Die Whistleblower der Anderen

Verkrustete Institution: Uni Zürich

Verkrustete Institution: Uni Zürich

Ein Kommentar von Réda El Arbi

Snowden ist cool. Er zeigt denen (?), dass man mit uns nicht Alles machen kann. Er legt den Finger auf Missstände. Whistleblower sind sozusagen die Robin Hoods des Informationszeitalters. Sie  nehmen die Informationen von denen, die sie horten, und geben sie der Allgemeinheit. Sie sind Helden. Alle Whistleblower? Nein, nur die Whistleblower der Anderen.

Zum Beispiel enden unsere eigenen Zürcher Whistleblower meist vor Gericht und stehen ohne Job da, wie man diese Woche an der Uni Zürich sehen konnte. Die Universität stellte eine Mitarbeiterin auf die Strasse, weil sie mit den Medien über einen Missstand gesprochen hat, der ihrer Einschätzung nach in den verkrusteten Strukturen der Universität nicht behoben werden konnte. Sie verliess sich (mutmasslich) auf ihr Gewissen und machte der Öffentlichkeit Missstände zugänglich, die in einem von Steuern mitfinanzierten Betrieb stattfanden.

Können Sie sich  noch an die beiden Frauen aus dem Sozialdepartement erinnern, die auch kein Vertrauen mehr in interne Prozesse hatten und Missbetrieb des Sozialdepartements öffentlich machten? Sie wurden erst verurteilt und dann, in zweiter Instanz, freigesprochen. «Ein wegweisendes Urteil» hiess es damals euphorisch. Sie wurden letztinstanzlich wieder verurteilt. Und natürlich bekamen die Frauen ihre Arbeitsstelle nicht zurück.

Bei den Whistleblowern aus der Wirtschaft siehts noch ein wenig  heuchlerischer aus: Snowden machte völlig zurecht Missbrauch seines Staates gegenüber der Weltgemeinschaft öffentlich und kriegt Applaus. Wenn ein Ex-Banker aber Steuerschweinereien an die Strafverfolgungsbehörden eines anderen Staates gibt, ist er ein Verräter.

Beim Fall des Nationalbankpräsidenten siehts noch ein wenig anders aus: Die Leute, die sich stark für das Bankgeheimnis einsetzten, fanden es plötzlich mutig und heldenhaft, wenn Bankdaten weitergegeben wurden, solange es nur ihren politischen Zielen diente.

Aber zurück in Zürich: hier wurde ein Polizist ohne ausreichende Beweise der Amtgeheimnisverletzung beschuldigt, ein Journalist massiv unter Druck gesetzt, nur um einen völlig gerechtfertigten Gang an die Öffentlichkeit nachträglich und niederträchtig zu rächen.

Also, unsere Politiker, die jetzt durchwegs ein Loblied für Snowden auf den Lippen führen, wollen eigentlich auch lieber Geheimnisse für sich behalten. Was in einer digitalisierten Gesellschaft wie unserer eigentlich total schwachsinnig (und undemokratisch) ist. Private Personen haben Anspruch auf Privatsphäre. Unsere Institutionen, die in unserem Auftrag und mit unsrem Geld arbeiten, haben das nicht. Wenn da etwas schief läuft, wenn das Vertrauen in die internen Abläufe nicht mehr gegeben ist, ist es notwendig, den Schritt an die Öffentlichkeit zu machen.  Auch private Unternehmen, die die Gemeinschaft mit ihrem Handeln gefährden, wie es beinahe alle Banken taten, haben kein Anrecht darauf, ihre Mauscheleien per Gesetz vor dem öffentlichen Auge geschützt zu sehen.

Also, liebe Politiker, bevor ihr euch lautstark für ein Asyl für Snowden einsetzt, kümmert Euch doch bitte erst um unsere eigenen Whistleblower. Zum Beispiel um die Dame, die gerade ihre Stelle an der Uni verloren hat und bald vor Gericht steht, weil sie es wagte, die Institution der Universität Zürich lächerlich aussehen zu lassen.

Snowden ist dann immer noch willkommen. Ehrlich.

Danke.

138 Kommentare zu «Die Whistleblower der Anderen»

  • tschuggtschugg sagt:

    Wie manche Leute denken ist mir ein Rätsel. Da sind die Hirnwindungen von Herr oder Frau Réda El Arbi vollständig anders gepolt als meine. Ist ja wohl ein Witz, die Professorin als heldenhafte Whistleblower zu mystifizieren. Sie hat das Arbeitszeugnis eines Arbeitskollegen veröffentlicht. Abgesehen davon dass es niemand interessiert, aber ich hätte auch ein Problem mit jemandem der ohne mein Wissen meine Mitarbeiterbeurteilung veröffentlicht. Das hat nichts mit Missstände aufdecken zu tun. Der Gipfel ist nachher noch gross in der Sonntagszeitung jammern, dass die Existenz bedroht sei.

  • KMS a PR sagt:

    fakt ist folgendes. a) spionagen gab es schon immer. die menschen sind heute, hauptsächlich durch die medien, einfach sensibilisierter, was per se kein nachteil darstellt. b) alle haben angst vor den amis. obwohl sie „am boden“ sind und bezüglich wirtschaft von den schwellenländern überholt werden. die globalen finanziellen abhängigkeiten in- und von- den usa sind noch das einzige, was einigen superreichen respekt vor einem kompletten breakdown einflösst. wir sollten somit snowden einladen – just for fun. c) letzten endes ist die gretchen-frage – wie weit soll die paranoia zugelassen werden; nicht bloss in den usa; wann ist ein „skandal“ ein skandal – oder bloss ein missstand – oder gar eine verdeckte usanz, so wie bei der uni?

    • Maiko Laugun sagt:

      Das geht nicht Rittermann. Wir können Snowden nicht ‚just for fun‘ holen. Zuerst braucht es die neuen Gripen, um dann einen Drohnenangriff auf Snowder abwehren zu können. Problem erkannt?.

  • Maiko Laugun sagt:

    Der Verrat von Daten ist eine Straftat und kein politischer Verfolgungsgrund. Die Schweiz kann also Snowden nicht als Asylant aufnehmen. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind gar nicht gegeben. Dazu muss zuerst ein anderer Grund gefunden werden.

    Bevor ich es vergesse, so lange Enthüllungen oder wie im Falle von Snowden gar Verrat, den öffentlichen Interessen der Bürger dienen, dann begrüsse ich das sehr!

  • Rosi sagt:

    Hier ein Fall aus Deutschland http://www.humboldt-forum-recht.de/deutsch/2-2012/index.html , das muss jederzeit als letzte Option straflos möglich sein.

  • Réda El Arbi sagt:

    Liebe Kommentatoren

    da ich fürs Moderieren nicht bezahlt werde und auch mal was für meinen Lebensunterhalt tun muss, werden weitere Kommentare ab 16.00 wieder freigeschaltet.

    Vielen Dank für Ihr Verständnis.

    Der Autor

  • Heiner Hug sagt:

    Reda – das haben Sie gut gemacht. Eigentlich geht es im Artikel um die Heuchelei, dass man „je nach dem“ mal für Ausplauderer ist und mal dagegen. Ihre Beispiele werden nun kritisiert – das ist ok. Man kann nämlich in jedem Fall auch gegen die heroisierten Ausplauderer sein. Das ist Ansichtssache, über die sich streiten lässt.
    Was einfach nicht geht, ist einmal jubeln – dann wieder empört die Faust ballen. Einmal von Heldenmut sprechen und dann wieder von krimineller Energie und bösartigen Komplotten.
    Ich finds prinzipiell gut, wenn es Plauderi gibt, aber über deren Motive zu urteilen eher unsinnig.

    • Leo sagt:

      Genau, immer, wenn es einem passt wird derjenige, der etwas tut zum Helden, wenn es gegen den Stich geht gilt er/sie als kriminell. Ich will ja nicht Mörgeli in Schutz nehmen, ich will es nicht und er braucht und kennt mich nicht. Aber genau so ist der Fall Mörgeli an der Uni. Als Mörgeli sich „nicht korrekt benahm“, wurde er – ich sage mal diffamiert , weil ich kein besseres Wort kenne. Und jetzt die Professorin, die sich einfach mal an die Medien statt an die Vorgesetzten wendet, die soll geschützt werden. Sie hat nur Gutes getan. Nein, zuerst die Vorgesetzten in der ganzen Linie, dann, wenn immer noch Kriminelles geschützt wird, ja dann an die Presse. Aber es muss in der Allgemeinheit generell auch als kriminell gelten. Wenn’s nur einfach mir und ein paar wenigen Befreundeten nicht so passt, ist ein Verhalten noch lange nicht kriminiell.

  • Frank Baum. sagt:

    Snowden ist kein Held. Er ist ein Verräter. In den USA drohen ihm harte Strafen. Es gibt kein Recht auf Geheimnisverrat. Wenn einem Informationan anvertraut werden, dann hat man entsprechend sorgfältig damit umzugehen. Verstösst man dagegen, dann muss man die Konsequenzen tragen und in Russland Asyl beantragen oder man versteckt sich in der Botschaft einer Bananenrepublik. Aber es ist schon richtig: der einzige Grund, warum hiesige Politiker Snowden über den grünen Klee loben liegt im chronischen Antiamerikanismus, den die Linken bei uns wie einen Kropf mit sich herum tragen. Mit „Aufklärung“ hat es jedenfalls nichts zu tun. Klar ist auch: wir müssen unseren Rechtsstaat respektieren. Vor dem Recht müssen alle gleich sein – auch die Linke von der UNi Zürich, die mit vertraulichen Informationen nicht sachgemäss umgehen konnte.

