Ein Requiem für die Street Parade

Die ursprüngliche GEist der Street Parade ist tot. Das Zürcher Nachtleben braucht eine neue Ausdrucksform im Sommer. Bild: motleyphotos.net

Die ursprüngliche Geist der Street Parade ist tot. Das Zürcher Nachtleben braucht eine neue Ausdrucksform im Sommer. Bild: motleyphotos.net

Die Musik war kommerzieller Mist. All die Karnevalsjecken, die denken, uniforme Gruppenverkleidungen seien lustig, hätten in den See geschubst gehört. Ebenso diese unsägliche Marketingbühne von Opel, mitsamt den arschwackelnden und mit Schmetterlingsflügeln bewehrten Hupfdohlen. Und hätte sich einer der besoffenen Idioten, die in der Menge Restposten ihres 1. August-Feuerwerksarsenals gezündet haben, nicht noch einen Chinaböller für den vorbeituckernden Ballermannjockey Oliver Pocher aufsparen können? Es war ein farbenfrohes Trauerspiel mit 950‘000 Stillosen.

Falls Sie nun der Ansicht sind, dass sei nur miesepetriges Gewäsch von einem Altszeni, der nicht damit fertig wird, dass man ihm irgendwann zwischen 1995 und 2002 ‚seine‘ Parade gestohlen hat… dann haben Sie recht. Irgendwann in dieser Zeit hat sich der letzte angesagte Undergroundclub vom Umzug verabschiedet, die Street Parade ist vom Spiegel der Zürcher Clubkultur zur Massenfasnacht mit Beschallung mutiert. Unsere Party ist nun ein Fest der anderen und die Angehörigen des Organisationskomitees fortan nicht mehr  aus den Reihen der Zürcher Clubszene, sondern egoistische Eigenbrötler ohne Bezug zu jenen, denen sie alles zu verdanken haben. Zieht man aber die Kränkung des vermeintlichen Verrats ab, bleibt die Street Parade einfach ein kommerzielles Erfolgsprodukts, das nicht mehr vom Hype des Neuen umweht wird.

Die Schuld dafür kann niemandem in die Schuhe geschoben werden, es ist bloss der Lauf der Dinge. Und es gibt keinen Weg zurück: Alle Versuche des Zürcher Nachtlebens und der Street Parade sich wieder anzunähern sind gescheitert, weil der Umzug längst nicht mehr zu den Clubs gehört, sondern einen Teil der städtischen Imageförderung darstellt. Deshalb sollte diese auch ihre Pflicht endlich wahrnehmen und die Street Parade in gebührendem Masse fördern und das Organisationskomitee nicht alljährlich unter grösstem finanziellem und organisatorischem Druck arbeiten lassen. Wann finden sich denn mehr gutgelaunte Menschen in Zürich ein als an diesem Tag im August? Wann bestaunen denn mehr Leute auf einmal die Schönheit der Stadt und fahren mit einem Lächeln wieder nach Hause? Kann es eine bessere Werbung für Zürich geben, als dieses Fest?

Die Stadtverwaltung scheint die Street Parade jedoch mit demselben abschätzigen Blick zu taxieren, wie die Anführer des Nachtlebens und tut sehr viel, um sie zu regulieren und viel zu wenig, um sie zu erhalten. Die Nightlifemacher hingegen sollten so langsam ihren Liebeskummer überwinden, sich mit dem Gedanken abfinden, dass die Street Parade längst nicht ihnen gehört und sich auf die Suche nach einer neuen Ausdrucksform machen. Das muss ja nicht gleich wieder zu einem Monstrum in den Dimensionen einer Street Parade avancieren, es darf ruhig auch ein paar Nummern kleiner sein. Hauptsache die Zürcher Clubs finden wieder eine Möglichkeit, um ihr Schaffen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, um gemeinsam und mit Freunden und Interessierten zu feiern, ganz so wie es an den Street Parades bis Mitte der 90er der Fall war. Es ist an der Zeit loszulassen, den einsamen Schmollwinkel zu verlassen und um sich eine neue, kollektive Liebe anzulachen.

Alex-Flach1Alex Flach ist Kolumnist beim Tages Anzeiger und Club-Promoter. Er arbeitet unter Anderem für die Clubs Supermarket, Hive und Zukunft.

85 Kommentare zu «Ein Requiem für die Street Parade»

  • Mark Althaus sagt:

    Teilnehmer seit 22 jahren, nur einmal wurde ich weich und vermied das damals beinahe aufgetretetne schneegestöber im august. So lange entwickelt sich die Streetparade, nicht immer nur positiv, ist klar. Nachdem Marek Krynski den anlass aus der hand gegeben hat, habe ichs das erstemal so mies empfunden, dass ich bezweifelt habe, das nächste jahr wieder zu kommen. Na, dann wurdes wieder besser und wieder schlecht bis zum geht nicht mehr und wirder besser usw. wellenartig auf und ab. Dass sich die reihen gegen schluss lichten, wenn regen kommt, ist auch eine tradition (es gab nur wenige SPs ganz ohne regen, vor allem gegen schluss).

    Allgemein finde ich schade, die weitgehende entpersönlichung des ganzen, die man bereits vor jahren etabliert hat – man hat viel mehr als früher das gefühl, fremdes zu konsumieren als teilzunehmen. Zeigt sich auch in dem kalten, nichtssagenden Internet-auftritt. Früher gabs jeweils ein diskussionsforum vor und nach, wo nan sich auch verabreden konnte, eine platform zum hochladen persönlicher fotos uvm., heute schon seit jahren keine spur mehr davon, heuer selbst das hintergrundbild todlangweilig. Aber was solls, vlt. greift sich wieder jemand an der nase, man lässt wieder leute aus der masse ihre meinungen reinzubringen und es wird besser. Man passt auch selbst seine ansprüche den gegebenen umständen an, es ist ein gegenseitiges wechselspiel.

    Die musik habe ich eigentlich mehrheitlich gut empfunden. Kommerzieller Mist? Was solls? Hauptsächlich muss sie gut tanzbar sein, harmonisch wechselnde klänge und rythmen, damit es nicht in nicht auszuhaltender eintönigkeit versinkt und so habe ichs auf jeden fall erlebt. Viel weniger als in anderen jahren von dem bekannten dämlichen gegrölle der DJs, die anscheinend nichts gescheites auflegen können, so müssen sie sich selbst auf solche art darstelen. Ich war zwar nicht bei jedem wagen, doch eigentlich nur bei dem letzten („Tanzende Mücken“) solches erlebt, dort dafür aber recht; zur SP gehe ich primär zum tanzen, nicht mir solches gealber anhören zu müssen, dafür gibt es der 1. Mai umzug, wer das mag. Auch viel weniger ballermannartig bierbesoffene rundherum als in den letzten jahren habe ich wahrgenommen, von dem her eine viel bessere rave-atmosfäre.

