One Night in Zürich: Schäfli

Die Tür zum Nachbarzimmer.

Die Tür zum Nachbarzimmer.

In unserer Serie über Zürcher Hotels besuchen wir diese Woche eines der berühmt-berüchtigtsten Häuser der Stadt. In den Neunzigern war das Hotel Schäfli im Niederdorf als Dealer- und Junkieabsteige bekannt, quasi als Filiale der Drogenszene am Letten. Unser Autor El Arbi wollte wissen, ob sich daran etwas geändert hat. Hier seine Zeugenaussage:

Das letzte Mal als ich mit dem Hotel Schäfli zu tun hatte, war Mitte der 90er. Damals gabs dort regelmässige Razzien und ab und an einen Drogentoten. Drogensüchtige und Kleindealer auf Durchreise stiegen für einige Nächte ab, bis ihnen Geld oder Dope ausgingen. Nun, ich war gespannt, was mich erwartete.

Ich checke gegen 21 Uhr ein, und das Haus scheint bis auf ein Doppelzimmer ausgebucht. «Der Schlüssel zu 43 fehlt» ruft die freundliche junge Dame ihrem Chef in der angrenzenden Bar zu. «Ich geb ihm das Doppelzimmer.» Sie handelt den Chef um zehn Franken für mich runter und zwinkert mir zu. «Essen gibts billig im Mac Donalds, und bis Neun hat der Migros offen». Dann drückt sie mir einen Schlüssel und einen Zettel mit der Türkombination in die Hand und meint, ich könne also jederzeit nachts kommen, es werde nicht kontrolliert. Wahrscheinlich werde ich mit Vierzig und einem regelmässigen Einkommen zu den Freiern unter den Gästen gezählt. Für einen Drogensüchtigen seh ich inzwischen einfach zu gesund aus. «Dusche ist eine Treppe höher, WC gleich links neben der Treppe» ruft sie mir nach. Also hundert Franken für ein Zimmer ohne Bad und WC.

Das Zimmer

Sicht aus dem Fenster, mitten ins Niederdorf.

Sicht aus dem Fenster, mitten ins Niederdorf.

Ich steige durch das verwinkelte Altstadthaus bis zu meinem Zimmer in der dritten Etage, vorbei an einem jungen Pärchen, das sich im Treppenhaus halblaut ankeift. Ich öffne die Tür zu meinem Zimmer und kann den Lesern nur versichern, dass sie froh sein sollten, dass im Web noch keine Gerüche weitergegeben werden können. Der kleine Raum stinkt nach Alkohol. Nicht nach Bier oder Vodka, sondern nach Alkohol, der seinen Weg bereits durch ein Verdauungssystem gefunden hatte und wieder ausgedünstet wurde. Es ist, als ob hier Jahrzehnte lang ein Alkoholiker gelebt hätte. Zum Glück steht da ein Aschenbecher (ist das eigentlich noch erlaubt?) und das Fenster geht auf. Die Aussicht direkt ins Leben von Niederdörfli stimmt mich für den Augenblick versöhnlich. Die Bettwäsche sieht aus wie aus einer Kinderzimmereinrichtung – aus der Rotkreuz-Textilsammlung natürlich.

Für hundert Franken pro Nacht: Das Zimmer

Für hundert Franken pro Nacht: Das Zimmer

Ich zünde mir in einem Hotelzimmer eine Zigarette an. Es hat sicher seine Gründe, dass hier Aschenbecher stehen. Wenn ich mir die Brandlöcher im Teppich anschaue, wundere ich mich, dass das Haus nicht schon auf die Grundmauern niedergebrannt ist. Vor meinem geistigen Auge zieht das Bild eines Junkies im nächsten Zimmer vorbei, der mit Speichelfaden im Mundwinkel, halboffenen Augen und einer Zigi in der Hand einschläft. Ich schüttle das Bild ab und gehe runter in die Bar.

Der Tatort 

Auf dem Weg fällt mein Blick auf die Tür des Nachbarzimmers. «Polizei: Spurensicherung» informiert mich ein Plastiksiegel an der Tür. Offenbar muss ich mir keine Sorgen um den Junkie im Nebenzimmer mehr machen.

