Drogen, Korruption und ein schwarzer Plot

Er befasst sich auch in der Freizeit mit Drogen, Korruption und Gewalt.

Er befasst sich auch in der Freizeit mit Drogen, Korruption und Gewalt: Michael Herzig. Bild: Pino Ala, Zürich

Fixerstübli, Waffengewalt und die Strichboxen in Altstetten gehören zum Arbeitsfeld von Michael Herzig. Er war jahrelang Drogenbeauftragter der Stadt Zürich und ist jetzt Vize-Chef der Sozialen Einrichtungen der Stadt. Mit was beschäftigt sich der Kader-Sozialarbeiter in seiner Freizeit? Genau: Mit Drogen, Gewalt und Polizeikorruption – in Buchform. Michael Herzig veröffentlichte diese Woche seinen neuen Züri-Krimi um die hartgesottene Polizistin  Johanna di Napoli. Wir sprachen mit ihm über die dunkle Seite der Limmatstadt.

Michael, du schreibst «Hard Boiled»-Krimis im klassischen US-Stil, die aber hauptsächlich in Zürich spielen. Ist der harte Macker, in diesem Fall die harte Polizistin, in der Schweiz des Polizisten Wäckerli und des Wachmeister Studers glaubwürdig?

Klar, die Figuren sind ja nicht einfach hart und böse, sondern machen eine Entwicklung durch, die dem Leser glaubwürdig verständlich machen soll, wie auch hier Menschen verhärten können. Natürlich ist es überzeichnet, wie ja auch die harten Bullen in der US-Krimis nicht wirkliche Menschen sind.

Wenn die Lebensumstände in L. A. oder New York einen Polizisten korrupt und gewalttätig werden lassen, leuchtet das ein. Aber am Zürisee?

Wir müssen nicht lange zurückschauen, um eine kriminell einzigartige Situation in der Stadt zu finden. Im Sumpf der grossen Drogenszene in den Neunzigern, am Letten und am Platzspitz, waren die Voraussetzungen durchaus gegeben, um einen halbwegs anständigen Polizisten in Versuchung zu führen. Deshalb hab ich die Wurzeln meiner beiden Bösewichte in dieser Zeit angesiedelt.

Damals, vor allem am Letten, standen die Polizisten an vorderster Front in einem Krieg der Schweiz gegen die eigene Jugend. Überlastet und hilflos mussten sie zusehen, wie Dealer, die sie am Tag zuvor verhaftet hatten, bereits wieder Geld machten. Weil dem Suchtproblem mit repressiven Mitteln nicht beizukommen war, bestand eine Hauptaufgabe der Polizisten damals darin, den Handel zu stören, also Geld und Drogen aus dem Verkehr zu ziehen. Bunker mit packweise Heroin und bündelweise Geld zu finden und zu beschlagnahmen, kann schon eine Versuchung sein, etwas in die eigene Tasche zu stecken. Gerade wenn man von der Situation bereits frustriert und zynisch geworden ist.

Als Drogenbeauftragter der Stadt Zürich hattest du in den letzten sechzehn Jahren Einblick in die Mechanismen der Drogenkriminalität und der Polizeiarbeit in diesem Bereich. Sind deine Figuren der Realität entnommen?

Nein, meine Figuren sind frei erfunden. Um ihnen jedoch die Glaubwürdigkeit einzuhauchen, die sie benötigen, verwende ich die eine oder andere Geschichte, die ich während meiner Arbeit miterlebt oder gehört habe.

Die Stadtpolizisten in deinem Krimi werden am Letten/Platzspitz erst korrupt, danach wechseln sie die Seiten komplett und erscheinen in der Gegenwart als richtige Verbrecher. Machst du dir mit diesem Bild von der Stapo nicht Feinde unter den Leuten, mit denen du beruflich noch zusammenarbeiten musst?

Nein, ich denke nicht. Die Stadtpolizisten, von denen ich einige sehr gut kenne, können das einordnen. Sie sind die Ersten, die zugeben, dass die Situation in der offenen Drogenszene damals auch für Polizisten die Hölle war und dass der eine oder andere daran zerbrach und seine moralische Orientierung verlor. Aber genau deshalb ist heute auch die Situation bei der Stapo eine andere. Zum Beispiel gehört das Kennenlernen von Einrichtungen der Drogenhilfe wie z.B. der Fixerstübli zur Ausbildung bei der Stadtpolizei. Die Ideologien der 70er, 80er und 90er Jahre sind einem nützlichen Pragmatismus gewichen. Alle Beteiligten legen mehr Wert darauf, Probleme zu lösen, als sie niederzuschlagen. Man erwartet von den Polizisten, dass sie die Problematik verstehen, der sie täglich begegnen.

