Nachtleben: Wo ist die Magie?

Roxy Reunion: Lockere Ausgelassenheit oder Midlife Crisis? Beides ist zu finden.

Roxy Reunion: Lockere Ausgelassenheit oder Midlife Crisis? Beides ist zu finden.

«Die Magie ist weg», behauptete der Discjockey Oliver Stumm in einem kürzlich in den sozialen Medien kursierenden NZZ-Interview. Er meinte die Zürcher Clubkultur. Der Haken an der Geschichte ist: Das Interview ist bereits zehn Jahre alt. Trotzdem kassierte der Artikel 2600 Likes auf Facebook und en masse säuerliche Repliken aus der Partyszene. Das zeigt, wie aktuell das Thema noch immer ist. Der Vorwurf klebt am Zürcher Nachtleben wie ein alter Kaugummi auf dem Trottoir vor dem Globus: «Clubs sind Unternehmen, die nur eines wollen: so viel Geld machen wie nur möglich.»

Aber ist die Magie wirklich weg? Oder sind wir bloss in die Jahre gekommen? Um Antworten zu finden, mussten wir raus aus der warmen Stube und rein in die vermeintlichen Geldmaschinen. Unser Glück: Oliver Stumm legte an dem Abend höchstpersönlich auf – im Supermarket. So konnten wir miterleben, wie er das mit der Magie selbst handhabt. Daneben hatten wir noch auf dem Programm: die Clubs Escherwyss, Hive, Friedas Büxe, Café Gold. Man darf es vorwegnehmen: Das Clubleben ist munter und rasselt Wochenende für Wochenende weiter.

Escherwyss / Foxy Friday – Eine Frage drängt sich auf: Wie viele Stunden haben wir wohl in Clubs verplempert? Das Escherwyss gleicht tatsächlich einem kühl kalkulierenden Unternehmen. Flatscreens mit Werbung über der Bar («Jäger oder Meister?»), Videoclips hinter dem DJ, Leibesvisitationen beim Eingang. Aus den Boxen schallt irgendwas, das man R ’n’ B nennen könnte, und wir, wir stehen herum wie Zivilpolizisten. «Die scheinen aber Spass zu haben», sagt El Arbi im trocken-moralischen Ton eines Stasi-Spitzels. «Einfach nicht unsere Tasse Tee», erwidert Sarasin. Und erinnert sich an andere dunkle Stunden in gesichtslosen Clubs: Redbull Wodka, stundenlanges Anstehen, unerreichbare Frauen, laut pumpende Leere. Und immer wieder das Mantra, Woche für Woche, Jahr für Jahr: Es könnte irgendwann noch etwas geschehen. Party nicht als ausserordentliches Ereignis, sondern als verordnete Routine. Als Geldschlund. Die dunkle Seite des Nachtlebens. Wir geben Stumm teilweise recht: Clubs sind Sehnsuchtsmaschinen, sie wandeln Träume von Glamour und Sex eiskalt in bare Münze um. Wir ziehen weiter.

Hive / Sub Club meets Off Recordings – Vielleicht finden wir die Magie im Hive an der Geroldstrasse wieder. Dem Club, in dem viele aus Sarasins Generation ihre Jugend verschwendet haben. Damals hiess es noch Katakombe, später UG. Die Musik im Hive ist noch immer auf der Höhe der Zeit, die Leute sind fast zu sehr auf Hipster gestylt, die Getränkepreise o. k. Was will man mehr? Und dann die Frage des Türstehers, der 10 beziehungsweise 20 Jahre jünger ist als wir. «Wie geht es euch?» Sarasins lächelt unruhig, El Arbi bleibt cool. «Gut!» – «Was wollt ihr hier» – «Wir machen eine Clubtour» – «Und da gehört das Hive auch dazu?» – «Ja, genau» – «Viel Spass!» Würde man es nicht kennen, man müsste laut lachen. Sarasin behauptet, er sei noch nie an einer Tür abgewiesen worden. Er dafür schon mal aus dem Club geschmissen, blufft El Arbi. Wir jedenfalls beobachten im Hive die Cool Kids, als wären wir Opas, schwatzen mit dem Besitzer (Sarasin: «Ein alter Bekannter»). Wir stellen fest, dass wir uns hier an die Magie erinnern können. Daran, wies mal war. Die Musik pumpt gut, die Frauen suchen Blickkontakt. El Arbi: «Es scheint wie mit dem Samichlaus zu sein: Solange man jung ist, glaubt man daran, und dann ist die Magie wahr und macht leuchtende Augen. Irgendwann durchschauen wir sie als Lüge und trauern um die verlorene Illusion.» Der Nächste bitte – Club natürlich.

Supermarket / Roxy Reunion – Im Supermarket wird El Arbi postwendend Lügen gestraft. Denn hier feiern an diesem Abend die in die Jahre gekommenen Szenis. «Roxy Reunion» heisst der Anlass. Es versammeln sich jene Menschen, die im Roxy in der Nähe des HB verkehrten. Dieses erlebte seine Blütezeit Ende der 80er, Anfang der 90er und schloss vor 10 Jahren für immer. El Arbis Generation also. Beim Eintritt schallt tatsächlich «Forever Young» von Alphaville aus den Boxen. Welch Ironie, betrachtet man die grau melierten Beaus mit den auf ihren Teint fokussierten Begleitungen. Am DJ-Pult handwerkt Oliver Stumm. Der Laden ist voll, Juchzer gellen durch den Raum. «So was erhofft man sich, wenn man 20 Franken Eintritt bezahlt», freut sich Sarasin. Freundliche Menschen, eine Atmosphäre irgendwo zwischen locker und euphorisiert und – das ist das Wichtigste – ein Gefühl, dass in dieser Nacht alles passieren könnte. Man muss das nicht Magie nennen, doch ein guter Anreiz, mal wieder rauszugehen, ist es alleweil. Der Abend zeigt auch, dass, wer dosiert feiert – sprich: nicht jeden zweiten Abend ausgeht –, besser und vor allem würdevoller feiert. «Man merkt, ob jemand in der Jugend richtig gut Party gemacht hat oder nicht», glaubt Sarasin zu erkennen. Oliver Stumm wählt die Platten geschmacksicher aus. Eminems «Lose Yourself» mischt er mit «Aquarius» aus «Hair», die Leute klatschen beim Mix. El Arbi flirtet derweil mit einer alten Bekannten. Wir würden gerne bleiben, doch wir suchen ja die Magie, auch wenn wir sie hier halbwegs gefunden haben.