    Schmetterlings- und engeliflügeli mag ich auch nicht beseonders zu sehen, ist aber nichts neues, das gabs schon seit eh zuhauf. Einzig was dort wirklich gestört hat, irgendeine clique von retardierten übergewichtigen kiddies, die den grössten spass daran hatten, sich dicht hinter einen wagen zu platzieren und jetzt durch sich gegenseitig zu stossen ihre massiven körper mit voller wucht durch die umliegende menge zu schmeissen. Solches verhalten sehe ich schon, trotz alle toleranz, die sich die Streetparade auf den schild schreibt, jenseits der grenze. Immerhin, die grundvoraussetzung der toleranz ist das bewahren des minimen anstands, nicht das dulden von unfug jeglicher art.

    Im allen würde ich zu diesem artikel meinen, an jedem spruch gibt es etwas wahrheit. Aber gar ein requiem der Strietparade zu geben, dafür sehe ich den grund nicht. Dass sich jemand auf suche nach einer neuen Ausdrucksform machen soll? Wenn er selber meint, braucht es, wird es auch tun, braucht dann keinen rat dazu. Verordnen lässt sich sowas nicht, von keinem.

    Das fazit: War diese Streetparade aus meiner sicht vlt. auch nicht 100%ig, habe ich schon viel schlimmere erlebt.

    • Lichtblau sagt:

      Gleichgültig scheint die SP kaum einem zu sein. Mir gefallen solche persönlichen, genauer hinsehenden Bestandesaufnahmen von Ravern der ersten Stunde. Danke dafür Mark, Robert, Thomas, Marcel und den anderen. Und Clemens: gern gelesen. Aber irgendwas iss ja immer …

  • tststs sagt:

    Fazit: Die Streepi hat sich weiterentwickelt… was man von uns „Früher-Verehrern“ offensichtlich nicht behaupten kann 😉

  • André sagt:

    Unbezahlbarer Nutzen? Hier leiden wohl einige noch unter Flashbacks! Wenn es wirklich einen effizient positiven Nutzen für die Stadt hätte, wäre wohl die Love Parade nie ausgestorben. Die Streetparade ist ein Ausdruck dekadenter Kulturveranstaltung von bunt gemischtem Volk von Verladenen bis Besessenen und Geniessern bis Gelegenheitaanwesenden. Durch diese unberechenbare Masse wird es wahrscheinlich bald schon durch eine kleinere Unfall Katastrophe zum hoffentlich baldigen Ende dieser no future celebration kommen.

  • Robert sagt:

    So eben habe ich da einen Kommentare mitgelesen und bin der Meinung das seit dem Loveparade ihm Jähr 2005 die nicht mehr in Berlin statt fand. hat die Streetparade keine Geist mehr um sich weiter zu entwickeln ? Grund dafür ist es auch das die Legenden Nacht Clubs Szene in der Stadt Zürich so wie auch Schweizweit am Aussterben sind. Nicht vergessen an alle die Clubbetreiber und die Big Names DJs haben die Streetparade zu dem gemacht was es sein sollte. Nämlich ein Techno und Partyveranstaltung und nicht Werbung für die Stadt Zürich zu machen oder nur für die Sponsoren wo genau die alles wieder vernichten was man damals mit Schweiss und Blut und Nerven aufgebaut wurde. Die Streetparade hat ihren Ursprung völlig verloren. Und daher ist das kommunizieren mit den Clubbetreibern auch nicht mehr vertrauenswürdig geworden. Ich bin seit 1985 in diesem Buiness Geschäft voll dabei und kenne die ganze Nachtleben Weltweit. War selber auch Geschäftsführer eines der besten Clubs in der Schweiz . Ich schon vor 5 Jahren dem Verein von der Streetparade eine Sitzung angeboten um ein neues Zeitalter einzusteigen. Nur leider waren sie damals mit der Personalwechsel mehr beschäftigt als mit der Streetparade zusammen.Wir können Danke sagen das die Stadt Zürich tatkräftig den Verein SP. Unterstützt. Aber sie sollen wieder mal in ihrer Bücher gehen was ist eigentlich die Streetparade heute? Ein Volksfest oder eben doch noch Techno und Partyveranstaltung?

  • kaspar sagt:

    @flach: sie sprechen die zeit der frühen neunziger an, wo es so etwas wie „avantgarde“ gab. heute versuchen alle avantgardistisch zu sein und gleichzeitig sagen alle es gäbe keine avantgarde mehr, weil wir bspw. alle gleich seien u.a. das mit der freiheit, gleichheit und andersheit usw. ist halt nicht so einfach: so sind bspw. an der streetparade die interessen von exotischen vögeln höher gewichtet als die interessen von beeinträchtigten menschen. hauptsache, die mehrheit ist gut drauf, den rest blendet man weg. freiheit und gleichheit heisst, die mehrheit ist gut drauf, nichts darf den horizont verstellen.

    • Samuel sagt:

      Im Gegenteil, das Interesse der Masse wird heute höher gewichtet, sog. „exotische Vögel“, ob Transen, Freaks, szenige Soundtüftler, Behinderte, Lesben, Steampunks etc. sind da die Minderheit. Es war mal ein Festival der Minderheiten, heute ist es eins der Masse, so ist das eben leider. Das gute setzt sich durch und zieht die Massen an, die dann ihrerseits keinen Wert mehr auf Minderheitenschutz legen.

      • kaspar sagt:

        @samuel: ich meinte vor allem den unteren teil meines kommentar eher ironisch/zynisch. d.h. was sie schreiben deckt sich mit dem was ich schrieb. „exotische vögel“ meinte ich buchstäblich, nicht übertragen, daher diese seltenen vögel in der volière, wo man den sound abstellte. das erste paradox beschrieb ich mit dem problem der avantgarde. das zweite paradox formulieren sie: die gute-laune-masse, die abfeiert, die wollen alle „exotische vögel“ (im übertragenen sinn) sein (sieht man an den kostümen), wenn sie dann mit realer andersheit (beeinträchtigte, transen, freaks usw.) konfrontiert werden, ist zumeist fertig mit der toleranz und dem netten fest. die antinomien der spät-postmoderne.

