Tanzen, Titten und Sexismus

Hätte Sie DJane Micaela Schäfer erkannt? Auf diesem Bild trägt sie Kleider.

Hätten Sie DJane Micaela Schäfer erkannt? Auf diesem Bild trägt sie Kleider.

Alice Sophie Schwarzer, Kämpferin für Frauenrechte und Herausgeberin der Frauenzeitschrift Emma, würde schwarz vor Augen werden, fände sie die Musse, sich mit dem hiesigen Nachtleben auseinanderzusetzen.

Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass in diesem Wirtschaftsbereich Frauen in Führungspositionen dünner gesät sind, als kluge Bemerkungen des Ex-Bachelors Vujo Gavric, sie werden mit einer Selbstverständlichkeit auf ihre äusserlichen Attribute reduziert, die selbst Hugh Hefner die Schamesröte ins Gesicht treiben würde.

Nicht nur von professionellen Chauvinisten wie Matthias Pöhm, dem Verfasser des nach Aufriss-Potential gewichteten Clubrankings «Die besten Verführungsclubs von Zürich», sondern in zunehmender Form auch von allen anderen Stakeholdern des Nightlife: ob Clubber, ob DJ, ob Club-Betreiber, ob Veranstalter, ob Partyfotograf oder Türsteher. Aus Sicht der Nachtleben-Schaffenden sind Frauen Club-füllende Männermagneten und aus jener der männlichen Gäste Freiwild, das es zu erlegen gilt.

Klar: Der Jagdinstinkt vieler Frauen steht jenem ihrer männlichen Abschlepp-Kollegen in nichts nach, jedoch manifestiert sich dieser vorwiegend im bilateralen Balzspiel an der Bar oder im Club und nicht in solch penetrant-öffentlicher Manier, wie es beim männlichen Willen zum Aufriss der Fall ist. Auf der Eventplattform tilllate.com gibt es eine Rubrik «Neueste Supergirls», in der bisweilen nur die Oberweiten abgelichteter Frauen zu sehen sind, einige Clubs buchen regelmässig Stripperinnen, um ihre männlichen Gäste zu ergötzen, bei den für die Animation zuständigen Dancecrews interessiert vor allem der Anteil nackter Haut (auch wenn die Tänzerinnen selbst oftmals immer noch denken, es gehe um tänzerischen Ausdruck) und im Gratisclub Wow in Zürich West gibt es tatsächlich ein Partylabel namens «Titty Flash».

Agenturen für kommerziell orientierte elektronische Musik (insbesondere im EDM- und Deep House-Bereich) haben längst entdeckt, dass ihre Youtube-Clips ein paar tausend Klicks mehr generieren, wenn sie diese mit, möglichst textilfreien, weiblichen Hintern bebildern und es gibt unzählige topless-DJanes wie Micaela Schäfer, die die Dauergeilheit männlicher Clubber eigennützig bedienen, ungeachtet der Tatsache, dass sie ihren weiblichen Berufkolleginnen ohne Hang zum Exhibitionismus das Bestehen in diesem chauvinistischen Umfeld zusätzlich erschweren.

Selbstverständlich sind Clubs munter sprudelnde Hormonquellen und sollen dies auch sein. Sie sind keine Plattformen für intellektuelle Diskussionen, alleine schon wegen der Alkoholpegel aller Beteiligter und der Kommunikations-verhindernden Lautstärke. Jedoch droht die einseitige Erotisierung des Nachtlebens aktuell im Sexismus zu verenden und damit wäre nun wahrlich niemandem gedient, da sich immer mehr Frauen dazu entschliessen könnten, sich nicht mehr freiwillig vor die Flinten männlicher Freizeit-Casanovas zu begeben.

Diese wiederum könnten, wenn sie das nächste Mal in einem Club eine Frau anquasseln, ihr wieder mal in die Augen sehen, anstatt nur auf ihre Brüste zu starren: Veränderung beginnt im Kleinen.

