Lettenräumung: Das Ende des Krieges?

Als das Sterben noch schmerzhaft sichtbar war: Drogenszene am Letten.

Als das Sterben noch schmerzhaft sichtbar war: Drogenszene am Letten.

Es ist ein Trümmerfeld, ein Kriegsschauplatz. Das frisch geräumte Lettenareal ist eine zerstörte Weite, übersät mit Glasscherben, Schuhen und Kleidungsstücken, mit Spritzen, Nadeln und verbogenen Einkaufswagen, die noch vor ein paar Tagen als Fixertischchen gedient hatten. Der Boden ist blutgetränkt, nicht von einer grossen Schlacht, sondern tropfenweise von vielen kleinen Schlachten, die Süchtige über Jahre auf diesem Boden Schuss für Schuss gegen sich selbst führten. Die Kälte hält den Gestank in Grenzen.

Sechs Meter höher, auf der Kornhausbrücke, stehen Offizielle der Stadt präsentieren einem Rudel Journalisten der Weltpresse den Sieg – flankiert von Polizisten in Kampfmontur. Es wirkt wie «Embedded Journalism», wie Kriegsberichterstattung. Der Krieg ist gewonnen, aber der Gegner hat sich selbst besiegt. Die Opfer wanken jetzt einige hundert Meter weiter durch die Langstrasse, verzweifelt, verängstigt, auf Entzug. Einige haben sich schon vor Tagen an den Methadonabgabestellen ergeben, haben endlich Hilfe angenommen. In den Entzugskliniken fürchteten die Fachleute diesen Tag und werden dann auch überrannt. Die Lettenräumung im Februar 1995 war eine logistische Überforderung für alle, und trotzdem musste sie so durchgeführt werden. Eine Wahl hatte die Stadt nicht.

Der «Tipping Point»

Aber die Lettenräumung zeigte auch den gesellschaftlichen Paradigmenwechsel. Das Problem musste so gross werden, dass es sich nicht mehr verstecken, nicht mehr ausgrenzen oder verdrängen liess. Wer in den Neunzigern in Zürich lebte, gehörte dazu. Jeder hatte einen Freund, einen Arbeitskollegen, ein ehemaliges Schulgspänli, ein Familienmitglied, das von der Seuche betroffen war.

Die Stadt hatte an der Riviera und am Platzspitz versucht, sich das Geschwür, die Suchtinfektion, die ihren Körper befallen hatte, mit Polizeigewalt aus dem Fleisch zu schneiden. Es hat nicht funktioniert. Erst als der Tipping Point erreicht war, als aus individuellen Dramen eine Tragödie der Gesellschaft wurde, war man bereit zu akzeptieren, dass das Geschwür ein Teil des gesellschaftlichen Körpers war und dass man das Problem assimilieren anstatt verdrängen musste.

Aber auch zu diesem Zeitpunkt, während und nach der Lettenräumung, betrieb man in erster Linie Symptombekämpfung und Überlebenshilfe. Löblich und ebenso notwendig wie ungenügend. Die Sucht hatte der Stadt ein Trauma zugefügt. Mit Methadon und Salbe schloss man die Wunde, beruhigte die soziale Entzündung und fing schon einige Monate später an, sich gegenseitig für die gelungene Operation auf die Schulter zu klopfen.

Heilsbringer Methadon

Die Sucht war irgendwie im Griff, flammte ab und zu in den Quartieren noch auf, war aber wieder da, wo sich niemand, bis auf die Süchtigen und die Spezialisten, damit auseinandersetzen musste.

Das Suchtproblem ist nicht gelöst, sondern wird inzwischen wieder freundlich ignoriert. Rund 35’000 Opiatabhängige zählte man in der Schweiz Mitte der 90er-Jahre. Jetzt schätzt man die Zahl noch immer auf etwa 25’000 bis 30’000 Süchtige, was doch kurz innehalten lässt. Wo sind all diese Junkies? Natürlich unsichtbar in Heroin- und Methadonprogrammen.

Die damaligen Vorkämpfer der Methadon- bzw. Heroinabgabe, die mit ihrem Einsatz wahrscheinlich tausende Leben gerettet haben, sind inzwischen von ihrem eigenen Erfolg paralisiert. Sie haben sich so stark für die Substitution eingesetzt, dass ihnen eine weiterführende  Behandlung der Sucht wie ein Verrat an ihrem eigenen Kampf für Substitutionsprogramme erscheinen muss. Und sie sind inzwischen die Verantwortlichen der Schweizer Drogenpolitik. Doch an den Ursachen wird weiterhin nicht gearbeitet. Geforscht wird nur klinisch an verträglicheren Substituten, nicht an den sozialen und psychischen Wurzeln.

