Die süssen Vorboten der Lärm-Hölle

Die Dämonen des Lärm bräuchten keine Masken, um Angst und Schrecken zu verbreiten.

Die Dämonen des Lärms bräuchten keine Masken, um Angst und Schrecken zu verbreiten.

Seit Weihnachten stehen sie rum, anfangs unauffällig, inzwischen schon zu grossen Türmen aufgebaut: Fasnachtschüechli im Migros und Coop, die süssen Vorboten der Lärm-Hölle. So gern ich Fasnachstchüechli hab, so sehr fürchte ich mich vor der Fasnacht. Vielleicht ist das ein Stadtzürcher Erbe, da ich nur ganz vereinzelte Zürcher über sechs Jahren kenne, die Fasnacht mögen.

Und es sind nicht die Masken oder das Saufen. Das Vereinsleben wird zwar scheel betrachtet, erklärt aber auch nicht den Widerwillen der Zürcher gegen die Fasnacht. Was wirklich Schmerzen bereitet, ist der Lärm. Ab Fasnachtsbeginn terrorisieren Guggen die Menschen mit unaufgeforderter und immens lautstarker Fröhlichkeit. Ein einzelner Strassenmusiker ist in Ordnung, ja sogar wünschenswert, selbst wenn er ein Blasinstrument spielt (am Liebsten Saxophon). Aber Horden von mehr oder minder begabten Tröten, brutal unterstützt von Trommelterroristen, wecken nur Aggressionen. Und die ersten vermummten Lärmterroristen sind bereits in der Stadt aufgetaucht.

Da ist zum Einen die Lautstärke, zum anderen die Tonhöhe, die immer genau um einen Viertelton danebenliegt. Man biegt um eine Ecke und wird plötzlich orkanartig in eine scheppernde Kackophonie aus Brass, Piccolo und Pauken getaucht. Es ist kein Gespräch mehr möglich und man wartet, bis die Truppe weitergeht. Was die natürlich nicht machen, sie bleiben freudestrahlend stehen und wippen im Takt ihrer Teufelsmusik, so dass man selbst die Flucht ergreifen muss.

Und die Auswahl des Lärms ist genauso brutal wie die Lautstärke. Alle Guggen halten sich für ungeheuer modern, wenn sie die Popsongs nachspielen, die man schon das ganze Jahr über im Radio bis zum Erbrechen hören musste. Letztes Jahr hab ich sicher 300 Mal «Nossa, Nossa» in einer blechernen Guggenversion hören müssen, davor war es irgendwann mal «Seven Nation Army» von den White Stripes. Was die Guggen dem wirkich schönen Song «Somebody that i used to know» von Gotye angetan haben, will ich gar nicht wieder in Erinnerung rufen.

Kurz, selbst in Zürich, wo es Beizen gibt, die ab Ende Januar «Guggen verboten»-Schilder raushängen, sind es noch immer zuviel. Am Schlimmsten ist es in der Halle am Hauptbahnhof, wo jede Guggenmusik, die durchreist, noch ein kleines Ständchen bringen will. In einer Stadt, in der ein paar Raucher vor einer Beiz bereits eine Lärmklage auslösen, kann es doch nicht sein, das Blechtöne und Trommelfeuer ungestraft die Gehörgänge verletzen!

Liebe Guggen, geht doch nach Basel oder Luzern. Da liebt man euch! Da werdet ihr verköstigt und bewirtet. Und wir besuchen euch da und hören euch zu. Versprochen!

108 Kommentare zu «Die süssen Vorboten der Lärm-Hölle»

  • Emil Bumann sagt:

    Ja, ich gehe an verschiedenen Orten an die Fasnacht. Es ist doch egal ob Trommeln Pfeiffen, oder Guggenmusiken, wobei diese im Gegensatz zu früher für mich heute zu perfekt spielen. Wer diese Unterhaltung nicht mag, wie ist es den mit Traicheln und so weiter! Das ist auch laut und wer es mag, soll sich doch daran freuen.
    Was ich schlimmer als Guggenmusik etc. das sind jene Leute die sich voll laufen lassen! Leider nicht nur an der Fasnacht!
    Okay, ich habe einige Jahre mitten im Kleinbasel gewohnt, da ist immer wieder etwas mit Trommel und Piccalos im tun.
    Vielleicht noch das, in Zürich hört man wenigstens etwas von der Guggenmusik, da nur eine Route begangen wird. in Basel gibt es zwei Routen die gegeneinander laufen, da könnte man eher von Lärm reden.
    So nun freue ich mich auf die nächste Zürifasnacht!
    Euer lieber Zürileu

  • Stefan sagt:

    Tragen die Fussball-Ultras aus den Fankurven nicht auch Masken?

  • der gute blogkritzler hat wahrscheinlich einen tinitus von der letzten streeparade. fragen sie doch mal den arzt oder apotheker.

  • E.Hunkeler sagt:

    Wie ist es denn, wenn in Zürich Street Parade ist, Zürifest und was sonst den ganzen Sommer abläuft. Auch da gibt’s Lärm und zwar lautstark, die ganze Nach und zu hören ist dieser Lärm das ganze Seebecken hinauf. Aber eben, Wenn zwei dasselbe tun….
    Dass die Züricher keine Fasnächtler sind weiss ich seit meiner Jugend, sie aber deswegen so zu verteufeln? Es sind alte Bräuche. Zugegeben, die Fasnacht hat sich verändert. Aber was hat sich nicht verändert in den letzten 30-40 Jahren? Also lasst den Fasnächtlern ihre Freude und ärgert euch nicht. Aber vielleicht geht ihr mal nach Luzern, wo es Guggen hat, die ohne falsche Töne richtig spielen.

