One Night in Zürich: Siebers Pfuusbus

Pfarrer Sieber: Ein Leben lang offene Arme für Arme.

Pfarrer Sieber: Ein Leben lang offene Arme für Arme.

Wir waren in unserer Serie «One Night in Zurich» schon an sehr vielen verschiedenen Orten, von Top of Zurich «Uto Kulm» bis zu den Topverdienern im «Dolder». Dieses Mal nehmen wir Sie mit zu den Unscheinbaren, zu den Randständigen, zu den Menschen, die froh sind, wenn sie eine Nacht lang ein Dach zwischen sich und dem kalten Zürcher Himmel haben. Der Stadtblog besuchte den Pfuusbus von Pfarrer Sieber.

Es ist kurz vor Acht und Bus und Vorzelt sind erfüllt vom Duft des Abendessens. Im Zelt sind ca 10 Leute dabei, Matratzen auf dem Boden zu verteilen und Essen zu fassen. Man kennt sich, hilft einander, albert herum. Ich sitze etwas verloren bei Thomas. Er ist hier der «Hüttenwart», das heisst, er ist in dieser Nacht verantwortlich dafür, dass der Betrieb reibungslos läuft. 2006 war er hier noch ein Notleidender, der auf das Angebot des Pfuusbusses angewiesen  war, jetzt gehört er zum Stab von unzähligen freiwilligen Mitarbeitern und hilft, den Laden zu organisieren und sorgt für Ordnung: «Ich wollte etwas zurückgeben. Ohne die Hilfe Pfarrer Siebers wär ich wahrscheinlich nicht mehr hier», sagt der Akkordmaurer.

Anarchist Sieber

«Essen und Unterkunft sind selbstverständlich. Wir versuchen, ihnen die Würde zurückzugeben, indem wir zeigen, dass unsere Gäste unsere Brüder und Schwestern sind.» Pfarrer Sieber, inzwischen 87, sitzt neben mir, eingezwängt zwischen Männern, die sich gerade dankbar an einem Teller Nudeln mit Fleisch wärmen. Wir sitzen auf dem Parkplatz neben der Haltestelle Strassenverkehrsamt beim Pfuusbus, einem umgebauten Sattelschlepper, der einst einem Seitenwagen-Rennfahrer gehörte.

Jetzt setzen sich die Verantwortlichen für den Pfuusbus zu uns an den Tisch. Sie schauen mich, den Typen von der Presse, etwas misstrauisch an. Die Sieberwerke hatten nicht immer Glück mit den Medien. Doch ich bin nicht hier, um über Organisation und Sozialpolitik zu schreiben, ich bin hier, um zu sehen, wie es ist, hier zu übernachten.

Und Pfarrer Sieber ist unwiderstehlich. In seinem hohen Alter sprühen seine Augen Funken, wenn er mir anhand biblischer Gleichnisse die Notwendigkeit einer basisdemokratischen Gesellschaftsordnung erläutert, wenn er anarchistische Tendenzen zeigt. Wenn er von einer umgekehrten Pyramide spricht, wo die Basis bestimmen soll, was wichtig ist und was nicht. Unterbrochen immer wieder von Übernachtungsgästen, die ihn liebevoll begrüssen.

Ich frage den Pfarrer, wie das denn mit dem Christentum sei. Er winkt ab. «An unseren Gottesdiensten am Sonntag nehmen alle Teil, Christen, Muslime, Atheisten.» Ein Muslim, der am Tisch sitzt nickt begeistert, er sei jeden Sonntag dabei. Und an Feiertagen setzt Sieber auch seine Vision einer basisdemokratischen Gemeinschaft um: Dann können die warmen Räumlichkeiten geöffnet bleiben. Die Brüder und Schwestern sind für Ordnung und Verhalten zuständig, begleitet von einem ehemaligen Bewohner. Es scheint zu funktionieren.

