«Photo 14»: Inflationäre Kunst?

Bilder angeordnet wie auf einem Ausverkaufs-Wühltisch: Thematisch bunt gemixt.

Bilder angeordnet wie auf einem Ausverkaufs-Wühltisch: Thematisch bunt gemixt. (Handybild)

Ich hätte es besser wissen müssen und nicht an die Eröffnung der jährlichen Werkschau «Photo 14» gehen, sondern mir die Bilder am Sonntagmorgen früh zu Gemüte fuhren sollen. Es waren einfach zu viele Menschen da. Menschen, die mich an meine Zeit im Kunststudium erinnerten, als ich mich mit dem Verschlingen von Gratishäppchen und Weisswein an Vernissagen über Wasser hielt.

Ich habe selten so viele  Worte wie «Goldener Schnitt», «herausragende Komposition» oder «kreative Lichtgebung» und andere pseudofachlichen Einschätzungen aus den Mündern von Menschen gehört, die sonst (wie ich) Hundebildli auf Facebook liken. An der «Photo 14» ist plötzlich jeder Kunstsachverständiger und  Fachperson.

Hat sich sowohl die Fotografie, wie auch die Befähigung zur Kritik, durch die unendliche Verfügbarkeit von Bildern im Internet demokratisiert? Wohl nur bei der Kunstfotografie, bei der es lediglich um Ästhetik geht. Bei Editorial- oder Tierfotografie, bei der ein Fotograf noch etwas riskieren muss, wo er mitten ins Geschehen taucht, um mit einem Bild die Situation zu illustrieren, sind wirklich noch Fachleute gefragt. Da sind herausragende Talente auch schnell zu erkennen. Die Künstler unter den Ausstellenden mussten sich da der zeitgeistigen Konkurrenz der digital frei verfügbaren, beliebigen Schönheit stellen.

Ich persönlich halte nicht viel von Kunst. Oder Kunstkritik. Entweder mir gefällt ein Bild – oder eben nicht. Und das kann, ehrlich gesagt, eben auch eines der oben erwähnten Hundebildchen auf Facebook sein, oder ein Handyföteli von einem verklebten Kaugummi auf einem Tramsitz. Mich interessiert meist nicht, was für ein geiles Konzept hinter einem Bild steht. Insofern haben es die Fotografen, die an der Werkschau ausstellen, auch wirklich schwer. Ihre Bilder kämpfen gegen die Flut von Milliarden Bildern im Web an (alleine auf Facebook sind es 230 Milliarden) und ausserdem ist heute ja jeder ein wenig Künstler, solange er ein Smartphone mit Kamera und eine Filter-App hat.

Wie um der Bilderflut der Sozialen Medien etwas entgegenzusetzen, haben sich die Macher der «Photo 14» auch dieses Jahr für Masse statt Klasse entschieden.  So wirken die drei Hallen voller Fotos ein wenig wie die Pinterest-Seite eines Teenagermädchens, das zuviel Zeit hat, um kreuz und quer durch jedes Thema ein paar Hundert hübsche Bildchen zu posten. Erstens waren da viel zu viele Bilder, man hätte mit einem Viertel der Ausstellenden, einer strengeren Auswahl und einem vorgegebenen Thema dem einzelnen Fotografen UND dem einzelnen Bild mehr Geltung verschaffen können. Und Zweitens war für mich nicht zu erkennen, wie die Ausstellung fachlich unterteilt war: Portraits von mexikanischen Gangmitgliedern (die waren übrigen letztes Jahr auch schon dabei) wechselten sich mit Modefotografie, Kitschpostern, einigen Landschaftsbildern und brutalen Photoshop-Orgien ab.

Ich habe wirklich viele Bilder gesehen (zwischen Beinen und Handtaschen anderer Besucher hindurch), die mir sehr gut gefielen. Und auch sehr viele, die ich banal oder mittelmässig fand. Und, wie gesagt, das einzelne Bild hatte zwischen den Hunderten anderer Fotos kaum Platz, um Kraft und Wirkung zu entfalten. Zudem wurden die Bilder alle auf Kniehöhe auf flachen Kästen präsentiert, was dem Betrachter keine Möglichkeit gab, durch Nähe und Distanz die Aussage eines Bildes zu ergründen. Naja, man hätte sich hinknien oder in die Luft springen können.

Und sonst so? Natürlich wars auch wieder ein Abend der Blofeld-VIP-Klique. Alle Promis der Stadt waren da – sehen und gesehen werden, was man an den Leuten erkannte, die wohl auf der Einladung nur «Photo» entzifferten und dann in den begehbaren Kleiderschrank stürmten, um sich auf ein Shooting vorzubereiten. Für mich bedeutete das in erster Linie Hände zu schütteln, zu lächeln, wieder Hände zu schütteln und mich von PR-Leuten für ältere Blogposts zusammenstauchen zu lassen. Daily Business also.

Aber ich bin selbst Schuld, ich hätte zuhause bleiben und mir die Handyföteli der Leute ansehen können, die an der «Photo 14» waren und alles für Facebook ablichteten. Doch ich geh sicher nochmals vorbei. Sind doch in der Masse sicher noch einige Leckerbissen zu entdecken, die man mit Platz und Musse auch findet.

