Lieber Verein «Street Parade»

Amir und Lukas wollten mit eigenem Mobile an die Street Parade. (Bild : Tele Züri)

Amir und Lukas wollten mit eigenem Mobile an die Street Parade. (Bild : Tele Züri)

Lieber Verein «Street Parade».

lieber Joel Meier

Ihr schafft es jedes Jahr rund eine Million Leute, viele davon unter Alkohol oder auf Partypillen, ohne grössere Probleme durch die Innenstadt zu schleusen. Eine grossartige logistische und sicherheitstechnische Leistung! Wir gratulieren.

Wie wir nun durch Tele Züri vernahmen, haben zwei junge Männer, Amir und Lukas, die beide im Rollstuhl sitzen und an einer Muskelkrankheit leiden, ein eigenes Lovemobile entworfen. Treu dem Street Parade-Motto «Follow Your Dreams» sind sie ihrem Traum gefolgt und haben trotz widrigster Umstände etwas möglich gemacht, das für diese Beiden und ihre Freunde wahrscheinlich die grösste Herausforderung in ihrem bisherigen und zukünftigen Leben ist. (Siehe Beitrag Tele Züri) Sie sind mit Euch in Kontakt getreten, wahrscheinlich mit leuchtenden Augen und voller Bewunderung für die Leute, die die Street Parade auf die Beine gestellt haben und es so vielen Leuten möglich machen, dieses Ereignis jeden Sommer zu feiern.

Nun, wahrscheinlich habt Ihr nicht sorgfältig überlegt, als Ihr Mitte Mai die Bitte, mit ihrem Mobile für Rollstuhlfahrer an der Parade teilzunehmen, abgelehnt habt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für Euch einen unzumutbaren Mehraufwand bedeutet, einen weiteren Wagen mit speziellen Bedürfnissen in die Parade zu integrieren. Wer Millionen bewegen kann, für den sollte das doch kein Problem sein.

Weil, gemäss euren Mottos, sollte Toleranz und Gemeinsamkeit an alleroberster Stelle stehen. Und wir alle wissen, dass Toleranz und Gemeinsamkeit leere Werte sind, wenn sie keinen Aufwand benötigen.

Ich nehme an, Ihr habt auch nicht an den Imageschaden gedacht, als Ihr den Traum dieser jungen Leute unüberlegt ruiniert habt. Das kann nur ein Versehen gewesen sein, eine unüberlegte Entscheidung mitten in den stressigen Vorbereitungen zur diesjährigen Parade.

Natürlich könnte es für dieses Jahr zu spät sein, um den Wagen der Rollstuhlfahrer zu berücksichtigen. Aber wir sind uns sicher, dass Ihr nächstes Jahr eine Lösung für dieses Mobile finden werdet. Und nicht versucht, die beiden Männer mit einem Zuschauerplatz in der VIP-Lounge am Bellevue abzuspeisen, sondern ihnen helft, ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Wir werden Euch dabei helfen, indem wir bis zur Lösung immer mal wieder über den Stand der Dinge berichten.

Herzlichen Dank für Euren Einsatz!

Der Stadtblog

Es sind jedes Jahr jede Menge Leute in Rollstühlen an der Parade. Nur das mit dem Mobile will nicht so klappen:
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44 Kommentare zu «Lieber Verein «Street Parade»»

  • Peter sagt:

    Es gibt seit ein paar Jahren eine Gruppe Menschen im Rollstuhl, die jeweils an die Parade kommen mit einem kleinem „Lovemobil“, gezogen von einem Elektrorollstuhl mit Generator, Sound und etwas Licht/Nebel. Sie haben einfach Party, vermutlich näher am Gedanken der „Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz“ als jedes der andere Mobil an der Party.
    Das hat die Polizei die letzten paar Jahre natürlich nicht daran gehindert, jeweils dagegen vorzugehen, teilweise sind sie in Kampfmontur (Schild, Gewehr für Reizstoff oder Gummischrot) ausgerückt, um ein paar Menschen im Rollstuhl mitten im Arboretum den Sound abzustellen. Total blödsinnig, diese Menschen gefährden die Streetparade in keiner Weise. Sie verkaufen nichts (dazu bräuchte man eine Lizenz), sie randalieren nicht, sie urinieren nicht in die Büsche, sie produzieren keinen Abfall, und Lärm kann man ihnen wohl auch nicht vorwerfen, wenn runderum mit wesentlich mehr Leistung beschallt wird.