Ich setze mich an die Bar und unterhalte mich ein wenig mit der Barmaid. Nach einiger Zeit gesellt sich der Hotelbesitzer dazu und bringt mich in Verlegenheit. Er weiss ja nicht, dass ich als Blogger unterwegs bin. Und er ist nett. Ein lieber Kerl, der keiner Küchenschabe was zuleide tun kann. Jemand, der sich rührend um sein Personal kümmert und der betrübt ist, wie die grossen Ladenketten das Dörfli kommerzialisieren.

Er klärt mich mit etwas Stolz in der Stimme auf, dass es pro Kopf im Kreis 1 mehr Überfälle und Einbrüche gibt als etwa im Kreis 4 oder 5. «Man bricht doch nicht in eine Künstler-WG ein oder überfällt einen Studenten. Hier im Kreis 1 leben die Leute mit Geld. Und hier sind auch die Leute, die es klauen wollen.» Hört sich für mich logisch an. Er bezahlt mein Getränk und widmet sich seinen Stammgästen. Ich plaudere noch ein wenig mit der Dame hinter der Bar, die mir erzählt, dass sie gerne hier arbeitet, weil das Klientel nicht so «steril» ist. Niemand verliert ein Wort über den polizeilich abgesperrten Tatort oben im dritten Stock. Anscheinend ist das nicht aussergewöhnlich.

Die Nacht

Ganz herzig. Die Seife aus den 60ern

Ganz herzig. Die Seife aus den 60ern.

Ich begebe mich wieder aufs Zimmer, suche nach der Fernbedienung für den Fernseher, der offenbar noch aus der Zeit vor den 80er-Unruhen stammt. Nach zehn Minuten geb ichs auf. Ich verzichte auch auf die Benützung der Dusche, obwohl die zwei kleinen Seifen eigentlich recht herzig sind. Angezogen lege ich mich aufs Bett und versuche, nicht den Duft des Kissens in die Nase zu bekommen. Ich vermeide auch den Kontakt nackter Haut mit dem Bettzeug. Ich bin sonst nicht besonders empfindlich, aber ich denke mir, Vorsicht ist besser als Hautausschlag.

Ich schlafe nicht viel, höre aber den anderen Gästen  zu, die offenbar die ganze Nacht aktiv sind. Zwischendurch vertreibe ich mir die Zeit damit, mir vorzustellen, was im Nebenzimmer wohl vorgefallen ist.  Irgendein Splattermassaker mit blutverspritzten Wänden? Ein Beziehungsdrama, indem sie ihn im Schlaf erstochen hat? Aber wahrscheinlich wars die übliche Überdosis. Obwohl, wird bei einer Überdosis danach der Tatort abgesperrt? Egal, ich fühl mich wie in einem dieser Horror-Motels aus einem Hollywoodfilm.

Die Sonne geht auf, und inzwischen ist es so ruhig, als ob sich die anderen Gäste, Vampiren gleich, bei Tageslicht in ihre Gruft zurückziehen müssten. Ich schnappe mir meine Tasche, verlasse das Haus und stehe wieder mitten im sauber gepflegten Dörfli in  einer sauber gepflegten Stadt.

Fazit: Selbst im Vollsuff ist es angenehmer, sich von der Polizei verhaften und in eine Ausnüchterungszelle stecken zu lassen. Der einzige Grund, im Schäfli zu übernachten, ist, um danach wieder dankbar für das eigene, langweilige Leben zu sein.

76 Kommentare zu «One Night in Zürich: Schäfli»

  • brimnorium sagt:

    der grund warum das hotel ausgebucht ist liegt ist ganz einfach; der besitzer hatt einen vertrag mit dem sozialamt. selbiges quartiert dort für teures Steuer-geld, sozialhilfeempfänger ein !!!

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun ja, ich würde auch ncht gratis da leben wollen. Nicht mal, wenn ich Geld dafür kriegte. Ausserdem ist der monatliche Aufenthalt eines Sozialhilfemepängers im Schäfli billiger als die durchschnittliche Zürcher 1-Zimmerwohnung.

  • KMS a PR sagt:

    das schäfli ist cool. wenn man glück hat, findet man unter der matratze pistolen, koks und sexheftli. unbedingt hingehen.

  • Ruedi Brun sagt:

    Und nicht ein Wort darüber, weshalb das Schäfli ständig „ausgebucht“ ist.
    Aber ein bisschen Junkieromantik tippt sich halt schneller, als fünf Minuten Recherche.