  • Irene feldmann sagt:

    Die strassenparade…..ein paar Stunden die Möglichkeit Haben sich mal völlig loszulösen ohne das man auffällt??? Geht ja sonst nirgends, nääää…..ich fände das Thema von den behinderten wichtiger, diese welche doch allzugerne mitmachen wollten und natürlich wegen diesen Sicherheitsfaktoren wieder vom anmeldeblatt radiert wurden….die Vögel bekamen standing silents, die behinderten eine harte ignorants….the street parade ist nur dann wertvoll wen sie ALLE IN BEZUG NIMMT, und apropos music, somit auch ein handörgeli Quintett…..:)

    • Tanner sagt:

      Da kann ich nur beipflichten.. Geh seit über 10 Jahren nicht mehr an die Parade.. Was gerade noch geht sind die Afterparties am Sonntagnachmittagg.. Rote Fabrik oder Letten..
      Würde sagen, es ist Zeit für was Neues..

  • Lia sagt:

    sie bestaunen die Stadt und fahren mit einem Lächeln nach Hause? Wohl eher, sie verpi…en und verdrecken die Stadt und fahren besoffen und mit Drogen-Entzugserscheinungen wieder zu Hause. Wieso muss das gefördert werden?

  • Peter Huber sagt:

    1992 fand ich es etwas skuril aber super. seither ist es auch stets super.
    nicht gut finde ich einzig, wenn einige versuchen, andere auszuschliessen, zB wenn die streetparade organisatoren oder neu-szenis (neu = ohne Jahrzehnte/hunderte Tradition) sagen, dass am Rande der Street-parade Läden und Bewohner nicht mitmischen dürfen, obschon diese Läden, Bewohner oder was auch immer schon viel länger da waren. Wollen die Organisatoren jemanden als Trittbrettfahrer bezeichnen, sollen sie selbst in die Antarktis gehen und nicht Alteingesessene als Trittbrettfahrer betitlen und auf dann auf deren Trittbrett (Strassen der Stadt Zürich) einen Umzug organisieren.

  • Tom sagt:

    Guter Text. Hab in NZZ gelesen, dass man viele Partys nur noch besuchen kann, wenn man auf der Gästeliste steht. Ist das so?

    • Alex Flach sagt:

      …eigentlich ist eher das Gegenteil der Fall. Clubs wittern am Abend nach der Parade das grosse Geschäft, machen v.a. Partys für ein breites Publikum, teils mit (ggüber dem normalen Betrieb) erhöhten Eintrittspreisen. Sprich: Sie haben kein sonderlich grosses Interesse daran unter ihresgleichen zu sein, sprich den Club mit Stammgästen zu füllen, die auf der Liste stehen und keinen Eintritt zahlen. Auch im Wissen, dass viele ihrer Stammgäste ihren Club am Street Parade-Abend meiden (wegen der zu erwartenden Überfüllung und dem Ausbleiben der üblichen „familiären“ Atmosphäre). Es gibt einige „Konterveranstaltungen“ nur für Geladene. Aber die werden von Privaten auf die Beine gestellt und nicht von Clubs, finden auch auf privaten Dachterrassen o.ä. statt.

  • Oliver sagt:

    Lieber Alex Flach: Ich stimme ihnen zu, so gehöre auch ich zu jenen ewig Gestrigen, welche sich bereits schon im letzten Jahrhundert von dieser Gaudiparade verabschiedet haben (jedoch ohne diesen Anlass in Frage zu stellen). Genauso werde ich aber auch seit Jahren vom Clubgeschehen unserer „ach so tollen Partystadt“ gelangweilt. Die verbliebene Clubs konzentrieren sich auf möglichst lustige Partynamen, ohne noch ein Augenmerk auf ein attraktives und abwechslungsreiches Programm zu werfen. Mindestens ein DJ mit Zusatz „Berlin, Kater Putzke oder Bar XXX“ auf dem Flyer, und dies wiederkehrend alle drei Monate, das passt schon, voll ist der Laden ja allemal. Nur noch die „Zukunft“ fungiert diesbezüglich als letzter Mohikaner, welcher sich aus diesem Einheitsbrei abhebt, ansonsten verbringe ich meine noch wenigen Tanznabenteuer in der Fremde. Innovation, mehr Risikobereitschaft und die Musik im Mittelpunkt; falls ich wünschen darf…

    • Tom sagt:

      Da stimme ich dem Oliver zu.
      Ob Mainstream an der Streetparade oder die Club Maffia……ist doch alles dasselbe. Wo bitte gibt es noch Platz für Neue innovative Künstler und Musiker die nicht aus dem Label KaterMukke & Co. stammen…….. Niergends.

  • Samuel sagt:

    Massensex live und on air nach Musik, also massenhaft monogame Pärchen oder die Massen miteinander, das wäre nochmal eine Innovation. 😉

    • Irene feldmann sagt:

      Alter käse….

    • Samuel sagt:

      Es ist ein domestizierter Unsinn, dass Sex gesellschaftlich so verpönt ist. Daran sieht man, wie denaturiert die meisten Menschen sind. Es wäre grds. die normalste Sache der Welt, ein grosses Liebesfestival mit freiem Sex am Zürisee bei Musik und Sonnenschein zu organiseren. Dabei können die Pärchen Händchenhalten, Picknicken, nackt singen, Sex zu zweit oder mehreren treiben…, unterm Baum, am See, im Wasser, beim Tanzen…

      • kaspar sagt:

        das goldene zeitalter, der urzustand, das paradis. das ist eine weitere spätpostmoderne frage, was ist künstlich, was natürlich.

        • Samuel sagt:

          Künstlich ist das Raster, in das sich der Mensch pressen lässt, systemisch oder selbst auferlegte Konventionen, also die Unfreiheit.

          • kaspar sagt:

            @samuel: sie sind ein seltsamer radikaler konstruktivist. alles was nicht ihrem standpunkt entspricht benennen sie als künstlich und glauben ihr standpunkt sei natürlich, den sie dann total und absolut setzen. wie können sie wissen, dass ihr standpunkt natürlich ist und der entgegengesetze künstlich? es könnte auch umgekehrt sein. oder es könnte sein, dass beide natürlich oder beide künstlich sind usw. warum sollte das natürliche besser sein als das künstliche oder umgekehrt? als mensch scheint man sich damit abfinden zu müssen, auch in diesem widerspruch zu leben.

            feldmann hat es gesagt, für ihr anliegen gibt es in dieser gesellschaft viele angebote.

