Die vornehme Stille des Reichtums

Die junge Dame spielt mit ihrem Leben: Laut telefonieren im Tram.

Die junge Dame spielt mit ihrem Leben: Laut telefonieren im Tram.

In den letzten Wochen war ich in verschiedenen Städten Europas unterwegs. Die gute Nachricht: Europa gehts wieder besser. Die bessere Nachricht: Uns gehts um Welten besser als dem Rest des Kontinents.

Kurz, uns gehts gut und das merkt man auch im Stadtleben. Wir üben uns in vornehmer Stille und Zurückhaltung. Wohlstand fühlt sich in der Stille am Wohlsten. Laute Geräusche empfindet der Zürcher – sofern er nicht in einem Club dazu mit dem Fuss wippt – als Eingriff in seine Intimsphäre. Töne werden in Zürich behandelt wie geworfene Gegenstände.

Zuerst einmal der Verkehr. Hupen ist in vielen südlichen Ländern Europas noch eine durchaus anerkannte Methode der Kommunikation. Wobei Länge und Intensität des Huptons klare Rückschlüsse auf die emotionale Situation des Autofahrers zulassen. Ein 30-sekündiges «Hoooooooonkhonkhonkhoooooooooonk» kann zum Beispiel in südlichen Ländern auf eine leichte Gereiztheit hindeuten, könnte aber auch knapp noch als ein fröhliches «Hallo!» durchgehen. In Zürich ist ein einsekündiges «Hüp.» bereits Ausdruck höchster Panik und wird nur zu hören sein, wenn die Gefahr eines Unfalls mit Verletzten bevorsteht.

Oder beim Flirten: An den Küsten des Mittelmeeres sind Johlen, Pfeifen und Lachen nicht ein Ausdruck von Volltrunkenheit, sondern eine Form des Schäkerns zwischen den Geschlechtern. Ein Pfeifen kann durchaus mit einem freundlichen, aber verneinenden Hüftschwung beantwortet werden.

Auch in der Nachbarschaftspflege: Gespräche in anderen Städten können gut aus zwischen zwei Fenstern über die Strasse hin- und hergerufenen Sätzen bestehen, wo sich die Nachbarn hierzulande bereits überlegen, ob sie die Polizei rufen. Genauso bei der Nachtruhe. Wo in anderen Teilen Europas die Menschen ihr Leben oft auf den Trottoirs und in Strassencafés verbringen, meist bis spät in die Nacht, wird hierzulande nach einem neuen Konzept des höchsten Polizisten gerufen, der die Bürger vor Lärm nach 22 Uhr schützen soll.

Spielende Kinder? Bellende Hunde? Sofort wird der Ruf nach dem erzieherischen Schalldämpfer laut. Leben soll sich kultiviert und vor allem leise äussern.

Am deutlichsten fällt es aber in dem kleinen Dingen im Alltag auf: In den Klingeltönen der Handys. In Zürich sind alle Mobiltelefone auf stumm geschaltet. Und wenn früher ein Handy mit einem klassischen Klingelton im Tram losbimmelte, fingen alle an, in ihren Taschen zu grübeln. Heute zieht ein Smartphone, das nicht nur vibriert, böse Blicke auf sich. Niemand will der Besitzer sein und der Besitzer versucht, die aufgebrachte Menge der Stillen mit entschuldigendem Blick zu beschwichtigen, während er mit einer Hand nach der Quelle der Lärmbelästigung sucht. Sind in südlicheren Ländern Klingeltöne noch immer Ausdruck der Individualität, ironische Ausdrucksform oder ganz einfach praktisch, weil man das Teil nicht dauernd in der Hand hält, so gilt hier: Vibration ist schon laut genug.

Auch Gespräche am Handy sind im öffentlichen Raum verpönt. Wir sprechen ja noch nicht mal mit den anderen Passagieren im Tram. Dann wollen wir ganz sicher nicht wissen, was Butzi dem Schatzi zum Geburtstag schenkt, oder wer an welcher Sitzung welchen Fehler begangen hat. Wir wollen, dass die anderen so tun, als wären sie nicht da. Bedeckte Farben in den Klamotten und keine Lärmbelästigung.