Ein unerwartetes Zürich

Ich werde mit Kaffee und selbstgemachtem Kuchen bewirtet und mir drängt sich die Frage auf, wie das alles bezahlt wird. Die gebratenen Hühnchen, das Wild, der Kaffee und der Kuchen sind ja nicht gratis. «Das sind Spenden.» Hier bin ich einem Zürich auf der Spur, das man nicht mit der arroganten Banker- und Hipsterstadt in Verbindung bringt: Ein Zürich des Mitgefühls. Offenbar gibt es genug Menschen in der Stadt, die einen Augenblick innehalten, wenn sie einkaufen gehen, und ein oder zwei Packungen mehr in den Einkaufswagen werfen. «Für den Sieber.»

Die beiden Frauen, die Essen kochen und Schlafsäcke ausgeben, sind Freiwillige. Sie kommen so oft sie es mit ihrem Job und ihren Familien vereinbaren können. Unspektakuläre, mittelständische Nächstenliebe, ohne missionarisches Frömmeln. Einer der Helfer der ersten Stunde ist ein frühpensionierter Swisscom-Mitarbeiter, ein anderer ein Jurist, eine Architektin hat die Planung der Gruppen übernommen. Es gibt viele Sieber-Freunde mit nützlichen Skills: Ärzte, die Obdachlose behandeln, Anwälte, die beiden Zahnärztinnen am Hauptbahnhof, die zwischen ihren «normalen» Klienten die Brüder und Schwestern Siebers behandeln. Ein Netzwerk der Solidarität. Ich staune.

Alkohol, Drogen, Prostitution

Aber es ist natürlich nicht immer alles Sonnenschein. Mit Alkohol und Drogen kommt es unter den Übernachtungsgästen dann und wann zu Problemen. Dann ist die Polizei schnell zur Stelle. «Wir haben einen sehr guten Draht zu Polizei. Die bringen uns auch mal einen Gast vorbei.» Auch hier ist Sieber konsequent: Polizisten sind in erster Linie auch einfach «Brüder und Schwestern».

Inzwischen schlafen bereits einige der Gäste erschöpft, gleich neben dem Tisch, an dem ich mich mit den Pfuusbus-Leuten unterhalte. Weitere Freiwillige kommen. Etwa Udo und Yvonne, die nachher auf Kältepatrouille gehen werden. Sie setzen sich, erzählen von Bekannten, die sie jede Nacht antreffen. Leute, die nicht in den Pfuusbus kommen wollen, die sich aber dankbar zeigen, wenn die Beiden Sandwiches und heissen  Tee vorbeibringen. «Früher gingen wir auch ans Sihlquai, aber da ist jetzt niemand mehr. Und bei den Strichboxen schauen schon die vom Flora Dora-Bus.» Überhaupt seien nicht mehr so viele Prostituierte da draussen in der Kälte. «Viele sind nach Basel abgewandert.»

Keine Abenteuergeschichte für Privilegierte

Die Betten füllen sich, sowohl die im geheizten Vorzelt, wie auch die im Innern des Busses. Pfarrer Sieber macht sich auf den Heimweg, lädt mich noch ein, ihn in seinem Atelier ausserhalb der Stadt zu besuchen, was ich gerne machen werde.

Ich schaue mich um, sehe, wie sich die Leute in ihre Decken einmummeln, einer neben dem andern. Und ich komme mir vor wie ein Voyeur. Ich werde nicht hier übernachten, nur um ein paar Zeilen mehr schreiben zu können. Ich will aus der Not dieser Menschen keine Abenteuergeschichte für Privilegierte wie mich machen.  Ich bedanke mich bei allen, die mir diesen wirklich berührenden Abend beschert haben und verlasse diese kleine warme Insel in der kalten Zürcher Weihnachtszeit.

Ein wenig dankbarer bin ich. Und ein Teil von mir will auch mitmachen, helfen. Mal schauen, ob meine Dankbarkeit und mein Engagement die Adventszeit mit ihrem Konsum und ihrem Glitzern überstehen. Im Januar gehen nämlich die Spenden zurück. Und auch dann, nach Weihnachten, brauchts noch Hilfe.

Wer auch helfen will, kann sich hier bei pfuusbus.ch melden.

