Das Festival, der Skandal & Scientology

John Travolta küsst seinen angeblichen Geliebten. In Zürich eher ein Sympathie-Bonus. aber bei Scientology streng verboten.

John Travolta küsst seinen angeblichen Geliebten. In Zürich eher ein Sympathie-Bonus. aber bei Scientology streng verboten.

Erinnern Sie sich noch an den Eröffnungsfilm des Zurich Film Festival von 2009? Ich auch nicht. Aber an den Stargast und die Folgen werden sich wohl noch alle erinnern. Der geständige und flüchtige Kindervergewaltiger Roman Polanski sollte eine Auszeichnung abholen und wurde bei Einreise verhaftet.

Die Organisatoren des ZFF,  Nadja Schildknecht und Karl Spoerri (mit «oe» nicht mit «ö»!), waren zuerst von der riesigen Aufmerksamkeit für ihr kleines, feines,  aber bis dahin eher unbekanntes Festival überfordert. Plötzlich waren sie im Fokus der Weltpresse: moralische demente Kunstschaffende organisierten Demonstrationen zur «Befreiung» von Polanski und liefen mit «Free Polanski»-Pins vor den Festivalkinos herum, als sei der Filmemacher ein Freiheitskämpfer und nicht ein Mann, der eine 13-Jährige unter Drogen setzte und – zwecks Verhütung – anal vergewaltigte.

Als im gleichen Jahr das Golden Icon vergeben wurde, suchten sich die Verantwortlichen Morgan Freeman aus. Naja, Polanski konnte er zwar nicht toppen, aber immerhin schlief er mit seiner damaligen Stieftochter. Aber wenigstens mit deren Einverständnis.

Dann wurde es einige Zeit ruhig um das ZFF, die Filme rückten wieder in den Vordergrund – aber irgendwie schien das den Organisatoren nicht zu passen. Für 2012 suchten sie sich den Darsteller aus, der in den letzten 12 Monaten wahrscheinlich am Häufigsten mit Skandalen in der amerikanischen Boulevardpresse war: John Travolta, der gezwungene Scientologe. Der Actionheld, der offenbar schwule Affairen lebt.

Naja, als Homosexueller hätte er in einer liberalen Stadt wie Zürich natürlich klar Sympathien, nicht aber als Scientologe. Vor Allem, da ihm nachgesagt wird, er hätte wegen seiner scientologischen Doktrin bei einem Krampfanfall die Behandlung in einem örtlichen Spital (Bahamas) zuerst verweigert und so seinen Sohn Jett sterben lassen. 

Natürlich werden sich die Schweizer Medien um Travolta reissen. Da ist zwar auch noch Herbert Grönemeyer, den die People-Journis nach dem Tod seiner Frau und seines Bruders, oder nach seiner (nicht mehr so) neuen Schweizer Partnerin, fragen können, aber das ist alles schon etwas abgelutscht.

Aber Hauptstache Glamour, People und Skandale –  echte Promis auf dem grünen Teppich, neben denen sich unsere Cervelat-Prominenz für Minuten ein wenig im Abglanz sonnen kann. Witzig ist übrigens, dass die People-Journis der einschlägigen Schweizer Publikationen auch immer  in Gala-Garderobe zur Berichterstattung antanzen, um vom Rande aus wenigstens die Brosamen des Ruhms stilgrecht aufpicken zu können.

Und die Filme? Darum sollen sich doch die Film-Nerds kümmern. Nächstes Jahr kann sich sowieso niemand mehr daran erinnern. Aber der Glanz der Stars brennt sich für immer in die Mauern des Corso-Kinos …


68 Kommentare zu «Das Festival, der Skandal & Scientology»

  • Nick bruggmann sagt:

    „Ich kenne mind. 3 Aussteiger, die keine bizarren Dinge erzählen oder sich beschweren.“
    Aha, wieso sind sie dann ausgestiegen?

    Jungs, mit Rollschuhen auf dem Kies losseckeln und sich dann selbst ins knie schiessen… Nein, mit solchen Mitgliedern kommt ihr nicht weiter

  • Felix sagt:

    Gerüchte sind ja schön und gut, ich persönlich verlasse mich lieber auf meine Menschenkenntnis. Durch alles was ich über den Menschen John Travolta seit „saturday night fever“ hörte, traue ich dem folgenden Bild von ihm viel mehr, auch wenn es weniger „boulvardistisch“ ausgeschlachtet werden kann:

    John Travolta ist ein richtiger Familientyp, treu und sympathisch.