  • Lala sagt:

    Ich mag Fasnacht, wirklich, aber noch besser würde ich Sie mögen, wenn keine Guggen da wären… Oder wenigstens nur solche die wirklich gut Spielen können.
    Die „Flöterrudel“ finde ich aber noch eine ganze Ecke schlimmer als die Krawallmacher mit dem grösseren Blech…

  • Peter sagt:

    Ich bin Basler und liebe die Fasnacht. Trotzdem spricht mir dieser Artikel aus dem Herzen. Die ganzen Guggen machen auch in Basel die Fasnachtsstimmung kaputt, sie werden immer mehr zur Plage. Es sind einfach zu viele und sie nerven. Zum einen das gebläche der Blasinstrumente und dann treffen sie nicht einmal die Töne. Kann sein dass viele Leute Spass daran haben, zum zuhören ist es unerträglich. Ausserdem gehen die Cliquen zunehmends in diesem Krach unter, was ich sehr schade finde. Man sitzt an der Fasnacht gemütlich in einer Beiz, doch dann kommt ungefragt eine Gugge rein und zwingt einem ihren ohrenbetörenden Lärm auf, so dass man nachher fast einen Ohrenschaden hat. Sollen sie doch wenigstens auf der Strasse – oder noch besser in ihrem eigenen Lokal spielen. Ich hoffe dass es bald eine Kertwendung gibt und die traditionellen Cliquen wieder mehr Bedeutung bekommen.

  • Kevin Maria Sonderegger alias Philipp Rittermann sagt:

    ich finde fasnacht generell doof. in unseren gefilden ist sie anlass dafür, dass auch der stierste bänkler mal so richtig die sau rauslassen darf; peinlich. und dann steigt nach 9 monaten die geburtsrate der leichten damen enorm an – jedes jahr das gleiche. fasnacht hat tradition in basel und von mir aus noch luzern. wobei mich der „morgestraich“ nur schon am tv zum wahnsinn treibt – „die 3 schönste dääg mit drümmeli und pfiffeli….“ würg. einzig die schnitzelbänke finde ich gut. generell ist fasnacht schrill und überflüssig.

    • B. wolf sagt:

      Dann schlage ich dir vor, die Stadt in den schönste drei Täg zu verlassen! DieFasnacht ist bestimmt älter als du.

      • Kevin Maria Sonderegger alias Philipp Rittermann sagt:

        ich habe die stadt generell verlassen – aber danke für ihren konstruktiven hinweis!

  • Urs sagt:

    Stimmt, in Zürich verkleidet und besäuft man sich nicht einmal im Jahr, um die Sau rauszulassen. Man geht in einen trendy Untergrund-Laden, kauft eine überteuerte, aber total angesagte Hipster-Uniform und zieht eine Line Koks vom Marmorlavabo des allerallercoolsten Clubs, und zwar jedes verdammte Wochenende. So macht man das in Züri, wäääisch hee!

  • Claudio sagt:

    Und was meint der Autor wohl zu den lieblichen Klängen einer Clique von Piccolospielern?

    • Reda El Arbi sagt:

      Ich mag EINEN Piccolospieler. Vielleicht sogar ein Duett. Eine Clique von Piccolospielern ist wie ein Berg Kartoffeln: Eine oder zwei mag man essen, von einem Berg wird man erschlagen.

    • Kevin Maria Sonderegger alias Philipp Rittermann sagt:

      …ich empfinde ein permanentes pfeifen in den ohren nicht als lieblich. definitiv nicht. piccolo = tinitus. wahrscheinlich haben basler von geburt her mehr ohrenschmalz, oder so…. 🙂

  • Michael sagt:

    Ein – meiner Meinung nach – ganz schlimmer Artikel. Wenn man im selben Stil über gewisse Volksgruppen herziehen würde, wie der Schreiberling hier über die Fasnächtler und das Vereinsleben herzieht, würde man des Rassismus bezichtigt. Ich bin Fasnächtler durch und durch und werde mir nicht von einer solchen Spassbremse die Freude verderben lassen. Ein Gruss aus Zug in die Stadt der Streetparade und 1. Mai-Demos. Diesen Spass gönne ich jenen ja auch. Und übrigens: Ich trinke keinen Alkohol und ich bin weltoffen.

  • Silvia Müller sagt:

    Warum wohl ist Joey Dschungelkönig geworden. U.a. weil er nicht wie alle anderen andauernd über andere gelästert hat. Und weil er nicht als ekelerregender Lustmolch aufgefallen ist, der kein anderes Thema kennt als nur Sex.
    Etwa genauso interessant wie die Zeitung lesen.
    Die, welche feiern wollen, sollen es doch tun. Und die, welche nicht feiern wollen, sollen diese Anlässe meiden. Auch Arbi wird nicht gezwungen, ein Guggenkonzert anzuhören. Aber wenn man andere nicht toleranterweise leben lassen kann, dann muss man seinen Frust ja in einem Blog abreagieren, damit sich alle eine Meinung über sinnlose Lärmbelästigungen machen können, welche noch keine Meinung dazu haben.
    Abgesehen davon, dass es viele Guggen gibt, die mit einem tollen Repertoire Zuhörer begeistern und auch sehr gute Musik machen können.

    • P. Roleth sagt:

      leider wird man sehr wohl gezwungen, ein Guggenkonzert anzuhören. Wenn man z.B. im Niederdorf arbeitet, kann man diesem unsäglichen Getröte nicht ausweichen. Ich finde es ja nett, dass die Guggenmusiker ein Hobby haben und offensichtlich Spass haben an ihrer… ähm… Musik… aber leider drängen sie diese Mitmenschen auf, die das nicht unbedingt hören wollen. Tagsüber….

  • daniela p. sagt:

    „und überhaupt: das ist doch gar keine musik!“ 😀

    • Hugo sagt:

      Liebe Daniela, Du hast ea auf den Punkt gebracht. Ich finde diesen ganzen Wirbel , die Motzerei, um ein mü Lebensfreude, wegen den Guggen, die einen guten Teil des Jahres üben und ihre Kostüme selbst nähen, jenseits von Gut und Böse. Eher ein wichtigtuerisches Blog ohne Toleranz, die doch so von allen anderen gefordert wird.

