Endlos ödes Shopville

Endlose, glitzernde Wiederholung des immergleichen Angebotes.

Endlose, glitzernde Wiederholung des immergleichen Angebotes.

Sollten die Wikinger oder die Hunnen mal einfallen und zwei Drittel des Bahnhofs niederbrennen und plündern, wir wären noch immer auf der sicheren Seite, könnten noch immer Brot kaufen und uns die Haare machen lassen.

Im bestehenden Shopville und der Bahnhofshalle sind die Läden und ihre Produkteausrichtung redundant angelegt. Es gibt mindestens drei Bäckereien (Brezelkönig nicht mitgezählt), man kann sich dreimal die Haare schneiden lassen, zweimal Bier aus aller Welt kaufen, Sprünglischokolade gibts auch mehr als ein Mal, Fetttriefendes von Burger King kriegt man an drei Orten, Elektronisches und Handyverträge kann man an mindestens vier Orten kaufen, Bücher sogar in fünf verschiedenen Shops, Billigkleider gibts drei oder vier Mal. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass es für jedes Produkt und jede Dienstleistung MINDESTENS zwei Anbieter innerhalb von zwei Minuten Fussweg gibt. Was bei Supermärkten wie Migros, Avec, etc an einem Samstag Sinn macht, kann doch an einem Dienstagvormittag für einen Buchladen nicht wirtschaftlich sein.

Und jetzt kommen mit dem neuen Bahnhof  Löwenstrasse und der damit einhergehenden Shopville-Erweiterung nochmals 460 m2 Ladenfläche dazu.  Die Läden wurden vermietet an: André&Joe Coiffure, Kleiner Konditorei und Bäckerei, Drinks of the World, Merkur Confisierien, Big, Brezelkönig und Sushi Kalifornia AG. Also an Läden, die genau das anbieten, das in Spuckweite schon im Überfluss vorhanden ist. Ein Spaziergang wird dann irgendwie wie diese Werbeblöcke auf deutschen Privatsendern, die alle zwanzig Minuten lautstark immer wieder dieselben Produkte anpreisen, so dass man wegzappt oder aufs Klo geht.

Ich versteh ja nicht besonders viel von Wirtschaft, aber ich frage mich Folgendes:

Grundsätzlich
Es stehen in der Schweiz 174 Einkaufszentren (mindestens zwei davon übrigens in Uster), dieses Jahr wurden sechs neue fertiggestellt und 17 (siebzehn!) weitere sind in Planung. Sie werden alle dasselbe anbieten und sie werden in der Nähe von anderen Einkaufszentren stehen. Nur, wovon werden die leben? Werden wir alle Lohnerhöhungen kriegen, damit wir dort Dinge einkaufen, die wir auch überall anders kaufen können? Werden wir dort unsere Freizeit verbringen und wenn ja, warum?

Dann: Wenn wir eine Stadt gestalten, legen wir da nicht Wert auf Vielfalt? Wie aber kommt es dann, dass wir am zentralsten Platz der Stadt, am Hauptbahnhof, sinnlos viele Läden mit einer eher eingeschränkten Auswahl haben? Läden, die Dinge verkaufen, die wir innerhalb des Shopvilles mehrfach bekommen, Bahnhofstrasse, Migros City, Löwenstrasse und Niederdorf nicht mitgerechnet.

Gibt es keine Obergrenze für Handyverträge, die man abschliessen kann? Wie oft kann ich mir wöchentlich die Haare schneiden lassen? Wieviele Gipfeli kann ich essen, bevor es toxisch wird? Und, wenn wir uns die Dinge, die wir brauchen, da kaufen, fehlt das Geld nicht irgendwo anders? In der Bäckerei oder beim Coiffeur im Quartier? Wenn nicht, ist das dann das vielbeschworene Wirtschaftswachstum? Und woher kommt es?

Fragen über Fragen. Aber vielleicht können mir unsere Leser mit ihrem Wirtschaftsverständnis weiterhelfen.

150 Kommentare zu «Endlos ödes Shopville»

  • Friedrich Dattler sagt:

    Es gibt tatsächlich Menschen, die wegen solcher unerträglichen Tragödien zur Pistole und dergleichen greifen, und ihrem sinnentleerten Leben ein Ende setzen. Ich denke, dagegen kann und soll man nichts unternehmen, ausser ihnen ebendies zu sagen.

  • Hefti sagt:

    Da ich nicht viel Geld habe, ist es aber doch sehr interessant von Weitgereisten zu erfahren, dass heuzutage alle Innenstaedte die gleichen Laeden enthalten. Man braucht heutzutage also nur durchs Schoppville zu gehen und ist gleichzeitig in London, Paris, New York, Schanghei, Tokio usw. Eine sehr angenehme Eigenschaft und Folge der Globalisierung, scheint mir jedenfalls so.

  • Hans Olo sagt:

    Ich musste früher unglaubliche 5 Gehminuten in die unheiligen Katakomben des HB auf mich nehmen, um an mein geliebtes, mit Tartarsauce getränktes Brezelkönig-Sandwich zu kommen. Das verspeiste ich dann jeweils auf einer sonnigen Wartebank am Ende eines naheliegenden Perrons. Da hat man teilweise Ruhe mitten in Zürich. Scheinen sich zu rentieren, diese Läden. Trotz gleichem Sortiment. „Wegzappen“ kann man leider nur mit Alkoholkonsum, „aufs Klo gehen“ wird teuer. Zwei Franken wenn man sitzen muss. Und der Weg dahin ist immer noch zu weit.

  • Georg Müller sagt:

    Im Dörfli gabs mal nen Haustierladen mit Viechern in der Auslage. Jetzt: Kleider. Buchgeschäft auch weg – Kleider.
    Letzte Hoffnung: Glühbirnen-Hickel. Finger weg von dem.

  • Thomas Gabathuler sagt:

    Zum Glück gibt es da noch den Marinello. Die Ausnahme von der Regel.

  • Pascal Meister sagt:

    Mögliche Erklärung: Diverse Branchen inkl. allgemeinem „Food“ von Migros und Coop usw. sind derzeit extrem umkämpft, es herrscht Preisdruck, viel zu verdienen ist nicht, im Gegenzug ist jedoch viel Geld von früher oder von Investoren vorhanden. Resultat: Es wird heute um jeden Preis um Marktanteile gekämpft, daher muss man in jedem neuen Zentrum vertreten sein usw., nur damit der Konkurrent keine Anteile gewinnen kann. Irgendwann wird der Wettbewerb dann abnehmen durch starke Inflation, Rückzug von Konkurrenten oder was auch immer – und dann können die Anbieter wieder saftige rentable Preise durchsetzen – aber nur jene, welche bis dahin überlebt haben und möglichst gross geworden sind.

    • Aufdermaur Peter sagt:

      Schöner hätte man es kaum ausdrücken können.
      Ausser herauszustreichen, dass Wettbewerb heute eben nicht mehr bedeutet, den Kunden mit Qualität und Produkten zu überzeugen, sondern unter Einsatz eines riesigen Geldreservoirs Tiefpreise an privilegierten Orten anzubieten und ganze Branchen zu ruinieren. Danach wird – wie sie sagen – derjenige mit dem längsten finanziellen Atem seinen überteuerten Dreck als Monopolist anbieten können. Kein Wettbewerb wird ihn dann mehr zu Produktvielfalt und dergleichen veranlassen.
      Im Grunde ist es in vielen Branchen jetzt schon so. Aber die Menschen möchten dies ja, oder?

  • Bless Marco sagt:

    Rentieren? Geht’s noch? Gehören Sie auch zu denen, die glauben, in unserem Land herrsche noch immer freie Marktwirtschaft?
    Nein, mein lieber. Die Banken alleine entscheiden, wer wann wo welchen Laden aufstellen darf – für alle anderen gibt es schlicht keine Kredite. Diese anderen kämen im übrigen auch nicht auf die Idee, einen Laden in so ein Untergrund-Shopville zu bauen. Das können sich nur diejenigen leisten, von denen Luzifers Geldverleiher überzeugt sind, sie könnten unnützer nicht sein. Der einzige Zweck dieser Läden ist, das Baugewerbe zu beschäftigen und Monumente zu schaffen, die anderen das Geschäften verunmöglichen. Dass diese Läden dann nicht rentieren, wird unser Konkursrecht erledigen. Und bald wird dasselbe Geschäft unter neuem Namen an einem neuen Ort nicht rentieren.
    Schon gemerkt, dass es bald in jedem Bauernkaff solche sinnlosen Baudenkmäler gibt, die nur die Volkswirtschaft belasten?

