ÖV: Der Krieg der Düfte

Zürcher Trams können durch die Menge an Parfüm in der Luft bei offener Flamme explodieren.

Zürcher Trams können durch die Menge an Parfüm in der Luft bei offener Flamme explodieren.

Ich bin ein eingeschworener Fan des Öffentlichen Verkehrs. Er ist grün, sozial und in Zürich auch meistens pünktlich. Der ÖV ist offenbar so gemütlich, dass die Benutzer oft vergessen, dass sie nicht alleine sind. Am Samstagabend, wenn alle unterwegs in die Clubs, an die Partys, in die Oper oder an sonst irgendein soziales Beieinandersein sind, grenzt eine Fahrt im Tram aber an Körperverletzung.

Das äussert sich dann in einem geruchlichen Miasma, welches die Parfümabteilungen eines jeden Einkaufstempels an der Bahnhofstrasse wie ein Erfrischungstüchlein duften lässt.

«Nein, du wirst durch noch mehr Axe-Deospay heut abend nicht mehr Frauen flachlegen», möchte man dem jungen Mann einbläuen, «bei dem Gestank brechen sie eher ohnmächtig zusammen.» Und dem älteren, scharfrasierten Mann mit seiner sehr jungen Begleitung: «Du bist nicht plötzlich 20, nur weil der Typ in deiner Aftershave-Werbung einen Waschbrettbauch und noch alle Haare hat!»

Ehrlich, schon jedes einzelne Parfüm, Aftershave oder Deo kann ganz alleine  schon zu Atemnot führen, das Gemisch würde bei der UNO als Giftgas auf die Liste der geächteten Waffen kommen.

Und offenbar handelt es sich vorallem Samstagabends um einen Wettstreit, wer die grösseren Mengen an Duftwaffen auffahren kann. Chanel No. 5 ist die bevorzugte Kanone für junge Mädchen, die andere mit ihrer Weltgewandheit umlegen wollen.  Ältere Damen schiessen mit weichen Blumendüften hinter Perlohrringen zurück. Es gibt offenbar nur ein Entkommen: Das eigene Parfümpotential muss höher sein. Die Leute denken wohl, dadurch gäbe es ein Gleichgewicht des Schreckens.

Grundsätzlich sind Parfüms dazu gedacht, dezent eine angenehme Atmosphäre zu verbreiten. Man soll sich wohlfühlen in der Nähe eines parfümierten Menschen, ohne genau sagen zu können, woran es liegt. Parfüm ist nicht dazu da, das andere Geschlecht zu betäuben, bevor man es in die Höhle schleppt.

Ich bin wirklich nicht empfindlich, was Gerüche angeht – ich bin Raucher – aber das Samstagabend-Miasma hat mich schon soweit gebracht, dass ich ausgestiegen und wieder nach Hause gegangen bin. Die Parfümdichte ist manchmal  so ausgeprägt, dass ich mir beim Verlassen des Trams keine Zigarette anzünde, aus Angst, die Dämpfe im Wagen könnten explodieren.

Können wir uns nicht friedlich darauf einigen, das es genügt, zuhause nur ein Mal auf den Sprühknopf zu drücken?


75 Kommentare zu «ÖV: Der Krieg der Düfte»

  • Connys sagt:

    Alles nur kein Fahrenheit! Auf diesen Duft reagiere ich „allergisch“ und rieche ihne bereits 100 Meter gegen den Wind. Hattte vor 25 Jahre (schon so lange her???) das Vergnügen mit Fahrenheit, jeden Morgen im Badezimmer diese Wolke, welche der Herr des Hauses versprühte, bevor er zur Arbeit ging! Seither kann ich Fahrenheit nicht mehr riechen!

  • Meier Beat sagt:

    Also mir sind Parfume- und Aftershave-Gerüche immer noch lieber als wenn es nach Schweiss stinkt.