Friedas Büxe / Audioasyl – Der Keller-Club beim Albisriederplatz ist wie ein Sprung zurück ins Jahr 1999. El Arbi fühlt sich 20 Jahre jünger. Sarasin erinnert sich an die Phase seiner Partyvergangenheit, als Minimal noch angesagt war. Hier wimmelt es von Tätowierten mit Nasenringen, Normalos und, ja, ein paar Drugheads. Die Musik kennt El Arbi aus seiner «coolen» Zeit. Man steht herum, trifft mehr oder weniger bekannte Menschen, und tanzen bedeutet, ekstatisch mit dem Fuss zu wippen und, wenn es wirklich abgeht, das Getränk halbhoch in Richtung DJ-Pult zu halten. Ein Gast erklärt, dass es übers Clubben nichts zu sagen gibt: «Es macht Spass oder eben nicht. Mehr ist da nicht.» Sarasin reagiert mittlerweile empfindlich auf die Musik, und El Arbi will dem Déjà-vu entkommen. An der Türe treffen wir einen Security, den El Arbi noch aus den 90ern kennt. Cooler Handshake, als hätten sie sich letzte Woche das letzte Mal gesehen. Emotionales Understatement ist definitiv ein Zeichen dieses Clubs. Magie hat es hier aber, nur wissen wir nicht, ob schwarze oder weisse.

Café Gold / Pendulum DJ-Set – Ein neuer Club, mit einer neuen Generation Partyvolk. Das Café Gold ist nostalgiefreie Zone. Und hier ist sie trotz anderen Erwartungen unsererseits zu spüren, die Magie. Die jungen Menschen tanzen ohne Rücksicht auf Verluste, nicht sexuell aufgeladen, sondern wild. Der MC springt von der Bühne und geniesst das Stagediving, während wir nach der exakten Bezeichnung der zu hörenden Musik googeln. The Prodigy standen sicher irgendwann Pate, doch man würde uns dafür wohl auslachen, würden wir das äussern. Hier sind wir als echte Gäste fehl am Platz, aber hier werden wir durch die pure Energie der Feiernden verzaubert. Die ganze Halle bebt. Die jüngere Generation hat sich hier eine magische Hölle geschaffen, um die wir sie ein bisschen beneiden, weil wir davon für immer ausgeschlossen bleiben werden. Aber wir sind uns sicher, hier einen Augenblick mitbekommen zu haben, an den sich die Jungen in zwanzig Jahren als «magisch» erinnern werden. Mit der gleichen Wehmut, wie wir unsere eigene Vergangenheit heute den ganzen Abend lang verklärt haben.

Fazit: Bis man 25 ist, findet man in den Clubs wirklich diese Magie. Später kommt die Routine, dann, mit 35, zeigen sich erste Ansätze von Nostalgie an die eigene Jugend. Und mit über 40 kann man bei Clubbesuchen entweder lockere Ausgelassenheit erkennen (man muss nichts mehr beweisen) oder Spuren einer Midlife Crisis (man muss es allen nochmals zeigen).

102 Kommentare zu «Nachtleben: Wo ist die Magie?»

  • Jay Bachmann sagt:

    PLAZA – der am meisten überschätzte Club Zürichs. Arrogante Türsteherin, welche Freude daran hat, Gäste zusammenstauchen, teurer Eintritt und teure Getränke, Musik (diesmal house) äusserst monoton und ohne Emotion, 70% Männeranteil – davon die meisten mit Macho-Allüren, niemand tanzt obwohl der Club voll ist, 0 Stimmung, tiefer Flirt-Faktor. Fazit: ausser Spesen nix gewesen. Einziges Highlight: die nette Raucherbar im Obergeschoss.

  • Claudia claudi sagt:

    Hallo , ich 45 jährig würde so gerne an einer party gehe , so wie früher ,wie es in der zeiten von Groodonia, Rohstofflager, Sensor und das OXA war ohhne das ich 16 jährig begenen muss , habe keine lust auf 80jh sound und die ü40 party ist soo langweilig . Hoffe das jemand ein tip hat . Danke

  • Kay Kayser sagt:

    Die Magie finde ich leider nur noch in der Underground Szene…oder an afterhour Partys (auch eher die illegalen)

  • Irene sagt:

    Was war….wird nie wieder sein, nur das zufriedene lächeln bleibt allein..:)

  • sepp z. sagt:

    Mit 40 sollte man auch mal richtig Tanzen gelernt haben.
    Salsa, Tango, Lindihop, Flamengo, was auch immer.
    Das macht Klubs mit anderer Musikrichtung interessant, wo sich das gemeine ‚Club-Volk‘ bloss langweilt.
    Und da spielt das Alter dann definitiv keine Rolle mehr, kann einer sogar 60 sein und eine flotte Nummer hinlegen, mit einer 20 jährigen.

  • Chris Stoffer sagt:

    Die „Magie“ ist nur eine Frage des Alters und des Alkoholegels (oder andere Sachen…). Deshalb war es am letzten Ort gefühlt auch am besten. Weil die Pegel schon höher waren… auch deiner. Ich weiss nicht wieso man einfache Dinge unnötig verkomplizieren muss.

  • Tom Bubble sagt:

    Partypeole bringen die Magie mit und sind keine blöden Gaffer!!!

  • Manuel sagt:

    Zu mir hat dieses Jahr ein Polizist in einer Kontrolle die leider nicht gut für mich ausging gesagt : Was ich mit 40 Jahren noch an solchen Partys mache ? Ich müsse doch verheiratet sein, und Kinder haben. Gehts denen noch ? Gehe schon seit über 20 Jahren in Clubs und Goapartys. Kommt wohl auf die Lebenseinstellung an, who cares….

  • Maria sagt:

    Aber der Grundsatz hat sich bewährt. Auch heute mag ich nur Clubs, in denen Hemdenträger nicht eingelassen werden, sie sind einfach viel lockerer. 🙂

  • KMS a PR sagt:

    heute sind die clubs auf hochglanz gestylt. und langweilig. banker und nerds sehe ich an der bahnhofstrasse genug. früher – jaaa frü-her war, auch dies, vieeel besser. ich erinnere an die illegalen clubs wie das daktari’s.

    • Marcel Claudio sagt:

      Rittermann: Ja im Daktari bin ich auch noch ab und zu abgehangen….war auch noch cool mit Clemens dem Barman und DJ

  • Andreas sagt:

    Ich, über 25 Jahre, erlebe jeden Monat magische Momente an Parties wie der Rollschuh Disco. Und alle anderen die neben mir durch die Clubnacht rollen, haben auch immer einen Smile im Gesicht. Schade, dass solche Parties nie zum Thema solcher Artikel werden. Natürlich erlebe ich nicht mehr die selbe Magie an Parties mit anderen Konzepten welche ich früher besuchte. Wäre ja auch schlecht hätte ich mit 20 die gleichen Bedürfnisse oder besser gesagt Emotionen für Themen wie mit 30. Das selbe ist doch mit dem TV-Programm.