  • Ria Frick sagt:

    „Ich konsumiere, also bin ich“, würde R. Descartes heute wohl sagen (müssen) in einer Zeit, da „Shoppen“ anerkanntes Hobby ist.
    Die Wirtschaft produziert sich und uns zu Tode – das wissen wir – eigentlich. Wir machen dennoch mit, weil wir glauben, keine (Konsum)wahl zu haben und kaufen halt irgendwie trotzdem, weil wir glauben, dass wir brauchen, was wir kaufen.
    Denkfaulheit hat nun mal ihren Preis – also, was soll das Gejammer?

  • oliver brunner sagt:

    was passiert, wenn man 2/3 der blöck-schreiber zu produktiver arbeit anhalten würde. gar nichts. journalistisch wird nichts vermisst, „sauglattismus“ kann ich auch auf der homepage der guggenmusigg höngg finden. ist das ein grund herrn arabi zu entlassen? wahrscheinlich nicht. also lassen sie auch die lädeli im shopville in ruhe.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ah, Herr Brunner! Schön, dass Sie wieder da sind! Und ein bisschen Schade, dass Sie trotz all Ihren negativen Kommentaren meinen Namen noch immer nicht schreiben können. Aber für Analphabetismus muss man sich nicht schämen. Da werden Sie auf der Homepage der Guggenmusig Höngg auch nicht ausgelacht.

      Ansonsten: Wieso lesen Sie unseren Blog, wenn Sie uns doch soooo blöd finden? Glauben Sie mir, wir haben genug Leser, denen unser Zeugs Spass macht. Sie müssen sich nicht aufopfern. Wir werden Ihre fehlenden Klicks gut verschmerzen, ehrlich.

      • Marcel Claudio sagt:

        Na Reda, Deine speziellen Fans bringen wieder etwas Pfeffer in den Blog – grosszügig wie Du bist, lässt Du auch solche Meinungen zu …
        Ich würde ja nur zugerne mal die zensurierten Kommentare des Blogs lesen — ich hoffe Du behälst die sorgsam auf – da kann man sicher irgendwann mal ein sarkastisch gutes Buch draus machen, das noch die Chance auf einen Bestseller haben könnte…

        • Franziska Strassler sagt:

          Ja, das Buch wäre tatsächlich lesenswert. Und zum unverstandenen Autor des Artikels: Auch für ein solches Buch müsste man sich nicht schämen, schliesslich ist es immer angebracht, das Beste aus dem zu machen, was einem das Leben und Mutter Natur geschenkt haben; auch wenn dies freilich nicht immer viel ist.

  • P. Rolet sagt:

    Wer geht denn heute noch im Shopville shoppen? also ausser Pendler oder Reisende, die die Wartezeit überbrücken müssen…? und wenn ich selber Reise, dann finde ich das Angebot zweckmässig und erwarte auch nicht mehr.

    ach ja: witzig geschrieben, danke

  • Quasimodo Braun sagt:

    Die eher bescheidene Auswahl mag bedauert werden. Will man mal etwas anderes als z.B. süssen und scharfen Paprika oder Curry Madras kaufen muss man entweder die kleinen, von ach so bösen Ausländern geführten Läden aufsuchen oder zu Globus, Jelmoli oder Schwarzenbach. Neulich im Quartier-Coop Piment gesucht und wie ein Alien angeschaut worden…
    Um zu verstehen, warum es in jedem Flügel des verschachtelten Shopvilles ein identisches Angebot gibt, muss man aber beileibe nicht viel von Wirtschaft verstehen. Man müsste sich nur mal vorstellen, wie die Besucherströme da unten fliessen. Vor allem Pendler nehmen meistens die gleichen Wege von A (der Bahn) nach B (Tram oder Arbeitsplatz) oder umgekehrt. Wer dann ein Gipfeli möchte, neue Strümpfe braucht oder auf die Schnelle einen Schoggi-Mitbring benötigt, möchte nicht erst durch alle Gänge irren, bis er/sie den entsprechenden Laden gefunden hat. Und auch für den schnellen Abendeinkauf stehen Migros an der Löwenstrasse oder Coop an der Bahnhofbrücke zu weit weg. Diese Bequemlichkeit mag man bedauern, entspricht aber der heutigen Realität, die den Kuchen auch für mehrfach redundantes Angebot gross genug macht.

    • raquel sagt:

      „Sich die Pendlerströme überlegen“, das scheint auch mir wichtig zu sein, wenn man das Konzept des Shopvilles verstehen möchte. Durch die Wiederholung des Angebotes an mehreren Achsen, wird die Bildung von Staus und Blockierungen durch Menschen verhindert. Die Einkaufszentren in Agglomerationsgemeinden oder kleineren Ortschaften stören mich hingegen auch. Die ewiggleichen Ladenketten mit teils lieblosen Verkaufskonzepten gehen mir auf den Geist, auch wenn mir verständlich scheint, warum nur grössere Ketten hohe Mieten und längere Durststrecken bewältigen können. Mein Unwohlsein hängt überdies auch mit der Architektur zusammen. In einer Passage wie jener unter dem Bahnhof Stadelhofen, die dank Calatrava eine eigene und edle Handschrift hat, erfreue ich mich noch heute am Ideen-Reichtum der Konstruktion. Das Einerlei der Läden und die teilweise lieblosen Schaufenster und Plunder-läden passen dort überhaupt nicht zum filigranen Baukörper. Darum stören sie mich dort mehr als im Shopville, dessen architektonische Handschrift inexistent ist. Zurzeit ist es mir aber noch immer recht gut möglich, Einkaufscenter und unterirdische Passagen nicht zu meinen bevorzugten Einkaufsorten zu machen. Nicht nur aus Gesinnungsgründen, sondern weil es mir dort nicht wohl ist. Ich finde immer noch genug Läden, wo ich Individualität spüre und die Angestellten eine Ausbildung haben. Ich hoffe, dass es dem Mittelstand in der Schweiz noch länger möglich sein wird, solche Anbieter beim Einkaufen vorzuziehen.

  • Nicoletta sagt:

    Also ich finde der Blog bringt es auf den Punkt. Egal in welche Stadt man in der Schweiz geht, in den Haupteinkaufsadern (zum Glück gibt’s dort noch die kleinen Nebengässchen) und in den Einkaufscentern, überall die gleichen Geschäfte!

    Natürlich haben obige Schreiber auch recht, für kleine Läden/Einzelhändler, sind die Ladenflächen-Mieten viel zu teuer! So kommen nur internationale Grossketten dort zum Zug.

    • Alex Kramer sagt:

      Gehen Sie mal nach Winterthur, per Zug. Für’s Auto hat’s eh keinen Platz.
      Man hat dort die ganze schöne Industrie in der Innenstadt aufgegeben und in denselben Bauten Konsumtempel eingerichtet. Da stand seit Jahrzehnten das Neuwiesen direkt neben dem Bahnhof. Dann schräg gegenüber das ganze Programm nochmals, und weil es immer noch nicht reicht (??), das ganze zum 3., nach nur einmal der Länge nach hinfallen.
      Wem das nicht gut genug ist, fährt ins Grüzefeld oder ins benachbarte Hegi / Oberwinterthur. Nicht zu vergessen der Warzenbunker auf dem Rosenberg, wo sich die Autofahrer auf einem einzigen SUV-tauglichen Parkfeld verirren können..
      Weil das einfach nicht Zentrum genug ist, fordern gewisse Wirtschaftsweise im Tösstal, Turbenthal müsse eine Zentrumsfunktion übernehmen können. Schliesslich steht der Hinterthurgau vor der Tür, wo dann die Leute aus Bichelsee und Wil SG jeden Samstag einfallen können, um sich eines halbwegs zivilisierten Angebots ergötzen zu können.
      Das muss schon sein, oder?
      Ich warte nur auf den Tag, an dem so ein Zentrum aufgestockt wird, um nochmals dasselbe anbieten zu können. Eine Migros über der Migros – die Schildbürger kommen!