  • daniela p. sagt:

    ich für meinen teil, als punk im tiefen herzen, finde ein bisschen ohrenbetäubenden lärm einfach immer wieder launemachend. als ich noch teenie war, fand ich die leute auch jammerlappen, die sich einmal jährlich unter masken erlaubten herumzulärmen und ähm aus sich rauszukommen. inzwischen weiss ich aber, dass es nicht so ist wie es aussieht, und die guggen nicht das ganze jahr über ohne zu mucken das zahnrädchen machen. die echten bünzlis sind die, die sich herablassend über diejenigen auslassen müssen, die sich noch trauen sich mal peinlich zu verhalten. leute die das können, sind die echten punks im herzen. und die nehmen das ja auch nicht so rasend ernst, dass sie es hier verteidigen müssten. schon gar nicht im wettstreit darum wer nun die viel coolere fasnacht hat. jaaa die basler sind viel besser als die zürcher, jaaaa die luzerner auch, hat auch nie einer etwas anderes behauptet

    • Reda El Arbi sagt:

      Naja, ich verhalte mich das ganze Jahr über peinlich, und ich bin auch schon über 40 🙂

      • daniela p. sagt:

        ebe gäll :). beruhigend irgendwie, wenn auch zu erwartende reaktion

      • Benno Kaelin sagt:

        Wäre es dann nicht an der Zeit ihre Energie in einen Mehrwert für die Gesellschaft anstelle solcher Zotten zu investieren?

        • Reda El Arbi sagt:

          Hm, was meinen Sie? Freiwilligenarbeit mit Drogensüchtigen? Eine Patenschaft in Kambodscha? Gratisarbeit für kulturelle Projekte, politisches Engagement? Mach ich alles schon. Das hier mach ich, weils Spass macht 🙂

          • Benno Kaelin sagt:

            Sind sie doch ehrlich, wenn es keine Obulus für den Klamauk gäbe würden sie es nicht tun. Obwohl ihr Ego muss ja auch gefüttert werden…..

            • Reda El Arbi sagt:

              Natürlich arbeite ich für Geld. Und die Leser, die diese Art der Unterhaltung mögen, sind wohl auch froh darum. Und da sich hier eine Diskussion ergibt, hab ich wohl auch das Ziel erreicht, das über den schnöden Mammon hinausgeht. Immer hin ist das Thema so wichtig, dass Sie mehr als einmal kommentieren 😀

              Aber eigentlich verdiene ich mein Geld mit meiner Firma und mein Ego wird durch tausende Groupies täglich neu aufgebaut. 🙂

          • daniela p. sagt:

            patenschaft. ein pfund gutes karma für günstige 0,25% des einkommens. dafür gibts regelmässig ein jööö föteli. das nenne ich einsatz

            • Reda El Arbi sagt:

              Naja, Sie können auch keine Patenschaft haben und sich dann unheimlich cool als jemand outen, der sich nicht darum kümmert, wenn andere krank sind oder kein sauberes Wasser oder Bildung haben. Schliesslich will man ja auf keinen Fall ein Gutmensch sein. Da feiert man lieber Fasnacht.

        • daniela p. sagt:

          es gibt ja schon auch noch andere möglichkeiten sich zu engagieren, als ausgerechnet patenschaften im world vision sinne (eben solche mit einem härzigen kinderlächeln als lohn für einen winzigen betrag), richtig? eben. wenn man schon angeben will mit eine solchen wirklich nicht gerade viel fordernden patenschaft, braucht man nicht auch noch davon auszugehen, dass andere noch weniger machen. im gegenteil

          • Reda El Arbi sagt:

            Nix Worldvision. Ein ganz kleine NGO, die eigentlich aus drei Personen besteht, in einem Land, in dem ich längere Zeit gelebt hab. Und in das ich immer wieder zurückkehre. Also, vielleicht wollen Sie ja auch ein Patenkind da. Oder mich im März begleiten, wenn ich wieder dahin gehe.

    • Kevin Maria Sonderegger alias Philipp Rittermann sagt:

      …wer möchte einen basler adoptieren…. – DAS wäre hard-core….!! 🙂

  • Pit Kaelin sagt:

    Man könnte die ganze Geschichte auf den Kern reduzieren: Zürich ist keine Fasnachtsstadt und wird es wohl nie werden. Es geht zu weit, von den Zürchern zu verlangen, dass sie Guggenmusik toll finden. Als Guggenmusik würde ich mir deshalb überlegen, in welcher Weise man in dieser Stadt in Erscheinung treten möchte. Es mag ja vielleicht tatsächlich Ecken und Plätze in Zürich geben, wo man als Guggenmusik mehr Freude als Missfallen verursacht. Es mag ja auch nur ein ein Vorurteil sein, ich möchte es dennoch äussern: Ob Streetparade, Brasilparty, Schwulendemo: Es ist für den ach so modernen Zürcher klar, diese Dinge für wichtig und cool zu halten. Wer dies nicht so sieht, ist ein Spiesser, Rassist oder sonst wie politisch falsch geerdet. Ich sehe da einen Widerspruch.

