensatz zu anderen Werbeformen kann man Plakaten nicht aus­- weichen. Sie drängen ins Blickfeld, ob man will oder nicht. Das ist wie Privatfernsehen ohne Umschaltknopf.“ – so ist es. Plakate sind objektive optische Umweltverschmutzung, wie Werbung im subjektiven auch.

  • Albert Baer sagt:

    Werbung ist geistige Umweltverschmutzung.

  • Thomas1 sagt:

    Werbung ist Propaganda, die Werber sind Huren, die für jeden und alles Halbwahrheiten inszenieren, wenn es dafür Kohle gibt. Ganz einfach. Aber natürlich reden Werber und Marketingleute diese Tatsache schön – ist ja auch ihr Job, Dinge schön zu reden.

    • max sagt:

      Das Peinliche bei den Werbern ist ja, dass viele von denen glauben, sie seien Künstler. Allerdings muss man sich heutzutage die Frage stellen, ob Künstler nicht auch Werber sind. Der Markt – ohm!

  • Julia sagt:

    Teile die beschriebenen Beobachtungen zutiefst, danke!
    An dieser Stelle sei auf die IG Plakat Raum Gesellschaft hingewiesen: http://www.plakat-raum-gesellschaft.ch/

  • Irene feldmann sagt:

    Ich finde Werbung gut, solange sie zur Information dient. Die Frage ist, können wir wirklich unbeeinflusst neutral wählen was wir WIRKLICH brauchen?? Wie oder auf welcher Basis treffen wir Entscheidungen zur Wahl gewissen Produkte oder sogar die Wahl von Personen in unserem Umkreis?? Ein Buch könnte man darüber verfassen…..

    • Ben sagt:

      Das Problem ist, dass Werbung nicht informiert sondern manipuliert. Bei Technik etwa fahre ich immer besser, wenn ich mich selbst in Datenbanken und Portalen informiere und meinen wirklichen Bedürfnissen in der Entscheidung nahe komme, anstatt den Wünschen der Hersteller von besonders beworbenen Produkten zu folgen. Ebenso wieder jüngst beim Fitnesscenter. Wäre ich den Werbungen und Promotionleuten gefolgt, sässe ich zentral beim grossen Anbieter. Nach Eigenrecherche ebenfalls zentral, mit grossartigem Kursangebot, perfekten Geräten, günstiger, freundlicher, gepflegt, leerer und ruhiger.

      • Irene feldmann sagt:

        Aber Ben, sie haben selbst recherchiert doch das ein fitnesscenter überhaupt existiert, dies würde ihnen von außen eingetragen. Meine Meinung von existenz eines persönlichen Wunsches, wie sie schlussendlich die Wahl treffen, das hängt von ihrer Person ab.

      • Tom sagt:

        Hat eigentlich gar nix mit dem Thema hier zu tun: Welches Center meint Ben? Danke für den Tipp. Oh, das wäre ja dann die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda!

    • Albert Baer sagt:

      Werbung wirbt und informiert nicht.

      • Irene feldmann sagt:

        Hr. Baer, eine Zeitung wirbt auch, mit ihrer Information, folglich informiert sie auch…..hhhhhhhhh

        • KMS a PR sagt:

          frau feldmaus. herr baer hat schon recht. eine anspruchsvolle zeitung informiert. werbung ist hier nur zur teilweisen finanzierung der blätter da. natürlich muss man auch hier „zwischen den zeilen lesen“. werbung ist eigentlich nur gehirn-wäsche. da wird durchs band ein „will-haben-effekt“ portiert. 95% aller werbung ist stupid und inhaltslos. dies ist auch der grund, dass die „kreativ-köpfe“ in dieser branche meist halt auch unter dem nonsens den sie produzieren leiden und zu allerlei netter psychopharmaka greifen-, ganz zu schweigen von den übrigen äh-kompensativen, stimulanten mittelchen, die hier usanz sind und vermeintlich helfen, die psyche zu übertölpeln und die leere zu verdrängen. but you know – the show must go on. und schliesslich will der konsument verführt werden. wir sind die hörigen.

          • Irene feldmann sagt:

            Philipo, gehts ums recht haben Oder das JEDER seine Meinung haben kann, über welches Thema auch IMMER??? Wir verhalten uns in diesem Sinne alle ein bisschen wie Werber, so quasi, es gibt nur EIN MARS oder EIN BOUNTY, nein Philip mein Troubadours….es gibt viele Mars und BOUNTY einfach ein Orginal und viele Kopien…..:)…}{ und ich bin felsenfest( bis zum Absturz) überzeugt das Zeitungen mit ihren Berichten uns news auch werben, eine Frage der Auffassung und da bin ich unschlagbar….*****

          • Goa sagt:

            Irene es gibt eben Mindermeinungen und mehrheitsfähige Meinungen. In der Bevölkerung scheint Mehrheitsmeinung zu sein, dass Werbung nicht primär informiert sondern manipuliert, und vor allem nervt. 🙂

          • Irene feldmann sagt:

            Goa, ob man genervt ist oder nicht ist auch wiederum eine bewusste Wahl…..:)

  • kaspar sagt:

    Es gibt ein Buch aus den 90-ern, da schreibt der Autor, dass Las Vegas die schönste Stadt der Welt wäre, wenn man nicht lesen könnte.

    Übrigens: ich habe es richtig verstanden, mit dem SmartPhone durch die Strasse über die Apps schaltet immer Werbung je nach dem wo man gerade ist, standortspezifisch?

    Kennen Sie augmented reality?

  • Fritz Meyerhans sagt:

    Ich sehe das Ganze etwas entspannter: Werbung funktioniert dann, wenn das beworbene Produkt für mich einen Mehrwert bringt und mich über dessen Existenz informiert (dasselbe mit Journalismus). Leider gibt es zuviele Produkte, die nahezu identisch sind und in nützlicher Frist und mit begrenzten Mitteln nur unter Zuhilfenahme Dritter voneinander unterschieden werden können (Preis- und Leistungsvergleiche, Erfahrungsberichte etc. ).

    Weshalb also Werbung: Es gibt auf die Schnelle für Produkte und Dienstleistungen keine anderen Mittel um auf sich aufmerksam zu machen. Respektive gibt es nicht mehr, denn was wirklich hilft ist ehrlich gemeinte Mund-zu-Mund-Propaganda von Quellen, denen man vertraut. Aber solche sind in einer urbanen (sprich anonymen) Gesellschaft Mangelware.