  • marcel sagt:

    Das ernnert mich stark an die Online-Zeitungen. Was passiert, wenn 2/3 der Online-Zeitungen geschlossen werden? Gar nichts, von der BAZ über BZ, Der Bund und Tagi steht überall das gleiche.

  • Luki sagt:

    Also ich schätze diese Wiederholung der Angebote. Je nach dem wohin meine Reise führt, wähle ich einen anderen Weg durch den Bahnhof. Dennoch komme ich immer an einem Laden vorbei der das anbietet was ich möchte. Ich muss für meinen Wunsch also keinen Umweg machen, für den ich wegen den kurzen Umsteigezeiten sowieso keine Zeit hätte.
    Ich denke, das Einkaufszentrum im Bahnhof ist genau für Kunden wie mich aufgebaut. Falls ein anderes Einkaufszentrum auch so aufgebaut ist, würde mich dies aber sehr wundern. Falls jemand eines kennt, würde es mich wunder nehmen wo dieses steht 🙂

  • Robert Herz sagt:

    Stellen Sie sich mal vor, die Läden im HB wären so interessant, dass zu den über 100’000 Umsteigern jeden Tag noch zahllose Shöppeler dazu kämen – solche, die allein und einzig deswegen mit dem Zug da hin fahren, weil es da so geile Läden hat. Stellen Sie sich Allerheiligen vor, wenn der Glarner Sprinter einfährt!!!

    Sie, das geht doch nicht!!

  • Andi sagt:

    Ist schon interessant,all dieses Intellektuelle Geschwätz und nacher kaufen doch alle bei den Multis Budget und Prix Garantie. Auch hier sollte gelten:nicht nur schwafeln sondern auch danach leben oder sonst,die Klappe halten..

    • Daniel Zollinger sagt:

      Sie sagen es. Wie die, die andauernd über die Deutschen fluchen aber im gleichen Atemzug erwähnen das sie des öfteren ened der Grenze bei ALDI einkaufen!

  • Lukas Aeschbacher sagt:

    Erinnert sich noch jemand an die Zeit, als all die Junkies und Obdachlosen im Shop Ville übernachteten? Da war es wenigstens nachtsüber nicht öde dort unten.

    • peter muster sagt:

      … und der wunderprächtige, wundervolle Multifunktionsautomat wo man sich das Allernotwendigste kaufen konnte …
      bis dann die Stadt irgendwann beschlossen hat, dass die Schroterei all die Obdachlosen per Stürmung vertreiben muss (mit hartem Tränengaseinsatz unterirdisch im Shopville an einem heiterhellen Nachmittag, war nicht nur für die Obdachlosen unangenehm); seit dann gibt es auch diese sexy Sitzbänke aus Holz mit den Trennwänden zwischen den Sitzplätzen, damit man nicht drauf schlafen kann … brave new world

      • Réda El Arbi sagt:

        Ah, der Automat. Gott, den hab ich schon beinahe vergessen. Der einzige Ort, wo man damals morgens um Zwei ein Yoghurt, Milch Brot, Orangesaft etc kaufen konnte.

        • Robert Herz sagt:

          Nene, da gab’s noch einen Automaten im Lochergut. Und der HB war nachts rundherum mit allerlei Gittern sozusagen hermetisch abgeriegelt. Nachts nach 2 Uhr war es so still in Zürich als wie in Uster. Davor jedoch konnte man in der Bahnhofshalle ins Kino…

      • Lukas Aeschbacher sagt:

        Ja klar, der Automat. Der war damals sehr wichtig, denn er bot bei mehr oder weniger akuten Hungerattacken nach Mitternacht noch die nötige Wegzehrung für weitere Streifzüge. Allerdings gab es manchmal auch die Möglichkeit, sich im Shop Ville zu verpflegen, da dessen „Bewohner“ dort unten nicht nur schliefen sondern auch Handel betrieben – mitunter auch mit nicht-psychoaktiven Lebensmitteln. 😉

    • Marcel Claudio sagt:

      Oder die legendäre, aber auch tragische Terroristenjagd im Shopville:
      Am 19. November 1979 überfallen RAF-Mitglieder, unter ihnen Rolf Clemens Wagner, an der Züricher Bahnhofstrasse die Schweizerische Volksbank. Danach flüchten sie in die Shopville-Unterführung des Hauptbahnhofes. Dort kommt es zu einer Schiesserei mit einem Polizisten. Eine Passantin wird von einer Kugel getroffen und stirbt. Danach flüchten die Terroristen im Auto, wobei sie eine Autofahrerin lebensgefährlich verletzen. Rolf Clemens Wagner kann schliesslich gefasst werden, seinen Komplizen gelingt mit einer Beute von 213’000 Schweizer Franken die Flucht.

    • tststs sagt:

      @ Hr. Aeschbacher Verbringen Sie mal eine Stunde zur Nachtzug-Zeit im HB/Shopville… Die Penner sind jetzt zwar jünger, in H&M gekleidet und auf der Rückreise in die Agglo. Posing und Promille-Gehalt sind idR aber identisch 😉

  • Claudia sagt:

    Schaut Euch mal in London um was da an Kulinarischem geboten wird. Wo die Schweiz böse stehen geblieben ist hat London gewaltig aufgeholt. Ein Sortiment und Qualität sondergleich, dass ich nie weiss wohin ich soll ob der tollen Auswahl. In Zürich jedoch weis ich nie wo ich hin soll weil es an der Preis/Leistung und der Kreativität fehlt! Es lebe das ewig gestrige!

    • Alex sagt:

      Man sollte nicht einen Apfel mit 7000 Birnen vergleichen…

      • Rosanna sagt:

        Aber eine einfache und gleiche Birnen- wie Apfelvielfalt wäre überzeugender. Oder noch besser, wirklich individuelle Angebote von überragender Qualität zu überzeugenden Preisen, das ist fast überall auf der Welt möglich, auf dem europ. Kontinent auf jeden Fall. Mehr echte Kreativität statt monotone Massenabfertigung.

  • Rene Wetter sagt:

    Man sollte in Zürich endlich einen Harrods auftun

  • Maiko Laugun sagt:

    Ich fordere eine Ausweitung des Ladenangebotes auf die Züge! Die SBB sollen die Zugs-Kompositionen Markt- u. Kundengerecht mit dem ganzen Einkaufsangebot zusammen stellen: Wagen Nr. 1: Kleiderabteilung für Damen. Wagen Nr. 2: Schuhabteilung für Herren. Wagen Nr. 3: Damencoiffeur etc. etc. Dann können die Pendler und Reisenden schon beim Bahnhof in den richtigen Wagen einsteigen und gezielt ihre Einkäufe erledigen. Die Rabatte und Einkaufspunkte werden auf dem Halbtax- oder Gea-Abo gutgeschrieben und über den Bahnhofslautsprecher erfolgen Ansagen über die speziellen Angebote, Aktionen und Schlussverkäufe in den Zügen.

  • Michael Berg sagt:

    Sie verstehen tatsächlich wenig von Wirtschaft, wie Sie selber schreiben. Die Schweiz wächst pro Jahr um 60’000 bis 80’000 Einwohner. Ein Grossteil davon siedelt im Grossraum ZH an. Diese Leute: pendeln, kaufen Lebensmittel, Kleider, schneiden sich die Haare, etc. Warum glauben Sie, gibt es einen neuen Bahnhof mitten in der City? Bloss weil die SBB Ladenfläche vermieten möchte?

  • Frank sagt:

    Läuft ja auch nicht jeder die gleiche Strecke im Shopville. Heisst auf meiner normalen Strecke vom Zug zum Tram bin ich froh wenn ich nicht 500 Extra-Meter laufen muss um was zu kaufen. Damit ist die Redundanz wiederum gut.

  • Peter sagt:

    Nur einen Bioladen gibt es nicht zweimal, wenn mann mal absieht von der Bio Sparte in der Migros.

  • varlin sagt:

    juhui- Kleiner, dies ist doch die Tiefkühlconfiserie, wo ich ende der 80er jahre beriets, im Bistretto Basel und Zürich frisch aufgetaute
    Kirsch- uns sonstige Torten kaufen konnte- en guete.