  • Peter Gisler sagt:

    Schöner Blog! Bin zwar selber begeisterter Fasnächtler, aber es ist tatsächlich erstaunlich, wie plötzlich unterschiedliche Massstäbe gelten, wenn es um die Fasnacht geht. Es werden provokante Themen aufgegriffen, ein paar mögens, andere nicht. Wie diesen Blogeintrag… Und den braunen Vorschlaghammer auspacken wegen einem scheinbar untypischen Nachnamen ist ja wohl das Allerletzte! Aber die Reaktionen zeigen ja eigentlich nur, dass dieser Mann seinen Job gut macht…

  • Franz Muller sagt:

    `Lautstarke Fröhlichkeit`?! Wo haben sie denn das gesehen? Etwa auf einem Beerdigungsumzug in New Orleans? Oder haben Sie schon einmal das gesehen, was oft nach einer Abdankung in Bayern passiert? Die Lebenden freuen sich ihres Lebens und ehren die Toten! Die allemannische `Guggefasnacht` dagegen erinnert einen eher an höllischen Lärm in einer Gruft! Depressive wollen durch tröten und auf die Trommel hauen ihrer Depression entfliehen, was aber nicht gelingt. Gehen sie mal in ein Restaurant nach einem der Fasnachtsumzüge in Luzern. Die bedrückten Gesichter sehen eher so aus, als hätte man gerade vom Ausbruch des 3. Weltkrieges gehört! Oder haben sie schon einmal an einer der frühen Sitzungen der `Weyzunft` teilgenommen und gedacht, Sie seien versehentlich in ein Wachsfigurenkabinett geraten? Mein Rat: Gehen sie unbedingt nach Luzern oder ersatzweise auch nach Zürich und erleben Sie unlimitiert emotionslose `Fröhlichkeit`!

  • felix halter sagt:

    reda el arbi: das hat mit tradition zu tun. wenn ich in das land gehen würde, wo sie herkommen, und so primitiv gegen die dortigen traditionen anstinken würde, wäre ich einen kopf kürzer, also benehmen sie sich.
    man könnte ihre hetze auch als rassistisch einstufen.

    • Reda El Arbi sagt:

      Tja, das Land, aus dem ich komme, ist die Eidgenossenschaft. Zurückverfolgbar bis ins 16. Jahrhundert. Und hier gilt sowohl Meinungs- wie auch Pressefreiheit. Also, benehmen Sie sich.

  • Daniel G. sagt:

    Tip: Tauschen Sie während der Fasnacht die Wohnung mit jemandem aus ihrem Freundeskreis, der weniger lärmempfindlich ist als Sie. So machen das manche in der Stadt am Rhein auch. Ist sogar noch eine willkommene Wohnabwechslung. So machen es manche Basler auch und die temporären Fasnachtsmieter geniessen den „Lärm“ sogar noch drei Tage in vollen Zügen und. Sui cuique!
    Es ist eine kreative Lösung gefragt.

    Grüsse aus Basel

  • Meyerhans sagt:

    Tatsächlich, die Fasnacht in Zürich ist einfach ein schlechter Abklatsch der grossartigen und einzigartigen in Luzern. Während man an der Reuss monatelang kunstvolle Grinden bastelt, schminkt man sich in an der Limmat einfach das Gesicht – unmöglich. Und wenn dann in Zürich so vereinzelt Guggen auftauchen, die dann praktisch niemand beachtet, ist das schon ein wenig peinlich. Was aber auch in Luzern und anderswo gewaltig nervt: Seit einigen Jahren glauben ein paar Angefressene, die Fasnacht beginne auch hier bereits am 11.11. und benützen dann jede unpassende Gelegenheit, um als Guggenmusik irgendwo aufzutreten. Das ist wie Weihnachtsdekoration im Oktober.

    • Michel sagt:

      Toll…. wer hat die beste Fasnacht der Welt. Als wäre das der Ansporn sich am fasnächtlichen Treiben zu beteiligen oder eben nicht. Zudem stimmt die Aussage mit der Tradtion nicht. Reden Sie mal mit Leuten die seit 30 Jahren und mehr Fasnacht machen. Die kriegen feuchte Augen wenn Sie davon erzählen, wie gross und wichtig die Fasnacht in Zürich mal war.
      Aber leider haben verschiedene Dinge dazugeführt, das die Fasnacht heute ein Schattendasein fristet. Aber was hat in der Weltstadt Dowtown Zürich noch wirklich Platz, ohne dass sich irgendwelche Leute drüber aufregen. Und die Stadt sorgt mit allen Bewilligungsverfahren etc. schon dafür, dass bald keiner mehr Bock hat was auf die Beine zu stellen. Es entsorgt sich dann also selber und kostet nicht mal was.

  • Jens Fischer sagt:

    Auch wenn ich schon 10 Jahre in Zürich wohne (und es mir gefällt) – das was in ZRH als „Fasnacht“ angeboten wird ist ein halbfader Abklatsch.

    Die richtige Fasnacht findet in Luzern statt. Dieses Jahr wieder am Schmutzige Donnschtig um 05:00 – und ich werde wieder auf dem Chappelplatz sein.

    Rüüüüüüdig

  • Andi Schurter sagt:

    Fasnacht ist die Streetparade für die (angehende) Rollator-Generation. Genauso sinnfrei, genauso nervtötend.
    Von mir aus könnte beides in einer schallgedämmten Halle stattfinden, genug weit weg von Personen mit Stil und ungekünstelter Lebensfreude.

    • Pit Kaelin sagt:

      Kann ich aus Ihrem Posting entnehmen, dass Fasnächtler keinen Stil und nur gekünstelte Lebensfreude haben? Dann muss ich Sie aber davor warnen, dass Sie, der Sie ja so stilvoll leben, doch einen grossen Hang zu Pauschlisierungen haben. Es geht dann weiter: Griechen sind faul, Zürcher sind humorlos, Juden sind weissgottwas.

  • Pit Kaelin sagt:

    Ob eine die Streetparade in Zürich denn so viel toller als Fasnacht ist, ist wohl geschmackssache. Auf jeden Fall verstehe ich nicht, weshalb einige hier denken, dass Zürich aufgrund der fehlenden Fasnacht in irgend einer Form besser sein sollte als irgendwelche ländliche „Fasnachtsgebiete“.

    • Reda El Arbi sagt:

      Nein, Street Parade ist genauso laut und nervig. Sogar mit noch mehr Leuten. Dafür aber nur zwei Tage.