    Die anderen Mittel, wie das Aufbauen eines Universums um die Marke, welche meinem Lifestyle entsprechen sollen oder eine gute Geschichte erzählen, sind viel aufwändiger und komplexer, so dass man als Firma vermutlich davon absieht, da kurzfristig geplant wird, weil die Führungsposten alle paar Jahre wieder wechseln oder die Aktionäre das schnelle Geld wollen.

    • Fritz Meyerhans sagt:

      Für mich interessanter und Arbeit für einen Journalisten wären folgende Fragen: Wieviel Geld erwirtschaften die Plakatgesellschaften? Was verdient die Allgemeinheit daran? Verlangt die öffentliche Hand zuwenig für das Benutzen des öffentlichen Raumes? Ist es immer noch gleich viel wie vor 50 Jahren? Wurden diese Abgaben den neuen Bevölkerungszahlen und Pendlerbewegungen angepasst? Gibt es Orte auf der Welt, welche die öffentliche Werbung über den Preis eindämmen konnten und ist das für den Bürger überhaupt wünschenswert? Wohin geht die Werbung, wenn sie wie in Sao Paolo im öffentlichen Raum verboten ist? Ist es wirklich besser? Sind mir dumme „plakative“ Werbemethoden nicht fast lieber, weil ich sie erkenne und filtern kann als Publireportagen, Sponsoring etc.?

      • Réda El Arbi sagt:

        Zum Glück bin ich Blogger und darf einfach meine Wahrnehmung erzählen 🙂

        • Fritz Meyerhans sagt:

          Klar darfst Du das. Die Frage ist mehr, ob die Darstellung der eigenen Wahrnehmung auf die Dauer reicht, einen interessanten Blog zu führen. Und ob es für Dich im Rückblick befriedigend ist, vor allem für die Zeit die Du reinsteckst. Sich aufregen ist eins, dem offensichtlichen Problem intensiv nachzugehen oder Alternativen aufzuzeigen wäre die andere und vermutlich für alle Beteiligten befriedigendere Lösung. Oder um endlich auf den Punkt zu kommen: Der Stadtblog hat in den letzten Monaten an Substanz verloren und beschränkt sich nur noch aufs Motzen. Irgendwie schade.

          • Réda El Arbi sagt:

            Naja, Meinung ist unser Job. Aber du darfst auch die Plaudereien mit Güzin oder Viktor lesen. Oder ganz auf uns verzichten. Wir machen nicht, was der Leser wünscht. Wir schätzen Leser, die uns lesen wollen.

    • Ben sagt:

      Spezialisierte, authentische, glaubwürdige und aktuelle Testblogs, Verkaufs-Toplisten und Kundenmeinungsportale ohne externe Beeinflussungen, max. eine Zurverfügungstellung der Testprodukte, sind eine sinnvolle Alternative zur Werbung. Wer dann ein Produkt sucht, schaut in Meinungs- und Testportalen und zahlt ggfs. 1 Fränkli für das möglichst unabhängige Testergebnis. Das Verfahren hat sich für mich bewährt, obgleich die Unabhängigkeit vieler Portale und Meinungen heute noch zu bezweifeln sein kann, das lässt sich optimieren. Jedenfalls kauf ich individuell meinen Bedürfnissen entsprechend nachdem ich mich informiert habe und nicht einfach einen angebissenen Massenapfel, weil das Marketing den Leuten einimpft, die bräuchten nur ihn um ihren Muss zu erzeugen.

  • Juerg sagt:

    Bin ein alter Werber und könnte einiges gutes (auch schlechtes) zum Thema beifügen. Da wir jedoch aneinader vorbei reden würden, möchte ich nur das eine sagen: Leben und leben lassen! Im übrigen hat es am Kasten eine Knopf zum ab- oder um-schalten, den Einspielungen auf den Apps kann das einspielen verhindert werden, über Plakate kann man hinwegsehen, Inserate muss man nicht lesen (wenn man nicht will) und Klamotten ohne Werbeaufdrucke gibt es auch. Werber brauchen sich nicht zu entschuldigen weil sie Werber sind. Schrott verkaufen die wenigen. Und die die Schrott kaufen haben Schrott verdient. Vielleicht bin ich der einzige, aber ich will (gute) Werbung damit ich informirt bin… und es bleibe!
    Have a nice day and be happy.
    PS: Ich finde Ihre Artikel immer toll denn sie geben Anregung zum Denken. Manchmal passt mir Ihre Meinung zwar nich so ganz, aber Sie erwarten ja nicht dass jederman mit Ihnen einverstanden ist.
    PPS: Ich fahre keinen Porsche mehr, aber denke gerne an die Zeit zurück.

    • Réda El Arbi sagt:

      Wenn du ein alter Werber bist, solltest du wissen, dass bei 10 000 Werbebotschaften im wachen zustand pro Tag das „Wegsehen“ nicht funktioniert. Und Werbung zielt auf das Unterbewusstsein, nicht auf den Teil, den du „steuern“ kannst.

      Aber du hast insofern Recht, dass Werbung inzwischen weniger gut funktioniert, weil sie in dieser Masse kommt.

      Und nichts gegen gute Werbung! Wenn die Konsumenten über Werbung abstimmen könnten, und zwar bewusst, hätten wir vielleicht noch 10 Prozent davon. 😀

      • Juerg sagt:

        Bei mir funktioniert das „Wegsehen“ bestens, mein Unterbewusstsein kann ich leicht „steuern, und über Werbung kann ich bewusst abstimmen… indem ich kaufe oder nicht kaufe. Aber eben, ich bin der einzige.

    • Sarah sagt:

      Man kann sich die Welt auch schön reden, aber ob das der intelligentest Weg ist, kann man auch bezweifeln. Würde der Mensch nicht konstant abschalten und filtern müssen, könnte dies auch sehr positive kognitive Auswirkungen haben. Die Menschen wären offener, da sie nicht fortwährend zum Selbstschutz diese sinnfreien Nichtinformationen abwehren müssten, sondern ihre Erwartungen auf sinnvolle subjektive Informationen, Kommunikationen und Inhalte im Alltag einstellen könnten.

      • Juerg sagt:

        Bin generell ein positiver Mensch und fühle mich von der Werbung keineswegs bedroht. Auch bin ich intelligent genug um von einem Versuch die Welt schön zu reden abzushen. Sie ist wie sie ist… auch wenn nicht alles schön ist. Aber es ist meine Wahl die Erwartungen auschliesslich den sinnvollen subjektiven Informationen des Alltags zu widmen. Bin ich auch da der einzige?