  • Fab sagt:

    Im Falle des Shop Villes ist die Antwort in der Tat einfach: im Shop Ville ist die Passantenfrequenz so hoch wie sonst wohl nirgends in der Schweiz. Zudem ist der Platz sehr knapp. Dementsprechend hoch fallen die Mieten aus. Horrende Mieten bezahlen kann aber nur, wer genau das anbietet, was bei den entsprechenden Personen ankommt. Die meisten potentiellen Kunden haben nur kurz Zeit, weil sie den nächsten Zug nehmen wollen, dementsprechend eingeengt ist das Sortiment – nur diejenigen Produkte, welche in grosser Zahl verkauft werden können, kommen ins Regal.

    Für die generelle Explosion an Verkaufsflächen stimme ich Ihren Bedenken zu: die gesamten Umsätze im Detailhandel werden in den nächsten Jahren weniger stark ansteigen als die Verkaufslächen, was die Flächenrentabilität senkt. Geschäfte an weniger attraktiven Lagen werden daher wohl vermehrt ums überleben kämpfen.

  • Roger sagt:

    Witziger Artikel ,las mit Schmunzeln jeden Satz fertig und freute mich auf den naechsten.
    Leider viel zu kurz hahaha.
    Langweilig war das shoppen im shopville schon von Anfang an.ob bei Chemie Bretzel über Kleinert trocken Sortiment und sonstige lumpenausstellung

  • Werner Meier sagt:

    Das Problem könnte sein, dass man mit einem abwechslungsreicheren, sinnvolleren Angebot die Miete gar nicht bezahlen kann. So wird es weiterhin im HB keine Geschäfte geben für Claro-Geschäfte, Filzpantoffeln aus der Mongolei, eine Kunstgalerie oder ein Brockenhaus (ok, letzterer ginge noch als hipper „Vintage-„Laden durch). Schade. – Oder vielleicht müsste man die SBB dazu verknurren, einen Anteil der Ladenfläche günstiger abzugeben.

  • Gerber André sagt:

    Bin absolut der gleichen Meinung wie der Verfasser des Beitrags! Es ist schlicht Irrsinn und Zeichen einer Wohlstandsverwahrlosung!

  • L. sagt:

    1.) braucht es dazu weder Hunnen, noch Wikinger
    2.) eine etwas gewagte Feststellung – wo moeglich kommt noch ein Nichthunne/-Wiikinger auf die Idee das auszuprobieren
    3.) keiner ist gezwungen sich im schnoeden Mammontempel Shopville laenger als notwendig aufzuhalten!

  • Andreas Diethelm sagt:

    „Wenn wir eine Stadt gestalten, legen wir da nicht Wert auf Vielfalt?“ Sie und ich und viele andere mögen Vielfalt. Aber wir gestalten keine Stadt, lieber Herr El Arbi, Das Geld fliesst immer zur höchsten Rendite hin, Sie brauchen sich um das Gewerbe nicht zu sorgen, das rechnet einfach. Das Geld nimmt in Einkaufszentren Gestalt an. Im Rahmen der Handels- und Gewerbefreiheit, dem ultimativen Credo der Welt, in der wir leben. Ein Heer von Marketingleuten, Finanzberatern, Juristen, Bauwirtschaft etc. sorgen gegen ein kleines Entgelt für maximalen Profit, assistiert vom Hilfsheer aus Politik und Bürokratie und, nicht zu vergessen, das Verkaufspersonal, das zu 90% unter Tag arbeitet. Der Rest ist Facility Management. Das ist die Einfalt des freien Marktes. Urbe et orbis.

  • Roger Schatz sagt:

    Die Fragen sind absolut unnötig. Der Markt hat die Antworten längst gegeben. Sonst wären die Läden ja gar nicht da …

    • Réda El Arbi sagt:

      Hm, wenn der Markt das aus meiner Stadt macht, find ich den Markt blöd.

      • Sebastien sagt:

        Es ist nicht immer der Markt und die Konsumschafe. Oft werden sie auch geradezu manipuliert, ihre Bedürfnisse künstlich generiert, durch Farben, Düfte, Scheinimage, Anbieter etc. Selbst wer als Reisender dort einkaufen möchte, hat nur die Alternative zwischen teurem Indistriefood und ganz selten auch, aber dann superteurem, Biofood, beides sind Systemfehler. Hochwertigste Grundnahrungsmittel müssen stets überall günstig sein.

        • Urs sagt:

          Zitat: « Hochwertigste Grundnahrungsmittel müssen stets überall günstig sein.» Und wie will das der Sebastien machen? Kommt nach der staatlichen Lohnfestlegung (1:12) auch noch das staatliche Lebensmittelpreisdiktat? Ehrlich gesagt, bin ich bereit, für hochwertige Lebensmittel auch mehr zu bezahlen als für Industriefood.

  • Samuel sagt:

    Separierung der Menschen und Erlösung des Einzelnen durch Konsum, das ist der moderne Ablasshandel. Wer konsumiert darf sich für kurze Zeit imaginär frei fühlen.

    • Marcel Claudio sagt:

      @Samuel: Aber auch nur wenn man das Konsumgut sofort per Cash oder Ueberweisung bezahlt – wenn man beginnt Ratenverträge abzuschliessen, dann ist es bald mal zu Ende mit der imaginären Freiheit – zumal dann oft noch die Zinsknechtschaft hinzu kommt.
      .
      Ich konsumiere, also bin ich….ein Grossteil unserer Mitbürger glaubt diesen Unsinn doch tatsächlich – immerhin geht einem Viertel der Bevölkerung schon vor Monatsende das Geld aus, dann müssen sie sich einschränken oder sich dann halt mit einem halben Dutzend Kreditkarten über die kargen Tage hangeln….war für bedauernswerte Geschöpfe – unsere Konsumidioten….aber von der Wirtschaft werden sie heissgeliebt!

  • Franz Farenheit sagt:

    Réda, ich empfehle diese Lektüre: Peter Gross: „Die Multioptionsgesellschaft“ – inzwischen ein Klassiker von 1994. Suhrkamp.

  • Patrick Fröhlich sagt:

    Die Redundanz der Geschäfte täuscht aber die Kundschaft in Bezug auf das Angebot. Immer wenn ich im HB etwas kaufen will, werde ich freundlich vom Personal aufgeklärt, dass dieses Produkt nur in einer Filiale in der Stadt erhältlich sei. Da gehe ich gleich von Anfang an ins Glatt Zentrum oder anderswo hin.

  • Peter Munz sagt:

    Und immer noch hat es nicht für eine Poststelle gereicht. Eigentlich schade. Der Weg zur Sihlpost bleibt uns nicht erspart.

    • Manu sagt:

      Vielleicht wurden die Post da nicht zugelassen, weil man beim gelben Freund bis heute nicht mit EC Karte bezahlen kann. Geschieht denen recht.

      • Peter Munz sagt:

        Sie sind ein Scherzkeks lieber Manu, die EC Karte gibts doch schon lange nicht mehr. Sie heisst jetzt Maestro und wird wohl bei jeder Poststelle akzeptiert. Das ist eine sogenannte Debitkarte. Ein Hoch aufs Plastikgeld !

        • Clara sagt:

          Schrecklich dieses Plastikgeld der Totalüberwachung, denn was interessiert es die Zahlungsdienstleister, wo ich mein Käsebrötchen esse?

  • Peter Luginbühl sagt:

    Na wovon werden die wohl Leben? Natürlich von der Zuwanderung und je mehr kommen, je mehr können wir auch noch die letzten Grünflächen zu betonieren. Das ganze ist nichts als ein Schneeballsystem und wie bei allen Schneeballsystemen steht am Ende ein Haufen Verlierer da.

    • tststs sagt:

      Also ich glaube, als die Grünfläche für den HB zubetoniert wurde, beklagte man sich noch über die Überfremdung durch die Preussen…
      😉

      • Peter Luginbühl sagt:

        @tststs tja da haben Sie Recht, wie sich doch die Zeiten ändern 🙂

        • Flo sagt:

          Hat ja auch gute Seite, in Zukunft werden sich die SVP für die Zuwanderung einsetzen, und eine Zuwanderungsinitiative lancieren, um das ganze Zeugs auch irgendjemandem verkaufen zu können.

  • Trulla sagt:

    Das ist nicht das viel beschworene Wirtschaftswachstum, sondern der vielerorts zu beobachtende Wirtschaftswahnsinn.

    • Alex Kramer sagt:

      wohl eher Wirtschafts-Schwachsinn, gepaart mit der totalen Volksverblödung, die das Ganze erst möglich gemacht hat.