    • Michael sagt:

      Also ich fahre wirklioch jeden Tag mit dem 14er Tram und Teilweise grenz es schon an eine Körperverletzung was da alles an düften ich mich rumschlagen muss.
      Aber am schlimmsten finde ich es so Freitag/Samstag abend/nacht wenn die Jugentlichen in den Ausgang gehen und die Machos nicht genug „duften“ möchten 🙂

  • Martin Egli sagt:

    dieser Meinung das Parfumduft oder Unsauberekeit im öffentlichen Raum oft an versuchte Körperverletzung grenzt kann ich nur zupflichten, vorallem die süssen schweren Parfums verursachen bei mir Kopfschmerzen und Übelkeit

  • Elissa sagt:

    …keine sehr gute Nase, Herr El Arbi. Chanel N° 5 für junge Mädchen? No way! Das ist ein typisches Wechseljahr-Wässerchen für Frauen, die sich selber gerne in der Kategorie „klassisch mit Klasse“ einreihen und den Lebensabschnittspartner im Schlafgemach mit einer Marilyn-Monroe-Parfum-Illusionswolke zu betäuben versuchen.
    Jüngere Frauen („Mädchen“) schütten sich eher literweise Dior Hypnotic Poison, Paco Rabanne One Million und JPG Classique über. Bevorzugt solls in erster Linie nuttig riechen – natürlich nicht nach Sihlquai, sondern nach Edel-Escort, Frau hat ja schliesslich auch ihren Stolz. Und ihren Preis.
    Die noch jüngere Generation – verzweifelt bemüht, jeden Beweis ihrer Unerfahrenheit und Unsicherheit zu vernichten – killt jedes natürliche Duftmolekül am Körper mit cheapen Playboy- und Promidüften, die laut kreischend „Nachwuchs-Flittchen“ schreien. (Im männlichen Fall sprüht man das Zeug mit der Botschaft „Brünftiger Junghirsch mit immensem Testosteronüberschuss“ dort auf, wo die drei ersten Körperhaare wachsen und betet inständig, dass der Bschiss verhebt… )
    Mit ihrem Artikel hat das Ganze hier natürlich so gut wie gar nichts zu tun. 😉

    • Kevin Maria Sonderegger-Maskulingeruch alias Philipp Rittermann sagt:

      da haben sie rechts. chanel no. 5 ist ein klassiker und wird von damen mit stil ab 35 getragen. anhand meiner tochter kann ich auch bestätigen, dass die jungen damen mehr auf hippige trendparfums stehen, mit leichterer note. das ist ja auch gut so.
      ich persönlich wähle den duft, (falls ich das als nötig erachte), auch analog der saison, sowie dem anlass. cartier ist raffiniert und eignet sich für gehobenere feste. davidoff macht sich gut mit kollegen in der zigarren-lounge. im winter mal gerne auch fahrenheit. auf jeden fall sollten die männlichen düfte keinesfalls süsslich sein; sowas tragen nur bänkler in der midlife-crisis und schönheits-chirurgen.
      daneben ist es äusserst männlich auch mal den ungewaschenen charme eines hafenarbeiters zu versprühen -> bei unliebsamen sitzungen mit stolz die schweissflecken unter den armen präsentieren und zur verkürzung des verfahrens ist es dann auch durchaus legitim, den hosenladen einen spalt weit offen zu lassen…, oder so…. 🙂

  • Robert Neukom sagt:

    Ich muss mich da einem meiner Vorredner anschliessen. Ich sehe keine Satire in diesem Beitrag – sondern einfach eine überspitzte Darstellung eines Problems. Das ist keine inhaltliche Kritik an Ihrem Beitrag, sondern versucht lediglich, Ihnen das Etikett „Satire“ abzuknübeln, das Sie sich gerne verpassen.