  • Hannelore Wiesenthal sagt:

    Eins, zwei, Lifestyle-Polizei?
    Rätselhaft, warum Reda den Ü40ern das Klubben kategorisch austreiben will …

    • Réda El Arbi sagt:

      Liebe Hannelore,

      wenn du den Blogpost liest, wirst du feststellen, dass wir die Roxy Reunion eigentlich sehr gut fanden. Weil sie so entspannt und locker war.

      Ich hab nichts gegen Ü40-Partyvolk, ich finds nur peinlich, wenn sie sich in Clubs für 20-Jährige so aufführen, als wenn sie selbst noch 20 wären. Das kann durchaus Spass machen, aber ich darfs dann auch ein bisschen verzweifelt finden. Mir kommt dann immer das Wort „Jugendlichkeitswahn“ in den Sinn. Wenn Leute in meinem Alter feiern, ist es meist dann am Geilsten, wenn sie nicht versuchen, ihr Alter zu verleugnen, sondern einfach Spass haben.

      • Maria sagt:

        Aber die jungen Mädels mögen die alten cluberfahrenen Männer. Ein Bekannter schleppt in Szeneläden öfter mal Temporärfreundinnen ab, so kürzlich als 40er eine 23jährige. Vielleicht mögen junge Männer dort auch ältere unkomplizierte Frauen.

        • Réda El Arbi sagt:

          Jep. Ich find das irgendwie erbärmlich, Oder wie sagte Max Frischs Homo Faber sinngemäss: „Wir können nicht unsere Töchter vögeln“.

          • Maria sagt:

            Ich finde das völlig ok, die 23jährigen haben lieber einen erfahrenen Freund der auch etwas zu erzählen hat, als die halbpubertären Stresserbengel. Und der 40jährige erzählt gerne und hat Freude an der jüngeren Geliebten. Ein gegenseitiges Geben und Nehmen.

          • Réda El Arbi sagt:

            Ich finds nicht peinlich, dass eine 23-Jährige einen Älteren will. Ich finds peinlich, dass sich ein älterer Mann sich niemanden auf Augenhöhe sucht. Und wenn er mit Ü40 mit einer 23-Jährigen AUF Augenhöhe ist, dann ist irgendwas in seiner Persönlichkeitsentwicklung schief gegangen. Wenns nur Sex ist, ok, wenns aber mehr sein soll …

          • Maria sagt:

            Nein in dem Fall ist es nur Sex und keine feste Beziehung, eher eine kurzfristige „Lebensbegleitung“. Dazu muss man auch wissen, dass hier eine Trennung einer gleichaltrigen langjährigen Beziehung vorausging. Wer dann noch so attraktiv ist, dass er vom anderen jüngeren Geschlecht als Bettpartner herangezogen wird, dem sei es gegönnt. Wir haben auch geschmunzelt, als wir ihn mit dem jungen Hüpfer im Club sahen, aber warum nicht. Wenn es freilich bei einem intelligenten Partner eine langjährige Beziehung mit grossem Altersunterschied sein soll, stellt sich wirklich die Frage, ob er bei gleichaltriger Intelligenz nicht bestehen kann.

      • tststs sagt:

        Mhmmm, jetzt machen Sie mich aber neugierig Hr. El Arbi… Was, bitte schön, ist denn das Club-Verhalten 20jähriger?
        Mir kommen da spontan nur zwei Dinge in den Sinn: 1 Vorglühen und 2. Ja nicht vor 23.30 auch nur in der Nähe des Clubs erscheinen… Und diese Dinge werden ja wohl kaum gemeint sein.
        Beim Stichwort Jugendlichkeitswahn, ja, da denke ich an Mid40er, die sich kleiden wie 20jährige…ja das ist traurig…aber was soll man/frau jenseits der 30 tun, wenn im H&M und Konsorten nur noch Mode verkauft wird, die wir früher – nett ausgedruckt – als Omas Wäschesammlung bezeichnet hätten… (aaaalso wenn schon, denn schon hat die heutige Jugend einen „Erwachsenenwahn“)
        😉

        • Réda El Arbi sagt:

          Wenn man vrsucht, mit Vierzig die Frauen aufzureissen, die man mit 20 nicht bekommen hat? Natürlich die neue, 20-jährige Ausgabe.

          • tststs sagt:

            Okeee, gu-ut…aber wir sind uns hoffentlich einig, dass dieses Verhalten (egal ob im Club, an der Migros-Kasse oder im Fitnessstudio) auf jeden Fall peinlich ist…

          • Réda El Arbi sagt:

            Stimmt. Aber in Kombination mit Tanzen und Alkohol ausgelebt, ist es schon schmerzhaft.

          • tststs sagt:

            Mmmhhhh, schmerzhaft trifft es…
            Hey, könnte das der Grund für die fehlende Magie sein – man geht nicht mehr primär in den Club um tanzmässig die Sau rauszulassen und (u.U,. wenns gerade passt und keine Umstände macht) noch etwas für den Heimweg abzuschleppen, sondern Tanzen ist nur noch Mittel zum Zweck der Kopulationspartnerfindung…

          • sepp z. sagt:

            Réda, mit 40 ‚reisst‘ man nicht junge Frauen auf. Es passiert von selbst, oder geht von der Frau aus, mann muss plötzlich sogar entscheiden, ob er ja oder nein sagen will. Finde ich moralisch legitim, den Altersunterschied.

          • Réda El Arbi sagt:

            Ich weiss das. Sag das den Typen, die in den Teen-Clubs baggern.