Ist die Situation denn nun wirklich besser? Erst gerade hatten wir den Fall «Chilli’s», bei dem sich Polizisten von Milieu-Figuren bestechen liessen.

Ja, ich denke wirklich, dass die Situation besser geworden ist. Man siehts gerade am Fall «Chilli’s». Die Verantwortlichen gingen so schnell und so hart gegen die eigenen Leute vor, wie es früher kaum der Fall gewesen wäre. Damals hätte man das wohl eher intern erledigt und den Ruf des Corps und die Kollegialität hätten Vorrang gehabt.

Hast du nicht genug Einsicht ins Elend in den letzten Jahren als Verantwortlicher für Drogenhilfe, Prostitution und die damit zusammenhängende Kriminalität, musst du auch noch in deiner Freizeit darüber schreiben?

Ich schreibe schon seit ich ein kleiner Junge bin. Schreiben ist, neben Musik (er spielt in der Punkband «The Goodbye Johnnys») die Leidenschaft in meinem Leben. Für mich ist es nur natürlich, dass ich die Fiktion in Aspekte meiner Realität einbette.

Aber es stimmt schon, meine Haut war früher dicker, die Realität, gerade in der Arbeit mit der Strassenprostitution, kann sehr zermürbend sein. Die Hoffnungslosigkeit und das Elend in diesem Milieu muss man ertragen können. Aber während ich mich dem in der Realität stellen muss, kann ich in den Büchern das Ende selbst vorgeben.

Zum Buch

Cover HerzigJohanna di Napoli versucht, ihr Leben in den Griff zu kriegen, mit ihrer ersten stabilen Beziehung seit langem zurechtzukommen, ihren Alkohol- und Tabakkonsum zu reduzieren und sich in ihrem Job als Revierdetektivin bei der Stadtpolizei Zürich nicht mit zu vielen Vorgesetzten gleichzeitig anzulegen. Dann wird sie für einen verdeckten Einsatz nach Deutschland geschickt. Ausgerechnet di Napoli soll einem im Rockermilieu ermittelnden Beamten als Rockerbraut zu mehr Glaubwürdigkeit verhelfen. Der Einsatz endet in einem Fiasko, und Johanna erkennt, dass die heiße Spur in dieser Ermittlung direkt zurück in die Schweiz und in eine unrühmliche Episode der Geschichte der Stadtpolizei Zürich führt. Erschienen im Grafit Verlag Dortmund.

52 Kommentare zu «Drogen, Korruption und ein schwarzer Plot»

  • Adam Gretener sagt:

    Herr El Arbi, Laugun hat ausnahmsweise recht. Interviews sind die Olympia-Disziplinen des Journalismusseseses, finde ich. Oder wie heisst das?

    So ein ellenlanges Ding mit Endo Anaconda oder sooo. Oder Kylie mit Bildstrecke.

  • daniela sagt:

    oh vielen dank für den buchtipp, sogar als e-book und erst noch bei der bibli. ich liebe zürikrimis

  • Diego sagt:

    Gerade ein Flashback gehabt und an die Zustände Anfang der 90er denken müssen. Wer nur das heutige Zürich kennt, kann sich nicht vorstellen wie kaputt unsere schöne Stadt damals teilweise war.

    Die ganzen Rot/Grün Basher sollten mal in sich gehen und die letzten 20 Jahre rekapitulieren. Wenn man sich heutzutage das Rumgezetere der SVP und den anderen halbschlauen Rechtsbürgerlichen anhört, was ihrer Meinung nach alles schiefläuft in Zürich, kann man nur die Augen verdrehen und abwinken. Diese Leute und ihr Gedankengut haben das Drogenproblem nun wirklich nicht auf ein erträgliches Mass gebracht. Im Gegenteil, will nicht wissen wohin uns die Repressions-Schiene noch gebracht hätte.
    Jedenfalls hätten wir wohl andere Sorgen als einen Hafenkran oder zwei Parkplätze die fehlen.

    • Maiko Laugun sagt:

      @Diego: Aehm, es war die Migros-Genossenschaft (Filiale Limmatplatz) welche dem damaligen Stadtrat mit Gerichtsverfahren und Schadenersatzklagen drohte. Erst dann wurden griffige Sozialmassnahmen in die Wege geleitet. Wie war doch nochmals die Zusammensetzung des damaligen Stadtrates? Alles nur Bürgerliche und SVP?