    Dass dies den skandallüsternden Medien nicht passt und sie sich dann Themen wie Scientology oder einer unterstellten Homosexualität widmen, ist einfach mit dem Mangel an wirklichen Skandalen rund um Travolta zu erklären. Auch das Gerücht im Zusammenhang mit dem Tod seines Sohnes Jett ist und bleibt ein Gerücht das durch die Wiederholung in den Medien nicht wahrer wird.

    Mir war John Travolta sympathisch bevor ich wusste dass er Scientologe ist und dies hat sich dadurch auch nicht geändert.

  • Peter sagt:

    Da wird jede kuriose Behauptung von Scientology Aussteigern aufgegriffen, um John Travolta ins schlechte Licht zu rücken. Ich bin seit über 20 Jahren Scientologe und es gibt weder eine Doktrin gegen Schwule noch hat Scientology ein Problem damit.

    • Reda El Arbi sagt:

      Naja, als Scientologe würde ich mal Ihre Objektivität und Unabhängigkeit anzweifeln.

      • Peter sagt:

        Meine Objektivität und Unabhängigkeit lässt sich daran messen wie intensiv und differenziert ich mich mit Vorwürfen gegenüber Scientology auseinandergesetzt habe; lesen Sie meinen Blog. Übrigens ist die Informationsquelle, auf die Sie in ihrem Artikel verlinken, ein dubioser Scientology Aussteiger; er erzählt in den Medien alles, was sich gut anhört. Ich habe mich auch mit seinen Behauptungen auseinandergesetzt und kann aufzeigen welche Falschinformationen er verbreitet.

        • Reda El Arbi sagt:

          Tut mir leid, aber jeder Scientology-Aussteiger hat für mich grundsätzlich schon mal mehr Glaubwürdigkeit als ein Scientology-Mitglied. Das ginge mir mit jeder obskuren Sekte mit Weltherrschaftsanspruch so, nicht nur bei Scientology.

          • Peter sagt:

            Gilt ihre Meinung über Scientology-Aussteiger auch für diejenigen Aussteiger, die sich nicht über Scientology beschweren oder bizarre Dinge erzählen? Wie kann es sein, dass in den Medien nur diejenigen Aussteiger präsent sind, die Horrorgeschichten erzählen? Ich kenne mind. 3 Aussteiger, die keine bizarren Dinge erzählen oder sich beschweren.

            Der Weltherrschaftsanspruch ist schon vielen Gruppierungen (jüdischen Religion, Bahai, Freimaurer etc.) unterstellt und nie bewiesen worden; Scientology bildet da keine Ausnahme. Dieser Weltherrschaftsanspruch ist eine alte Verschwörungstheorie; Menschen lassen sich leicht davon beeinflussen. Die Geschichte zeigt, wie Minderheiten dadurch diskriminiert oder verfolgt worden sind.

  • Katharina sagt:

    Scientoogy ist überhaupt nicht Minderheit, sondern im Business in Hollywood sehr dominant. leider.

    Travolta ist als Schauspieler sicher unter den besten. Als Mensch ist er sehr umgänglich und führt sein Privatleben redlich.

    Dass er vielleicht auch mal mit einem Mann intim sein will, ist eigentlich ein Nicht-Thema.

    Die Polanksi Sache ist etwas komplizierter, weil er eigentlich einen plea deal mit den Behörden in Los Angeles vereinbarte und ein karrieresüchtiger DA diesen dann missachtete. Wäre das nicht geschehen, hätte er seine Strafe schon abgesessen gehabt, als er die USA verliess. Das ist der Grund, dass die Schweiz schlussendlich dem Auslieferungsbegehren nicht statt gab.

    Die junge Frau wurde damals von ihrer Mutter! in den Kreisen des Filmbusiness regelrecht als Sexobjekt herumgereicht, in der Hoffnung auf einen Deal und Durchbruch der Tochter im Showbusiness. Polanski ist da nicht der einzige Täter.

    • Reda El Arbi sagt:

      Naja. das nimmt Polanski die Verantwortung nicht ab. Er hat sich wie ein Schwein verhalten. Egal, wer ihm das Mädchen zugehalten hat. Oder ist Sex mit Kindern ok, wenn das Kind von anderen herumgereicht wird?

