Eine Stadt so kalt wie Eis

Der letzte Flecken Leben muss dem Konzept weichen.

Der letzte Flecken Leben muss dem Konzept weichen.

Nun ist es also offiziell: Das Nagelhaus wird den Eigentümern weggenommen und abgerissen. «Enteignung» heisst das Verfahren, das es dem Kanton möglich macht, die Interessen der Mobimo AG (die rechtsgültig wegen Grundstückgewinnsteuer-Vermeidung vom Bundesgericht verurteilt wurde) durchzusetzen und doch noch einen kahlen Vorplatz zu ermöglichen. Wahrscheinlich wären die Bauten mit der alternativen Strassenlösung weniger wert gewesen. Und natürlich sieht dieses Nagelhaus viel zu sehr nach unappetitlichem, echtem Leben aus.

Städtebauliche Interessen seien stärker als die Bedürfnisse der Eigentümer des Nagelhauses zu gewichten, meinten die Bundesrichter. Nun ja, da stellt sich die Frage, für wen die Städtebauer die Stadt bauen. Für die Bewohner? Für die Immobilienindustrie? Für die Expats, Bankangestellte aus London und New York, die sich die Wohnungen in diesem ganz bestimmten Teil Zürichs dann auch leisten können, aber nichts zum Stadtleben beitragen? Für die Firmen, die da Wohnungen für ihre Manager anmieten?

Ich kenn keine Stadtzürcher Familie, die sich eine 2.5-Zimmer-Wohnung für 3200 Franken leisten kann oder will. Für Paare mit Kindern ist die Raumaufteilung, wie man aus diesen Daten klar entnehmen kann, wohl nicht gedacht. Aber es gibt sicher geile, offene, loftartige «Appartements», die vom Stil her ein wenig an New York erinnern.

Mobimo vermietet

Mobimo vermietet

Wenn das Nagelhaus dann endlich weg ist, ist auch diese Ecke der Stadt steril. Die Anonymität, die in dieser blitzsauberen Umgebung gedeiht, unterbrochen von ein paar Zierbäumen und akkurat gepflegtem Rasen, ist sowieso nichts für Familien.

Nun, die Firma musste sich nicht die Hände schmutzig machen. Der Kanton hat das übernommen. Bis vor Bundesgericht zogen die Anwälte des Kantons, obwohl die Alternativroute, die vom Bundesverwaltungsgericht noch als «gleichwertig» eingestuft wurde, leicht umzusetzen gewesen wäre. Da fragt man sich schon, weshalb. Und man kommt drauf, dass das hübsche Modell, dass damals bei der Projektvorstellung mit Cüpli gefeiert wurde, kein Nagelhaus vorwies.

So verwandeln die Macher des Kantons ein weiteres Kernstück der Stadt in eine kalte und kaltherzige Betonwüste mit dem Charme eines Spitals aus den 70ern. Natürlich sind die Planer, die Architekten, die Kantonsarchitekten und die Baufirmen alle irgendwie befreundet, das Geschäftsfeld für Projekte dieser Grössenordnung ist ja nicht allzu gross. Man kennt sich, man arbeitet bei verschiedenen Projekten gemeinsam, man geht auch mal was trinken.

Nun, der Stadt haben sie einen Bärendienst erwiesen. Die Frage ist, ob noch irgendwer von den Menschen, die der Stadt Leben einhauchen, in Zürich West leben will. Oder ob daraus eine Konsummeile mit «Guarded Communities» wird, in denen sich Grossverdiener von der Realität abschotten und auf den wochenendlichen Kinderkreuzzug in die Clubs herabschauen können.

Aber offenbar muss Zürich diese Betonverkrebsung, die Gentrifizierung für asoziale Teilzeitzürcher mitmachen, um das Selbstbewusstsein einer Grosstadt wenigstens auf Werbeprospekten vorweisen zu können. Wir können darauf wetten, dass sich die Kälte vom Hauptbahnhof bis übers ganze Aussersihl verbreiten wird, nach und nach die Kreise 4 und 5 verwandeln und das Leben aus dem Herzen der Stadt treiben wird.

Jänu, die echten Menschen werden andere Ecken finden, in denen sie sich eine reiche, soziale Gemeinschaft bilden können. Zürich West wird menschlich verarmen.

110 Kommentare zu «Eine Stadt so kalt wie Eis»

  • wohnhaft in Zürich sagt:

    Der einziger Vorteil ist in Zukunft – dank Erwärmung, dass man trotz Wassermangel, dank genügend Baudichte, in schattiger Umgebung unterwegs sein kann und über Mittag wird man direkt auf der Strasse wie in Wüsten Eier kochen können, ausser der Asphalt fängt an zu schmelzen und die Tauben überleben in dieser neuer Umgebung nicht!
    Wie ging das schon wieder in der ersten Klasse Primarschule „die Erde/Bäume speichern das Wasser…“?
    Die meisten Vorplätze sind leider sparsam grün ohne Hecken, meistens nur Rasen, die schon jetzt in den USA zum Teil bei Wassermangel gemalen werden! Das Resistance Haus hat noch ein paar Bäume um sich – und falls das Parking von Ihnen ist – würden Hecken und schattigen Bäume der gesamt Eindruck verbessern (unnötigen Kosten während Prozess und Umbau der Umgebung). Ich bin nicht für Parking, aber mein Nachbarhaus hat sein Parking umpflanzt und Vögeln nesten dort (dadurch lebendig).

  • wohnhaft in Zürich sagt:

    Ich dachte „man kann nur enteignen bei öffentlichen Interessen“; ich sehe hier nur ein Privatinteresse und es sieht nach Diebstahl aus, der noch durch unserem Staat unterstützt wurde!
    Formal passt Renaissance zu Résistance und sogar die Fassaden-Farben harmonieren… Was macht das „Pavé“ vor Renaissance? Falls Renaissance nicht die Mobimo Tower wäre, ändert es nichts an meiner Aussage! Gross gegen klein, die eigentlich zusammenpassen würden.
    In Zukunft, plant niemand mehr den Vorplatz, falls er mächtig genug ist, um zu enteignen und Renaissance sieht in der Zukunft dieser Umgebung doch ziemlich klein aus!
    Ich wohne hier und ich war im Ausland; der Kontrast „alt/klein“ umringen von neuen Hochhäusern wirkt lebendiger und menschlicher, als das Quartier das nur Hochhäusern hatte und wo man noch kaum zu Fuss unterwegs sein konnte!
    Menschenleeren Wüsten durchkreuzt von mehrspurigen Strassen…
    Ich möchte nie in einer solchen Umgebung ohne Grünflächen leben!