Kosmetik statt gesellschaftliche Veränderung

Jetzt, zwanzig Jahre später, wäre es vielleicht an der Zeit, sich zu fragen, weshalb eine der reichsten Gesellschaften nach einem der wirtschaftlich erfolgreichsten Jahrzehnte – den 80ern – sich plötzlich mit einer Jugend konfrontiert sah, die sich lieber selbst umbrachte und im Drogenrausch lebte, als Teil der Gesellschaft zu sein. Und warum noch heute so viele Menschen hier das Gefühl haben, ihr Leben nüchtern nicht ertragen zu können.

Der Rausch begleitet die Menschheit seit Anbeginn. Der Rausch ist nicht das Problem – er kann für Menschen, die keinen anderen Weg finden, Entspannung und sogar spirituelle Bereicherung bieten. Die Frage ist, warum ein so grosser Teil der Gesellschaft den täglichen oder wöchentlichen Rausch braucht, um ihr Leben in eben dieser Gesellschaft auszuhalten.

«Spass!» werden einige sagen, «Erholung» andere. Die Frage, warum wir ein Leben leben, von dem wir uns «erholen» müssen und warum wir für «Spass» an unserem Bewusstsein herum manipulieren müssen, wird wahrscheinlich mehr Unangenehmes über unsere gesellschaftlichen Realitäten zu Tage fördern, als über Junkies, Alkoholiker und Pillenfresser.

Wir haben die Sucht wieder versteckt, nicht mit Gewalt, nicht ausserhalb der Gesellschaft. Wir haben die Süchtigen sauber eingekleidet, ihnen ein Smartphone in die Hand gedrückt und ihnen eine Wohnung gegeben. Das sieht hübsch aus. Aber es ist Kosmetik und nicht Heilung der Ursachen.

Der Autor hat die Lettenräumung als Heroinsüchtiger erlebt und lebt seit 12 Jahren frei von bewusstseinsverändernden Substanzen wie Heroin, Methadon, Kokain, Alkohol, Cannabis, Pillen etc. Man möge ihm seine kritische Sicht auf die Verleugnung der Ursachen der Sucht verzeihen. Er hat in den letzten Jahren zu viele Freunde beerdigt, um jetzt auch noch ins gesellschaftliche Schulterklopfen einzufallen. 

61 Kommentare zu «Lettenräumung: Das Ende des Krieges?»

  • Peter Stadler sagt:

    Danke für diesen interessanten Bericht. Die Drogenszene war dazumal sehr dominant in der Stadt vertreten. Viele Tragödien spielten sich. Im Buch „Zürcher Geschnetzeltes“ welches ich im Orell Füssli gefunden habe, werden viele dieser Biographien sehr gut beschrieben. Sicher ein Versuch wert.

  • Ich vermisse das Zürich von damals. Denn Stuss der heute dort rum läuft ist ein vielfaches von dem von damals. Und leider kann man die Probleme von heute nicht einfach wegräumen wie das damalige von damals.

  • geezer sagt:

    was mich auch viele jahre nach der räumung immer noch irgendwie irritiert ist die tatsache, dass die unhaltbaren zustände und die ganze drogenproblematik am letten an sich so lange von den behörden gedultet wurden. irgendwie werde ich das gefühl nicht los, dass da seitens der politik irgendwie „abkassiert“ wurde. klar, die methadonprogramme wurden damals ja erst entwickelt und waren vielleicht noch nicht ’salon-‚ oder funktionsfähig. aber da war doch irgendwo generell was faul, damit sich überhaupt solch eine grosse, offene szene bilden konnte. oder ist meine kleine theorie zu verschwörerisch?

    • Réda El Arbi sagt:

      Jep. Kauf dir einen Aluhut. 🙂

    • Maiko Laugun sagt:

      Es ist ganz einfach: Die Bürgerlichen hatten zuerst die hohen Folge-Kosten für die dann später alle eingeführten Hilfsmassnahmen gefürchtet und die Linken befanden sich noch in einem romantischen Tiefschlaf. Später haben sich beide Lager verbündet, weil sie merkten, dass man gemeinsam abzocken kann: Die Linken schufen gut bezahlte Soziale Arbeitsstellen für ihresgleichen und die Bürgerlichen kassierten hohe Mieten und Reparaturkosten bei dem unter den Linken verwalteten Begriff „Begleitetes Wohnen“ ab. „Begleitet“ wurde bei bei diesem „Wohnen“ niemand, denn viele Sozialarbeiter sassen im schönen Büro und beglichen die von den Bürgerlichen eingereichten hohen Rechnungen. Was hat dies mit Drogenkranken zu tun? Gar nichts. Ersetzen Sie dieses Wort durch (z.B.) „böse“ Asylanten, Ausländer oder einen anderen Begriff. Das Resultat ist das gleiche. Der Steuerzahler wird in einem stinknormalen politischen Sachgeschäft abgezockt – und zwar gemeinschaftlich durch das Links-Rechts-Bündnis. Merke! In der Politik ist die Sache als solches ganz grundsätzlich nebensächlich. Genügt dies als Kurzfassung?