    Die beste Definition von Satire hat kürzlich der Nebelspalter geliefert: „(…) hat womöglich noch nie jene Satire erlebt, die einem Hitze ins Gesicht und wohlige Schauer den Rücken hinunter zu treiben vermag: Weil sie nicht fremde Wertesysteme, sondern eigene Denkschablonen ins Wanken bringt – mit Nadelstichen, die gekonnt so dosiert sind, dass man sich der Kritik nicht verschliesst, sondern gerne ausliefert.“

    • Reda El Arbi sagt:

      Ja, Denkschablonen, was und wie Satire sein sollte, zum Beispiel. 🙂

      „Es gibt annähernd so viele Bestimmungen der satirischen Schreibweise, wie es Satiriker gibt, und keine Bestimmung trifft auf die Gesamtheit der Satiren zu. Ihre Gegenstände, Mittel und Funktionen wandeln sich im Laufe der Geschichte. Es ist daher unmöglich, sie scharf von der Komik, der Parodie und der Polemik zu trennen.“

      Ist nicht von mir, ist von hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Satire

      Aber ich bin froh, dass Sie mir jetzt erklärt haben, was genau Satire ist, und was nicht. 🙂 Ich gebs gleich an meine Freunde bei Titanic weiter. Die werden staunen!

  • Oliver sagt:

    das wird der wahre Grund sein wesshalb rauchen im ÖV verboten ist 🙂

  • Thomas Fischer sagt:

    Herr El Arbi, falls es Ihnen nicht zuviel Mühe macht, könnten Sie mir noch kurz aufzeigen, wo sich die Satire in dieser „satirischen Abrechnung“ wieder einmal versteckt (dieser Schlingel)? Einmal mehr kann ich sie nicht finden (auch nicht zwischen den Zeilen, wo es kaum noch Platz hat in dieser eher grob gehaltenen Abhandlung über ein weiteres Ihrer Luxusprobleme).
    Herzlichen Dank schon im Voraus!

    • Reda El Arbi sagt:

      Laut Statistik versteht jeder dritte Leser Satire nicht. Dieser dritte Leser ist aber überzeugt, sie zu erkennen, wenn sie vor ihm steht. Sorry, fragen Sie die anderen beiden Leser.

      (Das ist übrigens Sarkasmus, nicht Ironie)

      Und was Luxusprobleme angeht: Offenbar beschäftigen Sie Blogposts, deren Sinn Sie nicht sehen, auch mehr, als der Hunger in der dritten Welt. Sonst würden Sie wohl woanders kommentieren. (Das ist Sarkasmus mit einer Spur Zynismus)

      • Thomas Fischer sagt:

        Lieber Herr El Arbi

        Na also, es geht doch 🙂 Schade, dass Sie Ihre Fähigkeit, interessant zu schreiben, an das Kommentieren von Kommentaren verschwenden und nicht an Ihre Artikel. Aber Kopf hoch, das kann ja noch werden.

        Kleine Randbemerkung: Um Satire zu erkennen (oder eben nicht zu erkennen) müsste sie per se vorhanden sein. Wurde dieser Umstand von Ihrer Statistik berücksichtigt?

        Was meine Kommentare angeht: Ich bin der vielzitierte digitale Spiesser, welcher ausschliesslich dort kommentiert, wo er nichts zu suchen hat, da unwissend. Und da in höchstem Masse von der eigenen Übermenschlichkeit verblendet, ignoriere ich Ihre digitale Ausladung mit Freuden. Also.. machen Sie es das nächste Mal doch einfach besser und machen Sie mich glücklich! 🙂

  • Dino sagt:

    Alles kein Problem! Am besten einfach einen Ganzkörper-Schutzanzug tragen bei welchem sich die olfaktorischen Filter ausschalten lassen.

  • Alessandro di Sanzo sagt:

    naja….alle Leute, die hier schreiben, wie grässlich der Nachbar im Zug stinkt…sollten sich mal überlegen, dass genau dieser dasselbe über Euch denkt. Aber das würde einem Schweizer (nicht Nationalität sondern hier „Wohnender“) nicht in den Sinn kommen. Ihr seid die gleichen, die andere (irgendwelche) beschuldigen, dass sie am Fischsterben in den Meeren schuld sind. Einfach Stammtisch- oder Treppenhaus-Geplappere…

    Am liebsten würdet ihr ja noch vermutlich neben einem „Ruheabteil“ im Zug noch ein Abteil für Eure Geschmäcker gut riechende Menschen einrichten, selber aber mit Schweissfüssen rumstinken.

    Zum Thema: Lieber Parfüm als so „Pseudosaubere“, die das Gefühl haben, Ihnen gehört der Zug mehr als den anderen und noch ganze Abteile mit Handtaschen usw… reservieren/blockieren.