  • Marcel Claudio sagt:

    @Reda: Dein Fazit gilt eher für 0815 Normalos und Spätgeborene — ich habe das von 18 – 45 (mit ganz wenigen Pausen) eigentlich voll Rohr durchgezogen – hatte allerdings auch die Gnade der frühen Geburt und dann kamen all die Musikrichtungen einfach auf mich zu…mit meinen persönlichen Favoriten Punk, New Wave und dann die elektronische Musik – da kann man die Uebung nicht einfach mit 25 abbrechen (wäre 1985 gewesen)…da hätte ich ja das Beste (Techno & Co) verpasst!
    .
    Das wäre dann wirklich ein echt verplempertes Leben gewesen, wenn ich mit 25 einfach zum Bünzli mutiert wäre…

  • Marcel Claudio sagt:

    Das ist das Glück, der in die Jahre gekommenen (*1960) – in den 70er Jahren noch Späthippie – das Folk und Blues Festival auf dem Bachtel besucht, dann kam Punk mit ein paar Reisen nach London ab 1979, parallel dazu Reggea (das berühmte Konzert von Bob Marley am 30.5.1980 im Hallenstadion als gleichzeitig der erste Opernhauskrawall war), dann New Wave 1982-85, ein kurzer Abstecher in die aufgemotzten 50er zum Punkabilly um 1986 und dann kamen schon die ersten Acid House Parties 1988 in der alten Kaserne und an anderen Orten, dann die verschiedenen Technoformen, Minimal, Goa, Deep-House und was es sonst noch alles so gab. Die erste Street Parade 1992. Parallell dazu entwickelte sich auch die Hip-Hop Bewegung und auch Grunge

    Ich hatte das Glück fast alles von seiner Enstehung an die über 1000 Parties und über 600 Konzerte mitzuerleben (gut im alten Taifun war ich selber noch DJ, Barman, Türsteher) – aber ich hab bald mal gemerkt, dass ich viel lieber selber tanze, als Platten aufzulegen

    DAS IST DAS GEHEIMNIS DER MAGISCHEN NAECHTE, WENN MAN GANZ VON ANFANG BEI EINER NEUEN MUSIKAERA DABEI WAR UND DIE GANZE ENTWICKLUNG IN REALTIME LIVE MITERLEBTE UND DAZU TANZEN KONNTE WIE EIN JUNGER GOTT !!!

    Einer Avantgarde angehörend und seiner Zeit immer einen Tick voraus (bevor es zum Mainstream verkam)!

    Heute konsumieren die Jungen vor allem nur noch aufgewärmtes, x-fach zusammengemixtes, werden an der Bar abgezockt, vieles nur noch auf Kommerz aus – darum habt Ihr – Reda und David – die Magie auch nicht mehr wirklich gefunden!
    .
    Da es früher (Ende 80er, 90er) noch viel weniger Clubs gab, traf man dieselben Leute immer wieder – es war irgendwie einfach ein Family groove. (Es gab natürlich damals auch viel viel weniger junge Immigranten, Deutsche auch fast keine)
    Ich war damals viel mit meinen Leuchtdioden-Gummibällen unterwegs mit denen ich getanzt habe – wie ein leuchtender Planet ist er um mich gekreist, oft pro Nacht ein paar Clubs gemacht (Katakombe, Laby, Kanzlei, Rohstofflager usw usw), man kannte die Türsteher noch, wusste ab wann kein Eintritt mehr verlangt wird, und habe bis in den Morgengrauen getanzt wie ein Berserker – dies praktisch immer ohne aufputschende Drogen – ein paar Spliffs und ein paar Drinks oder Bierchen langten vollkommen und dann die Beinchen einfach laufen lassen bis tief in den Morgengrauen….ich hatte sehr oft orgasmusähnliche Zustände auf der Tanzfläche – aber minutenlange Orgasmen —- unvergleichliche neuronale Feuerwerke – ausgelöst durch Tanz, Beats und Lichteffekte (und durch meinen Leuchtgummiball)
    .
    Das waren wirklich noch die magischen Nächte von Zürich! (und ab und zu dito auch in Berlin, London, Ibiza, Basel…)
    Seufz, seufz – the real good old times!
    Mittlerweile gehe ich noch ab und zu in Buenos Aires tanzen – aber die Magie von damals v.a. in Zürich…man findet sie kaum noch!

    • tststs sagt:

      Ach ja, diese berühmte „früher™“… Ich bin mir sicher, dass auch Ihre Eltern, Hr.Claudio, schon der Meinung waren, dass die Jugend keine Ahnung von Party und Magie habe, dass sowieso nur alles aufgewärmtes Zeug sei, und überhaupt früher war man noch innovativ…
      😉

      • Marcel Claudio sagt:

        tststs: Die 50er Jahre in Züri mit den Halbstarken und Rock n Roll waren sicher auch tolle Zeiten, dann die sechziger Jahre mit der ganzen Hippiebewegung und Psyschadelic auch – ich bin damals als Kind in Basel aufgewachsen und meine Mutter hatte auch eine Affinität zum Hippietum – aber für Parties war ich einfach noch zu jung.
        In den frühen 70er kam dann der Glamour Rock auf, dann flachte es ein bisschen ab bis dann 1976 die Sex Pistols, Ramones, New York Dolls etc etc kamen – das war wieder was neues..
        .
        Aber heute – wenn ich mir so die verschiedenen Musikstile so anschaue – es ist eben fast nicht mehr möglich, was wirklich Innovatives neues zu bringen, weil fast alles schon mal da war – auch z.B. eine Lady Gaga wirkt für mich wie eine aufgewärmte Madonna aus den 80ern

        Und der andere Punkte ist die zunehmende Kommerzialisierung der Clubs mit x Türstehern, Securities…das war früher einfach viel easier, gab auch praktisch nie Aggressionen
        .
        Bin nächsten Sommer wieder mal für 2 Monate in Zürich – werde glaub auch wieder mal ein paar ausgedehnte Clubbing-Touren machen und mir ein persönliches Bild machen.

        Wenn man nur als Konsument in die Clubs geht, dann ist es eben auch langweiliger – man muss selber tanzen und das exzessiv – dann kommen die magischen Momente manchmal wieder….das ist zumindest meine Devise und damit bin ich gut gefahren!

        • tststs sagt:

          „Aber heute – wenn ich mir so die verschiedenen Musikstile so anschaue – es ist eben fast nicht mehr möglich, was wirklich Innovatives neues zu bringen, weil fast alles schon mal da war –“ Genau, das mein ich doch, dieser Spruch gibt es seit der 2.Generation Menschen (und die liegt schon ein paar Jahrtausende zurück) 🙂
          „gab auch praktisch nie Aggressionen“ oh, come on, rosa Rückblickbrille?!? Ja, es hat mehr Securitas, aber ob aus Notwenigkeit oder purer Angeberei sei mal dahingestellt…
          „werde glaub auch wieder mal ein paar ausgedehnte Clubbing-Touren machen und mir ein persönliches Bild machen“ UNBEDINGT! Ich glaube auch, Du gehst da eh mit der richtigen Einstellung hin („Wenn man nur als Konsument in die Clubs geht, dann ist es eben auch langweiliger“) . Wer nämlich schon vorab ab den Preisen, den Türstehern und den Kiddies im Saal genervt ist, der wird niemals (neverever) Magie finden…. Ich konnte schon früher nicht nachvollziehen, als sich meine Freunde (mit Mitte 20ig!!!) über die vielen „Kinder“ in den Clubs nervten…ich dachte jeweils nur „hey, wieso seit ihr hier? um zu tanzen oder um bewundert zu werden?