      • Katharina sagt:

        Sicher ist es nicht ok. Und meiner Meinung nach war Zeit, die er abgesessen hat, zu wenig. Aber es geht hier auch um due process, Korruption und Befangenheit in der Staatsanwaltschaft von Los Angeles. So sind die Umstände des plea deals obskur. Dieser wurde vom Anwalt des Opfers ausgehandelt, um sie vor dem Ungemach und der Entwürdigung in solchen Gerichtsverhandlungen zu schützen. Es bleibt unklar, ob der deal überhaupt rechtens war.

        Die Fragen der Korruption und die Implikation anderer Celebrities in dem Fall lassen vermuten, dass die heutige Situation allen Seiten mehr nützt als wenn der Fall aufgerollt wird. Leider, denn die Korruption im LAPD ist stadtbekannt und alle solche Fälle wurden auf die eine oder andere Art in eine Sackgasse geführt, siehe Rodney King oder O.J. Simpson als andere Hochprofil-Fälle. Es ist in diesem Fall ja auch seltsam, dass Polanski über seinen US-Anwalt erst um eine Verurteilung in Absentia gebeten hat, als er in der Schweiz in Hausarrest war, eine Option, die das Verfahrensrecht vorsieht und ihm immer zur Verfügung stand. Das Kalifornische Gericht kann aber darauf nicht mehr eingehen, gerade wegen der due process clause.

        Zudem hat sich ergeben, dass Polanski von anderen Frauen ähnliche Vorwürfe gemacht wurden, und diese Aussagen sind notariell beglaubigt und beim Los Angeles District Attorney deponiert. Wohl der Grund, dass eine Verurteilung in Absentia erst in Betracht gezogen wurde, als er in Hausarrest war und die Chance gross, dass er ausgeliefert wird.

        die Schweizer Entscheidung ist eigentlich nur Antwort und Reaktion darauf, dass das Los Angeles Gericht keine Einmischung der Schweizer Behörden in den Fall dulden konnte. Deren Forderung versiegelte Dokumente einsehen zu dürfen, wäre eine Verletzung des Verfahensrechts gewesen, da die Schweizer Behörden nicht Partei im eigentlichen Fall sind.

  • H. Mertner sagt:

    Der Artikel ist billigste Hetze ggn. Minderheiten (8cientology) und Opfer des
    repressiven US-Sexualstrafrechts (Polanski). Letzterer hatte einvernehmlichen(!)
    Sex mit einer frühreifen 13-jährigen, die zuvor schon einige andere Liebhaber hatte,
    was wahrlich kein Verbrechen ist! Den Jargon der repressiven US-Justiz , die bekanntlich
    aus JEDEM Sex von Minderjährigen – auch untereinander ! – eine „Kinder-Vergewaltigung“
    konstruiert, zu übernehmen, ist einfach widerlich! Die USA wollen JEDEN Teenager-Sex verbieten,
    wozu Polanski et. al. als prominete Opfer herhalten müssen.
    Dehalb muss ein so verdienter Künstler verteidigt statt so eklig beschmutzt werden
    und dem reaktionären US-Sexualstrafrecht entgegengetreten werden !

    • Reda El Arbi sagt:

      Naja, in der Schweiz wär er für dieselbe Tat länger hinter Gitter gewandert. Nur schon für die Abgabe der Drogen an Minderjährige. Aber egal. Und auch wenn er noch so viele gute Filme gemacht hat: Er hat ein Kind unter Drogen gesetzt und hatte danach Sex mit ihr. Das ist in jedem westlichen Land strafbar.

      • H. Mertner sagt:

        Die angebl. „Unter-Drogensetzung“ eines „Kindes“ (wieder einnmal statt TEENAGERS!) ist genauso umstritten wie andere Details jenes Nachmittags. Vielleicht hat er mit ihr einen Joint geraucht, nun ja. Aber in KEINEM anderen westl. Land hätter er – noch dazu in den 70ern! – eine derartig martialische Strafe für seine „Tat“ (für die er ja infamerweise auch schon mehr als 6 Monate im US-Gefängnis sass!) zu erwarten gehabt wie in den USA.
        Nochmal: Warum wird nicht die projektiv bösartige und masslos grausame US-Sexualstraf-Justiz, die das finstere Ziel der Kriminalisierung von JEDEM Teenager-Sex verfolgt, angeprangert, sondern dessen Konstruktionen übernommen und seine Opfer immer weiter verhetzt?

