Zürich vollkommen abriegeln!

EIne VBZ-Kontrolle am Stadtrand.

Eine VBZ-Kontrolle am Stadtrand.

SVP-Mann Christoph Mörgeli hatte wieder mal eine  Idee: Er will die Schweizer vor einer Ansteckung mit Ebola schützen, indem er verlangt, die Grenzen für Menschen aus dem Epidemie-Gebiet zu schliessen. Natürlich ist das für einen Medizinhistoriker ein wenig dürftig, wenn nicht gar peinlich. Weiss man hierzulande doch, dass die Gefahr für Stadtzürcher, an einer Grippe zu sterben, 4 107 184.5 Mal grösser ist, als mit Ebola in Kontakt zu kommen. Also, kein Wort mehr zu Ebola und der nichtexistenten Gefahr.

Betrachtet man Mörgelis Idee aber unter dem Grippe-Aspekt, müssen wir vom Stadtblog zugeben, dass der Abriegelungsgedanke durchaus etwas für sich hat. Die Grippezeit steht vor der Tür und die Epidemie wird gnadenlos zuschlagen: Sie wird uns ganze Abende ans Bett fesseln, die wir in Clubs, Restaurants oder mit neuen Flirts im Kino verbringen könnten. Der volkswirtschaftliche Schaden wäre nicht zu beziffern. Und eingeschleppt wird diese Pest natürlich von den Pendlern und Wochenend-Party-Touristen aus dem Umland. (Es ist erwiesen, dass die Grippe ihren Ursprung nicht in Zürich hat. Verschwörungstheoretiker gehen davon aus, dass die Basler Pharma den Erreger absichtlich ins Trinkwasser giesst, um uns dann teure Grippeimpfungen verkaufen zu können.)

Wir haben deshalb beschlossen, einen «Abriegelungsplan G» zu entwerfen und in Kraft zu setzen.

 

Bei den ersten Fällen ausserhalb des Stadtgebietes führen speziell ausgebildete VBZ- und ZVV-Mitarbeiter an der Stadtgrenze eine gründliche Ganzkörper-Desinfektion bei einreisenden Fahrgästen durch.

 

Handys und andere Gegenstände, die eventuell mit Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten in Verbindung kamen, werden rigoros verbrannt.

 

Es wird bei jedem einzelnen Einreisenden eine Fiebermessung (rektal) vorgenommen. Bei erhöhter Temperatur wird der Infektionsherd isoliert und der Pharmaindustrie zu Impftestzwecken überstellt. Der Transport nach Basel geht zu Lasten des Infizierten.

Zugezogene, die weniger als zwei Jahre in der Stadt leben, werden in ihren Behausungen unter Quarantäne gestellt.

 

Risikogruppen, die mit Infizierten in Kontakt kommen könnten, werden mit Schutzkleidung ausgestattet. So dürfen Prostituierte in den Strichboxen nur noch mit Vollkörperkondom mit ihren ausserstädtischen Kunden verkehren. Verkehrspolizisten ist es erlaubt, sich verdächtige Personen mit Waffengewalt vom Leib zu halten, präventiv, sofern der Delinquent ein ausserkantonales Nummernschild besitzt. Bei ZH-Nummernschildern wird das Auto konfisziert und verbrannt.

 

Clubs und Lokalitäten, die hauptsächlich von Ausserstädtischen frequentiert werden, können bei Gefahrenstufe 1 geschlossen werden. Bei Gefahrenstufe 2 werden sie zum Schutz der Wohnbevölkerung niedergebrannt.

 

Die Stadt wird die Türsteher der Zürcher Hipsterclubs zwangsverpflichten. Ihr Knowhow, gefährliche Provinzler bereits an ihrem Äussern zu erkennen, wird in der Krise wertvolle Dienste leisten.