    • Réda El Arbi sagt:

      Doch, ich weiss, wieso das Schäfli meistens ausgebucht ist. Es gibt für diese Klientel kaum andere Möglichkeiten, in der Stadt unkompliziert und schnell unterzukommen. Ab und an verirrt sich ein Tourist ins Hotel, und dann gibts noch den Strich eine Strasse weiter und den freien Zugang nachts. Und das hat überhaupt nichts mit Romantik zu tun. Das ist eine ziemlich erbärmliche Art zu leben, aber selbst Junkies brauchen ein Dach über dem Kopf.

      • Ruedi Brun sagt:

        Nein, die meisten Bewohner dieses Hauses sind Langzeitgäste und werden von der Stadt Zürich im Schäfli untergebracht. Es gibt und gab ja mehrere solcher „Hotels“ auf städtischem Gebiet.

        • Réda El Arbi sagt:

          Sag ich doch. Es gibt nicht viele Möglichkeiten für sozial Randständige billig und unkompliziert unterzukommen. Trotzdem ist es noch immer ein Hotel.

          • Ruedi Brun sagt:

            Nicht falsch verstehen, mich stört die Praxis der Stadt auch nicht, das Schafli als Sozialwohnheim zu „betreiben“, aber erwähnenswert in einem Bericht über jenes Haus ist dies allemal.
            Kenne aber diverse Nachbaren (wohne in unmittelbarer Nachbarschaft des Schäflis), welche sich über diese Praxis ärgern, dass quasi die Mieten der von Ihnen genannten „sozial Randständigen“ mittels Steuern begleichen, aber als Gegenleistung keinerlei soziale Begleitung der Personen stattfindet (wie in andern Sozialeinrichtungen der Stadt üblich).

            • Réda El Arbi sagt:

              Jep, das ist ein punkt. Meist wird Methadon abgegeben, monatlich ein Gespräch mit einem Psychologen und damit hats sichs dann.

  • Nick Bruggmann sagt:

    Guter Beitrag, guter Journi – umso mehr, wenn er Lebenserfahrung mitbringt. Punkt.

  • Karl sagt:

    100 CHF pro Nacht für so eine Absteige? Gaats no? Habe kürzlich in Berlin für 100 Euro mit Frühstück in einem 4 Stern Hotel übernachtet.

  • Daniel sagt:

    Guter Artikel, danke! 🙂 Aber, ich hoffe mal ganz fest dass keiner mit der Zigi einschläft da drin… Das Zimmerleuten war kein Spass.

  • kurt abächerli sagt:

    der autor ist ja so ein wilder hund. war er auch einmal im leben. aber nur ganz kurz und in kleidern und hatte auch etwas angst. und die kommentare hier. wohlstandsdegeneration at its best…

    • Réda El Arbi sagt:

      Wenn Sie die Kommentare wirklich gelesen hätten, wüssten Sie, dass ich wohl nahe genug an diesem Leben war. Und das es total Scheisse ist, so leben zu müssen. Wer sowas für geil hält, sollte mal ein Jahr lang so leben.

  • Claudia sagt:

    bitte obigen Eintrag wieder löschen. hab mich vor lauter Krise verguckt. danke.

    • Maiko Laugun sagt:

      @Claudia: Unter Männern sagt man: „Ein Gentleman löscht keinen Kommentar“. Aber Sie sind ja eine Frau 🙂 P.S. Siehe Antwort weiter oben….

  • AnnaSofia sagt:

    Die ähnlichen Erfahrungen hatte ich Mal im ZicZac Rock Hotel gemacht – ich verstehe heute noch nicht warum ich das Hotel gewählt hatte, vielleicht wegen dem Preis, 60 Fr: Am liebsten wäre ich mit den Kleidern ins Bett. Auf der Toilette traute ich mich nicht – ich ging zu McDonalds, geschweige dann in die Dusche.Katzenwäsche am Lavabo im Zimmer musste reichen. Lauter komische Typen im Gesellschaftsraum : Ausländer die unglaubliche Geschäfte in Zürich laut am Skype besprachen, auch mehrere Sozialfälle die die Zürcher Behörden dort platziert hatten. Hu!

  • Jonathan sagt:

    Zumachen den Laden, grundreinigen und einen echt szenigen Club rein, aber betrieben von wirklich kreativem Volk. Aufgrund der Architektur würde sowas wie der „Salon zur wilden Renate“ in Berlin reinpassen.