  • Sarah sagt:

    Die ganze sinnfreie Werbung kommentieren kommt gut an: http://kiezneurotiker.blogspot.de/2015/06/stralauer-statement.html

  • Thomas sagt:

    Die Plakat- und Fernsehwerbung finde ich nicht mal die schlimmste. Die ist ja ganz klar als solche erkennbar. Seit geraumer Zeit haben sich die Werbefuzzis eine ganz neue (Online-)Strategie ausgedacht. Folgende Werbe-Arten finde ich verabscheuungswürdig, billig und nervend:

    Die rührende Geschichte mit seichter Apple-Piano-Musik unterlegt:

    22 Jähriger US Amerikaner entscheidet sich seiner 19 jährigen Jungfrau Freundin einen Antrag zu machen. Er beginnt also ein Jahr vor dem Antrag alles zu filmen, jeden Tag, mit herzigen Botschaften und so…alle in HD gefilmt, beste Bilder, Emotionen, gute Lichtverhältnisse, perfekter Schnitt…Hie und da sieht man die Produkte: Die geile Camera, das Schöne Hotel, usw…

    Die „und was dann geschieht ist unglaublich“-Geschichte

    CEO einer Unternehmung hat Geburtstag. Die ganze Belegschaft schmeisst eine riesen Überraschungsparty…auch hier: jemand filmt das ganze, wow, perfekt, alles schöne Mitarbeitenden…vielleicht 1-2 dicke und ein paar schwarze im Anzug…**kotz**

    Die Sex/Flirt/Fremdgehstudie

    Einmal im Monat bringt 20 Minuten eine Story über die neusten Erkenntnisse im Schweizer Sexleben. „Frauen denken oft an Sex“, „Zürcher gehen öfter fremd als Genfer“ und das ganze laut einer Umfrage des „Fickportal XY“

    • Adrian Wehrli sagt:

      Die Amerikaner hattens vor 50 Jahren erfunden, und nun ists auch im Marketingbüro angekommen. „Embedded Journalism“, nur sind die Truppen heute Werber und das Schlachtfeld die Marktanteile. Schau kein Fernsehen, und liess nicht 20 Minuten. Your choice.

  • Adrian Wehrli sagt:

    Die Hand beissen, die einem Füttert, in die eigene Badewanne defäktieren, und damit noch Werbung verkaufen. Lieber Reda, dass ist aber schon auch geil oder? Ist irgendwie wie der gute alte Grunge aus den 90ern, System ist kacke! Lass uns eine Cola saufen!

    • Réda El Arbi sagt:

      Subversiv sein heisst, die Mittel des Systems zu nutzen, um das System zu ändern. Dass ich indirekt Werbegelder und Konzernreichweite benutze, um Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen, anstatt auf einem Alternativblog für meine 5 Freunde zu schreiben, geht in diese Richtung. 😉

      • Adrian Wehrli sagt:

        … dass Du subversiv bist, mhmmm … El Arbi Guevarra … na ja, wir haben alle unsere Träume. Ich will dir Deine Illusionen nicht zerdeppern, ich brauche ja meine auch. Dein Text ist ein erheiterndes Ablästern über uns selber, und ich geb Dir auch drei Revoluzzer-Likes auf dem Facebook (muss mir aber noch erst einen Account einrichten). Unsere smarte Jugend geht schon in die richtige Richtung, wir saufen die Lokale Biergülle, essen das Jogi vom Omi und machen die Pasta selber. Übersetzt: Die Leute die Du im Blog hier erreichst sind wach, und die Anderen, für die all die Heineken Werbung gemacht wurde, die wollen nicht aufwachen. Nun, Fidel Réda, möchtest Du die Zwangsaufwecken?

  • Marcel Zufferey sagt:

    Reclaim the streets hat sich dieses Problems weit früher angenommen, als Du, Réda. Trotzdem gehört diese Kolumne wieder einmal zu den Besten, die du je geschrieben hast: Ich würde die Werbung noch vor dem Hintergrund der weltweiten Überproduktion betrachten. Ich meine, wir hier im Westen leben eh‘ in einer materiell übersättigten Welt: Unsere Bedürfnisse sind schon lange gedeckt. Darum wird ja auch immer mehr Werbung geschaltet: Damit man als potentieller Konsument auch noch die vierhundertfünfundzwanzigtausendunderste Kleinwagen-Generation bemerkt, obwohl der Markt eigentlich bereits schon nach der Zweiunddreissigsten gesättigt gewesen wäre.

    • Réda El Arbi sagt:

      Kann sein. Aber im Gegensatz zu RTS stecke ich nicht die kleinen Läden in Brand, um gegen die grossen Konzerne zu protestieren 😉

  • Adrian Wehrli sagt:

    Ach Reda, wieder mal im Revolutionsfieber? So unterschwellig funktioniert die Werbung gar nicht, Brainwash funktioniert wie Hypnose, das gaht nur, wenn du es willst. Viel gefährlicher sind Videoclips, wenn der Schnittwechsel weniger als 2 Sekunden dauert, könne wir es nicht refelektieren und es geht in die Matschbirne rein. Nur darfst du selber wählen was du gucks in der Glotze, blechen für unser staatlicher Kulturschrott BAG müssen wir ja sowieso.
    Wo ich Dir recht gebe ist bei der Zeitung, und dass sag ich als Marktgläubiger Superkapitalist: Eine seriöse Zeitung muss unabhängig sein von der Hand die Sie füttert, also:
    Entweder eine gemeinnützige Stiftung, ein Mäzeentum, oder, trotz wiederwillen, vom Staat ausgeschrieben. D.h. wir würden dem SRG SChrott eine Milliarde abzwacken (das merkt der Weck gar nicht) und vergeben dafür vierjährlich Ausschreibungsaufträge für Zeitungen.
    Ich fürchte aber, es wird erst gehen wenn die NZZ und der Tagi mal ein Jahr lang dichtmachen und wir nur noch hirngefickten billig Trash auf unserem Teller finden …

    • Réda El Arbi sagt:

      Die unbewusste Prägung funktioniert ganz gut. In der Hundertstelsekunde, in der du dich für das eine und gegen das andere Yoghurt entscheidest. Und nachher denkst, du hättest einfach „Irgendeis“ genommen. Ich hab in der Werbung gearbeitet, ich kenn die entsprechenden Studien.

