«Kein Kommentar» ist auch ein Statement

Ausländer vor der Tür: Als unwillkommene Gäste oder als Türsteher.

Ausländer vor der Tür: Als unwillkommene Gäste oder als Türsteher.

Am 1. März findet der zweite Tag der offenen Clubtür statt. Der Tag, der unter dem Motto „Wie kreativ ist das Zürcher Nachtleben“ stattfindet, bietet eine Clubsafari, die durch neue Lokale wie das Kauz und die Olé Olé Bar, sowie das gesamterneuerte Dynamo führt. Zudem werden Themen-Vorträge und eine Podiumskiskussion, unter anderem mit dem Stadtblogger Reda El Arbi, geboten.

So kommunikativ und offenherzig wie am Tag der offenen Clubtür gibt sich das Nachtleben jedoch beileibe nicht immer, insbesondere dann nicht, wenn es um Dinge geht, mit denen man vermeintlich nichts oder nur am Rande zu tun hat: Dann werden aus Wortführern schnell Stillhalter. So geschehen auch im Rahmen der Eidgenössischen Volksabstimmung vom 9.2. zur SVP-Initiative «Gegen Masseneinwanderung».

Nur einige wenige, wie beispielsweise der am Club Zukunft beteiligte und nie um ein offenes Wort verlegene Markus Ott, haben vor der Abstimmung klar Stellung bezogen und an ihr Umfeld via Facebook Abstimmungsempfehlungen abgegeben. Die allermeisten jedoch haben dies nur hinter vorgehaltener Hand, offline und im kleinen Kreis getan und weder die Clubs noch die Bar- und Clubkommission (bck) haben etwas Offizielles zum Thema verlauten lassen. Dabei wäre eine klarer Stellungsbezug wünschenswert wenn nicht gar Pflicht gewesen: Das Nachtleben ist ein Konfliktknotenpunkt an dem die Ausländerproblematik immer wieder aufgekocht, respektive thematisiert wird.

Es ist ein Umfeld, in dem (alkoholbedingt) nicht nur das Testosteron überschwappt, sondern auch der Rassismus. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Kosovaren an den Clubtüren einen schweren Stand haben, insbesondere wenn sie in Männergruppen antanzen. Die Clubs schieben dies auf Erfahrungswerte, wobei keine Statistik existiert, wie viele der Negativ-Zwischenfälle im Nightlife tatsächlich auf das Konto von Kosovaren gehen. Andererseits beschäftigen viele Clubchefs und -besitzer, in Zürich sind die Schweizer klar in der Überzahl, Ausländer an ihrer Tür und schätzen deren Zuverlässigkeit, Abgeklärtheit und diplomatisches Geschick in Krisensituationen. Es befanden sich wohl weit mehr Nein- als Ja-Stimmer unter den Zürcher Nachtlebenmachern und dies obschon sie sich ungleich öfter mit ethnisch gefärbten Reibereien auseinandersetzen müssen, als die Bewohner des 75%-Dorfes Hellikon (AG).

Jedoch gibt es auch unter den Zürcher DJs, Clubbetreibern und Bartendern viele, die ein Ja in die Urne gelegt haben und die dafür Begründungen anführen. Anstatt nun den Geiferern und ihren meist debilen Statements das Facebook-Feld zu überlassen und anstatt dem grausigen Social Media-Hickhack der letzten Wochen schweigend zuzusehen, hätten sie ihre Hintergrundinformationen und ihr Wortgewicht in die Waagschale werfen können, um einen fundierten Diskurs aufzubauen und anzuführen. Sie haben es nicht getan und all jenen das (Schlacht-)Feld überlassen, die ausser dämlichem Siegesgeheul («endlich ist Schluss mit den Shipis!») oder blödem Gejammere («SVP und NSDAP sind doch dasselbe!») nichts beizutragen hatten. «Kein Kommentar» ist auch ein Statement, wenn auch ein ziemlich erbärmliches. Und kein sonderlich konstruktives.