  • Claudia sagt:

    PFARRER SIEBER. Ich finde keine Worte. Können Worte den Wert seiner Arbeit überhaupt ausdrücken?

    • Maiko Laugun sagt:

      Pfarrer Sieber ist schon längst eine Marionette und wird nur noch ausgenützt. Nicht umsonst gab es ein Chaos um die Spendengelder. Ein jeder hat sich einfach bedient. Sobald er mal nicht mehr ist, dann wird sein eigentlich gut gemeintes Werk verschwinden. Zurück bleibt ein finanzielles Chaos. Die Probleme als solches hat auch Sieber nicht gelöst. Ein bisschen weit ist er auch ein Selbstdarsteller. Es macht auch den Eindruck, als ob er schon seit langem an Alterssenilität leidet und deshalb erst recht ausgenutzt wird. Auch wenn er selbst aus Nächstenliebe agieren sollte, so ist bei allen Hilfswerken immer auch ein Eigeninteresse vorhanden.

      • Claudia sagt:

        Pfarrer Sieber ist ein Herzensmensch! Er ist kein Firmenmanager und Bürokratie ist wahrscheinlich nicht unbedingt seine Stärke. Haben Sie bereits einmal etwas auf die Beine gestellt? Wissen Sie überhaupt, wie viel das braucht? Wie schwierig das ist? Wie mühsam das sein kann? Ich weiss nicht, woher Sie Ihre Informationen haben und ob diese Informationen überhaupt stimmen, da ich selber über die Organisation dieser Hilfswerke nicht informiert bin. Ich kann diesbezüglich nicht Stellung nehmen. Ich habe aber die Kraft von Pfarrer Siebers Arbeit auf Herzensebene erlebt. Ich war an einem Vortrag. Der Redner war ein ehemaliger Junkie, hat das Thema Sucht erklärt und eine Lösung aufgezeigt. Analytisch, verständlich, logisch und vor allem wirksam. Der Redner hatte in seinem Leben ein Erlebnis mit Pfarrer Sieber. Ich verzichte, dies hier zu schildern, obwohl es eigentlich tausendmal wert wäre. Es ist das Erlebnis des Redners. An diesem Vortrag habe ich eine Frage bezüglich Sucht gestellt, der Redner hat dann mit mir gemeinsam eine Oase auf Herzensebene kreiert und ich habe erlebt, was es heisst, frei zu sein. Dieser Redner ist als Heiler unterwegs. Pfarrer Sieber hat vielleicht ein unschätzbares Hilfswerk auf die Beine eingestellt, vor allem aber ist er als Heiler unterwegs. Ich kenne nur Beschreibungen von harten Drogen. Es braucht viel Power gegen die Macht der harten Drogen zu gewinnen. Noch etwas. Sie erwähnen, Pfarrer Sieber, sei ein Selbstdarsteller. Kann man ihm dazu nicht gratulieren? Es ist ein Gewinn, sich selber zu sein und dies auch zu zeigen. Hier in der ach so bescheidenen Schweiz wird das aber sehr schnell kritisch angeschaut. Da dürfen wir Schweizer die Amerikaner als Beispiel. Die zeigen sich. Ich hoffe, dass die kommenden Generationen diesbezüglich mehr Power zeigen. Ich bin guter Hoffnung. Hab grad gestern und heute wieder über die Kraft, die Kinder leben, gestaunt.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Claudia: Die Stadt Zürich hat mit Massnahmen wie ‚Begleitetes Wohnen‘, ‚Methadon-Abgabe an Süchtige‘ etc. etc. weit mehr für eine grosse Anzahl an Randständigen gemacht als Pfarrer Sieber mit seinem Pfuus-Bus für ein paar einzelne Nasen. Über das Finanz-Chaos können Sie gerne online recherchieren. Es gibt keine Heiler. Solche und Hellseher bezeichnet man gemeinläufig als Scharlatane und sie stehen im krassen Widerspruch zur christlichen Kirche, welche einem uralten, von Menschen geschaffenem Glauben und einem nicht existierenden Gott nachbetet, mit irdischen Vertretern in Form von Selbstdarstellern wie ein Pfarrer Sieber.
          Aber falls der Pfuus-Bus als Hotel gilt, können wir hier vielleicht auch noch einen Beitrag darüber lesen 🙂

          • Claudia sagt:

            @M.L.: Ich bekomme die Krise! Sie vergleichen die Ergebnisse der Stadt Zürich mit den Ergebnissen von Pfarrer Sieber???????? Sie vergleichen die Ergebnisse einer Regierung eines sehr reichen Kantons mit den Ergebnissen einer Einzelperson??????? Weiterer Kommentar ist hier überflüssig.
            Noch was: Ich erzähle hier von einer eigenen erfahrenen Heilung und sie sagen, es gebe keine Heiler? Das ist ihre Ansicht. Ich bin sehr froh, dass ich eine andere Ansicht habe.