      • Adrian Wehrli sagt:

        .. ich bin Neurobiologe, und es funktioniert marginal. Aber einen freien Willen haben wir desswegen auch nicht. Unsere Vorhahren mussten noch so jedes kleinste Detail bemerken um erfolgreich zu sein, unsere Kinder werden hart trainierten müssen um den ganzen Schrott und das Rauschen rauszufiltern, so ändern sich die Selektionskriterien …

      • Johannes sagt:

        Das stimmt für den Massenmarkt der 99% natürlich. Selbst im Bioladen einkaufend muss ich sagen, dass mich solche Werbebotschaften völlig unberührt lassen. Die Marken im Bioladen werden eh kaum beworben, da kaufe ich nach meinen Bedürfnissen und Preis-Leistungsverhältnis ein. Wenn ich dann mal im konventionellen Supermarkt wandle und die Produkte sehe, mich an die Marken aufgrund von massiver Werbung erinnere, hat sich eher ein innerer Abwehrreflex ausgeprägt, dass ich das überteuerte Werbeprodukt besser stehen lassen sollte und nicht in die Werbung sondern lieber in die Qualität der unbeworbenen Produkte investiere.

        • Kurt Neuhaus sagt:

          Die Marken im Bioladen haben auch keine grosse Werbung nötig. Da kommen die Kunden von selbst. Mit Information gefüttert aus den Medien. Studie X „Lebensmittel Y ist besonders gesund!“ oder Studie J „Zusatztstoff K macht krank, man sollte auf Lebensmittel ohne Zusatzstoff K achten“. etc. Ach Demeter? Das muss ja nochmals gesünder sein. Hmmm, vieleicht kaufe ich mal die Glutenfreie Produkte, man weiss ja nie. Oder es wird bei der Drogiere nach der Methode „Natürlich ist besser als Chemie“

          • Ben sagt:

            Weil einfach die besseren Argumente für Bio sprechen. Denn warum sollte ich Obst mit Pestiziden, Fungiziden, Herbiziden, Genmanipulationen etc. kaufen und multiple Gesundheitsrisiken eingehen, wenn es auch ohne geht.

  • Johannes sagt:

    Werbung und Marketing sind für mich die Pest. War Marketing einstmals ein Jugendtraum, als man noch die vielen bunten Bilder und Scheinwelten aufsog, kam mit steigender Bildung die Ernüchterung und Ablehnung. Das dürfte heute aber noch viel schneller passieren, da man viel häufiger, präsenter und subtiler, somit länger und stressiger mit Werbemülll zugeknallt wird. Sehr interessant ist auch dieser Doku-Dreiteiler „Die Marketing-Könige: Wer uns ständig shoppen lässt“ http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/bb825f94-27ad-3a77-bc21-5ac98b92a103/20361748?generateCanonicalUrl=true , der online hier http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2354886/Die-Marketing-Koenige-%25281%2529#/beitrag/video/2354886/Die-Marketing-Koenige-%281%29 dort http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2354892/Die-Marketing-Koenige-%25282%2529#/beitrag/video/2354892/Die-Marketing-Koenige-%282%29 und da http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2354998/Die-Marketing-Koenige-%25283%2529#/beitrag/video/2354998/Die-Marketing-Koenige-%283%29 oder auch auf youtube zu sehen ist. Aus der Kurzbeschreibung: „In der ersten Folge der dreiteiligen BBC-Dokumentation erforscht Jacques Peretti, wie unser Konsumbedürfnis durch die raffinierten Marketingstrategien von Unternehmen aufrechterhalten wird“ und „In der zweiten Folge findet Jacques Peretti heraus, inwiefern der Faktor Angst unser Kaufverhalten beeinflusst und wie die Industrie uns dadurch ausnutzen kann.“ und „In der dritten und letzten Folge zeigt Jacques Peretti, welche Marketingstrategien bei Kindern angewendet werden und wie die gleichen Methoden auch bei Erwachsenen funktionieren.“. Die gleichen Mechanismen dürften auch in Politik und Lobbyismus eingesetzt werden. Guter Beitrag über Dinge die die Welt nicht braucht.

  • Heiris Marolf sagt:

    Für Werbung bekommt man meistens im Gegenzug eine Dienstleistung, z.B. „gratis“ Privatfernsehen, Websites oder Software. Bei Plakatwerbung trifft dies nicht zu, was mich doch sehr wundert. Wie kann das (erlaubt) sein, dass man den öffentlichen Raum mit Werbung vollkleistert, ohne dass man irgendwas im Gegenzug erhält oder vergünstigt bekommt? Ich für meinen Teil habe niemals irgendwelche AGB der APG akzeptiert 😉

    • Adrian Wehrli sagt:

      Der Staat, also Du, kriegst dafür Kohle von der Plakatfirma. Du, darfst eine Initiative starten, 100K Nämeli sammeln, und dann abstimmen lassen: Keine Werbung im Öffentlichen Raum. Ich wär dafür, aber wird schiefgehen, der Pöbel braucht sein Rauschen, das kann schon fast Lebenserfüllend sein, dem Chanel Täschli nachzurennen. Wobei Chanel macht wirklich geile Stücke.

      • Réda El Arbi sagt:

        Uch will nicht unbedingt eine werbefreie Stadt. Ich fänds schon super, wenn die Konsumenten jede Werbung bewerten dürften und so Einfluss auf die Werbebudgets hätten. Keine Werbung ohne „Dislike“-Button. Dann würde sich das Werbeaufkommen halbieren. 🙂

        • Réda El Arbi sagt:

          Subversiv ist ncht unbedingt revolutionär, eher reformistisch.

          Und über eine Mainstream-Plattform erreiche ich Mainstream-Leser. Dicher hat schon det eine oder andere eine Minute lang die Werbebotschaften gezählt. 🙂 Ich will nicht die Welt umkrempeln, nur ein wenig Bewusstsein schaffen. Einer pro Tag, der denkt „Oh ja, war mir gar nicht so bewusst.“ reicht für meine Karmabalance. 😉

          • Adrian Wehrli sagt:

            Dein Karmacount ist sowieso im A…., du arbeitest bei den Printmedien! Das ist der 11 Zirkel der Hölle.(mindbender & liars & marketing). Dein Denkfehler? Du gehst vom mündigen, freien Bürger aus! Wer will schon Freiheit? … das schreibt man V:E:R.A.N:T.W.O:R.T.U.N.G. … ne du, dann doch lieber in der Matrix pennen, „where the lights are so colorful and everyone is so nice „

            • Réda El Arbi sagt:

              Nun ja, auf dem Weg zum mündigen Bürger hilfts vielleicht, wenn er ab und zu lesen darf, dass er manipuliert wird.