        • Reda El Arbi sagt:

          Sie befürworten also irgendwie, dass man Schulmädchen unter Drogen setzt und dann als 40-Jähriger mit ihnen schläft? Wahrscheinlich ist auch noch dsa Mädchen schuld? Sie denken, er wurde für diese „Lapalie“ zu hart bestraft, der Arme?

          • H. Mertner sagt:

            @Reda
            Ich meine, man soll die Dinge im tatsächlichen Rahmen, den ich oben skizziert habe, sehen, keinesfalls die projektiv -verfolgungswütende Sicht der US-Justiz übernehmen!
            Wer die USA kennt, weiss, wie wirklich krank dort die Sexualgesetzgebung v.a. ggn. Jugendlichen wütet!
            (Nur ein Beispiel am Rand: Junge Frauen können in New York bestraft werden für Fahrradfahren im Mini-Rock,
            da sie „die Autofahrer ablenken würden“! Soll das hier auch übernommen werden?
            Und das ist noch ein harmloseres Beispiel für die verordnete öffentliche Prüderie!)

            • Reda El Arbi sagt:

              Hier gehts aber nicht um US-Gesetze, Fahradfahren oder Waffenbesitz. Hier gehts um einen über 40-Jährigen, der eine 13-Jährige unter Drogen setzte und anal penetrierte. Ich bin wirklich nicht prüde, aber ich denke, es gibt Dinge, die vielleicht bei kranken Männern als „normal“ gelten. bei mir nicht, sorry. Ein Mann, der eine 13-Jährige in dieser Art missbraucht, wär hier nicht nur ein paar Monate im Gefängnis- Ausserdem würde in der Schweiz diese Tat nie verjähren.

          • Katharina sagt:

            @Reda:

            gemäss Gerichtsunterlagen (Anklageschrift) war es sowohl anal, oral als auch vaginal. das alleine ergibt three counts. Es gibt bei dem Fall kein Statute of Limitation.

            @Mertner. echt..shut up. was Sie von sich geben, stimmt leider nicht. ich lebe hier (Kalifornien). bei minderjährigen wird die gleiche Regel wie in der Schweiz angewandt, also die Altersdifferenz zählt. Age of consent ist 18.

            zudem geht es hier im Vergewaltigung, die Polanski eidesstattlich auch zugegeben hat. die ihm angedrohten 90 tage im Gefängnis sind eigentlich milde und ich bin überzeugt, dass das Schweizer StGB für ähnliche Fälle weit mehr als 90 Tage Strafe vorsieht, plus andere Massnahmen der psychiatrischen Art. also.

          • H. Mertner sagt:

            @Katharina

            Meine – wirklich gute – Antwort auf dein „shut up“ wurde leider gestern Abend weg-zensiert,
            so einfach und so unredlich!
            So lässt sich keine Diskussion führen und den Polanski- (und meinen) Gegnern wird das Feld überlassen, schändlich. Aber wahrscheinlich wird auch dieser (vermutlich) letzte Beitrag von mir zensiert?

            • Reda El Arbi sagt:

              Sie haben ausführlich dafür plädiert, dass der Missbrauch von 13-Jährigen unter Drogen unter den Begriff „sexuelle Freiheit“ geht und vollkommen normal ist. Klar, der Beitrag wurde gesperrt und Ihre IP-Adresse den zuständigen Stellen übergeben.

      • Michael sagt:

        @Mertner: Gemäss Ihrem Post gewinne ich den Eindruck, dass Sie Sex mit Kindern befürworten. Sie wissen hoffentlich. das dies in der EU wie in den USA ein Offizialdelikt ist und von amtes Wegen verfolgt wird? Ich hoffe für Sie, dass dies nur eine überschäumendes, kurzsichtige Denke ist und Sie dieses peinliches Verhalten eigentlich nicht zu Ihnen passt.

        Und das Sie das ganze über einen sicheren Proxy schreiben…

        Und: Bitte hören Sie auf 40 jährige Männer zu verteidigen die mit 6 Klässlerinnen Sex haben.

        • H. Mertner sagt:

          @Michael
          Wie bedrohlich und inquisitorisch die Polanski-Verfolger doch gleich werden!
          Wer Polanski verteidigt, soll am besten gleich selber verfolgt werden, lese ich aus
          Ihrem post heraus, wie abscheulich! Wenn Ihnen der Unterschied zwischen Kinder-Schändung
          und – ich wiederhol’s – einvernehmlichen! Sex mit einem Teenager, die schon mehrere Liebhaber zuvor hatte,
          nicht klar ist, haben Sie vielleicht ein Problem.
          Aber zu suggerieren, ich würde irgendeine Kinder-Schändung befürworten, ist eine
          bösartige und unverschämte Verleumdung!