 

Um unser Gesundheitssystem zu schützen, werden bereits Infizierte, die es trotzdem in die Stadt schaffen, nicht Ärzten oder Krankenhäusern zugewiesen, sondern in Zelten auf Park&Ride-Parkplätzen in Stettbach von «Medicins sans Frontiers» betreut. Bei fortgeschrittener Krankheit greifen die Notstandsverfügungen und sie werden direkt verbrannt. Die Öfen vom Happy Beck werden zu diesem Zweck requiriert.

 

Um die Versorgung der Stadt sicher zu stellen, werden wir eine Luftbrücke aus der EU einrichten. Und um unserem Mitgefühl mit den Massen da draussen Ausdruck zu verleihen, werden wir Vitamin-C-Pakete über dem Mittelland abwerfen. Der Korridor City-Flughafen wird nur mit einer gepanzerten Glatttalbahn zugänglich sein. Alle Stationen ausserhalb Oerlikons werden nicht mehr bedient und mit Minen gesichert.

 

Nicht betroffen von den Notstandsmassnahmen sind Leute, auf deren Dienste die Stadt aus wirtschaftlichen oder infrastrukturellen Gründen nicht verzichten kann. Sie dürfen einreisen, müssen dann allerdings bis zum Ende der Krise innerhalb der Absperrung bleiben. Untergebracht werden sie in Zivilschutzunterkünften. Familiennachzug ist nicht gestattet und sie dürfen sich nur in den für ihre Arbeit notwendigen Bereichen bewegen.

So, liebe Städter, Sie sehen, wir haben an alles gedacht. Verabschieden Sie sich von Ihren Bekannten aus dem Umland, wenn möglich ohne Körperkontakt, und stellen Sie sich innerlich darauf ein, sie nie wieder zu sehen.

 

Anm. 1: Wer Infizierten oder Zuwanderern aus dem Gefahrengebiet Unterschlupf bietet oder sie vor den zuständigen Autoritäten versteckt, muss mit harten Strafen rechnen: bis zu zehn Jahren Zwangsarbeit in der Mausefalle oder anderen Agglomagneten.

42 Kommentare zu «Zürich vollkommen abriegeln!»

  • CrisisMaven sagt:

    „… dass die Gefahr für Stadtzürcher, an einer Grippe zu sterben, 4 107 184.5 Mal grösser ist, als mit Ebola in Kontakt zu kommen.“ DAS genau ist ein typischer Aepfel- und Birnen-Vergleich. „In Kontakt kommen“ und „sterben“ sind nun mal nicht dasselbe. Mit Autos kommen wir taeglich in Kontakt, aber daran sterben tun wir zum Glueck seltener. Kommt das Auto aber mit 100 km/h auf uns zu und wir stehen im Weg, sterben wir SICHER. Was soll also der „Vergleich“? Ich habe mal hier versucht, dieses Argumentationsgewirr auseinanderzunehmen: „‚Bei Grippewellen sterben in Europa mehr Menschen als an Ebola‘ – und warum das ein Nonsens-Argument ist“ – http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=327485. Grippe ist eine nicht-toedliche Erkrankung, Ebola eine (zu zwei Drittel) toedliche – und Ueberlebende tragen, anders als bei ueberstandener Grippe, i.d.R. lebenslange gesundheitliche Einschraenkungen mit sich herum!

  • Kamil Chwast sagt:

    Ich weiss nicht ein Einreiseverbot für Menschen die aus Wstafrika reisen gut wäre oder nicht. Aber wenn ich mich nicht falsch erinnere, hat doch genau Südkorea Flüge aus Westafrika gestrichen (oder war es auch Einreiseverbot?). Man könnte ja Leute die aus betroffenen gebieten kommen unter Quarantäne stellen. Bei einem Verdacht hier an Ort und Stelle, wird ja dann auch das betroffene Gebäude/Flugzeug/Transportmittel unter Quarantäne gestellt. So werden auch die Menschen die in der nähe waren. Leider ist nun mal jeder Reisende aus Westafrika verdächtigt, das ist keinesfalls rassistisch gemeint, sondern einfach zutreffend. Ich gebe aber hier au den Gesundheitsorganisationen schuld, dass nicht schon von beginn entsprechen gehandelt wurde. Es existieren mehrere Medikamente, die das Potential haben könnten Ebola zu bekämpfen.