      • Réda El Arbi sagt:

        ich merke, leiber Mako, Sie haben noch niemals in ihrem Leben irgendwas mit der Sozialpolitik zu tun gehabt. Anders kann man sich so einen Verschwörungsquatsch, wie Sie ihn hier von sich geben, kaum erklären.

        • Maiko Laugun sagt:

          Kleiner Tipp, recherchieren Sie mal die detaillierten Fakten über die damaligen Mietverträge des „Begleiteten Wohnens“. Dürfte Ihnen als Journalist sicher leichter fallen als anderen, oder?
          .
          Don’t give up on your dreams – keep sleeping 🙂

          • Réda El Arbi sagt:

            Nun ja, ich war mit 18 in einem begleiteten Wohnen. Ich muss nicht mal recherchieren. Ich kann sagen, dass ich damals, an einem Tiefpunkt in meinem Leben, nicht überlebt hätte ohne die staatliche Hilfe. Natürlich hätte ich als Toter weniger Kosten verursacht, was durchaus im Sinne von sozialdarwinistischer Philosophie wär. Ich habe den Staat als süchtiger Überlebender doch einiges gekostet, bevor ich wieder auf den Beinen war.

            Schlimmer noch, als ich wieder sauber und auf den Beinen war, hab ich geholfen, anderen Süchtigen zu überleben. Auch das hat die Gemeinschaft Geld gekostet.

            Nun, meine Überzeugung nach wird der Grad an Zivilisation einer Gesellschaft daran gemessen, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht. Wenn wir uns in der reichen Schweiz keinen Sozialstaat mehr leisten wollen, mit den hanebüchernen Argument, dass „die Linke“ oder „die Rechte“ sich daran bereichert, dann verlieren wir irgendwie den Anspruch darauf, „zivilisiert“ genannt zu werden.

          • Maiko Laugun sagt:

            Danke, Réda. Das „Begleitete Wohnen“ ist eine sinnvolle (!) Sache. Die Mehrzahl der damaligen Mietverträge wurden (juristisch abgesegnet) nur 0,01% unter dem Mietwucher-Grenzwert aufgesetzt. Profitiert – oder darf man schreiben, die Notlage finanziell ausgenützt (?) – haben Rechts und Links. Wie das heute ist, weiss ich nicht. Ansonsten stimme ich Ihnen zu.
            .
            Wünsche noch ein happy Chinese New Year! Das ist nämlich heute und ich verabschiede mich zu einem feinen Neujahrs-Essen! 🙂

          • Ephraim Education sagt:

            Ach Laugi, wo sind mal wieder die Fakten und Quellen für solchen Humbug?

  • tststs sagt:

    „Aber es ist Kosmetik und nicht Heilung der Ursachen.“
    WAS muss/soll denn geheilt werden?
    Das Momentum, wo aus Rausch Sucht wird?
    Ursache für ein Abrutschen in eine Drogensucht sind immer individuell und durch kein privates oder staatliches Programm zu verhindern…Gerade DAS sollte uns die Erfahrung doch gelehrt haben.

  • nisan sagt:

    an aron morgenstern <3

  • daniela sagt:

    so nebenbei möchte ich einfach – auch wenns in dem zusammenhang nun wirklich nichts zur sache tut – erwähnen, dass kafi doch einen erheblich bewusstseinsverändernden effekt hat. und nikotin oder auch nur schon der vorgang des rauchens selber eine süchtig macht. und verdammt schädlich ists auch. was daran besser ist, eine zigi zu rauchen und einen starken doppelten espresso zu trinken, als ein tütchen und ein bier, ist mir schleierhaft. aber ja, darum gehts nicht beim thema letten, ist klar. es hat mich einfach im auge gejuckt

    • Josef sagt:

      Vielleicht habe ich Dich falsch verstanden, aber machst Du jetzt echt einen Vergleich zwischen Kaffee und Heroin und weisst nicht was schlimmer ist? Echt jetzt?

      • Sophie sagt:

        Kafi hat einen bewusstseinsverändernden Effekt? Dann hab ich wohl noch nie genug getrunken davon… Und wird hier – wie mein Vorschreiber treffend fragt – tatsächlich mit Heroin verglichen? Na, jetzt besserts aber!

        • daniela p. sagt:

          also. 6uhr morgens nach 6 stunden schlaf, ich kriege die augen kaum auf.
          dann trinke ich kafi. und? effekt? wenn das nicht bewusstseinsverändernd ist. kafi pusht doch enorm. von müde auf hellwach. wegen kafi. vor kafi sozusagen bewusstlos

    • tina sagt:

      da hast du mich komplett falsch verstanden. ich schrieb tütchen und bier als vergleich mit kafi und zigi. und das bezog sich auf die aussagen des autors zu seiner freiheit von bewusstseinsverändernden substanzen und sucht.
      ich betonte eben ja sogar gleich anfangs, dass dieser einwurf keinen zusammenhang mit dem letten hat, und damit meinte ich natürlich die auswirkungen harter drogen

    • andi sagt:

      Zum Kafi nimm ich amgis noch ein halbes Tütchen Zucker.
      Hoffe, das machts nicht noch schlimmer.