          • Reda El Arbi sagt:

            Einvernehmlicher Sex unter Drogen? Und noch was: Eine 13-Jährige ist rechtlich gar nicht fähig. über ihren Körper zu verfügen. Alle ENtscheidungen zum Körper einer 13-Jährigen werden noch von den ELtern getroffen. Egal ob Tattoo, medizinischer EIngriff oder eben Sex. Es ist nicht so, dass sie mir einem anderen Teenager geschlafen hat. Sie wurde von einem dreimal so alten Mann unter Drogen gesetzt und dann missbraucht. Aber vielleicht ist das ja, was Sie sich unter einvernehmlichen Sex vorstellen.

          • H. Mertner sagt:

            Ach @Reda,
            Wahrscheinlich haben US-Teenager auch keinen eigenen Willen,
            da das US-Gesetz ihnen irgendwelche Entscheidungen erst ab 18 zugesteht?

            Belassen wir’s, immer die gleichen Verdrehungen und Behauptungen!

            • Reda El Arbi sagt:

              Ach Herr Mertner, dreizehnjährige Mädchen sind keine 18-Jährigen. Auch keine 15 oder 16-Jährigen. Sie verteidigen aus mir unverständlichen Gründen noch immer einen 40-Jährigen, der sich ein Kind mit Drogen gefügig gemacht hat und das Mädchen dann missbraucht hat. Wo ist da der freie Wille? Reden Sie Klartext und verstecken Sie sich nicht hinter Gesetzeskritik: Ist Polanskis Tat für Sie in Ordnung? Ein kleiner Fehltritt? Oder eine verurteilungswürdige Straftat?

  • Rudi Hunziker sagt:

    Kann es sein, dass mein Artikel nicht publiziert wurde? Werden nur autorenfreundliche Artikel publiziert?

    • Reda El Arbi sagt:

      Nein, es werden nicht nur autorenfreundliche Kommentare veröffentlicht. Aber ein gewisses Mass an Anstand gegenüber anderen ist Voraussetzung. Sorry.

      • Rudi Hunziker sagt:

        Anstand? Sie haben einfach einen kritischen Artikel gegenüber ihrer Arbeit und ihrem Stil „unterschlagen“. Bestätigt eigentlich nur, was ich in meiner „unanständigen“ Kritik formuliert habe. Jemand der selber die Worte „Schwein“ in seinem Artikel nutzt, sollte doch anderen nicht den Spiegel vorhalten.Wäre schön, wenn sie die Statur hätten, das zu veröffentlichen und nicht so selbstgefällig zu sein. Das ist auch eine Art „Machtmissbrauch“ und diesen kritisieren sie ja zu recht.

        • Reda El Arbi sagt:

          Lieber Rudi,
          Sie haben mich nicht kritisiert, sondern mich auf einer persönlichen Eben angegriffen. Sie haben weder Argumente noch sonst irgendein Fakt gebracht, sondern mir Neid unterstellt und mich in anderen Aspekten meiner Arbeit diffamiert. Wieso genau sollte ich sowas bei einem meiner Blogposts durchlassen? Damit Sie sich besser fühlen? Eröffnen Sie doch einen eigenen Blog- Ausserdem benutze ich das Wort Schwein in Zusammenhang mit einem verurteilten Kindervergewaltiger. In meinen Blogposts ist das angemessen.

  • Peter Panther sagt:

    Das es hierzulande auch sehr viele gibt, die Polansky&Co. vehement verteidigen ist schlicht skandalös!!! Passt aber wunderbar zu diesem verlogenen und scheinheiligen Gesicht der Armee der Unterstützer! Ein Kinderschänder ist und bleibt für immer Kinderschänder!

    • gordana starcevic sagt:

      genau! Denn dies kann man nicht einfach als Kavaliersdelikt abtun, dass sich die sogenannte Schickeria sich so anbiederte jegliches Mass an Empathie und auch an gesunden Menschenverstand vermissen liess, ist einfach nur grässlich. Obwohl Polanski einige Meisterwerke geschaffen hat, ist und bleibt er für mich ein Verbrecher. Es gibt Schlimme Dinge, aber ein erwachsener Mann, der sich an kleinen Mädchen vergreift ist kein richtiger Mann. Und wie man ihn verteidigen kann, ist schlicht nicht zu glauben, so eine Tag verjährt nicht. Und kann auch mit nichts entschuldigt werden.
      Jeder Mensch macht Fehler aber einige bleiben für immer.