  • Hans Heierli sagt:

    Euch, die ihr euch über diese Seuche heute noch lustig macht, wird das Lachen bald vergehen. Sobald eine gewisse Schwelle an Neuerkrankungen überschritten ist, wird sich die Seuche ab diesem Punkte exponentiell weiterverbreiten. Die Spitäler haben nur Kapazitäten für ein paar wenige Patienten. Es ist tatsächlich sicherer die Grenzen prinzipiell für potentielle Überträger dicht zu machen. Es gibt keine bisher keine andere Möglichkeit, um dem Fortschreiten der Seuche zu begegnen. Bis 95% sterben daran, wenn sie nicht im Spital versorgt werden können. Dann erstickt euer Lachen bald im grössten Horrorszenario, was ihr euch überhaupt vorstellen könnt.

    • graf beat sagt:

      hoffe, dass es nicht so kommt wie Sie schreiben. Erinnere mich nur an die Panik vor ein paar Jahren mit der Schweingrippe.
      Mich hat es getroffen, mein Arzt wollte mich aber nicht einmal in seiner Praxis empfangen. Ich habe das Gefühl, dass der Verlauf von Ebola unterschätzt und herabgespielt wird.

    • Beat Beats sagt:

      Und da sprechen manche von sog. German Angst, also Ihre ist da exponentielll grösser.

  • Wolfgang Wenger sagt:

    Ja bestens die Schweiz sollte sich und Land per 1000000000 Raketen auf den neu entdeckten Planeten hiefen und endgueltig von EU und Welt sich verabschieden, bye bye.

  • Timo Bütler sagt:

    Der Gedanke an und für sich ist ja lustig und auch sehr aktuell. Aber der „Massnahmenkatalog“ Abrieglungsplan G schiesst dann leider weit über das Ziel hinaus und ist ganz und gar nicht mehr lustig. Öfen zur Verbrennung von Menschen zu requirieren gehören in eine andere, sehr unrühmliche Zeit! Schade, man hätte die Idee besser und lustiger umsetzen können.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun ja, andere Menschen an den Grenzen abzuweisen, um die Volksgesundheit zu schützen, gehört auch in eine andere, unrühmlich Zeit.

      • graf beat sagt:

        nun war ja die Schweiz aber bei denen, die viele Aufgenommen haben, mein Grossvater flüchtete aus Wien in die Schweiz. Anders sah dies ja bei den USA aus. Vielleicht gucken Sie sich mal die Grenzzäune zwischen den USA und Mexiko an, Herr Reda el Arbi. Oder was machen die Israelis mit den Palästinensern??? Na???

        • Réda El Arbi sagt:

          Schauen Sie mal „Akte Grüninger“ und erinnern Sie sich daran, dass wir, die Schweiz, und nicht die Nazis, den Judenstempfel erfunden haben.

          • pedro domletschg sagt:

            lieber reda, da ist sie wieder, die schuld an etwas, die du den leuten unter die nase reiben musst. im aburteilen bist du immer sehr schnell, im kompromisse finden eher weniger. stell dir mal die situation vor, das die schweiz von faschistischen ländern im zweiten weltkrieg umzingelt war, es gab bevölkerunsteile die ebenfalls sympathisierten, die wollte man nicht noch aufstacheln. man musste froh sein nicht angegriffen zu werden, das hiess auch keine provokationen aussenden. hätte die schweiz offiziell alle juden aufgenommen, wären hundertausende gekommen, man hatte selber ja auch nicht viel zu essen. zudem wollte man den zorn der faschisten nicht auf sich ziehen, um nicht selber angegriffen zu werden. having said that, ist es eine der grössten tragödien in der welt und unfassbare greueltaten haben sich abgespielt, und ich bedaure es auch, dass wir nicht mehr aufgenommen haben. aber nichtsdestotrotz sind wir nicht diejenigen, die diese situation herbeigeführt hatten. wir können dies nicht verantworten.