Alex FlachAlex Flach ist Kolumnist beim Tages Anzeiger und Club-Promoter. Er arbeitet unter Anderem für die Clubs Supermarket, Hive und Zukunft.

82 Kommentare zu ««Kein Kommentar» ist auch ein Statement»

  • Johannes sagt:

    Meine absolute Lieblingsradiosendung ist ja sonntags Sanft & Sorgfältig auf Radio 1 aus Berlin, grandiose skurrile Satire, hier gibt es die podcasts http://www.radioeins.de/archiv/podcast/zwei_alte_hasen.html . In der Sendung vom 09.02.2014 erwähnen sie auch die Volksabstimmung bei 28:50: Heute stimmen die Schweiter darüber ab, ob sie alle Ausländer in die Berge treiben möchten und dann da die Schlucht runter schubsen. hahaha

  • Patient sagt:

    Jaaaaaaa ich weisss! Nach dieser Abstimmung bin ich Rassist, Ausländerfeindlich und Dumm. Schön gibt es Leute die Andersdenkende beleidigen. Aber ja mit der Rassismusskeule wird jede sachliche Diskusion überflüssig, eine wirklich bequeme verbale Endlösung. Normalerweise kommen solche Ansichten aus der rechten Ecke, naja wie sich die Zeiten ändern…….

    • Alex Flach sagt:

      Das mag sein, aber darum ging’s in dem Text ja nicht, sondern darum, dass das Nachtleben die Chance verpasst hat hier mit zu diskutieren obwohl nah am Geschehen. Ob die einzelnen nun Ja oder Nein gestimmt haben ist dabei egal. Denkst du immer es gehe um Dich? 🙂

  • Sarah sagt:

    Gerade in nicht-akademischen Berufen ist die Ausländerfeindlichkeit hoch, denn Unwissen führt zur rechten politischen Radikalisierung, das war global schon immer so und ist auch heute in der Schweiz nicht anders.

  • Bea sagt:

    Es ist wirklich ein geistiges Armutszeugnis, wenn sich die Kulturbranche bei so bedeutenden politischen Themen devot verhält und von der Kulturfreiheit keinen Gebrauch macht, die damit als de facto nicht genutzt nicht vorhanden ist.

  • Maiko Laugun sagt:

    Es ist hoffentlich allen bewusst, dass die Schweiz damals der PFZ nur zustimmte, weil sie einen akuten Mangel an hoch qualifizierten Türstehern hatte. Als Lösung werden nun halt diejenigen, die zuvor an der Türe abgewiesen wurden diese Lücke füllen und sich selbst vor diese stellen. Die Clubs werden die Schweiz auch nicht in Richtung EU verlassen, denn die Stammkundschaft würde niemals einen Fuss in die Fremde setzen, denn dort würden sie ja Gefahr laufen, als Ausländer selber keinen Einlass zu finden. Wahrlich ein Dilemma….

  • morfeo nero sagt:

    Alex vielen Dank für den Artikel.

  • Darja Rauber sagt:

    Im Anfangssatz dieses Beitrags steht es klipp und klar: Was des Nachts und im Ausgang gerne „überkocht“, ist das Testosteron. Ich behaupte jetzt mal rundweg, dass mind. drei Viertel aller Schlägereien und Pöbeleien auf männliche Täter zurück gehen. (Ja, dass es auch „Bitches“ gibt, ist mir bewusst!). Trotzdem fordert niemand, den Ausgang zur „männerfreien Zone“ zu machen! Wäre ja auch langweilig! 🙂 Aber mit Erlaub: Die Nationalität ist sicher nicht DAS Kriterium, wonach jemand Zutritt in einen Club haben darf oder nicht! Der Alkohol wirkt bei jungen Schweizer(Innen) nicht minder enthemmend! Und auch viele Türsteher und Clubbesitzer haben einen Secondo-Hintergrund…

  • Filmüz Rittertürk sagt:

    ausserdem soll man nicht immer alles so verbissen sehen!

    wolle memphis!? 🙂

    • Adam Gretener sagt:

      Rittertürk, Sie nehmen uns doch nur die Frauen weg.