          • Marcel Claudio sagt:

            Tststs: Ich glaube wir verstehen uns schon – es war einfach eine geile Zeit, all die Musikstile seit den 70er mitzuerleben und abzutanzen, meist lange bevor der Mainstream auf den Geschmack kam – gute Parties zu haben mit vielen Leuten die man immer wieder antraf – und ich hatte nur einmal Lämpe mit ein paar Skinheads (weil ich damals 1987 ein rotes Hammer und Sichel Shirt anhatte, die waren damals „in“) – aber sonst in über 1000 Clubbesuchen eigentlich nie – immer friedlich (für mich zumindest)!
            .
            Ich beharre ja auch nicht auf dem “früher™” – es waren einfach geile Jahrzehnte – thats it!

  • Andreas K sagt:

    Liest sich wie ein bezahlter Bericht, alle Club in Zürich sind ja so unglaublich toll und die Stimmung in jedem Club ist extrem berauschend ja wie anno dazumal in den guten alten 90er Jahren als Techno seine Blütezeit hatte .Ein Deja Vu klar ……. .-)Ich lach mich krumm.

    Hab mir mal sporadisch alte Bilder aus dem Keller geholt in den 90er mit meiner alten Nikon Kamera geknipst. Massen-Raves, Groodonia, Rohstofflager, Sensor und das OXA.

    Sorry kein Vergleich mehr mit den heutiger Zeit. Ok, ich gebe zu gefühlte 90% all dieser lächelnden Menschen mit stark erweiterten Augen hatten wohl irgendwas chemisches intus. Aber die Kombination mit der Techno Musik von dazumal lies dich in eine andere Ebene eingehen .Emotionaler Trance oder Techno kann man nennen wie man will. Man kannte beim Eingang zum Club niemanden kam sich aber innerhalb kürzester Zeit sehr nahe. Aber ok Zürich war ich den 90er Jahren auch anders, weitaus düsterer, abgefuckter aber auch irgendwie vielschichtiger.

    HIVE, Fridas Bücke ,Café Gold und Co sind ein Spiegelbild der aktuellen Gesellschaft.Hipster, permanente „Mit dem Iphone sich selber fotografieren und auf FB einstellen. Glatt, Selbstverliebt und sauber wie die Stadt Zürich nun selbst.
    Ich verurteile all diese Clubs nicht auch diese müssen mit der Zeit mitgehen oder können einpacken. Es ist ein Business und nur die die sich weiterentwickeln werden überleben.Sozusagen eine Anpassung an die aktuelle Gesellschaft, die der Facebook,Iphone und die extreme Selbstdarstellung, man ist ja heutzutage so cool:-)
    Vielleicht bin ich alt ka, vielleicht ist es für diese Generation die beste Zeit ihres Lebens und mit 40 machen die einen Rückblick auf die gute alte Facebook, Tattoo und sich dauernd selber knipsern Zeiten.
    Aber zu behaupten diese Clubs heutzutage repräsentieren die Stimmung von dazumal ist an Ironie kaum zu überbieten.
    Und einen Tipp : Geht mal nach London dort gibt es immer noch Clubs da kommst du rein und die Stimmung ist dermassen extrem da haut es dich fast um, ja sogar im Jahre 2013.

    • Adam Gretener sagt:

      Meine Worte. Zürich hat einfach das Abgefuckte verloren. Hört sich stereo an, ist aber so. Disney World ist nicht mehr weit und die Einwohner laufen in Mickey-Kostümen rum. Leider.

      • pesche müller sagt:

        Jaja, und die Partygänger von damals bezahlen heute ihre Eigentumswohnung im Umland von Zürich ab und sind Mitglied beim Hauseigentümerverband.

    • Endlich mal jemand der es auf den Punkt bringt! Das ABGEFUCKTE fehlt. Total! Wo sind die düsteren, kaputten, verrauchten und von der Decke schweisstropfenden Club’s hin?

      • tststs sagt:

        Tja, die wurden leider „ausnormiert“… Wenn ich manchmal meinen Schülern erzähle, dass man vor 10 Jahren im Palais (im neuen, im alten sowieso) noch ohne Probleme kiffen konnte, machen die nur noch grosse Augen…

        Und übrigens, das „Abgefuckte“ im Ausgang ist immer noch da, es hat sich aber verschoben…frag mal die SBB 😉

  • markus lindner sagt:

    Die damals unerreichbaren Mädchen sind heute alternde Schuhverkäuferinnen oder Coiffeusen oder Hausfrauen und sind für den Preis eines müden Lächelns fast umsonst zu haben…

  • el capo sagt:

    Ab nach Ibizaaaaaaaaaaaaaa……ins ushuaiaaaaaaaaaaaaaaa…………… aber falls ihr doch noch gescmack habt…dann schaut euch mal im Scirocco oder im blu marlin um…..

  • diva sagt:

    „… viele Stunden haben wir wohl in Clubs verplempert?…“ das ist der treffendste begriff „verplempern“! und „verplempern“ scheint alles zu sein, was die heutigen um-die-20-jährigen noch interessiert. ich sehn mich überhaupt nicht nach einer guten alten zeit, denn die gab es nie! aber mich schockiert die blutleere und dieses nur noch aufs äussere fixiert sein der clubgänger und -gängerinen schon sehr. saufen bis der arzt kommt und wenns nicht schnell genug gehen kann, schmutzigen sex auf einer noch schmutzigeren toillette und am morgen oder besser gesagt: am nachmittag danach irgendwo verkatert aufwachen, den rest des tages mit ausnüchtern verbringen und am montag mit scheisslaune zur arbeit gehen. wer mal in einer tankstelle in der nähe eines clubs jobbte, weiss von was ich rede.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ach komm, es gibt auch ganz witzige Auswirkungen: http://www.20min.ch/diashow/diashow.tmpl?showid=84014

    • SrdjanM sagt:

      „heutigen um-die-20-jährigen“ sind wohl hgenau so auf der suche nach dem Kick wie die „um-die-20-jährigen“ in den vergangenen Jahrzehnten.
      Ob es nun Jazz, Rock, Punk, Disco, Techno ist, in jeder Generation hat die Jugend ihre Exzesse gesucht, gefunden, oder selbst kreiert.
      Wenn der Mittelmass in masslosem Hedonismus versinkt, gibt es immer auch eine Gegenbewegubng.
      Das mag vielleicht aus dem Publikum des Café Gold bestehen, oder sogar aus der nostalgieverfallenen Besetzerszene. Aber eben, das sind wohl nur genug Leute um 2 oder 3 Clubs damit zu füllen.