  • Jaka sagt:

    Fasnacht ist lediglich ein Deckmantel für gutbürgeliche Schweizer, um mal so richtig die Sau rauszulassen und sich hemmungslos zu besaufen und zu benehmen (wenn man da überhaupt noch von Benehmen reden kann). Ich finde es bloss peinlich mitanzusehen wie sich bünzlige Bürohengste in Kostüme werfen und sich dann schlimmer als weiss-ich-was aufführen. Die Männerriege verwandelt sich in Säufer, Grabscher und dilettantische Musikanten und die holde Weiblichkeit lässt mal so richtig die Schlampe raushängen. Zum Thema des Blogs zurück: selbst unsere Katze hasst Guggenmusiklärm und hat dann immer einen höchst empörten Gesichtsausdruck. Ich kann sie verstehen.

  • Claudio sagt:

    Im humorlosen Zürich kann Fasnacht eben gar nie richtig entstehen, da hat der Huldrych Zwingli nachhaltig dafür gesorgt!
    Den Witz, Selbstironie und sprachliche Schönheit eines basler Schnitzelbangges kann man mit der arrogant wirkenden Zürischnurre eben gar nie erreichen – da klaffen Welten dazwischen. Basel spielt nun mal in der Championsleague der weltweiten Fasnachten und Carnevals mit, während sich Zürich probiert auf Provinzliga durchzuschummeln, aber auch das nur mit mässigem Erfolg.
    Immerhin spielt Zürich mit der Streetparade noch in der CL, aber für die Streetparade brauchts zum Glück nicht so viel Humor, sonst würde die in Zürich auch nicht funktionieren.

    • Ike Conix sagt:

      Auch schon mal daran gedacht, dass auch der Basler-Dialekt auf Rest-Schweizer arrogant wirken kann? Und während der „Streetparade“ suchen echte Zürcher das Weite.

    • daniela p. sagt:

      ja so siehts aus. wir armen zürcher, null humor. dagegen strotzt ihr text nur so von humor, gratuliere

      • Claudio sagt:

        @Daniela p.
        Wie sagte Sigmund Freud einst so treffend:
        „Der Humor hat nicht nur etwas Befreiendes wie der Witz und die Komik, sondern auch etwas Großartiges und Erhebendes, welche Züge an den beiden anderen Arten des Lustgewinns aus intellektueller Tätigkeit nicht gefunden werden. Das Großartige liegt offenbar im Triumph des Narzissmus, in der siegreich behaupteten Unverletzlichkeit des Ichs. Das Ich verweigert es, sich durch die Veranlassungen aus der Realität kränken, zum Leiden nötigen zu lassen, es beharrt dabei, dass ihm die Traumen der Außenwelt nicht nahegehen können, ja es zeigt, dass sie ihm nur Anlässe zu Lustgewinn sind.“

        In diesen Sinne none scheeni Fasnacht 2013

        @Conix: Das mag ja sein, dass Baseldytsch auf gewisse Restschweizer befremdlich wirkt, aber stellen Sie sich mal einen HD-Läppli auf Züri Dütsch vor – der ganze Witz und Ironie wären weitgehend eliminiert… Berndeutsch hingegen würde vermutlich wieder funktionieren

    • Fabio sagt:

      Ach herrjeh, darauf haben wohl alle gewartet.
      Nun ja was dem Basler der Schitzelbangg ist dem Kölner die Büttenrede – der Rest des jeweiligen Landes kümmert dies so oder so herzlich wenig.
      Dass die Fasnacht in Zürich keine Tradition hat lässt sich ebenso nicht bestreiten wozu auch?
      Ihr Beitrag beweist lediglich (wieder einmal) dass der Kleinbürgerliche Bünzli- bzw. Kantönli-Geist nicht nur bei den „Restschweizern“ vorhanden ist.

  • urs bilger sagt:

    jaja, die fasnacht…
    einige koennen nicht mit und andere nicht ohne sie sein. ohne fasnacht konnte ich immer ganz gut leben, auch wenn ich einen grossteil in der march (hochburg der fasnacht) verbracht habe. kann mich insofern dem schreiber seiner meinung anschliessen, dass es muehsam ist, wenn man zwangsbelustigt wird. hatte dies in den letzten paar jahren meiner arbeitstaetigkeit zur genuege; auch ausserhalb der fasnachszeit. obligatorische year-end-events, quarterly staff meeting und den ganzen sch…. mit aufgezwungener froehlichkeit etc. wenn ich denn mal so richtig die sau rauslassen will, geht das auch ohne verkleidung, guggenmusig und friede, freude, eierkuchen. und vor allem ohne angestellten dasein 😉

  • daniel m. wettstein sagt:

    Seid tolearnt und lasst die 5. Jahreszeit angehen. Es gibt ja sehr wirksame Ohrenstöpsel im Handel¨, die wirklich effizient schützen. Diese Stöpsel können sogar 2 x benutzt werden, an der Streetparade nämlich, so kann man den Preis halbieren.

    Guggen marsch !!

  • René sagt:

    Es gibt keinen Fassnacht in Züri, wer Fassnacht will geht nach Luzern

  • Tanja sagt:

    Also, im Kanton Schwyz sind die Guggen auch seeehr willkommen! Es lebe die 5. Jahreszeit! Schade, wenn man sogar dann noch jammern muss, wenn es was zu lachen gäbe!

  • Konrad Wohnlich sagt:

    Haben wir Probleme! – Eine der m.E. grössten Gefahren lauert in der „Talibanisierung“ unserer Gesellschaft: Immer heftiger wird kompromisslos, besserwisserisch, egoistisch gegen etwas gewettert, Hunderttausende von Bedenkenträgern möchten gerne die Freiheiten anderer einschränken! Beispiele? Eben Guggenmusiken, dann Raucher, Fleischesser, Autofahrer, Mobilfunk-Benützer (ausser sich selber natürlich!), Fast-Food….und seit kurzem ehemals gängige Begriffe in anerkannten Kinderbüchern!