  • Stefan sagt:

    Ich versteh das Anliegen des Artikels und die allgemeine Empörung. Es bringt aber nichts sich kollektiv über diese kleinen medienwirksamen skandälchen aufzuregen und übermorgen schon wieder zu schweigen und auf dem nexten Thema rumstänkern.. wenn nur ein kleiner Teil von denen die mühe mit der rein Effizienz- und gewinnoptimierten Stadtentwicklung haben sich ernsthaft mit möglichen alternativen auseinandersetzen würden.. Ja dann könnte etwas ins Rollen kommen. Es ist einfach zu sagen Geld regiert.. leider regiert auch die Seite die sich (wegen ihrer finanziellen Motivation) besser organisiert hat. Wir – die sozial denkenden – Scheitern auch an fehlendem Aufwand oder eben fehlender Organisation.. Es gäbe auch seitens der stadtregierung Leute die sich für eine lebensbejahende Entwicklung einsetzen würden.. und wir alle sollten konstruktiv überlegen wie entsprechende Interessen realistisch vertreten werden können anstelle uns in Ärger und Trauer zu suhlen.

    • fabian sagt:

      von der stadt würde ich mal nicht zuviel erwarten.
      75% der wählenden in der stadt stimmen regelmässig für alternativen zum profitorientieren wohnungsbau. seit jahren, auch letzen sonntag wieder, wos um die schaffung der zonen für kostenmietwohnen ging.
      in der stadtregierung und der verwaltung wird dieses anliegen sukzessive verwässert und abgeblockt.
      der stadtbaumeister ist ein wohlhabender verfilzter verfechter von bürgerlichem bauen.
      die chefin für stadtentwicklung ist eine eitle neoliberale adakemikerin ohne leistungsausweis, aber grossem geltungsdrang.
      es sind solche leute, die dafür schauen, dass die grossen börsenkapitalisierten immobilienfirmen immer mehr zum zug kommen in der stadt. und der normalverdiener und normalbewohner ausgebremst wird.
      (bezeichnenderweise hat das architekturbüro des stadtbaumeisters selbst eines der luxushochhäuser in zürich west gebaut)
      von der sog. ‚rot-grünen‘ regierung ist hier keine hilfe zu erwarten, zu eingemittet, wirtschaftshörig und bequem sind diese damen und herren geworden.

  • Rolf Aregger sagt:

    Ein wahres Ärgernis. Da will unsere Stadtregierung einerseits ein künstlich geschaffenes Nagelhaus unter den Escher Wyss Platz stellen aber in unmittelbarer Nähe muss ein echtes Nagelhaus, welches Städtebaulich ein sehr interessanten Kontrast stellt, weichen. Alles muss einfach auf Vorrat platt gemacht werden, wie auch das Bahnhäuschen beim Sihlhölzli.

  • Samuel sagt:

    Den Charakter der neoliberalen Ostschweiz hat auch die Abstimmung zur teuren Privatkrankenkasse mal wieder gezeigt. In der Westschweiz wurde die Initiative angenommen, dort versteht man eben noch sozial zu leben.

  • Seizzzeis sagt:

    Wieder mal ein guter Bericht zu Zürichs Veränderung hin zu Glanz, Nutzlosigkeit und zu viel Geld. Zürich wird aufgekauft von Konzernen wie der mobimo, die nur Profit wollen. Die Menschen, Kultur und das zusammenleben steht dabei so sehr im Hintergrund, dass absurde Preise den Wert ihrer Räume bestimmen. Viele Wohnungen stehen die meiste Zeit leer. Zur gleichen Zeit herrscht in der Stadt Wohnungsmangel. Profitgier und selbstverherrlichung kennen keine Grenzen.

  • Chris sagt:

    Echt schlimm, unser Kanton. Eine Stadt lebt schliesslich auch von Kontrasten. Zürich West tötelt immer mehr.

  • Diego sagt:

    Unserer Stadt würde eine kleine, aber feine Wirtschaftskrise mal wieder gut tun.

  • Mike Soldano sagt:

    In den Wohnungen, denen das Nagelhaus weichen muss, werden keine Menschen wohnen, sondern seelenlose Asoziale. So steht’s im obigen Text geschrieben. Jänu, offenbar ist das ganze Lektorats-Team gleichzeitig in den Ferien und die Autoren nutzen das schamlos aus.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun ja, ich glaub, das Lektorat würde höchstens meine Tippfehler korrigieren. Dies ist ein Blog. Hier transportieren wir immer persönliche Ansichten. Mit dem Einverständnis der Chefredaktion, aber nicht immer in deren Sinne.

    • NoraMae sagt:

      Mike,
      wie nennst du Leute, die nur für sich selber schauen; dorthin reisen, wo grad am meisten zu holen ist?
      Und sich dabei einen Deut um die dortige Bevölkerung schert?
      In meinem Vokabular heisst das: seelenlos und asozial !!!!
      ✨ganz liebi grüess

  • Edith Habermann sagt:

    Ich kann die Wut über dieses Bundesgerichtsurteil gut nachvollziehen und teile diese grösstenteils auch. Linke und Grüne beklagen oft die Gentrifizierung in der Stadt Zürich, ohne zu merken, dass sie selbst die Handlanger der Immobilienfirmen sind. In diesem Fall hier lese ich mehrfach, dass der böse Kanton für den Abbruch dieses Hauses verantwortlich sei. Nun frage ich mich aber, ob dem wirklich so ist, schliesslich ist die Turbinenstrasse keine Kantonsstrasse und somit hätte der Kanton gar kein Mitspracherecht. Ist es nicht viel mehr die rot-grüne Stadtregierung, welche massgeblich auf Kosten der Steuerzahler diesen Rechtsstreit durchboxte? Ich weiss es nicht und bitte um Aufklärung…

    • Réda El Arbi sagt:

      Nein, es ist der bürgerlich dominierre Kanton in diesem Fall.

      • Tom Baumann sagt:

        Der Stadtrat interessierte aich aber auch nicht für’s Nagelhaus. Ich hatte mit mehreren Stadträten dazu gesprochen. Und der Teil des Nagelhauses, der früher abgebrochen wurde, gehörte im Übrigen auch der Stadt.

  • Robin Hood sagt:

    Es wäre interessant zu erfahren wer genau hier welche Interessen durchgesetzt hat. Namen und Geldflüsse, Verflechtungen und Filz. Lobbyisten und Rechtsanwälte. Warum nicht ein Internetpranger für solche Herren, evtl auch ein paar Damen?