              Und ja, ich lebe im 11. Kreis der Hölle. Aber ich habe mich bewusst dafür entschieden. 😉

          • G. Nardone sagt:

            @Adrian Wehrli: Apropos der Matrix:“Innocence is bliss …“

            @Réda El Arbi: „… wenn er ab und zu lesen darf, dass er manipuliert wird.“
            Es kann aber nur dann helfen, wenn er (der sog. mündige Bürger) die Verantwortung übernimmt, sich nicht mehr manipulieren zu lassen wollen, und im Gegensatz hilft es nicht, die Verantwortung auf diejenigen abzuschieben, die ihn scheinbar manipulieren wollen. Erkennen Sie den feinen Unterschied? Denn im 2. Fall der ‚Erwachung‘ bleibt man immer noch in einer Opfer-Rolle, das sich einen Täter zu ihrer Instrumentalisierung & Rechtfertigung sucht. Im 1. Fall gibt’s logischerweise keinen Täter oder besser, man ignoriert den ’scheinbaren‘ Täter, weil man die Verantwortung übernimmt, nicht in eine Opfer-Rolle schlüpfen zu wollen.

            • Réda El Arbi sagt:

              Leider besteht ein System nicht aus Ideen, sondern aus Menschen. So muss man sich gegen die Menschen wehren, die diese Ideen umsetzen. Oder man nimmt sich selbst aus der Beziehung und kümmert sich, wie die libertären Spnner in den USA, nur noch um sich selbst. Verantwortung übernehmen heisst, selbst mit anpacken und ein Teil der Gemeinschaft zu sein.

          • G. Nardone sagt:

            @Réda El Arbi: – „… besteht ein System nicht aus Ideen, sondern aus Menschen … muss man sich gegen die Menschen wehren, die diese Ideen umsetzen“
            Ein System besteht aber eigentlich aus Ideen und die Ideen stammen natürlich von Menschen. Aber anstelle die Ideen anzugreifen, wollen Sie lieber die Menschen angreifen? Holla, das ist ja Extrem-Idealismus pur, da haben Sie sich aber gerade geoutet, oder Ihnen ist offenbar nicht bewusst, auf welch gefährlichem Denk-Schema-Minenfeld Sie drauf und dran sind, sich hineinzubewegen, denn wissen Sie, die ‚Charlie Hebdo‘-Attentäter in Paris, haben sich auch nicht gegen die Ideen ‚gewehrt‘, sondern gegen die Menschen, die diese Ideen umsetzten …
            – „die libertären Spinner …“
            Meine Frage, was machen wir mit diesen hoffnunglslos unbelehrbaren Spinner die offenbar nicht Ihrem ‚Ideal‘ eines Menschen entsprechen? Gemäss oben erwähntem extrem-idealistischem Denk-Schema gibt es hierfür nur 2 mögliche Endszenarien; entweder Zwangs-Umerziehung in einem sog. Konzentrations-Lager und/oder Vernichtung …
            Oder was Sie eigentlich insgeheim meinen ist möglicherweise, dass sich diese libertären Spinner & Egoisten sich nicht nur um sich selbst kümmern sollten, sondern auch etwas mehr um Sie selbst? Schliesslich sind diese Ami-Liberalen ja auch stinkreich, und diejenigen Liberalen die es nicht sind, wollen es werden.

            • Réda El Arbi sagt:

              Die libertären Spinner haben ihre demokratischen Rechte wie alle anderen auch. Nur wenn sie versuchen, ihre Freiheit über die Freiheit anderer zu stellen, kriegen sie Probleme.

              Natürlich greife ich Ideen an, aber da wo sie geäussert werden, nicht im luftleeren Raum. Auseinandersetzungen finden nun mal zwischen Menschen und nicht zwischen Ideen statt. Und Auseinandersetzung ist nun mal die Voraussetzung für Entwicklung. Sich selbst herausnehmen und in Wolkenkuckucksheim zu philosophieren ist feige. Verantwortung zu übernehmen heisst, sich den Menschen zu stellen, nicht nur den Ideen.

          • Georg sagt:

            Nardone bzgl. des libertären Fehlkonzeptes müssen sie noch etwas hineinlesen, es wird schon lange wohlbegründet wie etwa von Peter Koller in Zur Kritik der libertären Eigentumskonzeption http://analyse-und-kritik.net/1981-2/AK_Koller_1981.pdf kritisiert.

          • G. Nardone sagt:

            @Georg: Lesen Sie die ganze Diskussion etwas aufmerksamer durch, denn Ihnen ist der Kern der Sache entgangen; ich verteidige gegenüber @Réda El Arbi nicht die Ideen oder Konzepte der Liberalen, sondern ich verteidige bzw. ich verdamme nicht den Menschen der diese Meinungen vertritt.

          • G. Nardone sagt:

            @Réda El Arbi: – „Natürlich greife ich Ideen an“ – „Auseinandersetzungen finden nun mal zwischen Menschen und nicht zwischen Ideen statt“
            Ja aber was jetzt, ist widersprüchlich?
            Aber Sie haben soweit Recht, da Sie in Ihrem Artikel durchaus Ideen angreifen, dann gehen Sie aber über und greifen Menschen an, bei diesem Thema sind es dann halt alle die, die von Werbung einen Nutzen abzweigen.
            Ich erfreue mich darüber, dass Sie Ihre Augen öffnen, Ihr Bewusstsein erweitert haben und dabei entdeckten, dass Sie die Verpestung des ‚öffentlichen‘ Raums wie die Stadt durch Werbung oder die Qualität dessen meist nicht befriedigt, und ich teile sogar teilweise Ihre Meinung – es ist aber nicht Schuld der Werbe-Agenturen, dass Sie Ihre Umgebung bisher nicht wahrgenommen haben.
            Wir können uns über die Qualität der Werbung streiten oder ob Werbe-Plakate in Städten zu verbieten seien, oder besser noch mit Street-Art, wobei mir jeglicher Stil recht ist, zu ersetzen, aber nicht über Werbung an sich, das ist Teil persönlicher Meinungs-Freiheit – ausser Sie wollen sich tatsächlich darüber auseinandersetzen – wenn auch eher juristische Personen von dieser Art Werbung, die hier meiner Meinung nach unschuldig auf der Anklage-Bank sitzt, massiv Gebrauch machen. Und als solches ist Werbung, und wie auch immer sie in verführerischen Emotionen eingepackt ist, grundlegend immer noch Vermittlung von Ideen und Informationen, die sich wiederum grundlegend dem Markt-Gesetz von Angebot und Nachfrage richtet – ändert sich die Nachfrage, muss sich früher oder später auch das Angebot dessen ändern.
            Wenn Sie sagen oder was Sie damit suggerieren wollen:“Niemand will Werbung. Oder kennt Ihr jemanden, der Werbung will?“ Dann greifen Sie mich als Menschen an, denn ich will Werbung, zumindest ab und zu, suche und schaue ich mir Werbung bewusst an, speziell diejenige in englischen TV-Sendern kann ich empfehlen. Teils finde ich Spass, Sensualität und Inspiration darin, teils ist’s langweilig, dass es Einem fast übel dabei wird, zugegebenermassen hängt es aber auch von der eigenen aktuellen Stimmungslage und Einstellung ab.