    • Reda El Arbi sagt:

      Ist es nicht eher so, dass niemand mehr Rücksicht nimmt auf die Anderen? Freiheit geht doch immer genau soweit, bis die Freiheit des Anderen beginnt. Und was das Wort „Neger“ in Kinderbüchern angeht: Sklaverei war auch mal anerkannt. Also ist es kein Argument, Kindern das durchaus rassistische Wort „Neger“ weiter zu vermitteln, nur weils mal in Ordnung war. Sonst könnten wir auch weiter Bücher verkaufen, in denen Hexenverbrennen cool ist, weil das ja auch mal zu unserer Kultur gehörte.

      • Aurelia sagt:

        das Wörtchen „niemand“ nimmt auch Reda el Arbi nicht aus… und diese Vergleiche mit der Fasnacht: total daneben. Nicht nur, was in den eigenen Kram passt, ist cool. Ich bin keine Fasnächtlerin, aber die Fasnacht, der Karneval oder wie diese Anlässe auch heissen mögen, sind altes Brauchtum in vielen Gegenden dieser Welt und tun niemandem weh. Etwas mehr Toleranz würde auch Reda gut anstehen.

        • Reda El Arbi sagt:

          Liebe Aurelia, ich störe die Fasnächtler nicht. Die Fasnächtler nehmen sich Sachen heraus, die sich andere nie leisten dürften. Ein Party von Jugendlichen mit gleichem Alkoholkonsum, gleichem Lärm und gleich viel in die Gegend geworfenen Papierschnitzel? Mitten in der Woche, ohne das die Polizei kommt? Das will ich sehen.

          • Michel sagt:

            Lieber Reda. Ein bisschen Grundrecherche würde nicht schaden. Das ganze Treiben ist Bewilligungspflichtig und unterliegt strengen Auflagen. Wie alles was nach 21.00 Uhr in der Stadt noch Lärm machen könnte. Und zu Ihrer Freude. Es wird ja für Jahr schwieriger überhaupt noch was bewilligt zu bekommen.

      • Konrad Wohnlich sagt:

        Ist es nur Pech, dass man nicht realisiert, selbst zu den „Taliban“ zu gehören?

        • Reda El Arbi sagt:

          Herr Wohnlich, der „Taliban“- Vergleich wär eigentlich keine Antwort wert, da Sie keinen blassen Schimmer von diesen mordenden, selbsternannten Ordnungshütern haben. Die würden mich ziemlich sicher steinigen, weil ich einen alten religiösen Brauch als Belästigung im Alltag empfinde und mich auch dazu äussere. Trotzdem ein Denkhinweis: Ich will die Fasnacht nicht verbieten, aber ich DARF mich in unserer freiheitlichen Demokratie kritisch dazu äussern.

          Oder nicht?

      • Pit Kaelin sagt:

        Soweit mir bekannt, ist es noch nicht verboten, Bücher zu verkaufen, die Hexenverbrennung cool finden. Wenn Leute wie Sie das Sagen hätten, wäre es aber vielleicht bald so weit. Das Problem dabei ist sicher nicht, dass solche Bücher verboten würden. Das Problem dabei ist der Umstand, dass irgendwelche studierten Intellektuelle der übrigen Bevölkerung ständig vorschreiben wollen, was es lesen darf und was nicht. Dass Sie als Schreibender damit offenbar gut leben könnten erstaunt. Wenn dann irgendwelche fasnächtlich gesinnte Intellektuelle den Index der verbotenen Schriften und Autoren festlegen dürften, könnten sehr schnell Verbote gegen Ihre Texte ergehen. Im zweiten Schritt würden Sie selbst dann noch strafrechtlich verfolgt werden. Es bringt ja nichts, nur die Texte zu verbieten, wenn der unverbesserliche Autor nicht zur richtigen Meinung gezwungen werden könnte oder dieser sogar noch versucht, seine unkorrekte Meinung weiter zu verbreiten. Freie Meinungsäusserung und Pressefreiheit müssen halt auch Spinner, Rechts- und Linksextreme sowie andere menschenfeindliche Meinungen ertragen. Ihre Meinung zum Wort „Neger“ ist interessant. Oft wird und wurde auch das Wort „Jude“ als Beschimpfung gebraucht. Müsste man es nicht auch aus allen Texten und Büchern tilgen und durch was könnte man es ersetzen? Etwa durch Falsch- oder Ungläubige?

        • Reda El Arbi sagt:

          Ach Quatsch. Sie wirken irgendwie paranoid. Rassismus gehört verboten, so einfach ist das. Oder finden Sie, dass Rassismus nicht verboten gehört?

          • Pit Kaelin sagt:

            Was ich schreibe ist nicht paranoid sondern nur überspitzt und ein bisschen ironisch. Kennen Sie diese Stilmittel nicht?. Natürlich können Sie Rassismus verbieten weil er schlecht ist für die Menschen. Sollte man dann aber nicht auch Übergewicht verbieten? Es ist sogar erwiesen, dass übergewichtige Eltern mehr übergewichtige Kinder haben. Haben Sie wirklich das Gefühl, dass man alles aus der Welt schaffen kann, wenn man es nur verbietet: Fasnacht, Guggenmusik, Rassismus usw. usw? Sie wirken irgendwie naiv. Ich denke, dass bezüglich Rassimus das Strafrecht jetzt schon Antworten gibt.

            • Reda El Arbi sagt:

              Sie vergleichen Rassismus mit Übergewicht? Sie sollten mal ihren moralischen Kompass auf Krankheiten überprüfen. Rassismus war und ist der Grund für Völkermord, Massaker und Folter.

              Ausserdem will ich nicht die Fasnacht verbieten. Ich will, dass Fasnächtler sich an die zivilisierten Regeln des Zusammenlebens halten und ihre Freiheit soweit ausleben, bis sie die Freiheit der anderen verletzt. Nicht weiter. Wenn eine Gruppe Jugendlicher in alkoholisiertem Zustand vormittags in der Stadt den gleichen Lärm veranstalten würde und dabei Papierfetzen auf die Passanten schmeisst, wären Sie wohl der Erste, der das nicht sooo lusitg fänd.