38 Kommentare zu «One Night in Zürich: Siebers Pfuusbus»

  • Frage:
    Armin Parpan war bekannt zu der Zuercher Zeit von Platzspitz/Letten. Er trat sogar mal in der Sendung von Roger Schawinski auf, wer erinnert sich auf die Schawinski Frage, nach dere Sendung fuehle ich mich, er antwortete knallhart, in seinem typischen Buendner Akzent „beschissen“.

    Weiss jemand was aus ihm geworden ist?

  • Beni Dorm sagt:

    Herr Lehmann, sie scheinen tatsächlich vom „Fach“ zu sein, Sie sind sozusagen ein Fachidiot! – In den Fängen der staatlichen, bürokratischen Sozialhilfe werden die Menschen meist regelrecht gedemütigt und „verwurstet“. Solches braucht es nicht, schon gar nicht ausgeführt von mit Steuergeldern im Vergleich gut bezahlten „Apparatschicks“, denen es primär um ihren gut bezahlten, sicheren Job geht, der das Leben und die Freizeit bequem finanziert, statt um echtes Engagement.

  • karl kaiser sagt:

    Jeder Mensch sollte ein wenig Herz von Pfarrer Sieber in der Schweiz haben.

  • irene feldmann sagt:

    hier noch meinen letzten kommentar fuer heute, ein gedicht das sowohl fuer hr. sieber als auch fuer hr. lehmann wirken koennte. ein sehr toller mensch hat dies mal in einem beitrag veroeffentlicht und es schliesst somit den kreis.

    Der Panther

    Sein Blick ist vomVorübergehn der Stäbe
    so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    und hinter tausend Stäben keine Welt.

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
    sich lautlos auf — dann geht ein Bild hinein,
    geht durch der Glieder angespannte Stille —
    und hört im Herzen auf zu sein.

    von rilke natuerlich

  • Andreas Leupin sagt:

    „Doch ich bin nicht hier, um über Organisation und Sozialpolitik zu schreiben…“
    Unter dieser Prämisse ein sehr guter Bericht – Gratulation!

    Auch der Blog sollte nun aber nicht auf eine Diskussion zur Person von Pfr. Sieber abgleiten (weder in die übertrieben positive noch in die abwertende Richtung). Man kann zur Person von Pfr. Sieber und seinen Sozialwerken sicher geteilter Meinung sein – darum geht es aber im Bericht höchstens am Rand…

  • Irene feldmann sagt:

    Sandro Lehmann, der Weise schweigt, der Dumme spricht. Es ist Siebers Lebenswerk, ob jetzt senil oder manipuliert, dass ändert nichts, und hätten sie weiche Knochen in ihrem Körper, dann würden sie das verstehen. ICH WEIß ES BESSER Syndrom zeugt simpel von, Einsamkeit, deshalb meine Wünsche an sie: give and you will receive,,,,bescheidenheit!

  • KMS a PR sagt:

    es spricht für herrn sieber, dass er sich seit jahrzehnten für die randständigen einsetzt; es braucht solche menschen.

  • Sandro Lehmann sagt:

    Lieber Réda El Arbi, Sie haben offenbar Pflaumen auf den Augen gehabt, als Sie bei Ernst Sieber vorbeigingen. Der alte Mann wird ja selbst innerhalb seiner Organisation seit Jahren nicht mehr ernst genommen, er ist weitestgehend senil – was angesichts seines Alters nicht gross erstaunt. Was Sie auch nicht wissen konnten: Er ist einer Deutschen, nicht seiner Frau, die im Hintergrund wirkt, total hörig, er tut und lässt, was ihm diese einflüstert. Nur schon aus diesem Grund sollte er sich endlich in sein Haus in Uitikon zurückziehen.