Alex-Flach1Alex Flach ist Kolumnist beim Tages Anzeiger und Club-Promoter. Er arbeitet unter Anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Nordstern Basel, Rondel Bern, Blok und Zukunft.

42 Kommentare zu «Tanzen, Titten und Sexismus»

  • Patrick sagt:

    „Aus Sicht der Nachtleben-Schaffenden sind Frauen Club-füllende Männermagneten“ das gilt jedoch auch für weniger kommerziell orientierte clubs und partys, oder?

    Für mich ist immer noch ein Rätsel, wieso bei Clubs resp. Partys Frauen ab bspw. 18 Jahren Einlass erhalten und Männer erst ab bspw. 21. An was liegt das?

    Ich weiss, ist ein wenig off topic, aber das wundert mich schon länger 🙂

    • Alex Flach sagt:

      Das ist überhaupt nicht off topic. 🙂 …das mit den Männermagneten gilt selbstverständlich auch für die weniger kommerziellen Clubs; da ist auch keine Abgrenzung im Text an der Stelle. Und genau das ist auch der Grund für die unterschiedlichen Mindestalter nach Geschlecht und auch der für den Fakt, dass Männergruppen meist abgewiesen werden derweil Frauengruppen mit Handkuss eingelassen werden. Zumindest haben Frauen so doch noch einen Vorteil aus der ganzen Sache gezogen….

      • Patrick sagt:

        aber ist das eigentlich durchsetzbar? natürlich leuchtet mir ein, dass ein Veranstalter sein Publikum mehr oder weniger selber aussuchen kann – also seine Selektion so verpacken kann, wie er möchte.

        Aber die verschiedenen Altersgrenzen gleich mit auf den Flyer zu schreiben?

        • Alex Flach sagt:

          Selbstverständlich darf er das. Clubs sind privatwirtschaftliche Unternehmen und können sich aussuchen, wen sie einlassen, solange sie sich dabei an die gesetzlichen Bestimmungen halten wie beispielsweise Rassismusgesetze oder die Bedingungen für Alkoholverkauf an Minderjährige. Abseits davon sind sie komplett frei.

  • Irene feldmann sagt:

    Hr.Flach Pardon my German, doch ich bekomme langsam das Gefühl, dass sich die Themen wiederholen……

    • Alex Flach sagt:

      Selbstverständlich und zwar wöchentlich. Das Thema ist IMMER Nachtleben. Wenn Sie diiesen Text aber in einer früheren Kolumne finden, schenke ich Ihnen 5 Kamele und zünde Ihnen im Fraumünster ein Kerzlein an.

      • Irene feldmann sagt:

        Also wenn schon dann: 1 Esel, 1 Schweinchen, 2 Chinchillas und ein Huhn, anstatt Kerze ein kurzgebet in der Synagoge……:) hhhhhhhh

    • Alex Flach sagt:

      …es wäre auch zimli ungeschickt solche Themen zu repetieren; wie Sie Anhand der Zahl an Empfehlungen sehen, ist es nicht sonderlich beliebt. Ich finds aber wichtig. Deshalb…

    • Markus Frei sagt:

      Sei doch nicht so gemein, der Mann muss seinen Lebensunterhalt verdienen…

  • KMS a PR sagt:

    die einen gehen sicher (nur) zum tanzen hin. die andern zum tanken. und die noch-anderen äh ja.. blasen dir mal gerne einen an der tresen, macht auch nichts, wenns jeder mitkriegt. der sexismus ist hier geschlechtermässig unspezfisch verteilt. wobei es zunehmend auch sehr offensive junge damen gibt. die herren stellen sich meist einfach etwas blöder an.