          • Claudia sagt:

            oh, und auf einmal sind die Höflichkeitspronomen klein?! kein Wunder… nein, sorry, ich möchte nicht allzu frech sein, aber beschränkte Sichtweisen können mich einfach enervieren.

          • Maiko Laugun sagt:

            Krisen sind ein vorübergehendes Ereignis und gehen im Normalfalle auch wieder vorbei. Die Betonung liegt bei Normal.

          • Claudia sagt:

            „Ick pin Roooby ter Rrropoterrrr unt pin immmer ganzganzganz norrrrmmmmmmmalll“

          • Maiko Laugun sagt:

            @Claudia: Roboter glauben nicht an Heiler.

  • Marius sagt:

    Naja immer ausgebucht. 100 CHF für eine billige und dreckige Absteige. Die machen sicher genug Geld. Trotzdem am Schluss ist es wohl gut, gibt es auch im Zentrum mal so etwas. Solange dies nicht die Regel wird. Tolle Reportage jedenfalls.

    • Adam Gretener sagt:

      Finde ich auch etwas viel. Geheimtipp für Gestrandete, die Jugi in Wollishofen. Aber Vorsicht. Die Polizei kontrolliert jede Nacht die Angaben und wenn Sie eine SBB-Busse nicht gleich bezahlt haben, werden Sie da in Handschellen abgeholt. Theoretisch…

  • Adam Gretener sagt:

    Ooooooder, schauen Sie einfach Trainspotting.

    • Birgit sagt:

      Danke, kenn ich. Da Reda nun bereits zum x-ten Mal sein auf sein ehemaliges Junkie-Dasein verweist und auch in regelmässigen Abständen mit diesem Teil seiner Vergangenheit kokettiert, habe ich gedacht, es gibt vielleicht auch mal die nicht so nüchternen Tatsachen dazu.

      • Adam Gretener sagt:

        Birgit: Und darum denken Sie, dass Sie hier wie ein Trampel sehr private Dinge öffentlich von einem Redaktor einfordern können, ja?

      • Daniel Zollinger sagt:

        @Birgit: Oder noch besser, erzählen Sie doch mal von Ihren Problemen. Ich denke mal das Sie einige haben, so wie Sie daher schreiben!

        • Miguel sagt:

          ähm sorry.. da muss ich Birgit recht geben! Ich fände das wäre mal eine nützliche Bloggeschichte. Der Obernarzist Arbi muss ja wirklich zum x-ten mal in seinen Blogs auf seine Heroinjunkiezeit hinweisen. Dann finde ich die Frage von Birgit nur legitim! Wäre vielleicht auch eine Art Aufklärungs / Anti Drogen „Erfolgs“ Bloggeschichte. Aber hey, natürlich darf Herr Arbi auch über snächschte Käfeli ide BEiz soundso schreiben.

          • Réda El Arbi sagt:

            Lieber Miguel, wenn ich für ein Automagazin schreiben würde und früher mal Mechaniker gewesen wär, würde sich niemand darüber aufregen, wenn ich das erwähne. Ich schreibe aber in einem Blog über die Stadt Zürich und war mal Teil der Lettenszene und vorher der Platzspitzszene. Nun, das ist mein Leben. Ich gebe hier ab und an etwas aus meinem Leben preis, vor Allem wenn es mich geprägt hat und mit der aktuellen Geschichte verbunden ist.

            Wenn Du was draüber wissen willst, wie man sich aus einer Sucht befreit, kannst du mir gerne privat schreiben. Vielleicht habe ich einige Tipps. Wenn du das zur puren Unterhaltung daran aufgötzen willst, solltest du dir Hilfe suchen.