      • Diego sagt:

        Statthalter Graf ( CVP) hat den, durch einseitig auf Repression ausgerichtete Drogenpolitik entstandenen, Platzspitz ohne Konzept räumen lassen. Die Folge davon waren Chaos und Verelendung im Quartier.
        Wir durften auf dem Weg zur Schule durch Kotze, Blut und Pisse waten. Ich wurde auf dem Pausenhof von einem Dealer mit einem Messer bedroht, weil ich ihm den Weg zum „Bunker“ versperrte. Irgendwann mündete das Ganze im Letten und der von Dir erwähnten angedrohten Schadenersatzklage.
        Dieses Mal ging man die Räumung mit einem griffigen Konzept an. Rückführung auswärtiger Drogenkonsumenten in ihre Heimatgemeinden, Fixerräume und kontrollierte Heroinabgabe an Schwerstsüchtige. Letzteres selbstverständlich unter massivem Wehgeschrei der SVP und Co.
        Ich überlasse es Dir zu Entscheiden, welche politische Zusammensetzung und Strategie zu der heutigen, für eine Grossstadt zumutbaren Situation geführt hat.

        • Adam Gretener sagt:

          Diego: tnx

        • Maiko Laugun sagt:

          @Diego: Der Druck kam aus der Bevölkerung und der Wirtschaft inkl. Kleingewerbe, sogar von der eher (zumindest auf dem Papier) linken Migros-Genossenschaft, was doch einiges aussagt. Versagt haben aber ALLE Parteien.

          • Adam Gretener sagt:

            Es war wie immer, der Druck baute sich von überall her auf und ein Tropfen brachte das Fass zum überlaufen. Egal welcher. Aber ICH erinner mich noch an die damaligen Voten. Die Bitterbürgerlichen dröhnten mit einem Stahlgewitter, sorry Frau Feldmann. Und erst nach zähem Ringen und der Gewaltsrede vom meiner Emilie gab es Bewegung in das Thema.

          • Michi sagt:

            Maiko, du willst nicht verstehen, oder?
            Der „Linke“ Weg hat nach jahrzentelangem Scheitern Linderung auf ein erträgliches Mass gebracht.
            Ginge es nach der SVP und den restlichen ewiggestrigen Konsorten, würde die Polizei die Junkies noch immer mit dem Knüppel durch die Stadt jagen.

    • Adam Gretener sagt:

      Stimmt, da waren abends ganze Quartiere abgeriegelt, Kinderspielplätze hatten einen massiven Hag mit NATO-Draht obendrauf, abends liefen Polizisten Knüppel schwingend durch das Niederdorf und suchten KMS. Danke, aber danke Nein.

  • Rudolf Balmer sagt:

    Mich würde interessieren, wann Herr Herzig als fulltime Chefbeamter der Stadt Zürich noch Zeit hat Romane zu schreiben. Und mich würde auch interessieren, warum er seinen Job verlässt.

    • Réda El Arbi sagt:

      Er hat keinen Fulltime-Job. Sondern Teilzeit aufs Jahr verteilt. So kann er in den Ferien schreiben.

      • Rudolf Balmer sagt:

        Danke für die Antwort. Recherchieren Sie doch mal, ob ausser jemandem (sehr weit oben) in der Chefetage bei der Stadt Zürich so ein Arbeitszeitmodell (das ich im Übrigen positiv finde) gewährt wird.

        • Maiko Laugun sagt:

          Interviews sind bestimmt eine Bereicherung für diesen Blog, wenn auch in diesem Falle eine Werbeplattform für ein neues Buch gegeben wurde. Zudem ist ein Teilzeit-Arbeitsmodell für einen Chefbeamten (auf tieferer Stufe eher denkbar) mehr als nur fragwürdig. In diesem speziellen Falle kann man den Eindruck gewinnen, dass Herr Herzig seinen Job mehr als ein Recherche-Feld für seine eigenen Interessen benützt, was zwar legitim ist, aber nahe an Missbrauch grenzt und zudem auch aufzeigt, wie das Sozialdepartement geführt wird. Es ist unbestritten, dass die Polizei mehr Kontrolle braucht. Deshalb sollten die Sozialarbeiter und die Polizisten direkt und aktiv zusammen arbeiten (Zusammenlegung!) und nicht bloss auf politischer Ebene in Departementen vereinigt sein. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung! So wie sich Herr Herzog hier präsentiert – ein kokettierender Selbstdarsteller – erkennt er dies nicht, ist ja auch nicht sein Ziel. Er begibt sich somit selbst auf das (tiefe) Niveau der Polizisten. Das ist schade….