Manchmal reizt es mich, einen 20-teiligen SMS- oder Whatsapp-Dialog mit eingeschaltetem Signalton zu führen, mitten im Tram. Aber ich getrau mich nicht wirklich. Störende Geräusche können in Zürich wirklich noch zu Gewalttätigkeiten führen.

80 Kommentare zu «Die vornehme Stille des Reichtums»

  • ursula rey sagt:

    es gibt in der stadt ruhige quartiere, auf dem land ist es zum teil sehr viel lauter. kuhglocken direkt neben dem schlafzimmerfenster machen das schlafen nur mit geschlossenen fenstern möglich. töfffahrer die nochmals so richtig schön gas geben und natürlich der strassenlärm, sind alles immissionen die mir auf dem land auffallen.

  • Hans Nötig sagt:

    Ein interessantes Statement zum Thema Ruhe und Ruhebedürfnis.
    «Schlaf ist ein Ärgernis für die Dauerkonsumkultur»
    http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Schlaf-ist-ein-Aergernis-fuer-die-Dauerkonsumkultur/story/26664951
    Réda, der Advokat für die Dauerkonsumkultur?

    • Réda El Arbi sagt:

      Nein, die normalen Geräusche, die eben stattfinden, wenn man lebt, sollten vielleicht akzeptiert sein. Wenn man andere Städte, denen es schlechter geht, anschaut, ist die Theorie, dass im ruhigen Zürich der Konsum an der Ruhe scheitert, etwas gewagt. Ich denke, die Theorie, dass in einer 24-Stunden.Gesellschaft mehr konsumiert wird, stimmt. Aber ich denke auch, dass wir keine 24-Stunden.Gesellschaft brauchen. Wir sind bereits am oberen Ende des Konsums. Die meisten Leute denken bereits darüber nach, ihren Konsum einzuschränken, was ein deutliches Zeichen von Reichtum ist. Wenn man sich alles leisten kann, will man plötzlich nicht mehr alles haben.

  • Robert Herz sagt:

    Easy Leute! Nicht die gute Laune verderben lassen! Das gehört alles zum Rahmenprogramm dieser wunderschönen Stadt. Man muss insbesondere auch das Nörgeln und Meckern über dieses und jenes als Kunstform verstehen lernen, die eigentlich nicht dem Ausdruck der Befindlichkeit dient, sondern dem Buhlen um Beachtung.

    • tststs sagt:

      Aber neverever würden wir es wagen, Kritik direkt an den zu Kritisierenden zu richten… nein, wir machen das via Internet…

  • Smiletown sagt:

    Auch Berlin leidet darunter, dass immer mehr Provinzler Wohnungen in den Invierteln kaufen um in die Stadt zu ziehen, für die sie eigentlich nicht bereit sind. Ihre Intoleranz in der Nachbarschaft und Lärmklagen verderben dann das einst so tolerante Lebensumfeld. Äusserlich hip, innerlich Spiesser.

  • Diego sagt:

    Wer 3’000 Fr. für eine Wohnung bezahlt, muss dafür arbeiten gehen und wer den ganzen Tag arbeitet, der will nach der Arbeit kein debiles Handy-Gequatsche oder Kindergeschrei im Tram ertragen müssen und in der Nacht will man dann schlafen, weil man früh wieder raus muss.
    Der Züri-Kreislauf 🙂

    • Réda El Arbi sagt:

      Wer 3000 Franken für eine Wohnung zahlt, dafür den ganzen tag arbeiten muss, in der Nacht schlafen und den Rest der Zeit so genervt ist, dass man nicht mal mehr Alltagslärm erträgt, sollte unbedingt über sein Lebenskonzept nachdenken. Wenn man mit 65 auf so ein Leben zurückschaut, wird man wohl depressiv. Wenn mans nicht schon ist.

      • stadtzuercher sagt:

        Réda, ich denke, es steht dir einfach nicht zu, ernsthaft den Lebensentwurf anderer Menschen zu verurteilen.
        Oder habe ich da Ironie übersehen?