  • John sagt:

    Die Raucher stinken mit Abstand am schlimmsten. Am besten sie trinken dann noch Kaffee und verzichten auf das morgentliche Zähneputzen. Da kommt mir gleich das Kotzen. Ein bisschen zu viel Chanel No. 5 ist mir da viel lieber.

    • Roman Rebitz sagt:

      Dann sind sie wohl der Typ der jeweils neben mir im Zug hockt und nach Döner oder Hamburger stinkt !

  • pater aller sagt:

    die Raucher sind mit grossem Abstand die schlimmsten Stinker.

    • Reda El Arbi sagt:

      Das Abstimmungsresultat noch immer nicht verdaut? 🙂

      • pater aller sagt:

        welche Abstimmung? habe ich eine Abstimmung zur Abschaffung des Rauchens verpasst? Mist…

        • Kevin Maria Sonderegger-Stümpliraucher alias Phiiipp Rittermann sagt:

          tja, wer zu spät kommt, den bestraft das leben!! aber kollege aller hat schon recht -> man müsste in den öv wieder rauchen können – dann gäb’s wenigstens einen definierten gestank, jawoll!! 🙂

          • Daniel sagt:

            @Pater Aller: Bei uns Rauchern weiss man wenigstens nach was wir Riecen, aber bei Euch Nichtrauchern ist es immer so eine Sache nach was Ihr zur „Schnörre“ raus stinken! Gruss von einem Zigarren raucher!

  • Lia sagt:

    und dann wundern sich alle, dass sie keinen passenden Partner finden, wenn alle Stadtbewohner ihren natürlichen Duft mit Parfums überdecken. Es gibt nichts angenehmeres als einen nicht parfumierten, frisch geduschten Menschen.

  • Daniel sagt:

    Ich fange an innerlich zu Kochen, wenn irgendwelche alten Leute neben mir stehen, besonders Männer, die nach Knoblauchpillen zum Mund raus stinken. Dagegen sind mir irgendwelche Parfum-Düfte noch ziemlich egal, aber das andere… Das geht nun einmal gar nicht!

  • Kevin Maria Sonderegger alias Philipp Rittermann sagt:

    gutes thema. ob parfum, schweiss, knoblau, exotische gewürze, bierfahnen, etc. etc….. – die mischung macht den brechreiz aus. und – je überfüllter die öv, desto schlimmer. daneben graut mir nur schon, die haltestangen zu berühren wenn ich mir vorstelle, dass die gerüche von leuten stammen, deren hygienebewusstsein dem eines verwesenden itlis gleicht. ich nehm‘ (unter anderem) das auto, wo es nur geht. sollte ich doch einmal, (was hin und wieder vorkommt), genötigt sein, die öv zu benutzen, gibt’s zuhause nur eines -> eine gründliche hand- und -unterarmwäsche mit meiner bewährten arzt-seife.

    • Chun G. Aman sagt:

      Genau, Kevin!
      Der menschliche Körper und seine Ausdünstungen und Säfte sind sowas von ekelig und giftig dass dem ist nur mit rigider Desinfektion, antibakteriell Keulen und Agent Orange beizukommen ist. Zum Glück gibt es noch etwas so sauberes wie mein Auto!

      • Kevin Maria Sonderegger-Stümpliraucher alias Phiiipp Rittermann sagt:

        stimmt absolut, herr aman. vielleicht sollte man das altbewährte entlaubungsmittel mal in den öv zur enthaupthaarung einsetzen – so als ultimatives mittel gegen schuppen! 🙂

    • Roman Rebitz sagt:

      Sie sollten sich Ganzkörper-Vakuumieren lassen, dann hat es sich mit ihren Düften und mit dem riechen der anderen Düfte auch erledigt 🙂 Danke für ihr Entgegenkommen.

  • fast sagt:

    Ganz anderst geht es da einem Arzt oder Zahnarzt, der sich manchmal freut, wenn gewisse Gerüche auch mal von der Parfümerie übertüncht werden. Nicht der ÖV alleine macht das ganze Leben aus

  • Jane sagt:

    Hört einfach auf mit diesem Züricher. Nein, es gibt keine Züricher in der Schweiz! Gopfriedli!