          • Réda El Arbi sagt:

            Teulzeit im Kader fragwürdig? Ja, diese Ansichten sind das Problem.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Réda: OK, darüber kann man streiten. Niemand ist unersetzlich. Das bezweifle ich selbstverständlich nicht. Hingegen erfordern wichtige Aufgaben – und falls man die Sozialarbeit dazu zählt – gerade in Kaderfunktionen eine höhere Präsenz als auf unteren Stufen. Das hat übrigens nichts mit Vertrauen nach unten zu tun. Es ist die Aufgabe eines jeden Kaderfunktionärs für seine Mitarbeiter zur Verfügung zu stehen. Falls dies nicht gegeben ist, dann ist die Position entweder nicht wichtig und/oder der Inhaber lässt es an Herzblut vermissen; oder ist überfordert; oder sieht seine Funktion mehr in der persönlichen Selbstverwirklichung und zur Verfolgung persönlicher Interessen.

          • Réda El Arbi sagt:

            Ich denke, Teilzeit auf Jahres- und nicht auf Wochenbasis ist auch für Kaderstellen ein taugliches Konzept. Mit dazugehöriger Dossierplanung natürlich.

            Und seine Einrichtungen scheinen soweit zu funktionieren, sieht man mal von der politischen Ebene beim Strichplatz ab.

          • Adam Gretener sagt:

            Werter Laugun, gute Vorgesetzte müssen nicht immer anwesend sein. Das ist diese Gib-mal-her-du-kannst-es-eh-nicht-Mentalität und Lass-mich-mal-ran. Ein guter Chef macht sich eben genau entbehrlich. Wenn er immer nur Feuerwehr spielt, ist im Setup was falsch. Je nach Branche jedenfalls.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Réda: Damit kein falscher Eindruck entsteht: In einem der letzten Beiträge habe ich die Begriffe Effizienz und Effektivität verwendet. Die Missstände, u.a. durch die nach wie vor viel zu hohen Übergriffe durch Frustration bei der Polizei, sind mir genauso ein Dorn im Auge wie der Ausbau der Sozialdepartemente seiner Selbstwillen. Beide sind bestenfalls effizient, aber nicht effektiv, weshalb man sie zusammenlegen sollte. Ein Bürger hat das Recht, auf einen guten Staat. Ich bezweifle allerdings, dass alle das so sehen.
            Mit dem 1. Satz (Jahresbasis) bin ich einverstanden. Mit dem zweiten nicht. Funktionieren ist effizient, aber eben nicht effektiv.

          • Beat sagt:

            Teilzeit ist perfekt. Es müsste vielmehr sogar heissen lebenswürdiges Arbeiten aber bei voller Bezahlung. Vier Stunden am Tag und dafür dann endlich noch Zeit zum Leben, ein schönes Modell.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Gretener: Es ist nur ein ganz kleiner Schritt, zwischen entbehrlich und überflüssig zu sein. Das gilt tatsächlich für alle Branchen, beim Staat hingegen etwas weniger …. 🙂

          • Adam Gretener sagt:

            Stimmt. Aber es ist es wert. Eine Berufsleben einzig untergeordnet dem Machterhalt? Ohne mich. Wo sehen Sie denn Vorteile bei der Zusammenlegung? Jeden Abend kommen beim Sozialschmarotzer zwei andere Bullen zum Znacht? 🙂

          • Maiko Laugun sagt:

            @Gretener: Ganz einfach: Sozialarbeiter und Polizisten arbeiten gemeinsam im gleichen Büro.

          • Adam Gretener sagt:

            Nicht, dass ich die Idee nicht reizvoll fände, aber die Polizei arbeitet schon eng mit den Sozialdiensten zusammen, noch enger mit der SIP. Das ist heute Alltag. Darum finde ich Wolff eine hervorragende Wahl für das Korps. Langsam beginnt es sogar an der Urania zu dämmern, einige zollen sogar Respekt.