  • Irene feldmann sagt:

    Grauenhafte Absteige…ich bewundere ihr Durchhaltevermögen…..aber wenigstens waren die dort arbeitenden nett…:)

  • thomas sagt:

    @birgit
    ihr kommentar ist komplett deplaziert und frei von jedem sinn, falls sie das wirklich interessiert dann geben sie sich doch die muehe, stellen den kontakt zu hr. el arbi her und parlieren mit ihm direkt anstelle der plazierung von solchen peinlichen kommentaren.

  • Réda El Arbi sagt:

    Tja, das ist hier aber nicht der Platz für solche Geschichten.

  • Viktor sagt:

    Danke, Réda, für den lustigen Bericht 🙂

  • Heinz Rub sagt:

    Witziger Bericht, macht Spass, die ganze Hotelserie ist spannend, sowie die Kommentare…

  • Marcel Claudio sagt:

    Reda – was sind das wieder für Klischees??? – ein Gassenjunkie investiert seinen letzten Hunderter mit 99% Sicherheit nicht ins Hotel Schäfli sondern in Sugar und schläft dann irgendwo – und ein Edeljunkie nimmt sich eine bessere Absteige.
    .
    Etwas mehr verdeckte Recherche über die anderen Gäste hätten diesem Stadtblog noch etwas mehr Fleisch an den Knochen gegeben.
    .
    Wer zahlt Fr. 100.– für eine solche miese Absteige – ausser ein Undercover-Journi? Vermutlich ist das Schäfli das Hotel mit dem schlechtesten Preis-Leistungs-Verhältnis in Zürich – das schwarze Schaf von Zürich Tourismus sozusagen.

    Da hätte ich mehr Frontjournalismus erwartet – hättest mit den anderen Gästen noch mittrinken müssen, das gehört zu Deinem Job – da hättest sicher noch den einen oder anderen triebgesteuerten Beweggrund oder marianengrabentiefe Schicksale mitbekommen.
    Jetzt kommt mir gerade wieder in den Sinn – Du trinkst ja keinen Alkohol — Dein grosses Handicap für solche Milieurecherchen 😉

    Habe jetzt doch mal im Tripadvisor nachgeguckt – und da gibt ein amerikanischer Geschäftsmann mit Krawatte – Eden Prairie aus Minnesota – dem Schäfli doch tatsächlich 3 Punkte!!! „Really small room, but reasonable, friendly service and great location“ – der muss wohl gut angetrunken gewesen sein – man kann sich scheinbar auch Hotelzimmer schöntrinken.

    Und Billy Van aus Amsterdam meint: Schafli is a „bench-mark“; if you have a choice between Schafli or a park bench, go for the latter. It’ll be cleaner – cos it couldn’t be dirtier…

    • Réda El Arbi sagt:

      Naja, als ich noch Heroinkonsument war, damals in den 90ern, haben verschiedene Pärchen, die ich kenne, da gelebt. Meist Kleindealer und selbst Konsumenten. Und ich kann wirklich einen Junkie von einem Mittelstandsgeschäftsmann unterscheiden. Noch heute sind unter den anderen Gästen Drogenkonsumenten, Prostituierte und Leute, die kurzfrsitig kein anderes Hotel mehr gefunden haben.

      • Marcel Claudio sagt:

        Aber wir haben mittlerweile 2013…in den 90er gab es auch noch den Platzspitz und dann den Letten — ich habe 1980 mal kurz in einer Junkie WG gelebt…ich fand Heroin zum Glück immer buchstäblich zum kotzen, kannte aber rund ein Dutzend Kumpels von damals, die es unter die Erde gebracht hat.
        Und heute ist es ja mittlerweile eine Loserdroge – da sind mehr Coci und Designerdrogen en Vogue.
        .
        PS Tipp: Mach doch in Zukunft bei solchen Milieurecherchen auf Ex-Alki und bestellst ein Clausthaler – das kennt die Säufergemeinschaft und mit Clausthaler wirkst dann trotzdem glaubwürdig – im Gegensatz zu einem Kamillentee 🙂

        • Réda El Arbi sagt:

          Naja, in meinen Augen sind alle Drogen Loserdrogen. Wer irgendwelche Stimulanzien braucht, hat noch nicht begriffen, wie geil das Leben eigentlich ist. Einfach so 🙂 Und nein, ich mache mir keine Sorgen um die Glaubwürdigkeit. 🙂

          • Marcel Claudio sagt:

            Na ja – die fraktalen Bewusstseinzustände auf LSD sind schon eine andere Dimension des Seins – auch wenn es schon 25 Jahre her ist mit den paar LSD Experimenten – das war eine absolute Lifetime-Erfahrung – da bin ich heute noch froh, habe ich das mal ausprobiert!