          • Pit Kaelin sagt:

            Ich habe nichts verglichen, ich habe ein Beispiel genannt. Warum legen Sie mir Worte in den Mund statt zu argumentieren?

      • Thomas sagt:

        Ist es auf der anderen Seite nicht so, dass die Gesellschaft ihre liberalen Wurzeln verneint?

        Es ist schon so, dass die Freiheit des einzelnen dort aufhört, wo die Freiheit des nächsten beginnt. Nur wer Rücksicht fordert, muss im Gegenzug auch Rücksicht entgegenbringen. Genau beim letzten Punkt ist unsere Gesellschaft (und insbesondere die grösseren Städte wie Zürich und Basel) nicht mehr dazu bereit. Allerdings beim einfordern von Rücksicht (von anderen) sind wir immer noch Spitze.

        • Reda El Arbi sagt:

          Städte setzen die Rahmenbedingungen, nach demokratischen Vorgaben. Rücksicht nehmen können nur Individuen. Und um die gehts mir hier.

  • alfred frei sagt:

    Fasnacht hat unzählige Facetten. Einige davon sind zeimlich agressiv, den Konventionen ins Gesicht spucken, dem Establishment den Arsch zeigen, das bürgerliche Leben (auch das alternativ-bürgerliche) aus seinen gewohnten Bahnen werfen, stören, ärgern. In diesem Sinn braucht es auch Leute wie El Arbi, sture Böcke, die sich so richtig grün und blau ärgern über das Treiben. Und es sogar zeigen ! nichts macht mehr Spass.

    • Reda El Arbi sagt:

      Das sagen die Krawall-Kids am 1. Mai auch immer …

      • alfred frei sagt:

        gut beobachtet. tatsächlich ist dieser rebellische Zug der Fasnacht auch am 1.Mai präsent. andere Facetten dagegen könnten unterschiedlicher nicht sein : die Farben, die Kreativität, die Ausgelassenheit, die Musik, die Selbstironie. Vor allem aber das Spiel mit der identität. an der Fasnacht wird der Narr zum König und der König zum Narr, während am 1.Mai ( und auch am Sechseläuten) die eigene Identität bekräftigt wird.

        • Reda El Arbi sagt:

          Naja, ich lebe jeden Tag mit Selbstironie. Und meine Identität muss ich auch dauernd neu erfinden. Als Narr verdiene ich mein Geld. Vielleicht verstehe ich deshalb nicht, warum man das Ganze mit soviel Lärm und soviel Alkohol zelebrieren muss. Ausserdem ist Fasnacht schon ok, nur muss sie ja nicht dem Rest der Leute so penetrant aufgezwungen werden.

          • alfred frei sagt:

            doch.Fasnacht ist nur dann richtig, wenn das normale Leben auf den Kopf gestellt wird und wenn in eine andere Stadt flüchten muss, wer das nicht verträgt.

        • alfred frei sagt:

          versuch’s doch mal mit Mitmachen statt Zuschauen. Ich lade dich ein, wir können zusammen gehen, du als Rotkäppchen und ich als der böse Wolf. oder umgekehrt, wenn dir das lieber ist.

          • Reda El Arbi sagt:

            Wie gesagt, ich brauche keine Masken und muss auch icht besoffen und laut sein, um Spass zu haben, oder Dinge provokativ zu hinterfragen. Ich verdiene damit meinen Lebensunterhalt. Mit Spass. 😀

          • daniela p. sagt:

            aber eben, das ist doch das dilemma: ohne maske kann man sich nicht nachmittags in horden in der öffentlichkeit ungestraft besaufen und papierschnipsel in anderer leute kleider stopfen. dank der masken und dem dafür amtlich bestimmten zeitrahmen ist das bisschen anarchistische gehabe noch möglich. immerhin ein bisschen davon. ich finde das deutlich weniger peinlich als die streetparademässigen uniformen (3 generationen in rosa perrücken)

  • schiri sagt:

    agree – wohnete im niederdorf, die 5. „jahreszeit“ ist die hoelle… die aglos sind sonst schon bloed genug, aber der versuch einer fasnacht, in zh ist einfach laecherlich, sucht reiche verwante und geht ans sechselaeuten, das ist bloed genug, aber immerhin nur ein tag… und eben, sonst nach basel o luzern – obwohl die dilettanten aus zh im vergleich wohl gnadenlos untergehen…

  • Lukas Schmiesser sagt:

    So viel Intoleranz von Herr Arbi der sonst ausser Freikirchen alles mag. Erstaunlich……..

    • Reda El Arbi sagt:

      Hm, Toleranz? Die würde man dann vielleicht sehen, wenn ein paar Secondo-Jugendliche sich erlauben würden, besoffen in der Innenstadt am Samtstagmittag mit ihrer Musikanlage denselben Lärm zu machen und mit Papierfetzen um sich zu werfen. Und danach in ein Tram steigen und da weitermachen.

      • Lukas Schmiesser sagt:

        Wie gut das sie wir sie haben um den Schweizern zu erklären, wie die Welt funktioniert…….

        • Reda El Arbi sagt:

          Sie sind vielleicht ein wenig fremdenfeindlich. Aber ein Teil meiner Familie lässt sich bis ins 16. Jahrhundert in der Schweiz nachweisen. Wie siehts bei Ihnen aus?

          • Benno Kaelin sagt:

            Warum Rassismus? MIt ihrer Art sowie ihren Texten würden sie in jeder Art Gesellschaft anecken.

          • Reda El Arbi sagt:

            Fremdenfeindlich, nicht rassistisch. Und ja, ich würde wohl oft anecken mit meiner Art und meinen Texten. Danke, ich nehm das als Kompliment.