    • Felix sagt:

      Herr Baumann

      Ihr Zitat: „…oder Verstecken in einer Bananenrepublik…“ diesbezüglich hätte der Herr Snowden ja gleich in den USA bleiben können. Was glauben Sie wem die USA ihre derzeitige Unbeliebtheit und ihr zitiertes antiamerikanische bashing zu verdanken hat als sich selber.
      Dies war ja nicht immer so Herr Baum, aber man kann nicht ungestraft über 300 Jahre solche schrägen tyrannen Geschichten bringen und dann noch verlangen, dass einem die betrogenen Menschen oben drauf lieben. Dies hatte viel zu lange funktioniert, diese Zeiten sind aber vorbei und der langsam aus seiner nur allzu kindlichen Vorstellung erwachende Bürger, kann heute druchaus selbständig 1+2 in dieser Sache zusammen zählen. Das er sich da ein bisschen in den leicht versoffenen und verschlafenen Äuglein reibt und das nicht mehr wirklich lustig findet was er da gerade verschlafen hat wunder nun wirklich niemanden mehr.

      • Frank Baum sagt:

        Der Antiamerikanismus der Linken in Europa hat mit dem Verhalten der USA wenig zu tun. Die Linken haben die USA vor 50 Jahren genauso gehasst, wie sie es heute tun. Die Linken suchen sich für ihren Rassismus einfach andere Ausreden aus. Jetzt sind es die lächerlichen Vorwürfe an die Amerikaner, dass deren Spionageabteilung Spionage betrieben haben. Sollte dieser Grund nicht mehr her halten, werden die Linken andere Ausreden finden. Der Pukt ist doch: Der Erfolg der USA ist den Linken ein Dorn im Auge, weil er nun einmal die Falschheit der linken Ideologie klar und deutlich aufzeigt und das schmerzt. Das ist verständlich, aber es ändert nichts daran: Diie Wahrheit können die Linken leider nicht ertragen. Dann hegen sie lieber ihren dogmatischen Antiamerikanismus als ihre eigenen Positionen zu überdenken.

        • Mike sagt:

          Sorry Herr Baum, selten so einen Blödsinn gelesen…Der US.Amerikanische „Erfolg“ ohne Rücksicht auf Verluste, namentlich Umwelt und andere Völker ist ja wahrlich etwas Bewundernswertes! Und nein, ich bin kein Linker.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ich habe kein Problem damit, dass Geheimdienste spionieren. Wär ich aber US-Amerikaner, käme mir das Gruseln über den Einsatz von Geheimpolizei gegen das eigene Volk.

          • tststs sagt:

            Hüstelhüstel…Fichen-Affäre…hüstelhüstel…
            😉

          • Frank Baum sagt:

            In den USA ist Snowden eine Persona Non Grata und zwar quer durch alle politischen Lager. Die Spionage im Inland ist auch für die Amerikaner ein Thema. Das hat aber mit Snowden nichts zu tun. Letztlich wurde der „Patriot Act“, der solche Aktionen legitimiert, seit der EInführung unter Bush zwei Mal erneuert – ohne grosses Tamtam.

            Jeder geniesset den Frieden, den uns die Amerikaner garantieren. Keine USA, keine Freiheit in Europa. Das vergessen die Linken allzugerne.

            Im herumnörgeln sind sie aber spitze. Ist auch OK. In den USA nimmt das keiner zur Kenntnis. Warum auch? Europa spielt da keine Rolle – bestenfalls als Negativbeispiel für Massenarbeiotslosigkeit, Staatsbankrott und wirtschaftlichen Niedergang. Man kann sich auch darüber echauffieren, wie denn die USA mit anderen Staaten umgehen. Sie tun es mit Sicherheit mit mehr Rücksicht auf die Staatengemeinschaft als alle anderen, die irgendwie über Macht verfügen. Sie brauchen jedenfalls keinen Vergleich mit der alten Sovietunion oder dem heutigen China zu scheuen. Sie sind nur mächtiger, weil sie eben erfolgreicher sind.

            • Réda El Arbi sagt:

              Naja, der „Patriot Act“ ist etwas, dass einer freien, demokratischen Gesellschaft eben gar nicht erst passieren dürfte. Und die Wirkung von Snowdens Enthüllungen in den USA sind mir eher egal. Die Auswirkungen hier sind aber sehr erfreulich.

          • tststs sagt:

            Und nur damits mal gesagt ist: natürlich ist es ein Armutszeugnis für einen Staat, wenn er seinen Bürgern nicht vertraut (also so flächendeckend, mein ich, einzelne Individuen bedürfen schon ab und zu der Überwachung)…

          • Rosi sagt:

            Und Bäumchen es ist wohl naheliegend, dass der „relative“ wirtschaftliche Erfolg dort wohl nicht unwesentlich auf den abgesaugten globalen Daten beruht. Doch die Konsequenz sollte nicht sein, dass nun alle allen misstrauen und maximal absaugen, sondern dass es alle unterlassen, was zu vereinbaren jedoch schwierig ist, wenn einige ihr System gerae auf das Absaugen bauen.

          • Frank Baum sagt:

            Die Reaktion der Amerikaner auf Snowden ist Ihnen egal? Sie beklagen sich aber darüber, wie in der Schweiz mit den eigenen Verrätern umgegangen wird? Wir gehen mit den Leuten, die bei uns gegen Gesetze verstossen genauso um, wie die Amerikaner mit den Leuten umgehen, die dort gegen die Gestze verstossen. Sie haben sich ja in ihrem Blog gewundert, wieso wir die eigenen Whistleblowers anders behandeln als einen Snowden. Das liegt nicht an uns, sondern am Umgang mit Verrätern allgemein: wer gegen Gestze verstösst, wird zur Rechenschafft geszogen – bei uns genauso wie in den USA. Man nennt das einen funktionierenden Rechtstaat. Ein funktionierender Rechtsstaat ist der Unterschied zwischen einer funktionierenden Demokratie und Linkspopulismus. Wir finden aber Snowden toll, weil bei uns ein latenter Antiamerikanismus vorherrscht.

    • Rosi sagt:

      Tja Bäumchen im Walde und wie soll man auf Staaten reagieren, die ihnen nicht anvertraute Informationen massenhaft stehlen, devot wegducken oder begeistert zusehen? Snowden ist hier im Verhältnis eher der Aufklärer und weniger die massenhaften berufsmässigen Datendiebe der 5 Augen.

      • Frank Baum sagt:

        Gut gebrüllt, Löwe! Lasst uns weder Wegducken noch begeistert zuschauen. Nur, was tun wir statt dessen? Wenden wir uns den Russen zu – oder sind wir da zu heikel wegen Pussy Riot und inhaftierter Greenpeace-Aktivietsen? Vielleicht lieber mit den Chinesen gemeinsame Sache machen, auch wenn uns die noch viel agressiver ausspionieren? Reden wir mit der EU, die den automatischen Datenaustausch mit den USA gekündigt haben? Sollen wir den auch gleich kündigen und die EU daran erinnern, dass das Konzept vielleicht doch nicht so klug ist, wie das die Linken immer behaupten? Abgesehen von Stampfen und Toben, was wollen wir da eigentlich genau tun?

        Für die Linken ist Snowden ein Held. In den USA ist er ein Verbrecher. Angenommen, wir gewähren ihm Asyl, er kommt in die Schweiz und die USA drängen auf Ausliefrung. Was machen wir dann? Solange das, was Sonwden getan hat, auch bei uns ein Verbrechen ist (und das ist es), dann sind wir zur Ausliefrung verpflichtet. Im Gegensatz dazu müssen wir einsehen, dass das Ausspionieren fremder Daten weder in den USA noch bei uns gegen Gesetze verstösst.

      • Florence sagt:

        Und zu was sind wir verpflichtet, wenn uns solche Länder alle Daten und Geschäftsgeheimnisse stehlen, zum Lächeln und Kaffee trinken? Hier geht es nicht um das Andienen an ein Lager oder Ablehnen eines anderen, sondern die Aufklärung massenhafter unvorstellbarer Rechtsverstösse anderer Länder zum Nachteil ihrer „Partner“ und „Freunde“. Freundschaft definiere ich irgendwie anders, egal mit welchem Land.

      • Frank Baum sagt:

        Wenn die NSA spioniert, dann verstossen sie gegen keine Gesetze in ihrem eigenen LAnd. Entsprechend haben wir da keine juristische Handhabe. Wir können kundtun, dass uns das alles nicht gefällt. Mehr nicht. Wir sind nicht verpflichtet zu lächeln und Kaffee zu trinken, aber Stampfen und Toben wird uns nicht weiterbringen. Witzigerweise sind es ja gerade die Linken, die uns immer in die EU drängen un darauf bestehen, dass wir uns fremden Gesetzen und Gerichten unterwerfen, weil wir ja blos keine Insel sein können. Jetzt wollen die gleichen Leute die USA boykottieren. Das ist einfach nur dämlich.

        Wir müssen uns mit der Tatsache vertraut machen, dass „Öffentlicher Protest“ (genau genommen reiner Linkspopulismus) nur auf unsere eigenen politischen Entscheide Wirkung haben. Die Russen interessiert es nicht, was wir über Pussy Riot oder die Inhaftierung der Greenpeace-Leute denken und die USA interessiert es nicht, was wir über Snowden denken. Selbst wenn wir jeden Tag den Botschafter der USA einbestellen würden, um uns bei ihm zu beklagen, würde das niemand zur Kenntnis nehmen. Das einzige, worauf wir uns gefasst machen müssen, ist, dass wir in einem juristischen schlamassel stecken werden, wenn wir Snowden Asyl gewähren sollten.

    • Patrick Suter sagt:

      Herr Baum, Sie sind ja aber sehr voreingenommen. Ihrer Meinung nach ist alles links sowieso sehr böse. Tatsächlich ist es jedoch so, dass beide Seiten, also sowohl links als auch rechts Gutes für unsere Gemeinschaft beitragen, beide haben also ihre Berechtigung. Und natürlich sind alle an der UZH Linke…

      Für Sie ist Snowden kein Held, weil er das amerikanische Recht missbraucht hat? Aha und dann zeigen Sie mir mal, wo es steht, dass die NSA und ihre Partnerorganisationen berechtigt sind, ihre eigenen Landsleute auszuspionieren und Daten zu sammeln – auch ohne grundlegenden Verdacht??!!

      • Frank Baum sagt:

        Wo steht es geschrieben, dass die NSA die eigenen Landsleute ohne Verdacht abhören darf? Im „Patriots Act“, der unter Bush eingeführt und seither zwei Mal erneuert wurde.