      Finde auch, zurück zum lästern und schnacken. Dieser verbale Weltkrieg geht mir langsam auf die Nieren. Evtl. war es aber auch das viele Bier.

      Mund abwischen und weiter.

  • Philipp Rittermann sagt:

    na ja. „kein kommentar“ ist schon ein bisschen schwach. ausserdem können die clubs ihre gäste ja so oder so in eigenverantwortung reinlassen oder nicht. ich finde, dass man dies nicht unbedingt ins thema ausländer oder nicht, einbringen kann. tatsache ist, dass etliche clubs wohl ganz einfach keine einheitlichen richtlinien aufweisen aufgrund der – sagen wir mal – halbseidenen geschäftspolitik und interessenslage…

  • Felix Frei sagt:

    Interessanter und guter Blogbeitrag! Mich erstaunt bzw. befremdet es, dass sich zb auch keine schweizer Popkünstler (zb. Bligg) dazu geäussert haben. Viele Künstler sind ja Secondos und waren ja in einem gewissen grad persönlich betroffen ausserdem haben sie ein interesse an einer offen und vielfältigen Schweiz. Aber da kommt ja dann immer die Ausrede, das man Kunst mache und dies nix mit Politk zu tun habe.

    • SrdjanM sagt:

      Es haben sich schon einige zu Wort gemeldet, und sie müssten einiges an Schlägen unter der Gürtellinie einstecken. Und wenn man von der Musik leben will, muss man sich die Prioritäten genau Überlegen und das kann ich gut verstehen und akzeptieren.

  • Romain sagt:

    SVP und Fremdenfeindlickeitsabstimmung sind klar rassistisch, und wer sich damit entsprechend identifiziert, muss sich die Einordnung als Rassist gefallen lassen, Vergleiche mit der NSDAP, besonders in ihrer Anfangszeit, können herangezogen werden, sollten jedoch auch wissenschaftlich untersucht werden. 🙂

    • Lukas Engler sagt:

      Wohl nicht ganz bei Trost! Wer gegen die Masseneinwanderung ist, ist noch lange nicht rassistisch! Unser Land ist viel zu klein!

      • Samuel sagt:

        Nur weil Sie das so wollen können sie den massiven Rassismus in dieser schweizer Realität und besonders der SVP und Fremdenhassabstimmung nicht leugnen.

      • tststs sagt:

        Jup, viel zu klein für soviel Kleingeistigkeit 🙂

      • tststs sagt:

        So, und jetzt noch ernsthaft.
        Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass wir am Wochenende über Masseneinwanderung abgestimmt haben? (über was? a) ob es so etwas überhaupt gibt? b) ob es sich um normale Migration oder um Massen handelt? c) ob Schweizer zukünftig nur noch in Massen (mit langem aaaa) in die Ferien dürfen?
        Über all diese Dinge (Migration etc) kann man gar nicht abstimmen, sie passieren so oder so. Vor ein paar Jahren hat Schwab – man mag von ihm halten, was man will – gesagt, dass man nicht „für“ oder „gegen“ Globalisierung sein kann, sie passiere ganz einfach.
        Das selbe gilt IMHO für Migration. Wir können nur noch das beste daraus machen…
        Ach ja, damit ichs auch noch wiederholt habe: das Einzige, was man machen kann, das Land so unattraktiv gestalten, dass niemand mehr kommen will. Und schauen Sie, sogar Nordkorea hat noch Tourismus…

    • Alex Flach sagt:

      Romain; die NSDAP war von Beginn an, sprich ab dem Tag an dem sie aus der DAP hervorgegangen ist, antidemokratisch und explizit antisemitisch. Schnell installierte sie dann jene Ideologie, welche die industrielle Vernichtung von Millionen von Menschen ermögliche und gar zum Ziel hatte… es ist den Opfern dieser Ideologie geschuldet (aus Anstand, Menschlichkeit und Respekt), dass man dieses menschenverachtende, zynische und massenvernichtende Gebilde nicht leichtfertig mit anderen, heute aktiven, Parteien gleichsetzt.