  • Stefan W. sagt:

    Dieselbe Frage kann man sich auch eine Stufe höher stellen: Wieso sehen die Stadtzentren aller Städte immer gleicher aus? egal wo man den Bahnhof verlässt, man ist immer von denselben Geschäften umgeben und kann überall dasselbe kaufen. Nun, offenbar kauft der Durchschnittsbürger eben lieber bei immer derselben globalen Kette ein, als beim kleinen Laden an der Ecke. Und offenbar trinkt er seinen Kaffee lieber bei immer demselben Starbucks, als in einem Café, das anders aussieht, als die anderen. Denn wäre es nicht so, wären diese Megakonzerne ja nicht derart rentabel, dass sie keine Steuern mehr bezahlen müssen.

    Und so kommt es eben dazu, dass wir in 100 Jahren weltweitin jeder Lebenslage vom noch zu gründenden Food&Stuff-Konzern, der alles liefert und jede Dienstleistung erbringt, rundum bedient und regiert werden. Schöne neue Welt eben.

    • Roman Rebitz sagt:

      Weil die Leute so blöd sind und für gleiche Qualität aber mit Markenemblem gerne mal das 2-5 fache bezahlen. Zudem meint jeder er habe nun was exklusives was ja genau nicht stimmt das dies ja sehr viele kaufen. Herdentrieb halt wie überall in der Konsumgesellschaft.

  • tststs sagt:

    Da offensichtlich Bashing-Dienstag ist:
    a) könnte ich mich künstlich über das Labyrinth aufregen, als das Shopville ist echt nicht gerade Touri-freundlich
    b) wie kann Candrian bei gleichen Preisen in den Foodbetrieben (sorry, Frassfabriken) anbieten, wenn doch das ganze Küchenzwischengeschoss querfinanziert werden muss
    😉

  • Greatsheep sagt:

    Öhm, irgendwie die schlimmste „Pest“ vergessen. Die Kleiderläden. Lebensmittelgeschäfte ok, aber auch hier in den Aussenquartieren, gigantische Anzahl von Kleidershops. Kaum geht ein Schumacher, Bäcker, Coiffeur … ein Kleiderladen geht rein. Wer kauft denn soviel? Eher das Gefühl, viele sind reine Geldwäschereien.

  • barbara sagt:

    ich kann el arbi keine antwort geben, aber ich stelle fest, dass sich das phänomen nicht auf den HB beschränkt: auch die städte veröden im gleichen mass, und noch schlimmer – auch die Länder werden zunehmend globalisierter, einheitlicher, langweiliger. früher konnte man von einer reise länderspezifische spezialitäten nach hause bringen, heute gibts alles in der globus delicatessa, einen zara hats in wien, in zürich, in madrid, in paris, in san francisco und in santiago de chile – mit überall dem gleichen (billigst-) angebot, produziert unter menschenunwürdigen bedingungen in den ländern der 3. welt.
    warum das so ist, woher diese bedürfnis nach einerlei und einheitsbrei kommt – ich weiss es nicht.

  • Reto Suter sagt:

    Wieso nicht eine Modellbahnanlage des HBs aufstellen, wo man die Züge nach dem echten Fahrplan ein- und ausfahren lässt? Quasi ein elektromechanischer 3D-Fahrplan. Ein interessanter Zeitvertreib für alle, die ihren Zug warten müssen. Was in Hamburg (und bald auch Brig) funktioniert, klappt auch in Zürich.

    • Claudio sagt:

      Das fände ich faszinierend, jedoch beim geltenden Taktfahrplan könnte niemand die ausfahrende wären gar keine Umsteigende dort um das geschehens in der Modell zu bestaunen, weil alle gleichzeitig reinfahren und sofort gleichzeitig abfahren müssen 🙂

  • Max Holzöpfel sagt:

    Du hast ja recht, Reda. Allerdings kann der HB von mir aus gerne ein 0815-Bünzli-Tempel bleiben, so lange ich dort in der Migros abends um 21:55 Uhr günstig einen kleinen Einkauf erledigen kann oder ein Getränk für unterwegs weniger kostet als in der Minibar im Zug. Die Hipster können doch in die Markthalle beim Viadukt einkaufen gehen. Dort gibt es zum Beispiel nur noch 1 Gemüsehändler (zu lesen in Ihrer Zeitung) und dafür ist eben alles ein ganzes Stückchen teurer als bei den langweiligen Grossverteilern.
    Im HB gibt es sogar einen Öko-Vegi-Laden, für die bebirkenstockte Städterin mit Landweh (oder Allergien) ein Glücksfall. Am HB stört mich eigentlich nur, dass fast alle Restaurationsbetriebe von der Candrian Catering betrieben werden. Die Restaurants und Imbisse sind also nur aussen anders angeschrieben, dahinter steckt das immer gleiche Quasimonopol von Candrian. Eine Goldgrube für den Jungen (bzw. Alten)!

    • Jonas sagt:

      Ja, der Candrian ist eine echte Pest. Der hat vor einiger Zeit sogar den Vorbahnhof übernommen. Das Essen ist deutlich teurer, die Karte deutlich fantasieloser aber das Essen keinesfalls besser geworden, statt Hürlimann hat er jetzt Bschütti, und die lustigen schlecht sprechenden Mädels, die immer aussahen, als seien sie nur Aushilfen 😉 sind auch verschwunden. Ich war definitiv zum letzten Mal dort.

  • Maiko Laugun sagt:

    Die Antwort ist relativ einfach. Die Schweiz wurde deindustrialisiert und verkommt nun langsam zu einer reinen Dienstleistungs- und Konsumgesellschaft. Die Produktion der Güter wurde aus Kostengründen in andere Länder ausgelagert, nicht zuletzt um der Obrigkeit ihre Pfründe zu sichern. Damit dies auch weiterhin so bleibt, braucht es immer mehr Konsumenten, also Menschen, die konsumieren was das Zeugs hält. Und zwar Produkte die durch Zölle, Kartelle und Parallelimporte künstlich hoch gehalten werden. Das Resultat davon ist: Die Reichen werden weiterhin immer reicher, der Staat Schweiz immer ärmer und die verschuldete Bevölkerung darf als Gegenleistung in einer glitzernden und verschuldeten Scheinwelt von unendlichen Läden leben. Das ganze Desaster bezahlen dann die folgenden Generationen. Aber diese sind ja weit weg und haben keinen Platz in den Gedanken in der wunderschönen Märchenwelt der Gegenwart….

    • Oliver Liechti sagt:

      Genau! Und auch die sonst gestört hohen Preise für den Schrott (Fabrikfutter) und die miesen Löhne des Verkaufpersonals ermöglichen diesen Firmen die exorbitanten Mieten zu zahlen.

    • Michael Torrents sagt:

      Parallelimporten dienen der Umgehung künstlich hoher Preise. Einfach mal mit Fachbegriffen um sich werfen reicht eben doch nicht immer.. ansonsten voll und ganz einverstanden mit Reda, ganz schlimmer Einheitsbrei.

  • el capitan sagt:

    Man nehme sich einen Augenschein an Bristol und an seine Vielfältigkeit. In zürich ist es vermehrt einfach nur noch Grau. Damit meine ich nicht das Wetter. Schade, die Stadt verliert jeden Tag an Farbe.

  • Claudio sagt:

    … und dazu kommen alle andere Bahnhöfe die nochmals das gleiche mehrfach anbieten und neue fantastische Angebote wie das fahrende Starbucks… um nochmals nochmals das gleiche zu kaufen!

  • Mike Soldano sagt:

    Mir ist das nicht so wichtig, denn im Bahnhof kaufe ich höchstens mal ein, wenn der Kühlschrank am Sonntag leer ist, da reicht mir ein Migros und ein Sprüngli vllkommen. Aber wenn der Stadtblog mal in alter Tagi Manier ‚dranbleiben‘ möchte, geht doch mal der Frage nach, warum Candrian Catering praktisch ein Monopol auf die Gastrobetriebe im HB hat. Ich bezweifle doch sehr, ob das alles in Minne und sauber abgelaufen ist.

  • Mathieu Carre sagt:

    Herr El Arbi ich stimme ihnen zu dass es eintönig ist mit den vier Burgerkings. Aus Gründen der Vielfalt muss da unbedingt noch ein Mc Donalds dazu, dann wird es gleich wahnsinnig viel bunter und exotischer.

