Die Street Parade-DJs

Das DJ Duo Nervo mit eigenem Lovemobile an der Parade.

Das DJ Duo Nervo mit eigenem Lovemobile an der Parade.

Die alljährlich grösste Herausforderung des Street Parade Komitees um seinen Präsidenten Joel Meier ist es über die Runden zu kommen. Der enorme finanzielle Druck ist einer der Gründe, weshalb die Planung des Grossevents nur Jahr für Jahr vorgenommen werden kann. Küchenmeister Schmalhans regiert in allen Bereichen, auch bei den DJ-Bookings.

Dass man das den Line Ups nicht ansieht, ist nicht zuletzt der Verdienst des internationalen Netzwerkes des Street Parade-Bookers Robin Brühlmann, der auch für die diesjährige Street Parade vom 2. August bekannte ausländische Acts wie Paul van Dyk, Robin Schulz, Stimming, Pan-Pot, Danny Avila, Deniz Koyu, Stefan Dabruck, Fedde Le Grand, Hard Rock Sofa und Moguai verpflichten konnte, ohne einen Rappen Gage als Gegenleistung erbringen zu müssen – das australische DJ-Duo Nervo eröffnet die Street Parade gar mit einem eigenen «Nervo Nation»-Lovemobile. Die meisten dieser DJs kommen extra für die Street Parade nach Zürich und reisen nachher weiter. Einzig Pan-Pot (an der Party des Clubs Café Gold im Volkshaus) und die deutsche Trance-Ikone Paul van Dyk, der abends zuvor im Club Bellevue auflegt, kombinieren ihr Street Parade-Engagement mit einem Club-Set.

Dies bedeutet natürlich nicht, dass nach dem Umzug nur Zürcher in den Clubs auflegen werden, wobei dies durchaus ein Trend für kommende Jahre sein könnte: Sandro Bohnenblust vom Club Supermarket hat angekündigt per sofort verstärkt auf nationale DJs setzen zu wollen, weil er sich die Abzocke international agierender Booking-Agenturen mit ihren, immer absurder werdenden Gagenforderungen, nicht mehr gefallen lassen will. In diesem Jahr schmücken die anderen Clubs und Veranstalter ihre Street Parade-Afterpartys aber nochmals mit Sets namhafter Clubmusikanten: Im Kaufleuten spielt der Schweizer EDM-Export Maurizio Colella alias EDX, im Oxa steht Kai Tracid an den Turntables und im Plaza sorgen DJ Noir und Sam Divine für Stimmung. An der Doppelparty Café Gold und Volkshaus musizieren neben Pan-Pot auch Catz’n’Dogz und Tube & Berger und die Electric City in der Maag Halle beschallen unter anderem Carl Cox, Guy Gerber, Len Faki, Marek Hemmann, Andrea Oliva, Kollektiv Turmstrasse und Format:B.

Da die Energy im Hallenstadion dieses Jahr ausfällt, ist die Electric City sicherlich der grösste Publikumsmagnet nach der Street Parade 2014. Das Hive setzt auf Acts wie andhim, Alle Farben, Lee van Dowski, Elekfantz, Edu Imbernon, Animal Trainer und Solée, die Amboss Rampe auf House von Herr Vogel, Wade und Mark Fanciulli und die Alte Kaserne wird von Oliver Koletzki und diversen weiteren Stil vor Talent-Exponenten besetzt. In der Zukunft spielen David August und Adriatique und im Blok in Zürich West sind Butch, Rodriguez Jr., Till von Sein und Jimi Jules am Werk. Wie nicht anders zu erwarten, und trotz des voraussichtlichen Verzichts der Supermarket-Macher auf ausländische Prominenz, dürfte damit der Street Parade-Samstag auch in diesem Jahr zum wichtigsten und überaus exquisit besetzten Schweizer Schaulaufen ausländischer Electronica-Grössen avancieren.

Alex-Flach1Alex Flach ist Kolumnist beim Tages Anzeiger und Club-Promoter. Er arbeitet unter Anderem für die Clubs Supermarket, Hive und Zukunft.

10 Kommentare zu «Die Street Parade-DJs»

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