      Es ist auf jedem Fall nicht so einheitlich und so grau wie sie es andeuten.

    • Carolina sagt:

      Diva, wenn ich das, was in-den-Ausgang gehen heutzutage bedeutet mit dem vergleiche, was meine Zeitgenossen und ich uns vor 20, 25 Jahren geleistet haben, ist das alles chicken-shit. Es war immer eine meiner grössten Aengste, dass meine Kinder sich so daneben benehmen und solchen Risiken aussetzen wie ich damals. Tun sie nicht und ich muss fast sagen, dass es vielleicht gar nicht so schlecht ist, dass sich die Jungen austoben dürfen – angepasst und vernünftig werden die allermeisten noch früh genug (siehe unseren Gastgeber;-)…..

    • Marc sagt:

      Genau! Massen wir uns an über alle ein Urteil zu fällen! Los!
      Kino -> verplemperte Zeit!
      Theater -> verplemperte Zeit!
      Fernsehen -> sehr verplemperte Zeit!
      Oper -> verplemperte Zeit!
      Lesen -> verplemperte Zeit!
      Fussball gucken -> verplemperte Zeit!
      Barbesuch -> verplemperte Zeit!
      Bummel -> verplemperte Zeit!
      Dösen -> verplemperte Zeit!
      Sitzend essen -> verplemperte Zeit!
      Schlafen -> verplemperte Zeit!

      Lasst uns nur noch arbeiten! Das einzig wirklich seligmachende in dieser ach so glücklichen Zeit!

    • Marcel Claudio sagt:

      Diva: Clubs sind zum tanzen da – und das zwar exzessiv und stundenlang! Die Beinchen laufen lassen bis zur Höchstform!
      Nix da Zeit verplempern – das waren einige tausend der magischsten Stunden meines Lebens! Ich möchte sie nicht missen!!!

    • Maria sagt:

      Es geht noch viel schlimmer, nämlich montags gut gelaunt pünktlich am Arbeitsplatz, voller Pflichterfüllung das eigene Arbeitssklavendasein pflegen und ohne selbst oder exzessiv zu leben sich nur über das eigene Funktionieren im System als kleines Rädchen definieren.

      • Réda El Arbi sagt:

        Nun, es gibt Leute, die Leben nicht nur von Freitag bis Sonntag, sonder lieben ihr Leben und ihren Job auch von Montag bis Freitag.

        • Marcel Claudio sagt:

          Reda: Es gibt auch noch die Sorte Menschen die leben von Montag bis Sonntag und haben Spass dran…lieben ihren und Job und die Parties…

          • Réda El Arbi sagt:

            Ich hab ja nichts gegen das Partyfeiern, ich hab mich an diesem Freitag ziemlich amüsiert. Aber für einen 24-Jährigen ist es durchaus ok, wenn das der Lebensinhalt ist, bei einem 44-Jährigen stimmt mich das traurig. Genauso traurig, wie wenn der Grund zum Feiern Sex mit 20-Jährigen oder das Vergessen des alltäglichen Lebens ist. Partys machen das Leben nicht besser. Entweder sie geben noch ein Tüpfchen drauf, das istz ok, oder sie wirken wie eine Betäubung, um das Scheissleben sonst auszuhalten. Dann würde ich meine Energie eher auf die veränderung meiner Umstände fokussieren.

            So, ich muss eine Moderationspause machen. In 2 Stunden werden die nächsten freigeschaltet.

          • tststs sagt:

            „Aber für einen 24-Jährigen ist es durchaus ok, wenn das der Lebensinhalt ist, bei einem 44-Jährigen stimmt mich das traurig“
            hüstelhüstel…wirklich? Ist es nicht so, dass es beim 24jährigen okee ist, weil er es nicht besser weiss? Müsste man dann dem 44jährigen nicht zugestehen: er weiss es besser!!!
            Sorry, ich gehöre halt auch zu den ü30, die Bars einem Windelwechsel vorziehen, die lieber die Älteste im Club als die Jüngste auf dem heimischen Sofa ist… Wer in gottesnamen hat dieses ungeschriebene Gesetz erlassen, dass clubben nur was für Jüngere sei?!? Denn mit Verlaub, erst seit ein paar Jahren kann ich es so richtig geniessen, da das Portemonnaie nicht mehr der ausschlaggebende Faktor ist (und nein ich spreche nicht von den Hochpreisinseln, schon vor 15 Jahren musste ich das Münz für ein 10-Franken-Wändli zusammenkratzen).
            Vllt sind es Leute wie Claudio, die im Moment Pionierarbeit leisten… In 10-15 Jahren wird es ganz normal sein, dass auch in angesagten SZHeni-Clubs das Durchschnittsalter nicht mehr bei 21 liegt…

          • Marcel Claudio sagt:

            Reda: Unterdessen bin ich schon 53 – und gehe nicht mehr so viel an Parties — wenn ich aber gehe, nicht um gelangweilt an der Bar abzuhängen – dann tanze ich bis ich schweissnass bin (sofern die Musik stimmt, sonst mache schnell einen Abgang)!

            Und was weisst denn Du über mein Leben (gut ich habe zwar schon einiges darüber im Stadtblog) geschrieben – aber für mich ist gutes abtanzen mindestens so gut wie Sex – da kann man minutenlange extatische Zustände erleben (wohlgemerkt ohne Ecstasy, Coci) nur ein paar wenige Drinks und Joints und nachher meist nur noch Wasser.

            Habe mir oft die Frage gestellt, was das ultimativere Gefühl ist – der Tanzrausch oder Sex – gleichwertig sind sie für mich auf jedenfall!
            Und wenn dann 20jährige mir auf die Schultern klopfen und finden ich tanze geil – so freut mich das.

            Also lieber Reda – um mich musst Du keine Sorgen machen und mein Leben als traurig empfinden – ich habe noch einiges mehr drauf als Clubbing – ich habe sehr vieles gemacht in meinem Leben von Barman, Schwimmbadbauer, Hilfarbeiter, Controller, Kulturmanager, Schatzmeister, Diamantensortierer, Schriftsteller, mehrfacher Verwaltungsrat, Buchhalter und noch einiges mehr.
            Dazu bin ich ein Wissensjunkie und liebe statistische Seiten und schaue gerne hinter die Dinge.
            .
            Man lebt nur einmal – und wieso nicht exzessiv – macht doch Spass
            Und vor vier Jahren bin ich nach Südamerika ausgewandert und habe hier tolle Zeiten – und Sommer!!!!