  • Jürg sagt:

    Réda, ich empfehle übrigens Tim Harford’s ‚The Undercover Economist‘ für die Beantwortung von Fragen wie ‚Warum gibt es genau die Shops im Bahnhof‘ und ‚Warum gibt es davon sogar mehrere‘. Ist spannend und auch für nicht-Ökonomen verständlich und unterhaltsam geschrieben.

  • erika sagt:

    naja, ein paar mehr toiletten wären nicht schlecht….

    • Hermann sagt:

      Um Gottes Willen, Toiletten, die aber der abstrusen Preise gleich dafür sorgen, dass gewisse Muskeln von der Hüfte abwärts sich automatisch zusammenziehen und die 20 Minuten Heimreise als vergleichsweise angenehm suggerieren.
      Gibt es bei der Bahn auch eine Dienstleistung die bezahlbar ist?

  • Martin Müller sagt:

    Tja, Skaleneffekte und standardisiertes Konsumverhalten ergeben schon nach einem Semester BWL das öde Shopville als Resultat (4x Burger King ergibt mehr Gewinn als 4 verschiedene Burgerbrater, da nur 1x geliefert werden muss, dafür aber grössere Mengen abgenommen werden können, etc.).

    Es spricht für Sie und Ihren individuellen Geschmack, dass Ihnen das offerierte Angebot nicht zusagt, aber Fact ist auch, dass sich gerade jene Shops am wenigstens rentieren (und darum verschwinden), denen Sie wohl noch am meisten „Abwechslung“ zuordnen würden. Fact ist daher auch, der durchschnittliche Shopville-Einkäufer nicht nach Abwechslung und Abwechslung sucht (in dem öden, kahlen Ding auch verständlich), sondern auf der von ihm täglich abgelaufenen Shopville-Teilstrecke das Wesentliche bekommt, was er grad erledigen/einkaufen kann. Fürs spannende und entspannte Einkaufserlebnis gibt es weissgott andere, kuscheligere Ecken in Zürich.

    • Jürg sagt:

      Die richtige Antwort, aber leider auf die falsche Frage.

    • Jack Meier sagt:

      Genau, der Bahnhof soll nicht als Shopping-Erlebniscenter fungieren, sondern nur die täglichen Bedürfnisse abdecken. Und wenn der Bahnhof Gessnerallee-Gänger noch einen Bretzel kaufen will, ist es verständlich, dass er nicht durch den ganzen Bahnhof reisen will, um sein Bedürfnis zu befriedigen.
      Mal abgesehen vom Bahnhof – irgendwie fällt mir auf, dass Coop einen Riesenausbau an Filialen in der Stadt betreibt. Nichts gegen Coop, aber deren Fastfood-/Zwischenverpflegungabteilung langweilt mich nach weniger als einem Jahr Schule in der Nähe. Irgendwie schmeckt alles genau gleich. Endlos öde.

    • Fab sagt:

      Perfekt auf den Punkt gebracht. Wer das Ladensterben und die Eintönigkeit beklagt muss immer seine eigenen Einkaufsgewohnheiten hinterfragen. Das Angebot richtet sich (etwas verzögert) immer nach der Nachfrage. Letztere bilden wir alle zusammen. Und, würden Sie im Shop Ville eine Galerie besuchen, Möbel aussuchen oder einfach gemütlich schlendern wollen? Würden Sie auch effektiv etwas kaufen? Voraussetzung wäre, dass Menschen der Angebotsvielfalt zu liebe Verluste machen – nur wer soll das wollen/können?

  • Frank Pfau sagt:

    Lieber Reda
    Genau dies habe ich mich auch gefragt, daher eine Dankeschön für diesen Artikel. Die Mieter haben ja auch Erwartungen und die SBB werden den neuen Mietern ja auch eine bestimmte Gewinnmarge in Aussicht gestellt haben. Ich frage mich daher, stinkt es dann nicht jämmerlich, wenn kleinere Stadt-Bahnhöfe wie Wipkingen, Selnau, Wollishofen oder Wiedikon künftig marginalisiert oder fast aufgehoben werden, damit die grosse täglich schier unerträgliche Pendlermasse zwangsläufig über den HB am „unglaublichen Wahnsinnsangebot“ der Shopvilleläden vorbeigeschleust wird?
    In meinen Augen ist dies Ausübung von Marktmacht mit ganz hässlichen Methoden…

  • Stadtzürcher sagt:

    Ein merkwürdiges Phänomen der modernen Konsumgesellschaft. Allerdings gibt es dies nicht nur im ShopVille oder in anderen grossen Einkaufszentren.
    Ich wohne in der Region Albisriederplatz – und hier gibt es im Umkreis von ca. 500 Meter bestimmt 10-15 Coiffeur-Salon.
    Und ebenfalls ca. 4 Bäckereien und dazu natürlich noch Coop und Migros und andere Lebensmittelläden.
    Die Vielfalt an Bäckereien, Metzgereien und Lebensmittelgeschäften gefällt mir natürlich. Aber spätestens bei den unzähligen Coiffeur-Salons fragt man sich dann schon mal, wie die überhaupt überleben können.

    • Arielle sagt:

      In der Stadt hat es noch den Vorzug, dass Geschäfte die Fassaden und Gebiete beleben, während so ein Einkaufszentrum nur öde ist.

    • Liliane Moschin sagt:

      Zu all dem kommt noch die absolut scheussliche Rechteck-Bauerei bei der Ausfahrt aus dem HB Zürich. Der Anblick ist grauenhaft und nervt total. Hat jemand Lust da wirklich zu leben, oder zu arbeiten? Niemals!!!!

  • Beat Nik sagt:

    Am Ende ist es „nur“ ein Bahnhof. Was will man dort auch „Shoppen“ gehen….es geht darum die Penlder und Touris abzufangen, und dafür ist das Sortiment doch ok. Ich kenne zumindest keine Stadt wo der Bahnhof als Kulturelle Shoppingmeile bekannt ist, es ist ein Umschlagplatz für Menschen. Und es passt doch gut zur Nähe der Bahnhofstrasse, dort gibt es auch an jeder Ecke das selbe. Badl kommt es auch in der Altstatt dazu……Money Talks.

  • Bastian sagt:

    Eifach nur vielen, vielen Dank für Ihre Worte. Es ist schön, dass es noch Menschen gibt, die so denken wie ich. Irgendwann werden unsere Oberen am Geld ersticken. Das gibt dann vielleicht mal wieder Freiraum für kreatives (anstatt kapitalistisches) Denken. Ich langweilige mich in Shoppies und Bahnhöfen zu tode = ergo gehe ich dort nicht einkaufen. Wenn wir es alle tun würden, würde sich der Markt vielfältiger werden.

  • Chrigu sagt:

    Die Besitzer des Shopvilles (SBB?) wollen einfach so viel (exorbitante) Miete wie möglich kassieren. Ihnen kann also die Verteilung der Läden einigermassen egal sein. Das unternehmerische Risiko tragen die Mieter und man kann getrost davon ausgehen, dass diese ihre Hausaufgaben gemacht und exakt kalkuliert haben, ob es sich für sie lohnt.
    Das ShopVille mag ästhetisch fragwürdig sein, aber es ist sehr praktisch für Einkäufe ausserhalb der Ladenöffnungszeiten (vergesen wir einmal die Ausrede des Verkaufs von Reisebedarf), und bestimmt wirtschaftlich effizient aufgebaut. Kommerzielle Gleichschaltung und schlechter Geschmack sind kein prägendes Merkmal des HB-Untergrunds allein, sie sind universell. Dafür das Shopville an den Pranger zu stellen ist zu einfach.

  • KMS a PR sagt:

    es ist so. das shopville ist zur unterirdischen städte für ramschläden verkommen. schon die architektur der gänge, wände und fussböden vermittelt dezente endzeitstimmung. würde man das licht löschen und ein paar brennende mülltonnen aufstellen, wäre das um einiges heimeliger. im eigentlichen sinne stellt das shopville eine unterführung dar; nicht mehr und nicht weniger. wie im film „time machine“, wo die bösen morlocks unterirdisch rumwuseln. und oben – ja oben – ist das (shopping) paradies für die sonnenkinder. ich würde ja das shopville komplett fluten lassen und boot-taxi-fahrten anbieten – hin zur bahnhofstrasse.