  • Eremit sagt:

    EINE SCHANDE!
    Ich mochte dieses Haus sosehr. Jedesmal wenn ich dort vorbeigefahren bin hat es mein Herz erfreut.
    Der Schriftzug RESISTANCE war die Krönung!
    Ich werde es sehr vermissen und bin einmal mehr masslos enttäuscht von der Stadt, Ihrer Regierung und den Städteplanern!

  • geezer sagt:

    typisch schweiz: vor ein paar jahren über den neubau eines idiotisch teuren künstlichen nagelhauses auf dem escher wyss abstimmen lassen (natürlich waren da alle gegner absolute kunstbanausen und kulturhasser), und dann das richtige nagelhaus enteignen und abreissen. dummheit in reinkultur. eine weitere meisterleistung der politik….

    • Peter sagt:

      Danke für diesen Kommentar!
      Zürich wird immer mehr zu einem Vorzeige Schilda.
      Nicht zu vergessen ist die absolute Fehlplanung beim PJZ; ganz zu schweigen das auch hier
      die Städteplanung nicht vorhanden war und ist….

  • Hans sagt:

    Städte sind da zum rentieren. Zum verdichten und Investieren.
    Ich habe Aktien von Mobimo und Allreal.
    Bin froh, sitzen in diesen Verwaltungsräten Leute wie Spuhler und Leiser, das sind Leute, die wissen wie man Geld verdient. Jeder Angestellte und jede Firma und jeder Kunde in diesem neuen Stadtteil entrichtet seinen Obulus an uns Aktionäre. Was soll das sozialromantische Gejammere von den Linken. Die lenkende Hand des globalen freien Markt schaut schon dafür, dass alles richtig läuft, und das ist nun mal das, was am meisten Ertrag rausholt.

    • Hannah sagt:

      Ach Hänschen, Ihr Lebenskonzept ist so traurig, dass jedes psychoanalytische Wort dafür zu schade ist.

    • weisse sportsocke sagt:

      @hans: ich habe nun ihre kommentare gelesen. wissen sie was, solche libertär-neoliberalen ansichten kommentiere ich gar nicht. ich habe ihnen gerade eine empathiemarke gespendet.

    • diva sagt:

      hans, das meinen sie hoffentlich nicht ernst, oder hat man ihnen das gehirn rausgeblasen?

      • Martin Schneider sagt:

        Lesen Sie sich den Beitrag noch einmal in aller Ruhe durch. Ein Brüller. Leider ist es nicht immer ganz trivial, das geschriebene Wort eindeutig als Fundamentalismus oder Sarkasmus zu klassifizieren. Hier sollte die Ironie allerdings ziemlich eindeutig auszumachen sein –

        „Städte sind da zum rentieren. Zum verdichten und Investieren.“

        „Bin froh, sitzen in diesen Verwaltungsräten Leute wie Spuhler und Leiser“

        „Die lenkende Hand des globalen freien Markt schaut schon dafür, dass alles richtig läuft“

        – ich für meinen Teil muss mich dabei fast schon kugeln 🙂

        • Diego sagt:

          Hans ist ein Spassvogel und ihr fallt auf ihn rein…

          • weisse sportsocke sagt:

            @Diego: Naja wenn Sie von den Folgen solcher Denke betroffen wären könnten Sie tatsächlich keinen Spass darin erkennen.

          • Alberto La Rocca sagt:

            In der Freizeit-Journalisten-Ausbildung habe ich gelernt, dass man in den Medien keine Ironie verwenden sollte – die Masse der LeserInnen versteht sie schlicht nicht (selbst wenn sie so offensichtlich ist wie bei Hans).

          • Hanslukas sagt:

            La Rocca, in Blogs und Kolumnen ist Ironie eines der meistverwendeten rethorischen Werkzeuge.
            Die Frage ist allenfalls, ob sie bloss dem Blogschreiber vorbehalten sei, oder ob die kommentierenden Leser auch davon Gebrauch machen dürfen.

    • Peter sagt:

      (Sarkasmus)

    • Tom Baumann sagt:

      Hm, Ironie oder nicht? Aber freie Marktwirtschaft bedeutet auf jeden Fall, dass jemand, der das Grundstück seines Nachbarn will, ihm das abkaufen muss und nicht einfach nach dem Staat rufen kann, damit ihm der dann den Gefallen macht, eine Strasse durch des Nachbarn Grundstück zu bauen, um ihn so enteignen zu können. Und Tatsache ist, dass das Maag-Areal, auf dem das Nagelhaus steht, auf einem privaten Gestaltungsplan von Mobimo und Konsorten basiert, welche schon damals einfach die Turbinenstrasse frech über das einzige Stück Land, das ihnen noch nicht gehörte, projektierten. Und Stadt und Kanton Zürich haben deren Spiel dann mitgespielt.

      • bernd sagt:

        das ist doch der ‚freie markt‘ im neoliberalen zeitalter.
        wer geld hat, gewinnt.
        markt ist eben nicht nur im migros-körbli drin, sondern auch in der politik und im täglichen leben.

      • Hannah sagt:

        Klassisches Marktversagen, weil man dem Eigentümer des Nagelhauses keine Preise ab 50 Mio. aufwärts bieten will, müssen Politik und Justiz herhaltent. Und der Markt versagt ständig, gut illustriert durch die Bankenkrise und deren staatliche Rettung.

  • Lorenz sagt:

    Schade um das Haus und um das letzte Vogelgezwitscher und diesem Quartier, das nun auch verschwinden wird. Leider muss ich in diesem Quartier arbeiten.

  • weisse sportsocke sagt:

    und was mich auch interessieren würde: 1. riechen solche neuen häuser und plätze? haben sie einen geruch? ich kenne jemanden, der wohnt in kleinbasel, in seinem quartier hats ab und zu noch hundescheisse auf der strasse. allerdings ist dieses letzte quartier seit einiger zeit auch auf den radar der stadtplaner gekommen. ist irgendwie überall dasselbe. was ich mich 2. auch frage: hätte man einen hund und würde in einem solchen neuen haus/block leben, könnte da mein hund draussen noch kacken? ich frage mich dies, weil die kacke ja vor dem sack kommt (ich meine jetzt nicht die huhn oder ei frage). das heisst, der hund scheisst die kacke raus, die ist dann auf dem boden, also auf so einem neuen high-end platz (wiese? gras? rasen?) und hinterlässt bereits spuren (materie/gerüche) und ERST DANN kommt der sack (wo die kacke reinkommt)? oder wie ist es mit katzen? die scheissen ja, ohne dass ich es kontrollieren könnte. oder tauben? gibts bei solchen häusern noch tauben? diese sind bzgl. freiheit dem menschen ja voraus. sie können ja fliegen, also die schwerkraft überwinden. was macht man mit kackenden tauben, die noch weniger kontrollierbar sind als bspw. katzen, obwohl sie ja schön aussehen?