          • Georg sagt:

            Nardone Verdammen und Kritisieren ist ein Unterschied. Man kann und muss solche Menschen durchaus kritisieren, wenn es geboten erscheint. Das Schweigen stünde nur für Einsichts- oder Charakterlosigkeit. Denn auch offensichtlich fehlerhaft Handeln tun immer noch Menschen, wenn auch im Namen von Institutionen oder Ideologien.

          • G. Nardone sagt:

            @Georg: Hab das .pdf gelesen, mehr oder weniger, bin aber mit der Kritik hauptsächlich einverstanden. Kann mich aber auch teils mit der Ideologie von Neo-Liberalen anfreunden, sowie mit diejenigen von Kommunistion, Sozialisten und Religiösen, aber nur solange diese ihre jeweilige Ideologie nicht allzu ernst nehmen und keine Extremisten sind – ich mag es eben moderat und schätze sie alle je nach dem nach ihrem jeweiligen Unterhaltungswert.

          • G. Nardone sagt:

            @Georg: – „Verdammen und Kritisieren ist ein Unterschied“
            Stimmt. aber nicht ganz, denn beide haben aber auch etwas gemeinsam: Beides sind URTEILE.
            Ich muss wohl noch was präzisieren; ich kritisiere (urteile) die Ideen, zwar nur teilweise, von sog. Liberalen, aber ich kritisiere (urteile) sie nicht als Menschen. Es gibt eben auch ein Unterschied zwischen Tat und Mensch! Oder besser, wir können es unterscheiden, müssen es aber nicht, und ich bin nicht so blöde nicht zu verstehen, dass hinter einer Tat nun mal ein Mensch steht. Dennoch hätte die Wahl diese kleine Unterscheidung zu machen, weitreichende Konsequenzen wie wir Menschen miteinander umgehen und für die Entwicklung von Gesellschaften; Moderne, humane, weitentwickelte und soziale Gemeinschaften machen diesen Unterschied schon seit Langem, ist Ihnen das noch nicht aufgefallen?
            Wenn z. B. ein Mensch etwas ‚Böses‘ tut, dann urteile ich die Tat als ‚böse‘, nicht aber dieser Mensch sei ‚böse‘, denn im ersten Fall räume ich dem Menschen die Möglichkeit ein sich zu ändern oder resozialisieren, weil ich an seine Lernfähigkeit oder auch Anpassungsfähigkeit glaube. Im zweiten Fall eben nicht.
            Und man bedenke in diesem Zusammenhang auch, dass niemand perfekt ist und es wahrscheinlich auch niemals sein wird.

            • Réda El Arbi sagt:

              „Der Mensch ist nicht, was er gerne wäre oder was er träumt und denkt. Der Mensch ist einzig, was er tut.“

          • Georg sagt:

            Nardone, das widerspricht unserer heutigen modernen Sicht strafrechtlicher Verantwortlichkeit und dem Schuldbegriff. Der Mensch der böses tut ist im Moment und zur Zeit böse und schuldig, obgleich er sich künftig grds. bessern kann, wenn er dazu fähig ist. Man kann das Handeln des Menschen nicht vom Menschsein ansich abstrahieren. Dass böses Handeln von Menschen unterschiedliche Ursachen haben kann, ist ein weiteres rechtssoziologisches Untersuchungsfeld. Etwa werden viele Eigentumsdelikte gerade aus sozialen Missständen begangen. Der Dieb etwa sieht oft keine andere Möglichkeit sich sozial abzusichern. Hätte er bspw. ein sozial verträgliches Grundeinkommen, würde er mit weit geringerer Wahrscheinlichkeit zum Dieb werden. Da sind wird dann wieder bei der berechtigten Kritik an der libertären Eigentumskonzeption.

      • Heiris Marolf sagt:

        Dass so eine Antwort kommt, war mir klar, ich verstehe sie als zynisch. Ich frage mich, wieviel Geld übrig bleibt um die unsere Steuerlast zu lindern. Die Verwaltung der Werbeflächen wird schon einiges kosten und der Rest verfliest wohl irgendwo zwischen den Beamtenstühlen….Vetternwirtschaft ist nämlich schweineteuer.

        • küde sagt:

          das grosse geld fliesst nicht an den staat (die meisten plakatflächen stehen ja auf privatem grund), sondern zur plakatgesellschaft, welche sich in besitz eines französischen konzerns befindet (der wahrscheinlich keinen franken steuern bezahlt). lustig, gibts noch leute, die an weihnachtsmann glauben.

  • daniela p. sagt:

    oh das war gut zu lesen, wie ein bad im fluss an einem heissen sommertag 🙂

  • Boris Wydler sagt:

    Dass es so viel Werbung gibt, beweist vielleicht nur, dass es nicht funktioniert. Sonst müssten Sie uns nicht ständig damit bombardieren. Ich vermute bis auf wenige Ausnahmen ist Werbung nur rausgeworfenes Geld.

    Ich nehme die Werbung gar nicht mehr wahr und ignoriere es einfach. Die Plakate die überall hängen sehe ich schon gar nicht mehr und dank Playback überspringe ich den Müll im Fernsehen einfach. Welches Joghurt ich kaufe, hängt davon ab in welchen Supermarkt ich gehe und nicht ob Nestle eine Kampagne laufen lässt. In welchen Supermarkt ich gehe hängt davon ab welcher auf meinem Weg nach Hause liegt. Und auch dann ist es eh immer das Bio-Joghurt mit dem wenigsten Zucker drin. Take that Werbung.

    Was mich nervt, ist dass Werbung nur noch über Sex funktioniert. Ja klar, Sex sells und so, aber kann man nun wirklich Frühstücksflocken nur noch mit Sexanspielungen verkaufen? Kauft dann das wirklich jemand und denkt er hätte einen Orgasmus beim Frühstuck? Ich glaube nicht.