          • Samuel sagt:

            Wie gesagt, alles von Menschen geschaffene Regelwerk ist denklogisch Konstruktion, somit lebt regulierter Mensch nicht in der Wirklichkeit, sondern nur in einer regulierten Scheinrealität. Das unregulierte Existieren in der Natur käme der Konstruktionslosigkeit und Natürlichkeit sehr nah, doch so kann und will wohl heute kein domestizierter Mensch mehr existieren. Die Frage ist, welches Regulierungsniveau die Gesellschaft akzeptiert, wie begrenzt oder wie frei möchte sie leben? Die Schweiz neben anderen zentraleuropäischen Staaten sind dabei die besten Beispiele für ein maximales Überregulierungsniveau. Wer so glücklich ist, den stört es nicht, wer indes ein höheres subjektives Freiheitsniveau als Idealzustand sieht, der sieht hier das eine oder andere Thema dann doch etwas kritischer. 🙂

      • Irene feldmann sagt:

        Sehr intelligent, wie schon mit dem käse erwähnt….und die Kinder welche die streetparade auch durchlaufen sind sicher auch ein Teil ihres genialen Freiheitsplanes….Samuel, es gibt einige Orte und Festivals wo ihr beschreibender Wunsch praktiziert wird, informieren sie sich und lassen sie die Zürcher Kidds in ruhe!!

        • Samuel sagt:

          Irene Sie vollreife Lehrerin, die Kids kann man ja da mal draussen lassen oder wurden sie irgendwo erwähnt, wie kommt man auf solch abseitige Ideen, dort Kids zu berücksichtigen? 😉 Im Übrigen wäre mir ein solches event in CH nicht bekannt, wo und wann fanden die Ihnen bekannten statt? Es zeigt schon unsere heutige Denaturiertheit, dass wir es als exotisch betrachten, freie Liebe zu betreiben, dabei müsste freier Sex in der Natur ganz natürlich sein, aber die Religionen haben hier ganze Arbeit geleistet, Unfreiheit ist der Lohn.

          • Irene feldmann sagt:

            Sorry Samuel, aber SIE leben hinter dem Mond….und apropos Freiheit, ich bin überzeugt das, die meisten Bürger ihre Freiheit und speziell ihre Sexualität VOLL AUSLEBEN, ohne es im stadtblog mit Koordinaten und zeitkalender zu veröffentlichen. In kurz, es gibt welche die Reden darüber und dann die andern dies machen, und wie es mir hier spez. Auffällt ist dies auch der Grund , dass sie dieses Thema zu Tode reiten….erwachsen werden tut nicht weh….:)

          • Samuel sagt:

            Irenchen, etwas Offenheit für Neues und die Realität schadet doch nicht, dann erkennen Sie vielleicht, wer hier die Mondbewohnerin ist. Sind die Amerikaner wirklich gelandet? 🙂

          • Irene feldmann sagt:

            Die Schweizer jedenfalls noch nicht……:)

  • Thomas sagt:

    wow, wer oder was wird hier wie verletzt? bedenklich…
    was ein clubpromoter macht? eigentlich nur einen club bewerben, damit möglichst viele zahlende gästen sich einfinden. oft wird ein clubpromoter nach eintritten/medienwirksamkeit entlöhnt. also versucht ein solcher berufszweig, im idealfall, jedes weekend ein volles haus und damit volle kassen zu bescheren. sozialismus also? eher weniger, den dieser aktionismus ist rein wirtschaftlicher natur, auch wenn es vorher einige ausreden gibt…
    ein blogger schreibt seine meinung und erstaunlicherweise ist diese angekommen und wird von vielen nicht verstanden/angenommen. was mich aber erstaunt ist, das ein blogger, der seine sache eigentlich gut macht, sich über einen geist ausspricht, den er in seinem job als promoter verlebt?
    werde das gefühl nicht los, das die sogenannten avantgardisten, eigentlich nur zuwenig aufmerksamkeit bekommen, bzw sich vernachlässigt fühlen. hart aber real. ich behaupte: allerspätestens auf persönliche einladung der veranstalter kommt jeder der „haters“ auf einen wagen/bühne und wird (auch sich selbst) dadurch feiern. egal ob jetzt ein vogel „schlüpft“, die stadt geld bekommt oder bewusstseinserweiterungen (mit meist negativer auswirkung) benutzt werden oder nicht…

    fazit: jedem geht es um geld. ob im privatalltag, vereinstechnisch oder im beruf. stark ist wer es zugibt, den moment geniesst und dazu steht sich in einem wirtschaftssystem aufzuhalten oder sich zumindest nicht darüber auslässt. zu sagen es soll was neues geben ist einfacher als die 900’000! friedlichgutgelaunten menschen geniessen zu lassen und die (masslos übertriebene zahl) von 50’000 menschen die irgendwie auffallen, als totale hinzustellen.

    sehr geehrte leute, startet umgehend was neues und geniesst dabei das bestehende. vielleicht setzen sich so auch energien frei, die dann gute gefühle verursachen – UND DAS IST ES DOCH was wir uns meist nur insgeheim wünschen und ALLE immer geniessen wenn wir es fühlen. jeder einzelne.

    • Thomas sagt:

      btw: wunder nimmt mich, in wie hohem bogen zb das coole hive, das supermarket oder die zukunft, opel als weltkonzern der geld loswerden will, rausschmeisst? sorry, aber ich glaube auch nicht das der geschätzte herr flach kostenlos (oder ohne persönliche vorteile) für diese ‚underground‘ clubs arbeitet, die jedes weekend in der zeitung erscheint – genauso wenig wie der bänker der sich besser fühlt, weil er schon mehrere banken von innen gesehen hat.

      btw2: wie kann underground ohne mainstream funktionieren? ich kenne clubs, da wird liebe angepriesen, aber die mitarbeiter unwissentlich überwacht und leute abgezockt. verstehen kann ich es nur ein bisschen im wirtschaftsmodus. aber was hat das mit underground, subkultur und der guten alten zeit zu tun? ich glaube, also nein, ich vermute nur, das dass damals auch nur mit geld funktioniert hat, oder wie kann sich ein ehemaliger clubbesitzer ein haus leisten, avantgarde dj’s in privatjets rumbrettern und dennoch kostenlos an die streetparade kommen? hmmmm

      fragen über fragen. ich denke wir sollten von dem wertstellung des geldes wegkommen und so wieder emotionen leben. leben und nicht verkaufen. für mich wäre das sehr avantgardistischsubkulturell (…würde halt schon auch gerne mal auf einem lovemobile sein oder den dj von backstage beobachten!). ou shit, das war noch was: steuern, löhne, mieten, etc… – aber diese problematik sollte mit einem unbekannten dj der keine leute mitbringt, auf dauer, schon zu bewerkstelligen sein… oder?