  • was wirklich schlimm ist dass mann mit dem bereitwillig paratgehaltenen Substitutionsprogramm nicht nur die Süchtigen ins off befördert sondern ihnen jede Hoffnung nimmt. Nämlich die Hoffnung, dass es auch für sie tatsächlich ein cleanes normales Leben geben könnte

    • Claude sagt:

      Mit den Psychopharmaka ist es ähnlich.

      Ein Bekannter von mir raucht Folie. Er meint, dass ihm reines Heroin lieber wäre als herkömmliches und Substitute. Er betrachtet es als Medikament. Das ist allerdings nicht mein Kenntnisgebiet.

  • Claude sagt:

    Sie haben mich falsch verstanden. In der Kunst gehts auch um Sucht, wenn auch die Folgen nicht so schlimm sind. In Ihrem Text gings ja auch um die Frage, was gesellschaftlich falsch läuft. Einige würden sagen, es läuft sehr gut und wird immer besser. Schauen Sie sich doch die Psychopharmakageschädigten an, zu denen ich gehöre, ist nicht angenehm. Ich dachte, es ging um grundsätzliche Fragen.

  • marcel sagt:

    sorry kann nicht mitreden, war nie heroinsüchtig.

    • Réda El Arbi sagt:

      Kennst auch niemanden, ders ist? Oder der täglich trinkt, Schlaftabletten benötigt oder sein Leben nur mit Antidepressiva aushält?

      • marcel sagt:

        nee. echt nicht.
        und alle freunde, kollegen und verwandten haben etwa noch nie koks oder ecstasy ausprobiert.
        klingt grad im kreise der bei stadtblog versammelten drogenexperten etwas langweilig, gell?

        • Réda El Arbi sagt:

          Nö. Hört sich eigentlich ziemlich cool an. Irgendwie gesund.

        • sonia bischoff sagt:

          falls du viele freunde, kollegen und verwandten tatsächlich hast, dann ist die wahrscheinlichkeit eher gering, dass niemand von drogen, medis oder sonst was abhängig ist. viel wahrscheinlicher ist hingegen, dass du marcel, kein gespür dafür hast, weil keine erfahrung damit? einfach so mal ein gedanke, die wahrscheinlichkeit liegt bei 30 % dass ich mich täusche, vielleicht 🙂

  • The it sagt:

    Wenn man nichts zu verlieren hat, dann nimmt man Drogen…..? ******* wenn man sich unsterblich scheint doch so unglaublich alleine ist, dann nimmt man Drogen…..?***** ist oder scheint die Welt besser wenn man auf Drogen ist…..?~~~~[] geistig ist alles möglich, wir habens im Griff bis dann das frontale Limit des Körpers aufschreit, uns befiehlt: geh schaff dir was an sonst……..plötzlich für wenige Sekunden haben wir tatsächlich die Wahl, cut and go oder chum mir nänds easy, diese Wahl dann beruht auf dem Fundament des Elternhauses, auf der Genetik, auf den Freundeskreis und auf die inner Kraft sich im Leben etwas zu erbauen. Jeder hat das Recht zu wählen nur nicht jeder ist stark genug dazu….Zitat aus…..

    • Maiko Laugun ★Natürliche Räumung★ sagt:

      @Irene: „…nur nicht jeder ist stark genug dazu…(Zitat aus)“. Das bedeutet im Kehrsatz, dass einige zu schwach sind. Das hört sich nach natürlicher Auslese an und unterscheidet sich insofern von der grossen Palette an anderen Ausreden wie Gesellschaft, Elternhaus, Leistungsdruck, etc. etc. Die Natur hat also Ausschuss produziert, zumindest bei denjenigen, die ihre Sucht nicht überleben. In der Tierwelt überlebt der Schwache ebenfalls nicht. Auch wenn es dafür digitale Prügel geben wird, so ist dies eine interessante Variante.

      • Réda El Arbi sagt:

        Jep. Aber Zivilisation beginnt da, wo wir uns als Gemeinschaft über die evolutionäre Ausrechtung des Individuums hinaus entwickeln. Alles andere ist Barbarei.

      • The it sagt:

        Genau Maiko, nur würde ich dies nicht AUSREDEN nennen sondern der verzweifelte Wunsch des Umfelds der Betroffenen die Situation zu verstehen und so eine Lösung des PROBLEMS anzustreben oder einfach eine sinnvolle Erklärung als Befriedigung zu finden….schlimm ich weiß. Ich frage mich oft was wäre wenn eines meiner Kinder in den Drogenschlund fallen würde. Ich bin wahrlich keine Philosophin doch beim kämpfen gibt es Sieger und auch immer Verlierer und das ist Realität.