59 Kommentare zu ««Photo 14»: Inflationäre Kunst?»

  • Dominic sagt:

    Verstaubt, nostalgisch, abgetragen. Von Kunst sollte da keinesfalls die Rede sein: Da wird wohl nicht fünf Schritte vor die Linse gedacht – da wühl ich mich lieber durch Magazin o.ä. covers als mir dieses narzisstische Fotografenejakulat reinzuziehen.

  • KMS a PR sagt:

    kunst ist es, sich mit dem leben zu vertragen. ehrlich. kommerz ist für sammler.

  • Gertrud Schneider sagt:

    Da ist er wieder: der typische Dünkel von Leuten, die Kunst für Entertainment halten. Im Widerspruch dazu glaubt der Autor „pseudofachliche Einschätzungen“ zu verorten. Wenn Photographieren tatsächlich weniger anspruchsvoll ist, berechtigt das noch lange nicht dazu, jede Kunst und Kritik als solche abzuwerten. Kunst ist Geschmackssache in den Sinne, dass es, um etwas zu erkennen, einer trainierten Sinneswahrnehmung bedarf. Wer nie gelernt hat, mit der Zunge zwischen verschiedenen Geschmacksnoten zu differenzieren, hat einfach weniger zu sagen. Da kann eben auch ein überzuckerter Hamburger „gefallen“. Wer sein Auge trainiert hat, vermag mehr Aspekte wahrzunehmen. Sein Urteilsvermögen wird damit schärfer. Ich verzichte daher gerne auf Kritiker, die nur ihren eigenen Geschmack in den Vordergrund stellen, und bevorzuge jene, die mir auf intelligente Art etwas zu sagen haben, auch wenn es sich nicht mit meinen eigenen Folgerungen deckt. Denn an jenen kann auch ich mein Urteilsvermögen schärfen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Komisch, der Autor hat Kunst studiert. Und sogar eine Weile von seiner Kunst ganz gut gelebt. Und findet vielleicht gerade deshalb diese elitäre Kunstattitüde, deren Vetreter und die Kunstkritiker, also der ganze sich gegenseitig streichelnde Kunstkuchen als aufgeblasene Pest. Und wie gesagt, als elitär.

      • Gertrud Schneider sagt:

        Ja, hoffentlich gibts noch Eliten, Wenn der Kunstkuchen schon aufgeblasen ist, warum sollte ich mich dann mit dem Geschwätz von Amateuren abfinden? Ich habe ein subtiles Argument gegeben, warum mich Ihre Belehrungen nicht interessieren. Sie haben mir darauf nicht geantwortet, sondern mir ein weiteres Mal Ihren Dünkel vor Augen geführt. Was soll ich von jemandem halten, der sich nur um der Abgrenzung willen von den „bösen Eliten“ abgrenzt? Wenn das das einzige „Distinktionsmerkmal“ ist, was bleibt dann an Substanz übrig? Ich hätte mir eine differenzierte Kritik gewünscht. Sie beschränken sich auf Schilderungen Ihrer Befindlichkeit während des Besuchs. Ich hätte mir gewünscht, ein Zeitungsbericht würde mir etwas über die Inhalte der Ausstellung sagen. Das verstehe ich unter Information. Stattdessen schiebt sich der Betrachter unangenehm in den Vordergrund, um mir seine „Anti-Kunsttheorie“ zu präsentieren. Das will ich nicht lesen.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ja, da haben wir ja das Problem. Dies hier ist ein Blog, subversiv, subjektiv und ohne den geringsten Anspruch auf Objektivität. Wir machen die demokratschste Form von Media, wir machen Web 2.0.

          Ich persönlich halte noch immer nicht vuel von Eliten. Jede Elite leidet unter Arroganz und Egozentrik. Und ehrlich, ich dachte auch Mal, elitäres Gehabe würde meinen Status oder mein Lebensgefühl aufwerten. Tut es nicht. Wer sich oder andere als Elite betrachtet, hat nichts verstanden.

          • Gertrud Schneider sagt:

            Ich habe keine Ahnung, was Sie unter „elitärem Gehabe“ verstehen. Ist der Elektriker auch elitär, wenn er mich belehrt, dass ich einen Anschluss falsch montiert habe, und erklärt, wie es richtig ist? So gesehen kann man jede Berufsgattung abwerten, indem man ihr Fachwissen bestreitet. Ich habe daher keine Mühe, jemanden, der sich mit etwas vertieft befasst hat und auf dem entsprechenden Gebiet einen Leistungsausweis hat, als „Elite“ zu bezeichnen. Ob das ein Koch, eine Physikerin, eine Krankenpflegerin oder ein Künstler ist, spielt keine Rolle. Wer das bestreitet, hat nichts verstanden.

            • Réda El Arbi sagt:

              Stromschlãge und Kabelbrände sind nicht Geschmackssache …

              Ausserdem macht niemand einen Anlass mit Cüpli und dämlichem Smalltalk, grosskotzigen Sprüchen über Elektrizität und tiefsinnigen Gedanken zu den drei Löchern zur Einweihung einer Steckdose.