  • Uli sagt:

    Nach eigener Erfahrung empfehle ich die Streetparade weder Rollstuhlfahrern noch gesunden Leuten.

    • Bruno sagt:

      Meine Meinung Street Parade abschaffen. Ich habe die erste gesehen war noch Lustig aber jetzt sorry. Aufhören nur Dreck Pisse und laute doofe Musik Karneval ist im Frühling

      • Rosi sagt:

        Nicht Streetparade abschaffen, sondern für Ländler eine eigene auf dem Land, dann sind wieder die Städter und Touris auf der Parade in Züri und alles verläuft etwas szeniger und kultivierter.

  • Die Streetparade war einmal eine Verstaltung, die für Toleranz und Offenheit warb. Wenn nun die Veranstalter aus purer Bequemlichkeit Behinderte ablehnen, dann kann es eigentlich nur eine Antwort geben: Die Veranstaltung ist in Zukunft nur noch mit der Auflage zu bewilligen, dass sie eine Teilnahme auch Behinderten ermöglicht …

  • Maag sagt:

    Ich finde es immer schade, das aus einem Thema, das in die Schieflage geriet, Äusserungen zu bringen die unter die Gürtellinie geht. “ Behinderte“ sind zwar in der Minderheit, heisst aber noch gar nicht, das andere dadurch Vorrang haben. Sie haben auch ein recht mitzumachen, auch wenn es nicht immer unseren Vorstellungen entspricht. Ich hoffe, die Überraschung gilt den zwei Initianden das ihr Wunschtraum in Erfüllung geht; Wir sollten miteinander umgehen, als wären wir alle behindert, oder alle gesund. Vielleicht ist es auch das letzte mal das wir ihnen eine Freude bereiten können; also packen wir die Gelegenheit.
    Bin nicht ein freund der Street Parade aber ich akzeptiere diese Leute auch, ohne sie zu bekämpfen oder auf die Seite zu drängen

  • Lo Bartolo Sarah sagt:

    Sorry, aber es goht doch nid um die Motto, sonder einzig allei um de Umsatz wos a dem Tag generieret! Alles andere isch nur Fassade. Da hends gad eimol meh bestätiget, indem dass sone tolli Idee abblockt hend! Trurig aber wohr! Im Grosse, wie im Chline isch üsi Gsellschaft meh Schein als Sein!

    • Diego sagt:

      Brrrr, bitte schreiben Sie Schriftdeutsch, da wird’s einem ja trümmlig bei dem Dialekt…

    • tststs sagt:

      Ja Sarah, es geht tatsächlich um jeden einzelnen Franken an diesem Tag…damit die Jungs nächstes Jahr nochmals die Chance haben, ein verbessertes Gesuch einzureichen…

      • Mike sagt:

        Nein Gianni, aber der Mittelpunkt dieses Blogs…
        Übrigens hat geschriebener Dialekt immer sowas white-trashiges, egal welcher.

        • Rosi sagt:

          Bei geschriebenem Dialekt stelle ich mir auch immer den nationalpatriotischen Redneck vor, der stolz seine Wanne, das ölfleckige Farmershirt und Gewehr in die Touristenbars trät, um agressive Präsenz und sich sich als kulturelle Errungenschaft zu zeigen. Grüsel!

  • Zürcher sagt:

    Die Streetparade gehört schon lange abgeschafft !!!!!!!!!!!!!!!

  • andre sagt:

    es wäre sicher ne tolle sache, jedoch muss den leuten bewusst sein dass ein solches mobil zwischen 30000-40000 chf kostet. das gesamte soundsystem und generator sowie tieflader kosten schon über 20000 chf und die security, 2leute pro achse, somit 8-12 security.

    da soll mir sagen wer das zahlt?
    denn joel wie das ganze komite stellen keine wagen zur verfügung. sie bekommen ledlich die startgebür von 500-1000 chf.
    aber ihr könntet ja da ein spendenaufruf starten anstatt euer no toleranz gedusel:-)

    • peter sagt:

      @andre:
      falls sie es noch nicht bemerkt haben: „behinderte“ können auch denken und organisieren und haben auch geld. und ihr letzter satz ist vollumfänglich widerlich. stehen sie doch einfach dazu, dass sie beeinträchtigte nicht mögen und diskriminieren. und vom geist der frühen street parades bis mitte 90-er haben sie nichts mitbekommen.