          • Adam Gretener sagt:

            Unter DRS3 Fokus gibt es ein hervorragendes Interview mit ihm. Sicher auch in China zu hören, ausser die CH-Systemmedien sind gesperrt…

          • Adam Gretener sagt:

            KMS, geben Sie sich einen Schupf, bzw Schlumpf. Eine Stunde. Dieser Mann tickt genau richtig. Ich wette, bald sind Sie in der AL.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Gretener: Es geht um Folgendes: Die einen verhauen das Problem und die anderen verwalten es. Da dies nicht funktioniert, werden beide frustriert und fordern zur Lösung ihres eigenen (!) Problems mehr Personal, Ausrüstung und flexiblere Arbeitszeitmodelle; letztes, damit noch genügend Zeit zum Bücher schreiben bleibt, allerdings ohne zu erkennen, dass man nur die Symptome bekämpft anstatt die Ursachen anzugehen. Legt man sie zusammen, wird weniger gehauen und weniger verwaltet. Dann bliebe theoretisch mehr Zeit, um sich den Ursachen und den betroffenen Menschen zu widmen.
            Ich glaube aber eher, dass dereinst in den Geschichtsbüchern stehen wird: Und sie hauten und hauten – und sie verwalteten und verwalteten mit grosser Effizienz. Deshalb widme ich dem Zürcher Staatsapparat gleich 2 smileys 🙂 🙂

  • KMS a PR sagt:

    wie glauche ich, schon mal erwähnt – der wahre horror, ist der alltags-horror. somit hat herr niedlichähherzig bestimmt beträchtlich stoff sammeln können für seinen roman. ganz nach dem motto – und man verzeihe mir das und ich zensurier’s gleich selber – „kein schw**z ist so hart, wie das leben! yeah-baby-yeah.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Mit Verlaub: Aber der Thüp wirkt ziemlich narzistisch.

    • Irene feldmann sagt:

      Und?? Ist das jetzt auch schon ein verbrechen????

    • Adam Gretener sagt:

      Man beachte: Einen Zweizeiler mit Pups-Meinung ohne Substanz raushauen und dann dem anderen Narzismus vorwerfen. Muss man auch dazu geboren sein, was.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Ob Narzismus auch schon ein Verbrechen ist, Irene? Ich, ich, ich, ich, ich, ich weiss es nicht so recht…

      Vielleicht schon ja. Aber ich, ich, ich, ich… ach, was soll’s!

      • Irene feldmann sagt:

        „“ der Typ wirkt narzisstisch““ anhand eines photos, einen schnell- Einblick in sein Leben und die Tatsache das er ein Buch geschrieben hat????? Hr. Zufferey scheint seine Meinung über eine fremde Person sehr oberflächlich zu bilden. Außer er wäre sein Sohn, dann würde ich doch meine Klappe halten…..

        • Adam Gretener sagt:

          Leg dich nicht mit Zohan, äh Feldmann, an.

        • Irene feldmann sagt:

          Gut, dann verschwinde ich HIER mal für’n nen Monat, sehen wir dann, wer da jammern kommt….:)

          • Adam Gretener sagt:

            Schlimm? Überhaupt nicht

            Aber ich höre Sie jeweils schon schwer durch die Nase atmen und Anlauf holen für einen Kommentar, um dem Rittermändle wieder mal erklären müssen, was wirklich Sache ist. Da verirrt er sich gerne mal.

            Und das tun Sie mit so viel Hingabe und Herzblut, mit Hilfe von GROSSBUCHSTABEN und Punkten, mit Menschenliebe und Humor, das ist unwiderstehlich…

          • Irene feldmann sagt:

            :)….. Carpe diem, adam

        • Marcel Zufferey sagt:

          Ja, so bin ich nun mal, Frau Feldmann: Der Typ macht einen auf rauhen Kerl, wirkt aber wie aus dem Ei gepellt. Optisch überlässt er nix dem Zufall: Seine Lederjacke riecht vielleicht nach Tier, ist aber knallneu (und glänzt auch so). Darunter trägt aber der Männertypus, den Michael Herzig hier imitiert, niemals ein Hemd, sondern ein T-Shirt oder nen‘ Pullover! Schiebermütze und Hose sind perfekt assortiert, die Boots- solche hatte ich übrigens auch mal- sind natürlich frisch poliert. Gut, das sind sie wahrscheinlich immer. Dann die Ray Ban Aviator, der Inbegriff der selbstinszenierten Coolness, grün getönt, nehme ich an. Gleichzeitig, und das bei aller Sorgfalt auf die eigene Erscheinung, versucht er lässig und abgeklärt zu wirken. Das passt alles nicht so recht zusammen passen, das holpert ja richtig! Waren Sie schon mal bei einem Photo Shooting dabei, Frau Feldmann? Den richtigen Abzug hat garantiert er selber ausgewählt, nicht die Redaktion. Und das Interview, das hat er auch zuerst gegen gelesen, wetten? Man merkt Menschen einfach an, wenn sie sich selber über alle Massen lieben und ihr Ebenbild im Wasser ewig betrachten könnten. Nicht dass ich den Herzig verurteilen möchte, das nicht. Aber er wirkt einfach nicht authentisch. Sondern ziemlich künstlich. Aber das dafür perfekt!