    Viel schwerer wiegt jedoch der Umstand, dass Organisationen wie die seinige der öffentlichen Hand die Arbeit streitig machen. Umgekehrt gesagt: Weil die öffentliche Hand weiss, dass es die die Organisation Sieber, Caritas, Heilsarmee etc. gibt, lehnt sie sich zurück und macht sich einen lauen Lenz. Sie nimmt damit ihre nobelste Aufgabe, nämlich diejenige, sich um die Schwachen in unserer Gesellschaft zu kümmern, nicht wahr und verletzt den klar definierten Auftrag, der aus Art. 12 der Bundesverfassung hervorgeht: „Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, hat Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind.“ Diese (Steuer-)Mittel werden durch Sozialarbeiter verteilt, die sich einerseits am ZUG (Zuständigkeitsgesetz für die Unterstützung von Bedürftigen) und anderseits an den SKOS-Richtlinien orientieren. Der Willkür wären damit sehr enge Grenzen gesetzt. Im Gegensatz dazu verteilen private Organisationen ihre Mittel nach Lust und Laune, da sie an keinerlei Gesetze gebunden sind, die Bedürftigen sind dadurch Willkür ausgesetzt, gegen die sich ihrer meist eh schon geschwächten Situation wegen kaum zur Wehr setzen können.

    Darum fordere ich als Sozialarbeiter: Private „Hilfs“-Organisationen, ganz gleich welcher Couleur, sind ersatzlos aufzuheben. Diese sollen alternativ ihre Kräfte bündeln und gegen die öffentliche Hand vorgehen, die ihre Aufgabe nicht wahrnimmt.

    • Réda El Arbi sagt:

      Lieber Sandro

      wie oft haben Sie schon mit Pfarrer Ernst Sieber gesprochen? Und wie gut kennen Sie den die städtischen Institutionen und wie oft sind sie in einer der Hilfsstellen für Obdachlose oder sonst Hilfsbedürftigen gewesen? Egal ob staatlich oder privat?

      Nun, wahrscheinlich nicht besonders oft, sonst würden Sie nämlich nicht solchen Schwachsinn erzählen. Nur so als Beispiel: Viele der Leute, die in einer der Sieber-Institutionen Hilfe holen, sind nirgends angemeldet, sind bereits durch alle Netze gefallen. Für den Staat sind sie so einfach inexistent, haben kein Anrecht auf Hilfe. In den städtischen Notschlafstellen sind Übernachtungen von nicht in der Stadt gemeldeten auf eine Nacht beschränkt. Auch dürfen Leute aus der Stadt nur eine begrenzte Anzahl Nächte übernachten.

      Ich höre bei Ihnen eigentlich nur Frust und Aggression. Vielleicht sollten Sie einmal ein paar Nächte im Pfuusbus arbeiten. Das hilft.

      Freundlichst

      Der Autor

      • Hans Kaiser sagt:

        Auf den Punkt gebracht Reda !
        Ernst Sieber erinnert mich irgendwie an Madiba. Er haelt dieselben Werte hoch.

        • Sandro Lehmann sagt:

          Lieber Réda El Arbi, mir aufgrund meines Beitrags Schwachsinn, Frust und Aggression zu unterstellen, ist die typische Reaktion eines Journalisten, der keinerlei Ahnung von den Dingen hat. Diese habe ich meinerseits sehr wohl – schlicht und einfach aufgrund meiner langen Berufs- und Lebenserfahrung. Darum spreche ich in meinen Zeilen ja auch ganz bewusst von den Bedürftigen und Geschwächten unserer Gesellschaft und zeige damit meine Anteilnahme – ganz im Gegensatz zu SVP-Leuten, die solche Menschen als Anspruchssteller und Versager bezeichnen würden. Wobei ich nicht sagen will, dass ich Sie mit diesen in die gleiche Pfanne haue.

          Ernst Sieber kannte ich zudem aus Altstetten schon, als Sie wohl noch kaum geradeaus pinkeln konnten, ich habe ihn immer wieder einmal getroffen und ich war schon vor Jahren darüber entsetzt, wie sehr er sich sowohl äusserlich wie auch intellektuell dem Niveau seiner Kundschaft angepasst hat.

          Meine Zeilen haben offenbar Anklang in meinem Gewerbe gefunden, ich wurde bereits von Berufskollegen positiv darauf angesprochen. Und einer von ihnen hat sich hier ja schon zustimmend gemeldet. Es kann also nicht alles so falsch sein, was ich sagte.