        • Patrick Suter sagt:

          Abhören ist noch das eine, aber systematisch die Daten zu sammeln und in die grossen Rechenzentren wie Google, Yahoo, etc. einzudringen ist das Andere. Meiner Meinung nach handelt die NSA absolut nicht legitim…

  • Frank Pfau sagt:

    Lieber Reda
    So witzig Deine Beiträge zwischendurch sind, dieser ist Schrott und auf übelstem Weltwoche-Stammtischniveau. Ich hoffe beim Tagi arbeitet man sonst sorgfältiger.
    Zopfi und Wyler hochleben zu wollen, ist den Bock zum Gärtner zu machen. Eine Einzelrichterin und Mitglied der SVP notabene hat den beiden Recht gegeben. Bis vor Bundesgericht haben sich danach etliche Richter mit der Geschichte beschäftigt und v.a. bestätigt, dass die beiden viele Möglichkeiten ausgelassen haben. Was die Medien geflissentlich auslassen, die beiden hätten vermutlich nicht so reagiert, wenn eine der beiden bei einer internen Bewerbung um eine Führungsstelle berücksichtigt worden wären. Die Beiden wollten mit Wissen um die Konsequenzen den grösstmöglichen Schaden anrichten. Sonst wären sie entweder zu den Vorgesetzten, zum Stadtrat, zum Gemeinderat oder zur Ombudsfrau, und wenn man schon zur Presse will, dann hätte man ebensogut zum Tagi gehen können, als sich von der WW instrumentalisieren zu lassen.
    Des Weiteren wird ausgelassen, dass selbst in SVP Gemeinden, die den beiden oder zumindest einer von beiden etwas Gutes tun wollten, die Zusammenarbeit nach kurzer Zeit wieder aufgekündigt wurde. In casu wollten die Medien Heldinnen, genau hingeschaut hat man nicht.
    Missstände im Sozialbereich: Gibt es natürlich, allerdings waren die Zahlen extrem frisiert um den grössten Impact zu erzielen, im Vorfeld lehnten die verantwortlichen der WW es ab, das Gesprächsangebot betr. den korrekten Zahlen anzunehmen, im Wissen um die Wirkung. Würde man die Verfehlungen der Steuerzahler genau so akribisch darlegen, wie die von betrügerischen Sozialhilfebezüger, dann könnten wir mit den Steuern sogar runter!
    Zur UNI: Wenn man an der UNI studiert hat, kennt man den Betrieb noch lange nicht, da muss man wirklich einige Jahre zumindest als Assi gearbeitet haben. Die seit dem 19. Jh. postulierte Freiheit der Lehre hat tatsächlich einige merkwürdige Blüten getrieben. Die Geschichte mit Mörgeli jedoch dafür zum Anlass zu nehmen, Deine Bekannte von einem MPI oder die Ehefrau von der ETH im Gegensatz zu den UNI-Angestellten als richtige Forscher darzustellen, ist allerhand und zeugt von stattlicher Ignoranz.
    Auch hier haben sich die Medien instrumentalisieren lassen. Waren zu wenig kritisch um zu sehen, dass eine simple personalrechtliche Fragestellung, nichts mit einem politischen Komplott zu tun hat, auch wenn Mörgeli halt kein Sympathieträger ist. (Wie soll das gehen NR-Mandat (Aufwand 50%) mit den Leistungen, die bei einem 80% Oberassijob verlangt werden, unter einen Hut zu bringen?)
    In diesem Sinne, besuch besser weiterhin Städte, da kann man wenigstens darüber lachen. (Ich Zürcher, blabla…lustig)

    • K.A. Barett sagt:

      @Frank Pfau: Die Weltwoche ist also auf Stammtisch-Niveau, der Tagi unangreifbar auf dem Olymp des Qualitäts-Journalismus thronend? Sie machen es sich sehr einfach. Auch der Tagi lebt nicht von der warmen Zuneigung seiner Leser, sondern vom schnöden Mammon. Der Tagi steht ebenfalls im heute eisigen Gegenwind des Informationsmarktes. Der Tagi ist nicht schlechter oder besser als die Weltwoche, umgekehrt auch nicht. Es bestehen einfach Unterschiede im Bereich der Weltanschauung. Ich stelle immer wieder mit Erstaunen fest, wie die WW dämonisiert, der Tagi eher idealisiert wird. Beides ist falsch!

      • Frank Pfau sagt:

        In dem Fall sind Sie mit dem Rest meines Sermons einverstanden? 🙂
        Nur kurz, da ich bald weg muss: Ich habe klar geschrieben, dass die Medien im Fall von Wyler/Zopfi ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Gründe habe ich auch beschrieben. Man wollte Heldinnen, ohne genau hinzuschauen wen man mit dieser Rolle und der Auszeichnung Prix Courage beehrt! Aber…der Beobachter hat nicht beobachtet, der Tagi, wie alle auf das Loblied eingestimmt und die Weltwoche, hatte für ein halbes Jahr endlich einen Selbstläufer.
        Sie haben absolut Recht, Zeitungen wollen zuerst verkaufen und auch wenn man z.B. im Inlandteil der NZZ oder beim Tagi-Löpfe weiss woher der Wind dreht, so existiert in der Deutschweiz nur ein Medium, dass dafür aufgekauft wurde, um politische Ziele zu verfolgen, die Weltwoche. (Nebenbei, die WW spricht m.E. sogar die richtigen Themen an, allerdings immer mit dem Ziel das Politische über das Journalistische zu stellen.) Bei aller Hochachtung vor dem Intellekt von Köppel, es spricht nicht für die Qualität einer Zeitung das Angebot des damaligen Sozialdepartementes – die richtigen Zahlen zu den damaligen Missbrauchsfällen zu bekommen- in den Wind zu schlagen. Notabene und dies vor Veröffentlichung des ersten Missbrauchsartikels in der Weltwoche! Man wollte einfach einen Primeur und den haben sie dann auch erhalten, mit teilweise schlimmen Folgen für verunsicherte Mitarbeiter und den grundsätzlich dem Verdacht des Betrugs ausgesetzten Sozialhilfebezügern.

    • Hans Huber sagt:

      Tja Herr Baum, da liefern Sie ein perfektes Beispiel für Einäugigkeit und demonstrieren gleichzeitig, dass Sie nichts, aber auch gar nichts von dem, was Herr Arbi geschrieben hat, verstanden haben, oder wahrscheinlich nicht verstehen wollten.
      Typisch eigentlich – tragischerweise symptomatisch für die Spezies aufgeklärter urbaner Weltbürger, die vor allem den eigenen Blickwinkel hegen und pflegen, weil sie ja grundsätzlich immer Recht haben und die andern grundsätzlich nicht. Eben, so à la WW böse, TA gut. Ein gar simples Weltbild. Wachen Sie auf, schauen Sie kritisch umher und bilden Sie sich eine eigene Meinung – das kann extrem spannend sein …

    • Hans Huber sagt:

      „Pfui, Frank, nöd aalange, s’isch vu de Wältwuche …!“

      • Hans Huber sagt:

        Das mit der perspektivlosen Einseitigkeit habe Sie aber schon begriffen, Herr Baum, den eigenen Blickwinkel verändern, vorurteilslos an die Dinge herangehen, das Votum zählt, nicht die Frage, aus welchem Lager jemand kommt, schematisches Denken macht klein, auch politisch Andersdenkende haben u. U. mal Recht, und zum Schluss noch ein bisschen Selbstkritik, lockert ungemein auf, und eben, macht Spass.
        Aber eben, wie schon erwähnt, das wollen Sie eigentlich gar nicht hören … – oder zumindest versuchen zu verstehen.

        • Frank Pfau sagt:

          Sehr geehrter Herr Huber
          Sie schreiben zwar permanent Baum meinen aber offensichtlich Pfau.
          Habe Sie meine Beiträge gelesen? Da gehts um den offensichtlich verunglückten Artikel des sonst sehr talentierten Reda.
          Die Idee ist gut, die gewählten Beispiele sind jedoch sehr schlecht.

          Mich überrascht hingegen, dass die Redaktion Ihre „Beiträge“ freischaltet, geht es dort hauptsächlich um die aufotkroyierung Ihrer Weltanschauung auf persönliche bis beleidigende Art. Fragt sich nur, wer zum Teufel sind Sie, dass Sie sich für soooo wichtig halten.

          • Hans Huber sagt:

            Fremdwörter sind Glückssache, Herr Pfau, wie soll einem/r mündigen, informierten Bürger/in eine Meinung aufgezwungen werden? Über einen Blog? Absurd.
            Ich fühle mich übrigens persönlich auch sehr beleidigt, wenn meine Beiträge als „Beiträge“ gänsefüsschenmässig runtergemacht werden, ich beklage mich aber nicht beim Moderator oder bei der Redaktion, weil ich ich – und da unterscheiden wir uns wohl sehr deutlich – kein Problem mit anderen Meinungen habe. Eben, Denken macht frei….

          • Hans Huber sagt:

            Und das noch: Ihre Kommentare „…..dieser ist Schrott und auf übelstem Weltwoche-Stammtischniveau…“ und „…zeugt von stattlicher Ignoranz…“ finden Sie weder „persönlich“ noch „beleidigend“.
            OK.
            Habe verstanden.

  • Ivan Casale sagt:

    Ich halte Transparenz für gefährlich. Zuviele Leute haben keine Ahnung von der Materie die sie allenthalben vorgeworfen kriegen. Geheimdienste? Bitteschön, was zur Hölle hat sich die nach „Transparenz“ geifernde Öffentlichkeit da genau vorgestellt, was die tun? Sozialmissbrauch; gab es, gibt es und wird es immer geben. Wikileaks; NSA des Pöbels.

    Am wenigsten Verständnis habe ich dann noch für die Bewertung der Geschehnisse durch die „Öffentlichkeit“ (welche sich ja doch meist auf die politische Opposition und ein paar Journalisten reduziert). Snowden’s hat uns bis jetzt folgendes erzählt – die USA spionieren. Wo ist da die Sensation? Ich weiss was Papier und Kopierer so tun und ich weiss was ein Server tun kann – also verwundert mich auch die Datenmenge nicht wirklich.