      • Bea sagt:

        Die NSDAP hatte ihre Wurzeln in der DAP, die der völkischen Bewegung angehörte. Als dem völkischen Gedanken angehörend kann man auch die SVP einordnen, also wehret den Anfängen. Der Rassismus dieser Partei ist wohl von niemandem zu leugnen.

        • Alex Flach sagt:

          Von Einwanderungskontingenten bis zu Vernichtungslagern sind es aber doch einige Schritte. Jede Bewegung, die ins Extreme tendiert, verdient Augenmerk, aber diesen Vergleich zu ziehen halte ich für gefährlich: Einerseits weil er die nsdap verharmlost, andererseits weil er eine sachliche Diskussion der svp-Themen massiv erschwert, da man etwas per se Böses bereits verurteilt, bevor man darüber nachdenkt. Objektivität wird dadurch zum vornherein ausgeschlossen.

          • Beat Beats sagt:

            Der Vergleich mit der NSDAP mag sicher ein Extrem sein, beide appelieren jedoch an die niedersten Instinkte der Menschen, völkisches Gedankengut pflegen zudem beide. Die SVP ist eine rechtsextreme Partei, die und deren gefährliche Mechanismen viel zu wenig kritisiert und analysiert werden. Liegt es an der Unfähigkeit der Medien oder deren Akzeptanz der politischen Entwicklungen und geplanten Umverteilung von unten nach oben dieser politischen Interessen?

          • Braunfieber sagt:

            Flach: Sie waren vermutlich noch nie an einem SVP-Stammtisch nach genügend Bier und wenn man sich unter sich fühlt und kein linkes Gesocks weit und breit ist, da kommt dann schon mal die ganze braune Gülle hoch bei diesen „Supereidgenossen“ — so hat es bei der NSDAP auch mal angefangen….den Schluss kennen wir ja

  • Remo Anger sagt:

    Wieso wird die MEI immer mit Rassismus in Verbindung gebracht? Es ist auch noch kein Kosovar dank der Pfz in die Schweiz gekommen.
    In der MEI ging es weder um Gewalt, Abschottung oder Fremdenfeindlichkeit. Es ging einzig um die Frage, ob die wirtschaftlichen Interessen höher zu gewichten sind als die Schönheit der Schweiz. Muss die Bevölkerung der Wirtschaft wegen jedes Jahr um 1% wachsen, oder müssen andere Ansätze gefunden werden? Wollen wir eine Überbevölkerung riskieren oder ist eine 8Mio-Schweiz genug?

    • Alex Flach sagt:

      Es geht in dem Beitrag nicht um Ja oder Nein, sondern um Diskussionskultur im Allgemeinen und um die Informationssperre seitens Nachtleben im Speziellen. Und da muss ich zugeben, dass die Befürworter der Initiative, wie Adam Gretener unten schon sagt, besser und geschlossener argumentiert haben – selbst wenn für einen selbst diese Argumente nicht stechen (z.B. was hat die Schönheit der Schweiz mit dem Ausländeranteil zu tun…). Aber eben.. DAS ist immerhin ein Diskussionsbeitrag. Einer der seltenen in diesem ganzen Hickhack, v.a. mit Blick auf Facebook…

    • Adam Gretener sagt:

      Weil das alles nur vorgeschobene Gründe sind für ein latent vorhandenes, diffuses und fremdenfeindliches Grundgefühl ist. Nicht alle, klar. Aber lesen Sie mal die Kommentare auf dem Tagi, da wird offen gesagt was man so denkt. Pack repatriieren, ausbürgern usw.