            • Réda El Arbi sagt:

              Ja, also muss man auf Nazis Rücksicht nehmen. Nicht aufstacheln, nicht aufmucken, weil man sonst für seine Überzeugungen, sofern man welche hatte, auch einstehen und Konsequenzen tragen müsste.

              Nein, nein und nochmals nein. Sorry.

          • Samuel sagt:

            Pedro man sollte schon mal das Maul aufbekommen, insbesondere wenn es um die Ereignisse vor 45 ging, da gab es deutlich zu wenig Courage. Aber auch bei all dem Unrecht das heute geschieht setzt sich solch ein Verhalten fort. Bloss nicht bewegen und diskutieren, damit die das Weltleid verursachenden Konzerne glücklich sind. Einen intellektuellen Anspruch kann ich da nicht erkennen, eher ein geistig armes Dahinvegetieren.

          • pedro domletschg sagt:

            ich hatte jetzt von der situation während des WW2 gesprochen, nicht von nazis hier und jetzt. aber da ist der reda spitze drin, solche sachen zu vermischen.
            also für zivilcourage bin sofort zu haben, aber dann bitte auch bei linkem terror. also konkret vandalismus, saubannerzüge und 1.mai-krawalle. bitte dann auch das maul aufmachen und sich einmischen.

            • Réda El Arbi sagt:

              Ja, und sie denken, wir können Faschismus dulden, egal ob damals oder heute? Mir machen ncht die Nazs Angst, sondern die verängstigten, die sich von Parteien in Fremdenfeindlichkeit treiben lassen und unsere Verfassung dabei demontieren und uns zu einem Unrechtsstaat machen. Ich kann nicht im 2. Weltkrieg aufstehen und meinen Mund aufmachen, Ich kann das nur jetzt, wenn wieder die gleichen Denkwerte auftauchen.

        • Beat Beats sagt:

          Also Wikipedia sagt dazu „Sie (Schweiz) hat deutsche Juden im Regelfall nicht als politische Flüchtlinge aufgenommen und gefährdeten Juden die Einreise in die Schweiz ohne vorherige spezielle Antragstellung und Bewilligung verwehrt.“.

          • Irene feldmann sagt:

            Wir können aus der Vergangenheit lernen, wenn wir dazu fähig sind, diese zu verstehen oder gar zu verändern ist fast unmöglich. Sein Leben aufs Spiel zu setzen für andere ist eine Fähigkeit welche nicht jedem gegeben war, ist. Der israel- palästina Konflikt ist um einiges komplizierter als sie sich vorstellen können, Herr graf.

  • Irene feldmann sagt:

    Wer den Humor nicht ehrt, ist des Lebens nicht wert. A.p. Summer

  • KMS a PR sagt:

    also ich würde zürich ja auch komplett abriegeln. aber aus einem andern grund, als herr mörgeli propagiert – nämlich das keiner mehr rauskommt.

    • Irene feldmann sagt:

      Ich hoffe das sie mit dieser MURR-KNURRstimung nicht ins Wochenende schleudern, sonst wird dann beim Töff fahren mächtig das Gas aufgedreht…..:)

  • Ralf Schrader sagt:

    Während Herr Kollege Mörgeli Ebola etwas zu sehr dramatisiert, aber nachvollziehbar als politische Waffe aufgearbeitet hat, ist der obige «Abriegelungsplan G» einfach nur fantasielos.
    Mit etwas epidemiologischen Fachwissen und sprachlicher Schärfe angereichert, hätte selbst ich das viel besser schreiben können. Dafür gibt es nur die ‚hinkende Ente‘, den Preis für die langweiligste Kolumne.

    • Réda El Arbi sagt:

      Tun SIe sich keinen Zwang an. Aber vielleicht sollte Ihnen dann bewusst sein, dass es beim obigen Post nicht um Epidemien, sondern um Arroganz (lokalen) Patriotismus, Menschenverachtung und Ignoranz gegenüber anderen geht. In einer satirischen Weise.