      • daniela sagt:

        maiko, eigentlich ist unsere gesellschaft über weite strecken so ausgerichtet, dass die stärkeren den schwächeren helfen.
        die natur kann man doch sowieso streichen als anwendungsbeispiel, sobald man in die tasten haut: ist nämlich unnatürlich

      • Maiko Laugun ★Natürliche Räumung★ sagt:

        Die dekadente westliche Gesellschaft (20%) hat kein Problem damit, 80% der weltweiten Ressourcen in armen Ländern zu plündern, um sich dadurch ein schönes Leben auf Kosten anderer zu finanzieren, inkl. viel zuvieler sozialer Auffang-Netze für (z.B.) Drogensüchtige, die man dann nicht mal als das bezeichnen darf was sie wirklich sind, nämlich Ausschuss der Natur. Dies würde ja an Barbarei grenzen. Deshalb sucht man ja Ausreden. Krepiert in einem armen Land ein Neugeborenes an Hunger, so würde ich deren Eltern und nicht das Kind als Ausschuss bezeichen, da sie es im Wissen um dessen geringe Ueberlebenschancen gezeugt haben; vielleicht kann man sogar der ausbeutenden Westlichen „Zivlisation“ die Schuld dafür geben. Bei einem „zivilisierten“ Drogensüchtigen trifft das nicht zu. Darum lasse ich auch die böse „Zivilisation“ selbst nicht als Ausrede gelten. Diese bietet ihm sämtliche Möglichkeiten, sogar in eine andere zu wechseln, falls er nicht klar kommt. Mein Mitleid geht an die Angehörigen, aber nicht an den Ausschuss selbst. Und Nein, ich verwechsle nicht Ursache, Wirkung und die Schuldfrage. Es ist nicht der Stärkste der in der Natur überlebt, es ist der Anpassungsfähigste. (P.S. Anfangs der 80er gabs in meinem Schulfreundes-Kreis auch 3 x tödlichen Ausschuss. Denen hat es weder an Liebe, Zuneigung noch an sonst etwas gefehlt, weshalb ich ihnen auch keine Träne nachweine, im Gegensatz zu anderen, welche diesen 3 noch heute ihre ach so grosse Intelligenz, Sensibilität und Feinfühligkeit nachreden. Darum sind sie auch schon lange tot, wegen Unanpassungsfähigkeit, verstorben als natürlicher Ausschuss.)

        • Réda El Arbi sagt:

          Offenbar noch immer in den steinzeitlichen 80ern. Inzwischen ist sogar Ärzten in Chna bewusst, dass Sucht eine Krankheit ist. Nach Ihrer Logik müsste man Menschen wohl auch noch an Infektonen sterben lassen, weil sie nicht stark genug sind.

          • Maiko Laugun ★Natürliche Räumung★ sagt:

            Die Natur kennt heil- und unheilbare Krankheiten. Kann eine Drogenkrankheit nicht behandelt werden – und das scheint bis zu einem gewissen Grad auch noch im Jahre 2015 ein gegebener Fakt zu sein – dann ist sie eben unheilbar. Zudem können Infektionskrankheiten ohne eigenes Handeln und Wissen auftreten. Bei einer Drogenkrankheit braucht es zuerst ein eigenes Handeln und einen Grund dafür. Es spielt dabei keine Rolle ob dies bewusst oder unbewusst, in Kenntnis oder Unkenntnis der Konsequenzen erfolgt. Als Resultat davon nennt man diese Sucht dann eine Drogenkrankheit. Ich bezeichne sie als eine Symptom-Krankheit. Wenn schon, dann ist es eine Nicht-Anpassungsfähigkeits-Krankheit – oder eben das Ausschuss-Produkt der Natur.

          • Maiko Laugun ★Natürliche Räumung★ sagt:

            Was auch immer am Anfang stand: Ich ziehe den Hut vor Ihrer eigenen grossen Willenskraft, die Drogenkrankheit überwunden zu haben und das meine ich wirklich ernst!

        • Claude sagt:

          Vom Kapitalismus sagen einige, dass er das anpassungsfähigste System ist. Vorformen des Kapitalismus entstanden in China und im mittleren Osten. Am Ende des Mittelalters und in der Neuzeit und der Renaissance wurde er in Westeuropa weiterentwickelt, verbindete sich dann im 18.Jh und im 19.Jh mit dem Kolonialismus (Sklavenarbeit). Erst dadurch entwickelte der Westen seine Stärke. Kapitalismus ist Ausbeutung und Schaffung von Abhängigkeitsbeziehung/Unterdrückung, er ist per se diskriminierend u.a.

          • The it sagt:

            Reda, mit Respekt aber zuerst musstest du dir selbst helfen und erst dann, helfen lassen. Du wolltest das Leben wählen, dort beginnt der Neuanfang und wahrscheinlich ( ich weiß es nicht persönlich) haben dir dann deine Freunde, Familie auch die Unterstützung gegenüben von dieser sucht loszukommen.