        • Réda El Arbi sagt:

          Oh, nein, keine Ironie. Wer sein Leben Scheisse gestaltet und danach keine Toleranz mehr für andere aufbringt, weil seine Nerven am Ende sind, ist in meinen Augen an dem Punkt, an dem er seine Lebensgetaltung überdenken sollte.

          • stadtzuercher sagt:

            Wenn du meinst.
            Die meisten Menschen könnten es wohl nicht ausstehen, wenn ihnen ein anderer Mensch seine Moral (d.h. sein Wertesystem) aufzwingen möchte, weil er denkt, seine Moral müsse normativ für alle gelten. Hat ja fast was religiöses.

            • Réda El Arbi sagt:

              Jup. Zum Beispiel, wenn man jemandem sagt, er solle die Fresse halten, sollen leise sein, woanders telefonieren, sich an die unausgesprochenen „städtischen“ Regeln halten.

              Heuchelei, ich hör dir trapsen.

      • Smiletown sagt:

        In der Tat ein tragisches Lebenskonzept, man kann die bünzligen regungslosen Scheintoten im Alltag ohne Charakter nur bemitleiden. Individualität und Lebensfreude gingen jedenfalls anders.

  • tststs sagt:

    Mhmmm, wenn ich die Kommentare so durchlese, dann ist es doch eigentlich nicht die Stille, die stört (ganz im Gegenteil: ich würde behaupten, Stille IST unser Reichtum und einer der Gründe, weshalb ZH so lebenwert ist. Also ich mein jetzt nicht ein rigoroses Nachtruhereglement, sondern dass eben trotz so vieler Lärmquellen ein friedliches und ruhiges Miteinander möglich ist).
    Stille ist hier nur ein Symptom, und die Kritik gilt eigentlich der Kälte/Abschottung der Menschen…oder dem Mauerblümchensein.

    • Karl Lässer sagt:

      Ja, es gibt wilde und es gibt ruhige Ecken und das ist doch gut so. Gibts übrigens in Madrid, Berlin und sogar New York auch, nur geht Herr Arbi als Touri in New York nicht in die ruhigen Ecken. Kälte kann ich im Übrigen überhaupt keine ausmachen, jedenfalls sicher nicht mehr als in anderen Städten, gerade diesen Sommer waren die Leute hier mega relaxed und nett überall, erfinden wir doch keine Probleme wo gar keine sind. Und Herrn Arbi würde ich empfehlen nächsten Sommer hier zu bleiben, mit ganz viel Lärm und ganz viel Stille, Zürich im Sommer lohnt sich echt. Und er soll mir mal in einer anderen Metropole einen Ort nennen der lebendiger, schöner, urbaner und sexier ist als das untere Letten.

    • SrdjanM sagt:

      „ein friedliches und ruhiges Miteinander“

      Ein Nebeneinander eher.

      • tststs sagt:

        Jup, „Nebeneinander“ trifft es sogar noch eher; aber bitte ohne negative Konnotation; wer stetiges Miteinander will, soll doch bitte in eine Kommune 😉

  • Irene feldmann sagt:

    Mach das reda mit der whats up Serie, ich stimme auch Adam zu mit dieser TOTENSTILLE sei es im Tram oder Zug, einfach peinlich wie die Leute so verklemmt sind. All die Magengeschwüre, darmprobleme und unterdrückte Hysterie wird durch überkontrolliertes Verhalten noch zusätzlich gezüchtet. Die leichtigkeit des Seins scheint mir schon länger in der limmat ersoffen zu sein. Wer lärm stört in Form von leisem Gespräch, Husten, kinderquengeln, veloglocken, Gelächter, hundegebell, etc. Sollte DRINGEND ein befreiungsseminar alias ich entferne den Hammer von meinem mittelhirn oder noch spiritueller, ich lebe und somit darf ich das auch zeigen!!!