          Im übrigen: Bleiben Sie bei Ihren Leisten, schreiben Sie weiterhin über Strandbäder, Cafés, Clubs und Bars, denn davon verstehen wiederum Sie mehr als ich.

          • Réda El Arbi sagt:

            Tja, mir haben diese „unnützen“ privaten Helfer in meiner Zeit als Heroinabhängiger in den 90ern das Leben gerettet. Der grösste Teil meines Freundeskreises arbeitet im Sozialbereich, sowohl staatlich wie auch privat.

            Guter Versuch, leider nicht getroffen. Auf ein Neues, vielleicht finden Sie ja noch irgendwas.

    • Ruedi Oswald sagt:

      Endlich wagt es ein Berufskollege, öffentlich zu sagen, was schon lange in Fachkreisen diskutiert wird. Dass er das in der vorweihnachtlichen, tränendrüsenbelasteten Zeit wagt, sei ihm erst recht hoch angerechnet.

      • Sandro Lehmann sagt:

        Ach so, Sie schreiben also als ehemaliger Kunde von Ernst Sieber, dessen Drögelerstübli im Kreis Cheib ich natürlich auch kenne! Das wäre dann Werbung, versteckt in der Form eines journalistischen Beitrages. Schlecht gemacht, keines weiteren Kommentars würdig.

        • Réda El Arbi sagt:

          Schon wieder falsch. Die privaten Helfer damals hatten nichts mit den Sieberwerken zu tun.

          Noch ein Versuch, hopp! 😉

    • Karrer sagt:

      Ja genau, was erfrechen sich die privaten Initiativen auch, der hoch dotierten Sozialindustrie der öffentlichen Hand die Arbeit wegzunehmen! Das gehört natürlich verboten! /Ironie aus

      Und dann wundern Sie sich wahrscheinlich noch, dass aus gewissen rechtsbürgerlichen Kreisen Begriffe wie „Sozialindustrie“, „Asylindustrie“ etc. verwendet werden, um überbordende Kosten in diesen Bereichen anzuprangern…

    • Manuel Schaub sagt:

      Lieber Sandro
      Weist du, was schön ist? Dass Sieber auch dich aufnehmen würde, eine Umarmung für dich übrig hätte und deinem offensichtlichen Frust über was auch immer interessiert und voller Anteilnahme zuhören würde.
      Etwas, was ich von mir wohl leider nicht behaupten könnte.

    • tststs sagt:

      Da ist mir die „Senilität“ eines Pfarrers S. hundertmal lieber, als die „Vernunft“ gewisser anderer…

    • Peter sagt:

      Herr Lehmann,
      es verschlägt mir die Sprache was Sie von sich geben. Mag es sein, dass Sie frustriert von Sparmassnahmen im Sozialwesen sind und den einfachen Weg gehen und die Schuld auf andere projezieren. Um Ihrem Berufsstand nicht zu schädigen sollten Sie das aber vielleicht nicht öffentlich machen.
      Staatliche Sozialstellen – ganz konkret, die staatlich angestellten Sozialarbeiter, haben bis heute nur in ganz wenigen Fällen dafür gesorgt, dass man sie als mitfühlend, selbstlos! oder hilfsbereit ansieht. Vielmehr ist die staatliche Fürsorge die Verteidigungslinie um die Gessellschaft vor unliebsamen Objekten zu schützen. Verteidigt wurde durch in früheren Zeiten durch umerziehen und – dass muss man knallhart sagen – durch das Entsorgen der Menschen!
      Das Wegsperren gibt es heute nicht mehr – aber sind die Methoden, die Ihnen und Ihren Kollegen zur Abwehr von Hilfsbedürtigen gegeben werden und die täglich gewissenhaft und konsequent angewendet werden wirklich immer fair und menschenwürdig? Können Sie diese Frage mit reinen Gewissen beantworten wenn Sie sich in einen Hilfsbedürftigen hineinversetzen?
      Pfarrer Siebers Methoden sind fair und menschlich! Als freie Organisation muss er sich auch nicht um staatliche Zielvorgaben scheeren. Er benötigt keine herausragenden Exempel um seine Karriere zu pflegen und er hat, ausser Gott, keinen Dienstherren der ihm strikte Vorgaben macht. Er darf menschlich sein – das tut er sehr gerne und sehr erfolgreich!
      Ich bin dankbar, dass es solche freiwilligen Organisationen gibt – den diese nehmen mir ein klein bisschen die Angst vor sozialen Katastrophen.