    Beim besten Willen, kann ich der Argumentation nicht folgen. Allen obengenannten Namen unterstelle ich aus niedereren Trieben heraus an die Öffentlichkeit gelangt zu sein. „Whistleblowing“ wurde als Deckmantel benützt, interne Wege nicht benützt. Wenn das Vertrauen in meine Vorgesetzten weg ist, dann kündige ich und gebe den Grund konkret an.

    Die beiden Mitarbeiter im Sozialamt; gibt es keinen Sozialmissbrauch mehr? Snowden; werden Regierungen nicht mehr – entrsprechend Ihrer Ressourcen – sich Nachrichten beschaffen? Bankmitarbeiter etc ; werden private Unternehmen / resp deren Mitarbeiter nicht weiterhin versuchen im Graubereich sich und andere zu bevorteilen?

    Die Professorin; warum setzte sie sich nicht einer direkten öffentlichen und wissenschaftlichen Konfrontation aus; in der Fachpresse; nicht im Tages Anzeiger. Fachpresse ist genug öffentlich.

    Absolutes Ja zu einer Kultur von Check & Balances; aber bitte in den dafür geeigneten Arenen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Sie halten den Durchschnittsbürger für dummen, ungebildeten Pöbel? Hm, dann könnte man ja die Demokratie abschaffen und Fachleute regieren lassen.

      • chipchura sagt:

        Ach, Sie haben also ein Sätzli gefunden, womit Sie den Absatz diskreditieren können? Gratuliere! Und, gibt es dazu auch noch eine sachliche Stellungnahme?

      • tststs sagt:

        „Hm, dann könnte man ja die Demokratie abschaffen und Fachleute regieren lassen.“
        Vllt nicht gerade regieren, aber es würde der Menschheit ab und zu gut anstehen das Maul zu halten… Was manchmal die Leute das Gefühl haben, in welchen Bereichen sie Experten seien… tststs

        • Réda El Arbi sagt:

          Es ist einfach völlig undemokratisch.

        • Frank Baum sagt:

          Sie haben das Konzept der Demokratie nicht verstanden. Selbst in einer Demokratie gibt es vertrauliche Informationen, die die Öffentlichkeit nichts angehen. Eine Regierung kann nur funktionieren, wenn sie darauf bauen kann, dass Informationen auch vertraulich behandelt werden. Es ist die Grundlage jeder offenen Kommunikation.

          • Réda El Arbi sagt:

            Sorry, das ist Quatsch. Es zeugt vom Staatverständnis aus dem 19. Jahrhundert, nicht dem in einer vernetzten Welt mit freier Information.

          • tststs sagt:

            Ist jetzt meine Meinung (und dementsprechend muss man nicht zustimmen):
            Der Fall Carlos ist für mich exemplarisch, wo die Allgemeinheit mit den ihr zugetragenen Informationen nicht umgehen kann… Was da in Kommentaren für abstruse Theorien und Forderungen aufgestellt wurden…die schlussendlich nur von einem zeugen: völlige Unkenntnis! Und ausbaden muss es am Schluss nicht der Mob, der sich auf Kosten eines Jugendlichen wieder einmal ein wenig austoben konnte, sondern eben, dä Carlos…

          • Réda El Arbi sagt:

            Kurz eine Verteifung über die direkte Demokratie:

            Es gibt bei uns nicht “Den Staat”, also die, und “WIR” also das Volk. Unsere Volksvertreter kommen aus unserer Mitte und werden von uns gewählt. Der Apparat, mit dem sie unsere Nation für uns verwalten, wird von uns gestaltet, nicht von irgendwelchen “Sie”.

            Ich weiss, es ist gerade modisch, die Schuld und die Verantwortung für den Staat beim politischen Gegner zu suchen, aber es ist feige und nicht mal ehrlich.

            Was die freie Information angeht: Egal, ob wir wollen oder nicht, wir leben in einer Zeit zunehmender Transparenz. Das zeigt sich dadurch, dass nicht einmal die Geheimdienste ihre Geheimnisse für sich behalten können. In einer Welt, in der man per Klick Millionen von Menschen erreichen kann, wenn denn die Information relevant ist, lassen sich Geheimnisse nur schlecht behalten. Ich finde das gut. Oder wie ein kluger Mann einmal sagte: “Den Grad an Verrottung in einer Institution kann man daran messen, wie viels Geheimnisse sie verstecken muss.”

          • tststs sagt:

            Aaaaalso, erstens sind wir eine halbdirekte Demokratie…und dem Schuldzuschiebungsgedanken kann ich auch zustimmen.
            Dies mit den Geheimnissen ist aber doch ein wenig differenzierter…oder wie siehts mit der Institution Medizin aus? Ist dort Datenschutz (=Geheimnis) auch ein schlechtes Qualitätsmerkmal?

            • Réda El Arbi sagt:

              bei allen Geheimnissen gehts um die Relevanz. Die medizinischen Daten eines Menschen haben kein Relevanz für die éffentlichkeit, es sei denn, ein Mensch bringe durch verschwiegene Daten die Öffentlichkeit in Gefahr. So sollte ein Panzerfahrer oder ein Pilot nicht über eine diagnostizierte schwere Depression leiden und diese verheimlichen. Als Beispiel.

          • tststs sagt:

            Eben, da wirds doch kompliziert:
            1. Wer hat die Deutungshoheit über „Öffentlichkeits-relevant“?
            2. Nicht der depressive Panzerfahrer soll sein Geheimnis bewahren, sondern seine Ärzte
            3. Solange die Relevanz der Snowden-Daten nicht bewertet wurde, kann man also auch noch nicht von Whistleblower oder Verräter sprechen

            • Réda El Arbi sagt:

              Nur noch kurz: Die Auswirkung der von Snowden veröffentlichten Daten, zum Beispiel die Überwachungsdiksussion und die politische Reaktion darauf, sind bereits evident. 😉

          • tststs sagt:

            ich willwillwill das letzte Wort 😉
            Ist ja aber eigentlich traurig, dass wir einen wie Snowden brauchen um über die Überwachung durch den Staat zu diskutieren…
            Eben da sind wir wieder bei der breiten Masse, die man mit einer Schlagzeile ein bisschen aufscheuchen kann, bevor sie dann wieder seelenruhig an ihre PC zurückgehen und via Google, Facebook etc die ganze Welt mitlesen lassen… und in 3 Wochen geht es ihnen schon wieder am Füdeli vorbei…

          • Frank Baum sagt:

            Sie können nicht zwischen Demokratie und Populismus unterscheiden. Der Unterschied sind eben funktionierende Institutionen. Selbst in einer direkten Demokratie wie in der Schweiz loben wir uns einen Rechtsstaat, der selbst Volksentscheide kippen kann, wenn diese nicht gesetzeskonform sind (wie z.B. beim geplanten Bau des Fussballstadions in Zürich seinerzeit oder bei einigen Initiativen, die zwar angenommen, aber nicht vollständig umgesetzt wurden). Wir leisten uns also Institutionen, die gewisse Aufgaben übernehmen und dazu auch vertrauliche Informationen verarbeiten sollen.

            Es gibt gute Gründe, wieso man Informationen vertraulich behandelt. Die wichtigsten Gründe sind Misverständnisse / unbeabsichtigte Verletzungen und unvollständige Informationen. Wir haben z.B. einen Bundesrat, der aus mehrern Mitgliedern besteht, die allesamt die Position des Bundesrates vertreten sollen. Da ist es entscheidend, dass der Bundesrat klar definiert, was kommuniziert wird und was nicht. Die einzelnen Bundesräte müssen aber in der Lage sein, untereinander (im Vertrauen) offen ihre Positionen auszutauschen, bevor sie damit an die Öffentlichkeit treten. Für die Öffentlichkeit wichtig ist letztlich die Position des Bundesrates als Ganzes, sobald diese Position gefunden wurde. Wer wie intern argumentiert hat geht die Öffentlichkeit nichts an. Im Gegenteil: es schadet einem funktionierenden Bundesrat, wenn unabgesprochene Positionen frühzeitig publik werden. Das gleiche gilt für andere Positionen in der Regierung und Administration.

            Leben wir in einer Zeit wachsender Transparenz? Wahrscheinlich schon. Mit Sicherheit leben wir in einer Zeit sintflutartiger Datenströme. Ob diese Datenflut die Transparenz erhöht, ist nicht immer sicher.

          • yves kueng sagt:

            Sie sehen Herr Baum:
            Schreibt dann jemand etwas richtig konkret, vernuenftig und ausgeglichen, erhaelt man kein Feedback mehr zurueck.

          • ikom sagt:

            Hallo Herr Baumann
            Das zurückhalten von Informationen ist also das Konzept einer Demokratie !?
            Ohne alle Informationen kann man sich aber keine vollumfängliche Meinung bilden.
            Eine Staat (der das Volk vertritt !) der die Wahrheit nicht sagt ist nichts wert.
            Da gibt es keine Kompromisse. Wenn Sie nicht verstehen das die Wahrheit das
            höchste und wichtigste Gut des Menschen ist, dann haben Sie gar
            nichts kapiert. Alles entstandene Übel der der Welt ist der Lüge entsprungen..

          • Frank Baum sagt:

            ikom, die Demokratie funktioniert also nur, wenn deren Vertreter „die Wahrheit“ sagen? Schade. Dann können wir einpacken. Generationen von Philosophen haben sich den Kopf über „die Wahrheit“ zerbrochen. Alles, was dabei heraus kam, war die Tatsache, dass die Defintion „der Wahrheit“ gar nicht so einfach ist. Wenn wir die Wahrheit nicht finden können aber verlangen, dass unsere Politiker nur „die Wahrheit“ verkünden, dann stellen wir einen Anspruch an die Demokratie, den wir nie erreichen können. Im Grunde genommen ist das reiner Zynismus.