    Dilbert „Marketing ist not a real job, is it?“
    Marketing Guy: „It’s mostly guessing an liquor“

    • geezer sagt:

      das glaube ich eben nicht! werbung funktioniert, sonst hätten die firmen schon lange damit aufgehört. klar, sie nervt total, aber warum sonst würde jemand ein t-shirt für 140 stutz kaufen (nur weil hilfiger draufsteht)? warum würden schweizer hektoliterweise sogenanntes mineralwasser für teures geld nach hause schleppen, wenn doch das wasser zu hause ab dem hahn gleichviel oder vielleicht noch mehr minerale enthält, jedoch viel günstiger?

      der mensch ist ein typisches herdentier und funktioniert dementsprechend. was die anderen als gut anschauen, will ich auch. zweck der werbeindustrie ist es, dieses verlangen künstlich a) zu wecken und b) solange wie möglich aufrecht zu erhalten. es liegt an jedem einzelnen, damit umzugehen und seine eigene meinung zu bilden. wenn ich so um mich schaue und sehe, wie viele leute sich mit prestigeanschaffungen einen gewissen sozialstatus geben wollen (und in tat und wahrheit dafür ende jedes monats total blank sind im portemonnaie) wird mir fast schlecht. und es zeigt einmal mehr, dass die werbung bestens funktioniert.

      im zweiten punkt stimme ich total zu. warum muss ein dickbrüstiges model via werbung versuchen, mir zahnpasta oder gartenzäune zu verkaufen? ich habe logischerweise nichts gegen dickbrüstige models, aber sie sollen dort eingesetzt werden, wo sie hingehören und nicht in der werbung für alltägliche gebrauchsgüter.

      • Réda El Arbi sagt:

        Laut Studen hat Werbung in der Wirkung abgenommen. Das hat wohl mit der schieren Masse an Werbebotschaften zu tun. Aber anstatt bessere oder gezieltere Werbung zu machen, verkaufen die Agenturen einfach NOCH MEHR Werbung. Auch wenn die Wirkung tatsächlich schwindet.

        • geezer sagt:

          das mag stimmen. aber dafür erlebt das ‚lifestyle‘-business in allen variationen gerade seine hochblüte. ich sage nur gucci-täschli und designer möbel für die trendige wohnung. und das ist ja an sich auch nichts anderes als stinknormale werbung, oder?

  • Da gibt es doch wirklich eine ganze Stadt die keine „outdoor Ads“ hat. Sao Paolo! Check it out !

  • Jakob sagt:

    Nun, ich finde Herr El Arbi hat recht. Er hat da etwas Interessantes entdeckt und möchte uns dies mitteilen.

    Wir leben in einer Welt voller Manipulation und sind umgeben von Illusion. Illusion hat den Nachteil, dass sie ein Platzhalter dessen ist, was wir als Glück empfinden. Wir sind es uns gewohnt die alte Illusion, nach einer gewissen Zeit, für eine neue Illusion einzutauschen. Der Kleiderschrank ist darum voll, da wir mit der ersten Illusion nicht zufrieden waren.

    Darum kaufe ich seit langem das Angepriesene nicht mehr aber fördere das, was mich individuell glücklich macht. Die Voraussetzung dafür ist, dass man sich selbst kennt.

    Ja, liebe Werber, Glück ist komplexer 🙂

    • geezer sagt:

      tja Jakob. gute einstellung und gute argumentation.

      nur: der grosse teil der menschheit in der 1. welt scheint mit der eigenen meinungsbildung überfordert zu sein. und ist genau darum schon wieder unterwegs, um das neueste iphone (das 5. inzwischen) zu poschten, um sich von oben bis unten tätowieren zu lassen, um sich eine hornbrille zu kaufen und den bart spriessen zu lassen, um sich zu informieren, was in berlin gerade der letzte schrei ist, um den neuesten club vor all den anderen zu ‚entdecken‘, etc…..:-) und die werber reiben sich die hände, weil sie ihren job richtig zu machen scheinen. glück ist aber definitiv nicht von denen abhängig. und das ist gut so!

  • Hansi sagt:

    Argumente habe ich von Ihnen auch keins gelesen. Nicht eines. Nur umschweifende Polemik und persönliche Empfindungen und vorallem Behauptungen. Behauptungen, die richtig zum Himmel stinken.

    Es wäre also beim besten Willen müssig.

    • Réda El Arbi sagt:

      Wie wärs damit: Was bedeutet es für die menschliche Psyche mit mehr als 10 000 unterschwelligen Botschaften pro Tag bombardiert zu werden? Ist das gesund? Wünschenswert? Wo ist Werbung Produktinformation und wo verspricht sie ein besseres Lebensgefühl durch Konsum? Wie viel Information und wie viel Lüge beinhaltet die durchschnittliche Werbung? Das wären doch schon mal ein paar Punkte.

      • diva sagt:

        ich glaube, sie sind «hansi» mit ihrem artikel auf den schlips getreten. hansi arbeitet vermutlich in der werbung und verdient an ihr.
        sie habe so recht mit ihrem artikel und die schönste passage ist die: …«Leute, die eigentlich Kunst machen wollen, sitzen an Computern und benutzen ihre Kreativität, um uns Yoghurt anzupreisen»… das ist sowas von wahr, dass einem schier schlecht wird. und wenn diese «kreativen» ausgebrannt sind, werden sie durch frischfleisch ersetzt. in der werbung wird von denen, die wirklich arbeiten, keiner älter als 30.

      • Tronco Flipao sagt:

        Die menschliche Psyche ist sehr gut in der Lage unwichtige oder überflüssige Informationen rauszufiltern. Ich kann mir nicht vorstellen, das Werbung ungesund ist. Wünschenswert? Sicher nicht.
        Werbung war mal Produktinformation aber heute will die Werbung (oder besser gesagt: das Marketing) ein Lebensgefühl durch Konsum vermitteln. Marketing will nicht mehr einfach ein Massenprodukt anhand von messbaren Grüssen verkaufen, sondern ein Lebensgefühl vermitteln. Sehr erfolgreich wird das umgesetzt durch Apple oder auch Nespresso. Geht mal in die Nespresso Boutique in Zürich, das ist echt Wahnsinn.
        Konsum ist unsere neue Religion und Marketing ist der Prophet.

        • Réda El Arbi sagt:

          da ist ein kleines Problem: Wir filtern Werbung aus dem Bewusstsein. Das heissst nicht, dass sie nicht wahrgenommen wird. Sie wird ins Unterbewusstsein gedrückt und entfaltet da ihre Wirkung. Wir nehmen jeden Buchstaben, den unser Auge sieht auf. Wir lassen nur nicht alle über die Bewusstseinsschwelle treten.

          • Tronco Flipao sagt:

            Ja, wir nehmen die Werbung wahr und filtern sie. Das hat keine weitere Wirkung.
            Nach all den Kampagnen der SVP müsste ich mich sonst am Abstimmungstag unbewusst in der letzten Hundertstelsekunde für die SVP Postition entscheiden. Wohl kaum, oder?
            Wir treffen durchaus Entscheidungen aufgrund von konkreten Kriterien. Ob die Kriterien in jedem Fall rational und sinnvoll sind, darf angezweifelt werden, aber von Werbung zu Gehirnwäsche ist ein sehr weiter Weg.