    • Hannah sagt:

      Würde man wenigstens die extrem unattraktiven Fassaden mit Grün komplett zuwuchern lassen, dann gäbe es Leben und Gerüche von Pflanzen. Aber diese steril toten Areale sind für ein Grab zu armselig.

  • weisse sportsocke sagt:

    was mich als unbedarfter aargauer interessiert: warum gehen die zürcher nicht auf die strasse, um gegen den entscheid wegen diesem nagelhaus zu protestieren?

    • Adriano Granello sagt:

      Glauben Sie mir, in Aarau oder Baden wären solche „Abbruchhäuser“ längst dem Erdboden gleichgemacht worden, und zwar von den Eigentümern selbst. Schliesslich will man nicht negativ auffallen, und „Resistance“ passt so gar nicht zu den schmucken Aargauer Kleinstädten und ihren Bewohnern. Und da es sich bei den „Stadt-Zürchern“ inzwischen um mindestens 30% Aargauer handelt, geht wegen so einem verkommenen Gemäuer auch in unserer Weltstadt niemand mehr auf die Strasse, ausser wenn der Schwarze Block auf dem Altbau-Areal doch noch die „FREIE REPUBLIK MAAGONIEN“ ausrufen sollte…

    • Hans sagt:

      Sportsocke, nur weil die Stadt rot-grün ist, heisst das noch lange nicht, dass unser bürgerlicher Kanton nicht rechnen kann. Der Kanton Zürich weiss ganz gut, wie man Investoren gewinnt und Steuererträge generiert. Da hat Zürich mit den Kantonen Aargau oder Zug mehr gemein, als Sie denken. Und langsam habens auch die Stadtzürcher kapiert, dass man nur von Luft nicht leben kann.

  • diva sagt:

    ihren artikel könnte man «einen blattschuss» nennen. mitten ins herz, da so wahr. ich fahre jeden tag auf meinem arbeitsweg durch zürich west und stelle mir genau die gleichen fragen, wie sie herr el arbi. der ganze stadteil erinnert mich an die «banlieus» in paris und strassbourg und an die plattenbauten auf dem prenzlauer berg und königsberg in berlin..
    ich habe beruflich mit menschen zu tun, die in solchen wohnungen leben und ich kann ihnen sagen, sie sind so kalt, wie die häuser, in denen sie wohnen. phantasielos und blutleer auch die einrichtungen. ich kann gar nicht sagen, in wievielen solcher wohnungen das gleiche graue sofa von interio steht und wieviele eams lounge-chair-replikas in der genau gleichen ecke stehen… keine bücher und nichts wo man auf ein hobby schliessen könnten. die bewohner dieser häuser, sind so steril wie die häuser und wie sie auf den 3-D-Illustrationen der Verkaufsbroschüten dargestellt werden. Stepford lässt grüssen (nur dass es mittlerweile auch «Stepford-Men» gibt, nicht nur Frauen…

  • irene aufderfahrt sagt:

    alles was mal raufgeht kommt mal runter, dass ist unheimlich beruhigend. ich seh mir mal den film von Tschernobyl an, häuser, Spielplätze, parks etc. alles überwuchert von pflanzen und bäumen, von Tieren beherbergt. in 500 jährli von heute, auch ohne den supergau in zürii kann ich mir das gut auch für die Stadt vorstellen sodass dieses gemorkse von heute wer wieviel Profit unter welcher Manipulation erreicht hat so unwesentlich erscheinen lässt. natürlich sollte man diese Diskussionen haben, die frage ist, wieviel bringt das??? die Natur wird sich grundsätzlich alles wieder zurücknehmen und die Familien aufs land ziehen zu lassten ist sovieso der schlauere akt als in dieser Stadt zu sitzen und zuzusehen wie sie langsam ein unpersönlicher bentonblock wird welcher in etwa soviel atmet wie ein toter fisch……………

    • Nick Suter sagt:

      Tja, mit solch pseudo-fatalistischen Gedanken wie die Ihren, @Irene aufderfahrt, wird es minütlich 500 Jahre später. Und Dank Ihnen und ihren Gleichgesinnten, werden allenfalls ein paar Fäuste im Sack gemacht. All jene, die direkt jeweils betroffen sind bedanken sich für die „gut gemeinte“ Land-Empfehlung, Mit etwas Ehrlichkeit hiessen diese Sinn entleerten Zeilen schlicht „ungestandene Gleichgültigkeit“. Danke bestens.

      • irene aufderfahrt sagt:

        verschiedene Meinungen erweitern das Spektrum und Tatsache ist, wehrter herr suter das, die meisten reden, disskutieren und streiten über solche Themas, DIE ALLERWENIGSTEN haben und sehen die Möglichkeit , diese Veränderungen zu stoppen. fakt! das Heulsusen Syndrom ist nicht produktiv sondern verkörpert lediglich die Hilflosigkeit den Tatsachen gegenüber. einzig und alleine wo die Bürokratie, Finanz und Machtposition konkret gesteuert wird, dort sehe ich die Möglichkeit dinge im sinne der meisten zu beeinflussen, dies braucht aber weitsinn, mut und eigenverpflichtung was weitmehr ist als die disskussion auf dieser Plattform. hier kann man Denkanstösse erhalten, wer mehr möchte muss den Computer ausschalten, das zimmer verlassen und was dafür tun, im wahren sinnes des wortes…..

  • Frank Peters sagt:

    Nicht einmal vernünftige Velowege hat es, obwohl doch dort soviel Platz ist…

  • Andreas Konrad sagt:

    Herr Arbi trifft es auf den Punkt. Was auf Weissmodellen noch schön aussieht, entpuppt sich in der Realität als kostenoptimierter Schrott aus angeschraubtem Metall, geklebten Styroporfassaden in Sickerkies und schwebenden Pfeilern, das alle schon nach Jahren versifft aussieht Die Entwurfsarchitektur weicht in der Realität einem Kompromiss aus Minergiebestimmungen und kostenoptimierten Details. Das reissen dann auch keine paar geflammten Plättlizeilen und lustig strukturierte Betonelemente heraus.