    • Gregi sagt:

      haha, gut gebrüllt Jane! es wird wohl noch eine ganze weile gehen, bis alle hier ansässigen ‚einwanderer aus dem grossen kanton‘ gelernt haben, dass es ‚zürcher‘ und nicht ‚züricher‘ heisst. und dann nochmals etwa zwei jahre, bis sie den sinn von ‚gopfriedli‘ begriffen haben..:-)

  • Peter Banz sagt:

    Stimme ihnen völlig zu. Im Übrigen gibt es auch Personen, die allergisch auf starke Duftstoffe reagieren. Für die ist es eine Tortur. Immerhin gibt es eine einfache Methode, wenigstens die Geruchsbelästigung zu minimieren: durch den Mund, statt die Nase atmen (ein- und ausatmen). Ist vielleicht zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber gut.

  • christian koch sagt:

    Scheinbar sind die Züricher solche schweinchen das sie sich so parfümieren müssen

  • Hasenohr sagt:

    …..Eigentlich eine traurige Gesellschaft die keine anderen Problehme zu haben scheint….!
    typisch für Zürich…

    • Reda El Arbi sagt:

      Wenn wir uns bei den kleinen Problemen anständig verhalten, ist es wahrscheinlicher, dass wir uns bei den grossen Sachen auch verantwortungsvoll zeigen. Was nützt mir ein grosser Denker und Philosoph, der seine direkte Umgebung schlecht behandelt?

    • Lia sagt:

      natürlich hat man andere Probleme. Aber das hier ist ein Stadtblog, ein Geplauder, und kein Politblog. Eigentlich ein trauriger Mitbürger, der dies nicht erkennt..

    • arni sagt:

      ganz der Meinung wie Hasenohr – keine anderen Probleme??? Zudem finde ich die Fresserei und dessen Gestank in den öV viel schlimmer.

  • sissy sagt:

    nicht nur in den züricher öv wird meine empfindliche nase manchmal bis zum brechreiz gekitzelt…neulich sass ich an einer sushi bar und belohnte mich nach absolvierter prüfung mit feinstem vom förderband..ein pärchen setzte sich neben mich und damit verbunden eine wolke des süssen, penetranten duftes. ich weiss nun nicht mehr, ob das mehr an wasabi oder das zuviel an duft meinen gaumen lahm legte; egal: ich verlor meinen appetit und musste gehen…das positive daran: ich bin mir meiner hohen sensorischen sensibilität einmal mehr bewusst geworden:-) das thema sollte im knigge behandelt werden.

    • Franz Fellmann sagt:

      Sie Ärmste!
      Immer nur von fremden Düften und Gerüchen belästigt! Ich hoffe, Sie haben Ihre Prüfung nicht nur dank Ihrer ausgeprägten sensorischen Fähigkeiten bestanden, sondern wegen ihrer Kompetenz, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden. Ist Ihnen auch schon mal in den Sinn gekommen, dies im Alltag anzuwenden? Gerüche, Ausdünstungen, Gestänke, einfach mal hinzunehmen und dem Anderen sein “ demokratisches Recht“ auf seine eigene „Wolke“ zu zu gestehen? Wieso sind eigentlich alle Blogs von „Outdoor“ bis „Züritram“ immer voll mit dem Thema Ausdünstungen? Kann der moderne Mensch den anderen schon gar nicht mehr „riechen“, weil er sich so unglaublich toll vorkommt?
      Ich hätte da schon ein paar Fragen.

      • Maria Sah sagt:

        Ihnen sollte man das Fell über die Ohren ziehen, Herr Fellmann
        [Übertreibung aus]

        Ich finde ihre Unterstellung an Sissy ziemlich anmassend, denn dass es für sie wichtig wichtig ist sollte leicht zu erkennen sein.
        Woher wissen Sie denn, dass ihre wichtigen Themen auch von allen anderen für wichtig gehalten werden?
        Möchen Sie von jenen, die Ihre Ansicht nicht teilen, nicht wenigstens ernst genommen werden?