        • Maria sagt:

          Aber ich denke das ist der Optimalfall einer Minderheit, denn nicht umsonst werden leider so viel über den Montag klagen und den Freitag bejubeln. Bessere Arbeitsbedingungen oder Bezahlungen, mehr Teilzeit, weniger Arbeitstage wären ganz einfache Mittel der Lösung. 🙂

  • styro2000 sagt:

    ach, die gute alte Zeit, seufz… 🙂

    Am Freitag den 13ten Dez steigen die altvorderen DJ’s wieder aus der Gruft,
    um Legenden zu spinnen, magische Momente zu verbreiten und die Knochen schütteln zu lassen,…

    mit Gangsta, Hi-Speed, B-Side, Fragment & styro1993

    https://www.facebook.com/events/394087364055816/

    • Adam Gretener sagt:

      Ach stimmt ja, der Styro. Parties mit Bang Goes und Viola. Das war schon nicht schlecht. Später dann gewisse Hexenbälle an der Zentralstrasse mit den beiden Bowlen. Lustige Kitag-Nächte. Neujahr-Feste an der Hermetschloostrasse und und und.

      Ach.

      • Réda El Arbi sagt:

        Ach Gott, wer Silvester an der Hermetschloo gefeiert hat, und noch sagen kann, welches jahr es war, war einfach nicht dabei 😀

        • Adam Gretener sagt:

          Also ich kann es auf +/- 5 Jahre eingrenzen. Aber unvergessen waren die Versuche der Frau mit Cowboy-Hut, auf das Dach zu klettern. Das Bild sehe ich also heute noch. Armes Ding.

          • Réda El Arbi sagt:

            Hm, das letzte Mal, als ich da war, musste ich vor dem Lift kubanisches Geld kaufen, das Motto war irgendwas mit Kuba.

          • Adam Gretener sagt:

            Na ja Réda, Oldtimer und Kuba passen doch noch irgendwie.

            Ich fand mich mal in einer Ex-Zahn-Klinik vis-ä-vis Si o No wieder an einer Party mit Moto Camping-Platz. Mit Zelt, künstlichem Rasen und Liegestühlen. Für mich waren die beiden Veranstalter einfach King, nach wie vor.

    • Marcel Claudio sagt:

      Ja Styro2000 – Deine (und Viola, Triple P) Parties waren auch immer giga! Viel Fun, wenig Kommerz und geiler Techno! (Als Schlager DJ noch früher mochte ich Dich weitaus weniger :-()

  • Richi sagt:

    Toller Artikel – „Wo ist die Magie?“ – das war eigentlich immer die Frage!

  • Schildokan sagt:

    Gut geschrieben. Aber: Uralte Diskussion, die immer mal wieder aufflammt.
    Fakt ist: Das Nachtleben in Zürich lebt (beweist auch dieser Text) und man kann durchaus gute Abende haben.
    Nur: Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht jeder Ausgang „Bombe“ sein kann.
    Das ist eigentlich wie beim Sex: Es ist nicht immer der „Fick des Jahrhunderts“. Man hört aber trotzdem nie auf danach zu suchen. 🙂 Wer Musik und das Tanzen liebt, dem gehts genau gleich: Man geht immer raus und sucht nach der Magie. Manchmal hat man Glück, manchmal nicht. So einfach ist das. Wer jedoch aufhört nach Magie zu suchen (dass muss zugegeben nicht unbedingt im Nachtleben sein), den hats meines Erachtesn wirklich schlimm getroffen. Wie langweilig. Insofern ein Hoch auf die beiden Schreiberlinge, die offenbar immer noch einen „warmen Darm im Ranzen“ haben – Begeisterungsfähigkeit in sich tragen. Und Oli Stumm? Der wollte einfach eine Diskussion anstossen und hat sich damals über eine gewisse Entwicklung aufgeregt. Das darf man. Trotzdem wird es immer kreative, gelungene Abende geben. Auch im Zürcher Nachtleben. Geht raus und sucht danach. Macht nämlich mehr Spass als wenn man rumjammert.

  • Maiko Laugun sagt:

    Magie? Ich will auch wissen wo die Magie heute ist. Ich habe leider ihren Nachnamen vergessen, aber „Mägie“ war damals vor ca. 30 Jahren ein ganz heisser Schuss in der „Höcklerbrugg“!

    • Marcel Claudio sagt:

      So so Maiko in der Höcklerbrugg hast Du Dich rumgetrieben – da war ich auch einige wenige male – da war doch noch dieser Bring-your-own Club nebenan – das Dillons – da war ich auch ein paarmal – aber eher langweilig – damals zur Disco Zeit (nach John Travolta – Saturday Night Fever) – war nicht so mein Stil – zu viel Mainstream und bünzlimässig

  • geilester seich sagt:

    El arbi, Gretener und wie auch immer… Das Roxy von früher?! Katakombe? Rohstoff 1, altes Palais, Sihlpapier, Dachkantine etc… blablablablabla… is nun mal alles schnee von gestern und mal ehrlich. War auch nur geil, weil wir damals jünger, unvoreingenommener und evt auch auf Substanzen uns herumtriiben. Ja das waren geile Zeiten! Es hat gerockt und ja man dachte, die Welt dreht um sich! Wieso El Arbi magst du den jungen von heute das alles nicht gönnen? Für sie sind heute das hive, die zukki, cafe gold, glasraum, und Supi (das evt eher nicht) die Clubs in denen sie das selbe erleben dürfen wie wir damals. Aber halt einfach mit 30 stutz eintritt, 18 stutz für rum-cola. Lasst den Jungs auch ihre Szeeni-Zeit in den Club’s!

  • Adam Gretener sagt:

    Damals, in den guten Zeiten, war ich zum Teil ich Bars, ich durfte weder wissen wo die sind, noch wie sie heissen. So geil waren die. Und ich mitten drin. Es war zwar so insider, dass ich der einzige Gast war, aber egal.

    Für die ersten Steinfels-Parties brauchte man zwar eher Gummistiefel und Staubschutz als Federboa und Designerjeans.

    Und wer das All im 3 nicht gekannt hat, kann schon mal gar nicht mitreden.

  • Hans Schmerz sagt:

    seit Urs Kind weg aus der Szne ist, gibts keine magischen Momente mehr. Der einzige innovative Clubbetreiber !

    • Adam Gretener sagt:

      Aha, die magischen Nächte im Q, wenn die Dealer mit Knarre wie Zeugen Jehovas vor dem WC standen. Also ich kenn spannenderes. Als Eismeister war er jedenfalls besser. Nach seinem totalen Zusammenbruch. Überall Schulden, Leute die ihn „suchten“ und keine Vertrauten mehr.

