Jedem Zürcher seinen 1. August

Jeder feiert nach seiner Façon: 1. August in Zürich.

Jeder feiert nach seiner Façon: 1. August in Zürich.

Die Schweiz ist so vielfältig wie ihre Bewohner, und auf genau so viele Arten wird sie an ihrem Geburtstag auch gefeiert. Wir haben einige Events zusammengesucht, bei denen wir hoffen, dass jeder Zürcher eine ihm genehme Geburtstagsfeier für Mama Helvetia findet. Viel Spass!

Für Offizielle
Die 1.-August-Feier der Stadt besteht nicht nur aus Reden und Fahnenschwingen. Zwar wird Abt Werlen, der Web-2.0-Mönch aus Einsiedeln, einige Worte an die versammelte Menge richten, aber das Rahmenprogramm besteht aus Livemusik (laut Programm Tessiner Weisen, Rock und Pop), und vielleicht sieht man unsere Stadtpräsidentin an einem ihrer seltenen öffentlichen Auftritte. Und wem das noch nicht reicht, der kann sich bereits um 9.30 Uhr am Werdmühleplatz für den 1.-August-Marsch einfinden. Keine Angst, der unterscheidet sich vom 1.-Mai-Marsch. Das eigentliche Fest findet dann beim Stadthaus statt. Die Knallerei, die Sie hören werden, stammt von den Salutschüssen für Helvetia.

Infos hier –> Offizielle Feier Zürich

Für Adoleszente
Auf der Blatterwiese feiern viele Jugendliche, die zum ersten Mal nicht mit der Familie grillieren müssen. In lauschiger Botéllon-Atmosphäre versuchen junge Männer sich bei Mutproben mit teurem Feuerwerk die Glieder wegzusprengen und damit die Girls zu beeindrucken. Das hört sich schlimmer an, als es ist. Normalerweise ist die Stimmung ausgelassen und friedlich. Und man kann sich die Musik aussuchen, je nachdem, bei welchem Ghettoblaster man sich hinsetzt.

Zu finden hier –> Blatterwiese/Chinawiese

Abgehoben
Wer sich nicht mit einem Feuerwerk zufriedengibt, sondern alle sehen will, kann sich auf dem Üetsgi einen Überblick verschaffen. Der Uto-Kulm-Gastronom Giusep Fry offeriert ein nicht ganz billiges Grillieren mit Antipasti-Buffet. Aber natürlich kann man auch seine eigenen Grillwaren und einen Harass Bier mitnehmen, wenn man es denn schleppen mag. Feuerstellen, an denen man beim Würstebraten neue Leute kennen lernt, gibts wie Paragrafen zu illegalem Hausanbau.

1. August auf dem Üetsgi hier –> Uto-Kulm

Vielfältig
Auf der Fritschiwiese geht auch in diesem Jahr ein buntes Festival mit DJs, Musik, Kinderparadies und Kunst über die Bühne. Motherland calling from Fridji ist der 1.-August-Fixpunkt für all jene, für die Multikultur nicht nur ein (herbeigeredetes) Schreckgespenst, sondern gewöhnlicher Alltag ist – und der als solcher auch mal gefeiert gehört. Und noch bevor das Feuerwerk beginnt, ist die Party auch schon wieder zu Ende.

Zu den Fridji-Islands gehts hier –> Republic of Fridji

Studentisch und alternativ
In den Pärken der Stadt versammeln sich die Studenten und ihre Freunde. Etwa auf der Josefswiese oder auf der Bäckeranlage. Hier wird der Nationalfeiertag oft abseits von nationalistischem Dünkel und völlig entspannt begangen. Neu gibts auf der Bäcki auch eine Feier, die sich Äms Fäscht nennt. Es gibt Bands und DJs und das ganze Drumherum.

Da wohnt Äms Fäscht, ich schwör –> Voll Äms Fäscht!

Soziologisch spannend
Höri ist ein Dorf im Zürcher Unterland mit sagenhaft hoher SVP-Wählerbeteiligung. In nur 20 Minuten hat man das Dorf am Fusse der Anflugpiste Nord mit dem Auto erreicht. Dort gibts Puurezmorge und eine Feiertagsrede von Nationalrat Alfred Heer. Wer wissen möchte, wie die ländliche Schweiz wirklich tickt, der kommt auf einen Schwung nach Höri.

Mit Festredner und Urchigem –> Fest Höri

Für urchige Bauernbruncher
Gibt man auf dem Brunch-Portal Brunch.ch den gewünschten Kanton (Zürich) und die höchste Entfernung zur Stadt (5 km) ein, spuckt die Suchmaschine rein gar nichts aus. Vergrössert man grosszügigerweise den Radius (10 km), erscheinen zwei Lokale, wovon eines noch nicht ausgebucht ist. Es handelt sich um den Hof von Max Winkler in Schwerzenbach. Also nichts wie hin!

Zum Hof gehts hier –> Bauernhof

Gegen den Strich
Demolition Blues ist eine Zürcher Band, die den dreckigen, psychedelischen Blues kunstfertig inszeniert. Dass die sich stets verausgabende Band am Nationalfeiertag auf der Sommerbühne der Roten Fabrik direkt am See spielt, führt zu einem etwas zwiespältigen Spektakel. Auf der einen Seite das Feuerwerk der Goldküste, auf der anderen die schwermütigen Blueser in der Roten Fabrik.

Zur Fabrik hier lang –> Blues

1 Kommentar zu «Jedem Zürcher seinen 1. August»

  • KMS a PR sagt:

    also wir haben den gründungstag der eidgenossenschaft zu hause mit freunden verbracht. ich habe, wie es sich für eidgenossen gehört, die gartenlaube, mit schweizer-fähnchen, einem schwurbel mit schweizer-kreuzen und lampions, (5 mit schweizer kreuzen, und zwei bunten), geschmückt. dazu gabs schweizer fleisch vom grill und ich habe, nach genuss der spanischen weine, darauf bestanden, die ALTE nationalhymne mit allen 7 strophen zu grölen. (an diesem einen tage geht die gesamte nachbarschaft geschlossen aus). manchmal habe ich wirklich das gefühl, als eidgenosse in der bedeutungslosigkeit zu versinken.

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