      • Ralf Schrader sagt:

        Entgangen ist mir das nicht, nur eben sind ‚Menschenverachtung und Ignoranz‘ bezogen auf Herrn Kollegen Mörgeli glatte Fehldiagnosen Ihrerseits und der Rest ist in der Form nicht gelungen. Satire gehört eben nicht in das Repertoire einer in CH sozialisierter Person.
        Bezüglich ‚Menschenverachtung und Ignoranz‘ schreibe ich Ihnen aber gern mal einen Aufsatz zum Menschenbild und dem Humanismus Begriff der Bevölkerungsmedizin. Ich wette, davon haben Sie noch nie gehört oder gelesen.

        Mit freundlichen Grüssen
        Dr. med. Ralf Schrader
        Facharzt für Sozialmedizin und Epidemiologie

        • Réda El Arbi sagt:

          Nun ja, weil Sie’s, trotz Doktortitel, nicht verstehen, sagt das noch lange nichts zum Text aus. Eher über ihr Verständnis von Metaironie.

          Und, lieber Herr Facharzt, Herr Mörgeli ist nach akademischen Massstäben mitnichten ein Kollege von Ihnen. Anderes Fachgebiet. Medizingeschichte ist nicht Medizin.

          Falls Sie mich in Zukunft mit Ihrem Titel und Status beeindrucken wollen, müssen Sie sich aber schon Mühe geben. Meine Frau hat eine eigene Forschungsgruppe bei MaxPlanck, Biologie. Da reisst mich ein Arzt nicht gerade vom Hocker, gell. 🙂

          (PS: Die meisten Doktoren und Professoren, die ich kenne, haben es nicht nötig, in der Öffentlichkeit mit ihren Titeln herumzuwedeln. Das zeugt von ein wenig Unsicherheit.)

          • Réda El Arbi sagt:

            (PPS: Eines der Hauptforschungsgebiete meiner Frau ist übrigens der afrikanische Flughund, Eidolon. Erzählen Sie mir also nichts über Verbreitung von Ebola. Sie würden sicher auch erzählen, dass die durch Flughunde unter die Menschen kam.)

          • Martin Frey sagt:

            Dann sind Sie in dem Fall auch ein Experte, Réda El Arbi?
            Spass beiseite, der Blog war witzig. Auch wenn Sie sich mit Hr. Schrader grad etwas gespiegelt haben.

            • Réda El Arbi sagt:

              Klar. Aber ICH geb nicht mit meinen Titeln an, sondern mit denen meiner Frau. Schliesslich ist es eine grosse Auszeichnung, von einer Frau mit viel höherem IQ und Bildungsstand geheiratet zu werden. 😉

          • Martin Frey sagt:

            Da eine solche Auszeichnung selten vorkommt, kann dies nur bedeuten, dass Sie noch über ganz andere Qualitäten verfügen.. 🙂

          • Martin Frey sagt:

            🙂
            Ohne zu intim zu werden: Sind Sie auch 20 Jahre jünger?

          • Ralf Schrader sagt:

            Epidemiologie ist auch nicht Medizin, während Sozialmedizin und Geschichte der Medizin verwandt sind.
            Es geht nicht um Titel und Bezeichnungen, nur um die Tatsache, dass zum Verständnis von Seuchenhygiene weder gesunder Menschenverstand noch profundes medizinisches Wissen ausreichen. Krankheiten (Ebola) behandelt man medizinisch, Epidemien politisch. Da ist Mörgeli eher Fachmann, als der Entdecker des Ebola- Virus.
            Da es nun in CH, natürlich rein zufällig (haha), keine Gesundheitspolitiker gibt, findet man nur Darstellungen auf der Ebene Medizin, populistisch angehaucht (Wir müssen doch helfen, die armen Kranken!).
            Bevölkerungsmedizinisch konnten wir (Weltgemeinschaft) helfen, aber nicht den Kranken, die sind politisch wie epidemiologisch invariant, sondern nur den noch nicht betroffenen Staaten und Menschen. Die Chance wurde zu 90% vertan.
            Da sind wir beim Grundwiderspruch zwischen Medizin und Gesundheitspolitik. Die Gesundheitspolitik soll die Bevölkerung schützen und nimmt dafür Kranke und Tote in Kauf, die Medizin will Kranken helfen und Tod vermeiden und nimmt dafür Epidemien in Kauf.
            Letzter Satz: Hätte man vor 30 Jahren konsequent alle HIV- Positiven isoliert und NICHT behandelt, wären wir um die AIDS- Epidemie herum gekommen, zum Preis von 20 – 30.000 Toten. Heute haben wir immer noch AIDS und 30 Millionen daran verstorbenen.

          • Ralf Schrader sagt:

            Lese gerade: ‚Am Donnerstagabend hatte der Gipfel den Zyprer Christos Stylianides, der in der neuen EU-Kommission für humanitäre Hilfe zuständig ist, zum Koordinator für Europas Engagement in der Krise ernannt. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy kündigte an, dass am Freitag über Hilfen für die von der Ebola-Epidemie betroffenen Länder in Westafrika gesprochen werde.‘

            Also wieder ein Zahnarzt, kein Gesundheitspolitiker. Hilfen für die von der Ebola-Epidemie betroffenen Länder sind nett gemeint, nützen aber überhaupt nichts gegen die Ebola- Epidemie.
            So machen sie weiter und weiter mit nutzlosen Aktionen und Ebola kann bequem, von allen Reiseveranstaltern und Flugunternehmen, US- Airforce inbegriffen, unterstützt, die Kontinentgrenzen überschreiten. Sag mir keiner, wir sind darauf vorbereitet. Niemand ist vorbereitet, schon gar nicht, wenn ausser Impfstoff und Behandlungsplätzen nichts am Horizont ist.
            Mit Medizin kann man Ebola, nicht aber die Epidemie bekämpfen. Noch nie in der Menschheitsgeschichte ist eine Seuche, von Lepra, über Cholera, Tuberkulose bis zu AIDS mit medizinischen Massnahmen bekämpft worden. Das geht nicht, es geht nur politisch.

        • Pascal Luca sagt:

          Wow Herr Schrader,
          da hat es einer aber scheinbar sehr nötig. Mir wär das peinlich…

          Und…so schlecht war der Blogbeitrag nun auch wieder nicht…und eigentlich muss man doch mittlerweile nur noch „Mörgeli“ sagen oder schreiben und man muss schon anfangen zu kichern…

  • Alfred Neumann sagt:

    Selten so einen doofen Blog gelesen, schlicht nicht lustig. Wahrscheinlich muss man Zürcher sein um das witzig zu finden.

  • Irene feldmann sagt:

    Hhhhhhhhhhhh….redaaaaa, ich habe schon langeeeeee nicht mehr so gelacht……..rektal……hhhhhhhhhhhhhh

    • geezer sagt:

      das grosse dilemma bei der umsetzung dieses abriegelungsplans für landesbeschützer Mörgeli wäre folgendes:

      für die rektale fiebermessung würde er schlicht und einfach keine einheimischen finden, die diese massnahme umsetzen würden (da sich für diesen ‚job‘ zu schade). also müsste er auf ausländer zurückgreifen, was wiederum gemäss seiner sicht der dinge das risiko einer ebola-infektion massiv erhöhen würde! ein unlösbares problem!!!..:-)

      • Réda El Arbi sagt:

        Ebola stört uns nicht, Grippe macht uns Sorgen. Ausländer wären willkommen, solange sie nicht aus dem Umland stammen. 🙂

      • Irene feldmann sagt:

        Also ebäää, machen wir doch das am öhhrrrliiii….:) ein bisschen sauberer ist das auch, Problem gelöst, geezer…:)

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