          • Rosa sagt:

            Reda at its best hahaha! Kunst ist eben Geschmackssache und wer/ welche dort Deutungshoheit für sich beansprucht ist eben elitär, denn er/ sie intendiert, dass alle anderen Meinungen/ Geschmäcker unwesentlich sind. Wenn mir ein/e Bild/ Vernissage nicht gefällt oder ich es/sie für gehypet halte, dann ist das so und hat für mich Gültigkeit unabhänging von irgendwelchen selbsternannten gertrudischen Foto-Profs, die denken, einem die, belegt durch eigenes elitäres Gehabe, selbst nicht verstandene Welt erklären zu müsen.

          • Gertrud Schneider sagt:

            Rosa, es ist interessant, dass Sie mich hier auf dieser Plattform beleidigen dürfen. Ich mache Sie aber gerne auf Ihren Widerspruch aufmerksam: Wäre Kunst reine Geschmackssache, könnten Sie gar nicht behaupten, dass ein Kunstwerk „gehypt“ wird. Es ist wie an der Börse: Wenn Sie davon reden, dass etwas „überbewertet“ wird, nehmen Sie bereits einen verbindlichen Massstab in Anspruch. Ich halte einen „Journalismus“, wie ihn Réda El-Arbi praktiziert, für völlig überbewertet. Auf dieses elitäre Gehabe von Leuten, die nur ihren persönlichen Geschmack (nämlich die Meinung, dass es keine Eliten gibt) für verbindlich erklären, kann die Gesellschaft verzichten. All diese subjektive Zur-Schau-Stellung persönlicher Befindlichkeiten wird das Publikum bald wieder langweilen. Man wird sich zurücksehnen nach Fachleuten, die einem interessante Sachen in einfachen Worten zu erklären vermögen, weil sie sich damit ernsthaft auseinandergesetzt haben.

            • Réda El Arbi sagt:

              Und Gertrud, sobald Sie verstehen, was ein Blog ist, und was Blogger tun, dürfen Sie gerne Kritik am „Journalismus“ üben. Und bis dahin dürfen Sie gerne einer Elite folgen. Und bitte, Fachleute für Kunst? Wer könnte das wohl besser als jemand wie ich, der Kunst studiert hat. Tja, wie gesagt, besser zielen.

    • Roland sagt:

      Gertrude, nicht jede Kunst ist gleich heisser Scheiss, nur weil es heute üblich ist, dass alle weichgespülten Hipster alles fascinating finden, was ihnen vor die naiven Kulleraugen kommt.

      • Gertrud Schneider sagt:

        Nicht jede Person im Internet will gleich per Du mit Fremden sein. Danke! Was ich gesagt habe und was Sie mir nur in den Mund legen, entnehmen Sie bitte dem Kommentar über Ihnen.

  • Bruno Menzi sagt:

    „Bei Editorial- oder Tierfotografie, bei der ein Fotograf noch etwas riskieren muss, wo er mitten ins Geschehen taucht, um mit einem Bild die Situation zu illustrieren, sind wirklich noch Fachleute gefragt.“

    Schade dass einer, welcher sich sogar beruflich die Mühe macht eine Fotoausstellung zu besuchen, offensichtlich schon lange nicht mehr merkt, wie auch die Bildqualität („Aussage?“) in professionellen Publikationen, zu weniger aufsehenerregenden Themen als oben beschrieben, seit dem Aufkommen des digitalen Knipsens leider arg abgenommen hat.

  • Elena Parris sagt:

    Ich bin selbst Fotografin, habe bis anhin zwei Bücher lanciert und verschiedene Ausstellungen in Luzern, Zürich und Berlin gehabt, und erlaube mir nachfolgende Beurteilung zur Photo14. in der Tat weiss man nicht, nach welchen Kriterien das sogenannte „Kuratorenteam“ die Bild-Auswahl traf.
    Leider fehlen grösstenteils die Bildinhalte, viel zu viel gesuchte Lässigkeit. Natürlich kann eine am PS bis zur Unkenntlichkeit abgewandelte Tulpe auch seine Witzigkeit haben, aber ob dies sehenswert ist, stellt sich als ein anderes Thema dar.
    Ich meinerseits ziehe Werke mit einer Aussage vor, da ich auch der Meinung bin, dass Kunst durchaus mal unbequem sein kann und sollte.
    Sie nennt sich Werkschau, das heisst jedoch nicht, dass nicht Werke mit einem. z.B. sozial-politischen, oder mit andersweitigen interessanten, polarisierenden Inhalten gezeigt werden könnten.
    Nur, das wäre dann wirklich mehr Qualität anstelle der Quantität, wäre viel anspruchsvoller und würde eventuell die Kasse nicht so klingeln lassen. Es liegt ja auf der Hand, dass die Organisatoren Ausstellungswillige aus der Region bevorzugen, da damit auch gewährleistet ist, dass das gesamte Umfeld dieser Personen an die photo 14 kommt und Eintritt zahlt.
    Elena Parris

  • Satyr sagt:

    In lächerlicher Art und Weise versucht Redalein noch Vergleiche zwischen ästhetischer Fotografie und Tierfotografie zu ziehen.

    In jedem Themengebiet der Fotografie sind Fachleute gefragt. Wer die Materie kennt, der weiss das.
    Ausser der Schreiberling Reda, der sowieso immer recht hat (haben will).