    • KMS a PR sagt:

      herr lehmann. habe mich nun doch durchgerungen, ihr meines erachtens bemühendes statement zu lesen. ich bin der meinung, dass private, gemeinnützige organisationen wie von herrn sieber seriös und UNEIGENNÜTZIG betrieben, wesentlich mehr für die betroffenen tuen bzw. konkret auf diese menschen eingehen. was ich von der mehrheit der staatlichen sozial-mafia leider nicht behaupten kann. da geht es um den erhalt von möglichst vielen (steuer)geldern und der erhaltung überteuerter arbeitsplätze angefangen vom bund, über die kantone, bishin zu den ausführenden pflegestellen, ärzten etc. ich habe mehr als ein beispiel erlebt, wo hier die monetären aspekte weit über das wohl der betroffenen gestellt wurden. und die skos richtlinien schützen in erster linie die mitarbeiter der sozial-industrie und nicht die bedürftigen.

    • E. Huber sagt:

      @ Lehmann:
      „Viel schwerer wiegt jedoch der Umstand, dass Organisationen wie die seinige der öffentlichen Hand die Arbeit streitig machen“
      Oh, die arme, arme öffentliche Hand, die armen IV Stellen, die armen Sozialämter haben Angst, ihre Klientel zu verlieren.
      Wie traurig, mein höchstes Beileid!
      Eine IV Revision jagt die andere, bei Sozialämtern darf man sich bis auf’s Hemd ausziehen und wird entmündigt.
      Und Sie wagen es, Pfarrer Sieber zu kritisieren welcher nicht kopflastig, bürokratisch und akademisch hilft und wahres Christentum lebt.
      Das ist wirklich das Traurige, nicht dass ein paar staatliche Organisationen Konkurrenz haben.

      • Na.dia sagt:

        Naja, wieder einmal schön, wie hier ein Wort das andere gibt… Ganz nüchtern betrachtet, meine ich, die Aussage von Herr Lehmann verstanden zu haben. Er sagt ja in keinem Ton, dass die Bedürftigen keine Hilfe / keine Umarmung / was auch immer verdienen. Sein letzter Satz „ihre Kräfte bündeln und gegen die öffentliche Hand vorgehen, die ihre Aufgabe nicht wahrnimmt“ zeigt ja genau seine Absicht und so falsch klingen seine Ausführungen über das Zurücklehnen der öffentliche Hand in meinen Augen nicht.
        Also bitte zuerst den ganzen Beitrag lesen und nachdenken, bevor einfach mal losgepoltert wird…

        • Réda El Arbi sagt:

          Ja, klar, die Hilfsorganisationen sollten Geld und Energie darauf richten, gegen den Staat vorzugehen. Das ist sowas von schwachsinnig, dass mir beinahe die Worte fehlen. Aber nur beinahe.

          Wenn die Hilfsorganisationen Geld dafür verwenden würden, gegen den Staat vorzugehen, gäbs kein Geld mehr für sie und so auch keine Organisationen. Humanitäre Hilfe im In- und Ausland ist eine urschweizerische Tradition. So ist zum Beispiel das rote Kreuz eine nichtstaatliche Organisation, das HEKS und viele andere. Ach ja, die Schweizer Berghilfe nicht zu vergessen.

          Die Sieberwerke arbeiten eng mit den staatlichen Stellen zusammen und beides ergänzt sich hervorragend, als Mischung aus selbstlosem Engagement und gesellschaftlicher Pflicht. Wer da das Eine gegen das Andere ausspielen will, ist in meinen Augen ein ziemlicher Zyniker und sollte vielleicht selbst einige Jahre auf die Hilfe solcher Organisationen angewiesen sein.