    • Karl Lässer sagt:

      Einspruch: In meinem (Wohn-)Quartier gabs diesen Sommer: Quartierfest, Quartierkino, 1. August-Raketen, 3 Wochen WM mit Spielen bis tief in die Nacht, immer mal wieder Spontanparties mit Musik auf offener Strasse, Leichtathletik-WM, jedes Weekend in nächster Nähe 3-5 Beizen mit Gästen die draussen sitzen und schwatzen. Am Morgen um 7 dröhnen dann die Kirchenglocken, vom Auto-Arbeitsverkehr ab 5 Uhr morgens ganz zu schweigen. Zürich ist erfreulich lebendig, manchmal zu sehr, un-besoffene Menschenstimmen wunderbar, Handyklingeltöne, dämliche Handygespräche und Hupen Gotts sei Dank verpönt. Ein wunderbarer Standortvorteil! Wer mehr Lärm wünscht um sich lebendig zu fühlen muss ziemlich tot sein.

    • Patrick sagt:

      Niemand hindert Sie daran anders zu sein. Oder sind Sie vielleicht zu selbstunsicher dafür und projizieren das deshalb lieber auf Andere?

  • KMS a PR sagt:

    na ja. wenn man eng aufeinander hockt, ist man schneller reizbar. gerade in züri, welches weder die coolness noch die gepflogenheiten einer richtigen grossstadt zu leben weiss. wobei die handy-manie halt schon langsam überhand nimmt.

  • Stadtzuercher sagt:

    Weshalb wollt ihr Kleinstädter und Dörfler, die ihr selbst in ruhig gelegenen Bauernhöfen, Reihen- und Einfamilienhäusern wohnt, uns Städter vorschreiben, das wir mehr Lärm brauchen? Ist das nicht etwas peinlich?

    • Réda El Arbi sagt:

      Oh, ich mach nur den vergleich mit lebensfrohen, echten, grossen Städten. Vorschreiben will ich gar nicht. Nur ein wenig auf die in Zürich sonst so hochgehaltene Toleranz verweisen.

      • Stadtzuercher sagt:

        das ist ja schön, das du die echten grossen städte toll findest.
        schon bei der svp-kampagne durften die städter von den dörflern hören, dass sie keine echten schweizer seien.
        und jetzt müssen sie sich von landbewohnern auch anhören, dass ihre städte nicht echt und nicht lebensfroh seien.
        jaja, ist ok.

        • Réda El Arbi sagt:

          Eigentlich musst Du Dir nir anhören, dass die „ich bin so ein cooler Städter“-Attitüde ziemlich provinziell ist, und dass „Coolness“ sich nicht aus Stille, aufgesetzter Überheblichkeit oder Intoleranz anderen gegenüber ableiten lässt. Eher das Gegenteil. Selbstsicherheit hat keine Abwertung nötig.

          • stadtzuercher sagt:

            ich verstehe nicht ganz, was eine vorstellung von wie man in seinem umfeld leben will, als cool gelten soll.
            °
            ich vertrete die ganz simple vorstellung: die lokalen bewohner sollen selbst über die gestaltung iihres wohnumfelds urteilen, und nicht irgendwelche menschen von anderswo. seien dies nun globale investoren, die von fern über die immobilienpreise steuern wollen, privilegierte politiker von der goldküste noch sonstwer.

            • Réda El Arbi sagt:

              Ja, nur ist die Stadt nicht nur Wohnumfeld, sondern auch Arbeitsumfeld, Begegnungsstätte und Kulturplatz. Wer damit nicht leben kann, sollte besser aufs Land ziehen. Urban bedeutet auch Schelztiegel für diverse Vorstellungen von Leben. Nicht nur für möchtegern-urbane Isolationisten. Wenn der Städter sich vom Umland und den fremden Einflüssen isolieren will, gibt er sich arrogant, intolerant und irgendwie SVP-mässig. Nur sind halt nicht die Ausländer, sondern einfach die „Anderen“.

              Besonders weltoffen und urban erscheint mir das nicht.

          • stadtzuercher sagt:

            „Wer damit nicht leben kann, sollte besser aufs Land ziehen.“
            Gerade sogut könnte jemand sagen:
            „Wenns dir in Zürich zuwenig lebendig und leise ist, geh doch in deine Grosstädte in südlichen Ländern.“
            Mh. Spätestens hier beisst sich deine Argumentation in den Schwanz. Toll, nicht?