            Vergessen Sie einmal die Politik: Ist es Ihnen noch nie passiert, dass Sie etwas falsches gesagt haben? Sie haben einem Mitmenschen etwas gesagt, das nicht die Wirkung hatte, die Sie beabsichtigt haben – es kam zu Irrtümern, Missverständnissen oder es wurde als Beleidigung aufgefasst? So etwas kann einem passieren, obwohl man der Meinung ist, dass die Aussage, die man macht inhaltlich korrekt ist und man damit auch niemanden beleidigen wollte. So etwas kommt vor. Entsprechend muss man vorsichtig sein, wei man seine Worte wählt – oder anders ausgedrückt: wie man Informationen verbreitet (was sagt man, wie sagt man es und was sagt man lieber nicht).

            Wenn man nun breite Massen mit unterschiedlichsten Interessen anspricht, muss man erst recht vorsichtig sein. Ansonsten werden Aussagen falsch ausgelegt. Wir haben nicht mehr „Transparenz“ aber umso mehr „Betroffenheit“, „Aufschrei“ und Massenhysterien. Das ist nichts neues. Wenn man so Entscheide steuern will, dann nennt man das Populismus.

    • Clara sagt:

      Das ist das klassisch flache konservative Argument, das Volk braucht einen Vormund. Falsch, das Volk ist selbst mündig genug, um alles auch allein zu denken und regeln!!

      • tststs sagt:

        Sorry, ich muss Hr. Casale recht geben und ja, Clara und Hr. El Arbi, das Volk zeichnet sich in dieser Frage wirklich nicht durch wahnsinnig logisches Denken aus; ansonsten würde es sich nicht so verwundert die Augen darüber reiben, dass spioniert wird… und dann noch – sapperlot – durch die Geheimdienste…

        • Carolina sagt:

          Ich glaube eher, was übersehen wird und wo ich Clara völlig Recht gebe, ist, dass ‚das Volk‘ sich tatsächlich gar nicht so echauffiert wie das von den Medien offenbar gewünscht wird. Kann es sein, dass ‚das Volk‘ tatsächlich gar nicht überrascht ist davon, dass Geheimdienste spionieren (auch die eigenen notabene), dass wir uns nicht mehr unbemerkt durch den virtuellen Raum bewegen können? ‚Das Volk‘ scheint mir gar nicht so dumm zu sein – in Deutschland profiliert sich gerade ein abgehalfteter Grünenpolitiker mit dem Coup, Snowden getroffen zu haben: die Aufregung darüber ‚im Volk‘ hält sich aber eher in Grenzen, oder?

          • tststs sagt:

            @Carolina: das ist eigentlich auch meine Meinung und Erfahrung im persönlichen Umfeld; der Blog zeichnet aber mMn ein anderes Grundbild (eben das vom echauffierten Bürger)…

          • Hannah sagt:

            Das Volk ist auch inzwischen erregt bzgl. des Ausmasses und des Missbrauchs, aber es geht damit sachlich um und lässt sich nicht durch politische Scheingefechte und Beschwichtigungen von seiner zunehmenden Aufklärung abbringen, die zu einer wachsenden Volksintelligenz beiträgt. Alle vernünftigen Menschen wollen nicht, dass der Nachbar ihr eigenes privates Leben komplett kopiert und mitlebt und durch das Wissen darüber fortlaufend nur eigene Vorteile verschafft.

    • Ivan Casale sagt:

      @ Réda Ich halte, in erster Linie, mich für einen Durchschnittsbürger. Keine Ahnung zu haben, bedeutet nicht dumm zu sein. Sich eingestehen, von etwas keine Ahnung zu haben, kann durchaus Ausdruck von hoher Intelligenz sein. Die Demokratie gilt es nicht abzuschaffen, die Demokratie gilt es zu stärken. Durch Checks and Balances, demokratisch legitimiert.

      Ich werde jeden Tag an die Grenzen meines Wissens und Könnens gebracht. Und wegen alldem kann ich nicht zum Fanboy eines Typen oder einer Organisation werden die mir ungefragt ‚zig terabytes vor die Füsse werfen. Die Medien sind, nebenbei gesagt, schon lange nicht mehr der aufklärerische Verbündete des Durchschnittsbürgers.

      Irgendwie denke ich einfach die eigene Grenze, seines Wissens und seiner Möglichkeiten, zu kennen; sie durch Bildung und Erfahrung zu erweitern und nur dort aktiv werden, wo man etwas ändern, durchsetzen und halten kann – all das, so denke ich, ist ein Zeichen von Reife und Erwachsensein. Reife Erwachsene wiederum, sind das Salz der Demokratien.

      • tststs sagt:

        Ungefähres Zitat von Thomas Hürlimann: Eigentlich sollte nur die politische Elite abstimmen gehen (politische Elite = diejenigen, die sich interessieren und informieren).
        Dies führt dann halt zu einer tiefen Stimmbeteiligung von 35-40%. IdR kommen dann auch ganz vernünftige Resultate dabei heraus. Erst wenn die uninformierte Masse an die Urnen strömt, sind solche fragwürdigen Abstimmungsergebnisse möglich wie zB bei der Minarettinitiative…
        (Und ja, ich bin so arrogant, nur weil es die Mehrheit für richtig empfindet, muss es nicht zwangsläufig so sein, auch Mehrheiten können irren…)

        • Réda El Arbi sagt:

          Nein, aber es macht einen Teil unserer Stabilität aus. Eine politische Elite, die themenbezogen abstimmt, ist leichter zu manipulieren, als ein ganzes Volk mit all seiner Dummheit, seinen Dogmas, seinen Gefühlen. Wir werden auch keine Technokraten als Führer akzeptieren, sondern einfach weiter unsere demokratischen rechte als 0815-Bürger wahrnehmen. Das macht uns stark.

          • tststs sagt:

            „Eine politische Elite, die themenbezogen abstimmt, ist leichter zu manipulieren, als ein ganzes Volk mit all seiner Dummheit, seinen Dogmas, seinen Gefühlen.“
            Noch einmal: zeigt der Blick in die Realität nicht genau ein anderes Bild: ein ganzes Volk mit all seiner Dummheit, seinen Dogmas, seinen Gefühlen ist leichter zu manipulieren, als eine politische Elite, die themenbezogen abstimmt… ?

            • Réda El Arbi sagt:

              Nein, schauen Sie sich unsere politgeschichte der letzten 50 Jahre an. Sobald die eine Seite länger als 5 Jahre dominierte, schwangd as Pendel wieder herum. Wir haben jede Menge Normalos aus der Mitte, die sich immer als Gegengewicht zu den Extremen auswirken, egal in welche Richtung. Das würde aber bei einer homogenen Auswahl an Leuten nicht funktionieren.

          • tststs sagt:

            Ah sorry, Missverständis: es geht überhaupt nicht darum, dass diese Masse (politische Elite) homogen sei; im Gegenteil, es kommen ja auch bei tiefer, „elitärer“ Stimmbeteiligung nicht 90:10 Resultate heraus, aber idR sicher keine Gspürschmi-Fühlschmi-Klischee-ich-pinkle-dem-anderen-ans-Bein-Resultate…
            Wie Sie richtig sagen, die – in meinen Augen vernünftigen – Resultate sind immer im Kompromisbereich der Mitte zu finden, manchmal ein bisschen bürgerlicher, manchmal ein wenig liberaler, manchmal ein wenig sozialer… aber sicher niemals so Extremopositionen wie bei der Minarettabstimmung…

          • tststs sagt:

            Und dominieren tut mMn in diesem Land schon lange niemand mehr…

  • Peter Schweizzer sagt:

    Der Beitrag ist zwar gut gemeint, aber undifferenziert und einseitig. Immerhin lobenswert, dass er den Schweizer Politikern den Spiegel vorhält, gell Herr Nationalrat B.G.? Aber typisch R. El A.: Bei jedem Kritikpunkt noch einen nachlegen und auf jeden Fall das letzte Wort haben. (Ja, ich weiss, ein Blog lebt von der Diskussion, aber darum geht’s nicht, sondern um den Stil.) Schade, die Diskussion ist eigentlich zu wichtig, um auf diese Weise geführt zu werden.

  • Fürer sagt:

    Der Beitrag von Réda El Arbi spricht mir (mit Ausnahme des letzten Satzes) voll und ganz aus dem Herzen. Es ist zu hoffen, dass sich die Politiker, welche sich mit Snowden profilieren wollen, nicht durchsetzen können. Amerika verwarnen und für Abhilfe sorgen ist sicher berechtigt, auch wenn die ganze Affäre sehr an unsere seinerzeitige Fichenaffäre erinnert. Aber Snowden Asyl anbieten? Einfach dumm und lächerlich. Da würde man besser eine zusätzliche syrische Familie aufnehmen!

  • Petra sagt:

    So stelle ich mir Journalismus vor. Das aussprechen, was andere im besten Fall nur denken oder vielleicht überhaupt noch nicht mal sehen. Danke, Réda, mehr davon!

  • Hannes Müller sagt:

    Ich dachte nach dem Titel, das sei ein gescheiter Artikel, aber offensichtlich kann Reda El Arbi nicht zwischen Whistleblowing und Mobbing unterscheiden.

  • tststs sagt:

    Sorry, aber ist Snowden in Euren/Ihren Augen wirklich ein Whistleblower? Hat er etwas aufgedeckt, dass vorher unklar war?
    Dann frage ich mich ernsthaft, was die Leute denn glauben, was ein Geheimdienst macht…?!?
    Man kann sehr wohl über Geheimdienste und ihre Notwendigkeit diskutieren, aber wenn man sich solche leistet, dann sollten sie doch bitte auch ihren Job erledigen..

    • Mario Monaro sagt:

      Im Grunde war es klar: wir werden ausspioniert. Seit Echelon (ca. 2001) kann man es in Wikipedia nachlesen. Dennoch sind solche Whistleblower (oder Verräter, je nach Standpunkt) wichtig für das System, denn sie zeigen den Mächtigen, dass nichts auf Dauer geheim bleibt und man immer damit rechnen muss, sich zu verantworten. Das hemmt wohl (hoffentlich) ein bisschen und verhindert, dass Dinge total und dauerhaft aus dem Ruder laufen. Oder frei nach Kleist: Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht.