  • Züricher sagt:

    Und mit Ursachen wird gemeint? Die „Gesellschaft“? Den leistungsbezogenen Kapitalismus? Naja. Obschon Suchtgeschichten immer individuell sind, sieht die Realität eher so aus, dass man in ein schlechtes Umfeld gerät, dort die ersten Drogenerfahrungen macht und man in das Milieu schlittert. Ist man dazu noch prädestiniert für eine Sucht und steckt gar in einer Lebenskrise, sind das alles Faktoren, die das Ganze beschleunigen. Viel wäre schon erreicht, wenn es schwerer gemacht würde, dass man zur suchtmachenden Substanz überhaupt gelangt.

    • Réda El Arbi sagt:

      Dem widerspricht, dass Sucht quer durch alle sozialen Schichten stattfindet. Und die Hauptsubstanz ist Alkohol. Wie es herauskommt, wenn man Alkohol verbietet, sah man in den USA der 30er Jahre.

      Es ist einfach, das Problem den Individuen in die Schuhe zu schieben. Das hilft so schön, beim Nichtstun.

      Es geht nicht darum, dass ich eine Lösung hätte. Es geht darum, sich endlich den gesellschaftlichen Fragen zu stellen. Und Antworten wird man nicht in einem Blog finden, aber vielleicht den Mut zum Nachdenken.

      • adam gretener sagt:

        Ich habe etliche Tote in meinen Freundeskreis zu beklagen. Pascal habe ich auf dem WC der Helvti-Bar gefunden. Massimo verkohlt in einer Telefonzelle. Igor vegetiert heute noch vor sich hin. Peach lebt heute mit Hepatitis C, ist HIV-Positiv, kann kaum noch laufen wegen den OPs an den Beinen, Körper von Folgen der Abszesse gezeichnet.

        Was alle gemeinsam haben? Ein absolut kaputtes Elternhaus. Psychische und phsychische Gewalt über Jahre hinweg.

        Und ja, ich muss auch sagen. Ein gewisses Mass an Veranlagung. Die Suche nach Liebe und Anerkennung.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ich kenn einen toten Anwalt, einen toten Chirurgen und einige tote Werber. Alle soweit integriert, aus guten Haus und jetzt bei den Würmern. Wegen Überdosis, Infektionen oder Unfall unter Drogen.

          • adam gretener sagt:

            Einverstanden, Reda. Aber der Beruf sagt noch nicht viel aus, weder in meine Richtung noch in deine. Als Anwalt kommt man nicht automatisch aus einem guten Elternhaus, genau so wenig wie die arme Maus aus einem Schlechten kommt

            Meine Freunde suchen Anerkennung. Sei es durch Leistung oder Nicht-Leistung.

            • Réda El Arbi sagt:

              Nun ja, die meisten beruflich Erfolgreichen suchen Anerkennung. Und was ist ein gutes Elternhaus? Ich kenne Leute, die gesellschaftlich völlig „normal“ sind, deren Kinder aber weder Werte noch Liebe noch Anerkennung mit auf den Weg bekommen haben. Emotionale Vernachlässigung kennt keine eigene Gesellschaftsschicht.

          • adam gretener sagt:

            Réda, genau das meine ich. Gutes Elternhaus, da meine ich nicht finanziell unbesorgt. Sondern eben, Anerkennung, Liebe, Zuneigung.

            Die Eltern meinen eben, sie hätten andere Probleme. Das kenne ich doch auch, nur hatte ich enormes Glück. So, jetzt ist es raus.

    • Roman Günter sagt:

      Die einzige Gemeinsamkeit, welche ich bei den Betroffenen in dieser Zeit (angefangen Ende 70er) ausmachen konnte, waren nicht zerrüttete Familienverhältnisse oder prekäre finanzielle Situationen sondern einfach ein „…tieferes Verständnis füreinander…“, welches sich den „Angepassten“ natürlich nicht erschliessen konnte, und ein starkes Bedürfnis, sich über die Masse erheben zu wollen. Diese Symptome sind immer wieder zu beobachten und jede Generation findet ihre eigenen Mittel und Wege. Aufstand – Gewalt – Drogen – Ignoranz (und immer im Kreis herum). Die 80er Generation hatte einfach, zu ihrem Pech, die harten Drogen als Weg gewählt und diese gestreckt erhalten. Als unmittelbarer Beobachter konnte man die Frischen und Hoffnungsvollen in der Stadt ankommen sehen und ihren erschreckend raschen Verfall miterleben. Eigentlich ist es die zugrunde liegende Banalität, welche die Ereignisse so fundamental schrecklich machen.