      • Alex Flach sagt:

        Phiiiiuuuu…. das ist jetzt ein wenig viel. Der Widerspruch ist kein eigentlicher Widerspruch: Klar schmeckt dieser Text eventuell dem einen oder anderen ‚meiner‘ Clubmacher nicht so recht, aber wenn ich für den Tagi schreibe, dann blende ich die andere Seite aus. Daher danke für diesen Hinweis in Ihrem Text. 🙂 Es ist tatsächlich so: Zum Einen stellen die Clubs keine Lovemobiles mehr und äussern sich auch nicht allzu positiv über die Parade. Zum anderen machen sie am Parade-Weekend ziemlich Kasse. Diesen (moralischen) Widerspruch kann man gut stehen lassen, finde ich. So gesehen kann ich Ihren Kommentare hier eigentlich nur wie folgt beantworten: Ja, ja und nochmals ja.

        • Thomas sagt:

          …moralische wiedersprüche kann man so stehen lassen???
          alles klar und herzlichen dank für den kommentar des kommentars. schade, hätte mehr erwartet ( wenn ich etwas erwartet hätte). alles gute weiterhin mit den persönlichen vorteilen. hoffe das es trotzdem irgendwie langfristig gute gefühle verursacht. gibt es von ihnen einen beitrag über prostitution? würde mir diesen gerne mal zu gemüte führen.

          • Alex Flach sagt:

            nein, nein…. Ihre Worte kann man so stehen lassen. Den Widerspruch selbst sollte man beheben. Nein… über DIESE Seite des Nachtlebens schreibe ich nicht. 🙂

          • Thomas sagt:

            sehr beruhigend. verstehen sie mich nicht falsch, aber ich könnte diese oberflächlichen meinungsverschiebungen nicht mit mir selbst vereinbaren…
            habe mich mit marek unterhalten und das sich die zeit verändert hat, sich die besucher aus verschiedenen interessen nach zürich begeben und dennoch einen platz finden, wo sie eine (laut deren meinung) gute partyzeit verbringen können, stimmt mich sehr wohlwollend der parade inkl umfeld und somit für einen spot, wo nahezu eine million menschen feiern können. der versuch mit den clubs zusammenarbeiten, empfanden die clubs als überrissen, obwohl ja die genannten clubs diese menschenmengen anziehen und die parade nur davon profitiert. profitieren will jeder, auch wenn er nur kostenlosen eintritt erhält und sein ego damit poliert. betreffend tourismus: das würde sich die kommune genauso wenig entgehen lassen wie die opel adam aktion…
            #overandout #früherwarallesbesser #hatersgibtsbeigutendingen #würdeeinenopeladamannehmen

  • Fritz Früh sagt:

    ….äähhmm….kurze Frage von einem Party-Club-Streedparade-Laie; Was macht eigentlich ein Club-Promotor und warum schätzt er seine Arbeit als wertvoller ein als die eines Bankers??…………oder verfolgen beide gar die selben Ziele? Halt so wie es die meisten gerne hätten, wenig Aufwand viel Ertrag, wogegen ja nichts sprich. Eben eine Frage eines Laien der noch nie in einem sogenannten angesagten Club war aber schon viel in Banke.

    • Alex Flach sagt:

      Im Kommentar unten ging’s nur um Medienpräsenz und da haben die Banken letzterzeitlich wahrlich nicht für sonderlich gute Presse gesorgt (ein Fakt, den sicher auch ein Banker durchwinkt…). Ob das die Schuld der Presse oder der Banken ist, will ich hier mal offen lassen. Und der Post war nur im Zusammenhang mit medialer Werbung für Zürich und als Antwort auf den vorhergehenden Post, dass die Parade ja nicht gerade die Wunschvorstellung für Imagebildung für die Stadt sei.

      • Fritz Früh sagt:

        Danke für Ihre Antwort Herr Flach, leider weiss ich jetzt gleich viel, sprich wenig, über die sicherlich wertvolle Arbeit eines Clubpromotors.
        Na ja ……..man kann ja nicht alles wissen und nicht immer gibt es Antworten auf Fragen.

        • Alex Flach sagt:

          ah… scusi… 🙂 Promotion für Clubs… ich weiss nicht genau wo die Unklarheit liegt? In der Begriffsdefinition für „Promotion“?

  • Marcel sagt:

    Mein Gott Alex Flach – was sind Sie denn für ein eingebildeter Gockel, der meint er gehöre immer noch der ultimativen Avantgarde an.
    Bei der Street Parade geht es ums Tanzen, Fun haben, von mir aus auch Sommercarnaval (bei dem man sich halt nicht wie in der Winterfasnacht in dicke Gewänder hüllen muss) und die Musik war 2014 auch besser als auch schon.
    .
    Das schreibe ich als einer der Ende 80er anfangs 90er all die „avantgardistischen Undergroundclubs“ regelmässig besucht habe und auch schon 1993 an der Street Parade dabei war – entweder man spürt die Vibes oder man spürt sie nicht — und Sie scheinen sie definitv nicht zu spüren — wie wärs mal mit einem Berufswechsel Herr Flach – Ihnen fehlt irgendwie das Gschpüüri – oder sonst verstehen Sie unter Blogschreiben einfach ein bisschen unmotiviert rumzulästern.

    • Alex Flach sagt:

      Welchen Teil von „nur Gewäsch eines Altszenis“ unter den einleitenden Sätzen haben Sie jetzt nicht verstanden? 🙂 Und wenn Sie den Text nochmals (richtig) lesen werden Sie feststellen, dass ich Ihnen was die Vibes angeht voll und ganz zustimme…. wie auch in anderen Punkten.