    • Carolina sagt:

      Tsts, sehe ich auch so. Und ich wundere mich auch darüber, dass hier manche die Fälle im Zürcher Sozialamt (die ja immer noch nicht völlig durchschaubar sind), die Uni-Affäre und den Fall Snowden so nonchalent abschliessend beurteilen können. Die Uni ist, jenseits aller politischen Richtungen, ein Vipernnest, in der Divenhaftigkeit und Rechthaberei und Aufmerksamkeitsgeheische eine viele grössere Rolle spielen als man gemeinhin denkt. Snowden, auch wenn ich ihn für einen Mann mit grosser Zivilcourage halte, hat eben auch so manchen seiner (ehemaligen) Leute in allergrösste Gefahr gebracht durch sein Handeln. Und hat er wirklich für so grosse Ueberraschungen gesorgt? Die Frage von Tsts ist durchaus berechtigt, meine ich.

  • d p e sagt:

    DANKE für die klaren Worte

  • Einsatz der Schweiz und sofortige Auslösung für Greenpeace-Gefangene im Reiche Putin gefordert!!!!! Dann Snowden – vielleicht!
    Alexandra weber

  • Franz Brunner sagt:

    mobbing, whistleblowing wird hier beurteilt wie fussballfans einen schiedsrichter—pfeift er für meine mannschaft (sprich ist mir der rausschmiss etc genehm), alles ok, egal wie daneben es ist (video zeigt es genau) —pfeift er für die andern (ich bin mit rausschmiss, verurteilung nicht einverstanden), dann ist der schiri ein al, egal wie richtig er lag (video zeigt es wierum genau)

  • Ike Conix sagt:

    Für einmal bin ich total mit Réda El Arbi einverstanden. Ähnliche Gedanken hatte ich schon vor über 10 Jahren, als die ganze Schweiz den Super-Mario hochjubelte (der Mann, der die Swissair retten sollte). Als man dann erfuhr, dass er bereits vor Antritt seiner Stelle Millionen einsackte und seine Bemühungen totalen Schiffbruch erlitten, wurde aus ihm der Buh-Mario. Auch Snowden hat garantiert Leichen im Keller, aber momentan will niemand etwas von ihnen wissen.

    • adam gretener sagt:

      Herr Conix, wenn Sie von irgendwelchen Leichen wissen, raus damit. Wenn nicht, haben Sie sich hier öffentlich als Heissluftföhn geoutet.

  • Claudio Morce sagt:

    Vergessen wir den Landesverräter UBS-Schredder-Meili nicht, dem es mehr als nur übel ergangen ist.

    • Marlisa B. sagt:

      Meili ist und war nie ein Landesverräter gewesen. Er hat lediglich Dokus vorm Schreddern gerettet. Diese Kontis gehörten noch lebenden den 2. Weltkrieg Ueberlebenden. Gerechte Schweizvertreter ist der Herr Meili.

    • Wenn die Schweiz Snowden Asyl gewährt, dann zeugen ihre Werte im Gegensatz jener einiger angrenzender Länder von Tiefe. Die Schweiz als Insel für unrechtmässig Verfolgte – das zeigt Charakter. Ein Land, das sich offen für Menschen zeigt, die Gutes vollbringen, kann nicht ewig den falschen Ruf haben, „rechts“ zu handeln, wenn es „rechtens“ handelt. In Anbetracht dieser erkalteten, sich an toten Statistiken ausrichtenden Welt brauchen Menschen ein Symbol der Hoffnung. Warum sollte nicht die Schweiz ein solches Symbol sein? Wenn Angst der Menschlichkeit keine Chance mehr einräumt, dann sieht es für die Zukunft unserer Kinder dunkel aus. Snowden kann die Schweiz im Umgang mit korrupten Mächten (ob Innenpolitik oder Aussenpolitik betreffend) sicherlich inspirieren. Warum sollen mutige Menschen, wie es einst Jesus, Martin Luther, Martin Luther King, Gandhi u.v.a. waren, denn heute noch ausgeliefert werden? Snowden ist vielleicht nicht der typische Heilige. Aber sind wir nicht an der Vergangenheit gewachsen? Wofür war der Glaube denn dann gut? Allein für den Hausgebrauch? Mehr Macht der Menschlichkeit! (www.ninameyer.ch)

      • Sarah sagt:

        Nur stellt sich die Frage, ob die Schweiz menschenrechtlich wirklich so sicher ist wie erhofft, s. schon Fall Barschel.

    • Hannes Müller sagt:

      Meili hat das gemacht, was viele Wächter machen: Alte Bücher klauen und verhökern. Er hat ja erst zuhause gemerkt, dass er das teuer verkaufen könnte, und versuchte zuerst auch, das zu verhökern. Die Daten in de Büchern waren dummerweise irrelevant, aber der Coup gelang mit Hilfe des Anwalts aus New York. Das war ein Theatercoup, nicht mehr.

  • Samuel sagt:

    Reda richtig so, deshalb ist liquid democracy das Ziel, wo jeder alle demokratisch relevanten Entscheidungsprozesse nachvollziehen kann. Und auch Privatinstitutionen, die die Gemeinschaft gefährden, sind zu umfassend detailierten öffentlichen Berichten ihrer Tätigkeit zu verpflichten und zur Information zu wingen.

  • Claudine sagt:

    Snowden ist wissend ein hohes persönliches Risiko eingegangen. Ritzmann dagegen ist keine Whistleblowerin, sie ist lediglich äussert ungeschickt gegen einen unliebsamen Kollegen vorgegangen. Offenbar ging ihr der Prozess der MA-Beurteilung von Mörgeli durch die Uni-Leitung nicht schnell genug und da wollte sie mit öffentlichen Druck nachhelfen. Ihre Motive sind primär egoistisch, sie ging nach ihrem eigenen Dafürhalten kein Risiko ein. Sie dachte wohl nicht, dass hier einmal die Staatsanwaltschaft ermitteln würde. Ausgesprochen naiv von Ritzmann war es, dem Journi die Zugangsdaten zur OLAT-Plattform und ihrem Uni-Email Account zu geben. Heikle Dokumente druckt man aus und kopiert sie an einem öffentlichen Fotokopierer nochmals, vernichtet den Ausdruck und gibt die Fotokopien dem Journalisten.

    • Réda El Arbi sagt:

      offensichtlich ist Mörgeli jetzt nicht mehr am Institut. Ob das ohne infos an die Presse auch so wär, wissen wir nicht.

      • Claudine sagt:

        Na, der Mann war ja aufgrund der externen Evaluation in einem MAB mit der Uni-Leitung und dort hatte man neue Zielvereinbarungen fixiert. Falls die Ziele nicht erreicht worden wären, hätte man Mörgeli unter Wahrung einer sechsmonatigen Kündigungsfrist kündigen können. Die fristlose Entlassung Mörgelis im September war eine klare Folge davon, dass Ritzmann dem Tagi- Journi Zugang zu internen Dokumente ermöglichte und Mörgeli öffentlich auf die Presseangriffe reagierte. Die fristlose Entlassung Mörgelis war ein grosser taktischer Fehler der Uni-Leitung – das wird Ihnen jeder HR-Mensch bestätigen – und wird für die Uni noch kostspielig werden, wenn Mörgeli vor Gericht geht.

      • Thomas Ernst sagt:

        Mörgeli wurde gemobbt. Reda findet das offensichtlich erfreulich.

        • Claudine sagt:

          Den Eindruck habe ich auch. Frau Ritzmann ist daher auch keine Whistleblowerin – im Gegensatz zu Wyler und Zopfi: Die „Missstände“ im Museum und ihre Behebung wurden ja bereits auf höchster Uni-Ebene zusammen mit Mörgeli diskutiert. Ritzmann hat aus purem Eigennutz und im Bestreben Mörgeli maximal zu schaden und ihn zu desavouieren gehandelt. Das wird jedes Gericht so beurteilen, um das einzusehen, braucht man Mörgeli nicht zu mögen. Dass Ritzmann jetzt ihren Vater ins Rennen schickt, zeigt, dass sie nicht über die Qualitäten verfügt, die es braucht, um ein Institut zu leiten. Ritzmann im Kontext mit Whistleblowern zu erwähnen, mutet vor diesem Hintergrund etwas eigenartig an.

          • Réda El Arbi sagt:

            Ohne den Gang zur Presse wär die ganze Angelegenheit, mit politischer Rücksichtnahme, nie an die Öffentlichkeit gekommen, sondern hinter verschlossenen Türen gemauschelt worden. Was bei einem steuerfinanzierten Institut nicht geht, sorry. Missstände öffentlich machen ist eine Leistung. Die Uni hat ja auch seither genausowenig Integrität bewiesen wie Mörgeli. Ein Trauerspiel beiderseits.

          • Hannes Müller sagt:

            Da müssten Sie noch aufzeigen, wo Mörgeli „keine Integrität bewiesen“ hat. Wer vertrauliche Daten über einen Mitarbeiter an die Presse trägt, macht sich strafbar. Frau Ritzmann war in der Machtstellung und hat das gemacht. Das ist das Gegenteil von Whistleblowing.