    Reda, du hast weder von Kunst noch von Fotografie eine Ahnung, du hast nur deinen Scheuklappenblick und eine grosse Schnauze, aber keine Kompetenz um Fotografie zu beurteilen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ach Satyr, ich nehme mal an, du versuchst noch immer, irgendwelche jungen Frauen für Aktfotografie in deine Wohnung zu locken, wie früher. Das scheint nicht zu funktionieren, sonst würdest du wohl nicht in jeder meiner Publikationen versuchen, anonym dein Gift zu verspritzen. 😉

      Ach ja, hier bin ich in den Antworten auf deine nicht besonders mutigen anonymen Angriffe sehr zurückhaltend. Auf den anderen Portalen getraust du dich ja nicht mehr, zu kommentieren. 😀

  • Art Director sagt:

    Alles ist Kunst, aber nicht selten ist Kunst heute langweilig.

  • Nicolas Python sagt:

    Ein geiles Konzept hinter einem Foto sieht man auf dem Foto. Sonst ist es kein geiles Konzept und irrelevant.

  • Armando Vonwattenwyl sagt:

    Das einzige, was dem noch hinzuzufügen ist: Es ist auffällig, dass die Qualität der Bilder und deren Aufmachung deutlich besser wurde. Kaum eine Präsentation, die nicht auf Alu oder Plexiglas aufgezogen ist. Fantastische Druckqualität. Dennoch sehr viele Bilder, die keine Aussage haben, aber auch einige wirkliche Perlen darunter.
    Wieso Philipp Keel so hochgejubelt wird, verstehe ich nicht (muss ich auch nicht). Den Diogenes-Verlag führt er gut, seine Kunst (der ich Vitamin-B-Bonus unterstelle) ist recht belanglos. Der Mann mag Klug sein und eine beneidenswerte Ausstrahlung haben, aber einige Fotos auf den Styroporboxen hätten es mehr verdient, an der grossen Wand zu hängen als die seine.

  • Patrick sagt:

    Ach Réda, du willst es doch auch – für dich liegt doch ein normaler Besuch ohne VIPs und Züri Prominenz gar nicht drin… 😉

  • Pascal Bruder sagt:

    Ich gehe schon seit Jahren nicht mehr an die „Photo XY“ – obschon ich selber Fotograf bin und mich sehr für Fotokunst interessiere. Aber diese Blofeld-Clique und ihr Konzept für die Massen passt mir einfach gar nicht. Mittlerweile verwenden sie ja die gleiche Strategie für alle möglichen Themen: Fotografie, Grafik, Architektur, etc… Und immer geht’s um’s Gleiche: möglichst viele Aussteller und möglichst viele Besucher in möglichst kurzer Zeit in einen Raum quetschen. Also Quantität vor Qualität.
    Der Aussteller bezahlt und der Besucher bezahlt gleich nochmals – und Blofeld kassiert. Das Ganze ist in keiner Weise reflektiv oder irgendwie thematisch durchdacht (ausser kommerziell natürlich).
    Ich frage mich immer wieder, warum sich die Leute das antun (Besucher und Aussteller) – und noch schlimmer: warum lassen sich grosse, bekannte, erfolgreiche, gute Fotokünstler für sowas einspannen? Ich will gar nicht wissen, was die für Gagen kassieren, damit sie sich dazu bereit erklären, bei so einem Grümpelturnier der Fotografen mitzumachen…

    • Markus Hutter sagt:

      Ich gehe gerne dort hin weil das Ganze in keiner Weise reflektiv oder irgendwie thematisch durchdacht ist. Mich interessiert Fotografie nicht wirklich gross. Aber mich faszinieren schöne Fotos seit ich denken kann.

  • Ganz cooler Bericht. Klasse Schreibstil. Wollte eigentlich Morgen an die P14. Geh dann wohl auch am Sonntag morgen früh 😉

  • Sara sagt:

    Die Photo 14 ist meiner Meinung nach ein türkischer Basar. Hallen, die vollgestopft sind mit irgendwelchen Fotos. Da stellt sich wirklich die Frage, nach welchen Selektionskriterien vorgegangen wird. Mehr Qualität und weniger Quantität wäre wünschenswert. Die Interviews mit Lindbergh und Oliviero Toscani klingen jedoch vielversprechend.

  • Das Ausstellungskonzept der PhotoX leidet am Umstand, dass Menschen keine Giraffen sind, sondern auf zwei Beine gehen.
    Die liegende und somit kostengünstige Präsentationsform ist zwar gewinnmaximierend für das Unternehmen (alle ausgewählten Aussteller bezahlen viel Geld um teilnehmen zu können), sie entwertet aber die Werke, da kein Bild ohne perspektivische Verzerrung betrachtet werden kann. Dazu kommt, dass sich in den liegenden Fotos auch noch ein Grossteil der Hallenbeleuchtung spiegelt. Schade. Die klassisch senkrechte Ausstellungsform hätte auch den Vorteil, dass gleichzeitig viel mehr Besucher ein Bild betrachten könnten. Auch wäre die Interaktion untereinander vereinfacht, wenn nicht alle mit Kopf nach unten durch die Halle wandeln müssten.