      • sissy sagt:

        *schmunzel*…lieber herr fellmann
        nun regen sie sich doch nicht auf! das ist höchst ungesund. ich schrieb de facto nur von zuviel duft, nicht von gestank oder ausdünstung. davon schreiben sie. ich sehe in den wörtern wesentliche unterschiede.

    • Meleana sagt:

      züricher öv, tja, hauptsache der züricher see stinkt nicht. ein für alle mal: es heist zürcher! zürcher! zürcher! und der see heisst zürichsee, allenfalls zürisee, aber niemals, niemals zürichersee!

      • sissy sagt:

        herrlich, excusez moi…..das „züricher geschnetzelte“ existiert aber doch??!!?? man mag mir, der waschechten bernerin, meinen sprachlichen fauxpas verzeihen. ich denke meistens in essen und trinken..

  • Christian Duerig sagt:

    Gäbe es die Düfte nicht im Tram, ich würde zu Fuss gehen. Ich bin süchtig nach Düften und suche immer nach den neusten Kreationen. Schliesslich gefällt mit auch die Mode. Adieu, Ihr Bauern. Bern ist und bleibt mit seinen Röhren die schönste Stadt der Welt. Hier, in diesen Röhren, sind die Düfte gefangen.

  • Jane sagt:

    Ich war vor einer Woche im Schiffbau und habe Genesis gesehen. Obwohl ich Parfüms mag, habe ich an diesem Abend ganz bewusst darauf verzichtet, weil ich meinen Mitmenschen um mich nicht zumuten wollte, 5 Stunden in meiner Wolke zu sitzen. Genau das hat eine ältere Dame neben mir gemacht. Ihr Parfum war so penetrant, dass es mir in der Nase und im Hals weh getan hat. Zu allem Elend hat sie auch noch alle zwei Minuten ein: Hmhm, ja ja, ha… von sich gegeben. Aber das ist dann ja ein anderes Thema.

    • Chun G. Aman sagt:

      Liebe Jane, wenn Sie die Musik von Genesis überstehen kann Ihnen kein noch so übler Geruch etwas anhaben. Tun Sie nicht so indigniert!

      • Jane sagt:

        Aha, Sie Siebengescheiter denken, ich sei an einem Konzert von Genesis gewesen? Gibt’s die Band eigentlich noch?

  • Patrick Lenhart sagt:

    Ich empfehle Mentholpaste oder Tigerbalsam, davon nur ein ganz wenig auf die Haut zwischen Nase und Oberlippe reiben und man kann sich unebdenklich sogar in einen Schweinstall begeben ohne Geruchsbelästigung. 😛

  • Fischbacher, Chrigel sagt:

    Man sieht die Mitmenschen.
    Man hört die Mitmenschen.
    Aber man kann sich wenigsten einen Stumpen anzünden um muss sie dann
    nicht auch noch riechen.
    ( weiss nicht mehr wer das gesagt hat )

  • Immanuel Felder sagt:

    Mal positiv betrachtet: Zufällig nicht parfümierte Duftafficionados haben die Chance, sich im atem(be)raubenden Gegenüber selbst zu erkennen – wenigstens so lange sich der eigene Geruchssinn nicht auf das vorherrschende Gemisch eingepegelt hat. Mit etwas Feingefühl, Intelligenz und Empathie enwickelt sich da und dort die angestrebte Eleganz. Aber eben, nur da und dort. Der Durchschnitt sucht nicht inspirierende Raffinesse, sondern beeindruckende Steigerung.

  • Gerhard sagt:

    Alles halb so schlimm verglichen mit jenen Subjekten, auf die man frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit im öffentlichen Verkehr trifft,
    und an denen die Erfindungen von Zahnbürste, Zahnseide und Zungenschaber offensichtlich spurlos vorübergegangen sind,
    und die einen derart bestialischen Maulgestank verbreiten, dass er waffenscheinpflichtig sein müsste.

  • Allwissend! sagt:

    Genau deshalb habe ich, solange es sie noch gab, immer die Raucherabteile im ÖV genutzt. Ich wünsche sie mir oft wieder zurück!