          • Andrea sagt:

            Ich finde die Arbeit der Organisationan auch extrem wichtig. Gleichzeitg besteht die Ursache für deren Existenz weltweit im Versagen der Staaten. Zwar versagen zentraleuropäische Staaten deutlich weniger, als failed states sonstwo, aber auch sie sind nicht perfekt, können wesentliche Probleme nicht selbst lösen und sourcen so Lösungen aus, die dafür die Verantwortung übernehmen sollen.

  • Gautier Irgendwo sagt:

    In jedem Stadtkreis ein Pfarrer Sieber, schon wäre die Bankenstadt Zürich ein Paradies auf Erden.

    • Gautier Irgendwo sagt:

      Pfarrer Sieber überdies als ein grosses Vorbild für unsre, teilweise recht knauserigen
      Sozialämter und/sowie deren Behörden.

  • E berrührende guete Bricht über eine vo dä Wärtvollschte Mönsche wo ich kenne! Es grosses Vorbild für me !

  • Irene feldmann sagt:

    Jedes Land hat eine ganz spez. Persönlichkeit unter sich….dort war es Mandela, drüben mother Theresa, und zwischen den 7 bergen da wirkt Pfarrer sieber….seit JAHREN unaufhörlich, selbstlos, mal verärgert über den Staat , dann milde und gütig zu seinen Schützlingen, immer mit Toleranz und sein unendlicher Glaube an das gute IM MENSCHEN….wie reda schreibt: heuer 87 und noch am Ball…..
    Das ist liebe, netto-pur wie man sie eigentlich nur noch in naiven kleinkinderaugen noch findet……schön geschrieben reda, danke

  • Esther sagt:

    Danke Pfarrer Sieber, ohne Sie wäre Zürich noch kälter und trostloser als es sonst im Winter für die nicht Betuchten, die an der Bahnhofstrasse shoppen, ist. Gottes Segen und noch viel Kraft für weitere gute Taten an den Menschen, die am Abgrund stehen und nicht mehr wissen wie weiter!

  • Kradi sagt:

    Lieber Herr Pfarrer Sieber,
    ich habe da etwas auf dem Herzen, dass ich Ihnen sagen soll: „Du hast viele Schätze im Himmel, Ernst ! “
    Ich wünsche Ihnen, Ihrem Team und den Sieberwerken, Gottes fetten Segen !

  • elcapo sagt:

    Danke Pfarrer Sieber……Für unsere Familie bist Du und bleibst Du der Zürcher Nr. 1….

  • E.A. Stettler sagt:

    In Zürich ist nicht nur der Himmel kalt… Aber Herr Sieber und sein Team sind ein Hoffnungsschimmer, sozusagen ein „Heizelement“. Ich find‘ es schön, dass es diese Menschen gibt. Meine besten Wünsche an sie alle und natürlich auch ihre Gäste.

  • oliveras sagt:

    Seit ich mich erinnern kann, hat sich Hr.Pfr.Sieber immer für die randständigen Menschen eingesetzt, selbst in der Zeit, als die Verachtung in der Bevölkerung für „gefallene“ noch gross war. Zu faul um zu arbeiten, hörte man immer wieder. Aber an den wunderbaren Gospelkonzerten in der Kirche Altstetten, waren die Bänke trotzdem immer voll. Viele Helfer/Innen gingen mit einem Leintuch durch die Gänge um zu sammeln. Ich hatte das Gefühl, dass da einiges zusammengekommen ist. Mit dieserm Geld hat Herr Sieber immer wieder sehr vielen Menschen geholfen, die schwierigste Zeit zu überstehen. Er hat das Christsein wirklich gelebt. Es wäre schön, wenn wir Menschen, ihn als Vorbild nehmen würden, und in unsere kalte egoistische geld- und machtbezogeneWelt wieder mehr Wärme und Verständnis für Andersdenkende- und Lebende bringen würden.
    Ich wünsche Hr. Pfr.Sieber alles Gute, und dass er noch vielen Menschen zeigen kann, was Christentum eigendlich bedeutet.

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