    • Dani K. sagt:

      Natürlich beschreibst du hier einen grossen Nachteil der Ausstellung. Trotzdem frage ich mich, ob die Verbesserung der Ausstellungsart etwas ändern würde an der Langeweile, die ich empfinde beim Betrachten.

  • Name sagt:

    die photo 14 ist eine werkschau und keine kunstausstellung. wie dem wort werkschau zu entnehmen ist, geht es darum, den schweizer fotografen eine plattform zu bieten, ihre werke zu zeigen. ich weiss nicht, wo ihr alle den begriff kunst her nehmt. primär ist es doch eine plattform für fotografen, um ein direktes feedback von der öffentlichkeit zu erhalten. fadegrad is gsicht. fotokunst gibts im fotomuseum winterthur aber nicht an einer werkschau.

    • Réda El Arbi sagt:

      So einfach ist es nicht. Nicht alle Ausstellenden haben den Anspruch „Kunst“, einige haben Editorial, Stilleben, Dokumentation, Mode, aber die meisten haben ganz klar den Anspruch „Kunst“ mit ihren Bildern. Aber darum gehts nicht. Man erkennt die Auswahlkriterien für die Werkschau nicht. Und es ist nicht besonders förderlich für die einzelnen Fotografen, wenn ihre Arbeitsrichtung wie auf einem Wühltisch zwischen völlig inhaltsfremden Arbeiten herumliegen.

      • Nicht-schon-wieder sagt:

        Irgendwie habe ich den Eindruck, Sie haben immer noch nicht verstanden, worum es dort geht. Es ist eine Ausstellung fotografischer Werke des Jahres 2013. Fotografie kann in Sparten unterteilt werden. Aber das wird nicht gemacht. Es gibt ergo auch keine Sparte Kunst bzw. Kunstfotografie. Das Wort Kunst lese ich zum Glück so gut wie nie auf der photoxx und auf keiner Beschreibung kann ich mich an Kunstfotografie erinnern. Sie dagegen nutzen es schon. In der obigen Antwort mehrmals.

        Und Sie fragen sich wie gewählt wird. Das ist doch ganz einfach: schauen Sie einmal, wie Sie auswahlen. Zitat Ihres Artikels: „Entweder mir gefällt ein Bild – oder eben nicht.“. Genau so, denke ich, wählt das Kuratorium. Es gibt immer Faktoren, warum es Fotografien in die Ausstellung schaffen und andere nicht. Diese Faktoren sind menschengemacht und somit subjektiv. Genaus so subjektiv, wie Ihre Ansicht zur photo14. Was mich übrigens am meisten sorgt, ist weniger Ihre Ansicht zur photo14, sondern Ihr Verhältnis zur Kunst. Wenn Sie in fetten Lettern schreiben „Ich persönlich halte nicht viel von Kunst.“, dann frage ich mich, warum Sie sich mit Kunst und in diesem Fall mit Fotografie beschäftigen. Und sind Sie überhaupt in der Lage, mit dieser Gemütsverfassung ein nachvollziehbares Urteil abzugeben. Und so wirkt auch Ihr gesamter Artikel, sehr geehrter Herr El Arbi, wie der Aufsatz eines zornigen Teenagers über sein unbeliebtestes Schulfach.

        Ich selbst finde, dass die photoxx von Jahr zu Jahr besser wird. Es wird mehr Ästhetik gezeigt. Mehr von dem, was Menschen gerne anschauen und in vielen Publikationen (Zeitungen und Magazinen) vermissen: ästhetische, dokumentarische und entlarvende Fotografie. Um nur einige wenige Charaktereigenschaften zu nennen, was Fotografie will.

        • Réda El Arbi sagt:

          Nun, freut mich für Sie, dass es Ihnen von Jahr zu Jahr besser gefällt. Offenbar sind Sie also auch das Zielpublikum, das eine beliebige Auswahl schätzt, Bilder auf Kniehöhe liebt, Ordnung in der Präsentation hasst und Masse einer effektiven Präsentation vorzieht.

          Ich liebe übrigens Kunstwerke, ich halte nur nicht viel von der Attitüde „Kunst“. Und noch weniger von Leuten, die sich selbst damit zelebrieren.

          Was den zornigen Schüler angeht: Sie werden zuhauf Medien finden, die die photo 14 hypen und sich wie Groupies im Dunsthauch der kreativen Szene bewegen. Irgendwer muss ja auch mal auf die anderen Seiten hinweisen. Und, wie Ihnen vielleicht überhaupt nicht aufgefallen ist, ich hab nicht an den Werken gemäkelt, (die gefallen, oder eben nicht), sondern an Organisation und Aussage dieser Werkschau: Beliebig viele beliebige Fotografen sind für mich irgendwie kein Spiegel des Schweizerischen Fotoschaffens. Mir fehlt da die Struktur und eine Botschaft, die über „Hier sind noch ein paar Bilder“ hinausgeht. Einfach willkürlich Bilder kann ich auch in einem Instagram-Fotofeed haben.