            • Réda El Arbi sagt:

              Nun ja, man kann das Leben auch mitgestalten, anstatt abzuhauen. Dazu ist jedoch eine gewisse Toleranz nötig, nicht betonharte Vorstellungen, was Zürich ausmachen darf und was nicht.

    • SrdjanM sagt:

      Wenn ein „Stadtmensch“ anfängt den anderen die Vorschriften zu erklären, hat das natürlich nichts bünzliches an sich, die dürfen das weil sie halt vorher da waren.
      Wenn man den Zugezogenen nicht die Schnurre verbietet, wo bringt das uns den noch hin, irgendwann fangen sie dann an die eigenen Vorstellungen vom Stadtleben auch zu leben!
      Zum Beispiel mit anderen im Tram zu REDEN!

      Da muss man schon aufpassen.
      So ein „SCHNAUZE LANDEI!“ trägt eben schon auch etwas Kosmopolitisches und Urbanes in sich…

  • tststs sagt:

    Anschliessender Gedanke:
    Eigentlich ist der akustische Ausguss einer Stadt eher zum Gradmesser meiner persönlichen Stimmung geeignet.
    Bin ich entspannt, empfinde ich die GERÄUSCHkulisse der Stadt als interessant und Eltern, die zu wahren Animationsclowns werden, damit das Baby bittebitte im Tram aufhört zu schreien, ernten ein aufmunterndes Lächeln – istdochnichtsoschlimmwirwerdensüberleben. Aber wehe meine Laune ist im Keller, dann ist alles LÄRM, selbst mein unfreiwilliger Sitznachbar soll gefälligst leiser atmen…

  • Christoph sagt:

    Schön und gut. In Florida darf man Lärmbrüder vor dem Haus in Notwehr erschiessen. Lärm ist eine Form von Gewalt und richtet physische Schäden an. Dabei ist es unerheblich ob dieser Lärm stört oder nicht.
    Wer Lärm befürwortet, befürwortet auch Gewalt, gerade an den Alten, Kranken und sonst Geschwächten. Ich bin für die Floridalösung. Wer andere anlärmt ist ein Gewalttäter und sollte entsprechend gestoppt werden können.

    • tststs sagt:

      Aber nur mit Schalldämpfer!

    • SrdjanM sagt:

      Ironie? Sarkasmus? Bitte!!!

    • Agglo-Pendler sagt:

      Mir grauts jetzt schon vor den kommenden Monaten. Gesten hab ich schon den ersten Laubbläser im Einsatz gehört. Da muss wirklich was unternommen werden. In diesem Sinne, ja zur Florida-Lösung!

    • Townlivestyle sagt:

      Wer extrem lärmempfindlich ist, ist eine Mimose, also ein Weichei und gehört auf die Alm, jedenfalls nicht in eine Stadt. Jedenfalls gehört aber die Hauptlärmquelle Auto in der Stadt abgeschafft.

      • Agglo-Pendler sagt:

        Wer extrem AUTOempfindlich ist, ist eine Mimose, also ein Weichei und gehört auf die Alm, jedenfalls nicht in eine Stadt.

        PS Allzeit gute Fahrt! Oder viel Glück auf dem Fussgängerstreifen!

        PPS f nicht v

        😛

        • Dein Dr. sagt:

          Autos in der Stadt sind für Hüftkranke, Adipöse und arterielle Hypertoniepatienten. Die fitten, attraktiven und angenehmen Zeitgenossen findet man auf dem Velo.

          • Agglo-Pendler sagt:

            Heute habe ich, nur dir zuliebe, ausnahmsweise mal wieder das Auto und nicht den Zug genommen um zur Arbeit zu fahren. Es war herrlich.