    Und wo das Nagelhaus in der Realität inmitten der ganzen Wegwerfarchitektur noch einen interessanten Mittelpunkt bietet, wirkt es auf dem Stadtmodell, woran sich Beamte und Investoren schlussendlich zum Entscheid scharen, einfach «falsch».

    Bei zukünftigen Wettbewerben sollte man sich also vielmehr nur noch ausschliesslich auf Fussgängerperspektiven und Pläne verlassen – Klötzlimodelle aus der Vogelperspektive sehen zwar schick aus, haben aber mit der Wahrnehmungsrealität der Stadtbewohner nichts zu schaffen.

    • Fiorenzo Cornelius Wagner sagt:

      Besten Dank für diese treffenden Zeilen, Herr Konrad. „Schrott“ ist denn auch eine adäquate Bezeichnung für das, was heute im grossen Stil aus dem Boden gestampft wird. Dabei ist ja nicht nur die Architektur von einer Wegwerfästhetik geprägt. Es sind eigentlich alle Waren betroffen, die heute für den globalen Massenmarkt produziert werden: Autos, Haushaltsgeräte, Küchen, Möbel, Kleider usw. Aber auch Läden, Restaurants, Hotels, Kinos. Überall dieselbe Logik der kosteneffizienten Wegwerfästhetik. Wir sind quasi von Schrott umgeben oder anders formuliert: Wir haben unsere Lebenswelt zu Schrott rationalisiert.

  • Alex Zatelli sagt:

    Das hat man davon, wenn man keine wirklich unabhängigen Richter hat. Dass das Bundesverwaltungsgericht die Erschliessung gleichwertig ansah, hat Lausanne nicht im geringsten interessiert.
    Allein die Wünsche und Vorstellungebn der Kantonsverwaltung haben gezählt. (Und was haben diese Beamten schon alles verbockt, städtebaulich!)
    Beamte und Funktionäre waren da unter sich, im Interesse von wem auch imnmer. Nur eine Kontrolle durch fremde Richter kann Unabhängigkeit von der „Classe Administrative“ garantieren.

  • Rosa sagt:

    Das Pfingstweidquartier ist noch eine halbe Baustelle und schon soll hier das Leben toben. Der Park ist noch nicht fertig, das Tony-Areal erst seit wenigen Wochen eröffnet, der Zölly-Turm und der Maaghof noch nicht bezogen bzw. ebenfalls noch im Bau, dennoch von mangelndem Leben im Pfingstweidquartier kann keine Rede sein. Täglich spazieren hier gemütlich Familien mit Kindern entlang, joggen Leute vorbei, fahren Velofahrer und Skater auf dem Gleisbogenweg durch. Junge Tänzer üben hier ihre Tanzeinlagen ein und abends vor dem entstehenden Pfingstweidpark sitzen Jung und Alt und trinken ihr Feierabendbier.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ich stell mir das vor wie die kleinen Figuren auf der Planskizze. Aber die Wohnungen stehen noch leer, und werden wohl beim gegenwärtigen Angeot an Hochpreiswohnungen auch nicht so schnell vermietet.

    • Hans sagt:

      Und das beste ist: es ist eine Stadt ohne Obdachlose und Penner. Keine Schmarotzer und Nichtstuer, eine Stadt der fleissigen und Erflogreichen. Wer nur Party machen will oder rumgammeln, ist zum Glück längst weggezogen.

  • Langweilig sagt:

    Diese Schwarzmalerei ist typisch für die Schweiz, nicht für Zürich. Jetzt wird in einem halben Kreis (der Rest des Kreis 5 hat ja noch bestimmt den Stadtcharm den wir alle lieben) mal endlich etwas richtiges auf die Beine gestellt und alle jammern. Das einzige was mich an der Pfingstweidstrasse stört ist, dass die Hochhäuser nicht hoch und nicht anspruchsvoll genug gebaut sind. Vermisst denn irgendjemand die Industriezone? Romantik gibts noch genug in Wiedikon, im Kreis 4, im Seefeld und vieler anderer Orts wo es sowieso unmöglich sein wird was zu bauen. Wenn einem Zürich West nicht passt soll man auch nicht dahin ziehen. Das mit den überteuerten Mieten wird sich noch einpendeln, oder was meinen Sie wie lange kann ein Pfingstweidpark oder Toni Areal oder Escher Terrassen Projekt knapp ein halbes Jahr nach Fertigstellung noch halbleer dastehen? Viele Anwohner sind erst seit einigen Monaten dort, gebt dem Quartier doch eine halbe Sekunde um sich zu beleben. Wenns dann lebendig und voll ist kommen natürlich die gleichen Vollpfosten und reden von Dichtestress.

  • KMS a PR sagt:

    …wachstum…beton…spekulation fordern halt eben ihren tribut. davon lebt halt auch rot/grün.

    • Brain sagt:

      Verzapfen tut das aber alles der konservativneoliberale Flügel aller Herren Länder.

      • KMS a PR sagt:

        ..brain….??? na ja. nur schon konservativ – neoliberal sind ja eigentlich gegensätze…..schön aber, haben sie auch etwas dazu gesagt.

        • weisse sportsocke sagt:

          neoliberal sind rechtsbürgerliche, bürgeliche und linke, bei allen gruppierungen gibt es aber auch leute die nicht neoliberal sind. es gibt nicht DEN neoliberalismus, sondern zahlreiche spielformen und verflechtungen. so ist auch der gegenstand dieses artikel von el arbi zustande gekommen. grundsätzlich hat es mit dem freiheitsbegriff zu tun, oder konkret, wie er pervertiert wurde.

  • Michael sagt:

    Oh, ich glaube kaum, was ich lese: Niemand will da wohnen? Bisher hiess es immer, Züri West sei soooo hipp und das Quartier der Zukunft? Hab ich jetzt umsonst ein Loft für 6 Mio gekauft (zwar ohne Terrasse und Balkon, aber mit Sicht fast bis in die Altstadt)?

    • Brain sagt:

      Ein Loft für 6 ohne Terrasse und Balkon? Das lässt sich aber auch nur ein Laie andrehen.

      • KMS a PR sagt:

        ….und/oder ein zürcher…

        • Hefti sagt:

          Seltsam dass so doofe Sprüche über Zürcher in der Schweiz nicht unter Rassismus fallen. Zürcher werden aber dafür aber noch so gern als Geldquelle für die Restschweiz ausgenutzt. Zum Bundesgericht kann man nur erwähnen, in welchem Fall hat man dort nicht Zürifeindlich entschieden. Zum Tagi-Artikel, der böse – böse SVP-Zürikanton. Das es dort langweilig aussieht hat wohl viel eher MIT fehlender Grosszügigkeit und Höhe zu tun. Wenn man die Wolkenkratzer von Limmatal auch im Glattal sehen wird, isch Züri e Stadt. Mindestanforderung, 500m hoch bauen lassen!