  • Daniel Wigger sagt:

    Erstaunlich, dass gewisse Leute erst jetzt drauf kommen, dass diese Clubs nur für diesen Zweck aufgesucht werden. Da braucht es einerseits diejenigen die abgeschleppt werden wollen und andererseits die, die abschleppen wollen. Das Mittel dazu sind die dargestellten optischen sexuellen Reize, damit man weiss woran man ist. Die weibliche Sexualität ist die Währung des Begattungsmarktes. Aber das war schon in der Steinzeit so. Es empfiehlt sich „Im Anfang war das Feuer“ oder andere Quellen. Aber mal ehrlich: DIe Discos in den 80er Jahren, ja die Gesellschaftstänze der früheren Jahrhunderte waren nicht viel anders, wenn auch ein bisschen züchtiger (wenn auch nicht immer). Tanz ist die verzivilisierte Form des Umwerbens des anderen Geschlechts. Darin unterscheiden wir Menschen uns in keiner Weise von anderen höheren Wirbeltieren. Erstaunlich, wie gesagt, ist es, dass dies gewissen, selbst intellektuell anspruchsvollen, Mitlesern und -schreibern erst jetzt aufgefallen ist.

    • sepp z. sagt:

      🙂
      ich wundere mich immer, dass die musik so laut ist, in den clubs.
      wie soll man da gepflegt über literatur oder quantenphysik diskutieren?

  • Adrian Wehrli sagt:

    Erotik ist per Definition körperlos. Was wir in den Klubs kriegen ist keine Erotik, sondern plumpes „kopulierstimulierendes“ Affentheater, Silkon auf Koks.

  • tststs sagt:

    Ausgelutscht bis zum geht nicht mehr, aber hier IMHO doch passend:
    Oversexed and underfucked!
    🙂

    Ansonsten bin ich – für einmal kritiklos – bei Ihnen. Und ich würde da nicht nur die Clubs zur Brust nehmen; was gewisse „Musikrichtungen“ z.T. produzieren…tststs…

    Aber es gibt gottseidank auch immer noch die Gegenbewegung.
    Folgende Parodie amüsiert mich auch nach 3 Wochen immer noch:
    https://www.youtube.com/watch?v=IbWbj8WX-Zo

  • Lia sagt:

    dankeschön! Ich habe mich immer schon gefragt, weshalb auf den Flyern immer halbnackte Frauen abgebildet sind, wo es doch die Frauen sind, die in die Clubs gelockt werden sollen – die Männer gehen da ja sowieso schon hin. Und ich als Frau brauche auch keine nackten Hintern, die auf der Bühne tanzen, und wenn ich in einem Club, in dem Stripperinnen zu Gange sind, angesprochen werde, weiss ich, dass der Typ eigentlich kein Interesse an mir hat, sondern an der Tänzerin, diese aber leider nicht verfügbar ist – da kann ich gleich zu Hause bleiben.

  • markus müller sagt:

    gibts was schlimmeres und kulturloseres als clubbing? muss es einem da wundern wenn der sexismus erigiert? wo geistig nichts mehr gefordert wird, wird der mensch halt wieder zum affen. kann ja lustig sein. nur wundern sollte es einem nicht.

    • Alex Flach sagt:

      Es gibt Schlimmeres und zwar alles über einen Kamm scheren. Elektronische Musik ist mittlerweile eine der wichtigen Achsen der Popkultur und die dreht sich vorwiegend in Clubs. Musiker und Bands wie Caribou, James Holden, LCD Soundsystem, WhoMadeWho und viele, viele mehr sind Clubmusiker im eigentlichen Sinne und werden von der Fachpresse einhellig beklatscht und befruchten auch andere Kunstsparten. Viele kulturelle Strömungen entstehen in der Clubkultur und finden Eingang in andere Kultur- und Kunstbereiche. Das ist ebenfalls Clubbing. Was hier beschrieben ist, ist die Schattenseite eines Teils des Clubbings, nichts weiter.