    • alfredo borlotti sagt:

      Seit wann haben Raucher keinen Mundgeruch und verwenden kein Parfüm, Deo, Mundspray? Im Raucherabteil kommt einfach noch der Alt- und Frischrauch geruch dazu.

  • Allwissend! sagt:

    Ebenfalls an Körperverletzung grenzt es wenn ein „lieber“ Mitbenützer des ÖV schon am frühen Morgen (07.02( im Zug ein Thonbrötli mit reichlich Zwiebeln auspackt und es, sehr zum Leidwesen aller Mitreisenden, genüsslich verzehrt!
    ebenso Körperverletzend finde ich persönlich Menschen die noch immer blind dem Glauben folgen, Knoblauchtabeletten, hülfen gegen Alzheimer! Oder solche die selten oder nie was von Kleider waschen/reinigen oder auch nur auslüften gehört haben.
    eigentlich sollte es im ÖV für jedermann frei zugängliche Sauerstoffmasken geben – das wäre eine grosse Erleichterung!

    • Bernhard Eigenmann sagt:

      Hei nei, nichts gegen Tönbrötli mit Zwiebeln, bitte. Mir läuft jedes Mal das Wasser im Mund zusammen, wenn der Fahrgast neben mir sich so eine Delikatesse reinzieht.

      • Allwissend! sagt:

        ich bin froh das ich für längere Strecken wieder auf‘ Auto ausweichen kann. Da ist es mir eschnurzgal ob ich damit die Umwelt versaue- solange es so rücksichtslose Menschen gibt ist das mein gutes Recht und ich geniesse es in vollen Zügen – da darf ich sogar mit Hochgenuss meine Zigi oder gar die Zigarre rauchen und kein „Tönbrötli oder Billigparfüm verdirbt mir den Tag oder die Fahrt!

  • reto sagt:

    Tja, schade ist das Rauchen im Tram verboten, dann müsste man diese Düfte nicht riechen. Auch in den Clubs wars mit Rauchschwaden wesentlich angenehmer, heute stinkts dort nach Schweiss und Pisse.

  • yvonne sagt:

    Raucher oder nicht , wo er Recht hat , hat er Recht. Ich habe mich köstlich amüsiert über seine Art Humor.

  • Lilly sagt:

    Das ist so mit dem Parfumgestank. Seit Jahren verzichte ich darauf. Deo, Bodylotion und Haarlack ist schon genug. Wenn ich durch ein Warenhaus gehe, eile ich möglichst rasch an der Parfumerie vorbei, manchmal wird mir auch schlecht. Darum bevorzuge ich mein Auto, besser als in den stinkigen ÖV.

    • Christoph Schweizer sagt:

      Hihihi … ja – vor der Eingangstür noch einmal tief Luft holen und dann ‚Gring ache u seckle’…!

  • Karl Odermatt sagt:

    @Reda El Arbi: Da Sie Raucher sind, können Sie selber eben nicht wahrnehmen welch bestialisch-beissender Rauchgeruch Ihnen anhaftet wenn Sie in den ÖV einsteigen. Da sind mir die Parfümdüfte um Welten lieber…..

    • Reda El Arbi sagt:

      Und wie ist es mit Rauchern, die sich dann auch noch übermässig parfümieren?

      • Berhard Ebermann sagt:

        Explosive Mischung. Getoppt nur noch durch die Raucher, die im Moment der Türöffnung inhalieren und den Rauch im Moment der Türschliessung, nota bene im Tram, von sich geben. Vermischt mit einer Note Schweiss und billigem Parfüm absolut rekordverdächtig.

  • diva sagt:

    dem kann ich nur beipflichten!

  • Hans sagt:

    Erstens hat El Arbi grundsätzlich recht.
    Zweitens finde ich es amüsant, dass ausgerechnet ein bekennender Raucher sich so sehr über dieses Thema ereifern kann.
    Drittens ist mir aber zuviel Parfum immer noch tausend mal lieber als Schweissgestank, Alk-Fahnen oder abgestandener Rauchgeruch!

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