  • David sagt:

    Als beeledeter Quartierbwohner spricht mir der Artikel aus der Seele. Réda El Arbi hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Stadtenwicklung im Allgemein und der Entscheid zum Nagelhaus im Speziellen ist ein Jammer. Hochhäuser sind ja ok. aber eine Flächendeckend homogene Hochpreis «Aufwertung» ist extrem abstosend.

  • ISIS sagt:

    „Unus pro omnibus, omnes pro uno. “

    Das ist das Motto der Freimaurer.

    Übersetzt heisst das: Einer für alle, alle für einen.

    Die Faschis (die von Stöcken umschlossene Axt wie im Wappen des Kantons St. Gallen) ist ein Symbol dieses Mottos. Es symbolisiert, dass die Axt, wegen der sie umschliessenden Stöcke, nur sehr schwer gebrochen werden kann – sprich wenn wir (Freimaurer) zusammenhalten, kann uns nichts passieren.

    Das Wort Faschismus ist direkt aus diesem Symbol abgeleitet.

    Wenn all die Damen und Herren im Bundeshaus ihre Köpfe recken, so können sie dieses lateinische Motto in grossen Lettern über ihren Köpfen lesen.

    So, gibt es noch irgendwelche Fragen dazu, wer die Schweiz (und die Welt) regiert?

    Es ist Zeit aufzuwachsen.

    • ISIS sagt:

      Der letzte Satz sollte eigentlich heissen: Es ist Zeit aufzuwachen. Wobei aufzuwachsen auch nicht ganz falsch ist. Also vielleicht einfach: aufzuwach(s)en.

      • Oliver Brunner sagt:

        ihr subtil gewählter Name zeigt uns, dass Sie auserwählt sind, hier abstruse Kommentar zu posten. Da will ich in nichts nachstehen. Auri sacra fames, steht über der Tür von Glencore und ist das Motto der Internationalen Nekorphilen Vereinigung

        • Nick Suter sagt:

          😉 Immerhin lockerten zwischenzeitlich Dumas drei Musketiere vor der Illuminaten Nekropole die allgemeine Stimmung auf. Ach herrje.

    • KMS a PR sagt:

      das ist richtig und man weiss das nicht erst seit heute. man lese „das komitee der 300“. da bleiben nicht mehr viele fragen offen.

      • ISIS sagt:

        Ich kenne diesen Text nicht, aber nach einem schnellen „googlen“ scheint der Autor von 21 Punkten auszugehen, die erreicht werden sollen. Diese Punkte mögen zutreffen, aber das Programm der Freimaurer ist uralt und reicht in die Zeit der Pharaonen zurück.Es geht darum, dass Isis ihren Sohn Hosiris nach ihrem Vorbild grossziehen will, ohne den Vater Osiris, den Isis durch Seth (Satan) töten lässt. Es geht also darum Männer nach weiblichem Vorbild mild und zahm zu „züchten“ und alles „männliche“ abzutöten um so die Menschheit (besser) kontrollieren zu können. Ein uralter Plan. Alle grossen Kriege der Welt haben zum Ziel, die nicht-konformen (sprich starken) Männer zu vernichten.

        Helvetia = Isis = Maria = Britannia = Lady Liberty = …… = der heilige Geist = das Wasser = die Idee.
        Horis = der Sohn = der Falke
        Osiris = der Vater = der Obelisk

        In vielen Kirchen finden sich die Lettern „IHS“. Sie stehen für Isis, Horis, Seth.

        All monotheistischen Religionen sind Mittel der Pharaonen (das sind die Freimaurer, die wiederum der Adel im Untergrund sind und aller Adel hat seinen Ursprung in Ägypten) um die Menschen passiv zu halten. Betet und haltet die andere Backe hin. Jesus = der Sohn am Kreuz = Hände und Füsse festgenagelt, so dass er sich nicht wehren kann. Es ist Propaganda. Die Priester der christlichen Kirche sind Priester von Amun-Re, dem ägyptischen Sonnengott und die meisten Kirchen sind voll mit pharaonischer Symbolik.

        Wie gesagt, es ist Zeit aufzuwachen.

        • Nick Suter sagt:

          Also nun machen Sie echt ein riesiges Durcheinander, @“ISIS“ , und ihre freie Interpretationen zu Historischem wie kulturell Sprachlichem hat zum Artikel rein nichts zu sagen. Zeit aufzuwachen? Ja genau. Bleiben Sie bei der Sache! Wir schreiben das Jahr 2014 und haben keine Zukunft. Was schlagen Sie denn vor, angenommen wir alle könnten aus diesem Alb aufwachen???

          • ISIS sagt:

            Die Sache ist, dass nicht Geld die Welt regiert, sonder diejenigen, die u.a. das Geld kontrollieren.

            Wer aufwachen will (und das wäre ein Anfang), kann sich ja einmal die folgende Videoreihe zu Gemüte ziehen (aber Vorsicht, de Schweiz kommt dabei nicht so gut weg – trotzdem ist die Videoreihe sehr lehrreich).

            watch?v=8_yGukl425w&list=UUDV_QMXVj2gm44Z5wT-JC0w

            Und wer sich diese Videoreihe angesehen hat, kann ja Mal die Bahnhofstrasse in Zürich hinunter gehen und das gelernte anwenden. Vor allem vor der Nationalbank lohnt es sich die Augen auf zumachen.

            Vielleicht biete sich hier sogar genug für einen Beitrag der Reaktoren in diesem Blog?

          • Wilhelm sagt:

            Ha, Stadtblog! Jetzt habt Ihr endlich auch einen wirren Propheten konspirativen Charakters, der sich nur in ellenlangen Kommentaren auszudrücken vermag. Gratuliere!

            • Réda El Arbi sagt:

              Wir haben lange gesucht, dann ein Casting veranstaltet und das ist nun der Gewinner. Wir nennen ihn „Haustroll“. 🙂

  • Thomas sagt:

    Als erst Mal möchte ich meinen Frust über die heutige Architektur loswerden. Da wird in dieser Stadt gebaut was das zeug hält, doch nirgends entsteht etwas erbauliches. Alles ist kahl, öde, kantig, glasig, beton-betont, eckig, grau. Es ist als wäre da irgendwo eine Architektenbibel, die allen Architektenjüngern vorgibt, wie man heute zu bauen hat. Ich bin nicht gegen Veränderung, aber gegen diese Verödung sollte sich jeder Architekt wehren.