          • drges sagt:

            @nicht-schon-wieder

            A:
            Zum Begriff der Ästhetik bspw. Immanuel Kant: Ein schönes Bild, eine schöne Skulptur usw. löst 1. ein Urteil als „Wohlgefallen ohne allen Interesses“ aus. Wohlgefallen mit Interesse würde bspw. eine Begierde wecken (Geld, gutes Essen, schöne Menschen, Macht usw.). Weil ohne allen Interesses reflektiert das Urteil auf sich selber ohne zu einem definitiven Schluss zu kommen (ohne allen Interesses) und 2. aktiviert damit den Gemeinsinn. Das ist ungefähr das ästhetische Urteil nach Kant.

            Sehe ich also nach Kant ein schönes Bild an, empfinde ich ein positives Gefühl von einem (intakten) Gemeinsinn, den ich mit anderen Menschen teilen will. Wenn nun in einer Gesellschaft der Gemeinsinn kaputt ist wie in den westlichen Gesellschaften, wird also die Kunst als Ästhetik im Sinne von Gemeinsinn stiftend in einer solchen Gesellschaft immer wichtiger.

            1.
            Was nun auf den Senkel geht 1.: Es scheint offensichtlich in einer strengen Lesart Kants nicht zu funktioneren, denn 1. würde es funktionieren, wäre die Gesellschaft bzgl. Gemeinschaft/Gemeinsinn (wieder) gut. 2. scheint die Wirkung schnell zu verpuffen, denn gehe ich bspw. an diese Fotoaustellung und erlebe ich ein innig Gefühl von Gemeinsinn, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wenn ich wieder auf der Strasse bin („Rahmen“, Duchamp) und ein Obdachloser kommt und fragt, hast du einen Franken, ich sage, nein, denn du würdest es für Drogen ausgeben oder das Sozialamt schaut für dich usw. Das ästhetische Urteil ist in seiner Konzeption Kants eben nicht zwingend (ohne allen Interesses), deswegen sagt bspw. Hirschhorn, „Partizipation kann man nicht erzwingen“. Diese Antinomie Kants ist heutzutage breit diskutiert.

            2.
            Was nun auf den Senkel geht 2.: Bin ich nur Bildbetrachter, erlebe ich ein innig Gefühl von Gemeinsinn. Bin ich aber der Hersteller des Bildes (bspw. Künstler), verschaffe ich dem Betrachter ein Gefühl von Gemeinsinn, stehe somit über ihm und habe mehr Macht (Gemeinsinn 2. Ordnung). Gäbe es also einen Künstler, der der wichtigste auf Erden wäre, hätte er am meisten Gemeinsinn gestiftet, die Welt geheilt und wäre gottgleich und er wäre damit der Mächtigste (bspw. „Jesus“). Vielleicht fühlt sich Jeff Koons so an. Auch darum sagen einige Künstler, 1. es sei alles gemacht und 2. es gebe keine singulären Künstlerpersönlichkeiten mehr. Einige von diesen sind aber die ersten, die dann, wenn sie die Möglichkeit bekommen, bspw. an der Art Basel auszustellen, dies sofort tun und ihr Werk auch unter dem Aspekt ihrer singulären Künstlerpersönlichkeit (Eigennamen) repräsentieren und dabei noch 1. und 2. daherlabern. So wies bspw. in der Physik immer Leute gibt, die Wichtiges leisten, wird es dasselbe auch in der Kunst geben.

            3.
            Was nun auf den Senkel geht 3.:Warum kauft ein Hedge-Fonds-Manager massenweise Kunst? Bspw. darum, weil er bezogen auf das ästhetische Urteil Kant dieses als Waffe und Schild benutzt. 1. Kann man den Manager nicht mehr eindeutig identifizieren, weil das ästhetische Urteil kein Interesse setzen kann, ich kann bspw. nicht mehr eindeutig sagen, du bist schlecht weil du ein Manager bist, 2. er sagt, weil ich Kunst habe/fördere, stifte ich Gemeinsinn (siehe dazu ein Artikel in der „Zeit“).

            usw. usw.

            Aus diesen Gründen und vielen mehr schliesse ich mich der Haltung von El Arbi an.

    • SrdjanMatejic sagt:

      Stichwort „Werkschau“:
      Ganz ähnlich wie es in der ganzen Schweiz, ja fast in jedem grösserem Kaff, eine Gewerbe-Ausstellung, Messe oder einfach nur eine „Schau“ gibt.
      Die Photo14 könnte auch etwas wie der (missing) Link zwischen abgehobenen Vernissagen in einer Nobelgalerie zum einfachen „sich zur Schau stellen“ in der Provinz werden. Werbe und Projektionsfläche gleichzeitig. Irrelevant, aber immer wieder nett, dort alte Bekannte zu treffen…
      Das ist Grund genug um mal wieder vorbeizuschauen.

    • Thomas S. sagt:

      Richtig, Im Fotomuseum Winterthur gibts auch Fotokunst.

      Diejenigen mit Interesse an Fotografie, die mit Künstlern und Fotografen niederschwellig in Kontakt treten möchten, laden wir zur kommenden Plat(t)form am 25./26. Januar 2014 ein, bei der sich 42 ausgewählte Talente aus Europa präsentieren.