    • nicole sagt:

      Wie wahr andre…geschweige denn die sicherheit! Die streetparade hat ganz klare auflagen von der stsft zürich bezüglich sicherheit…und die können leider diese leute von dem lomo nicht gewährleisten…es gelten für alle die gleichen regeln ob behindert oder nicht…und das ist faire nicht ungerecht…ich bin überzeugt wenn sie ein sauberes konzept einreichen mit den gewissen regeln die es braucht können auch sie mitmachen! Aber so lange die sicherheit nicht gewährleistet ist gibt es keine teilnahme egal wer was oder wie!

  • Henry E. Merkli sagt:

    Nicht nur peinlich, sondern eine Schande!
    Als solidarität zu den Behinderten, sollte jeder die StreedParade 2014 meiden. Die Masse hat die Macht etwas zu bewegen. Wenn die Organisatoren schon keinen Anstand haben, hoffe ich zumindest, dass dieses die Teilnehmer/innen haben; indem sie ein Zeichen setzten: SO NICHT!

    • tststs sagt:

      Du ähhh, es hat niemand geschrieben, dass sie nicht willkommen wären (ganz im Gegenteil, VIP, Cüpli und so…)
      Nur ihr geplantes Mobile nicht…

  • Webi sagt:

    Mal abgesehen davon das ich eh nicht viel von diesem Sinnlosen Menschenauflauf halte. Will ich doch zu bedenken geben das der Aspekt der Sicherheit hier eine grosse Rolle spielt. Grade für Rollstuhlfahrer gibt es auf solchen Wägen eine Reihe von Sicherheitsaspekten die vorhere abgeklärt werden müssen und bevor das nacher abgesegnet wird muss es erst mal gebaut werden. Mal abgesehen davon gibt es wohl ein paar 1000ende die mit eigenem Wagen mitfahren wollen und es nicht dürfen es ist ein bisschen Kleinkariert eine erlaubnis für ein paar Leute zu erzwingen wenn viele andere es genauso verdient hätten.

    • peter sagt:

      das „argument“ der sicherheit und das „gebot“ der gleichheit ist eine allzubekannte masche, um behindertenfeindlichkeit zu kaschieren

    • nicole sagt:

      Wie recht du hast…es werden alle gleich behandelt! Und wer die regeln und vorschriften nicht einhalten kann, ist auch leider nicht dabei! Gibt etliche lomos die wegen dem nicht starten können!

  • Nima sagt:

    Lasst die jungen mitmachen! Kann ja wohl nicht sein oder? Das stösst ganz übel auf und waere keine gute schlagzeile! Nä! Bitte noch dieses jahr! Und jeder sollte gluecklich sein, wenn er weder am den rollstuhl gebunden noch eine tickende zeitbombe ist!
    Also hopp und zu lassen! Sowas kann möglich sein!

  • adam gretener sagt:

    Ich sähe es zwar lieber, es gäbe nicht die Notwendigkeit, einen Wagen nur für Behinderte aufbauen zu müssen. Aber wenn das ein erster Schritt in Richtung Öffnung der Gesellschaft zu diesem Thema ist, dann bin ich damit natürlich einverstanden.

    Was mich an den aktuellen Wagen eher stört: Die Tänzerinnen sehen aus wie rekrutierte und aufgebretzelte Nutten, die Coyote Ugly nachspielen wollen. Dahinter Typen im hellblauen Lacoste-Hemd mit aufgestelltem Kragen, sich gehörig einen ansaufend. Darunter das Fussvolk, welches wie bei einer Königsparade neben der extrem überlauten Soundsystems auf Rädern nebenher laufen.

    Irgendwie entwürdigend. Für alle Beteiligten.

    • Diego sagt:

      Wird ja keiner gezwungen bei dem Trauerspiel mitzumachen. Jeder bekommt, was er verdient.
      Die Nutten stellen sich zur Schau, die Gaffer geifern und am Schluss sind alle besoffen und glücklich. Die meisten Menschen sind sehr einfach gestrickt.

      • Adam Gretener sagt:

        Gezwungen wird natürlich niemand, trotzdem führe ich eine Meinung zu meiner Stadt. Sonst kann ich ja gleich nach Thun ziehen.

  • Meister Susanna sagt:

    ich möchte noch anfügen, dass es vielleicht, je nach Krankheit, für den Einen oder Anderen kein nächstes Jahr mehr geben könnte…

  • Elvis sagt:

    Orgie mit dem ganzen Unorganisierten Techno Lärm gehört VERBOTEN !!

    • mhm sagt:

      Gang dini probleme neumets angrs ga teile.

      Mfg

      • Mathe sagt:

        Demoktratie und Toleranz lässt doch verschiedene Meinungen zu, warum also diese Antwort aus der untersten Schublade?