      • Roman Rebitz sagt:

        Immer komisch das sich gewisse „Branchen“ nicht dazu äussern, die scheinen einfach keine eigene Meinung zu haben.
        Es gab nun mal für viele Gründe Ja zu stimmen, bei den einen rassistische bei den anderen Umweltschutz usw….für jeden etwas dabei. Ich habe ein Problem mit der SVP und den Rechten aber wenn alle anderen am Schlafen sind kommt halt der Wolf in den Hühnerstall. Die Gegner wollten es einfach aussitzen.

        • Alex Föach sagt:

          Ja… in einigen Branchen existiert tatsächlich die Furcht, eine eigene Meinung könnte dem Geschäft abträglich sein…

    • tststs sagt:

      Vorab muss ich sagen, dass das Nein-Lager (zu dem auch ich gehöre) jetzt mehr am rumheulen ist, als die SVP je Horrorszenarien jeweils vor den Abstimmungen verstreut hat….

      Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen Hr. Anger: Zu behaupten, bei der MEI ging es um eine Abwägung zwischen landschaftlicher Schönheit und Wirtschaft, wäre ungefähr so vermessen wie zu behaupten, die Abtreibungsfinanzierung sinitiative sei eine Abstimmung zur massiven Kostenersparnis in den KKs gewesen. Beides ist absoluter Humbug. Beides löst die eigentlichen Probleme nicht.
      Und ich wiederhole mich: wenn die 8-Mio-Schweiz das Ziel ist, dann ist ein Bümslimoratorium bis 2019 sicher zielführender!

      Und nun on-Topic: einerseits verstehe ich die Aufregung, andererseits: come on, mehr als die Hälfte in diesem Land hat sich nicht dafür interessiert… und ob das Schweigen nicht die bessere Variante war (mal will ja nicht das gegnerische Lager bestärken), ist durchaus eine Überlegung wert…

      • Adam Gretener sagt:

        Also Frau tststs, wenn Sie noch einmal ihre Moratorium-Idee unters‘ Volk bringen, dann muss ich mal ein ernsthaftes Wörtchen mit Ihnen wechseln. Sind Sie des Wahnsinns? 🙂

        • tststs sagt:

          Herr Gretener, keine Angst, ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass das, was Sie und ich – unabhängig voneinander – treiben, nicht mit dem Wort „bümsle“ umschrieben werden kann… 🙂 Das ist für Leute, die den Schiss vor Dingen haben, die sie gar nicht kennen…

          Des Wahnsinns? Master of Disaster!

          • Adam Gretener sagt:

            Ich bin mittlerweile genug reif um ein Fettnäpfchen zu erkennen, bevor ich mehrmals reintrampe.

            Darum: Sie sind ein Menschenkenner!

          • Adam Gretener sagt:

            Frau Tstsescu, das mit der Reife war eine infame Lüge meinerseits. Ich habe ja unter meinem Bett immer ein Jagdhorn welches ich erklingen lasse, bevor es daran geht, ans bümsle. Frottee-Schweissband und Stirnlampe dürfen auch nicht fehlen.

            Oh, da ist es wieder.

        • Irene feldmann sagt:

          Dacht Ichs mir doch….dä Adam ä bünzlii Schwiiizer. ..:)

        • Hans sagt:

          So, nehmt euch ein Zimmer.
          Es hat ja jetzt wieder, wo die MEI angenommen und somit alles Übel der Welt inkl. Wohnungsnot behoben wurde.