      • Susanne Seiler sagt:

        Diese tiefere Verständnis fand nicht statt! Die Leute waren meistens zu betäubt, wenn es darauf ankam. Eine reine Zweckgemeinschaft. Für mich ist der Konsum von harten Drogen und die Sucht ein Ausleben des Konsum-Kapitalisms in extremster Form. Süchtige sind Leute, die keine Belohnung aussetzen können. Ihre Bedürfnisse müssen sofort befriedigt werden, aber subito! Genau wie die Leute, die einen Fernseher, ein Auto oder die Geschirrspülmaschine auf Raten kaufen oder sich sonst wie verschulden, damit sie jetzt gleich konsumieren können. Der Süchtige lebt das als Extrem aus, was unsere Gesellschaft ihm vorlebt.
        Sucht kommt von suchen. Meisten geht es um Sinn und Sinnentleertheit. Ich war nie süchtig, habe aber anderen dabei zugesehen. Viele Tote, viele darunter die sehr gut mit anderen und deren Probleme umgehen konnten, aber für sich selbst keine Antwort wussten und an sich selbst verzweifelten. Am Anfang waren es vor allem Kids aus gutem Haus, deren Eltern keine Zeit für sie hatten (oder sie keine Zeit für die Eltern). Sie dachten, Sucht sei etwas für andere, hatten Jean Genet gelesen und wollten „auch so sein“. Dann waren sie plötzlich doch süchtig, und die ganze Misere fing an.
        Meine Lösung wäre, dass jede Strasse as Gemeinschaft einen Junkie adoptiert. Ich selbst habe so ein Junkie. Ich halte sie nicht immer aus, vor allem wenn sie endlos quasselt, aber ich tu für sie, was ich kann. Es sind Leute, denen es an Zuwendung fehlt, an Möglichkeiten im Hier und Jetzt. Sucht ist eine Krankheit. Ich bin froh, gibt es das Heroinprogramm, und es sol sogar solche geben, die sich, da sie dem Stoff nicht mehr nachrennen müssen, fragen, was sie mit ihrem Leben sonst noch anfangen könnten ausser Drogen konsumieren. Das es dabei auch um Kosmetik geht, ist wohl wahr.
        Marx hat es schon gesagt, wir sind uns selbst entfremdet. Alle. Ausnahmen mag es geben, Selbstversorger, Utopisten, wer weiss. Die meisten von uns arrangieren sich mit ihrem Leben, ob nun schlecht oder recht. Wer durch die Gittermaschen fällt, muss sich meistens erst mal selbst helfen. Manche Versuche enden im Aus.

  • Roman Günter sagt:

    Vermutlich sind wir im Wesen mmer noch unmittelbar auf unser Überleben ausgerichtet, fällt dies weg, stellen wir uns als erstes die Sinnfrage. Wer sich darin zu stark an die Gesellschaft lehnt, hat wohl schon verloren. Diese Menschen verzweifeln an sich selbst, nicht an der Gesellschaft.

  • Zureich sagt:

    Sorry Réda, aber dieses ständige Zelebrieren deiner Folienraucher Karriere an dieser Stelle… wir haben anfangs Neunzigerjahre in Zürich alle ein bisschen Drachen gejagt, manch einer ist abgestürzt und jeder der damals jung war hat Freunde beerdigt.
    Deswegen ist man aber noch lange kein Kriegsheld.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nix Held. Überlebender. Als einziger unserer damals 13-köpfigen Klique. Tut mir leid, wenn du Heroinchic als Lifestyle empfandest. Das sagt mehr über dich als über die Zeit damals.

      • Aaron Morgenstern sagt:

        Zuerst einmal: danke für den Beitrag. À propos Zureichs Kommentar: Finde ich auch überflüssig, dieses im Stadtblog-Kirchenjahr ständig wiederkehrende „Der Autor war imfall und übrigens auch einmal ein Junkie und deshalb absoluter Experte in jeglicher mit Drogen verbundener Thematik“. Wirkt ein bisschen penetrant, unantastbar und egozentrisch. Als ob man sich damit brüsten müsste. Das weiss mittlerweile wohl jeder Leser dieses Blogs, das langweilt. Genug davon! Jeder aus ihrer Generation hat wohl geliebte oder zumindest bekannte Menschen daran verloren. Jeder war auch einmal jung und vielleicht auch dumm. Die Verlorenen mögen in Frieden ruhen! Das Fiasko soll nie vergessen werden!

