DJ Dummbatz und andere kreative DJ-Namen

Bevor man sich einen geilen namen zulegt, sollte man auch gut auflegen.

Bevor man sich einen geilen Namen zulegt, sollte man auch gut auflegen.

«Hallo, ich bin DJ und suche noch einen Namen. Ich spiele überwiegend House und Dubstep. Ich habe schon ein paar Namen ausgearbeitet aber vielleicht kennt ihr noch welche? Hier meine Ideen: DJ Nex, DJ Beatkingz, DJ Goonbass. Über Antworten würde ich mich freuen. Ich heisse Dominik falls das hilft».

Die Helferlein auf der Hilfeplattform Yahoo Clever hätten dem Jungspund bestenfalls erklärt, dass ein Pseudonym mit der englischen Übersetzung für einen Dummbatz (Goon) gar nicht und das plurale «Beatkingz» für einen Solo-DJ nur bedingt funktioniert und ihn aufgefordert, sich weiter den Kopf zu zermartern. Sie taten es aber nicht, sondern deckten ihn mit einer Unzahl mieser Vorschläge ein.

Anstatt zu fragen hätte Dominik auch einen der vielen Online-Namengeneratoren benutzen können: Man drückt auf einen Button und kann sich die Kreativität sparen. Einige hätten das tatsächlich gescheiter getan, beispielsweise Aldin Balagic alias The Situation. Hat er aber nicht und nun heisst er wie eines der Dummbrote aus der längst abgesetzten Reality-Show Jersey Shore. Glück hat, wer auf einen lässigen Taufnamen zurückgreifen kann, wie beispielsweise Alex Dallas oder Ricardo Villalobos. Andere verfügen über einen knackigen Spitznamen aus Pausenhofzeiten wie René Baumann alias DJ Bobo.

Wer aber Koze gerufen wird, sollte schon ähnlich viel drauf haben wie Stefan Kozalla, will er nicht jedes Mal debil angegrinst werden, wenn er sich vorstellt. Wer doch lieber auf einen Fantasienamen zurückgreift, sollte erst einmal prüfen, ob sich nicht ein anderer Künstler gleichen Namens bereits die Internetseiten gesichert hat. Als sich der Zürcher Marc Vollenweider das Pseudonym Jason Storm erwählte, hat er ebendies unterlassen und musste nachträglich feststellen, dass sich der Schwulenporno-Darsteller Jason Storm bereits alle Domains unter den Nagel gerissen hatte. Mittlerweile scheint sich der schauspielernde Jason Storm aus dem Geschäft zurückgezogen zu haben und Vollenweider ist insofern entschuldigt, als dass der Gang ins Internet in den 90ern noch kein automatischer war.

Unbedingt zu vermeiden sind DJ-Namen mit einem drolligen Sir oder Mr. oder gar einem DJ vor dem Pseudonym: Wer extra vermerken muss, dass er ein DJ ist, versprüht nicht eben viel Selbstvertrauen. Noch übler ist grober Unfug mit Satzzeichen und Gross- und Kleinschrift wie D.U.N.E. oder beliebte Hip Hop-Spielereien wie DeeJay M-Jay K-City feat. MC Chimed: Club-Booker sind versucht auf andere DJs auszuweichen, wenn sie fürchten, sie werden sich während des Abtippens eines Namens alle Finger brechen. Humorvolle Zeitgenossen wie DJ Pult, DJ Case oder DJ Gage finden ihre Idee nur so lange lustig, bis sie feststellen, dass alle auf irgendwelchen Zuliefererseiten landen, wenn sie nach ihnen googlen.

Aus ähnlichen Gründen sollten auch DJ Tennis, das Duo Ostblockschlampen oder DJ Heinz Ketchup eine Namensänderung ins Auge fassen. Der Turntable-Hoffnung Dominik ist zu empfehlen, sich erst einmal auf einen Stil festzulegen: Dubstep und House unter eine Discokugel zu bringen, erfordert viel Können. Einen Namen ausdenken kann er sich auch noch, wenn er erstmals gebucht wird oder wenn er seine ersten Produktionen online stellt.

Alex FlachAlex Flach ist Kolumnist beim Tages Anzeiger und Club-Promoter. Er arbeitet unter Anderem für die Clubs Supermarket, Hive und Zukunft

81 Kommentare zu «DJ Dummbatz und andere kreative DJ-Namen»

  • Louis Bisang sagt:

    🙂

  • Sir Mister DJ sagt:

    „Goon“ heisst nie „Dummbatz“ woher kommt diese merkwürdige Übersetzung?!? Ein Goon ist ein Schlägertyp, ein „Enforcer“ im Stile eines Geldeintreibers oder so ähnlich! WTF IST DUMMBATZ?? Haben sie das einfach mal so selber übersetzt Herr Flach?
    In diesem Sinne wäre „Gonnbass“ gar nicht so ein schlechter Name, bzw. der mit Abstand beste der von Ihnen erwähnten.
    Vielleicht das nächste mal besser googeln bevor wir ein Wort wie „Dummbatz“ in den Titel nehmen.