      • Marcel sagt:

        Kommerz, Massenveranstaltung und allfällige andere Nebenerscheinungen hin oder her – dieses Gefühl dass Zürich einen Samstag lang vibriert und man hemmungslos auf der Strasse tanzen kann — das sind für mich anarchistische Momente der absoluten Freiheit, welche ich jeweils mit stundenlangem Tanzen einfach geniesse (ohne Pillen und Pülverlis – ein paar Bier und Tüten langen mehr als genug) auch ohne exibistionistische Verkleidungen – aber jedem das seine.
        So um 19 Uhr waren eh die meisten Gaffer weg und der grössere Teil hat getanzt – so wie es sein sollte.
        Und den „harten“ Kern trifft man dann eh am Sonntag Nachmittag in der Roten Fabrik.
        Ich habe mich mit meinen 54 Jahren auf jeden Fall noch genauso amüsiert wie bei der 2. Parade 1993 (die erste 1992 habe ich irgendwie verpasst, obwohl ich damals dauernd in der „Szene“ verkehrte).
        .
        Streetparade ist was man selber draus macht – und ich tanze einfach lang und intensiv wie ein junger Gott und habe eine gute Szene mit den Menschen um mich — und das ist die ursprüngliche Idee der Parade und diesen Bewusstseinszustand konnte man auch 2014 noch erreichen, wenn man denn wollte…

        • Alex Flach sagt:

          Darum geht’s im Text. In den vergangenen Jahren war ja immer wieder die Diskussion um den Graben zwischen Parade und Nachtleben (respektive den Zürcher Clubs), kombiniert mit diversen (lauwarmen und wieder versunkenen) Annäherungsversuchen. Und dass man sich von der Idee langsam verabschieden sollte, dass die beiden untrennbar zusammenghören. Die Parade ist die Parade und die Clubs sind die Clubs. Mitte der 90er haben sich diverse angesagte Zürcher Clubs noch mit eigenen Mobiles am Umzug beteiligt, das ist seit vielen Jahren nicht mehr der Fall. Man sollte die Parade (den Umzug selbst) als das nehmen was sie heute ist (beste Werbung für Zürich) und was sie nicht ist (û.a. ein Spiegel der aktuellen Zürcher Clubkultur). Der Text steht in diesem Kontext und ist keine Abhandlung darüber, ob die Parade schlecht oder gut ist. Kann er nicht, da individuelle Sichtweise.

          • Marcel sagt:

            Alex: Ich frage mich allerdings ob es die „Zürcher Clubkultur“ überhaupt noch gibt – in den 90er Jahren gab es sowas noch – man kannte sich noch, es gab noch keine professionellen Securityfirmen (gut es gab auch seltener Probleme damals), es war noch alles so völlig durchkommerzialisiert und es gab auch noch mehr wilde Partys (z.B. Styro2000 etc). Muss auch zugeben, dass ich nicht mehr so up-2-date bin, da ich seit 5 Jahren in Buenos Aires und Uruguay lebe und dort gelegentlich an Technoparties gehe. Aber wie jede Welle geht der Hauch des avantgardistischen irgendwann vorbei (wie ich das schon vorher bei Power Flower, Punk, New Wave, Punkabilly erlebt habe). Ist der Spiegel der heutigen Clubkultur nicht auch der überstrapazierte Kommerz? Diese eigenartig faszinierende Stimmung der Jahre 1988 bis etwa 1995 ist vorbei – was geblieben ist, ist die elektronische Musik und der Drang die Beine dazu zu bewegen bis in den Morgengrauen – aber ansonsten haben sich die meisten Clubs doch ziemlich parallel zur Streetparade verkommerzialisiert – daher kann ich diese Abspaltungserklärung nicht wirklich nachvollziehen. Gut es gibt vielleicht noch den einen oder anderen Club, wo noch der Geist der 90er noch weht, aber diese dürften nur noch eine marginale Minderheit darstellen – der Grossteil der Clubs sind mehr Kommerz als Klubkultur – schade, aber das ist nun mal der Lauf der Dinge – um einem DJ’s bis zu 100’000 bezahlen zu können, da langt ein bisschen Frieden, Freude Eierkuchen halt nicht mehr!

          • Alex Flach sagt:

            …die ewige Diskussion ob früher tatsächlich alles besser war, oder ob wir das nur so wahrnehmen, weil zu unserer Aktivzeit irgendwie alles aufregender gewesen ist. Was aber wohl nicht die Schuld des Nachtlebens ist. 🙂 Ich denke Clubbing ist nicht besser oder schlechter geworden (gilt auch für die Musik)… nur anders. Auch früher musste man in einem grossen Topf Kommerz wühlen um die Perlen zu finden. Ist heute nicht anders. Nur wühlen wir nicht mehr.

          • adam gretener sagt:

            Lieber Alex, Sie haben das ziemlich treffend beschrieben. Ich finde natürlich selbst auch, früher war alles supidupi und heute alles gemein und blöd, wahrscheinlich ist das auch so. Aber nur für mich.

          • Marcel sagt:

            Alex: Es geht nicht um früher alles besser oder nicht – es ist vielmehr eine musikhistorische Tatsache, dass die elektronische Musik mit den schnellen Beats um diese Zeit erst aufkam — zuerst von wenigen Avantgardisten gehört und irgendwann wurde die Chose dann halt zum Mainstream – auch wenn sich seither noch ein paar musikalische Stilverästelungen gebildet haben, etwas wirklich neues gab es seit damals nicht mehr wirklich – es hat mich an der Parade 2014 eh erstaunt, dass wieder viel schnörkelloser Techno wie damals gespielt wurde – wenn schon dreht sich alles etwas im Kreise, aber was solls – Hauptsache es macht Spass.

          • Marcel sagt:

            Adam: Es geht um den Innovationsprozess — auch Punk war 1976 bis etwa 1981 geil – weil er authentisch war und den Zeitgeist voll wiedergab – als dann der ABM, Jelmoli etc begannen auch Nietengürtel etc zu verkaufen und sich immer mehr Modepunks rumtummelten, da war die Luft draussen.
            Gut von dem her ist die Street Parade ein Phänomen, dass sie schon 22 Jahre existiert und immer noch so viele Leute anzieht – ich habe mich 2014 noch genauso amüsiert wie 1993 – damals noch als Teil einer Avantgarde – heute halt im Mainstream – so what – solange ich noch orgasmusähnliche Gefühle beim tanzen habe, ist mir das eigentlich egal…

          • adam gretener sagt:

            Lieber Marcel, das ist auch schön und ich gönne es Dir von Herzen. Bei mir ganz persönlich ist das nicht mehr so. Ich fühle mich fremd, aber wahrscheinlich ist das einfach meine Entwicklung. Ich habe gesehen, wie Gay-Leute von besoffenen Leuen beschimpft wurden. An der Streetparade, das muss man sich mal geben. Waffen, Tote, Sekretärinnen im Polizisten-Schlampen-Gruppen-Look, Jungesellen-Tage mit Männern als Schlümpfe verkleidet.