      • Erich k sagt:

        80’000 Leute, die netto pro Jahr in die Schweiz einwandern haben durchaus einen Einfluss auf das Bild der Schweiz. Vielleicht merken Sie das in der Stadt Zürich nicht, den die Stadtzürcher Politiker redden zwar gerne davon, man solle verdichtet bauen, aber bitte dann nicht in der Stadt Zürich selbst. Solange die Stadtzürcher also noch ihre Wohnung zahlen können (oder eine vom SP-Filz teilweise auf Kosten der restlichen Steuerzahler ergattern können), dann merken diese nicht viel davon. Die richtig hässlichen Neubauten entstehen in der Agglomeration. Und am Wochenende steht man im Stau, wenn man mal in die Natur raus möchte. Aber das machen ja auch nur egoistische Autofahrer, mit dem Zug dauert es für einen Agglo-Bewohner ja schon eine Stunde, bis er mit den Skischuhen am Hauptbahnhof steht…

    • Sally Tomato sagt:

      das es immer mehr menschen auf planet erde gibt, kann niemand stoppen. es ist nun mal so. hat nichta mit nationalität zu tun.
      ich habe die kommentare zum JA in 20min, NZZ, Tagi etc. gelesen, sehr sehr viele sind rassistisch.

    • Hannes Müller sagt:

      Für mich war das auch eine Abstimmung über Grenzkosten und Grenznutzen. Ich habe genau aus diesem Grund Ja gesagt zur Initiative.

      Wer jetzt Xenophobie und Rassismus schreit, den bitte ich um die email Adresse, dann kann ich jeden Tag nachfragen, was ich gerade denke.

      • Samuel sagt:

        Gedanken zu Grenzkosten und Grenznutzen von Menschen sind zutiefst inhuman und unchristlich.

      • tststs sagt:

        ähm ja, es waren ja hauptsächlich Ausländer, die das ländliche Land mit ihren Hüsli zersiedelt haben. Oder was meinen Sie mit Grenznutzen.
        Ehrlich, wie sollen Ausländer gleichzeitig die Städte, die Autobahnen, die ÖVs und auch noch die Gefängnisse verstopfen…
        Läck Bobi, von so viel Multitasking können wir noch was lernen…

        Uuuund, Sie sollten sowieso jeden Tag nachfragen, was Sie denken 😉

        • Hannes Müller sagt:

          Grenznutzen kann man bei Wiki nachlesen. Wenn mit mehr Zuwanderung der volkswirtschaflitche Ertrag pro Kopf sinkt, dann ist der Grenznutzen negativ, und das werden auch Sie früher oder später merken – und das dann einhergehend mit ein bisschen weniger Bäumen.

          • tststs sagt:

            Wiki Oton:
            „Grenznutzen ist ein Begriff aus der Wirtschaftswissenschaft. Der Grenznutzen eines Gutes bezeichnet den Nutzenzuwachs, den eine Person oder Gruppe durch eine zusätzliche Einheit dieses Gutes erhält. Mithin ist der Grenznutzen das Differential der Nutzenfunktion.“
            Und irgendwie steht da gar nichts vonwegen „Ausländer nutzt“ und „Innländer nutzt“.

            Und ganz ehrlich, jede Statistik die eine DIREKTE KORRELATION von zwei völlig verschiedenen Sachverhalten (Migration und BIP) herstellt, ist sowieso zu misstrauen…

    • Markus Eisenring sagt:

      Wenn es wirklich darum gehen sollte, die Schönheit der Schweiz höher zu gewichten als wirtschaftliche Interessen (Schönheit kommt bei der Maslowschen Bedürfnis-Pyramide aber erst weit oben!), wieso wählt ihr Ja-Sager dann einen Ansatz, der die Schuld an den realen und gefühlten Problemen allein auf Ausländer abwälzt. Und der ein einzelnes Element des Vertragswerks mit der EU rausbricht, nämlich genau die Bewegungsfreiheit von Menschen – und nicht z.B. die Freiheit des Kapitals. Warum diesen Ansatz, der es klar darauf abgesehen hat, die Rechte der ausländischen Arbeiter zu beschränken, nicht die Zahl der Einwandernden. Ich meine, wo Fremdenfeindlichkeit rauskommt, muss Fremdenfeindlichkeit drin sein!

  • Ali sagt:

    Ich habe gegen die MEI gestimmt. Trotzdem brauche ich keine Statistiken, um zu wissen, dass eine Gruppe junger Kerle aus dem Balkan ein wesentlich höheres Problempotenzial bedeuten kann, als eine Gruppe bärtiger Hipster.