          • K.A. Barett sagt:

            Sehe ich auch so. Ich habe gestern Frau Ritzmann im Fernsehen als nicht unbedingt überzeugend wahrgenommen. Ich glaube wirklich auch, dass sie primär aus reinem Egoismus gehandelt hat. Sie wollte mit Mörgeli final abrechnen. Gedanken über die Folgen ihres Handelns hat sie sich offensichtlich keine gemacht. Die ganze unschöne Affäre, die ich als Aussenstehender, der natürlich nicht viel weiss, nicht als „Affäre Mörgeli“, sondern als „Affäre eklatanter Führungsschwäche“ bei der Uni selbst zu bezeichnen wage, hat einen glasharten politisch/weltanschaulichen Kern. Man kann zu Mörgeli stehen wie man will, er ist bestimmt nicht unbedingt als „pflegelleicht“ zu bezeichnen, aber ob er objektiv gesehen wirklich so schlecht ist, wie seine Gegner ihn denunziert haben, wage ich zu bezweifeln. Auch sein ehemaliger Chef, der bemerkenswerte Professor Condrau, hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Der Fall zeigt mit aller Deutlichkeit die hochgradige Verpolitisierung der öffentlich-rechtlichen Insitutionen. Ideologien sind wichtiger als sach- und zielorientiertes Handeln. Man kann jetzt einwenden, dass früher die konservativ/bürgerlichen Kräfte das Sagen hatten, heute die links/grünen, oder die „progressiven“. Ich weiss nicht, aber mir scheint das Ganze aus dem Ruder gelaufen zu sein. Wenn man am Ende des Tages nicht als Steuerzahler für die Fehler des Systems, auch für diejenigen der Universität, geradestehen müsste, könnte es einem egal sen. Rhéda El Arbi macht meiner Meinung nach einen Überlegungsfehler, wenn er die Wissenschaft als freie Wildbahn für die politisch Bewegten akzeptiert. Die Jagd auf Andersdenkende, z.B. auch auf Mörgeli, unter dem „nuklearen Schutzschild“ des Steuerzahlers, ist, objektiv gesehen, inakzeptabel.

          • Claudine sagt:

            Welche Prozesse meinen Sie? Mitarbeiterbeurteilungen und Evaluationsberichte? Im ersten Fall werden Sie den Datenschutzbeauftragten gegen sich haben, im zweiten Fall sollten Sie sich an die Evaluationsstelle der Uni wenden und sämtliche Evaluationsberichte der Institute und Fakultäten und der zentralen Dienste verlangen und veröffentlichen. Es könnte ja sein, dass etwas von öffentlichem Interesse in einem dieser zahllosen Berichte steht. Ich bin gespannt, ob die Evaluationsstelle Ihnen die Berichte aushändigt bzw. mit welcher Begründung sie dies nicht tut.

        • Claudine sagt:

          Ich denke, auch in einer öffentlichen Institution haben Mitarbeiter ein Recht auf Schutz und Wahrung ihrer Persönlichkeitsrechte. Ansonsten müsste jede nicht vollends positiv ausfallende MAB an die Medien gelangen – wenn man Ihren Gedanken konsequent fertig denkt. Das können Sie aber kaum wollen. Ergo geht es um Mörgeli als Person. Glauben Sie Jositsch oder Gutzwiler als National- resp. Ständeräte verbringen mehr Zeit in ihren Instituten als NR Mörgeli? Wohl kaum – aber der Uni kann es nur nützen, wenn sie Räte unter ihren Professoren hat. Und ja, unter den 550 Fakultätsmitgliedern der Uni und ihren Titularprofessoren dürfte es noch etliche haben, die modernen wissenschaftlichen Ansprüchen nicht wirklich genügen. Aber da geht niemand an die Medien. Im Fall Ritzmann-Mörgeli ging es wohl mehr um eine persönliche evtl. politisch motivierte Abrechnung. Ritzmann wird dadurch nicht zur mutigen Whistleblowerin.

          • Réda El Arbi sagt:

            Es geht um Vorgänge, die für die Öffentlichkeit relevant sind.

          • K.A. Barett sagt:

            @Claudine: Völlig richtig, was Sie schreiben! Es wird einfach geheuchelt, dass sich die Balken biegen. Einrichtungen des öffentlichen Rechts sind ein viel gefährlicheres Haifischbecken, als eine private Firma. Und ich glaube auch, dass sich viele Professoren, würde man sie denn durchleuchten, nicht unbedingt als „geeignet“ für ihre Funktion erweisen würden. Mörgeli war und ist natürlich das roteste aller Tücher für viele. Dieses musste auf Teufel komm raus „gebleicht“ werden, um im Bild zu bleiben. Jositsch und Gutzwiler machen auch das, was ihnen am meisten nützt. Als Parlamentarier nützen sie der Uni natürlich, nur ist das nicht messbar. Die Tatsache, dass sie wesentlich „pflegeleichter“ sind als Mörgeli, hilft ihnen persönlich und der Uni. Mörgeli ist als Charakter schwieriger, schlechter als die beiden anderen muss er nicht sein. Seine nicht vorhandene „Stromlinie“ war für seine Interessen und diejenigen der Uni schädlich.

          • Claudine sagt:

            Was genau war denn bei Mörgeli für die Öffentlichkeit so relevant, dass Sie Ritzmann den Status der Whistleblowerin zuweisen? Langweilige und verstaubt anmutende Museen gibt es an der Uni noch mehr – z.B. Anthropologisches Museum etc. Die beanstandeten nicht sachgerecht gelagerten Knochen sollen gemäss Weltwoche – keine Ahnung, ob das tatsächlich stimmt – gar nicht im Verantwortungsbereich von Mörgeli gewesen sein. Interessant wäre es zudem die Budgetaufteilung des Instituts zu sehen. Das Budget und seine Aufteilung liegt im Verantwortungsbereich des Institutleiters. Meist darben die Museumsbudget zugunsten der Forschung. Wie war das im vorliegenden Fall. Welches Budget hatte Mörgeli, um seine Museumsarbeit zu machen? Ich bin keine Freundin von Mörgeli, aber auch bei ihm gilt: in dubio pro reo.

          • Claudine sagt:

            Und noch etwas, Herr El Arbi, in Sachen öffentliches Interesse: Sie sagen also, dass Politiker und andere Personen keinerlei Anspruch auf Persönlichkeitsschutz haben und jeder mit Fug und Recht vertrauliche Daten über sie zum Wohle der Allgemeinheit an die Presse weitergeben soll – auch wenn diese Daten nichts mit deren Rollen in der Öffentlichkeit zu tun haben? Oder meinen Sie, dass Ritzmanns Verhalten gerechtfertigt sei, weil Mörgeli eine Rede für Blocher auf dem Institutsdrucker ausdruckte? Professoren sind verpflichtet Vorlesungen und Seminarien zu halten, haben sonst aber keine Anwesenheitspflicht, d.h. sie können sich ihre Arbeit frei einteilen und in ihrer Anwesenheit am Institut durchaus auch etwas nicht-akademisches tun.

            • Réda El Arbi sagt:

              Ich habe niemals von Persönlichkeitsschutz gesprochen. Aber alle Abläufe und Prozesse müssen öffentlich sein. Alles andere schafft Grundlagen für Korruption, Vetterliwirtschaft und hermetische Klüngel.

    • A. Müller sagt:

      @ Claudine: es ist nicht bewiesen, dass Frau Ritzmann die fraglichen Dokumente an die Presse geschickt hat. DIESE Frage ist noch nicht geklärt. Lediglich bewiesen ist die Weitergabe des Passwortes für die OLAT-Plarform.

      • Claudine sagt:

        Die Zugangsdaten zu OLAT und zum Uni-Emailaccount. Meist sind die beiden identisch bzw. mit letzterem erhalten Sie Zugang auf interne Dokument bei der Uni. Aber Sie haben Recht: Bis zum Gerichtsentscheid gilt die Unschuldsvermutung.

  • Edward Snownd ist ein Held der Aufklärung! Wenn es darum geht auf der richtigen Seite zu stehen, solten Sie Snowden unbedingt unterstützen. Sollten Sie konform sein, ist es egal auf welcher Seite Sie stehen.
    Sollten Sie sich den Luxus eines Gewisssens leisten, gehört Edwart Snowdn unbedingt dazu.

    • Réda El Arbi sagt:

      Aber nicht nur Snowden.

      • K.A. Barett sagt:

        @Karin Reinhard: Die Moral ist ein ungesichertes Minenfeld. Dass die Geheimdienste jeglicher Couleur nie mit der Heilsarmee verglichen werden konnten, sondern die Interessen des Staates, in dessen Diensten sie immer standen, zum ultimativen Ziel erklärt und den Zynismus zum „schnittigen Werkzeug“, dürfte unbestritten sein. Jeder bespitzelt jeden, das fängt schon bei der Nachbarschaft an, oder, wie Figura zeigt, an der Universität. Dass eine Supermacht nicht moralischer ist als die Schweiz oder Liechtenstein, liegt auf der Hand. Jede und jeder, jede Firma, jeder Staat, machen, was möglich ist, sofern ein Nutzen für sich selbst wahrscheinlich ist. Edward Snowdon macht hier keine Ausnahme. Seine Motive sind nicht klar erkennbar. Ich spekuliere: Wollte er einfach die Rolle einer Grauen Maus, die viel wusste, schlecht bezahlt und nicht wertgeschätzt wurde im Moloch NSA, nicht mehr spielen? Ich weiss es nicht, niemand weiss es. Ihn aber bereits jetzt zur Lichtgestalt hochzustilisieren, wie seinerzeit Barack Obama auf Verdacht hin mit der Verleihung des Friedensnobelpreises zum Ritter zu schlagen, ist unklug.

  • Martin Fehr sagt:

    Die beiden Mitarbeiterinnen des Sozialdepartements wurden doch vor Obergericht doch noch verurteilt, und ihr Freispruch vor Bezirksgericht damit kassiert. Da die beiden das Urteil nicht weitergezogen haben, sind sie letztinstanzlich verurteilt.
    Was mich aber vielmehr stört: Wegen dieser einen Entlassung – ob zu Recht oder nicht – wird ein solches Riesentheater veranstaltet. Haben wir schon wieder ein mediales Sommerloch? Wie müssen sich die vielen in der Privatwirtschaft Entlassenen fühlen? Für sie interessieren sich die Medien rein gar nicht.

  • Georg Keller sagt:

    Sehr guter Kommentar von Réda; stimme voll zu.