  • Michael sagt:

    Mein Kompliment für den Artikel! Und wieder voll ins schwarze getroffen! Keiner spricht über die Filme, dafür wird Kindervergewaltigung sogar noch im 2012 von Frauen gutgeheissen (merci Gabi, hoffentlich passiert das Deinem Kind nie aber sonst wäre es ja nicht so schlimm gel), einem Industrieunternehmen (Scientology) eine führende religöse Position zuerkannt (merci Nathan). wahaha tour d’horzont der Wohlstandsverwahrlosten.

    Ich freue mich, wie jedes Jahr, auf das ZFF. Es geht da um Filme. Und nur das zählt.

  • Kazim Korkmaz sagt:

    Liebe/r Reda El Arbi

    Weiter so ich finde Ihren Blogg zum ZFF einfach fantastisch!!! Ich kann Ihnen zu 1000000000000000% zustimmen betreffs Polansky, Freeman und Travolta!!!

  • gabi sagt:

    Jaja… Man vergisst so schnell.

    Gerne auch etwas tendenziös und durch die eigne Brille.

    „ein Mann, der eine 13-Jährige unter Drogen setzte und – zwecks Verhütung – anal vergewaltigte.“

    Präzis, als wäre man dabei gewesen.

    Polanski hat den Sex mit der Minderjährigen nicht bestritten (dass es nicht einvernehmlich geschah dagegen schon!). Und dies gilt dann in California automatisch als Vergewaltigung.

    Ist schon nicht ganz das Gleiche, als das, was da steht – oder?

    Die genauen Umstände sind bis heute genau zwei Leuten klar: Den beiden Beteiligten.

    • Reda El Arbi sagt:

      Naja, er hat auch zugegeben, das Mädchen unter Drogen gesetzt zu haben, eine 13-Jährige, und danach war der Sex „einvernehmlich“. Und er hat zugegeben, dass er Analverkehr mit ihr hatte. Sie hat damals ausgesagt, dass er ihr Analverkehr anbot, „damit sie nicht schwanger werde“.

      Eine 13-Jährige ist ein Kind. Er war damals über 40. Er hat ihr Drogen verabreicht und sie dann Anal penetriert. Ich denke, er ist ein widerliches Schwein. Aber vielleicht bin ich ja auch zu moralisch.

      Er wurde verurteilt und ist geflohen. Nun denke ich, er ist nicht nur ein widerliches Schwein, sondern auch noch ein Feigling. Egal ob Genie oder nicht.

      • gordana starcevic sagt:

        es ist gut, dass Sie solch eine Meinung auch kräftig ausdrücken, denn so eine Tat kann nur ein kranker Geist hervorbringen.
        Behalten Sie ihre Moral, denn in der heutigen Zeit oder auch schon immer ?, wurde die Moral verteufelt oder belächelt,
        aber jemand der hohe Ansprüche an die Moral stellt, der bewegt sich auch auf einer anderen geistigen Ebene.

      • gabi sagt:

        Also sich sah mit 13 nicht mehr wie ein Kind aus. Und sexuelle Erfahrung (und Affären) hatte die Gute ja zuvor auch schon.

        Mich überkommt jeweils ein äusserst ungutes Gefühl, wenn Menschen alleine aufgrund ihrer Vorstellung, dass sie die Moral mit dem Löffel gefressen hätten, zu glauben wissen, was in einer derartigen Situation genau geschehen sein soll.

        Und nein: Bloss der Hinweis auf ne Altersdifferenz von 27 Jahren macht die Sache für mich überhaupt nicht so klar, wie Sie sie – in Ihrer moralinsauren Überlegenheit – hier darstellen wollen.

        • Reda El Arbi sagt:

          Naja, die Aussagen sind protokoliert und öffentlich. Und Drogen gehören wohl auch dazu. In der Schweiz würde er für diese Tat übrigens länger hinter Gitter wandern. Aber aus ihrer Aussage höre ich nur raus, dass eigentlich das Kind schuld ist. Es geht nicht um moralische Überlegenheit. Es geht um Rechtsstaat und Kinderschutz.