    • Alex Flach sagt:

      …genau hier wäre es doch beispielsweise spannend gewesen Statements von Leuten zu kriegen, die auf einen umfangreichen Fundus an eigenen(!) Erfahrungen zurückgreifen können. Aber es ist nichts gekommen.

      • Ali sagt:

        Ich war zwei Jahre Einlasser eines bekannten Zürcher Clubs. Sollte als wissenschaftliche Erhebung reichen.

        • Alex Flach sagt:

          …genau darum geht’s ja in dem Text; leider haben sich all die Leute mit unmittelbarer Erfahrung sehr aus der Diskussion rausgehalten.

        • tststs sagt:

          Ali, Du bringst sicher viel Erfahrung in diesem Bereich mit; aber von einer „wissenschaftlichen Erhebung“ sind wir noch weit entfernt 😉

    • Adam Gretener sagt:

      Es ist eben so eine Sache, wenn man für seine Meinungen und Entscheidungen glaubt, keinerlei Grundlagen zu brauchen. An jeder Dorfchilbi schlägt der eine Schweizer dem anderen die Faust oder den Krug in’s Gesicht. Solche Geschichten schaffen es einfach nicht bis in 20Minuten.

    • tststs sagt:

      Ich habe gegen die MEI gestimmt. Trotzdem brauche ich keine Statistik, um zu wissen, dass eine Gruppe von jungen Menschen aus dem Geschlecht der Männer ein wesentlich höhere Problempotenzial bedeuten kann, als eine Gruppe Intimbart tragender Hippesterinnen.

      Ich habe gegen die MEI gestimmt. Trotzdem brauche ich keine Statistik, um zu wissen, dass eine Gruppe von jungen Exemplaren aus der Bullterrierfamilie ein wesentlich höhere Problempotenzial bedeuten kann, als eine Gruppe von Bartagamen.

      Ich bin ja dankbar, dass solche Statistiken nicht Ihr Abstimmungsverhalten beeinflusst haben, Ali 😉

    • irene feldmann sagt:

      ali, ein oberflaechlicher kommentar……….jede kultur hat ihre traditionen. ehre, wertschaetzung und klare regelungen wie die dinge sein sollten. nur weil diese maenner aus dem balkan kommen, sind sie nicht gefaehrlich sondern anderst in kultur…..weil WIR diese kultur nicht genug kennen und verstehen, nehmen wir das SCHLIMMSTE AN……..wie in allem was anderst ist……..ein hipster, gott hasse ich dieses stigmatische wort, ist nicht unbedingt eine banause, so wie ein balkan maennchen nicht unbedingt ein serien killer…….vorurteile sind wie immer ein zeichen von angst und dummheit,,,oeffnet euch und lernt, dann ist das leben viel spannender……

      • Roberto sagt:

        Klar geht es bei der SVP – Initiative um Rassismus, denn wenn die SVP nur einen Deut an der Schönheit der Schweiz interessiert wäre, würde sie nicht überall klemmen, wo bisher Grüne und andere Parteien die Überbauung begrenzen wollten. In der Regel ists doch toll, wenn ein Bauer mit seinem Hof bei der Umzonung zu Bauland Millionär wird und der Bauherr im Gemeinderat wird wohl auch seinen bürgerlichen Segen dazu geben.
        Der Rassismus besteht darin, dass man für Probleme der Wachstumsgesellschaft, Probleme der Umverteilung etc. einen Schuldigen findet, und das ist dummerweise der Ausländer und am Besten noch der Ausländer, der Sozialleistungen bezieht.
        Die Lederjacke eines Tamilen oder der BMW eines arbeitslosen Ausländers erzeugen viel, viel mehr Ausmerksamkeit und vor allem Schuldzuweisung, als der edle Schlossherr Erb, der als Firmenchef die sagenhafte Deliktsumme von 7 Milliarden erzeugen konnte, also die Hälfte des gesamten IV – „Lochs“.
        Mit genau diesem Effekt, der Schuldzuweisung 1. nach unten und 2. an die Ausländer wurde die Initiative geplant und auch gewonnen. Das ist Rassismus wie er im Buche steht.
        P.S. Heisst bestimmt nicht, dass ich mit Ausländern noch nie ein Problem hatte, aber das ist eine andere Geschichte, als zur MEI ein Ja zu stimmen.