  • Marco Paoletti sagt:

    „…in südlicheren Ländern“?? Geht mal nach Berlin, Köln, Amsterdam, ja Hamburg oder Lugano! An jeder Ecke gibt es dort mehr Lärm (ergo Leben) auf den Strassen als in der Möchtegern-Welstadt Zürich. Aber auch in Zürich gibt es heitere Ecken: ich bin gern in Altstetten, Wiedikon, in den Kreisen 4 und 5. Dort herrscht Leben auf der Strasse und in den ÖVs – Handy hin oder her. Sobald ich mich aber in der Bellevue-Seefeld-Hottingen-Gegend befinde, verpüre ich diese Gefühllosigkeit und Totenstille in der Luft.

  • Lulu sagt:

    Was ist so schlecht an der Rosengartenstrasse?

    • KMS a PR sagt:

      dauernd stau. man müsste die rosengartenstrasse auf 4 spuren ausbauen.

      • tina sagt:

        komisch, obwohl ich täglich da durch muss, stehe ich da nie im stau. aber ich weiss, dass die leute die nur schon 15minuten ausserhalb wohnen, der sturen überzeugung sind, dass am rosengarten stau ist. darum fahren all die argauer und zuger auch so panisch da dadurch und verweigern riisverschlüssle

        • Townlivestyle sagt:

          Die haben künftig alle mit dem Auto draussen zu bleiben, wer Leben will, also die Stadt besuchen, muss den ÖV benutzen.

  • SrdjanM sagt:

    „Wir wollen, dass die anderen so tun, als wären sie nicht da.“

    Wie wahr…
    Aber woher kommt das eigentlich?

    • tststs sagt:

      Wieso ist der Käse rund? Damit er nicht aneckt… Und für Schweizer Käse gilt halt schon auffallen als anecken…
      Dies wiederum hängt IMHO mit der Enge und Kleinsein der Schweiz/Zürich zusammen. Und einem gewissen Harmoniebedürfnis. Wir wollen unseren (Seldwyla)Seelenfrieden und dafür sind wir bereit, auch uns selbst ein Stück zurückzunehmen. Fast schon kantianisch handeln wir so, wie wir es von anderen wünschen; d.h. stören mich laute Telefongeräusche, vermeide ich sie selber auch.

    • KMS a PR sagt:

      weil wir launische menschlein sind. wir wollen:

      spass – aber nur wann wir mögen,
      unterhaltung – aber nur wann wir mögen,
      ruhe – aber nur wann wir mögen,
      zusammen sein – aber nur wann wir mögen,
      allein sein – aber nur wann wir mögen.

      und wehe!! – wann die anderen gerade wollen und ich nicht mag! 😉

  • Pascal Sutter sagt:

    Woran ich merke dass ich alt werde? Wenn mich die Feiergeräusche der anliegenden WGs um 3 Uhr morgen dazu bringen, der Polizei anzurufen weil mit selber Vorbeigehen nichts ändert. Bin ich nun Alt & intolerant oder einfach nur ein guter Nachbar? Diese Fragen…

    • KMS a PR sagt:

      ..alt und intolerant! aber das macht nichts. mir geht es auch so. gut, ich rufe nicht gleich die polizei, sondern klopfe mal nett mit der pump-gun über der schulter, beim säumigen nachbarn an.

      • Irene feldmann sagt:

        Ne Glock 22 mit Lampe, meinen sie?…..:)

        • Pascal Sutter sagt:

          …dann beisse ich in den sauren Apfel. Hey! Vielleicht können sich diese Kids, sind wohl alle Generation Y oder so, nicht einigen ob sie nun gelobt (geile Party, alter Sack kommt sich beschweren) oder ignoriert (nur die Bullen angerufen) worden sind. Dann bin ich ja echt kritisch drauf! Wahey!

          • Irene feldmann sagt:

            Wenns einmal die Woche um 3.00 ist dann können sie damit Leben. Sie waren auch mal jung. Ohrenpax und ein glas Rotwein wirken wunder oder vielleicht auch mal dampf ablassen sodass man mal wieder zufrieden und müde einschläft, auch wenn die Nachbarwohnung schaukelt….:)

  • Marianne Binder-Keller sagt:

    kann sein, dass wir zu leise sind, aber wenns ums handy geht, ist das tatsächlich ein vorteil…

  • Ralf Schrader sagt:

    ‚Wir wollen, dass die anderen so tun, als wären sie nicht da.‘
    Präziser gesagt: DIE Menschen gehören zum öffentlichen Raum, nicht aber Individuen. Private Attribute wie Telefonieren, Rauchen, Geschlechtsverkehr usw. müssen auf den privaten Raum beschränkt und konsequent aus dem öffentlichen verbannt sein.