            Es ist so, wie es ist. Und ich möchte nicht von früher anfangen. Aber bei meiner Streetparade – wenn jemand wegen der Hitze umfiel – rannte man um Wasser und Zitrone zu holen. Heute wird das Portemonnaie geklaut und es gibt noch einen Tritt ins Gesicht.

          • Marcel sagt:

            Lieber Adam: Die hässlichen Seiten der Parade habe ich zum Glück wieder mal verpasst – oder vielleicht war meine positive Ausstrahlung wieder mal so stark, dass die dunklen Seiten gar nicht an mich herangekommen sind — ich hatte auf jeden Fall noch nie solche Probleme und auch keine beobachtet.
            Gut ich verkleide mich auch nicht, falle aber sonst durch meine exzessiven Tanz etwas aus der Reihe…jedem das seine

  • Clemens sagt:

    Nun, ich war nach 22 Jahren zum ersten Mal und kann doch sagen, dass es eigentlich auch ein Stück Schweiz ist. Halt eine andere Schweiz, eine offene, bunte, feierlustige… Hab mir – ziemlich lang – darüber den Kopf zerbrochen und gebloggt, über die Hymnen und wie sie denn NtsNtsNts klingen würde… http://hofrat.ch/2014/08/national-ntsntsnts-hymne-oder-einen-schweizerpsalm-auf-die-boooom-streetparade/

  • KMS a PR sagt:

    die stadt verdient an diesem anlass rund 2 mio. grund genug, die negativen folgen wie immenser müllanfall und gestank durch die unzähligen wildpinkler in kauf zu nehmen. eigentlich ist das widerlich. aber geld regiert die welt, wie wir alle wissen. musikalisch…gesehen ist die street-parade schon lange keine „added-value“ mehr. es ist einfach eine grosse kommerzielle party. was nicht per se schlecht ist. nur. kreativ und innovativ geht definitiv anders.

    • Zürcher sagt:

      Die Stadt verdient keinen einzigen Rappen an der Street Parade !
      Die Abgaben decken nur einen ganz kleinen Teil der vielen Ausgaben.
      Wäre die Stadt nur halb so geldgierig, wie sie in der Presse und in vielen Kommentaren hingestellt wird, dann hätte es die Street Parade nie gegeben oder müsste jedes Jahr von Neuem abgeschafft werden.
      Wann wird endlich der enorme Arbeitsaufwand der nicht verrechnet wird, die finanziellen Folgen die stillschweigend übernommen werden und der riesengrosse goodwill der Stadt wahrgenommen?
      Trotz tausenden von Klagen und Reklamationen (von Steuerzahlern !) wird jedes Jahr die Bewilligung erneut erteilt.
      Trotz undank von Veranstaltern und Teilnehmern wird die Street Parade jedes Jahr neu erduldet und mitfinanziert.

      Und wer bezahlt die vielen Schäden an privatem Eigentum ?
      Die ewig geschröpften Hauseigentümer müssen den Kot, Abfall, Uringestank und die vielen Schäden an Immobilien, Bepflanzung, etc. jährlich aus eigenem Sack bezahlen…
      Wo bleibt der angebliche Nutzen für die Stadtzürcher Steuerzahler ?

      • Alex Flach sagt:

        …dass die Stadt aus der Parade keine direkten Einnahmen generiert ist klar. Wo der Nutzen für die Stadt liegt, steht im Text. Die undankbaren Teilnehmer…. wer ist da gemeint? Und wie hoch sind denn die Sanierungsausgaben der „geschröpften Hauseigentümer“ und an deren Immobilien? Und von „Geldgier“ seitens Stadt ist im Text an keiner Stelle die Rede. Dass die Parade für die Tourismusförderung von Nutzen ist, steht hingegen wohl ausser Frage. Und Tourismus ist eine Einnahmequelle der Stadt, ob direkt oder indirekt (Übernachtungen, Ausgaben für Verpflegung, Anreise mit öffentlichem Verkehr und die damit verbundenen Mehreinnahmen aus Steuer).

      • Rosi sagt:

        Sie müssen mal weiter denken als bis vor Ihre Türmatte, die PR-Wirkung in der Welt ist unbezahlbar. So wird CH nicht nur als langweilige, nationalistische und selbstsüchtige Bank wahrgenommen.

        • Réda El Arbi sagt:

          Nun ja, ob wir wirklich besser dastehen, wenn man uns als dekadente Pillenfasnacht für gelangweilte Mittelstands-Dienstlesitungsangestellte in Mitteleuropa wahrnimmt?

          • Alex Flach sagt:

            …ich glaube das ist tatsächlich um Meilen besser als „die Stadt der gierigen Banker“, lieber Reda. 🙂

          • Rosi sagt:

            Ob man das event selbst besucht ist immer noch eine andere Frage, aber die Welt nimmt es als Offenheit für global Jugendkultur und Zeitgeist wahr, das ist so schlecht nicht und viele andere Städte beneiden das relativ kleine Züri um solch einen mächtigen Elektroumzug.

          • Diana sagt:

            Für gelangweilte Mittelstands – Dienstleistungs Angestellte? Von welchem hohen Ross sind wir denn auf den Kopf gefallen :-))) lach….da ist doch sicher Zürich und die Schweiz das beste Land zur Representation 😉 !!! Es lebe die Streetparade mit Menschen die friedlich feiern, nicht deprimiert sind und mit Stock im ARSCH!!!

          • Marcel sagt:

            Reda: Nur weil Du mit gewissen Substanzen nicht umgehen konntest, musst Du Dein eigenes Scheitern deswegen nicht gerade auf eine Mio Menschen projezieren – das ist undifferenziert, unsachlich und wird sonst hauptsächlich von Sünnelisektierern angewendet – oder bist Du auch schon zu denen rübergekippt???
            Und auch wenn Du jetzt einen schrägen Stadtblog schreiben darfst – bist und bleibst Du auch nur ein nach Schlagzeilen lechzender Mittelstands-Dienstleistungsangestellter in Mitteleuropa – auch wenn Du Dir in Deinen liebenswürdigen Lebenslügen vielleicht etwas anderes einredest!
            .
            Die Sicht der Dinge und die Dinge an sich — das sind zwei Paar Schuhe lieber Reda!