        • gordana starcevic sagt:

          Aha, eine Altersdifferenz von 27 Jahren empfinden Sie ok? Wenn es sich hier um eine 20 Jährige handeln würde,
          wäre es durchaus akzeptabel und kann auch vorkommen aus welchen Gründen auch immer.
          Bin erstäun,t dass Sie dem Autor Überlegenheit unterstellen, und bin auch erstaunt welche Argumentation sie
          vorbringen. Und Sie wissen natürlich, dass dieses junge Mädchen schon etliche Affären hatte,
          wenn Sie Mutter sind, würde ich mir auch die Frage stellen, ob Sie dies ihrem Kinde wünschen würden?
          Manchmal ist eine Sache sehr klar und bedarf nicht noch grosser Gedankensprünge.

  • Rudi Hunziker sagt:

    Irgendwie ganz schön bieder und oberflächlich dieser Artikel. Im Gegensatz zu Reda, der sich offenbar nur an Promis erinnert, kann ich mich an zahlreiche Filme erinnern. Und zwar sehr viel gutes, halt ein Nerd (wie lustig..) Hier neidet sich einer mit einer billigen Masche ab und es funktioniert auch noch.. cooles Züri!

    • Eliane Bachmann sagt:

      Danke Herr Hunziker für Ihren Beitrag. Ich bin gleicher Meinung wie Sie. Und es würde mich wundernehmen ob den beim Herr (oder Frau?) Reda alles so koscher ist, wie sie (oder er) von den Promis wünscht.

      • Reda El Arbi sagt:

        Naja, ich setze keine Kinder unter Drogen, bin kein Vergewaltiger, schlafe nicht mit der Tochter meiner Frau und gehöre keiner Sekte an, die nach eigenen Angaben die Weltherrschaft anstrebt. Ist das koscher genug, oder unterstellen Sie mir da irgendwas?

        Der Autor

  • Pietro sagt:

    Fehlt noch der Film (war’s über Putin), der dann letztes Jahr trotz Ankündigung plötzlich mit grausiger Begründung irgendwie rausfiel. Gemäss dem Beobachter-Magazin (?) weil ein Tycoon mit den richtigen Connection zu Russland das Festival über seine Stiftung unterstützt oder so. Wie auch immer – die Missen würd man ohne ZFF schon vermissen wollen. Es muss ja nicht immer gleich ein Massaker sein..

  • eliane schneider sagt:

    gehört eigentlich gar nicht hierher, aber wieso werden eigentlich beim tagi-online gewisse kommentare blockiert (will ja nicht gerade von zensur sprechen, oder sollte ich?) ich finde das entmündigt kommentierende völlig und ich glaube die gründe dafür sind sicher auch eine überschätzung dieser online-blogs, sind ja auch keine sprayereien , die man nur mit viel aufwand wegputzen kann. und eigentlich würde es auch redaktoren entlassten, wenn sie nicht immer polizei spielen müssten

    • Reda El Arbi sagt:

      Im Gegenteil, die Kommentare auf diesem Blog sind sogar ziemlich frei. Wir blockieren nur, wenn rassistische, gewaltverherrlichende, oder sich ewig wiederholende Kommentare kommen. Auch Angriffe unter der Gürtellinie oder Sachen, für die wir Blogger schlussendlich haften, sind problematisch. Aber im Grossen und Ganzen ists freier als bei jedem Artikel, solange sich die Leute an die Spielregeln des Anstandes halten. Wir sind übrigens einer der wenigen Blogs, bei denen die Autoren mitkommentieren. Das machts uns einfacher, die Übersicht über die Kommentare zu halten und ein mindestmass an Umgangsformen zu garantieren.

      Lieber Gruss
      Der Autor

      • eliane schneider sagt:

        danke für ihre verhältnismässig ausführliche antwort. ich kann ihre antwort durchaus nachvollziehen und schätze ihre arbeit auch, vielleicht bin ich deshalb auch mit meiner äusserung hier gelandet. als aussenstehende, resp. leserin kann ich nur begrenzt die mechanismen eines zeitungs-online-forums, konkret TA-forums erfassen, aber ich bin jetzt schon ein paar mal ‚angeeckt‘, d.h. einfach nicht ‚zugelassen‘ worden (betrifft aber nicht diesen konkreten blogg), obwohl ich nach meiner ansicht die kriterien rassistisch etc. nicht erfüllt habe, was eigentlich für mich dann eben heisst, dass die von ihnen formulierten journalistischen ideale für mich in so einem moment zu argumenten werden, die sehr wohl mit zensur zu tun haben … auch lieben gruss

    • hugentobler sagt:

      meiner erfahrung nach müssen cookies akzeptiert werden, damit ein beitrag überhaupt auf die site gelangen kann. nicht immer gleich das schlechteste annehmen, bitte!