          • Réda El Arbi sagt:

            Marcel, Sie haben absolut keine Ahnung, weder von dem Menscheb Herzig, noch was fùr eine Persönlichkeit es braucht, um diesen Job 16 Jahre lang zwischen allen Fronten zu machen, noch was der Herzig für Lederjacken trägt. Aber beim Gegenlesen haben Sie recht. Das ist ein journalistischer Mindeststandard.

          • Irene feldmann sagt:

            Danke für die ausführliche Erklärung, hr. Zufferey, ich schätze das.

          • Marcel Zufferey sagt:

            Sie werden staunen, Réda: Ich mache seit 22 Jahren einen absolut vergleichbaren Job, wie Michael Herzig: Drogen, Korruption und Kapitalverbrecher sind mein täglich Brot. Mir geht es lediglich um eine Nuance, die den guten Herzig auszeichnet, nicht um den ganzen Menschen selber: Der ist sicherlich in Ordnung. Noch ein Détail: Die Bautafel auf dem Boden wirkt auch sehr stark inszeniert. Mag sein, dass der Herzig einfach das gemacht hat, was der Fotograf für richtg befand. Nun lassen wir’s aber gut sein. Den Herzig selber wollte ich gar nicht so ausführlich kritisieren, sondern eben: Nur das narzistische Element hervor heben. Bin selber überrascht, wohin dieser kurze Hauptsatz oben geführt hat.

          • Réda El Arbi sagt:

            Natürlich ist das Bild gestellt. Es ist ein Autorenbild des Punkmusikers und Krimischreibers Herzig. Aber genau so angezogen ist er beim Interview erschienen. Und seien Sie nicht überrascht: Personen aufgrund eines Bildes eine Charaktereigenschaft zu unterstellen, die inzwischen als Persönlichkeitsstörung gilt, fordert Reaktionen heraus.

          • Marcel Zufferey sagt:

            Oh je, Réda: Eine Persönlichkeitsstörung gilt nach ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) als eigenständige Diagnose (F60- F69), während der Narzissmus keine psychiatrische / pathologische Diagnose darstellt 😉

          • Marcel Zufferey sagt:

            Mann, jetzt weiss ich, was mich wirklich stört: Es liegt an der Authentizität! Kurz: Wie authentisch würde es wirken, wenn jemand Bukowski heute abend in der Züri Bar mit Insbrunst vorlesen würde? Würde diese Literatur heute noch modern wirken? Und der darin beschrieben Männertypus? Das habe ich eigentlich gemeint. Beim narzistischen Element bleibe ich, ätsch 😉

      • Lichtblau sagt:

        Für den dankbaren (Stadt-)Blogleser sind Sie, Herr Z., ein ebenso sicherer Wert wie Gretener, Ritteric (sorry, konnte nicht anders), tststs und mittlerweile Laugun und Feldmann. Die Vielfalt an Meinungen macht die Faszination aus. Der Stadtblog mit seinen speziellen Stammkommentatoren-Konstellationen (und die Einwürfe von Réda und Co) bietet schon einigen Lesegenuss. Wer interessiert sich schon für Diskussionen unter ausschliesslich Gleichgesinnten?

  • Adam Gretener sagt:

    Platzspitz/Letten waren wirklich dramatische Zeiten. Ich wohnte damals an der Pfirsichstrasse und musste täglich mehrmals über die Brücke. Dealer waren mühsam, manche Abhängige auch, aber richtig gefährlich wurde es, wenn die SixPacks mal wieder einfuhren. Es war ein Rumgebrülle, Geschupse und Geschlagen. Da hat man im Herbst eine Leiche vom Baum geholt, die bei einer Razzia da hoch geklettert ist.

    Letzte Zuckungen der alten, gfürchigen Zeiten in Zürich. Man muss sich das mal vorstellen, in Zürich zuckte man vor der Polizei, auch wenn man gerade auf dem Weg zur Migi war. Gut ist das alles vorbei.

    Das Buch lese ich.

  • Irene feldmann sagt:

    Bin mal gespannt auf dieses Buch.

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