    • Pessimist sagt:

      Das ist wohl heute auch der Punkt, den die Menschen nicht mehr checken.
      Heute haben die meisten Menschen das Gefühl, was niemandem gehört, darf man für sich privat beanspruchen, der Begriff Öffentlichkeit ist in den letzten Jahrzehnten richtiggehend mutwillig zerstört worden, von den Neoliberalen wurde gar die Haltung propagiert, Öffentlichkeit gebe es gar nicht. Nur privat könne gut sein. Und irgendwie stösst der Autor hier in dasselbe Horn, dieselbe Propaganda: Vergisst eure Erziehung, schreit dem Nachbar ins Ohr etc.

      • Réda El Arbi sagt:

        Ha, werde sonst eher den Sozialisten zugerechnet. Aber wann war der Zeitpunkt, an dem wir den Begriff „Öffentlichkeit“ mit „fern jeden Ausdrucks an Lebendigkeit“ gleichsetzten?

        • Ralf Schrader sagt:

          Siehe unten, es gibt die entindividualisierte Lebendigkeit eine Massendemonstration, die des Strassenverkehrs, …
          Nur ob die Heidi Liebeskummer und der Urs kein Geld hat, möchte ich in keiner Umgebung wissen und wenn ein Irgendwer meint, sich in meiner Reichweite eine Zigarette anstecken oder das Mobil zücken zu dürfen, dann darf ich auch einen epileptiformen Anfall bekommen, der meine rechte Faust tief in sein Gesicht versenkt.
          Dann benutzen wir gleiche Waffen, aber ob das gewollt ist?

          • Réda El Arbi sagt:

            Jau, Intoleranz lässt sich nicht heilen.

          • SrdjanM sagt:

            Wenn man einen am Telefon sprechenden Mensch mit seiner Faust „in Verbindung“ bringen will, weil man beispiellos dünnhäutig und emotionell labil ist, dann zeigt sich hier ein weitaus grösseres, tieferliegenderes Problem: Man hasst Menschen.

          • tststs sagt:

            SrdjanM, was heisst da „am Telefon sprechenden Menschen“…?! In der Nähe von Herrn Schrader sollte man es offensichtlich generell vermeiden private Gespräche zu führen, vorallem nicht, wenn die Freunde Heidi und Urs heissen. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Herr Schrader einem Schweigeorden angehört. Oder einem Selbstkasteiungsorden, der das Ritual der allabendliche Zehn-Faustschläge-in-die-eigne-Fresse zelebriert 😉

    • SrdjanM sagt:

      Ich musste zuerst lachen. Ging aber schnell vorbei.

      Individuen gehören also nicht in die Öffentlichkeit?
      Private Attribute? Attribute, also alles Sachen die Manchen halt so machen?
      Öffentlicher Raum als eine Zone der Konformität, Unsichtbarkeit und Stille?

      So eine Öffentlichkeit braucht ja keiner mehr… So trifft man keine Individuen mehr, nur „Menschen“ die sich aus Angst voneinander verschliessen.

      Gute Nacht Gesellschaft.

      • Ralf Schrader sagt:

        ‚Öffentlicher Raum als eine Zone der Konformität …‘
        Nicht ganz, öffentlich ist einfach alles, was nicht privat ist. Wenn Sie sich mit Ihrer Frau streiten wollen, machen Sie das bitte zu Hause. Wenn Sie sich sozial oder politisch empören, dann gehört das auf die Strasse.
        Die Öffentlichkeit wird nicht entlebt, wenn das Private aus dieser verschwindet. Es wird nur das Rauschen gemindert, also Informationen, welche gemeinhin als störend empfunden werden. Laut darf es ruhig sein, nur kein privater Laut.