    Ich bin ein bekennender Kapitalist und trotzdem blutet mein Herz, wenn ich der Pfingstweidstrasse entlang fahre. Wie konnte das passieren? Wieso wird mit unseren Pensionskassengeldern solch ein Einheitsbrei finanziert? Wer will sich das antun?

    Was ich aus meiner beruflichen Tätigkeit verraten darf: die Wohnungen werden nicht vermietet. Es gibt keine Nachfrager! Wer will schon in eine Kiste ohne Garten, wenns für denselben Preis eine schmuckes Haus mit eigenem Gemüsgarten gibt? Auch Banker sind Menschen, haben Familie und wollen sich wohl fühlen…der New York Groove ist 90er Jahre, das will niemand mehr.

    • Marti sagt:

      Schon mal auf einer Architektur-Studenten-Party gewesen: Ich sage nur schwarze Rollkragenpullis, schwarze Hornbrillen und Free Jazz… Das eine Studienzeit lang zu ertragen, führt wahrscheinlich dazu, dass man später mit seinen Bauten auch die Mitmenschen an der eigenen Qual teilhaben lassen will…

    • Andreas Dietrich sagt:

      Moderne Architektur muss auch keinen Sinn mehr haben, sondern nur noch einen Zweck.

  • tststs sagt:

    Zwei Gedanken zum Inserat:
    1) Naja, bei 100qm2 muss man nur ein paar Trennwände einziehen, et voilà, schon hat man auch als 5 Köpfige Familie für jeden ein eigenes Zimmer 😉
    2) Ist ein schwacher Trost, aber wenn dies den geschätzen Wert widerspiegelt, dann dürfen die Eigentümer auf eine saftige Entschädigung pochen.

    • fabian sagt:

      tsts, wie el arbi das schon schreibt: bei diesen wohnungen kann man nicht einfach eine wand einziehen, weil sonst ein zimmer kein licht mehr hat. diese grundrisse sind bereits maximal ausgereizt, ökonomisch.

  • Agglo-Pendler sagt:

    „Jänu, die echten Menschen werden andere Ecken finden, in denen sie sich eine reiche, soziale Gemeinschaft bilden können.“ => Ja, vielleicht sieht man sich dann ja mal bei einer Stange am Stammtisch in der Agglo. You’re warmly welcome!

  • Küsel sagt:

    Das Nagelhaus macht für mich immer den Eindruck: so war es einmal, dies ist ein Mahnmal, ein Monument und gleichzeitig ein Pièce de résistance im sterilen aber doch modern zweckmässig umgestalteten Quartier. Man hätte dies lassen – sogar schützen sollen. Das ist die generelle Meinung, die absolut nachvollziehbar, vorherrscht. Nun aber: wer erinnert sich an das Kratzquartier? Wie sah die Altstadt aus, auf dem Gelände wo heute die Stadtpolizei und Amtsschimmel hausen? Ach, es gab sogar Kleinfabriken auf den Limmatbrücken? Romantisch verklärt schaut man zurück auf eine gute alte Zeit, wie sie sich auf alten Luftbildern und Postkarten präsentierte, ohne hinter die Wände zu schauen. Es brauchte den Widerstand in den 50ern und Aufstand in den 60ern, sonst würde das von den damaligen Planern entwickelte Zürich so aussehen: Wolkenkratzer-CBD im Seebecken, mehrstöckige Autobahn über dem Bellevue, brutalistische Bürokomplexe am Limmatquai, Plattenbausiedlungen am Käferberg und ein Hochhauskomplex am Stauffacher. Und würden wir uns heute zurücksehnen auf was damals vernichtet wurde? Schwierige Frage… denn Planung wird immer für künftige Generationen gemacht, nicht für Leute, welche im hier und jetzt leben.

  • Visionär sagt:

    Wenn schon Neubau nötig ist, dann doch mit Anspruch. Das geht sogar bei Studentenwohnheimen, man suche mal nach „Tietgenkollegiets“ in Kopenhagen. Die Dänen haben es, was Design anbelagt, ohnehin drauf. Neubau muss nicht derart seelenlos aussehen, er ist auch mit traditionellen Materialien möglich. Allein der Renditeanspruch der Aktioäre und Investoren verhindert optimal lebenswerte Lösungen.

  • Visionär sagt:

    Schrecklich, da könnte man sich fragen, ob solche Stadtplaner, Architekten etc. auch irgendetwas studiert haben und grds. fachlich und kreativ befähigt wären, in einem anderen Leben etwas Ästhetisches zu entwickeln? Wie kann ein Werk derart willkürlich und an der Lebensrealität vorbei wirken?

    Und wofür braucht man noch mehr Strassen, wenn private PKW in Zukunft ohnehin ausserhalb der Stadt bleiben müssen?

    • fabian sagt:

      scheint mir eher ein problem der politik und der bauherrschaften zu sein. die planer sind doch bloss noch die handlager, die mittelständische löhne erhalten, wenn sie arbeiten. die grossen gewinne ziehen die aktionäre raus, und diese bestimmen auch. wie kann man im 2014 bloss noch eine so naive sicht der welt haben.
      das ist etwa so, wie wenn man sagt, die ärzte verteuern das gesundheitswesen, und die dahinterstehende pharmaindustrie und lobby komplett ausblendet.

      • Designer sagt:

        Na man sollte schon noch annehmen dürfen, dass Stadtplaner dem demokratischen Volkswillen unterworfen sind. Dann verwundern solche Resultate und Wünsche von Stadt und Kanton eben. Sollten hier aber andere Einflüsse dominieren, könnte das auch eine Erklärung sein.

  • Reto Frei sagt:

    @Réda: Nein, das Niederdorf reissen wir jetzt nicht ab, das ist ok aber das Haus da passt jetzt wirklich nicht mehr hin und klar, die modernen Häuser sind etwas seelenlos aber die hatten ja auch noch keine Chance eine Seele zu entwickeln, frag mich in 50 Jahren wieder, vielleicht finden wir sie dann cool – keine Ahnung. Ich wollte nur sagen, die Veränderung ist nicht immer nur schlecht und neue Stadtteile wie Zürich-West sind nicht nur übel, wer weiss denn schon, ob sie daraus nicht noch etwas cooles entwickelt?