      Aber hey, magisch…

      • el capo sagt:

        Urs Kindt = SILO…beim obergricht……
        Party im Vokshaus….alle Dj beteilgten sich an den Ausgaben…und erhielten auc dividenden….Zahlte sich aus….erinnere mich heute noch anm diese magische nacht…Danke urs….
        hat sich ausbezahlt damals….yeah

        • Urs Kind sagt:

          Salve el capo 😉
          Danke
          Habe den Artikel mit seinem Kommentar soeben erst heute von einem Kollegen zugespielt bekommen …
          Melde dich mal wenn du Lust hast: u.kind@gmx.ch
          oder FB
          cu

      • hans schmerz sagt:

        Du sprichst von Dingen, die Du offenbar gerüchteweise gehört hast. Er hat bei niemandem Schulden hinterlassen und wenn man ihn suchen würde, so weiss man ja, wo er wohnt. Dealer mit Knarre wie Zeugen Jehovas.ja genau! klar gabs auch dort Dealer, wie in jedem anderen Club auch. Zudem, es geht um seine Fähigkeit als Partyorganisator, und die sind unbestritten..schon zu Zeiten vom Silo, Wüesti-Bar, Velvet etc.

      • trudi Meier sagt:

        respekt, dass er sich nach seiner schweren Zeit nicht zu schade war für einen Büezer Job als Eismeister. Mach das erst mal nach! mit Innovation und Ideen kommt man dann wieder zu einer Villa mit Seeanstoos am Züri-See, echt geschickt gemacht, tolle Einweihungsparty

        • Urs Kind sagt:

          Trudi … ?!
          Danke, aber die Villa gehört nicht mir und diesen Eindruck zu erwecken wäre falsch 🙂
          peace

    • Urs Kind sagt:

      Danke
      Habe den Beitrag mit deinem Kommentar soeben erst heute von einem Kolleen zugespielt bekommen 🙂
      melde dich doch mal
      u.kind@gmx.ch
      oder FB
      cu

  • Marc Freyburger sagt:

    Womit wir nun wissen, dass der El Arbi einmal ein ganz toller Hecht im Zürcher Nachtleben war, so richtig gut vernetzt. Wer hätte das gedacht? Heute pirscht er als veritabler Gerontologe durch seine früheren Jagdgründe, um sich die Bestätigung zu holen, dass er der einzige war, der die Nacht auch leben konnte. Seine „coole Zeit“ ist nun definitiv abgelaufen – das zeigt sich insbesondere darin, dass er es allen nochmals zeigen muss – in seinen dünnen Blogs, die höchstens der Roxy Reunion-Klientel noch ein anerkennendes Jüchzerli entlocken vermögen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Jep. Ich war sooooo ein geiler Siech. Ich schwör.

      • Adam Gretener sagt:

        Nein, nein, also jetzt mal ganz ohne Spass. Ich war wirklich ein geiler Siech.

        • Marcel Claudio sagt:

          Ich auch – berüchtigt für mein exzessives Tanzen mit meinen spitzigen 50er Jahre Schuhen (habe rund 35 Paare von denen vertanzt, immer das gleiche Modell vom Booster im Niederdorf -meist innerhalb von 4-5 Monaten habe ich Löcher in die Sohle getanzt) und meinem Leuchtgummiball…die haben die Mädels immer fasziniert und ihre Typen fanden mich oft einen W… – who cares – andere haben mich wegen der Gummibälle auch auf Drinks eingeladen…it was just real good fun!

    • Adam Gretener sagt:

      Ich war auch mal ein geiler Siech. Imfall. Der Türsteher vom See hat mich immer ohne Anstehen reingelassen.

  • panomarix sagt:

    Guter Artikel. Aber Sie bleiben mir eine Antwort schuldig. Wo kann ich mich (in den späten 40) vergnügen? Meine magischen Momente habe ich im Big Apple erlebt. Nein nicht der Big Apple in Übersee sondern der an der Baslerstrasse. Die Mehrheit meiner Kollegen sehnen sich nach einem Club in welchem man sich auch als alter Sack zeigen kann. Aber eben: Bitte nicht Hair, Kim Wilde und Uriah heep!

    • karin sagt:

      yeeeeah, das big apple!! das waren noch zeiten! 🙂

    • Richi sagt:

      Es gibt doch diese hässlichen Plakate, welche vor allem in der Agglomeration hängen und diese Tanzparties ab 40 bewerben, vielleicht dort?

    • Maiko Laugun sagt:

      Ich war vor 10 Jahren mal an einer Oldies Night auf einem Schiff der Zürisee-Gesellschaft. Da ging es zu und her wie an einem See-Begräbnis eines Matrosen. Die Leute (Alter +40) nahmen dezidiert das Essen ein, nippten dezent an einem Glas Rotwein und im Hintergrund liefen Balladen wie „Love is in the air“. Und als wir später eine Zigarre rauchten, gab es Reklamationen obwohl gar kein Rauchverbot herrschte. Gott, was für ein stierer Bünzli-Anlass! Da würde ich selbst mit 80 nicht mehr hingehen, ausser ich wäre senil!

    • Roman Rebitz sagt:

      Da gibts wohl nur eines, selbst organisieren oder mit einer grossen Gruppe in die „üblichen“ Clubs. Ist auch je nach Musikstil und Veranstaltungsort anders, je trendiger/kommerzieller der Sound desto wahrscheinlicher nur Teenies anzutreffen (kann auch lustig sein aber eher auswärts nicht in der Stadt). Je spezieller der Musikstil desto grösser die Wahrscheinlichkeit einige zwischen 35 – 45 anzutreffen. Hatten eigentlich immer gute Parties mit Personen jeden Alters, das einzige was mich stört ist übertriebenes Bierzeltverhalten aber das ist altersunabhängig 🙂
      Im Sommer sind Openair’s sehr zu empfehlen, vorallem im Ausland und solche die sich nicht auf ein, zwei Genres festgelegt haben, sondern grosse die alles mögliche bieten und am besten noch in der Nähe einer schönen Stadt sind. Hotels gibt es da auch genug, man muss ja nicht mehr zelten wenn man nicht möchte.

    • SrdjanM sagt:

      Wie WO?

      Überall wo es einem passt und es passend ist.
      Wenn man nicht gerade wie ein 40-jähriger Verzweifelter herumsteht der immer noch auf der Suche ist (nach der Liebe, Job oder der Magie), und halt einfach in einem Club ist weil man sich dort wohl fühlt (und nicht nur verzweifelt dazugehören will), dann passt man problemlos an jede Party.

      • Adam Gretener sagt:

        Zwei Nutten links und rechts, die Gold-Rahmen-Brille montiert – oben violett schattiert – und dann den Litschi-Sekt auf der Tanzfläche kredenzen. Dann ist es egal welches Alter man buckelt.

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