    • Trendy Sandy sagt:

      Hey Elvis!!! Super, dein Kommentar!! Sehr kreativ und total Themabezogen. Verstehe, dein Name sagt ja schon alles…Elvis, Orgien der Rock n’Roll Teufelsmusik hätten doch auch verboten werden sollen!! Du nennst dich oder heisst Elvis und hast den Mut so was von wegen Orgien und unorganisiertem Lärm zu posten? Elvis, das Idol und Sinnbild für Sex, Drugs and Rock n’Roll?? Ist dir bewusst, dass die Technobewegung den Rock n‘ Roll und auch die Hippies übertroffen und mehr als überlebt hat??? Von welchem Planet, Jahrhundert oder Rasse stammst du?? Da gehts um eine Bewegung um einen Lebenstil, einen Traum junger Menschen, die sich dem, trotz ihrem handicap widmen, was ihnen spass macht!!! Und du schreibst so ne Hühnerkacke?? Shame on you!!!

  • CARO sagt:

    Ich säg nur im moment eis.. Lönd euch überrasche.. wenn planig für Infrastruktur stimmt und Sponsore mitmached denn wird e überraschig geh.. aber im moment wott ich nöd viel verrate..
    bis dahin

    Lov & Peace

  • G.R sagt:

    Wie heisst es doch so schön:
    Träume nicht dein Leben, Lebe deinen Traum.

    • Irene feldmann sagt:

      Genau UND haue die Bürokratie über den Haufen!!!!! Es wird höchste Zeit das ALLE an der Parade teilnehmen können….

  • ehem. Lovemobile bauer sagt:

    jaja… die Idee mit dem Rollstuhlgängigen Lovemobile. Ich selber habe schon zwei solcher Mobiles entworfen und wurde beidemale nicht angenommen.
    Da lässt man lieber halbvolle Electro-Trucks zu, welche schön Ordentlich die Startgebühr abdrücken und keinen grossen wirbirbel oder Aufwand machen.

    Die begründung war jedes mal das Thema Sicherheit. Ich bin auch der meinung, bei Veranstaltungen dieser Art ist das das wichtigste Thema überhaupt! Allerdings habe ich das Sicherheitskonzept für mein Mobile mit verschiedenen Behinderten-Organisationen und sogar dem Hersteller des Fahrzeuges und Anhänger besprochen, angeschaut hat das in Zürich aber niemand…

    Falls Intresse besteht, es 2015 nochmals zu versuchen, meldet euch via Stadtblog bei mir. Alle guten Dinge sind 3 😉
    Trotzdem allen eine Friedliche, schöne Streetparade!

  • sommer sagt:

    guter und vor allem wichtiger blog! wichtiges thema, weiter so!

  • Stefan sagt:

    typisch, wenns drauf an kommt kannste dein traum sonst wo hin stecken. hauptsache tolles plattencovet und Kohle scheffeln! shame on you Herr Meier!!!

  • Christoph B. sagt:

    Fadenscheinige Absagebegründung von Joel Meier auf TeleZüri, lächerlich. Kein Funke von Goodwill, keine Gesprächsbereitschaft, blosses Phrasendreschen und Floskeljonglieren. Das Verhalten der Organisatoren gegenüber Amir und Lukas ist auch eine Form von Rassismus – und eine besonders ekelhafte noch dazu.

    • sommer sagt:

      @christoph b.: ich schliesse mich vollumfänglich ihrem kommentar an.

    • Hirz sagt:

      Mindestens Rassismus. Man sollte nie zu tief stapeln mit den Vorwürfen. Es kann daher gar keine Gleichgültigkeit, Faulheit oder Ignoranz sein, nein, man muss sofort die Rassismus-Karte zücken! Wieso nicht grad Nazismus? Oder Genozid? Oder sonst was, was gut und krass tönt? Strengen Sie Ihre Fantasie an und geben Sie nicht auf, denn die Empörungsschraube zieht sich nicht von alleine an!

  • Schiess sagt:

    Wir sind an der Ostsee und geniessen hier unsere Sommerferien,ich wünsche diesen zwei tollen Männer mit Ihren Träumen das Sie dieses Jahr an der „Streetparade“ teilnehmen dürfen. Ich werde diesen Blog auf der FB-Seite der Ostsee Zeitung teilen und somit sicherstellen das all die begeisterten Teilnehmer aus Norddeutschland sehen können das die Organisation der Streetparade ein <3 haben.
    Liebe Grüsse Emmanuel und Rita

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