      • Flo sagt:

        Ich würd gerne mit irgendsoeinem Instagrammpromi ein bisschen über irgendwelche „goldenen-Schnitt/stürzende-Linien“ Regeln von einem langweiligen, weil überperfekten Foto quatschen 🙂

    • Oliver sagt:

      Tja, eine Werkschau…ja. Für Fotografierende in der Schweiz? Hm…wenn sie dem Massenanspruch der auswählenden Gruppe entsprechen, bestimmt. Ich gebe es ja zu, vor Jahren hab ich mich selbst mal „beworben“. Meine Bilder hatte ich mit Hilfe von Fotografen der Agentur VII ausgewählt und editiert, die dann selbst an einem Abend auf dem Podium sassen. Als die Kuratorin davon erfuhr, wer mit mir die Bilder auswählte, war ihr das augenscheinlich etwas peinlich, dass ich nicht ausstelle. Wie schon in anderen Beiträgen erwähnt, liegt ja Qualität immer etwas im Relativen. Eine Werkschau, die die fotografische Arbeit der Schweiz aufzeigen will ist das jedenfalls nicht. Schade drum. Mit so etwas wie der photo xy igelt sich diese „Schweizer Fotografie“ einfach nur sehr ein. Da gab es mal deutlich bessere fotografische Qualität, die aus diesem Land hervorging.

  • Dani K. sagt:

    Ich langweile mich praktisch nur noch an den Photo1X Ausstellungen und suche schon lange nach dem Grund.
    Kann es sein, dass man wegen der unglaublichen täglichen Flut von Bildern nicht mehr merkt, was aussergewöhnlich wäre?
    Oder könnte es sein, dass die Fotografierenden allen ihren Vorbildern hinterherhinken, verzweifelt auf der Suche nach Unverwechselbarkeit, dabei aber zum tausendsten Mal gleiche Motive wiederholend?

    • Jean M Weber sagt:

      Mir geht es genau so. Darum gehe ich auch nicht mehr hin.

    • Mario Heller sagt:

      Es ist eher der unerträgliche Aufbau der Ausstellung.
      Im Helmhaus gibt es gerade eine tolle Ausstellung, kostenlos übrigens. Ausgezeichnete Fotografien, nicht zu viel und auf Augenhöhe an der Wand befestigt. Nur zu empfehlen.

  • Peter Spelt sagt:

    Die letzte Venissage zu der ich ging war in Lausanne 1993.
    Es war die künstlerische Darstellung von auf 1×1 Meter aufgeblähten Arschlöchern. Nein, keine Politiker etc. richtige Darmausgänge.
    Das war es dann auch für mich gewesen. Es interessiert mich ab da nicht mehr.
    Ich schaue mir nur noch die Klassiker an, habe mir ein Imagon aus dem Jahr 1975 zugelegt, es auf meine digitale Canon adaptiert und ich fotografiere nur für mich. Wenn es Leute gibt denen das gefällt, dann können Sie meine Kunden werden, alle anderen interessieren mich nicht mehr.
    Lustigerweise verdiene ich damit auch nicht schlechter als zuvor.
    Johann Gottfried Herder: „Kunst kommt von Können oder Kennen her (nosse aut posse), vielleicht von beiden, wenigstens muß sie beides in gehörigem Grad verbinden. Wer kennt, ohne zu können, ist ein Theorist, dem man in Sachen des Könnens kaum trauet; wer kann ohne zu kennen, ist ein bloßer Praktiker oder Handwerker; der echte Künstler verbindet beides.“

  • Geezer sagt:

    zitat von benetton-toscani im tagi-interview: „Heute ist es so einfach, ein Bild zu machen! Jeder Esel kann ein Bild machen, wenn man ihm eine Kamera gibt. So denken plötzlich alle, sie seien Fotografen. Aber dabei geht die Poesie verloren.“ ich glaube, er hat recht. die fotografie ist nicht die einzige kustform, welche heute unter den neuen technischen errungenschaften und möglichkeiten zu leiden hat. bei der musik siehts ähnlich aus….

    • SrdjanMatejic sagt:

      Kunst kann nicht leiden und neue Technologien sind nur neue Werkzeuge und neue Möglichkeiten. Es gibt heute sicher mehr Musik und mehr Bilder, aber nicht mehr Kunst und mehr Inhalt.
      Um das zu erkennen, muss man nur den Begriff „Kunst“ etwas entstauben. Theoretische Schriften dazu gibt es genügend, auch online.

    • tststs sagt:

      Die Kunst und ihre Darstellungsformen wurden demokratisiert. (Natürlich ist die Produktion der Akzeptanz, und somit auch der eigentliche Definition, voraus.)
      Ob sie deshalb „leidet“, darüber kann man geteilter Meinung sein 🙂

      • drges sagt:

        @tststs: nein ich glaube nicht dass man sagen kann, dass die kunst demokratisiert wurde. sie wurde eher neoliberalisiert.

  • markus sagt:

    Wenn man Kunst nur unter dem Aspekt ‚gefällt mir‘ oder ‚gefällt mir nicht‘ beurteilen kann, und aus dieser Perspektive eine Rezension einer Kunstausstellung schreibt, ist das etwa so, wie wenn man an einer Debatte teilnimmt und nur ‚ja‘ oder ’nein‘ versteht oder aussprechen kann.
    Es ist ok. Niemand muss an Debatten oder Diskussionen mitmachen, man kann jegliches Thema jenseits der niederen Triebe Essen, Cüpli trinken, Sex etc als unwichtig darstellen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es in unserer Gesellschaft viele Menschen gibt, die etwas mehr denken und denken wollen als bis bloss zur einfachen Lustbefriedigung.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun ja, anhand der Tatsache, dass ich Kunst studiert habe, hätte ich unwahrscheinlich viel zum Thema Kunst zu sagen. Man könnte wahrscheinlich einen Heissluftballon damit bis zum Mond steigen lassen.