            • Réda El Arbi sagt:

              Ich werfe einen Stein und der getroffene bellt. 😉

              Aber im Ernst, die Substanzen sind in etwa so originell wie das Bier am Oktoberfest. Der Anlass an sich unterscheidet sich nur durch die Musik. Und auch das nur unwesentlich.

              Noch was: Ich würde mich auch nicht von der Street Parade in der Öffentlichkeit vertreten fühlen, wenn ich noch Drogen nehmen würde. Dass ich keine mehr brauche, um Spass zu haben oder die Hemmungen zu verlieren, ist eigentlich ein Vorteil, den ich niemandem anpreisen muss, der sie halt noch braucht.

              Mittelstands-Dienstleistungsangestellter bin ich übrigens selbst. Nur einfach nicht so gelangweilt, dass ich die Parade für eine Aufhellung meines Lebens halten würde.

              Wers braucht … jänu.

          • adam gretener sagt:

            El Arbi, ich mag Dich, aber bei gewissen Themen bist Du einfach schlimmer als ein SVPler beim Thema Ausländer. Drogen sind bei Dir so ein Thema.

            Aber vom Suchverhalten bist Du mit deinen 2 Päckli Parisienne und den 10 Espressi keinen Deut besser, als jemand der mal zwischendurch einen Line Speed nimmt.

            Äh, ich meine Sie, Herr El Arbi.

            • Réda El Arbi sagt:

              Ja, mein Suchtverhalten hat sich nicht sonderlich geändert. Aber ich halte es einfach nicht besonders originell. Es käme mir nie in den Sinn, meinen Kaffee oder Zigarettenkonsum für den Ausdruck eines besonders coolen Lebensstils zu halten. Auch nicht, wenn ich mir dafür eine Badehose, eine FLiege und eine bunte Perücke anziehen würde.

              Drogen können das Leben bunter machen. Aber eben nur für Leute, deren Leben so nicht bunt genug ist. Natürlich ist das gemein. Aber jänu.

          • Marcel sagt:

            Reda: Das war nicht EIN Stein – das war eine ganze Kiesgrube voller Steine einfach mal ins Blaue geworfen – nur deswegen habe ich gebellt…:-)

          • adam gretener sagt:

            El Arbi, die Perücke und das glitzernde Sakko hattest Du an im Happy-Video an, die Zigis und den Kaffee hast Du in deinen Beiträgen aus deinen Ferien in Thailand zelebriert. Auf Clack.

            Please.

            Ich kam und komme immer wieder mit Drogen in Berührung, habe die Kontrolle aber noch nie verloren. Ihr Suchtverhalten ist ihre Schuld. Und nicht die der Drogen.

            • Réda El Arbi sagt:

              Tut mir leid, ich würde nie in einem Happy-Video mitmachen. Kaffee und Zigis geb ich ohne Weiteres zu. Ich sag auch nicht, Drogen sind Scheisse. Drogen brauchen ist Scheisse.

              Es ist nur so, dass ich diese Thank-God-Its-Friday-Mentalität nicht verstehe. Sein Leben von Montag bis Freitag Scheisse finden, der Gesellschaft die Schuld daran geben und sich dafür am Wochenende die Kante geben, spricht nicht von besonders viel Autonomie.

              Wenn ich 80 bin und auf dem Sterbebett liege, will ich dann echt sagen: „Mein Leben war zu 90 % Scheisse, und den Rest hab ich im Rausch verbracht“? Ich persönlich folge lieber meinen Träumen, als dass ich zugedröhnt an Partys mit dem Motto „Follow your Dreams“ gehe.

          • adam gretener sagt:

            Oh, bis eben dachte ich immer, Sie seien die Person mit den Afro und dem schillerenden Sakko. So kann man sich irren.

            Hätte nie gedacht, von Ihnen sowas zu hören wie: Lebe deine Träume, träume nicht dein Leben.

          • Fred Mönkler sagt:

            Schön umgeschrieben. Und wie würde Réda El Arbi zb. das karnevall von Rio charakterisieren?

            • Réda El Arbi sagt:

              Oh, ich würde ihn für eine Veranstaltung halten, bei dem die Armen mal Dampf ablassen und sich die Kante geben können, damit ihre Energien nicht etwa in eine Richtung laufen, die für die Besitzenden dort problematisch wären.
              Carneval kommt von „Carne Vale“ einer Speisung der Armen. An einigen Tagen im Jahr durften die Armen und Leibeigenen die Obrigkeit und die Kirche verspotten, sie bekamen grosse Berge zu essen und viel Alkohol zu trinken. In dieser Ausnahmezeit konnten sie Dampf ablassen, so dass sie den Rest des Jahres wieder brav gehorchten.

              Bei der Street Parade gibts einen ähnlichen Mechanismus. Die Leute denken, sie müssten die ganze Zeit angepasst und seriös wirken, und verleugnen den wilderen Teil ihrer Persönlichkeit. Dann, ein oder zweimal im Jahr (oder jedes Wochenende) geben sie sich die Kante und tun ein wenig wild. Damit sie den Rest des Jahres wieder ihre langweiligen Persönlichkeiten anziehen können.

              Ich persönlich folge lieber jeden Tag meinem Traum, als dass ich an Partys mit dem Motto „Follow Your Dreams“ herumhänge.

      • Alex Flach sagt:

        So als Beleg für meine Aussage zum Nutzen für den Tourismus… ich denke es hat schon Gründe warum Zürich Tourismus auf seiner Page die Parade unter „Veranstaltungen“ an erster Stelle auflistet, sie also als Werbeträger für die Attraktivität der Stadt nutzt: http://www.zuerich.com/de/besuchen/veranstaltungen-ausstellungen-konzerte-buehne-partys-und-vieles-mehr

        • Ernest sagt:

          Irgendjemand muss den verpeilten Touristen aus Saudi Arabien, China oder Indien doch warnen. Wenn man an diesem Wochenende in die Stadt kommt hat man sonst echt verloren.

        • Alex Kramer sagt:

          Hat wohl eher mit der Masse zu tun.
          Stellen Sie sich vor, Züri Tourismus setzt eine Anzeige ins Netz und eine knappe Million Partygänger erscheinen. Das schreit förmlich nach Bonus bei den Standortförderern, bei so viel Pragmatismus!
          Hat zwar mehr mit Selbstvermarktung zu tun, aber was soll’s. Hauptsache, die Kasse stimmt, dann ist auch scheissegal, wer welche Party stemmt und wer die Toiletten und Strassen reinigt.

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