            • Réda El Arbi sagt:

              Nun ja, auf LSD versteht man das Universum. Und wenn man wieder unten ist, weiss man, dass man mal das Universum verstanden hat. Wirklich. Man kann sich nur nicht mehr erinnern, wie’s genau funktioniert.

          • Marcel Claudio sagt:

            Dann scheinst Du halt ein schlechtes Gedächtnis zu haben — ich mag mich auch 10’000 Tage später noch daran erinnern – eben ein Lifetimeerlebnis!

          • Adam Gretener sagt:

            LSD? Da musste ich früher immer Fragen, wo denn überhaupt der Ausgang aus dem Club sei. Stimmt schon, das Schäfli war Heroin, das Otter eher für die Goggi-Zombies.

          • Marcel Claudio sagt:

            Gretener: LSD im Club??? Das ist ja wie Hamburger mit Fritten und Cola im Gault Millaut Restaurant zu bestellen…völlig daneben…da muss man raus in die Natur!

          • Marcel Claudio sagt:

            Reda: So sektiererisch musst Du jetzt auch nicht wieder tun ä propos Substanzen und wie geil das Leben ohne ist usw….sind das noch die Nach- und Nebenwirkungen von Deinem ICF Besuch – haben sie Dir irgendwie doch den Aermel zumindest ein bisschen reingezogen???? — Immerhin bist doch immer noch stark nikotinsüchtig, oder? – einer der stärksten Süchte überhaupt und dann gibt es ja auch noch anderes – im siehe Tagi Wissensteil: Guetsli!!!

            http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Schlimmer-als-Kokain/story/26605611

            Leben und leben lassen…

          • Adam Gretener sagt:

            Marcel: Na ja, damals war die freie Natur nicht so mein Habitat. Ich fühle mich eher der Zentralstrasse 150 zugehörig, wenn Sie wissen was ich meine.

          • tina sagt:

            kafi gehört doch auch zu den stimulanzien. auch wenns mit viel milch ist. milch gehört zu den babynahrungsmitteln. und nikotin. droge! stimulanzien! und schoggi. und sport bis die endorphine sprudeln.

            • Réda El Arbi sagt:

              Tja, wenn Sie nicht zwischen bewusstseinsverändernden Substanzen und anderen Sachen unterscheiden können^, bin nicht ich der, der das Problem hat 🙂

          • tina sagt:

            von bewusstseinsverändernd stand zwar nichts, aber wenn mein kafi am morgen nicht bewusstseinsverändern wäre, würde ich ihn nicht trinken

          • tina sagt:

            …abgesehen davon dass ich bewusstseinsveränderung für erstrebenswert halte, und nicht für ein problem

          • Adam Gretener sagt:

            El Arbi: Evtl. gibt das Rückenmark oder so noch seine letzten Reserven des Dopes frei und Sie merken es gar nicht. Aber hey, besser ein ein etwas pingeliger Ex-Süchtiger der diesen Blog schreibt, als ein HSG-Abgänger der uns vom Terrasse schreibt.

      • Maiko Laugun sagt:

        Zum Glück konnte ich damals (80/90er) immer die Finger davon lassen und mich von gewissen Freunden trennen. Mindestens 4 von denen (3 ehemalige Schulkameraden) liegen schon über 20 Jahre unter der Erde. Angefangen hatte es bei denen an der „Riviera“ mit etwas Haschisch, dann LSD und bevor sie später an Heroin krepierten, haben sie bei den eigenen Eltern in die Wohnung eingebrochen. Das „Schäfli“ war bekannt als Absteige, u.a. auch für Konsumenten aus den umliegenden Ländern die sich in Zürich eindeckten. Eine ähnliche Kategorie war das Hotel Rothuus an der Ecke Lang-/Sihlhallenstrasse. Und bevor ich es vergesse: Man kann jedem nur gratulieren, der von diesem Zeugs wegkam!