    PEACE

    • Réda El Arbi sagt:

      Sorry, die Übersetzung „Dummbatz“ kommt von der Redaktion. Der Redaktor hat in London die Worterklärung „Stupid Fucking Idiot“ bekommen und darf das hier nicht wörtlich übersetzen.

    • Alex Flach sagt:

      Ich mache die Titel nicht, aber danke für Ihren ruhig und abgeklärt formulierten Kommentar.

    • lapos sagt:

      Okay stimmt. Aber es ist auch verdammt schwierig einen passenden küstlername zu finden.

      • Alex Flach sagt:

        …bestenfalls pickt man sich doch irgendwas Urpersönliches, etwas Unverwechselbares. Wie bei den Tattoos. Zum Beispiel eine Kombi aus dem Namen des ersten Haustiers und dem Ort, an dem man getauft wurde. Okay; DJ Braschaklöntal ist jetzt nicht der Burner… aber so bezüglich Ausgangsbasis…

  • Patrick sagt:

    „…oder gar einem DJ vor dem Pseudonym: Wer extra vermerken muss, dass er ein DJ ist, versprüht nicht eben viel Selbstvertrauen…“ Was ist denn mit dem von Ihnen erwähnten Koze? 😉

    • Alex Flach sagt:

      Touché… aber er ist schon lange dabei, war bereits in einer Zeit aktiv, als die netten Leute an der Passkontrolle noch überaus misstrauisch geguckt haben, als sie unter „Beruf“ ein DJ entdeckten. Eventuell ein Relikt aus diesen Tagen… vielleicht führt er das DJ aber auch, weil man das Koze nicht so stehen lassen kann.

  • Hopp GC sagt:

    DJ Staubsauger, DJ Styropor, DJ Deenasty, DJ Stübler, DJ Ulli

  • Irene feldmann sagt:

    Hr. Flach, die Thema wahl ist unglücklich…..es herrscht kaum betrieb in diesem Laden….

  • Roman Grauner sagt:

    Liebes Internet

    Habe gerade eben schon wieder einen peinlichen Fehler entdeckt. Dieser Tilllate-Text erscheint bei mir unter der Domain blog.tagesanzeiger.ch. Wie kann das überhaupt passieren?

    Grüsse
    Roman

  • Maiko Laugun sagt:

    „IQ Fifty Laugun“ )-_-(

    • Alex Flach sagt:

      🙂 …reichen 50 um innert nützlicher Frist eine Platte zu wechseln? Es gibt sicher ein paar Aktive, mit denen man das gut testen könnte.

  • Lia sagt:

    was ihr auch wieder habt – Mr. Pink ist doch niedlich, und dass sich ein grosser, böser Rapper 50Cent oder Nana nennt, zeugt immerhin von Humor.. DJ Bobo’s Name im spanischen bedeutet übrigens dumm, dusslig, albern. Passt auch.

  • Calligula sagt:

    Die geilsten DJ sind Bruderherz… nicht das Sie Homo sind aber hammer ist schon das Sie im ex laby auflegen…. und immer Rot angezogen sind….

  • Markus Schneider sagt:

    Wenn’s in den von Ihnen „promoteten“ Clubs so spannend zugeht wie in Ihren Beiträgen… aber das wissen Sie sicher eh schon, sonst hätten Sie’s nicht nötig solches Dünnbier abzulassen.

  • Irene feldmann sagt:

    DJ MONDAY….everybody will hate you…..:) fame has it’s price….

    • adam gretener sagt:

      Frau Feldmann, da gefiele mir DJ STEUERPRÜFUNG noch viel weniger. Nur Montag ginge ja noch.

      • Irene feldmann sagt:

        Wer steuern zahlt, weiß das er noch lebt…..ich warte schon zu lange auf dieses Formular……( ahahaa)

  • Hans Olo sagt:

    Bis auf den Hinweis auf Jason Storm fand ich diesen Beitrag Artikel wieder äusserst käsig und langweilig.
    Noch kurz den guten Herrn Dallas vor Villalobos erwähnen, der ja zufällig der Chefetage der Zukunft, für die Sie ja unter anderem zufällig arbeiten, angehört. Toll. Schneidet sich ins eigene Credibility-Fleisch. Wie kürzlich mit dem Bürokratisierungsvorschlag. Oh bitte, hören Sie auf zu schreiben. Sie tönen wie ein frustierter, verkrampft uncooler Mittfünfziger, der dem Nachtleben das Leben aushauchen will.

    • Alex Flach sagt:

      Guten Morgen Herr Olo! Man muss es nicht lesen wenn man will und mir scheint Ihr Kommentar etwas frustrierter als der Text. Nicht?