      • eliane schneider sagt:

        diese haltung teile ich grundsätzlich auch. nur (faktenhalber) ist es so, dass ich beim tagesanzeiger schon mehrmals auf der webseite war und mehrmals schon gebloggt habe, aber nicht alles gekommen ist – und anscheinend auch bei anderen (siehe max)

  • Nathan Volker sagt:

    Lieber Scientology als Islam.

    • Reda El Arbi sagt:

      Wenn man nach den verursachten Toten seit Bestehen der Religion ginge, würden die Christen wohl am Schlechtesten dastehen…

      • B. Sc. Ient. Ologie ETH sagt:

        Also, immer noch lieber Scientology. Hehehe!

      • dan meier sagt:

        „nach den verursachten Toten seit bestehen der Religion“ – es geht doch immer nur um Macht, nicht um Gott, nicht darum, sich als Mensch zu erkennen, sondern um Menschen zu beherrschen und seine eigenen Interessen durchzusetzen. Da mit irgendwelchen Milchbüechli-Rechnungen zu argumentieren, geht am Kern der Sache vorbei. Zudem wird die eigene Schuld nicht kleiner, nur weil man auf jene der anderen verweist. Schlecht stehen alle Religionen da, so wie sie auch gut da stehen können, lediglich eine Frage der Argumentation bzw. welche Moral man denn bemüht. Von daher ist Ihr journalistisches Können kohärent mit den Aussagen, die Sie hier von sich geben; beim ersten lesen unterhaltsam aber keinen zweiten Blick wert.

        • Reda El Arbi sagt:

          Aber einen ausführlichen Kommentar ists wert 🙂 Danke, ich bin übrigens ihrer MEinung. Was die Religionen angeht,. nicht was mneine Artikel angeht. 🙂

    • Rico Fluor sagt:

      Hr Volker,

      Scientology ist wohl das letzte was es an religiösem Schwachsinn gibt. Kein Deut besser als Islam, Judentum, Christen etc, etc, Man muss ja nur mal die Story vom bösen galaktischen Imerator Xenu lesen . Diese, nennen wir es mal Mythologie, toppt alle anderen Religionen in Sachen fantastischem Schwachsinn. Wie fühlt sich einer der nach erreichtem OT3 diese hirnrissige Mythologie serviert bekommt, nachdem er ein Vermögen los geworden ist für eine miese Sci-Fi Story, die er auch als Buch für 10.-chf hätte lesen können? Man könnte fast noch Mitleid haben mit den Jüngern Hubbards, das verfliegt aber in Windeseile wenn man sich all die mafiösen Machenschaften der Scientologen vergegenwärtigt. Jeder Politiker der einen totalitären Staat aufbauen will kann sich von dieser Sekte das Know-How holen! Traurig dass das ZFF sich solche Exponate als Headliner aussucht und noch dafür bezahlt dass diese ihre Sekte propagieren! Am besten gar keine Religion, man kann als Mensch auch glücklich sein ohne irgendwelchen religiösen Schwachsinn Hr. Volker!

  • anna sagt:

    Also ich weiss ja auch nicht, aber ich gehe schon hauptsächlich wegen den Filmen an ein Film Festival… Und da hat das ZFF zb letztes Jahr einiges richtig gemacht; hatte einige Perlen dabei. Deshalb: super, überhaupt nicht überflüssig, weiter so!

  • diva sagt:

    das zürcher filmfestival ist so überflüssig wie ein kühlschrank am nordpol.

  • Riko sagt:

    Man kann ja schreiben und erfinden was man will. Sachlich richt oder nicht scheint keine Rolle mehr zu spielen. Interesanter Schreibstiel… tönt fast faktisch richtig. Sorry to say…

  • nicole sagt:

    Schade, ich ging immer gerne ans ZFF. aber einer der Vorzeige-Scientologen einzuladen: das geht für mich gar nicht. Also hoff ich halt auf nächstes Jahr. (ich bin offensichtlich einer der genannten Film-Nerds ;-))

  • Cooler Artikel! Bissig, lustig, mit vielen direkten und indirekten Seitenhieben und nicht zu wenig Wahrheit, die eigentlich anregen könnte, das Showbiz mal etwas kritischer zu betrachten! Wieso bringt der Tagesanzeiger nicht mehr solcher Artikel??

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