      • Toni sagt:

        Herr Flach kann mir persönlich fällt auf, dass Sie irgendwie krankhaft versuchen im Clubbing und nachtleben etwas zu sehen was es nicht ist? Die Menschen gehen in die Clubs um ausgelassen zu feiern, gute musik zu hören und wenns gut läuft geht man am ende noch mit einer Begleitung nach Hause. Für meinen Geschmack intepretieren Sie zu viel Pseudokünstlerische Kultur in das Nachtleben. Ich möchte nicht abstreiten, dass ein DJ oder ein Producer ein Künstler sei, oder die Lichteffekte und alles drum herum annekrennt werden sollte. Dennoch sind es immernoch Mittel zur Unterhaltung von berauschten Menschen. Ich bezweifle stark, dass nach einem Besuch in der Zukki jemand gleich auf alle anderen Bereiche des künstlerischen Schaffens darin einen entscheidenden Impuls gefunden hat um seine Arbeiten zu revolutionieren.
        Vieleicht sollten sie sich mal überlegen, dass ein Versicherungsberater oder oder ein Jurist von seiner Persönlichkeit her, auch eher mit einem Klub identifiziert der nicht seinem Stereotyp entspricht und nicht nur „Kreative und Avantgardisten“ sich in den Klubs tummeln, für welche Sie werben und arbeiten. (Gemäss ihrer Aussage aus dem Bericht im 20min über die Rich Kids)

        • Alex Flach sagt:

          Nein. Ich beurteile halt einfach die Clubkultur nicht nur anhand dessen, was IM Club geschieht, sondern auch anhand seines kulturellen Outputs (beispielsweise Musik oder Design) und weiterer Attribute (Stadtbelebung), also anhand Dingen und Wirkungen, die Clubs generieren, die aber nicht im Club vonstatten gehen. Die elektronische Musik, insbesondere deren Innovationskraft, wird immer noch über die Clubkultur abgewickelt. Dort finden die Künstler Möglichkeiten vor sich und ihre Kunst zu präsentieren und dort finden sie nicht selten auch Inspiration. Bezugnehmend auf Ihren Post und zieht man die kulturelle Komponente ab… was ist so schlimm daran Spass zu haben? Wie dieser Spass auszusehen hat, muss natürlich jeder für sich entscheiden und ist sicherlich nicht (nur) abhängig von seinem Bildungs-Background. Dass dies jedoch auch ohne Sexismus oder Gewalt geht, beweisen unzählige Clubs Wochenende für Wochenende. Wenn dieser Spass mit wirklich guter Musik veredelt wird, umso besser.

      • markus müller sagt:

        nein, ich denke nicht. es mag einige geben die es tatsächlich geschafft haben mit elektronischer musik wirklich musik zu machen und von denen sicherlich auch ein paar sachen in clubs zu hören ist. aber der ganz grosse teil hat weder hintergrund noch anspruch. balzmusik für besoffene die sich seit 15 jahren inzestuös selber kopiert. sorry, ist so. das was du heute als sexistisch einstufst war schon vor 20 jahren nicht anders. erst jetzt merkst du es halt. mit der kultur verhält es sich ähnlich. dauert halt noch etwas bei dir 😉

        • Alex Flach sagt:

          Einige… Elektronische Musik ist aktuell und in der westlichen Hemisphäre das erfolgreichste Genre… Nicht nur kommerziell, sondern auch subkulturell. Für die kommerzielle Seite empfehle ich einen kurzen Blick in die Hitparade, für die andere einen hierhin: http://pitchfork.com/ – dürfte schwierig sein etwas zu entdecken, das nicht irgendwie von Electronica beeinflusst ist. Radiohead haben bahnbrechende Alben veröffentlicht, die ohne elektronische Musik nicht existieren würden. Alles Balzmusik für besoffene? Was hörst Du?