  • Ike Conix sagt:

    Ich verstehe nicht, was dieser Beitrag unter dem Artikel-Schlagwort „Toleranz“ verloren hat. Er verkörpert das pure Gegenteil. Und beruht offenbar auch auf Missverständnissen. Musik, die nicht mindestens einen Viertelton daneben liegt und laut ist, ist keine Guggenmusik. Ich empfehle, diese unerträglichen Tage anderswo zu verbringen, z.B. in Mainz, wo man singt und lacht. Und Zürich hat mit Unterbrüchen eine Jahrhundertealte Fasnachts-Tradition.

    • Andreas Müller sagt:

      Ja, so gesehen ist Zürich auch eine katholische Stadt – oder sind wir gar noch Römer?

      • Ike Conix sagt:

        Richtig, Herr Müller. Im Jahr 2010 waren: Römisch-Katholisch: 30%, Konfessionslos: 27%, Evangelisch-Reformiert: 26%. Römer (Italiener): rund 4%.

  • Daniel Münger sagt:

    Fasnacht ist etwas für verklemmte Bünzlis die es ohne diesen Anlass nicht fertigbringen aus sich herauszugehen. Ergo nichts für uns Zürcher!

    • alfred frei sagt:

      Ein echter Zürcher schafft es NIE, aus sich herauszugehen, selbst wenn er verkeidet und betrunken ist nicht.
      Es geht an der Fasnacht auch, um das Spiel mit der eigenen Identität. So etwas könnt ihr Zürcher nicht. Ihr seid so unsicher und verklemmt, ihr braucht eure Klamotten, euren Style, eure Arroganz, um euch daran festzuhalten. Ein Fest des Chaos und des Unperfekten könnt ihr nicht verstehen. Freude am reinen, dilettantischen TUN, ohne den Anspruch eines perfekten Resultats ist zutiefst unzürcherisch.

      • daniela p. sagt:

        ja warum soll man denn eigentlich aus sich raus müssen, wenns einem ganz wohl ist in einem drin

      • René sagt:

        Lieber Alfred, sehr schön kurzgefasst. Jedes Wort eine berechtigte Ohrfeige.

        • Claudio sagt:

          @Frei; Treffend formuliert – es gibt keinen Grund Fasnacht in Zürich zu veranstalten – Sechsiläuten und Knabenschiessen langen eigentlich vollkommen, und für die Zugewanderten in Zürich wird ja die Streetparade veranstaltet.

          @Daniela P: Das ist ja bestens, wenns Ihnen wohl ist da drinnen, dann kommen Sie gar nie ins Fasnachtsdilemma

      • Manfred Grieshaber sagt:

        Bravo Herr Frei, Sie sprechen mir aus der Seele. Jetzt können Sie sich vielleicht vorstellen wie es mir geht wenn ich diese verklemmten und dünkelhaften Typen um mich herum sehe. Ich komme aus dem Rheinland bei Köln. Bei uns dient Fasnacht (Karneval) dazu der Obrigkeit so richtig die Meinung zu sagen und sie lächerlich zu machen. Und das unperfekte chaotische ist an diesen Tagen Programm. Das machen wir ürigens nicht nur an Fasnacht. Es ist bei uns üblich ganz bewusst und zum Teil provokativ Statussymbole zu „übersehen“. Man stelle sich das in Zürich vor, der snobistische Edelmarken-Träger geht durch die Strassen und niemand nimmt Notiz von ihm. Oder noch schlimmer, man macht sich über den Lackaffen in seiner Anwesenheit auch noch lustig. Das machen wir manchmal auch mit Vertretern der Staatsmacht wenn sie uns zu sehr auf den Geist geht. Oder können Sie sich vorstellen das sich jemand in Zürich an Fasnacht traut seinen eigenen Chef in aller Oeffentlichkeit durch den Kakao zu ziehen? Das macht in Köln jedes Jahr ein Diakon, ein katholischer Hilfspriester. Der macht sich über seinen Chef, den Kardinal Meissner lustig. In Zürich hätte man den armen Mann wahrscheinlich in die Antarktis versetzt.

        • P. Roleth sagt:

          das ist niedlich… als Rheinländerin können Sie natürlich nicht wissen, dass die snobistischen Edelmarken-Träger meistens keine Stadtzürcher sind, sondern zugewanderte aus dem Um- und Ausland… Und der katholische Hilfspriester, der lädt an Fasnacht seinen Frust ab und den Rest des Jahres macht er den Bückling vor Kardinal Meissner? ein Interessantes System…

      • Daniel Münger sagt:

        Ach, Alfred. Woher wollen Sie schon wissen, was echte Zürcher können, und was nicht? Fasnacht haben wir ganz einfach nicht nötig. Spielt Ihr weiter mit Eurer Identität, sucht sie meinetwegen an der Fasnacht, aber masst Euch einfach nicht an, Euch auf die gleiche Stufe stellen zu wollen. Dazu braucht es etwas mehr als äs Gwändli…

  • kim sagt:

    wer nicht mehr fähig ist, alte bräuche zu ertragen, hat wohl bereits mit dem leben als solches abgeschlossen.

    • Andreas Müller sagt:

      Nur ist Fasnacht kein alter Brauch, zumindest in Zürich mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil. Vielleicht zuerst einmal etwas Geschichte und dann wieder meckern.

      • Geri sagt:

        A propos Geschichte: Auch in Zürich gabs bereits im Mittelalter die Fastnacht. Mit der Reformation wurde sie verdrängt. Aber heute muss man doch nicht mehr so stur und verklemmt sein. Meine Meinung.

  • Mephisto sagt:

    Danke für diesen Bericht. Fasnacht ist einfach nur bünzlig und peinlich. Werde nie verstehen warum Menschen dieses Treiben lustig finden.

    • Markus Berger sagt:

      Naja in Basel ist 9 Monate nach der Fasnacht die höchste Geburtenrate im Jahr 😉
      Die Fasnacht ist heute ein Kommerz Event – viele Beizen und Baren machen z.B in den Tagen einen Halbjahres Umsatz.
      Schlussendlich ein Event mehr, wo es zu 99% nur zum Saufen geht…

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