        Diese Fragen nach den tieferen Gründen des Rausches in unserer Gesellschaft stelle ich mir auch oft. Ich bin wohl ca. 20 Jahre jünger. Habe auch schon „alles“ geschluckt und geraucht. Jetzt ringe ich mit dem Trinken. Das ist sozial verträglicher. Folienraucher gibt es auch heute viele, auch unter Jugendlichen. Auch im Ausgang (!?) in Zürich riecht man auf den Toiletten ab und zu den Zucker und findet angerusste Folien. Die „Loser- und Aussteigerdroge“ findet immer wieder neue Fans. Wieso nicht? Habe das Zeug in der trostlosesten Phase meines sowieso trostlosen Studiums geraucht. War auch sehr schön das Gefühl, aber schon zu „kaputt“ für heute. Da passen doch Koks und Alkohol besser zur Gesellschaft. Oder bei den verrückteren Ausgängern zusätzlich ein wenig Ketamin. Oder bei den sozial integrierten, im Rave der Endneunziger hängengebliebenen halt MDMA. Mit Speed und anderem. RCs vielleicht. Kiffer sind überall, Alkis sowieso. Die Gesellschaft ist polytoxikoman, Réda. Die oft propagierten Parallelgesellschaften unterscheiden sich heute vielleicht eher durch die in ihnen anerkannten Substanzen und Bewusstseinszustände als durch Nationalität und Religion. Der Mensch sucht Spiritualität oder mindestens Rückhalt. Rituale und Gruppengefühle. Verbindung. Zu Menschen, zur Natur. Die einen im Fussballstadion, die anderen in Sammelleidenschaften, Reisen, Goas, Urban Gardening, ICF, Büchern, Vergangenheit, reinigenden Eso-Pilzritualen in den Alpen, alternativem Neo-Bünzlitum… beim gemeinsamen Joint im Schrebergarten… den gemeinsamen Lines auf der Clubtoilette… 🙂 Weiss nicht mehr was ich sagen wollte. Schönen Tag allerseits!

        • Réda El Arbi sagt:

          Was meine eigene Suchtgeschichte angeht: Nun ja, vielleicht weiss der regelmässige Leser davon. Hätte ichs aber nicht wieder explizit erwähnt, käme sehr schnell (wie schon oft) der Vorwurf, ich gönne mir als Aussenstehender eine Meinung.

          Und ja, ich denke, es macht einen Unterschied, ob man ab und zu mal ein wenig Drogen nimmt, oder ob man 15 Jahre opiatabhängiger Polytoxikomane war. Es verändert die Perspektive wirklich ein wenig.

          • Aaron Morgenstern sagt:

            Es verändert die Perspektive, klar. Diese Perspektive finde ich auch sehr wertvoll. Nur: wegen dem wieder aufgewärmten binswangerschen Multimediaspecial bin ich gerade ein bisschen übersättigt.
            Was will dieser Beitrag? Irgendwelche Vorschläge? Vergangenheitsbewältigung?
            Dass Zürich immer noch gutschweizerische Sauberkeit anstrebt sieht doch jeder, der hier lebt. Probleme werden versteckt, Unbequeme institutionalisiert. Europaalleen gebaut. Besetzungen geschlossen. Und die RTS-Idioten spinnen rum. Alles wie gehabt.
            Jeder, der werktags mit dem Tram am Beckenhof vorbeifährt, sieht die vom Dealer Staat ruhiggestellten menschlichen Überbleibsel von Zürichs Drogendebakel. Und ist froh, wenn diese nicht einsteigen. Was sagt das?

            • Réda El Arbi sagt:

              Grundsätzlich will dieser Beitrag den Blick in der Vergangenheit abholen und ins Jetzt richten. Und nicht alle sind sich bewusst, dass die offene Drogenszene zwar verschwunden ist, die Junkies mehrheitlich aber noch unter uns weilen.

          • Claude sagt:

            @El Arbi
            Ihre Suchtgeschichte kennen wir nun gut, auch Ihre Ansichten dazu. Sie sind in gewissem Sinn ja durchaus schillernd und hätten noch mehr zu bieten, Sie waren ja bspw. auch eidg. diplomierter Künster? Warum sind Sie es nicht mehr? Was ist der Unterschied der Kunst und Kunstszene der 90-er zur Jetztzeit? Während dem Ihre Generation noch über einen gewissen Idealismus verfügte, verfügt die nächste Generation überhaupt nicht mehr darüber. Ihr ist es klar, dass sie von der Gesellschaft nichts zu erwarten hat, alles ist Inszenierung. Sie weiss, dass die liberale Gesellschaft insgeheim eine knallharte Schubladengesellschaft ist. Wobei der durchgängige Glaube für alle Generationen seit der Postmoderne ist – eher ein Imperativ, der je nach dem nicht öffentlich formuliert werden darf: Dass man mehr sein will (natürlich „muss“), als man ist. Das gilt insgesamt für die ganze westliche Gesellschaft. Zu den Drogen: Sie haben die Psychopharmakagesellschaft vergessen, das Problem hat sich einfach verlagert und weiter ausdifferenziert.

            • Réda El Arbi sagt:

              Der Anlass ist nicht „20 Jahre Kunst“ sondern „20 Jahre Lettenräumung“. Und ja, die Pharma gehört dazu.

        • nisan sagt:

          ich lese oft blog / kommentare und andere meinungen zu dieser thematik..
          danke für die „realen“ und sehr stimmigen worte.

          wir sind noch nicht verloren, und vielleicht auch keine minderheit

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