      Aber erstens ist die Kritik am Anlass nicht die Kritik an Kunst, und zweitens: In meinen Augen ist Kunstkritik meist feuilletonistische, intellektuelle Selbstbefriedigung für Leute, die Kreativität als Handelsgut und Kunst als Massstab fürs eigene Ego brauchen.

      • leomann sagt:

        Mit dem was Sie zu Photo 14 sagen kann man aber keinen Ballon steigen lassen.

        • Réda El Arbi sagt:

          Was ich zu Anlässen zu sagen habe, ist gewichtiger, als die heisse Luft, die ich allenfalls zum Thema Kunst beizusteuern hätte. 🙂

      • markus sagt:

        reda, kunst studiert? müsstest vielleicht mal die qualität deiner ausbildung hinterfragen 😉

        ich bin mir nicht sicher, ob dieser rückzug ins subjektive (‚mir gefällts oder nicht‘) und die ablehnung jeglichen diskurses über kunst nicht gerade jener ideologie vorschub leistet, die heutzutage alles – und damit eben auch kunst – der ökonomisierung (dein stichwort ‚handelsgut‘) unterwirft. wer keine anderen kritierien als cash hat, der kann kunst gar nicht wertschätzen. und mit kunst meine ich (nach wikipedia): „Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind.“ wie also soll man wohl menschen antworten, die alles, was nicht eindeutig durch funktionen festgelegt ist, als ‚intellektuelle selbstbefriedigung‘ und überflüssig verspotten?

        • Réda El Arbi sagt:

          Nein, ich denke, die eigene Wahrnehmung ist, neben dem handwerklichen Können, bei der Beurteilung von Kunst der einzig integere Masstab. Intellektuelle Selbstbefriedigung ist es dann, wenn man eine ganze Szene um einen Begriff aufbaut, der so sehr von Mode und Hype abhängig ist, und man trotzdem so tut, als würde man etwas zutiefst Philosophisches und Tiefsinniges betreiben.

          Das Kunstwerk an sich ist einfach da, und es gefällt oder eben nicht. Kunst als Sammelbegriff ist eine Bühne für Wichtigtuer, Händler und Szenis.

          „Ich han no sones Projekt in Berlin, weisch, mit dem Typ wo damals mit Zahpaschta chlini Häsli uf d U-Bahn gmaled hätt. Voll krass.“

  • Placido thePla Petralia sagt:

    Ich wette, wenn ich Fotos gemacht hätte, die genau gleich aussähen, wären sie nicht ausgestellt worden. Aber ich schaus mir trotzdem mal an.

  • Denise sagt:

    Seit 2010 ist ein stetiger Trend nach unten erkennbar. Ein professionelles Kuratorium scheint nicht mehr nötig, der Grossteil der ausstellenden Fotografen dienen nur zur Dekoration der (teilweise wirklich guten) Vorträge und zur Finanzierung der Halle. Aber wegen der Bilder sollte man seit ein paar Jahren nicht mehr hingehen, die Veranstaltung ist zu einem Zirkus verkommen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige Profis, die sich auch aus den Gründen dort nicht mehr anmelden. Für richtig gute Fotografie wäre die Selection eine Option, aber dort haben sie leider die Preview abgeschafft.
    Schauen wir mal, wie heute Abend die Photobastei ankommt.

  • tststs sagt:

    Aaaaalso, 1. war – glaub ich – gestern nicht Eröffnung, sondern eben VIP-wir-kraulen-uns-gegenseitig-den-Nacken-ohne-dass-uns-Kreti-und-Phleti-beobachten-kann-Anlass. Der gemeine Besucher darf ab heute kommen 😉
    2. Vielen Dank für die Vorwarnung (seit wann kommen Bilder auf Kniehöhe ideal zur Geltung?)
    3. Kleiner Tipp: evtl. eher Samstagmorgen. Habe mich an dieser Stelle schon vor einem Jahr über die Grafik 13 aufgeregt: An die Nackenstarre (gleicher gezwungener Blick nach unten) hätte ich mich ja noch gewöhnen können, aber das unter meiner Nase durchgereichte Baby -inkl. Hinweis des dringenden Windelwechsels – war dann doch schon etwas…zu…hip… 😉

  • SrdjanMatejic sagt:

    Die Photo 14 Macher hätten doch etwas mehr auf die Inhalte achten müssen, und ev. die Werke im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Themen in 2013 wählen sollen. Die nun präsentierte Ausstellung ist so vielfältig, sie ist sofort auch nichtssagend.
    Reportage-, Kunst-, Produkt- und Modephotographie ohne Zusammenhang in eine Halle zu stellen ist kein Konzept und erdrückt so die ev. Aussagekraft guter Arbeiten.
    Davon gibt es an der Photo 14 aber nur wenige, und ich bin sicher diese Künstler werden schon ihren Platz finden.

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