        • Réda El Arbi sagt:

          Die klare Trennung führt zur Anonymisierung und zur Gleichgültigkeit. „Erlaubt ist, was nicht stört“ führt dazu, dass irgendwann nichts mehr erlaubt ist.

        • SrdjanM sagt:

          Erlaubt ist was andere nicht gefährdet und deren Würde verletzen könnte.
          Falls Sie mal ungewollt etwas Privates von einem ihnen unbekannten Mensch mitbekommen, wird Sie das kaum verletzen, oder?
          Sie müssen sich damit nicht beschäftigen.

          Ich vermute aber, Sie beschäftigen sich mit Vielem was Sie eigentlich nichts angeht. Sie können wohl nicht anders.
          Also sollen die Anderen Sie bitte nicht mehr belästigen.
          Könnte es nicht sein dass Sie aber ein Problem haben, und nicht die Anderen?

          Ich sehe und höre immer mehr Menschen die keine Filter mehr haben, weder beim Empfang noch mein Senden.
          Einerseits dünnhäutig, anderseits besserwisserisch und verurteilend.
          Beste Voraussetzung für die Selbstzensur in einer immer mehr totalitär wirkender Gesellschaft… man könnte sonst eine Faust ins Gesicht kriegen.

          • adam gretener sagt:

            Wir haben auf meiner ÖV-Ecke immer die gleiche weibliche Person, könnte aber gerade so gut auch männlich sein. Diese Frau scheint ein dramatisches Leben zu führen, und dieses teilt sie jeden Morgen mit ihrer besten Freundin am Telefon.Da gibt es eben Mitpassagiere, denen sieht man richtig an, dass gleich die Galle hochgeht, oder schon wieder. Andere schreiben schon fast mit.

            Mich stört eher die totenstille Schafherde jeden Morgen im Tram. Eine euphorische Schülergruppe auf Schulfahrt finde ich tendenziell amüsant.

  • Hans Dampf sagt:

    „Manchmal reizt es mich, einen 20-teiligen SMS- oder Whatsapp-Dialog mit eingeschaltetem Signalton zu führen, mitten im Tram. Aber ich getrau mich nicht wirklich.“
    Hopp, los Réda, und dann hier im Stadtblog einen Erfahrungsbericht rein stellen 🙂

  • Honk sagt:

    Ja schon. Aber das muss jetzt alles ändern.
    Schliesslich wollen wir globale Weltstadt leben, nur höher dichter lauter ist gut.
    Und mehr Party und mehr laisser faire, wie im letzten Blog gelesen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Vielleicht dürfte Leben auch einfach mal ein Geräusch machen.

      • Bernd S. sagt:

        Nimm die Ohrstöpsel raus, dann hörst Du auch genug Geräusche.

        • Réda El Arbi sagt:

          Geh mal wieder nach Mailand, Madrid oder Paris. Dann weisst du auch wieder, was Geräusche sind.

          • Honk sagt:

            Réda, dafür muss ich nicht nach Mailandmadridoderparis. Es reicht, wenn ich an die Rosengartenstrasse stehe und 5min zuhöre. Oder einen ins Telefon schreienden Mensch mit im S-Bahn-Waggon habe. Finde es scheisse.

          • Honk sagt:

            Kinder, Hunde, lautes Lachen?
            Weshalb sollte ich da nach Paris? Madrid oder Mailand?
            sollen das kinderfreundliche Städte sein? Hundefreundlich?

            • Réda El Arbi sagt:

              Nun, wenn du unter „kunderfreundlich“ vetsehst, dass es teure Kinderspielplätze hat, eher nicht. Wenn du darunter verstehst, dass es überall laute Kinder, verstopfende Kinderwagen und apielende Hunde hat, ihne dass die Leute Hassattacken erliegen, dann ja.

          • Pascal Sutter sagt:

            Schlussendlich geht es darum, dass Zürich per se ignorant ist. Ob jetzt laut oder leise spielt ja auch keine Rolle. Das Individuum steht über dem Kollektiv. Vice versa.

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