      • KMS a PR sagt:

        liebe frau feldmann – vorurteile haben immer auch etwas gutes – man kann sie revidieren, (wenn man will).

        äh. ali flach???!!! 🙂 🙂

        • irene feldmann sagt:

          herr von und zu rittersporn, was bitteschoen sollte ich genau in ihren holden augen-hinterkopf zur revidation aufgeben, erleuchten sie meine wenigkeit und die dankbarkeit wird sich in grenzen halten…………be clear cause im f……. lost…….

          • KMS a pr sagt:

            puhh frau feldmann. wieso muss man euch frauen immer alles erklären….aber gut, papi ist ja geduldig. hier ein beispiel:
            ich kann hebräisch und bin nicht beschnitten. nanana – groschen gefallen!?

          • irene feldmann sagt:

            wieder eine verdammte sauerei….rittersporn……….einmal beschnitten erlebt, nie mehr unbeschnitten verklebt…..:)

          • irene feldmann sagt:

            schluck!!! dann sind sie eine frau……………

      • Erich k sagt:

        Irene, nur mal hypothetisch eine Frage. Falls wir feststellen müssen, dass in dieser Kultur (die wir nicht kennen) Gewalt tatsächlich öfter beim Austragen von Konflikten zur Anwendung kommt? Sollten wir dies im Sinne von etwas mehr Multi-Kulti akzeptieren?

        • irene feldmann sagt:

          gewalt kommt ueberall vor, und wie bitte messen sie wo mehr von dieser herrscht? jedesmal wenn sich fremde kulturen begegnen braucht es bereitschaft, kompromissfaehigkeit und wertschaetzung….warum? damit wir schlussendlich in einer sprache kommunizieren koennen, nicht spez. jetzt in 1 SPRACHE, doch wo wissen ist, da ist ein weg……ich persoenlich finde die haeusliche gewalt kommt oefter vor als die oeffentlichen austragungen, nur ist die so tabu gehalten, dass sie so fast wie unmoeglich erfasst werden kann…….tachess, gewalt ist IMMER ein zeichen von hilflosigkeit, sei es im kleinen so wie auch im grossen rahmen, es funktioniert nie………nur geht das nicht in die koepfe…….

      • Mike sagt:

        Was für ein weltfremder Kommentar… Sie waren wohl schon länger nicht mehr im Ausgang…

        • irene feldmann sagt:

          mike was zwischen gretener und rittermann und mir ausgetragen wird steht zwar oeffentlich, doch ist schlussendlich unsere sache, vielen dank……..ihre letzte bemerkung geht voellig den bach runter……….

  • irene feldmann sagt:

    eine sehr gute ansicht der dinge, wer sich wortschwer tut versteht max. nach dem video den impact dieser konsequenz……..well done!!!

    • Adam Gretener sagt:

      Das war tatsächlich das grosse Problem der Gegner. Die Mobilisierung. Währen die Befürworter der Initiative geschlossen abstimmten, auch wenn diese gar nicht betroffen waren, dachten wir anderen, ach, das wird schon. Blöder geht es nicht mehr.

      • tststs sagt:

        Ja, so wurden wir (ach gibt das ein schönes Gemeinschaftsgefühl) von unserem Goodwill, den restlichen Mitschweizern ein wenig Grips zuzutrauen, doch ziemlich fies überrascht… Aber ja, Hauptsache alle (inkl. der EU) können jetzt ein bisschen rumzetern…

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