  • Hans Meier sagt:

    Werbung nervt auch mich. Unbestritten. Vor allem dümmliche, hingeklatschte Werbung ohne viele Hintergedanken. Aber ich habe gelernt, sie zu schätzen. Ohne Werbung wär vieles schwieriger. Nehmen wir Printprodukte. Ein Heftli, das mich 5.- kostet, wird durch die Werbung so günstig gemacht. Werbung bezahlt nicht nur die Werber, Werbung bezahlt auch Redaktoren, Layouter, Fotografen, Korrektoren, Drucker, Ausrüster, Spediteure, Kioskfrauen. Ohne Werbung würde das Heftli vielleicht 10.- kosten und das Personal weniger entlöhnt werden. Da nehm ich Werbung in Kauf, ich kann drüberblättern.
    Viele Onlineangebote sind gratis, weil ich dafür Werbung zu sehen kriege. Würde ich bezahlen? Wohl nicht. Oder hätte dann Ansprüche, die zu erfüllen auch nicht so einfach sind.
    Es ist sicher etwas gar viel Werbung im Alltag versteckt. Aber solange ich mir noch selber aussuchen kann, was ich mit den Werbeinfos mache, find ichs noch erträglich. Amerikanische Zustände mit ständigen Werbeblocks im TV haben wir ja (noch) nicht.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ich kenn per Zufall die Aufteilung der Werbebudgets. oder wieso denkst du, fährt die Kioskfrau keinen Porsche Cayenne, der AD aber schon? Die Beträge, die für Werbung ausgegeben werden? Und wieso denkst du, haben die Redaktionen, trotz immer höherer Werbefrequenz, immer weniger Budget?

      Ja, wie gesagt, mein Lohn wird aus den Werbeeinnahmen der Verlage bezahlt. Aber muss ich deshalb das System auch mögen? Ist es nicht irgendwo krank, dass wir nur durch bezahlte Produktlügen die Möglichkeit haben, Medien zu machen?

      • Hansi sagt:

        Herr El Arbi

        Starten Sie Ihr nächstes Bashing? Diesmal sind es also „bezahlte Prduktlügen“. Und der AD soll per se Cayenne fahren.
        Es tut wirklich viel mehr weh ihren Mist zu lesen als Werbung, entschuldigen Sie!

        • Réda El Arbi sagt:

          Nun, ich kenn drei ADs, die einen Cayenne fahren. Aber das ist nur Nebensache. Sie finden mich und meinen Text blöd. Fair enough. Nun würde ich aber gerne noch lesen, was Sie zur Verteidigung der Werbeflut zu sagen haben. So Argumente und so. Und „Es gibt Arbeitplätze“ ist kein Argument. Wir könnten die Leute für das gleiche Geld irgendwo im Wald Lieder singen lassen, das Geld wäre dann auch im Umlauf. Und wir würden deswegen nicht weniger Produkte kaufen. Ausser natürlich die Produkte, die wir eigentlich überhaupt nicht brauchen.

          • Hansi sagt:

            Drei ADs soso. Ich kenne über ein Dutzend die fahren einen understatement Wagen, total unauffällig.
            Aber, ich mag hier gar nicht hirnrissig retour argumentieren.
            Nochmals, es ist nicht das erste Mal das ich mich wirklich wundern muss, wie der ehemals stolze Tagi Ihnen eine Plattform bietet. Aber eben, nicht nur die Werbung ist schlecht im neuen Medienzeitalter.

            Gute Nacht.

            • Réda El Arbi sagt:

              Ja, cool. Also keine Argumente. Dachte ichs mir doch. 😀 Persönliche Angriffe find ich super, wenn sie ohne Argumente daherkommen. Meist hab ich dann einen wunden Punkt getroffen.

              Auch gute Nacht.

        • diva sagt:

          hansi: warum regen sie sich so auf, wenn das alles nicht stimmt, was herr El Arbi schreibt? ich habe selber kurze zeit für die werbung gearbeitet und es gibt keine branche, die kränker ist, als diese.

          • Adrian Wehrli sagt:

            .. na, na, Diva. Sie haben noch nie im Spitalwesen, im Versicherungswesen und bei der Denkmalpflege gearbeitet, es geht noch viel dümmer, keine Sorge ….

          • Héloise sagt:

            @Diva: Und ich arbeite seit Jahr und Tag in der Werbung und muss dazu sagen: Fast die einzige Person in der Agentur mit Hang zum Zynismus bin ich. Das junge Team ist ausgesprochen ernsthaft bei der Sache, arbeitet klaglos öfter bis Mitternacht und findet „Ehrlichkeit“ unabdingbar. Zum Teil sehr junge Frauen (gegenüber Männern weit in der Überzahl) jonglieren mit hohen Budgets und Auflagen und verantworten dabei eine Fehlerquote, die gegen Null geht. Allerdings ist im Vergleich zu früher (wie geht ganz kleine Schrift?) auch die Kreativität heute an einem eher kleinen Ort.

      • Hans Meier sagt:

        Nö, das System musst du natürlich nicht mögen. Ich bin auch nicht der Meinung, dass es perfekt ist. Und wie gesagt, ich find Werbung zumeist auch eher nervig. Ich wünschte mir, dass ich, wenn ich schon dauerberieselt werde, ab und an auch schmunzeln kann dabei. Dann würde ich mir vielleicht auch die Zeit nehmen, mir die Werbung anzuschauen. Den Werberdünnpfiff, der mir meist vorgesetzt wird, ignorier ich (jedenfalls mit dem Bewusstsein, das Unterbewusstsein ist was anderes, da kommen dann die Büsologen zum Zug, die mit der Werbemafia unter einer Decke stecken) normalerweise. Ich habe lange auf einer Redaktion gearbeitet und kenne die Launen des Verlagschefs, wenn die Inserate nicht stimmen. Und kenne auch die Hurereien, die betrieben werden, um trotzdem noch Gelder zu kriegen, wenn schon keine Inserate gebucht werden. Stichwort versteckte Werbung. Wie du im Text auch schreibst. „Du sollst Werbung gar nicht mehr bemerken.“ Das find ich viel schlimmer als deklarierte Inserate, die ertrage ich als Konsument stoisch, weil sie halt dazugehören. Es wäre selbstverständlich schöner, wärs anders. Und ich bin der erste, der den Like-Button drückt, wenn jemand eine praktikable Lösung für die Masse dafür hat.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.