          • markus müller sagt:

            radiohead sind musiker. nicht clubber. erfolg setze ich seit knapp 10 bis 15 jahren leider mit kulturlosigkeit gleich, darum zählt dieses argument nicht. da wir im computerzeitalter leben haben computer selbstverständlich alle unsere lebensbereiche beeinflusst – so auch die musik. ein verdienst der computerisierung – nicht der clubmusik. doch dort wo zuviel retorte und zuwenig herz in der musik steckt, dort kann sie mir leider nicht mehr gefallen. und in den allermeisten clubs ist dies der fall. jedenfalls kenne ich keinen der wirklich gute musik bringen würde. in clubs findet man nunmal auch keine klientel für sowas. besoffene idioten wie wir selber einmal waren. damit du mich verstehst: ich spreche ausdrücklich von club-(un)kultur. ausserhalb von clubs gibts einiges an guter, elektronischer musikkultur.

            was ich selber höre tut eigentlich gar nichts zur sache aber da du mich gerne einschätzen willst: ich höre im grunde alles. pop, jazz, klassik, blues, rock, metal, von 1930 bis heute. solange geist und seele in der musik steckt, solange gefällt sie mir.

          • Alex Flach sagt:

            Die elektronische Musik wurde vielleicht nicht in Clubs erfunden (siehe Stockhausen beispielsweise), jedoch hat die Clubkultur ihr zum Siegeszug verholfen und sie auf die Agenda von „Musikern in Deinem Sinne“ gesetzt. Die Clubs in ihrer Gesamtheit sind auch nach wie vor die wichtigste Präsentationsplattform für neue, elektronische Musik und der Ort, an dem Innovationen entstehen. Viele grosse Karrieren wurden in Nightlife-Betrieben lanciert; auch die von Radiohead zählt dazu (erste Auftritte in der Jericho Tavern in Oxford) und Thom Yorke und Konsorten waren zu Beginn ja nicht wirklich elektronisch. Da standen vielleicht dann doch Einige im Publikum, die zugehört haben und vielleicht nicht ganz so idiotisch und besoffen waren. Selbst die Beatles und die Stones (Marquee) haben in Clubs angefangen, auch wenn da nur idiotische Besoffene rumgestanden sind. Man sollte nicht ZU sehr von sich auf andere schliessen. Die Zürcher Clubs verwöhnen ihr Publikum ziemlich. Stall 6, Zukunft, Exil, Hive, Büxe, Cafe Gold, Komplex Klub, etc., etc.: Sie alle führen ein, in ihrem Bereich, auch nach internationalen Qualitätsmassstäben gutes Programm, auch ausserhalb ihrer Clubs. Das Hive hat eben erst Caribou nach Zürich gebracht, die Zukunft Nicolas Jaar ins Volkshaus, der Bienenstock Fritz Kalkbrenner ins X-Tra, uvm.

        • markus müller sagt:

          ok, dann müssen wir wohl clubs von clubs unterscheiden. diejenigen clubs die ich meine tragen wenig bis nichts zum kulturellen leben bei. die jericho tavern ist für mich nicht das was ich unter so einem club verstehe. für mich ist das eine bar. wo evtl. konzerte stattfinden. ist aber auch nicht wichtig. ich dachte wir sprechen hier über orte wie die, die du nennst. also zürcher clubs der letzten 10 jahre. clubs sind nicht ‚die wichtigste präsentationsplattform‘ für musik. wenn dann wäre es das internet. auch entsteht die innovation nicht an dem ort wo sie am ende präsentiert wird. also in einem club wird sicher nichts innovatives geschaffen, sondern nur gezeigt. erschaffen wird es woanders. das volkshaus ist für mich kein club sondern eine art konzerthalle oder ein kulturplatz so wie ich ihn goutiere. das hive oder das kaufleuten oder so – das sind die ‚clubs‘ von denen ich spreche. die mag ich nicht. alles andere lasse ich leben. aber die und ihr publikum nicht. etwas wie caribou ist eben genau das was ich unter nicht-innovativ verstehe. ich habe kurz reingehört und die samples kannte ich schon aus meiner jugend. gleicher aufbau wie vor 15 jahren und damals schon langweilig. dieselben harmonien und kompositionen. da ist nichts neues. retorte eben. langweiliges koks-geschrummel – oder was man sich heute auch immer reinzieht. solche musik und ihre klientel nenne ich kulturlos. da kannst nicht dran rütteln 😀

          • Alex Flach sagt:

            …also was Caribou betrifft würde ich dann doch lieber DIESER Kritik hier vertrauen, falls genehm. 🙂 http://pitchfork.com/reviews/albums/14157-swim/

          • markus müller sagt:

            papier – oder der bildschirm – ist geduldig. ich bild mir meine meinung lieber selber als dass ich sie mir von anderen vorschreiben lasse. und was ich bei carbou höre ist absolut alles altbekannter, langweiliger chabis. ich behaupte nicht dass einem sowas nicht gefallen darf, aber man ist dann halt einfach ein unkultureller 😉

          • markus müller sagt:

            also was caribou betrifft würde ich dann doch lieber MEINER eigenen erfahrung folgen, falls genehm. kritiken haben nämlich immer einen nachteil: sie sind von anderen menschen geschrieben und solche beurteilen dinge anders als ich selbst.

  • Pascal Sutter sagt:

    Ist EDM nun ein akzeptierter Term?

  • Sina sagt:

    Uiuiui im Nachtleben wird Haut gezeigt 🙂
    Herr Flach, sollte man sich in Ihrem Alter nicht langsam relevanteren Themen widmen, als diesem gaga clubbing Kinderzeugs?
    *duckface*

    • Alex Flach sagt:

      Ich hoffe ich komme nie in ein Alter, in dem ich das Gefühl habe, Clubbing, Spass und Ausgang überschlagsmässig als Kinderzeugs taxieren zu müssen….

      • Réda El Arbi sagt:

        Wart noch zwei Jahre, dann bist du auch so weit 🙂

        • Alex Flach sagt:

          Denke ich kaum. Wenn man tagtäglich mit etwas arbeitet, entwickelt man eine ganz andere Beziehung dazu; 24 Stunden andauernde Totalabstürze gibt’s seit Jahren nicht mehr. Und die Clubchefs und -besitzer, mit denen ich zu tun habe sind (erstens) alle in meinem Alter und sitzen (zweitens) auch schon morgens um 8 – 9 am Bildschirm. Arbeitet man mit dem Nachtleben als Politikum, Gegenstand für Analytisches, Soziopolitisches und Mediales ist es v.a. ein Bürojob. Fürs Vorort-Gewusel beschäftigt man Hosts und kann dann selbst viel gezielter ausgehen. 🙂 Aber auf Live-Musik von Leuten und Acts wie Nathan Fake, Simian Mobile Disco, Richie Hawtin und vielen weiteren mag ich wohl auch künftig nicht verzichten und ich frage mich auch, ob’s sinnvoller ist, die Abende mit Hornhaut-erzeugendem Dauerzapping auf der Couch zu verbringen. Kochen und wandern kann man ja trotzdem. Wunderschöne Route entdeckt am Samstag, übrigens: Burgwies hoch nach Witikon durch ein Tobel und dann durch ein anderes wieder runter. Inkl. Fischreihersicht von Nahem. Das eine schliesst das andere nicht aus und wieso auf das eine wegen des anderen verzichten, nur weil irgendwelche selbsternannten „Das-sollte-man-tun-und-das-nicht“s finden, das sei irgendwie nicht angemessen.

          • Tronco Flipao sagt:

            Wo Sie recht haben, haben Sie recht. Ich geht auch nicht mehr so viel aus wie früher, aber auch wenn es nur noch 2-3 Male pro Jahr sind, geniesse ich die Clubbesuche selbst in meinem fortgeschrittenen Alter (37) noch. Was mit 25 Spass gemacht hat, kann auch zehn Jahre später noch Spass machen.

          • tststs sagt:

            „Was mit 25 Spass gemacht hat, kann auch zehn Jahre später noch Spass machen.“
            Einziger Unterschied: 2 Stutz für die Garderobe und 16 für die Drinks tun dem Portemonnaie nicht mehr weh… und die Rekonvaleszenz dauert eeeetwas länger…aber nur es bitzeli 🙂

    • sepp z. sagt:

      haha, sina, getroffen.
      demnächst kommt von den katholischen herren wohl noch der vorschlag für die burkini im nachtleben.

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