    • tststs sagt:

      Alternativ schlage ich den Umbau zur Crash-Car-Rennstrecke à la Blues Brothers vor…

    • Adam Gretener sagt:

      Solange ein Sixpack in der kühlen Flut hängt und ein halbes Reh über der brennenden Tonne brutzelt, ist doch das ein Paradies. Treiben Sie das Geburtstags-Bötchen aus dem Knie-Kinderzoo auf und wir spielen „La cité des enfants perdues“.

  • Hugentobler sagt:

    Wieder mal ein sehr erleuchtender Artikel Réda. Chapeau.
    In der Tat Fragen über Fragen.. ich bin ja auch kein Wirtschaftsprofessor, aber ich habe mal irgendwo gelesen oder gehört, dass
    bei Einkaufszentren oder Passagen die Rendite noch ein wenig höher sein soll als beim Sparbuch auf der Bank.. ??
    Na ja.. auf jeden Fall für die Investoren. Und solange es genug Einfaltspinsel gibt, welche eine Bäckerei, Kleiderladen, Biershop, Coiffure oder Fastfood-/Kaffee Franchise eröffnen, solange wird es wohl neue Zentren geben mit einem Ueberangebot dieser Läden auf engstem Platz-Perimeter. Eines ist aber garantiert: Bei der nächsten Rezession ist schluss mit lustig und diese Läden werden allesamt wieder dicht machen, weil die Margen auf diesen Produkten/Dienstleistungen schlicht zu klein ist um zu überleben. Ich komme aus der Agglo und bleibe meinem Liebslings-Coiffeur, Lieblings-Bauer, etc weiterhin treu. Somit kann ich
    dazu beitragen dass diese Läden (teils Familienbetriebe) welche seit Jahrzehnten existieren auch noch in 10 Jahren da sein werden

  • Peter sagt:

    Jetzt muss nur noch jemand reklamieren, dass es in jedem Shopville-Teil auch noch einen SBB Billettschalter gibt …. (aber das kann man kaum beanstanden, weil es das nicht gibt).

  • Michael Strässle sagt:

    Keiner geht ja von der Tramstation Sihlquai diagonal zum Imagine diagonal durch den Bahnhof. Sonder macht immer nur eine Teil der Strecke. Darum ist das Ziel das jeder auf seinem Weg einem der eigen Filialen vorbeigeht. Und auf keinen Fall bei der Konkurrenz. Darum Mietet der Burger King ein Lokal bevor es Mc Donald macht.

  • André Kaufmann sagt:

    Wow, sehr schöne Zusammenfassung eines Umstandes, der mir bis dato zwar aufgefallen ist, ich aber nicht in Worte fassen konnte.

  • Johannes sagt:

    In diesen Konsumhöllen ist man nur Mensch wenn man shoppt, sei es noch so unnötig. Man wird isoliert in Konsumzellen und die Aufmerksamkeit wird gebunden. Früher waren auf den Bahnhöfen alle Menschen gleich, warteten, kamen ins Gespräch, flirteten und konnten die Aufmerksamkeit füreinander nutzen. Heute wird eher seltsam angeschaut, wer nicht konsumiert, sei es im Backshop oder beim Starren auf den eigenen Mobilemonitor, sondern freie Zeit geniesst, kontaktfreudig ist und guten Dialogen nicht abgeneigt. Die kapitalistische Evolution des Menschen, vom Gemeinwesen zum separierten Konsumwesen.

    • Jürg sagt:

      Ja, genau. Früher waren wir Schweizer voll kontaktfreudig, propagierten freie Liebe und hielten nette Schwätzchen mit wildfremden Passanten. Ach, war das schön als ich noch voll auf LSD war….

      • Sarah sagt:

        Es wurde in Zügen, Restaurants etc. deutlich häufiger mit anderen Reisenden und Gästen kommuniziert, als heute in Zeiten des Konsumwahns, Telefonglotzens und der totalen Ablenkung. Achtsamkeit für Gemeinwesen und Menschen ist nicht mehr zeitgeisttauglich.

  • Bernard Black sagt:

    Danke Reda, du sprichst mir aus der Seele!

  • Natali Kuster sagt:

    Herr El Arbi, jedes Angebot ist mehrfach vorhanden, weil die Nachfrage zu gross ist, um bloss mit einem Anbieter abgedeckt zu werden. Das ist pure Mathematik. Danken können Sie denen, die endlose Zuwanderung begünstigen…

    • Louie König sagt:

      Ernsthaft? Sogar dieses Thema wird genutzt um gegen die Zuwanderung zu schiessen? Das kann doch wohl nur ein Witz sein. Bald sind wir soweit, dass wir unser eigenes Versagen den Zugewanderten in die Schuhe schieben oder wenn man auf der Strasse ausrutscht sind sicher auch all diese Immigranten schuld. Das ist doch einfach nur traurig.

      • Natali Kuster sagt:

        Unser eigenes Versagen und Zuwanderung sind durchaus fest miteinander Verknüpft. Denken Sie mal lange und ehrlich darüber nach, Herr König. Und ja, ich finde es auch traurig…

      • Johannes sagt:

        Die Deutschen haben deshalb auch keine Lust mehr und wandern aufgrund der sinkenden Gesamtlebensqualität wieder ab. Mal sehen ob nun Osteuropäer die freien Stellen ausfüllen können, die SVP mit ihnen besser klarkommt und diese dann auch noch bleiben wollen.

      • tststs sagt:

        Tja, Frau Kuster, wenn Sie finden, dass „wir“ oder unser Land am Versagen sind, dann rate ich Ihnen dringend an, das Land zu verlassen und mal von aussen ein Blick zu werfen…
        Ich würde sagen, es handelt sich hierbei um einen Erfolg, und ein nicht unbeachtlicher Teil ist tatsächlich den Zugewanderteten und Secondo/ageborenen zu verdanken!

    • Robin Schenk sagt:

      Es erstaunt mich immer wieder wie es einigen gelingt jedes beliebige Thema auf die angebliche Masseneinwanderung herunterzubrechen. Ihre Fähigkeiten der mentalen Gymnastik sind wahrlich beindruckend.

      • Lukas Lanzendörfer sagt:

        Genau, und die Abzocker. Wer schreibt als erster über die Abzocker? Die findet man in jedem Blog auch an mindestens 43 mal. Kommt schon, schreibt euch die Finger wund. Die Abzocker haben dich sicher auch etwas damit zu tun 😉

  • Walter Boshalter sagt:

    Die Hintergründe dürften in der Geografie, Soziologie und Psychologie zu suchen sein. Geografisch hat der Hauptbahnhof Aus/Eingänge in alle Himmelsrichtungen. Eine soziologische Prämisse sagt, dass Mensch nichts ohne Anreiz tut (woran übrigens viele Gesellschaftstheorien scheitern). Folglich gehen die Habitués täglich von Gleis X den genau gleichen Weg zu ihrem Ziel, ein Umweg bietet kein Anreiz. Dann ergeben Phänomene der Massenpsychologie, dass Pendlerströme gezielt an denselben Ecken vorbeigehen, dieselben Ausweichrouten (Links/Rechts) nutzen und dem Individuum Richtungsentscheide abnehmen. Kurz: Von den täglichen 100k Pendlern gehen ca. je ein Viertel beim Landesmuseum, an der Limmat, zur Bahnhofstrasse oder Richtung Sihlpost ab. D.h. es braucht viermal dieselbe Shopinfrastruktur, um die Bevölkerung rasch zu befriedigen. Und wirtschaftlich scheint sich das sogar zu lohnen…

  • Patrica Galli sagt:

    Im Dorf Mümlisiwil gibt es ebenfalls 3 Coiffeurgeschäfte.
    Verstehe ich den klugen Herrn Réda El Arbi richtig, dass es im Sinne der El-Arabi-Vielfalt dringend angezeigt wäre die Vielfalt in Mümliswil zu erhöhen, in dem 2 Coiffeure schliessen und dafür in Mümliswil ein Shushi-Takeaway und ein H&M Lädeli erföffnet werden soll?

    • Réda El Arbi sagt:

      Nein, Mümliswil ist mir völlig egal, da bin ich nie. Das sollen die Mümliswiler unter sich ausmachen.

      • Kaller David sagt:

        Schade, von einem Schweizer hätte ich nicht gedacht, dass ihm das Ergehen eines anderen Dorfes in unserem Land so völlig egal ist, nur weil er nie dort ist.