  • Reto Frei sagt:

    Mal davon abgesehen, dass die Wohnungen die da gebaut werden, wirklich zu teuer sind, heisst in einer Stadt leben aber auch die stetige Veränderung zu akzeptieren, bzw. sie sogar gut zu finden. Neues entsteht und altes wird eben abgerissen. Vor 150 Jahren, als da das Industriequartier gebaut wurde, fand vermutlich auch niemand die Fabrikhallen schön. Heute finden wir sie cool. Das Haus passt da nun wirklich nicht mehr hin, wenn schon hätte man das ganze Areal schützen müssen aber ich denke wir haben schon genügend geschütze Objekte, das ist gut aber die Veränderung ist es auch, das macht eine Stadt aus.

    • Réda El Arbi sagt:

      Jep, darum sind die Bauten aus den 70ern und 80ern so beliebt. 🙂 Und das Niederdorf ist ja auch schon etwas in die Jahre gekommen. Darum haben wir den alten Sternengrill abgerissen.

      Aber abgesehen davon: Glaubst du, in diesem Bau entwickelt sich irgendeine Art von sozialer Interaktion? Ich mein, bevor der Beton schwarzschmierig ist und die Stadt in 25 Jahren Sozialhilfeempfänger einquartiert? Nein, Wohnungen bauen ist nicht immer gleich Lebensraum entwerfen. Und hier fehlt eindeutig Seele.

      • Rico sagt:

        Ja, ich glaube irgendeine soziale Interaktion wird hier statt finden. Woran erkennt man eine Seele? Im Nagelhaus und anderswo mein ich. Und Banker tragen nichts zum Leben bei? Den Text krieg ich nicht auf die Reihe. Daher einfacheres Thema: Ist eine 2.5 Zimmer Wohnung wirklich für Familien gedacht? Ich mein, egal wie teuer sie ist, die Raumaufteilung einer 2.5 Zimmerwohnung erscheint mir grenzwertig für Familien: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Essecke oder so. Echte Menschen und uneche Menschen leben also in der Stadt Zürich: Je nach Wohnung und Kreis bin ich dann ein echter Mensch oder ein unechter. Mit einem echten Leben oder einem unechten. Es scheint kalt in Zürich. Nicht zuletzt wegen solcher Zeilen – verfasst von einem selbst ernannten echten Menschen, nehm ich jetzt mal an. Man kennt sich, man arbeitet bei verschiedenen Projekten gemeinsam, man geht auch mal was trinken. Ob wohl die Zeitungsmacher, die Schreiber, die Herausgeber alle irgendwie befreundet sind?

        • Réda El Arbi sagt:

          Ähm, 100 m2 Wohnraum. Aber nicht für Familien geeignet.

          Banker können ganz klar etwas zum Sozialleben beitragen. Nur würden solche Banker wohl eher irgendwo am See leben. Das sind Wohnungen für reiche Cityhopper.

    • Fiorenzo Cornelius Wagner sagt:

      Widerspruch, Herr Frei: Ich als überzeugter Stadtbewohner bin doch nicht von vornherein gezwungen, jede beliebige Veränderung einfach als Faktum gut zu heissen. Die Fragen sind doch: Aus welchen Gründen wird Altes durch Neues ersetzt? Wer profitiert davon und wer hat das Nachsehen? Und was hat es ästhetisch für den urbanen Kontext zu bedeuten? Zudem ist es ganz falsch anzunehmen, dass man die heutige Durchschnittsarchitektur analog zur Epoche der Fabrikhallen irgend wann einmal doch noch als etwas Gelungenes oder Charmantes betrachten wird. Die heutigen Materialien haben im Vergleich zum 19. Jahrhundert in den meisten Fällen eine kalte Ausstrahlung und altern aufgrund ihrer synthetischen Beschaffenheit überaus hässlich. Mit anderen Worten: Das Neue, das sich bereits abweisend zeigt, wird durch den Alterungsprozess noch unansehnlicher, während eine Fabrikhalle aufgrund der natürlicheren Materialbeschaffenheit im Alter sogar noch reizvoller erscheint.

  • Fiorenzo Cornelius Wagner sagt:

    Wenn ich mir das Bild oben so anschaue, dann steht für mein Empfinden auf Anhieb fest: Nicht dieses angenehme Arbeiterhaus im Vordergrund ist der Schandfleck, sondern die ungemein belanglos-sterilen 0815-Erzeugnisse dahinter. So bleibt die bittere Einsicht zurück, dass es immer „legale“ Grundlagen gibt, um lebendige und gewachsene Orte in eine urbane Ödnis zu verwandeln (der Kreuzplatz lässt grüssen…). Die Liste solcher „legalen“ Verwandlungen alleine in Zürich der letzten 40 Jahre würde wohl die Lesebereitschaft der hier Anwesenden arg strapazieren. Dabei ging es immer um rein ökonomische Interessen und nie um die Frage, ob etwas Geplantes für eine Stadt auch wirklich eine positive urbane Qualität erzeugt.

    • Claudia sagt:

      Wir freuen uns schon auf das Uniquartier. Und der Justizpalast wird das Gebiet um den ehemaligen Güterbahnhof auch ungemein beleben. So ähnlich wie die Europaallee. Es fragt sich, ob die Studierenden des Toniareals das durch ihr Ausschwärmen im Quartier (weil die Mensa zu klein ist) das kompensieren… Ironie aus.

  • Midgard sagt:

    Ja so sieht die Realität in neoliberalen Schweiz aus!!!

  • fabian sagt:

    die mobimo wird je längst mitbesessen durch einen erheblichen anteil ausländischer aktionäre. letzten endes schützt unser staat also die investitionen ausländischer hedgefunds, indem er sie gegen die interessen der kleinen bürger durchsetzt, notfalls auch mit enteignung der bürger.

    • Visionär sagt:

      Ja, das ist global überall das gleiche systemimmanente Problem, leiden müssen die Menschen, nicht die Aktionäre.

      • fabian sagt:

        das phänomen ist aber ein neues. vor 20 jahren waren die globalen geldflüsse des sog. ‚foreign direct investment‘ noch verschwindend klein. heute sind sie enorm gewachsen, auch in der schweiz.
        unsere bürgerlichen politiker (für die der ammann oder der blocher musterbeispiele sind, da sie selbst die superreiche klientel repräsentieren und gleichzeitig vertreten) haben nicht zufällig die lex koller abgeschafft, die solche ausländischen investitionen in der schweiz begrenzt haben. es ist gerade die svp, die immer von heimatschutz spricht, die die grenzen für ausländisches kapital geschleift hat, und uns bürger zu spielbällen des globalen kapitals gemacht hat.

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