      • Hans Meister sagt:

        Ziemlich flach ihre Antwort…Nomen est omen 🙂

        • Alex Flach sagt:

          Guten Morgen Hr. Meister. Den Kalauer kannte ich jetzt noch nicht… 🙂 Ball flach halten oder Lexi Flach gefallen mir auch noch gut. Flachdach ist hingegen ein bisschen platt, finde ich.

        • Philipp Rittermann sagt:

          nun muss ich eine lanze für herrn flach brechen. der artikel ist fundiert, amüsant zu lesen – und – er zeigt den zeitgeist auf. und ausser zu motzen, hat der herr olo ja zum thema 0 zu sagen. das ist langweilig.

        • Dominik Meier sagt:

          Meister, das war ja jetzt nicht sonderlich meisterlich Ihr Kommentar… hö hö.

          • Hans Meister sagt:

            ok, war ein Schnellschuss, gebe ich zu…aber ich kann nicht den ganzen Tag auf diesem Blog rumeiern 😉

        • adam gretener sagt:

          @Hans Meister: Man, oder ich hier, würde mich gerne mit ihnen geistig duellieren. Aber offensichtlich sind Sie völlig unbewaffnet. Das wäre nicht fair.

      • Hans Olo sagt:

        Natürlich bin ich frustiert! Ihre belanglosen und an den Haaren herbeigezogenen Beiträge in diesem ansonsten von mir meist sehr geschätzten Blog tragen nicht unwesentlich dazu bei. Zumindest hier in meinen Kommentaren. Wer hat Sie überhaupt angestellt, wenn ich fragen darf?

        • Réda El Arbi sagt:

          Nun ja, ich denke doch, dass es um Einiges mehr Mut fordert, Woche für Woche einen Beitrag zu schreiben und mit seinem Namen und Gesicht hinzustehen, als Woche für Woche anonym dieselben kleinlichen Vorwürfe an den Autor zu brünzeln und selbst nicht ein Wort mit Mehrwert zu irgendeinem Thema beizusteuern. Aber wir lassen auch Hater kommentieren, quasi als abschreckendes Beispiel. 😉

          Lieber Gruss
          Die Blogredaktion

        • Alex Flach sagt:

          Ach echt… das reicht um Sie zu frustrieren? Ich weiss nicht recht… wenn mich was nicht anspricht, dann lese ich es einfach nicht… wie kann man sich denn von etwas runterziehen lassen, das nichts mit einem persönlich zu tun hat? Und das bei diesem Wetter?

          • Hans Olo sagt:

            Es hat mit mir persönlich zu tun. Ich lebe praktisch in Clubs. Es spricht mich an. Der Stadtblog interessiert, Sie nerven nur. Übrigens ist die „einfach nicht lesen“-Ausrede völlig unangebracht. Sie schreiben für einen Blog eines öffentlichen, sehr prominenten Onlinemediums. Wenn Sie im KULT Seichtes von sich geben, sei Ihnen vergeben. Hier bitte etwas mehr Substanz. El Arbi und Sarasin haben sich in letzter Zeit z. B. stark gebessert, in meinen Augen. Ein bisschen Deutsch zu können sollte als Qualifikation hier nicht ausreichen. Statt Schulbubenhumor bitte ein bisschen mehr Hintergrund, Wortwitz, Satire. Ihr schreibt nicht nur für Esel. Ich halte jetzt die Klappe. Schönen Tag allerseits.

          • Alex Flach sagt:

            …nur für Esel… Sie lesen ihn ja scheinbar auch? Das finde ich jetzt nicht fair. Auch Ihnen gegenüber nicht.

          • Simone W. sagt:

            Jeises Gott, DJ Ichbindasmassallerdinge?!?

            Dafür von mir ein sonniges I-Ahhh zum Montag 🙂

  • KMS a PR sagt:

    da beginnts eben oft schon mit der mangelnden professionalität. frei nach dem motto „auflegen kann ja jeder“ solange genügend drogen da sind, geht auch die benamsung von statten. zugegeben, es ist schon eine gratwanderung zwischen einprägsamkeit und lächerlichkeit. auch hier kommt ja vieles aus dem land der unbegrenzten dämlichkeiten, wobei man denen hier klar zu gute halten muss, dass die meisten namen eher langweilig sind; heisst wohl nichts anderes, als dass die szene in den usa einiges professioneller ist. bei uns wollen alle lustig sein; das reicht leider nicht. ach ja. ich würde mich „dj leckimichamarsch“ nennen.

    • adam gretener sagt:

      Na ja, bei den Kommentatoren läuft es ja nicht anders. Was da einem für Namen und Abkürzungen über den Weg laufen, gehen auf keine Kuhhaut. Und die können auch nicht kommentieren.

  • dan the man sagt:

    hallo alex
    mächte dominik buchen. hasat du mir den kontakt bitte ;-)?

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.