    P.S. Bitte die Uhr auf Winterzeit umstellen. Kommentare um 18.37 sind nur mit Zeitreise möglich 🙂

  • K.A. Barett sagt:

    Die Wogen gehen jetzt natürlich hoch, sehr hoch. In so gelagerten Fällen spielt natürlich die eigene Weltanschauung, die individuelle poltische Ausrichtung, immer eine Rolle. Objektivität ist schwer herzustellen, wenn es um Richtungskämpfe geht. Was genau Frau Ritzmann gamcht hat, weiss ich nicht. Tatsache ist, dass an der Uni Zürich nicht alles optimal läuft. Der „Fall Mörgeli“ hat bestehende (Führungs-) Missstände klar zutage gefördert. Prof. Dr. Fischer hat mich persönlich bereits im vergangenen Jahr bei seinen öffentlichen Statements nicht überzeugt. Nicht unproblematisch scheint mir zudem die Einmischung ausländischer Professoren in die inneren Angelegenheiten der Universität Zürich. Solidaritätsbekundungen in Ehren, aber wenn bei Novartis ein Manager entlassen wird und sich Kollegen aus Hamburg und Wien in die Entscheidung der Konzernleitung einmischen, ist das eigentlich inakzeptabel.

    • Réda El Arbi sagt:

      Naja, Novartis ist keine wissenschaftliche Institution. Wissenschaft ist global und nur der Wahrheit verpflichtet. Das nehmen doch noch einige Wissenschaftler ernst. Meist die, die sich nicht gross um politische Ämter scheren. Ausserdem gehts hier um die CH-Öffentlichkeit.

      • Thomas Ernst sagt:

        Glauben Sie das wirklich, was Sie da von der globalen, nur der Wahrheit verpflichteten Wissenschaft schwadronieren, Reda?

        Die Uni Zürich hat grad mal wieder bewiesen, wie stark der Einfluss von Politik und Seilschaften sind. Wer eine emeritierten Prof. zum Vater hat, kann sich vieles erlauben. Die gefälschten Resultate von Doktores und Professores führen immer wieder zu Entlassungen, oder, wie jetzt in Holland zu Verhaftungen.

        Was für ein Weltbild haben Sie sich da zusammengetürkt, lieber Reda?

        • Réda El Arbi sagt:

          ich spreche von den Wissenschaftler, die ich kenne. Meiner Frau zum Beispiel, die an der ETH studiert hat und von ihren Kollegen bei MaxPlanck, beim Smithsonian, auf der ganzen Welt. Ja, die nehmen die Wissenschaft sehr ernst.

  • Thomas Albrecht sagt:

    private Personen haben einen Anspruch auf Privatsphäre, private Unternehmen aber nicht? Ein Widerspruch in sich oder Reda? Wie wärs wenn man einfach verhindert, dass private Unternehmen mit ihrem Handeln die Gesellschaft gefährend können? Dazu bräuchte es Lösungsansätze. Aber sicher nicht immer die Rechte von privaten Unternehmen untergraben. Aber dazu liefert uns die Politik ebenfalls keinen Lösungsansatz. Man kann solche Sachen auch über mehr Pflichten erreichen. Aber es kann nicht sein, dass Private immer mehr Rechte in die Hand des Staates abgeben müssen. Wenn es um Bundesbetriebe geht, bin ich aber auch für völlige Transparenz. Denn diese gehören uns allen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun ja, noch weniger als Staatsinstitutionen trau ich Unternehmen zu, mit internen Fehlern, die vielleicht sogar rechtliche oder finanzielle Folgen haben könnten, ethisch umzugehen. Und für mich ist ein privates Unternehmen nicht mit einer privaten Person gleichgestellt. Nein, ist es nicht.

      • Thomas Albrecht sagt:

        Ach wenn ich mir so gewisse Initiativen und Forderungen anschaue die zur Zeit kursieren ( und ich brauch jetzt keine Partei wörtlich zu nennen), dann ist der Wunsch gewissere Ideologisten nach totaler staatlicher Kontrolle und Überwachung die diese Initiativen mit sich bringen, für mich viel angsteinflössender als diese paar privaten Unternehmen. Denn in diesem Überwachungsstaat wird es garantiert keine Transparenz geben. Hinzu kommt das gewisse dieser Initiativen der Schweiz weit mehr Schaden anrichten werden über Nacht, als diese paar Unternehmen in 100 Jahren anrichten können.

        • Réda El Arbi sagt:

          So wie die UBS, die anderen Banken und Vasella unserem Ansehen geschadet haben? Aber ich will hier keine 1:12-Diskussion. Die können Sie gerne hier führen: http://redders.wordpress.com/2013/10/24/112-initiative-ein-einfaches-beispiel/

          • Thomas Albrecht sagt:

            Es geht hier nicht um 1:12. Da ist übrigens noch viel schädlicheres in der Pipline… Es geht um das von dir genannte Vertrauen. Und das hab ich weiss Gott noch mehr in eine UBS als in unsere Staatsmacht. Die UBS ist dabei ihren Ruf und ihr Handel wieder auf einen erträglichen Nenner zu bringen. Denn die brauchen zum Überleben Kunden. Der Staat, oder besser gesagt ein paar Staatskontrollfreaks, sind dabei die Schweiz länger je mehr zu ruinieren. Dies ist auch viel einfacher, denn der Staat hat seine Geldspender immer zur Seite, er muss nur entscheiden wieviel er schröpfen will und braucht sich nicht um das Ansehen seiner Geldgeber zu kümmern. Unterschied verstanden?

            • Réda El Arbi sagt:

              Nun ja, in jedem anderen Land auf der Welt würd ich Ihnen zustimmen. In der Schweiz haben wir da aber ein klitzekleines Problem. In der Schweiz sind WIR der Staat. Wir wählen jeden Schulvorsteher in Hinterpfupfigen, jeden Parlamentarier, Stadtrat, Gemeinderat, Richter usw. Wir stimmen über Alles, wirklich ALLES ab. Also, der Staat? Das sind wir. Wer zwischen sich und dem Staat eine dieser leicht paranoiden Unterscheidungen (DER STAAT!) macht, sieht sich selbst nicht mehr als Teil der demokratischen Gemeinschaft. Direkte Demokratie verstanden? 😉

          • Thomas Albrecht sagt:

            Direkte Demokratie funktiniert aber nur wenn unsere Gewählten vor der Wahl ehrlich sind. Es bringt uns verdammt wenig, wenn unsere Gewählten nach Jahren im Amt, immer noch nicht wissen wer alles eine Autbahnvingnette bezahlt 😉 Direkte Demokratie funktiniert nur so lange, wie die Gewählten auch Ahnung vom Amt haben. Und sonst sollten sie so ehrlich sein und den Hut nehmen wenn sie schon von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Aber in Personen die weniger wissen als ich und ständig nur lügen und gleichzeitig für mein Wohl zuständig sind, kann ich auch in der Schweiz nicht vertrauen. Und dann gibts noch die, die wissen nicht mal, dass sie von Tuten und Blasen keine Ahnung haben 😉

            • Réda El Arbi sagt:

              Ja, aber wir sind dafür verantwortlich, wer gewählt wird, oder? Wir können sie auch wieder abwählen. Und meist sind sie quer durch alle Parteien vertreten und sie sind aus dem Volk, die wenigsten sind Fachleute. Ich persönlich find das nicht unbedingt schlecht. Das Schweizer Politsystem ist nicht perfekt, aber es ist noch immer die beste aller schlechten Lösungen, die ich kenne. Sobald wir den perfekten Menschen gefunden haben, können wir auch den perfekten Politiker einsetzen. 😀

  • Cedric Gehrer sagt:

    Zu den zwei Frauen aus dem Sozialdepartement, die alle (auch El Arbi offenbar) super sympathisch finden: Die Position des Gerichts war nicht, Whistleblowing sei nie zu rechtfertigen. Die Position war, dass beiden Damen zuerst andere Wege hätten gehen müssen, anstatt das Amtsgeheimnis zu verletzen und mit der WW zu plappern. Man hätte in der Hierarchie hoch gehen können. Das Gericht hat konkrete Wege genannt. Aber die Weltwoche bietet sich halt immer an als Abfallkübel für Insidertipps, die den Rechtsaussen in unserem Land zuspielen…

    • Réda El Arbi sagt:

      Ja, das Problem ist das Vertrauen in die anderen Wege, sprich, in die Institution. Das war nicht mehr gegeben. Und offenbar zu Recht, wie das Gerichtsurteil beweist.

      • Stefan Altstuhl sagt:

        Die Frage wer in diesen Institutionen herrscht, stellen wir jetzt lieber nich Reda. Sonst müsstest du noch eingestehen, dass man den Lieben Netten und Guten nicht mehr vertrauen kann 😉

        • Réda El Arbi sagt:

          Ich glaube nicht, dass das was mit politischer Ausrichtung zu tun hat. Sieht man sich die Skandale an, auch wenn man nur bis zum Fichenskandal zurückgeht, sieht man, dass Macht und verkrustete Strukturen alle politischen Lager korrumpieren. Egal ob links oder rechts. Das tut aber den Ideen der jeweiligen Parteien keinen Abbruch.

  • Bernd Zocher sagt:

    Recht haben Sie, Herr El Arbi; zwar haben die beiden Damen vor Gericht recht bekommen, aber genutzt hat es ihnen weiterhin nicht. Ihre soziale Schicht, aus der sie stammten, hat sie ausgespuckt wie ein paar Olivenkerne. Ihren Job haben sie verloren,keiner stellt sie ein. Darüber darf man sich empören (sollte man sich auch als Linker).

  • Peter Steiner sagt:

    Toller Text, gut geschrieben und wiederspiegelt auch meine Meinung.

  • Ascar le Rouge sagt:

    Geheimdienste sind nicht nur in digitalisierten Gesellschaften undemokratisch, sie sind es überhaupt immer.

  • Lucie Michel sagt:

    Aber………..ZOPFI und WYLER…..waren Landesverräterinnen,solche darf man, oder muss man polizeilich aus ihrem Job entfernen, da sie Linken auf die Füsschen getreten sind.
    Und der gesamte Mainstream und sämtlich Gutmenschen-Bünzlis applaudierten.
    Nun fordern dieselben Guten und Linken…..dem Kriminellen Ami Asyl nach zu werfen.
    Wirklich ein peinliches Völkchen

  • Christian Cortesi sagt:

    Ich reibe mir die Hände und warte auf das Spiegelgefecht. St. Galler sind da ein laues Lüftchen.

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