    • Peter Panther sagt:

      @Marcel Claudio: Sie scheinen aber wirklich nicht die geringste Ahnung zu haben vom Schäfli und anderen Abstiegen in der Stadt. Ich bin nicht immer mit REA einverstanden, aber was er in diesem Artikel beschreibt – stimmt ganz genau!!! Habe selber fast vor 20 Jahren in diesem Hotel 1.5 Monate lang (nur so lang konnte ich aushalten) gearbeitet und geändert hat sich seit dem NICHTS, aber wirklich NICHTS!!! Damals hatten einheimische und osteuropäische Nutten aus dem Cabaret der Besitzerfamilie (befindet sich nicht weit vom Hotel entfernt) mit ihren Freiern das Hotel immer wieder aufgesucht und regelmässig im Treppenhaus uriniert!!! Über die anderen haarsträubenden Dinge mag ich gar nicht zu berichten!!! Diese Abstiege ist eine grosse Schande für so eine Stadt wie Zürich!!!
      Ich würde Marcel Claudio empfehlen selber einmal dort zu übernachten und danach der Community über seine Erfahrungen ein Rapport zu schreiben!!! Viel Spass!!!

      • Marcel Claudio sagt:

        Panter: Das glaube ich Ihnen alles gerne — aber eben vor 20 Jahren – da war ganz Zürich noch von Heroinzombies verseucht – dass das Sexgewerbe / Freier / und auch ab und zu noch Drogenabhängige dort übernachten, stelle ich nicht in Abrede.
        .
        Ich habe in Amsterdam, Sao Paolo, London, Bombay, Kalkutta, Bangkok, Djakarta usw auch schon in so Absteigen übernachtet – mit Drogensüchtigen, Nutten, Alkis, Kleinkriminellen etc – das volle Programm halt – nur in Zürich tue ich mir das nicht freiwillig an – werde ja auch nicht bezahlt dafür wie der Reda, der seine Spesenrechnung dem Tagi einreichen kann und noch zusätzlich Lohn für so Experimente bekommt.

        Eine Freundin von mir war mal Receptionistin im Hotel Otter — von dem her weiss ich mehr als genug!

        • Adam Gretener sagt:

          Marcel: Oh, die kenne ich. damals so langsam aber sicher gege 45 und dunkle Haare? Bin heute noch mit einer Barfrau aus der Wüste befreundet. Die Gastro-Parties sind mir unvergessen.

          • Marcel Claudio sagt:

            Adam: Nein die arbeitet nicht mehr dort – das war so um 1987 rum und nachher ist sie glaub auch auf Heroin abgestürzt – kein Wunder in dem Umfeld…seither habe ich den Kontakt verloren…

        • Adam Gretener sagt:

          Marcel: So alt bin ich noch nicht. Das war eher Ende 90er. Aber egal, der Lift war auch für eine Person schon ziemlich eng.

  • David P sagt:

    Heisst das eigentlich „der Migros“ oder „die Migros“? (Bin kein Schweizer, habe bis jetzt immer gedacht, man sagt „die Migros“)

    • Réda El Arbi sagt:

      Nach korrektem Deutsch wärs „die Migros“, aber man findet in verschiedenen Versionen des Schweizerdeutsch auch „dä Migros“

      • Paul sagt:

        Da es eine Genossenschaft ist, wäre eigentlich die Migros korrekt, in meinem Sprachgebrauch (Zentral- und Ostschweiz) sagen aber alle dä/dr Migro. Coop ist ja auch eine Genossenschaft, da spricht auch niemand von die Coop, selbst wenn man das Wort noch als Kooperative versteht, wäre es die Coop?

    • Adam Gretener sagt:

      Ich sage auch die Migi. Aber hey, wir Schweizer setzen die Artikel eher nach Gefühl. Ähnlich wie der/das Risotto.

      • Viktor sagt:

        Adam hat grundsätzlich recht. In Zürich benützen aber die meisten die männliche Form (bin im Migro / ich gange in Migro / chaufsch mr öppis im Migro / es git en Migro am Limmatplatz). Auf Hochdeutsch ist es dann aber die Migros.

  • P. Rolet sagt:

    hast du auch mal Pipi müssen? ich glaub ich hätte aus dem fenster gepinkelt statt auf so ein wc zu gehen…

  • Daniel Zollinger sagt:

    Im Schäfli würde ich auch nur übernachten, wenn es wirklich der allerletze Strohhalm wäre wo ich danach greiffen müsste!

  • Martin sagt:

    …mal ein Hotel Bericht der anderen Art :-). Super!

  • Willi Forrer sagt:

    Na ja, immerhin ist das Schäfli bedeutend günstiger als eine Ausnüchterungszelle im Hotel Suff..

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