        • Réda El Arbi sagt:

          Tja, das ist eben Föderalismus. Ich will auch nicht, dass Mümliswiler in stadtzürcher Angelegenheiten reinreden. Und ehrlich, da war ein noch eine klitzekleine Menge Ironie im Kommentar.

        • Patrica Galli sagt:

          @Keller: Besonders drollig wenn die Zürcher glauben sie könnten mitreden, wenn es ihnen im Bahnhof 1 oder 2 Coiffeure zuviel zu haben scheint. Der HB ist aber gar nicht im Besitz der Zürcher sondern der Schweizerischen Bundesbahnen…

          • Andreas Keller sagt:

            @Galli
            Letzter Satz im Artikel: „Aber vielleicht können mir unsere Leser mit ihrem Wirtschaftsverständnis weiterhelfen.“
            Immerhin gibt es Zürcher, welche sich ihres stark begrenzten Wissens durchaus bewusst sind… 😉

  • Ernest sagt:

    Bei den hohen Mietpreisen in den neuen Einkaufszentren und Innenstädten können kleine Einzelhändler einpacken. Das führt zur Uniformisierung der Innenstädte und zur Standardisierung des Angebots. (Übrigens auch in Asien, so zB.: Hong Kong, Singapur, dort jedoch auf einem extremen Luxuslevel. Gucci, Prada, Armani, you name it!).
    Nur viele kleine Einzelhändler können uns Vielfalt und ein breitgefächertes Angebot wie auf einem orientalischen Markt bringen. Davon träumen wir in CH, wo man nur die Wahl zwischen Migros und Coop hat. Arme reiche Welt!

  • Reto sagt:

    Mir ist es ja herzlich egal, welche Läden im Bahnhof ihren Krempel anbieten. Denn in den Bahnhof gehe ich, wenn ich auf den Zug will. Fertig. Die Läden sind für mich aulso nichts weiter, als dreidimensionale Werbefläche, die man gefliesslich ignorieren kann.

  • Jürg sagt:

    Aus ökonomischer Perspektive macht das durchaus Sinn, lieber Réda. Google mal ‚business cluster‘ oder ‚cluster effect‘. Langweilig ist es natürlich trotzdem.

  • Ich wundere mich, warum an der Bahnhofstrasse die Bodenpreise noch so hoch sind. Die Bahnhofstrasse ist so was von todlangweilig, dass ich schon lange nicht mehr hingehe. Aber ja, man kann die Bahnhofstrasse in Sachen Langeweile noch toppen: Mit dem Shopville. Die SBB haben in Sachen Architektur und Bahnhofgestaltung schlicht und einfach keine Kompetenz. Da geht’s nicht darum, dass der Reisende ein sinnvolles Angebot findet, sondern dass die Fläche teuer vermietet werden kann. Schlimmer als Werbe-TV: wer das neue Graits-WiFi-Angebot nutzt, dem wird das Handy pötzlich mit Werbung gespammt. Brauchen wir eine solche Bahn? Die zerstören alles, was Spass macht, lebenswert ist und verwandeln unsere Städte in armseelige Einöden. Wie z.B. an der Europa-Allee.

  • Alex sagt:

    Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage muss scheinbar vorhanden sein, sonst würden die Shops ja gleich wieder schliessen weil sie nicht rentieren.

  • Tino sagt:

    Ach wie liebte ich die Bahnhöfe, als sie noch solche waren. Ein Kiosk, ein Bahnhofbuffet, vielleicht ein paar wenige andere Angebote. Aber eben Bahnhöfe und keine Shoppingcenter. Man stand herum, sass auf einer Bank und las Zeitung oder ein Buch, bis der Anschlusszug kam. Vielleicht ein bisschen langweilig? Ja! Weshalb auch nicht! Aber Langeweile darf ja heute keinesfalls mehr aufkommen. Und Geld muss umsverrecken ausgegeben werden.

    • Trulla sagt:

      Ja genau Tino, das sehe ich wie Sie. Ein Bahnhof, der noch Bahnhof ist und nicht Shoppingcenter, ist bei Weitem der angenehmere Aufenthaltsort beim Umsteigen, Ankommen oder Abfahren. Und ich ziehe auf jeden Fall die Langeweile aus der Leere der Langeweile aus dem Überfluss/-druss vor. Denn Leere lässt Platz und Raum für so Vieles.

  • Tobler sagt:

    @Ruedi
    Übrigens: als Bäckerei kann man Brezelkönig nicht bezeichnen.
    Réda El Arbi hat Brezelkönig NICHT als Bäckerei mitgezählt !

  • Andi sagt:

    Wie wahr! Eintönig, uniform. Das endet aber nicht bei der Rolltreppe. Selbst die Bahnhofstrasse ist eine stetige Wiederholung des Immerselben. Wären da nicht die Züritrams, sie könnte irgendwo auf der Welt stehen. Einfach nur langweilig. Gääähn!

  • franz wetzel sagt:

    ich empfehle die Ausstellung „Entscheidungen“ in der alten Kaserne Lenzburg. Untertitel „Lebenim Supermarkt der Möglichkeiten“. Mit andern Worten: ob Kleiner- oder Steiner-Brote oder Brezelkönig-Gugus: Mensch, entscheide Dich, aber kaufe!

    • adam gretener sagt:

      Richtig. Ich würde jedoch sagen. Mensch, kaufe, aber entscheide dich. Und vorallem, denke mal vorerst nach, Himmelherrgott.

  • Thomas sagt:

    naja Haareschneiden am hb wollte ich einmal, bis ich die preise erfahren habe, da geh ich lieber zum lieben türken bei mir im quartier und gib ihm ein saftiges Trinkgeld und komm noch günstiger davon.

  • Franz sagt:

    In der Tat, der Mix ist quer durchs Land so was von fantasielos, dass man sich fragen muss ob nicht der Konsument langsam aber sicher ein Zeichen setzen sollte. Jedes Einkaufszentrum mit dem selben Konzept. Sind wir Konsumenten so anspruchslos und langweilig, dass halt eben auch das Angebot entsprechend ausfällt? Oder sind es am Ende schlicht die irrwitzigen Bodenpreise, die es verunmöglichen, dass ein Fitnesscenter im Bhf platziert werden kann (wo ist McFit?). Auch die Gestaltung der Bhfe ist zum Gähnen. Ist es wirklich die einzig erfolgversprechende Anordnung, dass vis-a-vis von Mister Minit ein Schoggiladen steht und daneben der Chinese Take away. Warum werden solchen Centre nicht themenspezifisch geordnet! Food+Restis, Coffee shops, Kleider und Schuhe, Schirme, Blumen, Bücher und Papeterien, etc. Was den Bahnbetrieb angeht, so haben sich die SBB doch schon mal in Japan umgesehen, weshalb sind sie dort nicht auch gleich durch die Ladenstrassen gelaufen um sich inspirieren zu lassen? Überhaupt geht mal nach Asien und schaut Euch das an! Da geht die Post ab!

    • Markus sagt:

      „Sind wir Konsumenten so anspruchslos und langweilig, dass halt eben auch das Angebot entsprechend ausfällt?“ – Ja.

  • D. B. Fassler sagt:

    Ja, die Vielfalt! Hoffentlich gibt es im neuen Shopville endlich mindestens auch einen Vögele (je einen für Kleider und Schuhe), Otto’s Warenposten Mini (wenn nicht erfunden, dann unbedingt jetzt), Interio Depot, Weltbild, Orinad-Coiffeur, Interdiscount, Digitec, Mediamarkt, Ochsner Sport, Lumimarkt etc. Holen wir uns die Läden, die vorzugsweise in der Agglo stehen, subito in die City! So können wir uns den Weg in den Letzipark oder ins Tivoli sparen. Je kürzer die Wege, desto positiver wirkt sich dies auf unsere Opportunitätskosten aus, das heisst, wir können dafür länger in den Läden verweilen und uns von den feilgebotenen Waren und Dienstleistungen verführen lassen. So könnte das vielbeschworene Wirtschaftswachstum weiter anhalten und alle wären zufrieden und glücklich.

  • Ruedi sagt:

    Das alles frage ich mich auch immer wieder und alles ist soooo langweilig, steril und gleichgeschaltet, vom Boden- bis zum Genfersee. Uebrgiens: als Bäckerei kann man Brezelkönig nicht bezeichnen.

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